Invasion im Schärengarten - Finn Askårt - E-Book

Invasion im Schärengarten E-Book

Finn Askårt

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Beschreibung

Sommer 1989, die Mauer in Berlin droht zu fallen. Die Welt blickt gespannt nach Deutschland. Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit bahnt sich in Schweden eine Katastrophe an. Der junge Ulf Kellerson findet seinen Heimatort verlassen vor und entdeckt eine tödliche Bedrohung. Er macht sich auf die Suche nach seinen Eltern, in einer von tödlichen Maschinen überrannten Gegend. Er begegnet der jungen Französin Amelie Devereux und ihrem Begleiter Thort Livström. Sie geraten oft aneinander, doch sie verliebt sich in ihn. Bedroht von tödlichen Robotern begeben sie sich auf eine gefährliche, weite Reise. Überall lauert der Tod. Sie verfolgen die Spuren der Evakuierten, um einen Widerstand zu organisieren. Sie finden Hinweise auf Überlebende. Auf dem Weg dorthin geraten sie in tödliche Gefechte. Werden sie ihr Ziel erreichen? Können sie in dieser feindlichen Welt überleben? Gibt es Hoffnung für sie? Denn sie haben nur einen Wunsch: zu überleben...

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EPUB
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Seitenzahl: 339

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Finn Askårt

Invasion im Schärengarten

Blut und Tränen

© 2020 Finn Askårt

Verlag und Druck:

tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

 

Paperback:

978-3-347-18740-5

Hardcover:

978-3-347-18741-2

e-Book:

978-3-347-18742-9

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Disclaimer:

Diese Geschichte handelt nur von rein fiktiven Personen, die keinen Bezug zu eventuell lebenden Personen haben. Namensgleichheiten mit Personen, Orten und Ortsbezeichnungen sind rein zufälliger Natur und entspringen der Fantasie des Autoren.

Vorwort:

Sommer 1989, die Mauer in Berlin droht zu fallen. Die Welt blickt gespannt nach Deutschland. Unbemerkt von der Weltöffentlichkeit bahnt sich in Schweden eine Katastrophe an.

Der junge Ulf Kellerson findet seinen Heimatort verlassen vor und entdeckt eine tödliche Bedrohung. Er macht sich auf die Suche nach seinen Eltern, in einer von tödlichen Maschinen überrannten Gegend. Er begegnet der jungen Französin Amelie Devereux und ihrem Begleiter Thort Livström. Sie geraten oft aneinander doch sie verliebt sich in ihn.

Bedroht von tödlichen Robotern begeben sie sich auf eine gefährliche, weite Reise. Überall lauert der Tod. Sie verfolgen die Spuren der Evakuierten, um einen Widerstand zu organisieren. Sie finden Hinweise auf Überlebende. Auf dem Weg dorthin geraten sie in tödliche Gefechte. Werden sie ihr Ziel erreichen? Können sie in dieser feindlichen Welt überleben? Gibt es Hoffnung für sie?

Denn sie haben nur einen Wunsch

Zu überleben………

Prolog

Abgeschieden am Fuße des Thorsberget liegt auf der Insel Skarpö das Militärt Forskningslaboratorium Midgard (schwed. Militärisches Forschungslaboratorium Midgard) Die Anlage liegt in einem Talkessel des Thorsberget. Für einen Betrachter sieht die unscheinbar wirkende Anlage aus wie ein Nachschublager. Auf dem Gelände befindet sich ein Wohnblock mit Kindergarten, diverse Lagerhallen und Baracken. Aus der Felswand des angrenzenden Thorsberget ragt ein großes Tunnelmaul, welches den Eingang zum Hangar und der Umladestation bildet. Niemand würde in dieser idyllischen Natur, die von Äckern und Feldern sowie dichten Wäldern durchzogen ist ein geheimes militärisches Labor vermuten.

Drei Etagen tief unter dem Gebirgsmassiv befindet sich eine weitläufige Anlage. Ein Großrechner befindet sich in einem der Forschungslabore.

Tarja Tungsberg, die leitende Programmiererin sitzt schon seit Stunden vor ihrem Computer. Seitenweise läuft Text über ihren bernsteinfarbenen Bildschirm. Es hatte einen Zwischenfall mit dem neuen Betriebssystem COBREX gegeben. Das auf UNICOS basierende System sollte zur Fernsteuerung von Robotern per Gedankenübertragung dienen. Es bildete die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine, jedoch machte es immer wieder Probleme, die Tarja Tungsberg suchen und finden musste.

Besonders die künstliche Intelligenz V.I.G.D.I.S machte Probleme. Sie sollte es ermöglichen, dass ein Mensch sein Bewusstsein in den Computer transferieren und zusammen mit dem Rechner die Roboter fernzusteuern. Der Wissenschaftliche Leiter Jens van Duve, der an einem aggressiven Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankte Wissenschaftler hatte sich für einen Selbstversuch zur Verfügung gestellt. Sie hatten es geschafft sein Bewusstsein in den Rechner zu transferieren, jedoch konnten sie ihn nicht mehr zurückholen. Seitdem liegt sein Körper auf der Krankenstation im Koma.

Nachdem sie diverse Änderungen vorgenommen hatte, speicherte sie das Programm ab. Dann versuchte sie sich in den Cray Computer einzuloggen, um die geänderte Betriebssystemerweiterung VIGDIS aufzuspielen.

Nachdem sie ihre Anmeldedaten eingegeben hatte erschien die Meldung.

„ACCESS DENIED!“

Tarja fluchte, weil sie sich wieder vertippt hatte.

Sie gab ihre Anmeldedaten noch einmal ein und achtete darauf, dass sie sich nicht vertippte. Wieder erschien

„ACCESS DENIED!“

„Verdammt, was ist das nun schon wieder?“

Sie versuchte es noch einmal erfolglos, dann rief sie den IT-Service.

„Hallo, Tarja Tungsberg hier, ich kann mich nicht in die Cray einwählen. Könnt ihr mal nachsehen, ob das Hub abgestürzt ist. Vielleicht hängt es schon wieder, ansonsten fahrt den Rechner mal runter und wieder rauf, das habe ich letzte Woche auch schon Mal gemacht.“

Der Mann am anderen Ende sicherte ihr zu direkt zwei Techniker darauf anzusetzen.

Die beiden Techniker machen sich auf den Weg und betraten den Computerraum. Sie checken die Hubs durch und können keinen Fehler finden. Dann verbinden sie ihr Laptop über ein Interface mit dem Großrechner.

