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Tauche ein in die stimmungsvolle Welt der irischen Hügel und erlebe die bewegende Geschichte einer jungen Frau, die zu Weihnachten in ihr Heimatdorf zurückkehrt. Zwischen den Traditionen eines idyllischen Landlebens und den Spuren ihrer eigenen Vergangenheit findet sie Trost, Liebe und Erkenntnis. Begleitet von ihrer warmherzigen Großmutter, entfaltet sich eine Geschichte über Wurzeln, Verlust, Heilung und die tiefe Bedeutung von Familie. Ein Wintermärchen voller Herzlichkeit und Poesie, das die Magie der Weihnacht und die Schönheit der irischen Landschaft zelebriert.
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Veröffentlichungsjahr: 2024
Irische Weihnachten
Home for Christmas
Gertrud Carey
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek. Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Veröffentlicht bei Infinity Gaze Studios AB
1. Auflage
Dezember 2024
Alle Rechte vorbehalten
Copyright © 2024 Infinity Gaze Studios
Texte: © Copyright by Gertrud Carey
Cover & Buchsatz: V.Valmont @valmontbooks
Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung von Infinity Gaze Studios AB unzulässig und wird strafrechtlich verfolgt.
Infinity Gaze Studios AB
Södra Vägen 37
829 60 Gnarp
Schweden
www.infinitygaze.com
HOME FOR CHRISTMAS
I am home, denke ich, als der Flieger auf dem Boden aufsetzt, und mein Herzschlag beschleunigt sich, während der Flieger sich verlangsamt. „I am home“, sagt der Sohn zu seiner Mutter in der Ankunftshalle, ihre Augen füllen sich mit Tränen. Ich weine nicht, auch wenn mein Herz fast zerspringt. Ich fühle nur den stillen, leisen Fluss, der sanft durch meine Seele fließt.
Santa, der Weihnachtsmann im leuchtend roten Gewand, schiebt seinen mächtig runden Bauch stolz vor sich her, wünscht dem vorbeieilenden Publikum frohe Festtage. Um die Wichtigkeit seiner Erscheinung noch zu betonen, winkt er weitausholend in die Menge. Seine riesigen Hände stecken in schneeweißen Handschuhen, vom gleichen unschuldigen Weiß ist auch sein Bart, der in wallenden Locken seinen Brustkorb ziert. Ich ignoriere ihn, genauso wie die weihnachtlichen Klänge, die dauerberieselnd aus den Lautsprechern ertönen.
Menschen fallen sich in die Arme, erleichtert und glücklich über das lang ersehnte Wiedersehen, vielleicht auch nur aus purer Erschöpfung oder weil die Emotionen an Weihnachten in einer höheren Tonlage spielen. Da ist niemand, der auf mich wartet, mich in seinen Armen auffängt, und ich bin froh darüber. Ich könnte nicht garantieren, dass der stille Fluss doch noch überlaufen würde.
I am home, denke ich erstaunt, hatte ich doch lange mit mir gerungen, überhaupt jemals wieder einen Fuß auf diesen Teil der Erde zu setzen. Und ausgerechnet einen Tag vor Weihnachten, an dem Tag, als ich Hals über Kopf diesen Ort verlassen habe.
Mein Weggehen kam einer Flucht gleich. Ich ging mit nur einem Koffer, in den ich nicht viel mehr als mein gebrochenes Herz und die Reste meines Lebens hineinstopfte.
Bald schon werde ich Dublin hinter mir lassen und quer durch die Insel fahren, vom Flughafen im Osten bis nahe an die Küste des Atlantiks im Westen. Der Bus ist fast bis auf den letzten Platz besetzt, als ich ihn, wider Erwartung, doch noch erreiche. Nach Luft ringend steige ich die drei Stufen hoch, bis ich vor der Kabine stehe, in der der Fahrer sitzt, und nenne ihm mein Ziel.
Mein Ziel, dieses Wort allein genügt, um mir einen leisen Stich zu versetzen, als es über meine Lippen kommt. Mit einem Lächeln im Gesicht, das alles zu verstehen scheint, und eingelullt von süßen Klängen in seiner Kabine, streckt mir der gute Mann den Fahrschein entgegen. „Merry Christmas“, ruft er mir hinterher. Ich hätte mich gewundert, wenn er es nicht getan hätte. Seit dem Verlassen des Flugzeugs bis hierher habe ich es so oft gehört, dass ich mich frage, ist das nun ein Wunsch oder doch eher ein Befehl.
