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Das scheinbar so simple Dreiecksverhältnis zwischen dem wohlsituierten Arzt Dr. Sukartono und seiner Ehefrau Tini einerseits und der Prostituierten Rohaya andererseits stellt eine subtile psychologische Analyse der Gesellschaft im niederländischen Kolonialreich dar, die den heutigen Leser am meisten durch ihre zeitunabhängige Lebensnähe erstaunt. Moralische Maßstäbe und Normen werden auf ihre Gültigkeit hin untersucht, die seelische Befindlichkeit der handelnden Personen in poetischer, bilderreicher Sprache beleuchtet. Hier ist menschliches Fühlen, Denken und Handeln in einer solchen Konsequenz und Hellsichtigkeit dargestellt, wie sie in dieser Konzentration selten erreicht wurden.
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Seitenzahl: 243
Veröffentlichungsjahr: 2016
Das scheinbar simple Dreiecksverhältnis zwischen dem Arzt Dr. Sukartono, seiner Ehefrau Tini und der Prostituierten Rohaya stellt eine subtile psychologische Analyse der ganzen Gesellschaft im niederländischen Kolonialreich dar. Hier ist menschliches Fühlen, Denken und Handeln in einer solchen Konsequenz dargestellt, wie sie selten erreicht wurde.
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Armijn Pane, geb. 1908 in Nord-Sumatra, gestorben 1970 in Jakarta, zählt zu den bedeutendsten Vertretern der indonesischen Nationalliteratur. Sein Werk umfasst unter anderem Romane, Gedichte, Kurzgeschichten, Übersetzungen und Dramen.
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Armijn Pane
In Fesseln
Roman
Aus dem Indonesischen von Hansheinrich Lödel
E-Book-Ausgabe
Horlemann @ Unionsverlag
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Dieses E-Book des Horlemann-Verlags erscheint in Zusammenarbeit mit dem Unionsverlag.
Die Originalausgabe erschien 1938 unter dem Titel Belenggu im Verlag PT. Dian Rakyat, Jakarta.
Die deutsche Erstausgabe erschien 1993 im Horlemann Verlag.
Die deutsche Übersetzung wurde unterstützt von der Gesellschaft zur Förderung der Literatur aus Afrika, Asien und Lateinamerika in Zusammenarbeit mit dem Institut für Auslandsbeziehungen.
Originaltitel: Belenggu (1938)
© PT. Dian Rakyat
© by Horlemann Verlag 2022
Alle Rechte vorbehalten
Umschlag: studio1one
Umschlaggestaltung: Bettina Wunderli
ISBN 978-3-293-30929-6
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Cover
Über dieses Buch
Titelseite
Impressum
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Inhaltsverzeichnis
IN FESSELN
Vorwort1 – Wie gewöhnlich trat Dr. Sukartono, als er wieder …2 – Als er noch in der Medizinischen Hochschule in …3 – Sukartono saß und las. Die Schreibtischlampe links neben …4 – Yah, mir ist, als hätte ich dich schon …5 – Zu fünft berieten sie noch geschäftig in einer …6 – Nyonya Rusdio suchte nach einem Vorwand, um noch …7 – Im Hause von Dr. Sukartono herrschte Frieden …8 – Sukartonos Kopf sank immer weiter vornüber. Sein Körper …9 – Nyonya Sumarjo legte kopfschüttelnd den Telefonhörer auf10 – Tini warf sich aufs Sofa. Erst jetzt empfand …11 – So kam es, dass Sukartono meinte, es fließe …12 – Abdul, der Fahrer, schlummerte sanft im Fond und …13 – Tini hatte zu Hartono gesagt, sie werde ihre …14 – Tini war innerlich beruhigt, weil sie eine Entscheidung …Mehr über dieses Buch
Über Armijn Pane
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So vieles möchte ich darlegen, und was könnte mich daran hindern, wenn ich meiner Überzeugung nach dazu verpflichtet bin zu erzählen?
Sollte ich schweigen, weil einige Leute die Art, in der ich meine Überzeugung zum Ausdruck bringe, kritisieren werden? Oder deshalb, weil einige Leute meinen, das Problem, das ich behandle, solle totgeschwiegen werden? Oder weil man mich schmähen, ja beschimpfen wird?
Wenn eine Überzeugung gleich einem Waringin-Baum fest verwurzelt ist, sind alle anderen Erwägungen hinfällig.
