Insel des Todes - Anton Schaller - E-Book

Insel des Todes E-Book

Anton Schaller

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Beschreibung

Mark und Tom, zwei Jungen aus der Weltstadt New York, verschlägt es dieses Mal auf eine geheimnisvolle Insel in der Karibik, auf der eine Bande von Schatzsuchern ihr Unwesen treibt und rücksichtslos jeden beseitigt, der sich ihr in den Weg stellt. Darum heißt diese Insel auch Insel des Todes. Wird es Mark und Tom gelingen, dieser Bande zu entkommen und den unheimlichen Boss zu entlarven, der sich im Hintergrund versteckt hält? Ein packendes Abenteuer voller Action und Dramatik, das einem den Atem raubt.

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Seitenzahl: 126

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Anton Schaller

Insel des Todes

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Impressum neobooks

Kapitel 1

      Und da passierte es ... Simon Winslow trat auf einen dicken Ast, der krachend unter seinen Schuhen zerbrach.

    Die Männer am Lagerfeuer zuckten zusammen, sprangen in die Höhe.

    Die Lichtkegel einiger starker Taschenlampen schnitten durch die Dunkelheit.

    Simon Winslow spürte die Angst, die seinen ganzen Körper überschwemmte. Mit weit aufgerissenen Augen starrte der Mann auf seine Gegner, die sich mit langsamen Schritten näherten. Zweige wurden zur Seite gebogen, Äste zersplitterten.

    Wie festgenagelt verharrte der Mann auf der Stelle. Schweiß perlte in Strömen über seinen ganzen Körper. Die Todesangst lähmte ihn für einige wertvolle Sekunden.

    Doch dann löste sich plötzlich die Erstarrung.

    Simon Winslow warf sich herum und begann zu laufen. Mit den Händen kämpfte er sich eine Schneise durch den dichten Urwald und rannte, ohne einen Blick zurückzuwerfen.

    Plötzlich stolperte er über eine Wurzel, stürzte schwer zu Boden, fiel mit dem Gesicht voran in das modrig riechende Erdreich. Mit einem Aufschrei wälzte sich Winslow herum und kam stöhnend wieder auf die Beine. Hinter ihm geisterten die Lichtfinger der Taschenlampen durch die Dunkelheit. Sie kamen immer näher.

    Winslow saugte die faulig riechende Luft in seine pumpenden Lungen, wischte sich den Schweiß aus dem Gesicht und stolperte weiter durch das dichte Gestrüpp. Aufgescheuchte Vögel flatterten mit schrillen Lauten davon, und das Zirpen der Libellen zerrte an seinen aufgewühlten Nerven. Der Urwald kam nie zur Ruhe.

    Winslow spürte die Zweige, die in sein Gesicht klatschten und blutige Striemen hinterließen. Er hatte nur einen Gedanken: Fort von hier! Doch die Verfolger kamen immer näher...

    Winslow spürte, wie ihm langsam die Luft ausging. Immer keuchender wurden seine Atemzüge. Das Blut in seinen Schläfen klopfte schmerzhaft. Mechanisch setzte er einen Fuß vor den anderen, strauchelte, fing sich wieder und setzte seinen Weg fort.

    Dann hatte er mit einem Mal das Ende des Dschungels erreicht. Vor ihm lag der breite Sandstrand. Winslow blieb für einen Moment stehen, beugte sich nach vorn und stützte beide Hände auf seine Oberschenkel. Vom Meer her wehte ein kühler, erfrischender Wind. Winslow atmete tief durch, versuchte neue Kräfte zu sammeln. Monoton klatschten die Wellen ans Ufer. Wie unzählige Diamanten glitzerten die Wassertropfen im Licht des Mondes.

    Winslow stapfte dann durch den Sand, sank ein, kämpfte sich mühsam wieder heraus und strebte dem Meer zu.

