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Paloma Ventura ist anfang dreizig und lebt in Tarragona. Sie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau die mit Hilfe des Erben ihrer Famile eine Agentur gründete die Frauen von der Straße holt, raus aus der Prostitution und dem Drogensumpf. Ihr Bruder Mario ist Mitglied des Kartells das von Emilio Sanchez geführt wird. Mario will an die Macht des Kartells und kennt keine Skrupel, nicht einaml vor seiner eigenen Famile macht er halt. Paloma steht im ihm weg , er verwickelt sie in einen Autounfall um sie zu töten. Doch sie überlebt, verliert dabei aber ihr Gedächtnis. Sie nehmen sie mit.
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Seitenzahl: 171
Veröffentlichungsjahr: 2022
CAROLIN WITT-CRISTOFOL
IN LIEBE MARIO…
IN LIEBE MARIO…
AUS DER SICHT VON PALOMA
CAROLIN WITT-CRISTOFOLI
NOVELLE
BAND 1.
AUFLAGE 1.
© 2022 Carolin Witt-Cristofoli
Buchsatz von tredition, erstellt mit dem tredition Designer
ISBN Softcover: 978-3-347-72104-3
ISBN Hardcover: 978-3-347-72107-4
ISBN E-Book: 978-3-347-72110-4
Druck und Distribution im Auftrag der Autorin:
tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Germany
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist die Autorin verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne ihre Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag der Autorin, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland.
EVERY MOMENT IS SPECIAL
KAPITEL 1
Alles war dunkel … Ich spürte mich selbst nicht. Ich versuchte, mich zu erinnern, was passiert war und wo ich war, aber mein Kopf war leer. Wer bin ich? Ich versuchte, meine Augen zu öffnen, aber die Lider fühlten sich so schwer an, als läge ein Sandsack darauf. Ich hörte Stimmen, gedämpfte Stimmen. Sie schienen ziemlich weit weg zu sein, aber genau wusste ich es nicht, da ich meine Augen noch immer nicht öffnen konnte. Viel - leicht wurde ich entführt und sollte einfach hier liegen bleiben, oder sollte ich versuchen aufzustehen und wegzurennen? Ich wusste es nicht. Ich hörte das leise Knarren einer Tür, dann Schritte, und spürte, dass jemand neben mir stand. Er setzte sich auf die Bettkante und strich mir zärtlich über den Kopf. Es war ein Mann, ich konnte sein Parfüm riechen, er roch sehr maskulin, groß und stark, wie jemand der genau wusste, was er wollte, und niemals ein Nein als Antwort akzeptierte. Er sprach mich an, als wüsste er, dass ich wach war. „Paloma, mein Liebling, ich hoffe, du bist noch darin und dir geht es gut. Ich weiß nicht, wie das alles passieren konnte, wir haben es doch alles durchgeplant, uns muss jemand verraten haben.“ Ich hörte Trauer in seiner Stimme. „Ich bleibe bei dir, bis du wach bist und ich dich wieder in die Arme schließen kann.“ Ich hörte, wie er durch das Zimmer ging und einen tiefen Seufzer von sich gab, als hätte er das Kostbarste auf der Welt verloren. Nach einer Weile entfernten sich die Schritte die Tür schloss sich. Ich lag mucksmäuschenstill auf dem Bett und konnte mein eigenes Herz schlagen hören. Erst als mir schwindelig wurde, merkte ich, dass ich die Luft angehalten hatte und atmete tief ein. Denk nach. Denk nach! Wer ist er? Mein Mann? Mein Freund oder mein Bruder? Ich hatte absolut keine Ahnung. Anscheinend ist mein Name Paloma, aber wer bin ich und wie bin ich hier hergekommen? Warum konnte ich mich nicht erinnern? So viele Fragen schwirrten in meinem Kopf herum.Mein Kopf schmerzte stark, als hätte ich einen harten Schlag abbekommen, und ich spürte ein starkes Pochen an meinen Schläfen. I