In Gedanken - Sabine Wunderlich - E-Book

In Gedanken E-Book

Sabine Wunderlich

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Beschreibung

In meinem Leben strebe ich danach, jeden Gedanken und jede Erfahrung, alles was ich sehe, fühle und verstehe aufzuschreiben. Denn in meiner kindlichen und beschränkten Seele ruht der Kern solcher Ansprüche, eine Dimension unendlicher Tiefe, die alles umfasst. Es ist eine Leidenschaft, die die gesamte Komplexität anderen mitteilen will, sodass sie mit hineingezogen werden. Darin verloren zu sein, bedeutet für mich Beschränkung und darum braucht es ausreichend Überlegungen und Disziplin, mit viel Kraft und Vertrauen meine Scheuklappen abzulegen und einem Faden zu folgen. Dazu fällt mir ein, dass es mir nützt, mich hinein sinken zu lassen. Die Grenze der Zweifel in die eigenen Fähigkeiten zu überwinden. Es bewirkt von innen die Erkenntnisse, die mich betreffen. Ich selbst werde den Zauber um meine Bestimmung erfahren, die Instanz einnehmen, die ein Biograf einnimmt, der von außen auf meine Erklärungen schaut, die er in seine Interpretationen hüllt. Dass der Kern dieser Dimensionen ihn berührt, dieses lebendige Fließen aus Worten und das Wissen der Erinnerungen, in denen alle Empfindungen liegen.

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Seitenzahl: 136

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Sabine Wunderlich

IN GEDANKEN

Engelsdorfer Verlag

Leipzig

2014

Bibliografische Information durch die Deutsche Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Titelbild © Gabriele Müller

Copyright (2014) Engelsdorfer Verlag Leipzig

Alle Rechte beim Autor

Hergestellt in Leipzig, Germany (EU)

www.engelsdorfer-verlag.de

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titel

Impressum

In Gedanken

Über meinen Anspruch perfekt zu sein, möchte ich schreiben und auch von dem anderen Extrem, alles zu vernachlässigen. Ohne konkrete Ziele zu verwirklichen, die mir immerzu wichtig sind. Prompt kommt mir ein Gedanke in den Kopf, der mir um diesen Anspruch einen kleinen Zaun baut, wo die zierlichen Wörter meines Schreibens grasen können, ohne sie hilflos in die große weite Welt hinaus zu treiben. Kaum dass ich mir die natürliche Art und Weise zugestehe, erfüllt sich insgeheim etwas, von dem ich lange dachte, es für immer verloren zu haben. Plötzlich reifen in mir die Früchte, die den Platz einnehmen bei den Dingen die man sonst fallen lässt. Denn im Raum der Wohnung schaffe ich Ordnung, in dem Sinne ist das Chaos beseitigt. Doch was findet man in dieser Ordnung des Weglegens und dem Aufgaben erfüllen? Ist in mir nicht die Erfüllung? Manchmal muss ich mich auf eine Aufgabe vorbereiten, zum Beispiel meine erste Lesung von meinen Gedichten. Zuerst gönne ich mir keine Zwischenräume. Erledige die mir auferlegten Aufgaben und merke, wie kalt diese perfektionistische Illusion wirkt, wie dunkel die Hoffnung auf Erfüllung. Mich packt die Angst und jede Kante des Raumes schlägt in die Seele. Erinnere mich wie in einem Spiegelbild an die vielen Stunden, in denen ich die Kanten der Seele verkommen lasse. Umgeben von dem Schutz des Raumes und der unbeobachteten Szenen meiner Gestik, Mimik und Körperhaltung. Wie sich der Staub träge zu Staub gesellt, das Fenster frische Luft hinein lässt für einen unbewegten Moment, die Zeit verrinnt und ich mehre rum mit den Gegenständen, die nicht genau wissen wohin sie gehören. Jedenfalls ist mein innerer Spiegel von der Sauerei verstaubt, falls ich im perfektionistischen Sturm eigentlich alles sauber mache, nur den Spiegel dabei vergesse. Im Spiegel liegen meine Selbstachtung und mein Gefühl dafür, was mir gut tut. Dort ist der Prozess um die Sauberkeit vollendet und ich sehe die Verantwortung die ich für mein Leben trage, die aus mir selbst heraus wachsen kann. In der körperlichen Wahrnehmung wird offenbar, wie ich mir den Frieden der Menschen zueinander wünsche und das einer für den anderen da sein kann, wie ich für die Oma. In der Vorbereitung auf die Lesung wächst der Kern des Selbstbewusstseins, mein Blick kann ich heben und einen anderen erwidern. Mich umgibt die Erfüllung, die man wie seine Bewegungen in dem Raum des Lebens pflegt. Will ich den Perfektionismus wohltuend spüren, dann spüre ich es auch. Will ich dahinter meine Nachlässigkeit verbergen, dann mach ich es eben mal so. Ein Plan hat etwas Großes in sich, der Plan von der Lesung und diesem Buch. All die kleineren und gewachsenen Tagespläne machen mich schon glücklich, wenn ich weiß in den Zwischenräumen die Erfüllung zu spüren. 18.11.2011

