Im Spiegel - Gudrun Heyens - E-Book

Im Spiegel E-Book

Gudrun Heyens

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Beschreibung

Wer bin ich, wenn niemand hinsieht? Und was bleibt von mir – zwischen Erinnerung, Erwartung und dem Echo der anderen? In eindringlichen Bildern und einer feinsinnigen, klaren Sprache erzählt „Im Spiegel“ von Menschen, die sich verlieren, zerfallen und neu zusammensetzen. Ihre Geschichten kreisen um Angst, das Ausloten innerer Grenzen und das Bedürfnis, sich selbst einen Ausdruck zu geben. Mal tastend-fragil, mal kühl-beobachtend – immer nah an der inneren Wahrheit.

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Veröffentlichungsjahr: 2025

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Im SpiegelGudrun HeyensVerlag Stelling (Jul 2025)Schlagwörter:Erzählungen, Gegenwartsliteratur, Frauenliteratur, Alltagsbeobachtungen, Zwischenmenschliches, Psychologische Prosa

Im Spiegel zeigt sich das Leben, wie es ist:schön, schmerzhaft, widersprüchlich.

Ob ein Barbesucher sich selbst überschätzt, einEhepaar an einem Urlaub zerreibt oder eine Musikerinim Scheinwerferlicht ihre Würde zurückerobert …

Gudrun Heyens schreibt über die Fallhöhen desAlltags mit entwaffnender Klarheit.Ihre Protagonist*innen taumeln durch Liebesdramen,Lebenslügen, Kunstszenen – und oft in ihr eigenes Spiegelbild.

Dabei gelingt der Autorin, was große Literatur ausmacht:Sie hält uns den Spiegel vor und zeigt mit sanfter Ironie,wie komisch und tragisch wir manchmal zugleich sind.

Im Spiegel
Erzählungen
Gudrun Heyens
Verlag Stelling
Vorwort
Gudrun Heyens hat sich über Jahrzehnte einen Namen als herausragende Blockflötistin und Musikpädagogin gemacht. Als Gründungsmitglied von Musica Antiqua Köln und langjährige Professorin an der Folkwang Universität der Künste prägte sie die Musikwelt nachhaltig. Ihr Engagement wurde mit renommierten Auszeichnungen wie dem Deutschen Schallplattenpreis und dem Musikpädagogikpreis der Stadt Duisburg gewürdigt.
Seit 2011 widmet sich Heyens mit derselben Leidenschaft der Schriftstellerei. In ihren literarischen Werken verbindet sie die Präzision einer Musikerin mit der Sensibilität einer aufmerksamen Beobachterin. Ihre Erzählungen und Romane zeichnen sich durch feine Ironie, tiefgehende Charakterstudien und ein Gespür für die leisen Töne des Alltags aus.
Inhalt
Spannenlanger Hansel
Paarlauf
Der Krimi
Das Venuskränzlein
Das Gastgeschenk
Die Toccata
Sanus Per Aquam
Eine alte Geschichte
Das Sonnenscheinchen
Das Teekännchen
Der Schreibkurs
Die Kollegin
Spannenlanger Hansel
Lukas nahm sofort Kurs auf die Theke.
Kaum kam er hier herein ‒ und das seit gut drei Monaten einmal wöchentlich ‒, war er Luke.
Steifbeinig, aber mit wiegendem Hüftschwung, beide Daumen lässig in den Schlaufen seines breiten Ledergürtels, näherte er sich Rosi.
Augenblicklich war er ihr wieder verfallen.
Das passierte ihm jede Woche wieder, genau wie beim allerersten Mal.
Es erregte ihn bis in die Zehenspitzen, wie sie da am Tresen lehnte, mit ihren mächtigen Brüsten im himbeerroten Pulli, und zwei, drei Kurze hinunterstürzte, trotzig, als könne niemand ihr was anhaben.
Ein feste Burg sang es in seinem Kopf. Dieses Weib gäbe seinem schwachen Ich Halt.
Klein, schwer und rund wie eine Eisenkugel wäre sie an sein Bein gekettet und garantierte für seine Bodenhaftigkeit.
In besonderen Momenten neigte er zu verstiegenen Vorstellungen und Formulierungen.
»Na, Alter …«, murmelte Hübi, ohne aufzusehen und ließ weiter Pils in das schräg gehaltene Glas laufen.
Luke hatte sich fest vorgenommen, sich von niemand ins Bockshorn jagen zu lassen.
Heute musste es sein, er konnte keine Minute länger warten.
Möglichst schwungvoll erklomm er den Barhocker neben Rosi.
Rosi blickte unbeteiligt ins Leere und hob ihren Kopf erst, als Luke laut und krächzend »Zwei Pilsken ‒ eins für die nette Dame hier neben mir!« bestellte.