ch merkte, wie es wieder dunkel und leer wurde, und fiel zurück in den Schlaf. Ein lauter Knall ließ mich hochschrecken und ich riss die Augen auf, ich war schweißgebadet und mein Herz raste, mein Atem ging schnell, wie nach einem Zwei-Kilometer-Sprint. Ich versuchte, meinen Atem zu kontrollieren, und richte mich langsam auf. Schwindel überkam mich und ich musste mich an der Matratze festhalten, um nicht zu schwanken. Ich begann, meinen Nasenrücken zu massieren. Neben meinem Bett stand ein Nachttisch aus dunklem Holz, darauf ein Glas Wasser. Hastig nahm ich das Glas und stürzte das Wasser in einem Zug hinunter. Als ich das Glas zurückstellte, normalisierte sich mein Herzschlag langsam. Zum ersten Mal sah ich mich im Raum um. Es war ein riesiges Zimmer, die Fenster bodentief mit weißen Vorhängen. Möbel aus dunklem Holz bildeten die geschmackvolle Einrichtung, auf einer der Kommoden standen viele Bilder in weißen Rahmen. Ich versuchte, Gesichter auf den Bildern zu erkennen, aber meine Augen schmerzten, genau wie mein Kopf. Vorsichtig legte ich mich zurück ins Kissen. Ich musste in einem großem Haus sein, von unten hörte ich Stimmen, laute Stimmen von Männern. Viel - leicht drei oder vier, sie stritten sich, aber ich konnte nicht verstehen, über was, sie waren einfach zu weit weg. Mir schmerzte alles und ich schlug die Decke zurück, um mich genauer anzusehen. Überall auf meinem Körper blühten blaue Flecken, an meiner rechten Hand trug ich einen Verband. Ich rutsche an die Bettkante, um aufzustehen, aber meine Beine waren schwach und gaben nach, sodass ich zurück ins Bett fiel. Da ich nicht wusste, wo ich war, oder ob ich möglicherweise entführt worden war, unterdrückte ich einen Schmerzensschrei. Mir schossen die Tränen in die Augen und ich atmete scharf ein. Ich brauchte einen Moment um mich zu sammeln. Ich atmete noch ein paar Mal tief ein und aus, um den Schmerz zu kontrol - lieren, bevor ich mit aller Kraft erneut versuchte aufzustehen. Wer sagt es denn, ich stand, sehr wackelig und mir schwirrte der Kopf, aber ich stand. Reiß dich zusammen, fuhr ich mich in Gedanken an. Meine Beine waren schwach und alles schmerzte, aber ich musste zu dem großen Spiegel, um mich anzusehen. Ich setzte einen Fuß vor den anderen und ging langsam Richtung Spiegel. Am Spiegel angekommen setzte ich mich vorsichtig auf den Hocker davor und sah mich an. Ich hatte schwarze Locken, die mir bis auf die Brust fielen und die unbedingt eine Wäsche benötigten. Ich starrte mein Gesicht mit den grünen Augen im Spiegel an und versuchte, mich zu erinnern. Wer bin ich? Wo komme ich her und was ist passiert? Keine Erinnerung tauchte aus den Tiefen meines Gedächtnisses auf. Ich starrte einfach in meine leeren grünen Augen. Mein Gesicht war gezeichnet mit weiteren blauen Flecken und einem großem Bluterguss auf meiner linken Wange. Ich seufzte … Mir kamen die Tränen bei meinem Anblick.Ich wollte nicht weinen. Schnell wandte ich den Blick von mir ab und sah mich im Raum weiter um, mir fielen die Bilder wieder ein. Ich stand vorsichtig von dem Hocker auf und ging zu der Kommode, um sie mir näher anzusehen. Auf den Bildern war ich zu sehen, zusammen mit einem Mann. Ich nahm eines der Bilder in die Hand. Der Mann auf den Bildern sah fantastisch aus. Er hatte schwarzes, kinnlanges, volles Haar, das er glatt nach hinten trug, dunkelbraune, fast schwarze Augen, volle Lippen und strahlend weiße Zähne. Ich stellte das Bild wieder auf seinen Platz und sah mir die anderen an. Dieser Mann hielt mich auf jedem Foto in seinen Armen und lächelte, aber