Sind Gutgläubigkeit und Ansprüche an sich selbst konform zueinander? Gutgläubig zu sein macht verletzbar. In all den schlimmen Verletzungen schimmert eine immense Lebenskraft, die den Menschen verletzlich macht und er dennoch darin dem Leben zusagen kann. In dem Brunnen, wo der Liebende sein Elixier schöpft und der Verletzte seine Lebenskraft, spiegelt sich am Tage der blaue Himmel. Manchmal, wenn die Sonne hoch steht, fallen ihre warmen Strahlen auf die Oberfläche in der Tiefe, umgeben von den kühlen Steinen und in das Wasser hinein. Dem warmen Licht darf man vertrauen. Der Dunkelheit seine Träume anvertrauen. Über ihnen liegt das weite Sternenzelt. Gutgläubig sein, heißt an den Brunnenrand treten, lächeln und auch die Wolken am Himmel ziehen zu lassen. Wie uns die Traurigkeit doch hoffen lässt! An jedem der Tage und Nächte im Jahr mit seinen unvergesslichen Wetterlagen schlägt unser Herz. Ob es Freude zulassen kann oder Trauer verspürt. Bald gewinnt die Kraft in uns ihr Vertrauen und das Vertrauen in uns an Kraft. Die Ansprüche legen sich eine Weile zur Ruhe. Wenn sie aufwachen, verspüren sie Kraft und suchen sich die Wege eines guten Glaubens im Menschen. In unserer ganzen Verletzlichkeit hilft der Glauben. Der Glauben gibt dem Menschen Kraft. In den Ansprüchen finden wir die gesegneten Möglichkeiten und vergessen nur die Form die wir ihnen verleihen, bis zu dem Augenblick der Erinnerung. Sie ist immer eine Bereicherung für die Seele. 19.11.2011

An die Zeit voll tödlicher Empfindungen erinnere ich mich gut und spüre die stechende Wunde in der Seele und in meinem Fleisch. Nach außen hin wirkt es womöglich heil, weil auf meiner Haut keine blutenden Schnitte zu sehen sind. Diese dünne Haut lerne ich erst zu schützen, wenn ich vor mir keine Mauer aufbaue, die meine Gefühle eingrenzt in Stumpfsinn und Ausdruckslosigkeit. Darin vermisse ich es über ihren Reichtum zu schwärmen und es zu beschreiben, befreit von allen Qualen. Doch weiß ich, dass sie im Preisgeben von der Wucht aus Hilflosigkeit und dem Beil der Gnadenlosigkeit ihrem Untergang geweiht sind. Finden niemals wieder in das Leben ohne den Schutz der Haut, wie die Haut die Früchte selber zu schützen vermag. Auf der Suche nach ihrer Vielfalt geht mir der Sinn in meinen Gedanken und Worten auf, wie ich ihn mir zugestehen kann im Schutz der Mauer. In mir selbst liegt der Gefühle Unendlichkeit. Das ohne Grenzen, und auf meiner Haut schimmern die Farbe der Liebe und des Lichts. 20.11.2011