Du Prau, bemannt mit meiner Überzeugung, segele und scheue dich nicht, dem Sturm zu begegnen, und wäre es ein Taifun! Segele dem Hafen entgegen, dem Hafen deiner Bestimmung! Segele zu einer neuen Welt!
Oktober – Dezember 1938
Wie gewöhnlich trat Dr. Sukartono, als er wieder nach Hause gekommen war, an den kleinen Tisch im Mittelzimmer, der unter dem Telefonapparat stand.
Warum hatte sie bloß dieses Zeug da hingelegt? Er hob die Stickerei seiner Frau von der Tischplatte hoch, um den Notizblock zu suchen, auf dem die Namen etwaiger Anrufer vermerkt wurden, wenn er außer Haus war. Als er den Block auf dem Tisch nicht fand, schwenkte er die Handarbeit hin und her. Vielleicht hatte sich der Block darin verwickelt. Ein Garnknäuel fiel zu Boden, und die Fäden verwirrten sich. Der Notizblock blieb verschwunden. Wo hatte sie ihn nur hingeräumt?
Karno, sein Hausboy, trug die Instrumententasche herein. »No! Wo ist der Notizblock?«
Karno blieb stehen und blickte seinen Herrn an. Doktor Sukartono bedauerte seine Frage, als er Karnos Haltung sah, die auszudrücken schien: ›Warum fragt der Tuan so heuchlerisch? Wissen wir denn nicht alle beide Bescheid?‹
Dieses gemeinsame Wissen eben behagte Dr. Sukartono nicht. Da wusste also noch ein anderer um die Einstellung seiner Frau ihm gegenüber!
»Was stehst du hier herum? Trag die Tasche schnell hinein!«
Karno benahm sich einfach, als ob er ihn verspotten wollte!
Sukartono fühlte Zorn in sich hochsteigen, vermochte sich aber zu bezwingen. Nur die Stickerei seiner Frau schleuderte er zu Boden.
Ach was – wenn nötig, würde man schon noch einmal nach ihm telefonieren.
›Wenn nötig …‹ Doktor Sukartono stutzte einen Moment.
›Wenn nötig …‹, klang es in seinem Inneren wider. Seit wann verlief sein Denken in dieser Weise, seit wann missachtete er Patienten, die ihn um Hilfe baten? Seit wann ließ er sie warten?
Sein Kopf sank herab, als mache es ihm Mühe, darüber nachzudenken. Da fiel sein Blick auf die Handarbeit seiner Frau. Er hörte nicht, dass hinter ihm Karno hereinkam, bemerkte es erst, als dieser sich schon bückte und die Stickerei zusammenräumte, und sah zu, wie Karno kauernd das aufgegangene Knäuel aufwickelte.
Der Boy schwieg zwar, aber sein Verhalten schien etwas ganz Bestimmtes auszudrücken. Karno bemitleidete ihn!
Das bedrückte Dr. Sukartonos Gemüt und machte ihn mutlos. Er durfte den Boy nicht merken lassen, dass er selbst über das nachdachte, was Karnos Benehmen ablesen ließ.
Er ging zu einem Sessel in der Zimmerecke und setzte sich. Umständlich öffnete er seine Zigarrendose, nahm eine davon heraus, steckte sie zwischen die Lippen und zündete sie mit einem Streichholz aus dem Rauchservice auf dem Tisch an. Während er den Rauch einsog, lehnte er sich zurück und schlug ein Bein über das andere.
Seine Erinnerung flog zurück zu dem Haus, das er gerade aufgesucht hatte, zu der dicken Frau mit der resoluten Haltung, deren Kopf wie von weißen Jasminblüten bedeckt schien, weil ihr Haar silberweiß geworden war. Eine nette, freundliche Frau! Zweimal schon hatte Doktor Sukartono nach ihrem erkrankten Enkel gesehen. Beide Male hatte ihn die alte Frau wie einen guten Bekannten empfangen.
Gelöst und friedlich war es Dr. Sukartono zumute, wenn ihn die Großmutter begrüßte. Hatte er einen Kranken untersucht, blieb Dr. Sukartono gewöhnlich noch für einen Schwatz sitzen. Aber bei der alten Frau hielt er sich nicht deswegen noch eine Weile auf, weil er der ganzen Familie etwas Gutes tun wollte, sondern weil es ihm wohl tat, neben der Großmutter zu sitzen und ihrem Geplauder zuzuhören.