    Doch da waren die Verfolger heran. Winslow spürte direkt körperlich die Lichtbündel, die seinen Rücken trafen, und er hörte das derbe Lachen der Männer, das in seinen Ohren dröhnte.

    Winslow warf sich herum. Panik entstellte sein blutendes Gesicht. Geblendet schloss er die Augen, hob abwehrend die Hände in die Höhe, taumelte ein Stück nach hinten, verlor das Gleichgewicht und stürzte zu Boden.

Kapitel 2

    Mit einem Schrei durchbrach Tom die Wasseroberfläche, riss sich die Tauchermaske vom Gesicht und fuchtelte erregt mit den Armen herum. Mark fuhr erschrocken in die Höhe. Das kleine Ruderboot begann beängstigend zu schaukeln.

    ”Komm schnell!”,  schrie Tom und gestikulierte wild.

    Mark schnappte sich in Windeseile seine Flossen, schlüpfte hinein und griff nach seiner Tauchermaske. Dann sprang er ins Wasser, dass es nur so klatschte. Mit heftigen Flossenschlägen schwamm er auf seinen Freund zu. Tom zitterte direkt vor Aufregung. Das Gesicht des afroamerikanischen Jungen hatte eine ungewöhnlich bleiche Färbung angenommen.

    ”Ich - ich hab' da unten was gefunden! Es ist schrecklich ...”

    ”Nun sag' schon, was los ist!”,  drängte Mark, während er sich mit leichten Flossenschlägen über Wasser hielt.

    ”Da unten ist - ist eine Leiche!”,  brachte Tom unter heftigen Atemzügen hervor, und Mark spürte plötzlich, wie es eiskalt seinen Rücken herauf kroch. ”Das kann doch wohl nicht wahr sein!”,  entfuhr es dem blonden Jungen, doch er wusste mit absoluter Sicherheit, dass sein Freund die Wahrheit sagte.

    Das Meer wirkte auf ihn plötzlich kalt und bedrohlich, obwohl die Sonne vom Himmel herunter heizte und das Wasser wärmte.

    ”Dann also los!”,  presste Mark zwischen den Zähnen hervor und holte ein paar Mal tief Luft.

    Beinahe gleichzeitig tauchten die beiden Jungen ab und verschwanden unter Wasser. Mit lautlosen Flossenschlägen glitten sie in die Tiefe. Bunt schillernde Fächerkorallen breiteten sich vor ihnen aus, und silbrig glänzende Fische suchten rasch das Weite. Mark folgte Tom. Und da streckte der Junge plötzlich seine Hand aus.

    Mark wandte den Kopf in die angegebene Richtung, und seine Augen hinter der Glasscheibe schienen zu erstarren. Das Herz des Jungen klopfte wie wahnsinnig.

    Tatsächlich!

    Dort drüben zwischen den Felsblöcken war ein Mann! Er stand beinahe aufrecht, wurde nur von der leichten Strömung sanft hin-  und her bewegt. An seinen Beinen waren schwere Eisenplatten befestigt, sodass der Körper nicht an die Oberfläche treiben konnte.

    Mark blickte in das wächserne Gesicht des Toten. Die Augen standen weit offen. Der Leib war aufgedunsen, die Kleidung zerfetzt.

    Der Junge musste sich abwenden. Sein Magen rebellierte.

    Dazu kam noch die Atemnot. Wild hämmerte sein Herz gegen die Rippen. Der Drang nach frischem Sauerstoff war übermächtig. Leichte Schleier begannen bereits vor seinen Augen zu tanzen. Die Schläfenadern pochten. Höchste Zeit zum Auftauchen!

    Mit kräftigen Flossenschlägen machte sich der Junge auf den Rückweg. Den Kopf weit in den Nacken zurückgelegt, die Arme eng an den Körper gepresst ...

