Im Schein der Straßenlaterne - Anton Muljono - E-Book

Im Schein der Straßenlaterne E-Book

Anton Muljono

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Beschreibung

Im Schein der nahen Straßenlaterne schiebt sie ihn zur Tür, sie wirft sich ihm an den Hals, küßt ihn. Sie beugte sich vor und küsste ihn auf die Wange, dann drückte sie ihm leicht den Arm. 'Was soll ich sagen, Sareh? Du bist einfach ein lieber Kerl,' denkt sie heimlich. Er erwidert den Kuss, ist ihm bewusst, dass ihr salziger Geschmack noch an seinen Lippen hing. Sie zu küssen war wie der Biss in eine Feige. Sie hat sich während der Ehezeit verändert. Sie hat begriffen, dass die Welt von vielen starken Kräften geleitet wird, und dass jede Frau entscheiden kann, welche dieser Kräfte ihrer Leben prägen soll. Sie hat gelernt, dass sie allmählich sie über intellektuelles Potenzial verfügt und dass sie es korrekt nutzen kann, wenn sie ihre Gedanken prüft und davon nur die auswählt, die ihr neue Möglichkeiten eröffnen. Sie hat verstanden, dass sie ihre Gefühle steuern kann, statt ihr von ihnen kontrollieren zu lassen, und dass sie positive Emotionen verstärken müss, um ihren Gemütszustand zu verbessern. Angeblich heilt ja die Zeit die Wunden, aber bei ihr merkt sie davon nicht viel.

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EPUB

Seitenzahl: 31

Veröffentlichungsjahr: 2017

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ISBN: 978-3-7450-2373-2

© Copyright 2017 Anton Muljono

1. Ausgabe – September 2017

Alle Rechte vorbehalten

Im Schein der nahen Straßenlaterne schiebt sie ihn zur Tür, sie wirft sich ihm an den Hals, küßt ihn. Sie beugte sich vor und küsste ihn auf die Wange, dann drückte sie ihm leicht den Arm.

Er erwidert den Kuss, ist ihm bewusst, dass ihr salziger Geschmack noch an seinen Lippen hing. Sie zu küssen war wie der Biss in eine Feige.

Sie hat sich während der Ehezeit verändert. Sie hat begriffen, dass die Welt von vielen starken Kräften geleitet wird, und dass jede Frau entscheiden kann, welche dieser Kräfte ihrer Leben prägen soll.

Sie hat gelernt, dass sie allmählich sie über intellektuelles Potenzial verfügt und dass sie es korrekt nutzen kann, wenn sie ihre Gedanken prüft und davon nur die auswählt, die ihr neue Möglichkeiten eröffnen.

Sie hat verstanden, dass sie ihre Gefühle steuern kann, statt ihr von ihnen kontrollieren zu lassen, und dass sie positive Emotionen verstärken müss, um ihren Gemütszustand zu verbessern. Angeblich heilt ja die Zeit die Wunden, aber bei ihr merkt sie davon nicht viel.

INHALT

Die Stadt der tausend Pesantren (5)

Sareh (7)

Die Kaffee (8)

Der Zug (9)

Der Nordbahnhof nahe Süßmarkt (11)

Kein Kuß (12)

Siraman (13)

Die Züge (15)

Die Einsamkeit (17)

Rupiah (19)

Das Stricken (21)

Die Chinesen (25)

Elefanten und Tiger (29)

Das Wiedersehen (32)

Der Entschluß (40)

(Handlung und Personen sind frei erfunden. Wo Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Geschehen vorliegen sollten, sind sie es ohne Wissen des Autors und nicht beabsichtigt.)

Im Schein der Straßenlaterne

Die schmächtige junge Frau hantiert leise in der weiß getünchte Küche. Es war eine kleine, traditionell eingerichtete Küche. Ohne Eisschrank weit und breit. Verständlich.

Wer hat denn so eine Luxusware wie Kühlschrank um die sechziger Jahre? Dazu noch in Indonesien. Ein großes aber sehr armes Land.

Eine Decke lag auf dem kleinen Tisch. Heizpilze glühten in den Ecken und milderten die kühle Abendluft wie eine warme Decke.

Die junge Frau beginnt, eine Melodie zu summen, bricht verdrossen ab und starrt nachdenklich ins Halbdunkel der Nacht hinaus.

Der Mond steht hinter Wolken, federleicht fällt das Regenwasser und läßt die Decke über den Sträuchern immer nasser werden.

Das Regenwasser glitzern im Schein der nahen Straßenlaterne. Sie kannte jede kleine Unebenheit des Weges und wusste genau, wo sich bei Regenwetter Pfützen bildeten.

Die Stadt der tausend Pesantren

Es ist ein Platz nahe Nordbahnhof in einer kleinen Stadt namens Jombang.

Dieser Ort im Osten Javas ist etwas ganz Besonderes. Jombang steht in keinem Reiseführer. Keine Sehenswürdigkeiten, nur staubige Straßen und eine Zuckerfabrik aus der holländischen Kolonialzeit. Und trotzdem wird Jombang als die Stadt der tausend Pesantren genannt.

Wörtlich übersetzt bedeutet Pesantren "Ort, an dem die Santri leben". Als Santri wird in Indonesien jemand bezeichnet, der bewusst islamisch lebt.

Es war die Zeit, wo die Dampfzüge noch die einzige Könige der Bahn waren.

Es heißt, Pesantren sind kleine Königreiche. Sie sind autonome Lerngemeinschaften, staatliche Kontrolle gibt es kaum. Ihre Könige sind die so genannten Kyai, die Gründer und Leiter der islamischen Internate.

Sie entscheiden alles: was unterrichtet wird, wer unterrichtet, und sie sind für die Finanzierung zuständig.

Sie besuchte damals auch das Pesantren in Jombang. Sie bat regelmäßig, hält alle religiösen Pflichten ein.

Ihre Mitschüler und Mitschülerinnen lernen, wohnen und schlafen in einem Pesantren, streng nach Geschlechtern getrennt, nicht weit vom Nordbahnhof.

Auf dem weitläufigen Campus gibt es alles, was die Schüler brauchen: Kopierläden, Wäschereien, eine Mensa und natürlich Schlafsäle.

Sie sind schlicht, meist für acht bis zehn Schüler, ihre wenigen persönlichen Sachen verstauen sie in schmalen Schränken, schließlich sollen die Santri zu einem bescheidenen Lebensstil erzogen werden.

Und heute, nachdem Pesantrenabschluß vor Jahren, lebt sie noch bescheidener.

Sareh