Was hatte sie doch gesagt über die Frauen heutzutage? Sie wollten die Gleichberechtigung mit den Männern. Was gebe es da gleichzustellen! Den Frauen stehe es zu, sich um die Kinder ihres Mannes und um den Haushalt zu kümmern. Eine moderne Frau verstehe es nur, auf ihr Recht zu pochen. Wenn ihr Mann von der Arbeit heimkehre, empfange sie ihn wohl freudig, aber sie vergesse, ihm einen Stuhl anzubieten, um ihm die Schuhe auszuziehen. Wisse denn die moderne Frau nicht, dass es ein Beweis der Liebe und Treue sei, wenn sie vor ihrem Mann kniete, um ihm die Schuhe auszuziehen? Worauf sonst wohl habe sie ein Recht, wenn nicht darauf, den Mann zu umsorgen!
Dr. Sukartono blickte auf seine Schuhe. Er griente – bei der komischen Vorstellung, dass Tini vor ihm knien könnte, um ihm bereitwillig die Schuhe auszuziehen. Noch nicht einmal um den Notizblock wollte sie sich kümmern. Sie wollte nicht … Lag es wirklich an ihrem mangelnden Willen? Tini hatte sich in letzter Zeit gleichgültig gezeigt, selbst ihre Handarbeit hatte sie gerade auf diesem Tischchen abgelegt. Sie wusste, dass er es nicht liebte, wenn dort irgendwelche Dinge herumlagen. Der Notizblock sollte eben nicht zugedeckt werden. Er mochte einen Kranken nicht gern unnötig warten lassen.
Es schien, als hätte Tini einen Zornesausbruch bei ihm provozieren wollen. Hatte sie es absichtlich getan und sich nur achtlos gestellt? Wenn er nach Hause kam, sollten seine Sandalen neben seinem Sessel bereit liegen. Standen auf dem Notizblock keine Namen und Adressen, wollte er sich gemütlich hinsetzen, für ein Weilchen die Schuhe abstreifen können und in Zeitschriften oder einem Buch blättern, bis ein Anruf kam, der seine Hilfe erbat. Indem sich Tini zerstreut stellte, wollte sie ihm vorsätzlich etwas in den Weg legen. Der Notizblock war für ihn von Wichtigkeit, aber Tini interessierte das nicht.
»Karno, wohin ist die Herrin gegangen?«
Karno sah ihn an, während er die Stickereiarbeit auf den Tisch legte, als wolle er sagen: ›So, nun gibt es keinen Anlass zum Streit mehr, wenn die Herrin zurückkommt.‹
»Ich weiß es nicht, Tuan, die Herrin ist schon vor einer Stunde fort.«
Er hörte sich an, als hätte er eigentlich sagen wollen: ›Was soll bloß diese Frage?‹
Dr. Sukartono spürte diese in den Worten seines Boys mitschwingende Frage. Ja – wozu fragte er danach? Seit einigen Wochen hatte seine Frau es sich zur Gewohnheit gemacht, auszugehen und keinerlei Nachricht zu hinterlassen. Kam sie dann heim, schien sie mit herausfordernder Miene und ebensolchem Verhalten darauf zu warten, dass Dr. Sukartono sie befragte, wo sie denn gewesen sei. Doch er schwieg nur.
»Tuan, vorhin kam ein Anruf …«
Sukartono fuhr zusammen: »Hast du ihn entgegengenommen?«
»Nein, Tuan, die Herrin selbst. Ich war hinten …«
Seine Worte klangen, als wolle er sich rechtfertigen, aber vielleicht wollte er auch Sukartonos Frau die Schuld zuschieben und damit ausdrücken: ›Wenn ich vorhin abgenommen hätte, wäre natürlich alles in Ordnung.‹
»Vielleicht hat ihre Freundin angerufen …«, murmelte Sukartono vor sich hin, als wolle er sich beruhigen. »Nein«, sagte Karno entschieden. »Ich habe gesehen, wie die Herrin etwas in den Block eingetragen hat.«
Sukartono sprang auf.
»Wo hast du ihn hingelegt?«
»Die Herrin hat ihn weggelegt …«
»Warum hast du nicht …« Sukartono stand kurz vor einem Wutanfall, konnte sich aber noch beherrschen, weil ihm plötzlich bewusst wurde, dass es ungerecht war, den Boy anzufahren. Sein Ärger verwandelte sich in Unzufriedenheit mit sich selbst darüber, dass er der Bezichtigung seines Boys so bereitwillig Glauben schenkte. In der Tat mochte Karno Tini nicht, denn diese schimpfte ihn ständig selbst wegen kleiner Versäumnisse aus. Oft war er sogar völlig schuldlos. Sukartono hielt es für unpassend, Partei zu ergreifen. Karno war offenbar auf der Suche nach einem Verbündeten.