Rosi tat gleichgültig, nahm aber wortlos das Glas und trank.
Luke schlug übertrieben launig mit der flachen Hand auf den blanken Tresen, als wolle er zu einem deftigen Witz ansetzen, konnte aber nichts anderes herausbringen als einen anerkennenden Pfiff durch seine Zahnlücke.
Hübi griff daraufhin zu zwei weiteren Gläsern. Bis sie voll waren, lächelte Luke Rosi an und Rosi musterte Luke stumm von oben bis unten. Offenbar schnitt er dabei gut ab, denn sie nahm auch das zweite Pils an und ließ es zu, dass er mit seinem Glas anstieß.
»Prösterchen!«, sagte Luke, und todesmutig: »Lust auf einen kleinen Spaziergang?«
Rosi trank in einem Zug aus und griff umstandslos nach ihrer Handtasche.
Luke fühlte sich so taumelig, dass er um ein Haar vom Hocker gefallen wäre.
Rosis hellblonder Dutt sprühte Funken und er dachte, dies sei einer seiner Tagträume.
Auch Hübi sah fassungslos aus. Erstarrt, mit dem Trockentuch in der einen und einem Glas in der anderen Hand, sah er aus wie der Koch im Märchen, der hundert Jahre lang die erhobene Hand zum Schlag bereithält, um den Küchenjungen zu ohrfeigen.
Luke glitt unsicher vom Hocker.
»Okay, dann man los!«, sagte er und schob mit einem Finger die Sonnenbrille auf seinen feuchten Schädel. Noch konnte er nicht glauben, was geschah.
Rosi ging wahrhaftig mit und das gleich nach dem zweiten Bier.
Hübis Blicke brannten in Lukes Rücken wie Einschusslöcher.
Seit er die Dornenvögel gesehen hatte, nannte er sich Luke. Ihm hatte Lukes erotische Ausstrahlung gefallen. Da konnte der klapprige Pfaffe nicht mithalten.
Nachdem Luke Meghan schließlich rumgekriegt hatte, behandelte er sie schlecht. Er, Lukas, würde Rosi hingegen auf Händen tragen. Was nicht leicht wäre.
Besser eine pralle Kugel als ein erschlaffter Luftballon, dachte er, wie er so neben Rosi her stakste, die er um einiges überragte.
Er pfiff leise Spannenlanger Hansel, nudeldicke Dirn durch seinen Zahnspalt.
Rosi sah unbeeindruckt geradeaus. Nicht jeder konnte alle Kinderlieder kennen, schon gar nicht die altmodischen, die er so mochte. Zu gegebener Zeit würde er mit einer gesungenen Version herausrücken:
… geh’n wir in den Garten, schütteln wir die Birn’.
Schüttel ich die großen, schüttelst du die klein’.
Wenn das Säckel voll ist, geh’n wir wieder heim.
Seit er mal gelesen hatte, was in Wirklichkeit hinter der braven Geschichte vom Rotkäppchen steckte, vermutete er Sexuelles hinter allem. Hier lag es auf der Hand.
Vielleicht änderte er sich selbst zuliebe die Reihenfolge um in:
Schüttelst du die großen, schüttel ich die klein’,
auch wenn Rosi dabei schlechter wegkäme und es überhaupt nicht der überwältigenden Realität entsprach.
Das könnte er ihr später erklären. Besser wäre es jedoch, er schwiege. Nichts ähnelt einem Weisen mehr als ein Narr, der den Mund hält, rief er sich ins Bewusstsein.
In besonderen Momenten sprach seine poetische Seele aus ihm, loderte auf wie eine andauernd schwelende Glut, in die plötzlich Öl geschüttet wurde.
Für diese heftigen Aufwallungen verachtete er sich, wie er für jedes schöne Wort verachtet worden war, seit er denken kann.
»Lukas spintisiert mal wieder«, hatte es geheißen.
Und: »Für solche Fisimatenten kannst du dir nichts kaufen.«
Die Verhältnisse waren eben nie danach gewesen. Aber immerhin hatte er es bis auf den Bau gebracht. Er musste jedenfalls nicht jeden Tag zum Arbeitsamt wie die Jungs aus seiner WG.
Rosi schnaufte. Luke verkürzte seine Schritte. Jetzt musste sie nicht mehr zwei Schritte machen, um mit ihm mithalten zu können, aber er, im Gänsemarsch trippelnd, fühlte sich verachtenswert weibisch. Gingen sie erst eingehakt oder gar umarmt, gäbe es hier richtige Probleme.