Ein Thema ist wie ein Stein. Manche sind klein, dafür leicht aufzuheben. Aus Steinen kann man Häuser bauen. Mühsam und unverdrossen trägt man Stein für Stein zu seinem Preis herbei und baut dem eigenen Selbst ein Zuhause. Andere liegen flach und breit am Strand und lassen sich kunstvoll mit der flachen Seite übers Wasser fitschen. Dann sinken sie auf den Grund und sind dort versunken auf Lebenszeit. Seine letzte Genugtuung ist die Zärtlichkeit der Wasseroberfläche. Gegenüber seinem Bruder, der einfach ins Wasser geplumpst ist. Manche Steine sind zu schwer um sie zu tragen. Ein Kranführer hebt ein Schwergewicht in die Luft um ihn zu seinem Ziel zu bewegen. Ein Steinmetz verleiht den Steinen eine gleichmäßige oder ganz besondere Struktur. Doch wie lassen sich Berge versetzen? Indem man an sich glaubt und einen Weg sucht seine Ziele zu erreichen. Gewöhnlich setzen wir ein Fuß vor den anderen. Und eines Tages stehen wir auf dem Gipfel, blicken ins Tal und spüren die Freiheit, die uns für unsere Mühen belohnt. Jeder Text ist ein Schritt, jedes Thema ein Stein, jeder Abschluss ein Erfolg. Jeder Stein bringt Angst mit sich. Jede Überwindung schenkt Kraft. 22.11.2011

Erst ist es eine Last, die ich mit mir herum trage, weil ich das eine vor dem anderen verschweigen muss und das andere vor dem einen. Im Prozess es zu verstehen und anzunehmen, erfahre ich den Sinn und eine Wandlung, wie es dem einen oder anderen widerfährt, der die Wahrheit kennt und versteht. Dem einen verschweige ich bald wie sehr mir am anderen liegt. Dem anderen verschweige ich, wie der eine denkt. Es schmerzt mich und doch lerne ich aus der Lektion, wie sich ein falsches Begehren aufhebt und die Schwierigkeit zur Lösung des Problems führt, das mich, den einen und den anderen betrifft. Wie der eine mich braucht, brauche ich den anderen, seine Hände, wie der eine meine Hände braucht. Dann kann der eine annehmen was der andere verstanden hat. 24.11.2011

Diesen Text schreibe ich nicht im Therapiebuch. Obwohl ich einfach darauf los schreibe, habe ich mir vorher dazu einige Gedanken gemacht, ohne das Ergebnis zu visualisieren. In mir hat sich in den vorangegangenen 24 Stunden kein Thema gezeigt um über Gefühle zu schreiben. Bis ich gemerkt habe, dass man sie nicht in etwas hinein zwängen kann. Entweder lässt man sie zu oder erwartet von sich selbst eine Eingebung. Das ist zusammen im Loslassen geschehen … 25.11.2011

Zuletzt schreibe ich immer wieder über Gegensätze. Im Leben liegt in Ihnen Spannung. In der Entspannung entsteht neues Handeln. So wie durch Überlegungen Spannung aufkommt. Sie überträgt sich ins Handeln, was der Gegensatz von Überlegungen ist. Ohne das eine fehlt das andere. Nachlässigkeit ist etwas anderes als Entspannung. Nach Harmonie streben wir und lassen die Spannung zu. Bewusste Spannung fördert die Lebendigkeit, als lägen zwei Qi Gong Kugeln in einer Hand die sich umeinander drehen, ohne sich zu berühren. Wie das Leben sich um den Tod und der Tod sich um das Leben dreht. Jeder Schritt den wir ausführen, ist vorher überlegt, wie in einem Märchenland. Liegt die Dunkelheit im Tal der Angst, sehen wir unsere Schritte erst später im großen Ganzen. Der Sinn in den Worten ist so gewollt. Ich bin der Erzähler und so schreibe ich und wähle die Schritte und dann träume, überlege ich und falle in eine Wolke, die meine Wörter wie Regen sammelt. Im leichten bis schweren Wind lasse ich mich mit dem Regen zur Erde fallen. Schlafe eine Nacht darüber und kommt der Morgen, mache ich überlegt den nächsten Schritt. Entspanne mich dann, das ist auch ein Schritt unter vielen. Und tue was mir lieb und teuer ist. 26.11.2011