dieses Lächeln traf seine Augen nicht und aus irgendeinem Grund war er mir unheimlich. Ich wurde den Gedanken nicht los, dass die Bilder unecht aussahen, als hätte sie jemand zusammengeschnitten. Aber wer war er? Ich ging zurück zum Bett und setzte mich auf die Bettkante. Ich versuchte nachzudenken. Die Kopfschmerzen kamen wieder und ich schlug die Hände vor meinen Gesicht zusammen. Nun kamen mir doch die Tränen. Ich fühlte mich verzweifelt. Als die Tür aufgerissen wurde, zuckte ich erschrocken zusammen. Der Mann von den Bildern stand nun vor mir und blickte mich liebevoll an. „Paloma, mein Liebling, Armen auf mich zu gestürmt, ließ sie dann jedoch sinken. Er räusperte sich und sah mich mit einem so breiten Lächeln an, als wäre es sein Glückstag oder er hätte im Lotto gewonnen. Wieder stieg ein Gefühl des Unbehagens in mir auf. „Leg dich lieber wieder zurück ins Bett, du siehst nicht gut aus und in deinem Zustand solltest du nicht aufstehen.“ Ich starrte ihn an „Wer bin ich? Wer sind Sie? Und warum bin ich hier und warum sehe so aus?“ Ich hatte noch viel mehr Fragen, doch ich schluckte sie herunter. „ Paloma, leg dich bitte zurück ins Bett und ich werde dir alles erklären.“ Er sah mich erschrocken an. „Warte, du kannst dich an nichts erinnern?“ Ich sah ihn weiter starr an „Nein.“ Er war, so wie er hier vor mir stand, noch schöner, groß, gut gebaut und muskulös. Er trug eine Cargo Hose in einem dunklen grün und ein weißes Shirt, wodurch man seine Muskeln gut erkennen konnte. Er fuhr sich mit den Händen durch die Haare und lief wild im Zimmer auf und ab. Völlig durcheinander legte ich mich zurück ins Bett und merkte, wie mir wieder die Tränen kamen. Ich fühlte mich hilflos. Ich versuchte sie runter - zuschlucken, doch es gelang mir nicht, also schloss ich meine Augen, ich wollte nicht vor jemandem weinen, den ich vielleicht gar nicht kannte. Die Tränen rollten an meinen Wangen hinunter. Dieses schmerzhafte Pochen in meinem Kopf war zurück. Er kam zu mir und setzte sich neben mir aufs Bett. Ich spürte wie er meine Hand nahm und riss die Augen auf. M ehrere Sekunden sahen wir uns nur an. Mir liefen weitere Tränen über die Wangen. Er wischte sie mit seinen Daumen weg. „Ich denke, bevor ich dir die ganze Geschichte erzähle, solltest du dich ausruhen, du lagst mehrere Tage im Koma und ich dachte, ich hätte dich für immer verloren, das hätte ich nicht überlebt.“ Er sah traurig und mitgenommen aus. Er wandte den Blick von mir ab und ließ meine Hand los, dann stand er auf und ging zur Tür. Am Türrahmen blieb er stehen und drehte sich zu mir um. „Ich werde dir Dr. Ramirez herbestellen, damit er dich untersucht und wir herausfinden, warum du dich an nichts erinnern kannst.“ Ich sah ihn flehend an, hoffte, dass er mir noch etwas darüber erzählen würde, was passiert war. „Bitte erzählen Sie mir, was ich hier in diesem Zustand mache und wer ich bin.“ Er sah mich liebevoll an und schüttelte den Kopf. Langsam wurde mein flehender Blick zu einem wütenden. „Ich liebe es, wenn du wütend wirst und deine Lippen zusammendrückst, deine Augen dunkel werden und du mich anstarrst. Wie habe ich das vermisst.“ Er lachte ein tiefes Lachen. Er wollte gehen, aber drehte sich noch einmal um. „Ich bin dein Ehemann, wir sind seit Jahren verheiratet.“ Schockiert riss ich die Augen auf. „Schlaf gut, mein Liebling.“ Und er ging. Durch die Wut in meinem Bauch würde ich bestimmt nicht schlafen können, doch was sollte ich sonst tun? Ich drehte mich zur Seite. Mein Kopf schwirrte und schmerzte, aber irgendwann schlief ich ein.