„Na dann wollen wir ihn mal Neustarten,“ brummte einer der Techniker als er versuchte die Prozedur in Gang zu setzen.

„Wieso geht das nicht?“ Fluchte der Techniker als der Computer den Befehl verweigerte. Sein Kollege versuchte es noch einmal. Währenddessen liefen die Lüfter des Cray Computers hoch. Die Wasserkühlung setzte sich in Gang.

Dann schrillte der Alarm, die Schotten zu dem Computerraum verriegelten sich automatisch.

In einem großen Versuchslabor steuerte einer der Techniker die neue Raptor Kampfmaschine. Der neuentwickelte Kampfroboter sollte per Gedankenübertragung gesteuert werden.

„OK, lass ihn drei Schritte geradeaus gehen,“ sagte Adrian Petersson.

Der Roboter machte einen Schritt und blieb dann zuckend stehen.

„Ich sagte drei Schritte soll er laufen, nicht einen, kann doch nicht so schwer sein,“

raunzte Adrian Peterson. Theo Sandqvist der die Gedankenhaube aufhatte, machte ein angestrengtes Gesicht.

„Er macht es einfach nicht,“ sagte Sandqvist gequält.

Plötzlich drehte sich die Maschine um, aktivierte ihr MG und feuerte in den Steuerstand. Glas splitterte, die Körper der beiden Techniker wurden von schweren Kalibern zerfetzt. Sie waren tot, bevor sie den Boden berührten. Trümmerteile der Einrichtung regneten auf die Leichen der beiden Techniker herab. Dann öffnete sich das Tor der Versuchshalle, der vier Meter hohe, wie ein Dinosaurier aussehende Roboter duckte sich nach vorne und setze sich geschmeidig in Bewegung und marschierte in die Anlage. Wer sich ihm in den Weg stellte wurde erschossen. Der Alarm schrillte. Menschen hetzten durch die Gänge zu den Notausgängen. Überall öffneten sich Schotten und speien hundeähnliche Roboter aus, die sofort Jagd auf die Menschen machen.

Tarja Tungsberg wurde durch den Alarm aufgeschreckt. Sie griff sich ihre Tasche und verließ hastig ihr Büro. Menschen rannten schreiend an ihr vorbei. Sie sah wie am andere Ende des Ganges eine Rotte der hundeähnlichen Roboter auftauchte. Sie rannte sofort los und hörte Schüsse und Schreie hinter sich. Sie stürmte die Treppen hinauf zum Ausgang.

Eine seelenlose Stimme zählte einen Countdown hinunter an dessen Ende die Abriegelung der Anlage stehen würde. Als sie ins Freie stürmte klingelte das Funktelefon in ihrer Tasche.

Während sie zum Wohntrakt rannte drückte sie die Sprechtaste.

„Hallo,“ rief sie in den Hörer. Am anderen Ende meldete sich eine ihr vertraute Männerstimme.

„Hier ist Ragnar Hellström, Tarja, du musst sofort fliehen, überall sind plötzlich Roboter die auf alles schießen was sich bewegt. Ich bin auf dem Weg zu dir. Beeil dich.“ Ehe sie ein Wort erwidern konnte legte er auf.

Ragnar Hellström war der Polizeikommissar, mit dem sie sich in letzter Zeit immer wieder traf. Sie eilte in den Kindergarten und nahm ihren Sohn Finn in Empfang. Dann rannte sie wieder auf den Hof. Aus dem hinteren Teil der Kaserne erklangen Schüsse und Explosionen. Zwei Stridsvagn 105 Panzer ratterten vorbei. Wenig entfernt blieben sie stehen und schossen. Ein Soldat forderte sie hastig auf, in den bereitstehenden Transporter zu steigen. Kaum saß sie in dem Transporter, schlossen sich zischend die Türen und er fuhr in halsbrecherischer Fahrt los. Krachend schlugen Geschosse in den Bus, Sie duckte sich auf dem Boden und deckte ihren Sohn Finn mit ihrem Körper. Menschen schrien und wurden im Bus herumgewirbelt als der Fahrer in hohem Tempo eine Kurve nahm.

Am Nachmittag gab das Oberkommando der Streitkräfte General Viklund bekannt, dass der Schärengarten verloren sei. Die Maschinen hatten die Truppen überrannt und vernichtet. Sie hatten noch die meisten Menschen evakuieren können. Die Brücken zum Festland wurden gesprengt. Diejenigen, die es nicht geschafft hatten wurden von den Robotern gnadenlos gejagt und getötet. Einige Menschen schafften es sich in Militärstützpunkte zurückzuziehen. Sie versteckten sich und warteten auf Rettung.

1.Tag

Mein Name ist Ulf Kellerson und ich erzähle euch eine Geschichte wie sie mir passiert ist und ich wünsche keinem, dass er dasselbe durchmachen muss wie ich.

Ich war mit meinen Freunden auf einer Tour im Schärengarten. Wir hatten alle unser Abitur bestanden, das wollten wir feiern. Ich war der älteste von meinen Kumpels denn ich hatte nach dem Abitur meinen Wehrdienst absolviert und ihn erfolgreich beendet. Ich freute mich auf mein Studium was ich an der Universität in Stockholm absolvieren wollte. Dieses wollte ich nach den Sommerferien antreten. Darum waren wir mit unseren Kajaks rausgefahren und von Insel zu Insel gezogen. Haben campiert, geangelt und die gefangenen Fische überm Lagerfeuer gegart. Wir tranken Bier, hörten Musik und rauchten Joints. Wir lebten bei schönstem Sommerwetter munter in den Tag hinein und genossen die Freiheit. Wir bekamen von alledem nichts mit, wir hörten noch nicht einmal die Sirenen.