Sukartono setzte sich wieder und befahl Karno kurz, ihm etwas zu trinken zu bringen. Dann bemühte er sich, seine Gedanken auf die Lektüre des Buches zu konzentrieren, das er in den Händen hielt, jedoch völlig vergeblich. Unverwandt starrte er auf die gleiche Zeile, weil seine Aufmerksamkeit gewissermaßen von Mutmaßungen und Überlegungen in Anspruch genommen war. Wollte er intensiv an seine Frau denken, liefen seine Gedanken plötzlich in eine andere Richtung … ihm fiel der Notizblock ein, der wer weiß wo lag.
Auf einmal hörte er einen Wagen im Vorhof anhalten. Vielleicht rief man ihn … Er war schon bereit, sich zu erheben, als er die Schritte seiner Frau vernahm, die sich der Vordertür näherten. Eilfertig vertiefte sich Sukartono in die Seiten seines Buches. Seine Gattin stand schon fast neben ihm; gleich würde er hören, dass sie ihn begrüßte, sich in den Lehnstuhl setzte … aber nein, die Schritte bogen ab, sie wollte wohl ins Schlafzimmer. Plötzlich wandte sie sich um, öffnete ihre Tasche, und mit einemmal fiel der Notizblock auf den Tisch vor ihm nieder.
Sukartono schrak auf, sah hoch zu seiner Frau, aber sie hatte sich schon wieder abgewandt und ging ins Schlafzimmer. In seinem Inneren flammte es auf, er wollte einen Fluch ausstoßen … ihre reizende, ranke und schlanke Erscheinung stand in solch krassem Widerspruch zu ihrem Verhalten!
Er griff nach dem Notizblock auf der Tischplatte, innerlich doch angerührt von der Schönheit seiner Frau. ›Sie liebt mich ja auch, oder …?‹, dachte er bei sich, unterbrach sich aber, weil sein Blick auf den Namen und die Adresse fiel, die auf dem Block standen. Sofort rief er: »Karno!« und zog sich die Schuhe an.
»Karno, sag Abdul, er soll vorfahren!«, befahl er, und in seiner Stimme schwang Entspannung mit. Eigentlich brauchte er gar nicht so ausführlich anzuordnen; einfach »Karno!« zu rufen hätte genügt. Der kannte den Tonfall schon, wenn der Wagen für einen Krankenbesuch gebraucht wurde. Aber diesmal machte es ihm Freude, laut zu rufen. Warum er sich auf die Ausfahrt freute, wusste er nicht. Als er sein Jackett anzog, gab es ihm einen Stich zu hören, dass die Schlafzimmertür krachend zuschlug.
Mit sich zufrieden sog er dann im Wagen genießerisch an seiner Zigarre, während er sich in die Ecke des Sitzes lehnte. Der Wagen fuhr schnell, es dämmerte bereits stark, die Straßenlaternen brannten schon. Die Luft begann sich abzukühlen. Er sah nach links und rechts, blickte hinaus, um auf andere Gedanken zu kommen.
Nanu – diese Straße kannte er gar nicht. »Wohin fahren wir, Abdul?«
Der Angesprochene drehte sich nicht um. »Haben Sie nicht gesagt, zur Babakan, Tuan?«
»Ja, richtig. Fahren wir da nicht falsch?«
»Nein, Tuan, wir sind bald da.«
Abdul drehte das Lenkrad, der Wagen bog in eine nach links führende Straße ein, danach erkundigte sich der Fahrer: »Welche Hausnummer sagten Sie, Tuan?«
»Nummer 45.«
Abdul verringerte die Geschwindigkeit und spähte nach rechts und links, um die Nummer 45 zu finden. In der Babakan-Straße war es schon seit einer Weile ziemlich still. Zu beiden Seiten gab es nur winzige Läden von chinesischen Händlern.
Doktor Sukartono hielt ebenfalls Ausschau nach der gesuchten Hausnummer.
»Neununddreißig, einundvierzig, dreiundvierzig …«, murmelte Abdullah. »Eh, das Hotel da muss es sein!« Er trat auf die Bremse.
Dr. Sukartono blickte einige Minuten schweigend zu dem Hotel hinüber. Er war etwas verwundert.