    Die Sonnenstrahlen drangen wie silberne Lanzen in die Tiefe herab. Der dunkle Bootsrumpf wirkte von unten direkt unheimlich. Mark stieg immer höher und tauchte dann endlich auf. Keuchend schnappte er nach Luft, strich sich die Haare aus dem Gesicht und blickte sich um. Und da durchschnitt auch schon Tom die Wasseroberfläche.

    So schnell sie konnten, schwammen die beiden Jungen zu ihrem Boot.

***

        ”Ihr wisst ja gar nicht, was ihr mit eurem scheußlichen Fund angerichtet habt!”, polterte Ramiro, der schwergewichtige Dorfpolizist, und stieß schnaubend den Zigarrenrauch aus seinem Mund. ”Nichts als Scherereien habe ich nun am Hals! So was hat es hier bei uns noch nie gegeben!”

    ”Also hätten wir Sie besser gar nicht verständigen sollen?”,  fragte Mark enttäuscht, der zusammen mit seinem Freund im altersschwachen Bootsschuppen saß und das Verhör über sich ergehen ließ.

    ”Ach was!” Ramiro machte eine wegwerfende Handbewegung. ”So habe ich das nicht gemeint ...” Und wiederum nahm der breitschultrige, muskulöse Beamte einen tiefen Zug aus seiner stinkenden Zigarre. Die goldenen Knöpfe seiner Fantasieuniform glitzerten im Licht der Sonne. ”Ich meine ja bloß, dass es hier auf dieser Insel bis jetzt noch nie eine Gewalttat gegeben hat. Und jetzt auf einmal ein Mord.” Ramiro deutete auf die Straße hinaus, wo zwei seiner Beamten gerade dabei waren, die Leiche in einen Kastenwagen zu verfrachten. ”Der Mann wurde erschossen - und ich tappe völlig im Dunkeln!”

    ”Aber Sie kennen doch seinen Namen!”,   erinnerte Tom und schob seine bunte Schildkappe aus der Stirn. Die beiden Freunde hatten noch immer ihre Badehosen an, da es erbärmlich heiß war.

    ”Schon! Nur was soll ich bloß mit ihm anfangen? Simon Winslow ist mir völlig unbekannt. Ein Privatdetektiv aus San Francisco. Was hatte der hier auf dieser Insel bloß zu suchen?”

    ”Vielleicht war er einem Verbrechen auf der Spur?”

    Ramiro lachte lauthals. ”Auf meiner Insel gibt es keine Verbrechen ...”

    ”Anscheinend doch”,  grinste Tom. Schließlich ist der Mann ja keines natürlichen Todes gestorben ...”

    ”Ha, ha, ha, du Spaßvogel! Sag mir lieber, was ihr zwei Großstadt-Kücken eigentlich bei uns verloren habt?”

    ”Wir - wir machen hier Ferien!”

    ”So ganz allein?”,  fragte der große Polizist misstrauisch und spannte seine Muskeln, dass sein Hemd in allen Nähten knackte.

    ”Natürlich nicht”,  gab Mark zur Antwort. ”Meine Tante hat uns eingeladen ...”

    ”Wie heißt denn deine Tante?”,  fuhr Ramiro schnell dazwischen und zückte seinen alten, zerfledderten Notizblock.

    ”Margaret Milford”,  gab Mark bereitwillig Auskunft, und Ramiro notierte die Adresse.

    ”Dann seht zu, dass ihr jetzt nach Hause kommt. Meine Befragung ist für heute zu Ende. Wenn ich noch irgendetwas wissen will, weiß ich ja, wohin ich mich wenden muss.”

    Und mit einer gönnerhaften Handbewegung entließ der wuchtige Polizist die beiden Freunde.