Er nahm sich vor zuhause, wenn er sturmfreie Bude hatte und seine Mitbewohner in der Schlange standen, Trippelschritte mit männlicher Ausstrahlung vor dem großen Spiegel zu üben, den sie vom Sperrmüll hatten. Keinesfalls wollte er Publikum dabeihaben, er traute sich ja nicht einmal, seinem eigenen Spiegelbild ins Gesicht zu sehen.
Was hatte Rosi wohl Woche um Woche in ihm gesehen, wenn er in den Hübi hineingestürmt war und sie angeschmachtet hatte? Sie sagte ja nichts, außer, wenn sie mit harscher Stimme ihre Kurzen bestellte, und auch dann kein Wort zu viel. Stumm und stur taxiert hatte sie ihn und nicht einmal die Augen von ihm abgewendet, wenn sich ihre Blicke trafen. An guten Tagen hatte er sich eingebildet, sie sähe interessiert aus. Es dauerte aber nur Sekunden, bis er sich für hoffnungslos anmaßend gehalten hatte und Rosis Blicke für niederschmetternd geringschätzig.
Nun ging sie neben ihm her. Aber jetzt wusste er nicht mehr weiter. Dabei kam schon der alte Kasten mit seiner Männer-WG im dritten Stock in Sichtweite.
Rosi schien zu wissen, was sie erwartete. Er nicht.
In den Dornenvögeln stieß jetzt Luke mit dem Fuß die Tür auf und schubste Meghan ins Zimmer hinein, in dem es nichts außer einem Eisengestell mit einer Emaille-Waschschüssel und einem Bett gab.
Nachdem er kurz aus dem Fenster gesehen und sich davon überzeugt hatte, dass keine Gefahr im Anzug war, warf er Meghan mit einer lässigen Bewegung seiner rechten Pranke aufs Bett, die linke hatte er am Colt. Meghan machte sich widerstandslos daran, die Häkchen ihrer knappsitzenden Corsage aufzumachen. Im Film wusste Luke schlafwandlerisch sicher, was jetzt zu tun war. Was Meghan von ihm erwartete. Und er tat es. Leidenschaftlich und wild. Etwas zu roh vielleicht. Aber zu Meghans vollster Zufriedenheit.
An dieser Stelle wünschte Lukas sich stets, der Film möge nie aufhören. Allerdings würde er es etwas anders machen: würdiger, zarter, trotzdem ohne jede Unsicherheit. Bei Luke im Film klappte das Rohe, das sah er Meghan an.
Die kam aus dem Staunen nicht heraus.
Doch damit war bei Rosi nicht zu rechnen. Sie würde ihm eine runterhauen, so wie sie gebaut war.
Luke blieb so abrupt stehen, dass Rosi im Nu ein Trippelschrittchen voraus war. Ein paar Meter noch, und sie stünden vor seiner Haustür.
Da fasste er sich ein Herz, es ging um Leben und Tod.
»Weißt du«, sagte Lukas, »ich muss dir was gestehen. Ich bin nicht Luke. Eigentlich heiße ich Lukas … und ‒ die Erektion ist ein scheues Reh.«
Da sah Rosi zu ihm auf und lächelte ihn an.
»Das hast du aber schön gesagt«, sagte sie.
Paarlauf
Zehn Ansichtskarten für zwei Euro fünfzig, das
hatte sie verlockt, diesen kleinen, muffig riechenden Zeitungsladen zu betreten. Die Karten waren gute zwanzig Jahre alt und zeigten Unvergängliches. Regula Rausch kaufte schroffen Fels, Alpenrosen und einen in den Himmel schauenden Gamsbock mit herzlichen Grüßen aus den Dolomiten.
Der alte Verkäufer war Italiener, sprach aber Deutsch.
Heiner Rausch, geborener Gutknecht, übernahm die Kommunikation und sprach ihn gut gelaunt in Italienisch an, der Verkäufer erwiderte in Deutsch. Er pries Heiner die neueste Ausgabe eines Reiseführers an, Heiner kaufte ihn, obwohl er nur einen Stadtplan wollte. Regula fragte sich, warum er einen Stadtplan brauchte. Die Stadt war klein und touristisch, an jeder Straßenecke ein wahrer Schilderwald, der kleinste Pfade auswies. Außerdem könne man ja auch fragen, fand sie, das brächte einem die Einheimischen näher. Heiner war streng dagegen, Fragen sei vor allem ein Zeichen von Faulheit und dem Versäumnis einer zielführenden Vorbereitung. Regula würde sich die Stadt lieber bummelnd erschließen. Das hatte sich bewährt. In Venedig zum Beispiel hatten sie Kirchen entdeckt, die nicht im Baedeker standen, nur weil sie zufällig dran vorbeigekommen waren. Heiner argumentierte mit seiner labilen Gesundheit, die kilometerlangen Umwegen nicht gewachsen wäre.