KAPITEL 2
Ich träumte von maskierten Männern, die mir eine Sack über den Kopf streiften und mich mitnahmen, einer drohte, mich umzu - bringen, wenn ich schrie. Zwei weitere Stimmen schrien mich an. Ich hörte eine Stimme in meinen Traum, die mir bekannt vor kam. „Paloma, werd wach, Dr. Ramirez ist da.“ Ich riss die Augen auf und setzte mich kerzengerade ins Bett, mein Herz raste, mein Atem ging schnell und ich war verschwitzt. Mein Ehemann stand vor mir, mit Frühstück auf einem Tablett. Er sah mich liebevoll an. „Leg dich bitte wieder hin, mein Liebling, ich werde den Arzt nach oben bitten und du solltest etwas essen“, sprach er sanft. Ich legte mich zurück ins Kissen und versuchte, über meinen Traum nachzudenken. Wie kam ich darauf, so etwas zu träumen und warum kam mir das Gesicht des einen Mannes so bekannt vor? Wenig später klopfte es an meiner Tür und ein großer, schlanker Mann mit einem weißen Kittel und einem schwarzen Koffer kam ins Zimmer. Er trug ein Stethoskop um den dünnen Hals. Nur noch wenige dunkelgraue Haare bedeckten seinen Kopf. Sein Gesicht sah freundlich aus, er hatte eine große Nase und braune schmale Augen. Ich fühlte mich sofort wohl. Es kam mir vor als hätte ich ihn schon einmal gesehen. „Guten Morgen, Frau Ventura, wie ich sehe, sind Sie aufgewacht. Das freut mich sehr.“ Er schenkte mir ein Lächeln und ich lächelte zurück. „Wie geht es Ihnen heute?“ Er sah mich freundlich an. „Guten Morgen, Dr. Ramirez, ich habe zwar keinen blassen Schimmer, wer ich bin und was ich hier mache, aber sonst geht es mir ganz gut.“ Ich gab mir keine Mühe, den Sarkasmus in meiner Antwort zu verbergen. Er gab ein Glucksen von sich und lächelte. Danach wurde er ernst und sah mich mitleidig an, er kniff die Augen ein wenig zusammen. „Das wundert mich nicht, nach so einer Tortur noch am Leben zu sein, grenzt an einem Wunder. Sie wurden entführt und ihren Verletzungen zufolge schwer misshandelt. Sie müssen mehrfach schwer am Kopf getroffen worden sein. Ich werde Ihnen etwas gegen die Schmerzen spritzen und sie anschließend untersuchen.“ Ich sah ihn erschrocken an. Ich wurde also doch entführt, aber von wem und warum. Er spritzte mir eine klare Flüssigkeit. Was es genau war, weiß ich nicht und ich fragte auch nicht weiter nach. Das Schmerzmittel wirkte schnell und das Pochen in meinem Kopf verschwand langsam. Dr. Ramirez untersuchte mich von Kopf bis Fuß. Ich versuchte nachzudenken, aber mein Kopf fühlte sich an wie in Watte gepackt. „Ich denke, Sie haben eine kurzzeitige Amnesie, normalerweise sollte es sich nach ein paar Tagen geben und sie sollten sich wieder erinnern. Ich werde mit Ihrem Mann in Verbindung bleiben und Sie hüten weiter das Bett.“ Bei dem Ausdruck „Ihrem Mann“ veränderte sich seine Stimmung. Ich sah ihn mit zusammengekniffenen Augen an und versuchte, aus seinem Gesicht den Grund dafür zu lesen, fand aber nichts. Bevor er merkte, das ich skeptisch wurde, schenkte ich ihm ein Lächeln. „Vielen dank für das Vorbeikommen, Dr. Ramirez. “ Wir verabschiedeten uns und er ging. Ich richtete mich auf, nahm mir mein Frühstück und stellte es auf meinen Schoß. Plötzlich hatte ich das Gefühl, halb verhungert zu sein und schaufelte das Essen in mich hinein. Während ich aß, sah ich aus dem Fenster und versuchte erneut, mich