    Mark und Tom verließen das Bootshaus und schlenderten über den knarrenden Bohlenweg. Und hier stolperten sie beinahe über Bud Morgan, dem der Bootsverleih gehörte. Der Mann saß am Rande des Steges und ließ seine Füße ins Wasser baumeln. Bekleidet war er mit einem grell gestreiften Hemd und einer groß karierten kurzen Hose, die so eng war, dass sie seinen dicken Bauch kaum bändigen konnte. Bud Morgan hielt eine Angel in der Hand und blickte mit verklärtem Lächeln auf die glitzernden Wellen, die ans Ufer spülten.

    ”Ich habe heute kein Glück”,  beklagte sich der dicke Mann mit dem roten Mondgesicht. ”Die verdammten Biester wollen und wollen einfach nicht anbeißen ...”

    ”Was haben Sie denn für einen Köder an der Angel?”,   fragte Tom und trat interessiert näher.

    ”Köder - ?”,  dehnte der Dicke mit schiefem Lächeln. ”So etwas brauch' ich doch nicht! Ich fange meine Fische immer mit Laserstrahlen ...”

    Mark und Tom blickten sich an. Und sie fanden bestätigt, was sich die Leute im Dorf erzählten. Bud Morgan galt als verrückt. Ein seltsamer Kauz, der nicht mehr alle Tassen im Schrank hatte.

    ”Mit Laser! Ja, das ist gut!”,  ging Mark auf das Spiel ein und wollte nun genau wissen, wie sich der Dicke die Sache vorstellte.

    ”Ganz einfach”,  erklärte Bud Morgan und zog die Angel aus dem Wasser. ”Dieses Kästchen hier vorne dran ist meine Laserkanone. Die hab' ich selbst gebaut. Darauf bin ich mächtig stolz ...”

    Die beiden Jungen grinsten.

    ”Und wie funktioniert denn dieses Wunderding?”,  wollte Tom unbedingt wissen, und der Dicke beeilte sich voller Eifer, den beiden Freunden sein Patent zu erklären. ”Also, seht mal her, Jungs! Die Sache ist an sich ganz einfach. Man muss nur darauf kommen. Aber wenn man so ein Köpfchen hat wie ich, ist das überhaupt kein Problem. Eines Nachts fiel mir ein, wie man diese Kanone konstruieren muss ...”

    Bud Morgan redete und redete. Mark und Tom verstanden kein Wort, unterbrachen den eigentümlichen Kauz aber aus Höflichkeit nicht.

    Als Bud Morgan mit seinen Ausführungen zu Ende war, warf er die Angelrute mit Schwung zurück ins Wasser und brummte: ”Hoffen wir, dass die Fische nun endlich herbei schwimmen. Normalerweise fange ich jeden Tag mindestens fünfzig Stück davon ...”

    Mark und Tom lachten, wünschten dem Dicken noch viel Erfolg und marschierten dann zu ihren Fahrrädern, die sie im Schutz einiger Palmen abgestellt hatten.

    Die Jungen verstauten ihre Taucherausrüstung in den Satteltaschen und schwangen sich auf ihre Drahtesel. Kräftig traten sie in die Pedale und machten sich auf den Heimweg ...

    Es dauerte nicht lange, da näherte sich ihnen von hinten ein klappriger, alter Lieferwagen. Mark blickte sich kurz um. Dicke Rauchwolken quollen aus dem Auspuff. Der linke Kotflügel schepperte. Langsam kam das Gefährt näher.

    Mark konnte nicht sagen warum, aber auf einmal beschlich ihn ein unbestimmtes Angstgefühl. Die Straße war wenig befahren. Der Lieferwagen kam direkt aufreizend langsam näher. Es sah fast so aus, als würde er sich vorsichtig heranpirschen. Dann setzte er plötzlich zum Überholen an. Der Motor heulte auf, krachend wurde in den nächst höheren Gang geschaltet. Der Wagen zog an den beiden Jungen vorbei. Mark versuchte einen Blick ins Wageninnere, doch die Scheiben waren dunkel und verschmutzt. Mark hielt die Luft an, als er in den heißen, übel riechenden Ruß wölke aus dem Auspuff radelte. Dann war das Auto vorbei. Mark atmete auf. Die Räder wirbelten den Sand der unasphaltierten Straße in die Höhe. Wie ein feiner Schleier senkte er sich über die beiden Freunde, die kräftig zu husten begannen.