Als wir zurückkehren wollten, fuhren wir mit unseren Kajaks knapp unter Land nach Färvik unserem Heimathafen. Plötzlich wurden wir beschossen. Die Geschosse flogen uns nur so um die Ohren und aus dem Wald stiegen raketenähnliche Geschosse auf, die große Explosionen auf dem Wasser erzeugten. Wir ruderten verzweifelt vom Land weg. Ich hörte die Einschläge näherkommen und die ersten Geschosse pfiffen mir gefährlich nahe um die Ohren, einige schlugen krachend in meinen Kajak ein. Ich rollte mich mit dem Kajak herum und tauchte unter dem Boot hinaus. Das Wasser war kalt und ich spürte wie sich meine Muskeln verhärteten. Ich musste schleunigst ans Ufer, doch der Fähranleger von Färvik war zwar schon in Sichtweite, aber ich war bestimmt noch 500 m entfernt. Man nahm mich immer noch unter Feuer, meine Freunde hatte ich aus dem Blick verloren und ich hoffte, dass sie dasselbe wie ich gemacht hatten. Ich tauchte wieder unter meinen Kajak, der jetzt kieloben im Wasser trieb und schwamm in Richtung des Fähranlegers. Offensichtlich dachten die Angreifer sie hätten mich erschossen, weil ich auf dem Wasser nicht mehr zu sehen war. Ich schwamm weiter und tauchte nur gelegentlich wieder unter dem Kajak auf, um mich zu orientieren. Von meinen Freunden war nichts mehr zu sehen. Ich sah mich mehrmals nach ihnen um, wenn ich wieder unter meinem Kajak wegtauchte und neben ihm schwamm. Ich rief ihre Namen, aber keine Antwort. Der Beschuss ebbte ab und hörte schließlich ganz auf.

Bis nach Färvik hatte ich nur noch ca. 200 m zu schwimmen. Ich fror zum Gotts erbarmen. Als ich endlich unbehelligt noch 50m vom Fähranleger entfernt war tauchte ich noch einmal in den Kajak, um den Beutel mit meinen persönlichen Gegenständen herauszuholen. Das Boot würde schon irgendwann angeschwemmt werden. Mit letzter Kraft und vollkommen unterkühlt erreichte ich das Land. Autos standen verlassen auf der Wartespur der Fähre. Die Tür zum Kassenraum des Verwaltungsgebäudes der Fähre stand offen. Es war menschenleer. Dahinter war der Kiosk meiner Mutter, er hatte die Rollladen runter und war verriegelt. Niemand war zu sehen und es lag eine geisterhafte Stille über Färvik.

Ich zitterte und bibberte. Ich ging so schnell wie ich konnte zu meinem Elternhaus, um aus den nassen Sachen herauszukommen. Die Haustüre stand offen was unnormal war. Es wirkte so als wäre es in großer Eile verlassen worden wäre. Ich ging ins Haus und rief laut nach meiner Mutter und meinem Vater, aber ich bekam keine Antwort. Das Haus war leer.

Ich ging durch den Flur ins Wohnzimmer, dort lag in der Tür ein seltsames Gerät aus Stahl es war hellgrau lackiert und hatte an der Vorderseite eine rote Leuchte die einen scharf gebündelten Lichtstrahl in den Raum schickte. Es sah aus wie ein Laserstrahl. Das Wohnzimmer sah aus als hätte ein Kampf stattgefunden. Der Teppich hatte einen großen schwarzen Brandfleck oder war es Blut? Der Fernseher lag auf dem Fußboden und der Tisch, auf dem der Fernseher gestanden hatte, war umgekippt. Ich sah auf dem Boden die Walther PPK Pistole meines Vaters liegen.

Die Walther PPK ist eine kleine Polizeipistole die mein Vater noch aus seinem aktiven Dienst als Polizist hatte. Er hatte sie behalten als er in Pension ging. Ich hob sie auf und roch an ihr. Sie roch nach Kordit, also war mit ihr geschossen worden. Sie war geladen aber als ich das Magazin herauszog sah ich das nur noch wenige Patronen darin waren.

Auf dem Wohnzimmertisch stand das Fernglas meines Vaters. Ich nahm es wie die Pistole an mich und ging die Treppe rauf zum ersten Stock. Ich wollte mich umziehen und im Zimmer meines Vaters nach weiterer Munition für die Pistole suchen. Wer weiß, wer oder was hier rumlief. Ich zog mich zweckmäßig an, Jeanshose, Turnschuhe und meine grüne College Jacke. Ich zog auch eine Strickmütze an, denn der Tag neigte sich dem Ende zu und die skandinavischen Sommernächte sind kühl, auch wenn es nur ein paar Stunden dunkel ist.

Bevor ich die Treppe wieder hinunter gehen wollte ging ich in das Zimmer meines Vaters. Im Schreibtisch fand ich ein Paket mit Patronen für die Walther PPK Pistole ich füllte das Magazin der Pistole, lud sie durch und steckte sie in meinen Hosengürtel. Ich sah aus dem Fenster, das auf den Fähranleger gerichtet war und sah hinaus. Hinter dem Kiosk meiner Mutter befand sich der Bungalow des Verwaltungsgebäudes der Färvikssund Fähre. Auf dem Dach konnte ich aufgeschichtete Sandsäcke erkennen und ich sah ein großes Bündel dahinter liegen. Vielleicht ein Mensch? Ich nahm mir das Fernglas und sah hinüber zu dem Bungalowdach. Ich konnte die Sandsäcke erkennen und dahinter sah ich die Beine eines Menschen. Offensichtlich ein Soldat, denn ich konnte die Stiefel und die olivgrüne Camouflage Hose eines Soldaten erkennen. Ich rief laut,

„Heeehhh hallooo, ich bin hier, im Haus der Kellersons!“ Ich sah wieder mit dem Fernglas hinüber zu dem Bungalowdach und konnte keine Bewegung erkennen. Ob die Soldaten vielleicht tot waren? Und wenn ja warum? Das musste ich herausfinden.

Ich schloss das Fenster und ging hinüber in das kleine Wohnzimmer das meine Eltern im ersten Stock hatten. Ich ging auf den Balkon und sah die Straße hinauf die aus Färvik herausführte. Am Ortsausgang konnte ich ein Polizeiauto erkennen. Das Blaulicht leuchtete, aber ich sah keine Person dort herumlaufen. Dann fiel mir ein blutiger Handabdruck auf dem Balkongeländer auf. „Mein Gott, was ist hier passiert dachte ich mir. Als ich hinunter ging fielen mir weitere Blutspuren auf. Ich machte mir Sorgen, hoffentlich war keinem etwas Schlimmes passiert. In der Küche fand ich einen Brief, der von meinem Vater geschrieben war. Daneben lag die Zivilschutzbroschüre mit den Sirenensignalen und den Verhaltensweisen für den Kriegsfall.