»Soll ich in den Vorhof hineinfahren, Herr Doktor?«
»Fahr mal!«, erwiderte Sukartono ziemlich unsicher.
Als der Wagen neben der Treppe hielt, trat ein livrierter Hotelangestellter an das Auto und nickte ihnen zu.
»Ist dies Nummer 45?«, fragte Abdul beim Aussteigen.
»Jawohl, und Nyonya Eni erwartet Sie schon!«
Schnell stieg Sukartono aus und ging die Treppe hinauf, gefolgt von dem Hausdiener, der die Instrumententasche trug. Von der Vorderveranda her betrat er einen Korridor, von dem rechts und links Türen abgingen.
»Zimmer Nummer drei, Herr Doktor!«
Sukartono blieb vor Zimmer Nummer 3 stehen. Die Tür war geschlossen.
»Klopfen Sie nur, Tuan!«
Hinter sich, in Zimmer Nummer 5 hörte er eine Frauenstimme, ein Lachen wie nach einem Kitzeln, begleitet von dem wiehernden Gelächter eines Mannes. Er pochte an die verschlossene Tür, worauf eine helle Stimme ertönte: »Ja …« Gleich darauf hörte er, wie jemand aus dem Bett aufstand; vernahm das schlurfende Geräusch sich der Tür nähernder Sandalen, und dann stand Sukartono einer gut gewachsenen Frau gegenüber, die in einen Kimono gehüllt war, den sie mit der linken Hand zuhielt.
Sukartono nickte grüßend: »Sie sind Nyonya Eni?«
Er bemerkte das freudige Aufleuchten in den Augen der Frau nicht.
»Jawohl, Herr Doktor, bitte treten Sie ein!«
Sukartono betrat den Raum und erkundigte sich dann mit dem prüfenden Blick des Arztes in das Gesicht der Frau: »Was fehlt Ihnen, Nyonya?«
Während sie sich auf die Bettkante niederließ, antwortete Nyonya Eni seufzend: »Ach, wenn ich das wüsste …«
Dr. Sukartono trat vor sie hin und umfasste das Handgelenk der Kranken.
»Wie fühlen Sie sich?«
»Jetzt?«
»Ja, auch jetzt. Seit Sie sich krank fühlen …«
»Mir ist mal kalt, mal heiß, Herr Doktor, aber nicht den ganzen Tag lang, nur morgens nach dem Aufstehen.«
»Drehen Sie sich mal nach dort!«, forderte Dr. Sukartono und setzte sich ebenfalls auf den Bettrand, hinter Nyonya Eni. Dann begann er sie mit dem Stethoskop abzuhorchen. Nachdem er den Rücken abgehört hatte, ließ er sie sich umdrehen, so dass sie einander gegenüber saßen. Danach hielt er das Stethoskop an die Brust der Patientin.
Darauf ordnete er an, sie möge sich hinlegen, da er den Magen untersuchen wolle.
»Wie stehts mit dem Stuhlgang?«
»Alles in Ordnung, Herr Doktor!«
Als er der Kranken die Hand auf den Magen legen wollte, öffnete diese den Kimono, den sie bis dahin zugehalten hatte. Sukartonos Hand blieb in der Luft hängen, eine plötzliche Bestürzung überkam ihn. Es geschah einzig wegen seines Erschreckens und hatte nichts mit Begier zu tun. Seine übliche moralische Haltung war die eines Arztes. Nicht das geringste Verlangen stieg in ihm auf.
Die Frau biss sich auf die Lippen, als sei sie enttäuscht. Sukartono schloss den Kimono mit der Hand und bemerkte kurz: »Sie brauchen ihn nicht zu öffnen.«
Seine Hand tastete weiter den Magen der Patientin ab.
»Haben Sie irgendwo Schmerzen?«
Die Kranke schüttelte den Kopf. Sukartono tastete mit der Hand weiter.
»Hier?«
Die Kranke bewegte verneinend den Kopf. Während er fragte, beobachtete Sukartono unablässig das Gesicht der Patientin. Und bei jedem Blick auf die Züge der Frau schien in ihm eine Erinnerung aufzusteigen, als wäre er ihr schon einmal begegnet. Aber dieser Gedanke blieb verschwommen, und er fand es nicht nötig zu fragen.