    Und da - plötzlich blieb das Auto vor ihnen stehen!

    Da war sie wieder - die Angst, die Mark gerade gespürt hatte. Sein Mund wurde pulvertrocken. Ein Blick zu Tom - auch sein Freund hatte mitbekommen, dass etwas nicht stimmte.

    Die beiden Freunde bremsten ab und stiegen von ihren Fahrrädern. Sie wischten sich über die schweißnassen Gesichter, die von feinem Sand verklebt waren.

    Der Lieferwagen rollte langsam rückwärts.

    Mark und Tom blickten sich an. Sie spürten beinahe körperlich die große Gefahr, die auf sie zukam. Was sollten sie tun?

    Schon wälzte sich die Sandwolke heran, schon war das unregelmäßige Blubbern des alten Motors deutlich zu hören, und dann stieg der Fahrer mit einem Mal voll aufs Gaspedal. Die Maschine heulte auf, der Wagen schoss rückwärts.

    Mark ließ vor Schreck das Fahrrad fallen und machte einen Satz zur Seite.

    ”Weg hier!”  schrie er seinem Freund zu. ”Fort von der Straße! Lauf, was du kannst!”

    Tom reagierte zum Glück im selben Moment, ließ ebenfalls sein Fahrrad fallen und sprang davon.

    Keine Sekunde zu früh!

    Mit schaurigem Kreischen mähte der Lieferwagen die Fahrräder nieder. Metall schepperte und schrie. Ein Reifen platzte. Dann war es vorbei.

    Der Fahrer schaltete in den ersten Gang und gab Gas. Der Lieferwagen preschte in einer dichten Staubwolke davon ...

    Mark und Tom kamen zögernd aus ihren Verstecken. Die Knie der beiden Freunde waren weich wie Pudding. Misstrauisch blickten sie sich um. Doch der Lieferwagen entfernte sich immer mehr.

    ”Hast du das gesehen!”,  stöhnte Mark und blickte mit zusammengebissenen Zähnen auf den Haufen Metall zu ihren Füßen. Voller Zorn ballte Tom die Hände und schüttelte sie drohend.

Kapitel 3

Wolken zogen am Himmel auf, der eine  stahlgraue Färbung angenommen hatte.  Sie verdichteten sich immer mehr und erzeugten finstere, drohende Gebilde. In der Ferne leuchteten grelle Zickzackbänder auf, und die Luft schien vor Elektrizität direkt zu knistern. Der Wind nahm an Heftigkeit zu, das Meer wurde unruhig und bildete kräuselnde, schnappende Wellen.

    Mark und Tom saßen im gemütlich eingerichteten Wohnzimmer von Tante Margaret und berichteten von ihren abenteuerlichen Erlebnissen. Monoton drehte sich der riesige Ventilator an der Decke und spendete etwas Kühlung. Durch die große Panoramascheibe hindurch konnte man das aufziehende Gewitter gut beobachten.

    Bäume und Sträucher bogen sich unter der Gewalt des Sturmes, wurden herumgerissen und gebeutelt. Ein paar Palmenzweige schlugen immer wieder gegen das Fenster. Das Brausen des Windes wurde immer lauter, erfüllte die ganze Atmosphäre. Tante Margaret lauschte gespannt, was die beiden Freunde berichteten.

    ”Das ist ja unglaublich!”,  stöhnte die alte Dame dann entsetzt und fuhr sich über ihre langen weißen Haare. ”Wenn man bedenkt, in welcher Gefahr ihr beide euch befunden habt ...”

    ”Halb so schlimm!”,  grinste Tom, der sein seelisches Gleichgewicht längst wiedergefunden hatte.