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Was verbindet den Inselgitarristen vom Kiez mit dem Inselmusikanten von Föhr, und was sagt der Aetna dazu? Der Autor besuchte Insulaner auf nahezu allen Weltmeeren auf der Suche nach ihrem Leben und ihren Lieblingsplätzen.
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Seitenzahl: 48
Veröffentlichungsjahr: 2015
Was verbindet den Inselgitarristen vom Kiez mit dem Inselmusikanten von Föhr, und was sagt der Aetna dazu? Der Autor besuchte Insulaner auf nahezu allen Weltmeeren auf der Suche nach ihrem Leben und ihren Lieblingsplätzen.
Detlev H.G. König, *1953, Studium und Arbeit als Psychologe und Pädagoge in der Erwachsenenbildung bis 2003, erste Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Lyriker und Autor von Reisetagebüchern. Zuletzt erschienen: „Pluto im Plankton“ (Lyrik 2014), „Leben am Meer“, (Porträts und Lyrik 2014). Zurzeit erscheint ein Band mit Fährgeschichten und ein Umweltkrimi. Lesungen im Bistro „Roth“ (Altona) und im Kulturcafé „Komm du“ (Harburg).
Mitglied der Hamburger Autorenvereinigung.
INSULANER SIND ANDERS!
WO BITTE GEHT’S NACH LÜHESAND?
SOMMER AN DER ELBE
JONAS MUSS MÄNNCHEN SCHNITZEN
WINTER AN DER ELBE
DIE PRINZESSIN DER SYLTER AUSTERN
FILOSOFIE
VON DER REBELLIN ZUR BÜRGERMEISTERIN?
MEER ERLEBEN
KÜNSTLER MITTEN IM FLUSS
HERING IN ÖL
MÜNCHNERIN AUF DER HALLIG
NORDSEE IST MORDSEE
DER BERNSTEINFISCHER VON RÜGEN
STEINE AM WEG
AUSVERKAUF (NOCH) EINER INSEL
DAS FRÄULEIN STAND AM MEERE
FROHNATUR IM PARADIES MIT SEEBLICK
DREI GLASEN
HAUS DER KUNST AUF MOEN
AN MANCHEN TAGEN
DER INSELGITARRIST VOM KIEZ
MEER ERLEBEN
FRIEDHOF DER JUNGVÖGEL ODER KÜSTE GEGEN PLASTIK
WEG NACH SÜDEN
DER TURM HAT DEN BLUES
DAS MEER KOMMT
EVERY CAMEL TELLS A STORY
DER BLAUE PLANET
GLOBETROTTER IN CATANIA
KOCHEN IN FREMDEN TÖPFEN
MUSIK WIE EIN SONNENUNTERGANG
ZU GAST BEI MUSCHELRÄUBERN
VENEDIG IM WINTER
Sind Insulaner wirklich anders? Wäre zu beweisen. Insulaner sind ein besonderer Menschenschlag, sie tragen lieber „Friesennerz statt Flanell”. Oder tauschen den „Motorradsitz gegen die Friesenbank”, wie es Katja von der Hallig Hooge ausdrückt.
Was zu beweisen wäre: Was Insulaner vor allem anderen auszeichnet, ist ihr Zusammenhalt, ihr „Wir-Gefühl”. Davon muss man und Frau auch eine Menge haben, wenn man freiwillig auf einem „bewohnten Wellenbrecher” lebt. Auf dem man sich zur Not selbst helfen muss, wenn die letzte Fähre abgelegt hat und die nächste erst morgen kommt. Oder nächste Woche, oder bei Sturm noch später.
Bisweilen treibt das Wir-Gefühl auch bizarre Blüten bis hin zum Separatismus, etwa auf Korsika. So unterschiedlich Inseln auch sein mögen, bezüglich ihrer Größe und Lage, so haben sie mindestens noch eins gemeinsam: Egal in welche Richtung man fährt oder geht, irgendwann landet man immer im Wasser. Und das wiederum führt dazu, dass sich die Bewohner nur schwer aus dem Weg gehen können. Und weg können sie höchstens mit der letzten Fähre. Folglich bleibt ihnen nur das Auswandern, oder das Sich-Vertragen.