Mein Vater schrieb „Larmet gick och vi körde till Färvikssand kyrka. Oroa dig inte mamma och pappa.“

(Der Alarm ging los und wir fuhren zur Färvikssand Kirche. Mach dir keine Sorgen, Mamma und Papa.)

Was war hier geschehen fragte ich mich langsam. Der Ort war menschenleer, auf dem Dach des Verwaltungs-gebäudes der Fähre lag eine Leiche, auf mich wurde geschossen, wo meine Freunde sind weiß ich nicht, vielleicht sind sie tot und liegen am Grund vom Färvikssund.

Ein Gefühl der Angst befiehl mich. Was sollte ich jetzt tun? Ich überlegte kurz, dann ging ich in mein Zimmer ich packte meinen Rucksack, steckte das Fernglas hinein mein Taschenmesser, einen Kompass, eine Angelschnur mit Haken. Die Patronen für die Walther PPK Pistole. Im Badezimmer sammelte ich noch einige Medipacks mit Pflaster Jod und Verbandszeug ein. Meinen Tabak und mein Feuerzeug steckte ich in meine Jackentasche. Im Zimmer meines Vaters fand ich noch eine Packung Zigaretten und eine Karte der Schärengartenregion. Ich fand noch eine Taschenlampe, die ich ebenfalls einsteckte.

Danach holte ich mir aus der Garage die Leiter und ging zum Verwaltungsgebäude der Fähre hinunter.

Ich lehnte die Leiter an und versuchte auf das Dach zu gelangen. Die Leiter reichte so gerade und ich musste auf den obersten Sprossen balancieren. Mit einiger Anstrengung schaffte ich es mich auf das Flachdach hochzuziehen. Auf dem Dach lagen die Leichen von zwei Soldaten, von ihnen ging ein übler Geruch aus also mussten sie schon eine Zeit hier liegen. Ich brauchte ein wenig Überwindung, um sie anzufassen. Aus Erfahrung wusste ich, dass Soldaten diverse Sachen, wie Medipacks und Patronen in der Uniform trugen. Ich fand eine Glock 17 Pistole, die schon Rost angesetzt hatte, weil sie wohl schon ein paar Tage draußen gelegen hatte. Sie war noch geladen und offensichtlich war mit ihr gekämpft worden. Die Glock war die Standardwaffe des schwedischen Militärs. Mit Kaliber 9mm und Stahlmantelgeschossen war sie eine leistungsstarke Waffe.

Ich dursuchte die Soldaten und mir fiel einiges an Munition und Medipacks in die Hände. Bei der Durchsuchung fiel mir auf, dass die Soldaten mit großkalibrigen Waffen erschossen worden waren. Einer starrte mich aus leeren Augen, die im Mondlicht gespenstisch leuchteten, an. Ich drückte sie ihm zu und fragte mich wieder was für schlimme Sachen hier passiert sind.

Vorsichtig schaute ich mich vom Dach des Verwaltungsgebäudes um, aber ich sah nichts. Ich kletterte wieder hinunter, lud die Glock Pistole und steckte die restlichen Patronen ein. Dann ging ich im Mondlicht zu den leeren Autos. Ich wagte es nicht meine Taschenlampe einzuschalten, um nicht auf mich aufmerksam zu machen. Ich dursuchte die Autos und fand Patronen, Medipacks, Feuerwerksraketen und Notsignalfackeln. Ich fand auch eine Campinggaskartusche. Ich dursuchte das Verwaltungsgebäude der Fähre. Es sah aus als hätten die Angestellten das Gebäude fluchtartig verlassen. Selbst die Kasse stand noch offen da. Ich schreckte hoch, denn plötzlich erklang ein helles Surren. Ich wirbelte herum und sah den Getränkeautomaten in der Ecke des Kassenraumes stehen. Seine Kühlung war angesprungen und hatte mich erschreckt. Ich hielt die Glock mit zitternden Händen im Anschlag. Mein Herz schlug bis zum Hals. Mein Atem ging stoßweise.

Langsam löste sich meine Anspannung. Der Apparat war intakt und er enthielt gekühlte Getränke. Ich griff in meine Hosentasche und holte ein paar Münzen hervor. Ich warf sie in den Münzschlitz und leise klackernd fielen sie in den Münzschacht des Automaten. Ich wählte ein Heineken Bier. Mir war gerade nicht nach Limonade. Ich brauchte etwas, um mich zu beruhigen. Klappernd fiel die Flasche in den Ausgabeschacht. Ich holte sie heraus, öffnete sie und trank mit durstigen Zügen. Das Bier rann kühl meine Kehle hinunter. Mit dem Handrücken wischte ich mir den Mund ab. Ich ließ mich auf eine der Wartebänke nieder und sah mich im trüben Licht des Getränkeautomaten um. Ich hielt die Bierflasche an meine Stirn. Ihre Kühle beruhigte mich langsam. Das Bier schmeckte hervorragend und ich bekam Durst auf eine zweite Flasche. Ich suchte in meiner Tasche nach und hatte gerade genug, um noch eine zweite Flasche zu kaufen. Ich öffnete sie, setzte mich wieder und entzündete eine Zigarette. Außer dem leisen Surren der Kühlung und dem Plätschern des Meeres draußen, war es mucksmäuschenstill.

Was war hier vor sich gegangen? Diese Frage stellte ich mir immer wieder. Als ich die Flasche geleert hatte verließ ich das Gebäude und trat hinaus in die kühle Dunkelheit. Vom Färvikssund wehte leicht ein kühler Hauch. Ich blickte mich um. Der Ort wurde durch das zuckende, geisterhafte, blaue Leuchten des Polizeiautos erhellt. Die Szenerie war unheimlich. Vorsichtig ging ich die Straße hinauf und näherte mich dem Polizeiauto.