»Was machst du, wenn ich plötzlich schlappmache, weil wir uns wieder mal endlos verlaufen haben?«, versuchte er zu drohen und setzte hinzu:
»Ich muss mit meinen Ressourcen sparsam umgehen.«
Als ob sie das nicht auch müsste.
Er faltete die Karte auseinander und musste sich dazu an einen Pfeiler lehnen, Regulas Blick fiel auf einen Supermarkt.
»Kommt wie gerufen«, sagte sie, »da kriegen wir alles fürs Wochenende, danach sehen wir weiter. «
Heiner versuchte, den Patentplan in seine ursprüngliche Patentfaltung zurückzufalten.
»Ich frage mich, warum du nicht die Handy-App bemühst wie jeder erwachsene Mann«, rief Regula – schon beim Regal für Pasta-Saucen, die sie jetzt so intensiv betrachtete, als studiere sie den Ausgang eines wichtigen Laborversuchs.
Heiner versuchte kurz, Interesse aufzubringen. Aber warum eigentlich? Dieses ist Regulas Terrain, es ist, als wäre sie in einem Supermarkt aufgewachsen und endlich in den Sommerferien wieder nach Hause gekommen.
Nächste Station: das Kaffeeregal. Heiner vermochte nicht, den Ausschlag für die Wahl zu geben, da sie sich bestens auskannte. Er war stets hochzufrieden mit ihrem Espresso, obwohl er durchaus kleine Unterschiede schmeckte.
»Sind wir nun so weit gefahren, um unsere wenigen Ferientage in einem Spar zuzubringen?«, wagte er anzumerken, aber Regula hörte ihn nicht, sie war schon weiter, Rolltreppe aufwärts in die Etage mit Haushaltswaren, auf der Suche nach zwei größeren Kaffeetassen, ähnlich denen zu Hause. Heiner seufzte und sah sich nach einer Bank für abgestellte Ehemänner um, wie er sie aus Bekleidungsgeschäften kannte.
Regulas Einkaufskorb war randvoll. Heiner verteilte alles so gleichmäßig wie möglich auf Rucksack und Jutetasche, auch die Dosen, Flaschen und Milchtüten, obwohl die im stabileren Rucksack besser aufgehoben wären. Aber warum sollte er sich für alles zuständig fühlen, er äße sowieso das Wenigste von all dem, und Regula war zäher, als sie glauben machen wollte. Der Rucksack zog nach unten und schnitt in Heiners zarte Nackenhaut, auf Regulas Oberlippe glitzerten feine Tröpfchen.
»Es wäre vielleicht sinnvoller gewesen, erst zu bummeln und dann einzukaufen«, sagte Heiner.
»Geht schon«, meinte Regula und deutete auf exotische Blumen, die den Weg zum Kurpark säumten, und auf einen Pfad direkt am Bach entlang mit schöner Aussicht.
Heiner war nach hausgemachtem Apfelstrudel mit Eis, und er hatte auch schon ein lauschiges Plätzchen unter einem hellen Sonnendach ausgespäht, das mit diesem Angebot lockte. Im Sommer auf einer Piazza mit Publikum zu sitzen zählte zu seinen favorisierten Urlaubsvergnügen. Regula konnte dem gar nichts abgewinnen und bestellte sich höchstens ein Glas Wasser. Heiner schmeckte dann alles nur noch halb so gut, und er ertappte sich dabei, dass er schlang, um schnell fertig zu werden. Wenigstens musste er bei dieser Boykott-Variante keine übermäßige Freundlichkeit der Bedienung gegenüber aufbringen; wenn Regula nichts aß, konnte sie auch an nichts herumkritisieren. Heiner fand sich meistens anspruchslos. Er wusste nicht, ob das gut oder schlecht war.
Der Himmel war von einem südtirolerischen Blau, das historische Haus gegenüber hob sich malerisch davon ab, und es gab sogar drei Zypressen auf dem Berg dahinter. Heiner schoss ein Handy-Foto. Ihm gefiel, dass Apérol Spritz hier Veneziano hieß. Regula hatte die Arme vor der Brust gekreuzt und blickte mit zusammengekniffenen Augen über die menschenleere Piazza.
»Zwölf Uhr mittags«, erklärte Heiner die Gluthitze, die direkt über ihnen stand, »beim nächsten Mal gehen wir früher los. Natürlich nur, wenn du dich so weit erholt hast.«
»Was nicht zu erwarten ist«, sagte Regula, ohne den Blick vom Nichts abzuwenden.
»Es kommt halt immer viel zusammen«, sagte Heiner, der sich unvermutet zu Freundlichkeit imstande sah – »deine ganz normale Sommerdepression, das Akklimatisieren …«
»Die permanente Zweisamkeit«, ergänzte Regula.