In der Überlegung liegt die Vielfalt. In der Ruhe liegt die Kraft. In den Büchern Anreiz, im Schreiben das Bewusstsein, in allem liegt alles. In meinen Ideen liegt mein Streben. In den Handlungen das Vergessen. In der Bewegung die Besinnung. In der Hand die andere Hand. In der Berührung wohnt der Glauben. Im Vergessen der Wechsel aus Licht und Dunkelheit. Im Sorgen und Bangen wohnt der Keim, aus dem das große Ganze wächst. Im Glauben daran erfahren wir Schutz. Mit jedem Schritt wandeln wir im Licht einer Hoffnung. Alles ist groß. Auch im Kleinen. Im Kleinen liegt Unendlichkeit. Im Großen die Wahrheit. Aus meinen Worten sprechen Liebe, Freude und Tränen zugleich. Ich bin reich im Herzen. Steinig ist der Weg, doch fließt im Flussbett Wasser darüber hinweg. Der Weg den ich wage, ist das Ziel. Über Steine hinweg folge ich dem Weg im Vertrauen. Blau ist der Himmel. Ich schaue auf. Ich lebe! 28.11.2011

Stehen bleiben ist nicht gut/ sobald man nichts mehr tut./ Geht es einmal nicht mehr weiter, / lässt man es und ist gescheiter./ In dem einen ist es gegeben./ Und man muss, man muss weiterstreben!/ »Das Leben ist reich gefüllt mit schönen Bildern./ Was die Dunkelheit verhüllt das möchte ich gern schildern.«/ Ich glaube an die Welt. Sie strahlt in mir/ und das, weil es mir gefällt, kommt auf Papier./ In allem ruht der Kern/ und davon schreibe ich ja so gern./ Ich liebe das Leben, wie oft auch Sänger es singen./ Und ich strebe um es zu finden in allen, allen Dingen. 30.11.2011

Sonderbar ist es fast, haben die Menschen Achtung voreinander. Entfaltet sich der Mensch in seinem Inneren, lässt es sich über die Bergwelt schweben. Eine Aufgabe um die andere hütet sein Auge und er blickt mit Liebe auf das Leben. Sein Schaffen beseelt ihn. Alle Farben tragen das Licht. Der Geist vibriert, der Körper schwingt. Tief liegt das Tal der Beweggründe. Wo jeder Geist wacht. Nur der eigene darüber manchmal tief und fest schläft. Dort gedeihen zarte Triebe und grämen sich in ihrer Eitelkeit. Hier jedoch blühen alle zarten Seelen in ihrem eigenen Schutz. Fähig ihn anderen zu gewähren. Daraus wächst die gegenseitige Achtung um so vieles mehr. Man zeichnet mit dem inneren Auge so vieles nach oder neu. Die Hand führt den Stift über das Papier. Man fängt an zu sehen, zu träumen und spürt das zarte Pflänzchen Achtbarkeit. Es gedeiht in der Ruhe und in der gleichmäßigen Bewegung im Licht der eigenen Welt. 2.12.2011

Ich habe ein Problem. Paranoid zu sein. Manchmal macht mich diese Gabe erhaben, indem ich die niederen Beweggründe der Mitmenschen erkenne, ohne dabei gewesen zu sein, wenn Worte fallen. Doch ich erkenne es oft im Reden der anderen, wenn negativ über jemanden gesprochen wird und an der Art der Situation. Gleichwohl immer weiß ich es nicht. In meinem Köpfchen reifen die Komplotte der Gesellschaft. In dem einen Punkt beispielsweise Thema Geld oder Aggressionen. Ich ahnte Verschwörungen seitens der Nachbarn. Woher soll ich denn wissen, wer mit wem alles über mich spricht. Einerseits setze ich meine Scheuklappen auf und verdränge die Situation der Wirklichkeit. Andererseits höre ich Flöhe husten. Da wird man ja blöde. Nun gehe ich schon selbstbewusster und entspannter auf die Menschen zu. Plötzlich an der Kasse bei Rewe sagt eine junge Mitarbeiterin zu ihrer Kollegin: »Die steht da wie ein Stadtsoldat und denkt keiner merkt was.« Hä??? Erst einmal würde ich aus allen Wolken fallen, wäre dies Realität. Besser es dämmert mir langsam aber sicher. Dabei kann man kurzfristig bekloppt werden. Wenn ich es auf mich beziehe, aber es gleichzeitig nicht wahrhaben will. Weil nichts dran ist oder ich die Wirklichkeit verkenne. Vorsichtshalber spanne ich den Fallschirm auf. Mir ist bewusst, Menschen verletzen Menschen in dieser Art und Weise. Ich möchte meine Augen offen halten, verzeihen, wenn Menschen so sind, ob es mich betrifft oder nicht. Den Punkt abhaken und darüber hinaus wachsen. 5.12.2011