Meine Sinne waren zum Zerreißen gespannt, ich war jederzeit darauf gefasst das mich jemand oder irgendetwas attackierte. Ich schlich mich in gebückter Haltung an das Fahrzeug. Das Blaulicht blinkte und tauchte die Gegend in ein gespenstisches, flackerndes Licht, dass in den Augen brannte. Vor dem Auto lag wieder so ein komischer, hellgrauer Apparat. Er lag zur Hälfte auf der Haube. Bei näherer Betrachtung sah er aus wie ein Hund und hatte eine Art Maschinenpistole am vorderen Ende. An der Pistole war ein Magazin und ich zog es heraus. Die Patronen, die darin waren, hatten Kaliber .30 und passten in die Walther PPK Pistole. Also konnte die Maschine nicht irgendetwas Außerirdisches sein. Auf der Patrone war am Boden ein schwedischer Hersteller eingeprägt. Die Komponenten der Maschine sahen auch nicht aus, als wenn Sie von der Wega kamen, sondern von der Erde. Was ging hier verdammt nochmal vor sich? In dem Auto saß die Leiche eines Polizisten. Das kreisrunde Loch in seiner Stirn stammte wohl von der Pistole des Gerätes das auf der Motorhaube lag. Ich dursuchte auch ihn und fand Patronen, die in die Walther PPK passten. Im Kofferraum waren ebenfalls Vorratsbehälter, die mir reichlich Munition bescherten. Mein Rucksack wurde schwerer. Darüber hinaus fand ich noch Patronen, die für eine Maschinenpistole geeignet waren, vielleicht fand ich eine in einem Polizeiauto. Die Kpist oder die HP 5 wurde nicht nur vom Militär verwendet.

Schwer beladen ging ich zum Haus zurück. Dort angekommen sortierte ich die Sachen, die ich gefunden hatte und packte meinen Rucksack vernünftig zusammen. Ich steckte noch einige Musikcassetten in die Seitentasche meiner Jacke, denn ich wusste nicht, wann ich wiederkommen würde. Ich beschloss die Nacht noch auszuharren und am nächsten Morgen zur Färvikssand Kirche zu gehen. Je nachdem wie lange der Alarm her war, konnten meine Eltern ja schon weitergezogen sein.

Ich plünderte den Kühlschrank und aß was mir in die Hände viel. Ich verriegelte die Türen und Fenster, im Erdgeschoß versuchte ich, ob im Fernseher irgendwelche Nachrichten kamen. Ich empfing aber nur weißes Rauschen. Mit dem Radio erging es mir auch nicht anders, nur Rauschen, der Äther war tot. Für mich gab es einen Grund mehr, aufzubrechen und auf die Suche zu gehen.

2.Tag

Ich schlief unruhig einige Stunden und wurde immer wieder wach, weil mir vieles durch den Kopf ging. In aller Herrgotts Frühe machte ich mich auf den Weg und ging die Straße nach Färvikssand Kirche. Über dem Ort lag eine gespenstische Stille, ich dachte selbst die Vögel zwitschern nur verhalten. In der Ferne krähte ein Rabe. Ich ging an dem Polizeiauto vorbei und schaltete noch das Blaulicht aus, weil es mir auf die Nerven ging. Dann ging ich weiter. Als ich ein Stück gegangen war hörte ich ein merkwürdiges Geräusch.

Es klang ähnlich wie das Bellen eines Hundes, aber eben nur ähnlich. Dann hörte ich ein hohes Surren und ein metallisches Klirren, so als wenn eine Metallplatte auf den Boden trifft.

Ich zog die Glock und lud Sie leise durch. Dann nahm ich ein volles Magazin in meine linke Hand, um schnell nachladen zu können, denn ich wusste nicht was mir begegnen würde. Dann ging ich von der Straße seitlich ins Unterholz und hockte mich hin. Ich nahm das Fernglas und sah in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Mir stockte der Atem, da kam so ein hellgrauer, hundeartiger Apparat die Straße entlang. Er lief auf vier Beinen wie ein Hund oder wie ein Wolf.

An der Vorderseite, wo ein Hund seinen Kopf gehabt hätte war eine Ansammlung von Sensoren befestigt. Daneben konnte man den Lauf einer Pistole erkennen. Aus der Vorderseite trat ein breitgefächerter gelblicher Lichtstrahl aus, ich dachte direkt an eine Art Laserstrahl. Das Gerät blieb zeitweilig stehen und scannte die Umgebung, indem es seinen Kopf schwenkte. Auf seinem Rücken war ein ballonartiger Gegenstand angebracht. Er sah ein wenig aus wie der Pressluft-tank eines LKWs. Von ihm gingen mehrere Leitungen ab, die in den Roboterhund hineinführten. Ich betrachtete diesen „Hund“ näher durch das Fernglas und überlegte welches die schwächsten Stellen an dem Robot sein würden, falls ich mit ihm kämpfen musste. Ich entschied mich für den Kopf mit den Sensoren, die Halterung der Pistole und dem Tank auf seinem Rücken. Ich konnte mir vorstellen, dass dies die Energieversorgung des Roboters war.

Plötzlich geschahen mehrere Dinge gleichzeitig. Der Roboter blickte in meine Richtung, das gelbliche Licht wurde plötzlich Rot, der Roboter stieß ein bellendes Geräusch aus und schoss sofort auf mich. Ich duckte mich und ließ das Fernglas fallen. Dann nahm ich die Glock, rollte mich an Seite und schoss zurück. Ich hörte wie meine Kugeln mit klingendem Geräusch in den Roboter einschlugen, jedoch zeigte das keine Wirkung. Ich sah das der Roboter blitzschnell seine Position wechselte, indem er auf mich zulief.

Ich rappelte mich auf und lief seitlich weg, um aus seiner Schusslinie zu kommen und zielte auf den Behälter auf dem Rücken. Ich gab zwei Schüsse ab, beide trafen und der Roboter fing an Funken zu sprühen. Er lief weiter um mich herum und versuchte wieder auf mich zu schießen. Ich umrundete ihn ebenfalls, um ihm nicht die Gelegenheit zu geben. Und lief seitlich auf ihn zu dann feuerte ich wieder auf den Tank so wie ich es im Militärdienst gelernt hatte immer einen Doppelschlag d.h. zwei Schüsse hintereinander abgeben. Der Hund explodierte plötzlich in einer hellen Glutwolke. Trümmerteile flogen umher. Also hatte ich richtig getroffen. Ich sammelte mein Fernglas wieder ein und lud die Pistole wieder nach.

Danach untersuchte ich meinen Gegner. Es war exakt dasselbe Gerät wie das was im Wohnzimmer meiner Eltern lag und exakt das gleiche wie das über dem Polizeiauto.