Heiner fand den Zeitpunkt ideal, um die Bedienung herbeizuwinken. »Zwei Veneziani«, bestellte er. Was hatte er schon zu verlieren?
»Das Tal ist wirklich eng«, räumte Heiner ein, als sie später auf dem Balkon saßen. Er sprach leise, die Nachbarn rechts und links waren nur durch einen Paravent abgetrennt, man konnte sich ihrer Abwesenheit nie sicher sein.
»So eng, dass man sich den Hals verrenken muss, um ein Stück Himmel zu sehen. Wir sitzen vor einer Wand.«
Regula legte ihren Kopf so tief in den Nacken, als würden ihr gleich in einem Rückwärtsbecken die Haare gewaschen, und tastete nach ihrem Weinglas.
»Schau nach links oder rechts«, sagte Heiner, »Taleingang, Talausgang. Es gibt immer einen Weg hinaus.«
Er war dankbar für die Pasta, die Regula auf dem eingebauten Zweiplattenherd gezaubert hatte.
Sie saßen nebeneinander mit dem Rücken zur Wand, nur das Tischchen zwischen ihnen. Das ständige Rauschen des Baches zerrte an ihren Nerven.
Ein später Paragleiter schob sich in eine Wolke, die aussah wie ein getrimmter Pudel.
»Ich werde mir einen Hund zulegen«, sagte Heiner.
»Aha«, machte Regula einige schwere Atemzüge später, das „mir“ brannte wie ein Insektenstich in ihrem Trommelfell.
»Ich hätte einen Gesprächspartner«, fuhr Heiner mit betont schläfrigem Ton fort, die Augen zu Schlitzen verengt in den Himmel gerichtet.
Zum Preis lebenslangen Kotaufsammelns ... Aber das ginge sie dann ja nichts mehr an. Plötzlich konnte sie sich keine Sekunde ihres weiteren Lebens mehr vorstellen.
»Ich schaff mir eine Katze an«, sagte Regula, »gleich Montag, Tierheim.« Ihr gelang ein künstliches Gähnen bei geschlossenen Augen.
»Juhu!« jauchzte der Paragleiter plötzlich wenige Meter von ihrem Balkon entfernt und setzte zur Landung an.
Von Heiner kein Wort.
Endlich sagte er: »Dann kann ich mich ja gleich in den nervigen Bach stürzen«, und hob ruckartig den Kopf.
Regula befürchtete einen furchtbaren Moment lang, er wolle das Balkongeländer erklimmen.
Sie sah sich den großen Trolley packen. Seine Hosen, seine T-Shirts, seine Rasierutensilien, Laptop, Kabel, Aufladegeräte, Reiseführer, drei Romane, Schwimmsachen, Bergschuhe, vier Paar Socken, Insektenspray, Sonnenmilch LF 50 – sie selbst hatte kaum was dabei.
Sie hatte nie einen Koffer gepackt. Sie fuhr ja nie alleine weg. Von Heiner fühlte sie sich jährlich verschleppt wie eine in der Sahara ausgesetzte Amphibie.
Doch Heiner sank zurück in seinen Liegestuhl.
Regula stand auf.
»Zeit für unser Schnäpschen«, sagte sie und ging in die Küche.
Der Krimi
Was fantasiert man nicht alles in Momenten jugendlichen Überschwangs, wenn die Zukunft etwas Fernes, Unfassbares ist, etwas, in der alles möglich scheint!
Von solchen Momenten muss es viele in
meinem Leben gegeben haben,
denkt Feli, sie hört sich nicht nur einmal ausrufen:
Irgendwann schreibe ich einen Krimi!
Spätestens, wenn ich in Rente bin!
Vor zwei Jahren hätte sie damit anfangen müssen. Der Druck endlich loszulegen, steigerte sich mit den Monaten, zunächst nur in ihren Gedanken, dann auch auf ihrer Brust, sie hört sich geräuschvoll atmen, wie eine Asthmakranke.
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen.
Mit eiserner Selbstdisziplin verbringt sie seit gut zwei Wochen täglich eine Stunde am Schreibtisch.
Der PC ist schnell hochgefahren, sie klickt auf den Ordner Krimi; der fettgedruckte Titel auf der Normseite sieht markant aus:
Der Tod des Organisten.
Ein Titel mit Schlagkraft. Darunter signalisiert das weiße Display Aufnahmebereitschaft.
Joanne K. Rowling hat ihr vorgemacht, wie eine Karriere als Autorin aussehen kann. Ihr erster Harry Potter ist 1997 erschienen, da war sie, Feli, neununddreißig, jung genug, um sich eine ähnliche Entwicklung bei sich vorstellen zu können.
Allerdings hatte ihr das Leben eine Richtungsänderung verordnet.