Nicht nur in vergangenen Zeiten mussten viele Insulaner ihre geliebte Insel verlassen und anderswo Arbeit und eine Bleibe suchen, denn vor der „Erfindung des Tourismus” konnte ein Mann von der Insel nur Fischer oder Seemann werden. Er wohnte dann zwar noch auf seinem Eiland, war aber tage- oder wochenlang auf See. Wenn er nicht ganz auf See blieb.
Das der (Massen-)Tourismus nicht nur Segen, sondern auch Fluch sein kann, erfahren die Bewohner der Insel Sylt seit geraumer Zeit zur Genüge: Durch den „Trend” in gewissen Kreisen, sich eine Zweitwohnung auf Sylt zu leisten, können die Sylter ihre Wohnungen auf der Insel nicht mehr bezahlen. (Initiative „Rettet die Sylter”) So wird aus Sylt perspektivisch eine Insel, die in der meisten Zeit des Jahres unbewohnt ist! Kann das im Interesse der Zweitwohnungsbesitzer und „Freunde Sylts” sein?
Von den fünf Inseln in der Elbe sind nur zwei heute noch bewohnt: Krautsand und Lühesand.
Erstere ist von Drochtersen über eine Brücke, die zweite von Grünendeich im Alten Land nur durch eine Fähre erreichbar.
Der Fährmann dazu heißt Holger B. und die Insel ist seit Kindertagen sein Zuhause. Bis zur Schulzeit lebte der heute 56-jährige mit seinen Eltern auf Lühesand, danach nur noch in den Ferien. Der tägliche Schulweg mit dem Ruderboot war besonders im Winter zu beschwerlich.
Das einzige Steinhaus auf der Insel wurde 1947 von Großvater Heinrich erbaut, der die Insel seit 1933 gepachtet hatte. Sein Sohn Willi übernahm später (Gast-)Haus und (Camping-)Platz, 1987 folgte ihm dessen Sohn Holger, der seitdem Fährmann, Gast- und Campingwirt in Personalunion ist.
Die Nutzung der Insel als Zeltplatz geht in die 1930er Jahre zurück, sie wurde seinerzeit überwiegend von Seglern und Wasserwanderern angefahren. Bis 1962 war das Zelten frei und kostenlos.
Für alle, die kein eigenes Boot haben, wurde im selben Jahr vom Vater Willi der Fährverkehr nach Fahrplan übernommen. Denn Autos gibt es auf der Insel bis heute nicht!
Aber Wohnwagen für die Dauercamper – wie geht das? Mit den umgebauten Rheinfähren „Camper I + II” werden nach Vorbestellung Caravans im Frühjahr und Herbst auf die und von der Insel gebracht. Dann hat Holger alle Hände voll zu tun, wie auch die übrige Saison keine „Sommerfrische” für ihn sein dürfte.
Aber Urlaub kann er ja im Winter machen, wenn seine Sommergäste wieder arbeiten müssen! Denn neben Fähre, Gasthaus und Camping sind auch noch Turniere für die Gäste zu organisieren.
Aber genau das lieben die Camper an Lühesand so: die Gemeinschaft, und die ungestörte Natur. Heute ist Lühesand dreigeteilt: Eine Hälfte gehört dem Vogelschutz, die andere Hälfte teilen sich Camper und Wochenendhäusler. Von beidem sieht man so gut wie nichts, und die Stille auf der Insel haben alle für sich: Vögel und Menschen!
Man fühlt sich unversehens in eine andere Zeit versetzt, denn Zeit spielt hier keine oder eine andere Rolle. Hektik hat hier nichts zu suchen, in der Ruhe liegt die Kraft. So könnte es auf dem Schild am Fähranleger stehen.
Wer die Insel und/oder das Gasthaus besuchen möchte, für den gibt es hier die Adresse mit Telefon: Holger Blohm, Sandhörn 6a, 21720 Grünendeich, 04142/2775 bzw. 1336.
der fluss
schwitzt teer