Nachdem er sich die Hände gewaschen hatte, setzte sich Sukartono auf einen Lehnstuhl an der Zimmerwand. »Ich schreibe Ihnen ein Rezept auf, und Sie lassen es dann in der Apotheke holen.«
Nyonya Eni nickte und blieb still auf der Bettkante sitzen. Dr. Sukartono schrieb eifrig. Die Blicke, mit denen ihn seine Patientin bewegt musterte, sah er nicht. Aber auch wenn er sie bemerkt hätte, wäre ihm kein Argwohn aufgestiegen; zweifellos hätte er gedacht, dass diese Blicke Nyonya Enis eben auf ihre Krankheit zurückzuführen seien.
Als Sukartono Nyonya Eni auf ihr Krankheitsbild hin untersucht hatte, waren seine Gedanken weitergegangen. Er hatte keine Krankheitssymptome gefunden, aber sein Lehrer an der Hochschule hatte stets darauf verwiesen, dass man, wenn keine Krankheit zu erkennen sei, sich nicht voreilig festlegen und nicht versäumen dürfe, auch die Umwelt des Patienten in Betracht zu ziehen. Sukartono erwog in Gedanken: Diese Frau nannte sich Nyonya Eni, wohnte allein in dem Hotel; womöglich war sie gerade geschieden, fand sich noch nicht zurecht und fühlte sich deshalb nicht wohl. Er würde ihr einfach Brom geben.
Sukartono erhob sich und trat zu seiner Patientin, die noch mit den Händen im Schoß dasaß, als wäre sie ein Stück trockenes Holz. Ihre Augen schienen an Sukartono vorbei in weite Ferne zu blicken. Sie ließen ihn an die Augen eines Hundes denken, der einmal im Abfallkübel im Vorhof seines Hauses nach Futter suchte und eilends zurückwich, als Sukartono vorbeigehen wollte, ihn dabei zaudernd ansah, wobei sich in seinem Blick Argwohn und Hoffnung vermischten. Ah, ja, das also war in seiner Erinnerung auf- und wieder untergetaucht, aber es war verschwommen gewesen und hatte ihm nicht klar vor seinem geistigen Auge gestanden.
Ein Ausspruch seines Lehrers lautete: »Der Arzt ist nicht nur dazu da, um eine Arznei zu verabreichen; er soll auch bedenken, dass manchmal ein freundliches, tröstliches Wort heilkräftiger als jegliches Medikament ist.«
Deshalb bemerkte er, als er das Rezept übergab, ermunternd: »Es regnet ja nicht alle Tage, bald wird es wieder warm!«
Nyonya Eni stand auf, ihr Gesichtsausdruck war fröhlich: »Entschuldigen Sie, ich kam ins Nachdenken. Der Herr Doktor verspottet mich verdientermaßen.«
›Ein Missverständnis‹, dachte Sukartono, sagte aber trotzdem: »Schon gut, Nyonya.« Dann nahm er seine Tasche an sich.
»Nehmen Sie gewissenhaft die Arznei, dann kommt alles schnell wieder in Ordnung.«
»Hoffentlich, Herr Doktor!« Ihre Stimme klang fröhlich, der Tonfall gelöst. Dr. Sukartono hörte es befriedigt; er dachte: ›Besser so, als dazusitzen und zu grübeln‹.
»Morgen komme ich wieder, Nyonya«, fügte er hinzu, als er sich an die Ratschläge seines Lehrers erinnerte. Er meinte, nur gutes Zureden könne dieser Frau helfen.
Nyonya Eni trat ganz nahe an ihn heran und blickte ihn einige Sekunden lang ernsthaft an. Dann lächelte sie: »Ganz recht, Herr Doktor.«
Sie lebt schon wieder auf, wie vorhin, als ich kam, dachte Sukartono. Er hob den Zeigefinger und scherzte mit einem ernstgemeinten Unterton: »Hüten Sie sich, Nyonya, denken Sie nicht zu viel nach!« Dann wandte er sich um und ging eilig zur Vorderveranda. Er vernahm nicht mehr, dass Nyonya Eni fröhlich zu sich selber sagte: »Morgen kommt er wieder.«
Abdul betätigte den Anlasser, der Wagen fuhr an. Sukartonos Ohr erreichte weder, dass Nyonya Eni vor sich hin trällerte, noch dass sie danach laut eine Rumbamelodie sang.