In Abänderung des Programms musste die literarische Karriere warten. Sie ruft sich Virginia Woolf vor Augen, wie sie an ihrem Schreibplatz im umgebauten alten Werkzeugschuppen von Monk`s House sitzt, oder Hemingway hinter seiner Schreibmaschine mit ihren altmodischen Geräuschen. Ja, hätte sie so eine, schriebe sich der Krimi quasi wie von selbst, sie müsste nur die Zeit haben, einmal gründlich in sich zu gehen.
In die Bedienung ihres PC hatte sie sich mühsam einarbeiten müssen, aber schließlich war seine Anschaffung den unendlichen Möglichkeiten des Schreibprogramms geschuldet, von dem sie sich Inspiration versprochen hatte. Die war bis jetzt ausgeblieben.
Dabei gab es keinen Mangel an Vorbildern.
Als ehemalige Bibliothekarin war sie umgeben gewesen von häuserwandgroßen Regalen voller Romanen und Krimis. Sie hatte sich unzählige Notizen gemacht, akribisch Ideen, Motive, Plots und glänzende Formulierungen gesammelt und unter ihrer Theke gestapelt. Doch als sie ging, ließ sie alles zurück. Kein einziges Heft nahm sie mit. Irgendwie war immer alles andere wichtiger gewesen als sie selbst.
Zuallererst der Kirchenchor ihrer Stadtteilgemeinde, sie führte den zweiten Sopran an. Sonderproben neben der routinemäßigen Donnerstagsabend-Probe und jeweils zwei Gottesdiensten an Feiertagen, hielten sie von der mentalen Vorbereitung ihres Schreibprojektes ab. Sie, des Notenlesens mächtig und sicher im Tonhalten, war unverzichtbar.
Dazu kam der Haushalt. Die täglichen Abendessen zu Zweit.
Ludgers überschwängliche Lobeshymnen für ihre abwechslungsreichen und nicht selten exotischen Kreationen hatten sich im Laufe der Monate allerdings in ein gebetsmühlenartiges Herunterleiern verwandelt.
An irgendeinem Tag fing sie an seine blutleeren Floskeln gegen ihren Zeit- und Energieaufwand abzuwägen und hatte sein Lob für zu leicht befunden. Aber sie konnte ja wohl schlecht den einzigen Moment täglicher Zweisamkeit ihren egoistischen Karrierezielen opfern.
Das Highlight der Woche waren die Donnerstage. Sie und Cousine Bettina nebeneinander im Sopran, vereint in der Anbetung von Matthias, Vertretungs-Kantor, kaum älter als sie, leider bombensicher verheiratet. Sie, Feli, war sich zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr sicher gewesen, ob sie es nach nur zwei Jahren Ehe mit Ludger noch war.
Dass Ludger bald nach ihrer Hochzeit begonnen hatte sie zu den Kirchenchorproben zu begleiten und wenig später sogar mitsang (obwohl es ihm stimmlich einiges abverlangte!), hatte sie ihm damals hoch angerechnet. Es dauerte aber nicht lange und sie merkte, dass sie anfing Fluchtfantasien zu entwickeln, um seiner Allgegenwart zu entkommen. Sein misstönender Tenor in ihrem Nacken verursachte ihr Gänsehaut und reizte ihre Nerven. Ihre oft boshaften Sticheleien mit Bettina, geflüstert, aber hörbar, hatten jeweils wie ein kleiner Befreiungsschlag gewirkt. Matthias` humorvolle und stets in ein sanftes Lächeln gehüllte Ermahnungen, man solle sich doch aufs Singen konzentrieren, hatten sie nur dazu animiert, dem schönen Dirigenten auch noch kokette Blicke zuzuwerfen, wofür sie eine seitliche Sitzposition eingenommen hatte, in der Ludger zwangsläufig ihr Flirtgesicht im Profil zu sehen bekam.
Ein gefährliches Spiel ohne jeden Gedanken an die Zukunft, für die sie ein Ehegelübde abgegeben hatte.
Ludger hingegen muss sehr wohl daran gedacht haben.
Den ersten Schlaganfall hatte er erlitten, nachdem man Matthias tot aufgefunden hatte. Es folgten ein mittelschwerer, zwei Jahre später ein weiterer. Danach war es ihr aus christlicher Sicht unmöglich gewesen Ludger zu verlassen, obwohl sich der Verdacht in ihr breitgemacht hatte, dass Ludgers erster Schlaganfall und der Tod von Matthias in irgendeinem undurchsichtigen Zusammenhang stehen mussten.
Aber dafür gab es nicht den geringsten Beweis. Ludgers Drängen auf einen Wohnungswechsel, raus aus der kleinen Stadtteilwohnung, hinein in eine behindertengerechte Parterrewohnung in ländlicher Umgebung, hatte sie seinem eingeschränkten Gesundheitszustand zugeschrieben.