Erst scheint mir das Thema fremd und zu schwierig. Dabei kann ich es ganz einfach in einem Satz ausdrücken. In mir sind komische Gefühle. Darin kann ich jeden Aspekt meines Lebens beleuchten. Ohne dieses Licht des Bewussten bleiben die komischen Gefühle. Um mich herum schaffe ich Ordnung. Trotzdem erdrückt mich die Verwirrung in einem bescheidenen Augenblick. Gut ist es negative Gefühle zuzulassen. Im entscheidenden Moment verliere ich die Kontrolle und die Einsicht. Mich selbst anzunehmen heilt mein Streben. Betäubt sind die Verletzungen. Ich liebe meine Familie und mein Leben. Strapaziert sind Nerven und Gefühle. Meine Ideale, Freundschaft und Liebe lenken mich. Am Nordpol und am Südpol herrscht das Eis. In warmen Ländern hat die Sonne mehr Kraft. Der Dunst ist krank. Mich zu bewegen, ein bisschen mehr am Ende einer Radtour, die Aufgaben erfüllen, so schwillt im Stolz mein Antlitz. Kohlendreck in der Industrie ist gleich den Zweifeln. Den Nöten in der Seele. In den Worten liegt Erfüllung. Oft wieder die Leere des Schweigens. Selbstüberschätzung ist gefährlich, gekränkter Stolz hat Potenzial. Wie ein Künstler manche Worte nie vergisst. Groß zu sein wünsche ich mir, nach der schweren langen Zeit. Die Hürden in den eigenen Reihen sind gut zum Lernen um etwas anzunehmen. Meine Familie unterschätzt mich ein Stück. Das ist nicht schlecht, denn es ist ein Abenteuer, eine Aufgabe die Schwierigkeiten zu meistern. Aus vergangenen Jahren. Meine Familie hat denselben Preis gezahlt; diese schlotterigen Wogen. 6.12.2011

So weit, so gut – alles gut. Ich erfreue mich des Lebens, das durch meine Adern fließt. In der Ruhe ohne Angst zu sein, aus der Bewegung erzeugt. »Jetzt lebe ich gern und träume, / wünsche Menschen Lebensräume …« Was mir widerfahren ist – Gewalt, Unterdrückung, Ermahnungen, das sind Probleme. Der Lebensraum verwischt im gestörten Verhalten. Trotz Sonnenschein tappe ich im Dunkeln. Meine Vernunft mahnt mich ausreichend zu streben. In den Gefühlen mich wiederzufinden. Mich angemessen zu bewegen. Verdrängt sind alle Mahnungen, die eigenen. Abgespalten die Seele des Körpers. Erdrückt das bangende Herz, die kostbare Freude und Lebendigkeit lastet schwer, aus Angst sie wieder zu verlieren. Die Wut, der Hass, das Leid bizarr. Erhöhte Herzschläge verkommen, weil nicht sein darf, was sein will, stattdessen sein muss. Streben und Winden, spüren etwas fehlt, ignorieren und fehlen. Die Aufgaben erfüllen, durchatmen. Sagen, es ist schön zu leben. Die Mitmenschen täuschen, enttäuscht werden. Denken an die Schuld, doch grübeln statt einzusehen. Erkennen und sich selber treu bleiben. Das ist eine Aufgabe. Alles wird zum Problem. Weil ich es nicht zugebe, ein Problem zu haben. Immer aufs Neue. Ideale erreicht man, wenn ein Problem zur Chance wird. So ist es gut, aus jeder Mücke einen Elefanten zu machen. Es sind sensible Tiere und es sind gute Lehrer. So habe ich die Möglichkeit in den Kern einer Sache zu schauen, der alles in sich einschließt. Und deshalb auch alles mit einem Mal lösen zu können. Das große Ganze – die Welt einer Mücke. Da bin ich doch lieber, ein Elefant. Ich vergesse nichts. Ich verdränge es. Bin verhaltensgestört und nicht überall beliebt. 7.12.2011