Der Tank auf dem Rücken entpuppte sich als Brennstoffzelle, die mit Wasserstoffgas gefüllt war, deshalb auch die fulminante Explosion. Ich hatte auch die Sensoren an seinem Kopf getroffen, jedoch nicht vollends ausgeschaltet, denn er hatte ja noch gezielt auf mich geschossen. Auf einem der Sensoren konnte ich X-Ray Sight Sensor entziffern,

von dem Rest zeugten nur die roten Glassplitter davon das dies wahrscheinlich ein Infrarotsicht Sensor war. Einer von den Sensoren sah wie ein Nachsichtgerät aus. Dies hatte mein Treffer vollkommen zertrümmert. Hinter dem Kopf befand sich ein weiteres Gehäuse was aus Stahl bestand und offensichtlich gepanzert war. Hier musste die Steuerung drinstecken.

Wer zum Teufel hat diese Dinger gebaut, wer hat sie aktiviert und auf die Menschen losgelassen? Was ging hier vor sich? Wurden wir von einem anderen Land überfallen? Etwas außerirdisches konnte das auf keinen Fall sein, weil die meisten der Komponenten einen englischen oder schwedische Aufdruck trugen. An der Seite von dem Gerät fiel mir eine Zahl auf, wahrscheinlich die Serien- oder Registrierungsnummer. Ob hier ein Experiment des Militärs schiefgelaufen war und man hat nicht rechtzeitig den Stecker gezogen. Oder waren es irgendwelche kriminelle Machenschaften einer Terrorgruppe.

Mir fiel das Attentat auf Olof Palme ein. Der schwedische Politiker war dabei getötet worden. Der Täter war ein Einzeltäter gewesen, aber man hatte damals nicht in Erfahrung bringen können, ob nicht doch eine Terrororganisation dahinter steckte. Vielleicht steckte die gleiche Organisation auch hier dahinter.

Auf jeden Fall waren diese Maschinen mordsgefährlich.

Ich ging die Straße weiter allerdings seitlich durch das Gras, um nicht von weitem gesehen zu werden. Etwa hundert Meter vor mir war eine Straßenkreuzung, auf ihr standen Autos und ich hört schon wieder das Geräusch was dieser Roboter vorhin ausgestoßen hatte. Ich ging noch etwas weiter von der Straße weg in das Unterholz des nahen Waldes. Ich versuchte mich geräuscharm zu bewegen, um eventuelle Roboter nicht auf mich Aufmerksam zu machen. Ich sah wieder durch das Fernglas. Vor mir auf der Kreuzung lag ein Auto auf der Seite und zwei andere standen verlassen dort herum. Dazwischen patrollierten fünf von diesen Maschinen. Ich würde an ihnen vorbeimüssen, wenn ich zur Kirche wollte. Ich könnte zwar versuchen Sie zu umgehen, aber was würde mich dann danach erwarten. Und dann hatte ich diese Roboter auch noch im Nacken. Nein, ich würde mich dem Kampf stellen müssen. Mir fiel die Gaskartusche in meinem Rucksack ein. Mit ihr konnte ich eine Sprengfalle bauen ich musste Sie nur dorthin locken. Ich ging ein Stück zurück und schlich mich auf die Straße. Die Roboter immer im Blick. Sie waren ca. 80 bis 100m von mir entfernt. Dann machte ich meine Pistolen fertig und sprang auf die Straße. Ich stieß einen Pfiff aus und rief laut „HIER BIN ICH, KOMMT UND HOLT MICH!!“

Die Leuchten an den Robotern wurden sofort rot und drei von ihnen kamen auf mich zugelaufen. Ich wich einige Schritte zurück. Mein Herz schlug bis zum Hals. Der Abstand zwischen den Robotern und der Gaskartusche wurde geringer ein Roboter eröffnete das Feuer aber die Kugeln pfiffen an mir vorbei. Ich wich etwas seitlich aus. Der vordere Roboter ging langsam und blieb über der Sprengfalle stehen. Ich hatte beobachtet das sie nur im Stehen schossen. Ich zielte kurz auf die Gaskartusche und gab mehrere Schüsse ab. Einer traf und es gab eine ordentliche Explosion. Der vordere Roboter wurde durch die Luft geschleudert und explodierte. Die anderen beiden wurden ebenfalls beschädigt und explodierten. Drei auf einmal, ich frohlockte. Dann lief ich auf der anderen Seite in den Wald. Die verbliebenen beiden Roboter kamen auf mich zugelaufen. Einer blieb stehen und feuerte auf mich. Seine Geschosse schlugen krachend in den Baum, hinter dem ich mich versteckte, ein. Der andere versuchte in meinen Rücken zu gelangen.

Da er seitlich an mir vorbeilief konnte er nicht auf mich schießen. Ich schoss sofort mehrmals auf ihn und traf den Tank der daraufhin explodierte. Damit hatte ich es nur noch mit einem Roboter zu tun, der allerdings wild auf mich schoss. Ich sprang hinter meiner Deckung hervor und rannte zum nächsten Baum. Mir fiel auf das der Roboter nicht so schnell zielen konnte. So konnte er nicht auf mich schießen, während ich lief. Ich wechselte schnell das Magazin der Glock und schoss wieder auf den Roboter. Ich arbeitete mich zu einem der Fahrzeuge vor, weil dies eine bessere Deckung boten. Dann nahm ich den Roboter noch einmal unter Feuer und auch er explodierte. Danach wurde es seltsam ruhig. Ich ging zu den zerstörten Robotern, um sie zu untersuchen und nachzusehen, ob sie passende Munition hatten. Ich holte die Patronen aus ihnen heraus. Sie passten allerdings überwiegend in die Walther. In der Ferne sah ich die Kirche von Färvikssand. In allen Fahrzeugen fand ich Munition und andere Dinge, die ich brauchen konnte. Mein Rucksack wurde immer voller und meine Taschen beulten sich auch aus. Allerdings hatte auch mein Vorrat an 9mm Patronen abgenommen. Ich würde wohl demnächst mit der Walther PPK kämpfen müssen. Eins der Fahrzeuge kannte ich. Es gehörte dem Jäger von Angsnäs, einem kleinen Haus an der nördlichen Küste von Färvikssand. Aus einem Brief, den ich auf dem Fahrersitz fand, ging hervor, dass er seine Jagdausrüstung auf Angsnäs hatte. Ich frohlockte. In der Hoffnung dort eine bessere Waffe zu bekommen machte ich mich auf den Weg dorthin. Es waren wenige Kilometer, die ich durch den Wald gehen musste.

Im Wald traf ich wieder auf zwei dieser Hunderoboter die, ich Combatwolf nannte, weil Sie sich wie Wölfe verhielten. Ich kämpfte Sie mit der Walther PPK Pistole nieder. Allerdings musste man sie öfter nachladen als die Glock, weil Sie nur 7 Patronen im Magazin hatte. Bei der Glock waren es 17.