Als er noch in der Medizinischen Hochschule in Betawi studierte, hatten nicht wenige seiner Kommilitonen behauptet, er werde es nicht bis zum Staatsexamen schaffen. Er sei nicht befähigt für den Arztberuf, er liebe Musik und Künste zu sehr. Sein Denken sei viel zu wenig zielstrebig. Im Allgemeinen sind solche Reden nicht begründet, aber zutreffend. Derartige Gedanken über einen Freund werden gewöhnlich dem Betreffenden nicht als Ratschläge mitgeteilt. So verhielt es sich auch in diesem Falle. Die Richtigkeit dieser Behauptungen wurde in den Reihen seiner Kameraden allgemein anerkannt, aber sie kamen Sukartono niemals zu Ohren. Und auch wenn einer den Mut gefunden hätte, sie ihm mitzuteilen, hätte Sukartono den Hinweis wahrscheinlich nicht freudigen Herzens akzeptiert.
Die Ansicht seiner Kommilitonen hätte sich bestätigt; Sukartono hätte auf der Hälfte des Weges aufgegeben, wenn nicht eines Tages ein Brief seines Bruders gekommen wäre, in dem stand, dass er noch viele eigene Kinder habe, die auch ihre Ausbildung fortsetzen müssten. Der Bruder wusste, dass es am klügsten war, an das Verantwortungsgefühl Sukartonos zu appellieren. Ihm war bekannt, dass Sukartonos Charakter sich schon seit der Kindheit in dieser Weise ausgeprägt hatte. Er besaß ein besonders stark entwickeltes Gefühl für Verantwortung. Und seitdem Sukartono den Brief seines Bruders erhalten hatte, bemerkten seine Studienkollegen mit Verwunderung, dass er fleißig arbeitete, keine Fehlschläge mehr erlebte und sogar die Prüfungen stets mit Anerkennung bestand. Die Kameraden waren enttäuscht, weil sich ihre Vorhersage als falsch erwies, fanden aber doch einen Weg, um ihre Ansicht zu bestätigen, indem einer bemerkte: »Habe ich es nicht gleich gesagt? Litte er noch an der Leidenschaft für die Kunst, würde er bestimmt nicht Arzt. Er ist eben von dieser Krankheit jetzt geheilt.«
Als er das Staatsexamen abgelegt hatte, fragte ihn sein Professor, ein Internist, ob er nicht sein Assistent werden wolle, damit er auch promovieren könne. Zu seiner Enttäuschung bekam der Professor zur Antwort, dass Sukartono es vorziehe, eine Praxis zu übernehmen, statt rein wissenschaftlich zu arbeiten. Innerlich stand es für ihn fest, dass er in Betawi eine Praxis eröffnen und viel Geld verdienen würde, um die Studienkosten der Kinder seines Bruders zu bezahlen. Er fühlte sich verpflichtet, die ihm erwiesene Unterstützung nunmehr seinen Neffen zu gewähren.
Außerdem hatte er vom Studium endgültig genug. Wäre er noch nicht fest entschlossen gewesen, seine Neffen zu unterstützen, hätte ihn seine frühere Leidenschaft vielleicht überwältigt, und seine Kommilitonen hätten grinsend erklärt: »Na, seht ihr, was haben wir gesagt? Er ist nicht fähig, Arzt zu werden.« Nun beobachteten viele neidisch die Entfaltung seiner Praxis. Man respektierte, ja, man schätzte ihn.
Über ihn ging die Rede: »Er ist nicht erpicht auf Geld; wenn er weiß, dass es einem Patienten schwerfällt, zu zahlen, vergisst er, eine Rechnung zu schicken.«
»Aber wenn er gerufen wird«, wurde weiter festgestellt, »kommt er auch um Mitternacht gern!«
»Er muss einfach kommen, wann immer man ihn holt«, lautete eine andere Meinung.
Obgleich seine Begeisterung für die Kunst nicht mehr wie früher überschäumte, verließ sie ihn doch durchaus nicht. Wer eine Veranstaltung ausrichten wollte, wusste, wohin er sich wenden musste, um mit Gewissheit einen Zuschuss zu bekommen. Jeder Kranke, der einmal mit der Bitte um Hilfe zu ihm gekommen war, kannte das Radio im Wartezimmer, das ausschließlich der Aufmunterung der Patienten diente. Betrat ein solcher den vorderen Raum, den Sukartono als Sprechzimmer benutzte, hörte er leise Melodien aus dem Radio, das hinter dem Doktor auf dem Bücherschrank stand. Ein Kranker, der eine Zimmereinrichtung zu bewerten vermochte, bemerkte mit Befriedigung die Atmosphäre dieses Raumes.