In der beschaulichen Kleinstadt leben sie jetzt seit fünfundzwanzig Jahren. Die letzten zehn schiebt sie ihn regelmäßig dreimal die Woche vor die Salinen im Kurpark, damit er etwas Abwechslung hat. Die anderen Tage verbringt er im Rollstuhl auf der Terrasse. Von hier aus blickt er auf das kleine Rasenstück, das sie mit lustigen Keramikfiguren bestückt hat.
Wenn er Glück hat, kommt der kleine schwarze Kater von nebenan vorbei. Ob es ihn freut, ist ihm nicht anzumerken.
Ihre Schreibstunde ist um.
Auf der Liste der für den Krimi wichtigen Punkte steht: Recherche.
Die wird sie heute erledigen. Das Gefühl von Authentizität ist für den Leser da am echtesten, wo der Autor auf Selbsterlebtes zurückgegriffen hat. Sie hatte mehrere Bücher über das Schreiben gelesen und dieser Satz war ihr verhaftet geblieben. Für den Handlungsort ihres Krimis ist es das Einfachste, Christkönig aufzusuchen.
Mit dem RE ist sie eine Stunde später in ihrer alten Stadtteilgemeinde angekommen und läuft über den Kopfsteinpflaster-Weg vom Bahnhof auf Christkönig zu; der Kirchturm ist schon in Sichtweite. Kurz vermisst sie den grün glänzenden Hahn auf seiner Spitze. An der Stelle des Schaukastens mit den Gottesdienstzeiten und Kirchenkonzert-Plakaten steht ein metallisch glänzendes Schild mit der Aufschrift
Kulturkirche. Diese Kirche wurde entwidmet.
Ihrem festen Vorsatz folgend, sich beim Vorwärtskommen im Schreibprojekt durch nichts abhalten zu lassen, widersteht sie einer wehmütigen Anwandlung:
Vor diesem alten Holzportal hatte der Fotograf ihre Gäste für das Hochzeitsfoto versammelt.
Irrelevant für ihr Projekt!
Sie ist nicht hergekommen, um in sentimentalen Erinnerungen zu schwelgen, ermahnt sie sich, ihre akribische Recherche soll der glaubwürdigen Widergabe des Handlungsortes dienen, darüber hinaus würde sie möglicherweise das letzte Puzzleteilchen aufspüren, welches ihr für einen Plot mit Wow-Effekt fehlt.
Wo einst der Altar stand, thront nun eine Bühne, flankiert von Lautsprecherboxen. Die alten Holzbänke sind verschwunden, ersetzt durch chromglänzende Stuhlreihen. Wo früher der farblose Christus am Kreuz hing, flimmert jetzt eine Leinwand.
Fassungslos hebt sie den Blick zur Orgel. Sie ist noch da. Die kleine Tür neben dem Eingangsportal ist unverändert. Sie öffnet sie und klettert die schmale Stiege zur Orgelbühne hoch. Wie früher ist es hier sehr düster und das klapprige Geländer schwankt ein wenig in seiner locker gewordenen Verzapfung.
Das soll angeblich damals die Ursache gewesen sein. Ihrer festen Meinung nach waren die Ermittler zu einem falschen Ergebnis gekommen.
Noch heute dankt sie Gott, dass sie sich Matthias nicht aufgedrängt hatte, als er in der Pause den Probenraum im Gemeindehaus verließ, um Chornoten aus dem Notenschrank hinter der Orgel zu holen. Statt ihrer lief Ludger hinter ihm her, ganz der pflichtbewusste Notenwart. Er hatte sich um den Posten gerissen, als ihm aufging, dass er stimmlich keine Bereicherung für den Chor war.
Sie stand mit Bettina vor der Tür des Gemeindehauses, hatte eine Zigarette geraucht und Matthias und Ludger hinterhergesehen. Sie weiß noch, dass sie dachte: Unterschiedlicher können zwei Männer nicht sein.
Sie erinnert sich auch an die Stimme ihres Großvaters, die ihr plötzlich in den Sinn gekommen war, so deutlich, als hätte er neben ihr gestanden:
Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
ob sich nicht noch was Bessres findet!
und sie hört sich lachend antworten:
Neun voreheliche Jahre müssen ja wohl reichen!
Auch, wenn Großvater richtig zitiert hätte, zweifelt sie daran, dass sie
Ob sich das Herz zumHerzen findet!
tatsächlich beherzigt hätte…
Sicher ist nur:
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang!
Ihr Herz, das kann sie nicht leugnen, war jeweils für die Länge einer wöchentlichen Chorprobe auf Wanderschaft gewesen, nach vorn, die erste Sopranreihe überspringend bis hin zum Dirigentenpult und darüber hinaus; aber bis in Matthias feinfühliges Herz hinein hatte ihres es nicht geschafft. Seine Interpretationen der Choraltexte ließen auf ein tiefes Seelenleben schließen, seine feinnervigen Dirigierhände auf zärtlichste Berührungen.