Danach erreichte ich Angsnäs, ohne dass mich etwas attackierte. Die Tür des Hauses war verschlossen. Ich knackte das Schloss mit einer Haarnadel, die ich zufällig in meinem Rucksack fand. Die waren vielleicht noch von Ronja, meiner ehemaligen Freundin.

Im Haus fand ich ein Mauser 12 Jagdgewehr in einem guten Zustand, Kaliber .243 Munition Stahlmantelgeschosse, einen Schalldämpfer und ein Zielfernrohr, welches aber schon abgenutzt war. Ich baute alles zusammen und zielte mit dem Gewehr. Dann hörte ich im Garten schon wieder das verhasste Geräusch eines Combatwolfs. Siieeep, Siieeep, Siieeep Siieeep und das metallische Klirren seiner Fußplatten. Ich sah um die Hausecke. Er hatte mich noch nicht bemerkt. Ich betätigte den Ladehebel der Mauser 12 und hob sie hoch. Ich sah durch das Zielfernrohr und stellte es scharf. Ich zielte sorgfältig auf den Tank auf dem Rücken des Roboters. Als er stehenblieb war das sein Verderben. Ich betätigte den Abzug und traf den Tank. Der Combatwolf explodierte sofort. Mir war ein Killshot aus gut hundert Metern gelungen. Mit dieser Waffe fühlte ich mich gleich besser. Da der Tag schon weiter fortgeschritten war, beschloss ich die Nacht auf Angsnäs zu verbringen.

Ich durchsuchte das Haus nach etwas Essbarem und fand einige Konserven. Zugegeben, kalte Ravioli schmecken zwar nicht besonders, machen aber trotzdem satt. Warmmachen ging nicht, da das Gas am Herd abgestellt war. Ich fand zwar drei Gaskartuschen, aber keinen Campinggaskocher oder eine Lötlampe, damit hätte man die Dose wenigstens erhitzten können. Die restlichen Sachen steckte ich ein. Unter der Treppe fand ich einige Bierflaschen. Ich genehmigte mir eine davon, denn ich hatte ziemlichen Durst. Das Bier schmeckte nicht besonders, weil es kaum gekühlt war. Aber wie war das mit der Not und dem Teufel?

Ach, ja in der Not frisst der Teufel Fliegen. Die standen zum Glück noch nicht bei mir auf dem Speiseplan. Als ich im Obergeschoss auf dem Bett lag, überdachte ich meine Lage. Ich würde noch einmal nach Hause zurückkehren und die Küche nach Proviant durchsuchen, dann würde ich wieder in Richtung Kirche aufbrechen. Ich überlegte, ob ich quer über den Berg durch den Wald gehe sollte, oder besser die Straße nahm, die um die Insel herumführte und in Färvik endete.

Mir fiel ein, dass auf dem Weg noch ein Haus war. Es war eine Fischerhütte, die sich Angsnäskogen nannte. Vielleicht finde ich da noch ein paar brauchbare Sachen. Mir fiel auch der kleine Lagerbunker ein, der in der Nähe von Angsnäskogen stand. Da könnte vielleicht Munition und auch noch bessere Waffen drin sein. Diese Bereitschaftslager waren über das ganze Land verteilt und konnten so groß wie eine Garage sein, oder die Größe eines Lagerhauses haben. Ich entschied mich den Weg nach Färvik zu nehmen. Das beständige Whoosh der Brandung und das Bier lullten mich ein und so schlief ich tief und traumlos.

3.Tag

Ich wachte am späten Morgen auf. Die Sonne war schon höher am Himmel als gestern und die Möwen kreischten draußen vor dem Fenster. Ich vergaß fast in welch gefährlicher Situation ich steckte und wollte schon einfach auf den kleinen Balkon gehen, der dem Meer zugewandt war. Die Pistole auf dem Nachttisch holte mich aber schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Ich zog mir wieder meine Jacke und die Schuhe an, steckte die Pistolen wieder in den Hosenbund und prüfte Sie vorher darauf, dass sie durchgeladen und gesichert waren. Manch einer hatte sich schon die Kronjuwelen weggeschossen, weil er am Hammer der Pistole hängengeblieben war. Ich schulterte das Jagdgewehr und schaute erstmal vorsichtig aus dem Fenster, bevor ich das Haus verließ. Mit gezogener Waffe schritt ich durch die Tür und schaute mich rechts und links um. Ich blieb im Garten stehen und lauschte. Außer der Brandung und Mövengekreisch war nichts zu hören. Langsam ging ich zur Straße hinauf und schaute wieder nach links und rechts. Selbst mit dem Fernglas konnte ich nichts entdecken, also machte ich mich auf den Weg Richtung Färvik. Neben mir ragte eine Felswand auf, links von mir war das Ufer. Ich ging vorsichtig an der Felswand entlang um eine Kurve und sah etwa 300 m von mir entfernt den kleinen Lagerschuppen und einige Autos. Eines davon brannte. Um die Autos herum lungerten einige Combatwölfe. Ich beobachtete Sie eine Weile und zählte drei Stück. Ich wechselte schnell auf die andere Straßenseite und sprang in die Uferböschung die mir mehr Deckung bot. Ich ging langsam an der Böschung entlang näher an die Stelle, um ein besseres Schussfeld zu haben. Ich nahm die Jagdflinte von meiner Schulter, ohne ein Geräusch zu machen. Dann legte ich mich auf die Lauer. Ich beobachtete Sie durch das Zielfernrohr. Sie patrouillierten rund um die Autos ich wartete bis zwei davon mir ihren Rücken zukehrten. Bei diesen Maschinen kannte ich keine Skrupel ich schoss auf den ersten, der auf der rechten Seite neben einem der Fahrzeuge stand. Der in der Mitte bekam gar nicht mit, dass sein Kamerad explodierte. Er blieb stehen und noch bevor er sich umdrehen konnte brachte ich auch seinen Tank zur Explosion. Der dritte drehte sich um und stieß diesen merkwürdig bellenden Laut aus. Er lief auf mich zu und ich hatte Mühe ihn im Visier zu behalten. Aber als er stehenblieb und schoss, hatte ich ihn bereits sicher im Fadenkreuz meines Zielfernrohrs und erledigte auch ihn. Dann spritze Dreck vor mir auf. Verdammt… da schoss noch einer. Ich zog mich etwas mehr in die Uferböschung zurück, während die Kugeln über mich hinweg zischten und versuchte den Schützen ausfindig zu machen. Vorsichtig lugte ich noch einmal in die ungefähre Richtung, aus der die Schüsse gekommen waren. Wieder zischte eine Geschossgarbe über mich hinweg, jedoch sah ich jetzt, dass sie aus einem Busch neben einem der Autos kam. Ich schlich mich weiter vor, weil dort ein Begrenzungsstein am Straßenrand lag. Ihn wollte ich als Deckung nutzen. Vorsichtig schob ich das Gewehr über den Rand der Böschung und visierte den Busch an. Ich konnte den Roboter dahinter erkennen. Durch eine Lücke im Blattwerk sah ich seine rotleuchtenden Sensoren. Ich zielte einen Handbreit darüber da musste sein Tank in etwa sein. Ich zielte und schoss. Der Schuss fehlte dann kam der Roboter nach vorne gestürmt. Ich konnte sehen das er Funken versprühte, also hatte ich ihn beschädigt Er zielte wieder auf mich und ich drückte ab. Er explodierte in einer grellen Wolke. Danach war es sehr still. Das Wasser hinter mir plätscherte und ich hörte entfernt ein paar Möven kreischen. Ich lud das Gewehr nach, zog die Pistole und verließ vorsichtig meine Deckung. Dann untersuchte ich die zerstörten Roboter und nahm ihre Patronen an mich. Ich wandte mich dem Militärschuppen zu. Das Schloss brach ich wieder mit einer meiner Haarnadeln auf. Leider fand ich keine Waffe in dem Raum, dafür aber fünf Handgranaten. Ich schraubte die Zünder hinein und machte sie damit gebrauchsfertig. Man musste lediglich die Granate in die Hand nehmen, natürlich den Handgriff an der Seite drücken, den Sicherungsstift mit dem Ring rausziehen und dann das Ding weit genug werfen. Es gab dann eine heftige Explosion mit einem Splitterregen der 20 m im Umkreis tötete oder zumindest schwer verletzte. Eine furchtbare Waffe, wenn man Sie gegen Menschen einsetzte.