Kam einmal ein Studienfreund dorthin, lachte er bestimmt spöttisch: »Tono, das ist kein Zimmer für einen Arzt, sondern für ein junges Mädchen!«
In diesem Raum saß Sukartono gewöhnlich auch, wenn er noch zu schreiben hatte oder medizinische Zeitschriften und Fachliteratur las. Das tat er, um stets auf dem Laufenden zu bleiben.
Sukartono saß und las. Die Schreibtischlampe links neben ihm warf helles Licht auf das Buch, doch sein Gesicht selbst lag im Dunkel.
Abdul verließ soeben das Zimmer; Sukartono hatte ihn gerade nach Hause geschickt. Es war neun Uhr abends. Ab und zu fuhr ein Auto auf der Straße vor dem Haus schnell vorüber. Das Geräusch drang durch das noch offenstehende Fenster herein. Leise spielte das Radio. Nach einer Weile hörte Sukartono auf zu lesen und blickte zum Fenster, während er das soeben Gelesene überdachte. Die gedämpfte Stimme des Ansagers erklärte, das Lied sei zu Ende, und kündigte das nächste an. Sukartono stand auf und ging zum Fenster, wo er die Gardinen aufzog, um hinauszuschauen. Auf der Straße flanierten noch viele Leute vorbei. Er blickte in die Höhe, die Sterne funkelten am wolkenlosen Himmel. Seine Gedanken irrten kurze Zeit ab von den Überlegungen über seine Lektüre.
Die Nacht war angenehm kühl. Es musste wohltuend sein, mit dem Wagen loszufahren und frische Luft zu genießen. Und wenn sich ein Patient meldete? Seine Frau war nicht zu Hause. Sukartono lächelte finster: Das war doch gleichgültig! Er würde eben Karno am Telefon wachen lassen, den er schon früher als Boy hatte, gewissermaßen ein Erbstück aus seiner Studentenzeit.
Ihm fiel der vergangene Abend ein, als Karno versucht hatte, seine Frau bei ihm anzuschwärzen. Vermutlich glaubte Karno, er habe größere Rechte, weil er länger bei ihm war. Warum erregte sich Tini nur? Karno arbeitete doch fleißig und zuverlässig … wahrscheinlich wollte sich Tini eigentlich mit ihrem Mann selbst anlegen und benutzte Karno nur als ihre Zielscheibe. Hatte er Karno nicht schließlich mitgebracht? Warum war sie nur auf den Gedanken verfallen, den Notizblock mitzunehmen, nachdem sie die Namen notiert hatte … ach ja, er hatte am gestrigen Abend zugesagt, heute Abend wieder vorbeizukommen. Er schaute auf die Uhr: halb zehn! Nun, das machte nichts.
Dr. Sukartonos Wagen brauste durch die Straßen und erreichte Glodok, als kennte er seinen Weg schon, als erinnere er sich der Straßen von gestern Abend.
Auf der Vorderveranda des Hotels ging Nyonya Eni schon lange unruhig auf und ab. Im Zimmer hielt sie es nicht aus, fühlte sich beengt, obwohl es doch zu den größten des Hotels zählte. Wenn sie hin und wieder ein herannahendes Auto hörte, huschte sie zurück zu ihrem Zimmer, blieb nahe der Tür stehen und wartete gespannt darauf, dass der Wagen hielt. Aber sie wurde andauernd enttäuscht.
Schon eine Stunde ging es ihr so, doch sie lächelte und sang ein Lied vor sich hin:
Mondüberglänzt liegt des Flusses Lauf,
tot schien das Krokodil und taucht doch auf.
So viel der Mund des Mannes auch verspricht,
gehts um den Tod, den Schwur er bricht!
Plötzlich fuhr der Wagen Dr. Sukartonos in den Vorhof und hielt an der Treppe. Nyonya Eni blieb wie angewurzelt stehen, als Sukartono ausstieg, die Treppe heraufkam und stichelte: »Aha, man ist anscheinend schon wieder gesund!«
Nyonya Eni folgte ihrer Eingebung: »Dank Ihrer Medizin, Herr Doktor!«
Dr. Sukartono überhörte diese Anspielung und bemerkte, während er Nyonya Eni von Kopf bis Fuß betrachtete: »Und bereit zum Ausgehen ist man auch!«
Nyonya Enis Gesicht verfinsterte sich. Sie merkte die Spöttelei in diesem Satz, weil sie am Abend zuvor den Kimono getragen hatte.