zu erinnern, was geschehen war, aber es funktionierte nicht, mein Kopf war leer. Wenig später kam mein Mann, dessen Namen ich noch immer nicht wusste, ins Zimmer. Ich stellte das Tablett zurück auf den Nachttisch neben meinem Bett. „Mein Schatz, ich bin so froh, dass du wieder bei mir bist, hätte ich dich nicht gefunden …“ Ich hörte wie seine Stimme brach und sah Tränen in seinen Augen. Aufmerksam studierte ich sein Gesicht. Ich fühlte mich zu ihm hingezogen, er war wunderschön und ich fühlte Schmetterlinge in meinem Bauch als er mich ansah. „Ich weiß nicht, was ich getan hätte.“ Er nahm meine Hand und drückte sie fest, dass es schon fast wehtat. „Erstmal solltest du mir verraten, wie du heißt und was eigentlich passiert ist. “ Seine Stimmung schlug sofort um und jetzt lachte er. „Da ist sie wieder, meine Chefin, Fragen über Fragen.“ Er lachte wieder. „Wie du heißt, weißt du ja jetzt, ich bin Lino Ventura, dein Ehemann. Wir sind seit ein paar Jahren verheiratet. Letzten Freitag wurdest du entführt, von deinem eigenen Bruder Mario.“ Ich blickte ihn entsetzt an. Er sprach weiter, ohne auf meinen entsetzten Blick einzugehen, ich hörte weiter gespannt zu. „Du hast früh dein eigenes Unternehmen gegründet, mit den Erbe deiner Familie, um Frauen vor der Prostitution und Ausbeutung zu schützen. Du nimmst sie auf, suchst mit ihnen einen Job oder schenkst ihnen eine neue Identität, damit sie ein neues Leben beginnen können, weit weg von allem Schlechten. Manche haben Kinder und manche stehen ganz alleine da, ohne jegliche Familie. Genau das ist das Problem von deinem Bruder Mario, er verdient genau damit sein Geld, er zwingt Frauen zur Prostitution oder benutzt sie als Geldoder Drogenkurier. Du standst ihm im Weg und er wollte dich ein für alle Mal auslöschen. Letzten Freitag wolltest du dich mit einem Informanten treffen, als dein Auto frontal angefahren wurde, er dachte du seist schon tot, aber du hast Gott sei Dank überlebt. Also nahmen sie dich mit.“ Ich fiel ihm ins Wort. „Genau davon träumte ich letzte Nacht.“ Er drückte meine Hand wieder fester, sein Blick wurde finster. In Gedanken ging ich den Traum noch einmal durch. „Sie haben mir einen Sack über den Kopf gezogen und mich in ein Auto geworfen, wir sind irgendwo hingefahren, ich lag auf dem Boden und sie haben auf mich eingeschlagen, mir gedroht mich umzubringen.“ Seine nächsten Worte waren ein unheimliches Flüstern. „Paloma … ich konnte dich nur finden, weil du das Armband von mir getragen hast, dort ist ein GPS-Tracker verbaut, das wussten sie nicht. Als wir dort ankamen, lagst du ohnmächtig und blutüberströmt auf dem Boden einer Lagerhalle im Nirgendwo. Zwei seiner Leute mussten wir erschießen, aber dein Bruder konnte flüchten. Du wurdest sofort in ein Krankenhaus gebracht, wo du drei Tage auf der Intensivstation lagst, die Ärzte hatten wenig Hoffnung und keiner wusste, ob du überleben wirst. Mir war es dort nicht sicher genug für dich, also nahm ich dich mit nach Hause. Meine Kopfschmerzen kamen wieder. „Das bedeutet, ich bin noch immer in Gefahr?“, fragte ich. „Hab keine Angst, mein Schatz, wir haben die Sicherheitsvorkehrungen erhöht und Männer um unser gesamtes Gelände positioniert. So einfach kommt hier keiner unbemerkt rein oder raus.“ Seine Stimme wurde ernst.