Ich fand auch noch diverse Munition, die den Weg in meine Taschen fand. Die Autos draußen waren auch ergiebig. Eines davon war ein PKW, der vom Militär genutzt wurde. Ich durchsuchte sie in fliegender Eile denn ich wusste nicht wann die nächsten Roboter hier aufkreuzten. Dann ging ich mit gezogener Waffe die Straße weiter Richtung Angsnäskogen. Ich lief durch das Schilf auf die kleine Insel hinüber. In der Hütte gab es nichts was ich brauchen konnte. Am Ufer stieß ich auf ein Zeltlager. Im Sand des Strandes war mit Steinen ein Herz gelegt worden. Hier hatte wohl ein Liebespärchen einige romantische Stunden verbracht. Aber es war keiner zu sehen, noch nicht einmal ihre Leichen. Vielleicht konnten Sie fliehen.

Als ich wieder zurückging stockte mir fast der Atem. Auf der Straße lief ein fast vier Meter hoher, merkwürdig aussehender Roboter. Er lief annähernd aufrecht auf zwei Beinen. Seine Beine waren groß und lang . Die Knie waren nach hinten gerichtet, sodass sie wie die Beine eines Dinosauriers anmuteten. Er bewegte sich geschmeidig darauf. An der Vorderseite des quaderförmigen Rumpfes hatte er Arme. Da wo beim Menschen in etwa die Schulter war, saß ein großes MG. Der Kopf des Roboters saß auf der Oberseite des länglichen Rumpfes und hatte eine keilförmige Form. An seiner Vorderseite leuchteten gelblich Sensoren. Einer davon sandte einen scharf gefächerten Strahl aus. Es sah aus wie Laserlicht. Er schwenkte beständig hin und her und schien die Umgebung zu scannen. Er sah aus wie ein Dinosaurier.

Jeder Schritt der Maschine wurde von einem hellen Djiieep, Djiieep, Djiieep, Djiieep begleitet und das Knirschen schwerer Schritte, wenn seine Fußplatten den Boden berührten.

Ich duckte mich im Schilf und hoffte darauf, dass er mich nicht erfasste. Ich glaubte, dass ich mit dem Jagdgewehr keine Chance gegen ihn hatte.

An seinem linken Arm befand sich anstatt einer Hand eine großkalibrige Waffe. Aus seinem linken Arm fuhr zeitweilig zischend ein langes Schwert aus. Dieser Killerrobot war eine Bestie. Ich bewegte mich nicht und versuchte keine Aufmerksamkeit zu erregen. Ich ging im Geiste mein Waffenarsenal durch. Ich hatte die Handgranaten, meine Pistolen, die aber bei dem Roboter nicht viel Wirkung hatten, je nachdem wie stark er gepanzert war. Mein Jagdgewehr, wobei ich annahm, dass es nicht stark genug war. Es hatte von allen Waffen das kleinste Kaliber. Dann hatte ich noch meine Gaskartuschen, die Notsignalfackeln und die Feuerwerkskörper.

Ich überlegte, auf einen Pistolenkampf konnte ich mich nicht mit dieser hochgefährlichen Maschine einlassen. Die Handgranaten wären eine gute Wahl aber was, wenn eine nicht reicht. Dann wusste er, wo ich war und dann Sayonara (jap. Tschüss). Im Schilf darauf zu warten, dass er mich erfasste und auf mich schoss war auch keine Lösung. Also musste ich mir was einfallen lassen.

Der Roboter drehte sich plötzlich um und ging Richtung Färvik. Aus der Richtung war er gekommen. Ich schlich ihm durch das Schilf hinterher und versuchte möglichst keine Geräusche in dem knietiefen Wasser zu machen. Meine Füße froren und ich spürte sie kaum noch. Ich hielt den Roboter immer im Auge, um mich schnell ducken zu können, wenn er sich umdrehte. Ich hatte Glück und erreichte die Uferböschung. Ich kroch durch das feuchte Gras die Uferböschung hinauf, um aus der Froschperspektive einen Blick auf die Straße erhaschen zu können.

Den Roboter konnte ich im Moment nur hören. Leise schlich ich an der Böschung entlang hinter ihm her. Wenn ich ihn nicht sehen konnte, dann konnte er es vielleicht