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Als Bill Evans im Jahr 1961 auf der Höhe seines Ruhms den Tod des Bassisten seines Jazztrios verkraften muss und durch die Straßen und die U-Bahnen New Yorks irrt, folgt ihm sein Bruder, der auf ihn aufpassen möchte, sich aber nicht zu erkennen gibt. Ebenso hilflos agieren die Eltern: sie versuchen vergeblich, ihrem vor der Öffentlichkeit geflüchteten Sohn Schutz zu bieten. Owen Martell hat ein eindrucksvolles Porträt eines verletzlichen und verletzten Genies geschaffen, um das eine Familie in Gedanken und Gefühlen unermüdlich kreist. Aber für Bill ist schließlich die Rückkehr in die Musik, sein eigentliches Zuhause, die einzig mögliche Rettung.
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Seitenzahl: 197
Veröffentlichungsjahr: 2014
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Owen Martell
Roman
Aus dem Englischenvon Anke Caroline Burger
Verlag Klaus Wagenbach, Berlin
Die englische Originalausgabe erschien 2013 unter dem Titel Intermission bei William Heinemann in London.
Dieses Werk wurde mit Unterstützung des Wales Literature Exchange veröffentlicht.
Published with the financial support of Cyfnewidfa Lên Cymru/ Wales Literature Exchange.
© 2013 Owen Martell
© 2014 für die deutsche Ausgabe: Verlag Klaus Wagenbach, Emser Straße 40/41, 10719 Berlin
Umschlaggestaltung: Julie August.
Alle Rechte vorbehalten.
Jede Vervielfältigung und Verwertung der Texte, auch auszugsweise, ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlags urheberrechtswidrig und strafbar. Dies gilt insbesondere für das Herstellen und Verbreiten von Kopien auf Papier, Datenträgern oder im Internet sowie Übersetzungen.
ISBN 978 3 8031 4151 4
Auch in gedruckter Form erhältlich: 978 3 8031 3261 1
i Twmac i fy rhieni
DER PETRUSCHKA-AKKORD[Harry]
NACHTWACHE[Mary]
DIE FARBE DES SAGENS[Harry Senior]
ANERKENNUNG[Bill]
Spiel nicht, was da ist – spiel, was nicht da ist.
Miles Davis
Erst spät am Abend, nach Dinner und Debby, fand Harry endlich Gelegenheit, die Zeitung aufzuschlagen. Fast zwei volle Tage waren seit dem Unfall vergangen, von dem er nun voller Entsetzen las. Eine heiße Welle durchraste ihn. Die Meldung war knapp – mehr eine kurze Notiz als ein echter Artikel –, doch die Tragik der Umstände und die Ahnung, dass der Verlust weiter als nur in der unmittelbaren Umgebung des nördlichen Bundesstaates New York seine Kreise ziehen würde, hatten ihr einen Platz in der Zeitung verschafft. Sein Bruder wurde sogar erwähnt – die Hitze fing unter der Haut an zu pochen. Mr LaFaro, stand da, trat noch vor Kurzem mit dem Bill Evans Trio im Village Vanguard Club in Greenwich Village auf.
Harry hatte den Verstorbenen gesehen, kennengelernt, fast mit ihm gesprochen. An einem Sonntagnachmittag waren sie, Pat und Debby und er, beim Konzert gewesen. Hinterher hatte Bill sie einander vorgestellt. Scotty, das ist mein Bruder Harry. Hi, Harry. Hi, Scotty, hatte er antworten wollen, Sie waren phantastisch, sich dann aber doch auf ein Nicken beschränkt und dem jungen Mann die Hand geschüttelt.
Scotty behandelte seinen Bass mit einer unglaublichen, fast arroganten Leichtigkeit. Die Arroganz galt allerdings nicht dem Instrument und auch nicht dem Publikum. Es war eher eine coole Gleichgültigkeit gegenüber allem, was er gespielt haben mochte, allem, das sich verflüchtigte, sobald er seine entschlossen über die Saiten gleitenden Finger an die Stelle gesetzt hatte, an die sie gehörten. Wenn Harry ihn an diesem Juninachmittag nicht improvisieren hörte, dann, weil Improvisation das falsche Wort war. Was er machte, war etwas anderes, eine Leichtigkeit, die in Bills Spiel nicht hörbar war.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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