„Ich hatte dich letzten Freitag gebeten, nicht alleine zu fahren, aber du warst wie immer stur und wolltest nicht hören. Du bist alleine gefahren und es hat dich fast das Leben gekostet. Ich hoffe du hörst das nächste Mal auf mich.“ Er sah mich böse an und aus irgendeinem Grund schämte ich mich für mein selbstsüchtiges Verhalten. Er nahm mich in den Arm und gab mir einen leichten Kuss auf die Stirn. „Ich glaube, du solltest dich jetzt ausruhen, genug Information für heute.“ Ich sah zum Fenster hinaus. Draußen war es wunderschön, helle Sonnenstrahlen fielen in mein Zimmer. Er lächelte und löste sich von mir. Ich hielt ihn an der Hand fest und lächelte ihn liebevoll an. „Ich danke dir von ganzem Herzen, dass du mir das Leben gerettet hast, ich hoffe ich bekomme meine Erinnerungen schnell zurück.“ Er lächelte und löste seine Hand aus meiner. Ich spürte wieder die Schmetterlinge in meinem Bauch und lächelte zurück. Als er gegangen war, legte ich mich zurück ins Kissen und versuchte wieder einmal, mich an irgendetwas zu erinnern, aber meine Augen wurden schwer und ich schlief ein.
KAPITEL 3
Als ich aufwachte, wurde es draußen langsam dunkel. Die Vorhänge flatterten im Wind und ich spürte die frische Brise auf meinem Gesicht, was ich sehr genoss. Es roch nach Salzwasser und Strand. Ich richtete mich auf und setzte mich auf die Bettkante, strich mit meinen Händen über mein Gesicht.
Langsam und vorsichtig versuchte ich aufzustehen. Meine Beine waren noch immer sehr wackelig, aber nach und nach ging es und ich stand. Ich ging ins Bad, welches direkt an mein Schlafzimmer angrenzte, um zu duschen. Ich wollte das heiße Wasser auf meiner Haut spüren, das den ganzen Schmutz und die schlechten Gefühle abwaschen würde. Das Badezimmer war schwarz gefliest mit zwei großen, weißen Waschbecken, die fließend ineinander übergingen. Es gab einen großen Spiegel, der von einer Wand zur anderen reichte. Ein kleines Regal an der Wand war gefüllt mit weißen Handtüchern. Ich stellte mich vor den Spiegel und zog mich aus. Ich hatte einen hübschen Körper, runde kleine Brüste, einen flachen Bauch und hübsche sportliche Beine. Jedoch war er übersät mit Verletzungen. Erst als ich mich auszog, sah ich, wie schlimm es mich wirklich getroffen hatte. Ich hatte eine Menge blauer Flecken an meinen Beinen, am Bauch und an der Brust. An meinem rechten Oberschenkel klebte ein riesiges Pflaster. Ich löste es vorsichtig und entdeckte darunter eine große genähte Wunde. Es sah aus, als wäre ich angeschossen worden. Ich versuchte, stark zu bleiben und die Tränen zurückzuhalten, doch als ich meinen nackten Körper im Spiegel betrachtete, spürte ich die Feuchtigkeit auf meinen Wangen. Ich sah aus, als wäre ein Bus über mich gefahren. Diesen Anblick konnte ich nicht länger ertragen. Ich wandte den Blick von mir ab und ich ging unter die Dusche. Das heiße Wasser tat unbeschreiblich gut. Ich schloss die Augen und ließ meine Tränen raus, hielt sie nicht weiter zurück. Ich ließ das