Ludgers hervorstechendste Eigenschaft war sein enorm virtuoser Umgang mit Daten und Statistiken.
In den Augen anderer waren sie die perfekte Ergänzung – sie in der Stadtbücherei, er in der Stadtverwaltung. Ein ideales Paar, hieß es.
Also hatten sie geheiratet.
Als Ludger mit dem Notenstapel aus der Kirche kam, war ihm nicht das Geringste anzumerken gewesen. Bettina hatte ihre halbaufgerauchte Zigarette ausgetreten, um ihm die Tür vom Gemeindehaus aufzuhalten; sie, Feli, hatte in aller Seelenruhe weitergeraucht in der Hoffnung auf ein persönliches Wort von Matthias, der im nächsten Augenblick erscheinen würde. Ihre Zigarette war bis auf den Filter heruntergebrannt, aber Matthias war nicht durchs Kirchenportal ins Freie getreten.
Sie war drauf und dran gewesen loszulaufen, um ihn unter einem fadenscheinigen Vorwand abzufangen, wenn nicht in dem Moment Herr Abel aus seiner Küster-Wohnung gekommen wäre, um frische Altar-Blumen in die Kirche zu bringen.
Mit pochendem Herzen hatte sie weiter das Kirchenportal angestarrt.
Doch nicht Matthias stürmte nach wenigen Minuten aus der Kirche, sondern Küster Abel und er war bleich wie der Tod. Eine schlimme Vorahnung hatte sie erfasst, sie konnte sich nicht vom Fleck rühren und hörte sich wie eine Ertrinkende nach Luft ringen.
Abel hatte Krankenwagen, Krankenwagen! geschrien und endlich kam Leben in sie.
Sie war ins Gemeindehaus gestürzt und hatte in Bettinas Tasche nach deren Handy gewühlt, sonst hatte niemand eins. Bettina wollte es ihr empört entreißen und aus den Augenwinkeln sah sie Ludgers fassungslosen Blick; gesagt hat er nichts, er wusste ja, was passiert war und auch, dass jede Hilfe zu spät kam.
Hier unten, am Fuß der schmalen Orgelbühnentreppe, war Matthias von Küster Abel aufgefunden worden. Er hatte in merkwürdig verdrehter Haltung dort gelegen, eingeklemmt zwischen der untersten Stufe und der kleinen, geschlossenen Seitentür. Genau da, wo sie jetzt steht. Sie blickt hoch zur Orgelbühne.
Jemand muss ihn geschubst haben.
Mit der verspäteten Zärtlichkeit von fünfundzwanzig Jahren streichelt sie über den Knauf, der das Geländer abschließt, da, wo er aufgeprallt war und sich das Genick gebrochen hatte. Im Dämmerlicht des winzigen Fensters oben ist es unmöglich, eines von Matthias dunkellockigen langen Haaren aufzuspüren. Sie nimmt sich aber vor, demnächst mit Licht und Lupe das zu suchen und zu finden, was die polizeilichen Untersuchungen damals übersehen hatten.
Für Ludgers Überführung allerdings ist es wohl zu spät. Keine Zeugen.
Wieder zuhause geht sie sofort zum Schreibtisch und notiert sich auf ihrer Liste unter Motiv: Eifersucht.
Unter Recherche vermerkt sie, dass sie das Äußere der Kirche und den Kirchenraum so beschreiben will, wie er damals war, auch das Gemeindehaus nebenan mit dem kleinen Konfirmandensaal, wo die Chorproben stattfanden.
Heute ist sie ein gutes Stück weitergekommen.
Am nächsten Tag muss sie nicht in den Kurpark, nur raus auf die Terrasse.
Sie setzt die Bremse des Rollstuhls fest, wickelt Ludger bis zum Kinn in das schottische Wollplaid und setzt ihm die Harris Tweed-Kappe auf; es ist Anfang Oktober und, obwohl auf der windgeschützten Terrasse die Temperaturen noch spätsommerlich sind, fröstelt Ludger schnell aufgrund seiner Bewegungslosigkeit.
Unverzüglich bezieht sie ihren Posten am Schreibtisch. Hinter der Blumenbank des Wohnzimmerfensters hat sie ihn durch das dichte Blätterwerk zweier Philodendren im Auge, um im Notfall reagieren zu können. Nur im Notfall. Sie darf sich nicht ständig aus der Ruhe bringen lassen. Schon in einer Dreiviertelstunde kommt Marita, um ihn für die Nacht fertigzumachen.
---ENDE DER LESEPROBE---