Irland in mir - Dennis O'Connell - E-Book

Irland in mir E-Book

Dennis O'Connell

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Beschreibung

Eingebettet zwischen den Grafschaften Mayo und Sligo liegt die Killala Bay - ein kaum entdecktes Juwel in Irlands großartigem Nordwesten. Welche geschichtsträchtigen Orte sich hier aneinanderreihen, erzählt dieses Buch. Es ist Reiseführer und Lesebuch zugleich und für junge, sportbegeisterte Reisende ebenso lehrreich wie für Familien, Liebhaber von Geschichten und Legenden. In diesem Buch findet der Leser Geschichten über Steinbauten, die schon vor dem Bau der großen Pyramide von Gizeh existierten, über Bäume, die 2.500 Jahre vor Christi Geburt wuchsen, und über Wasser aus geheimnisvollen Quellen mit magischen Heilkräften. Lesen Sie über alte Zivilisationen, mystische Stämme, Götter und Göttinnen, Invasionen, Rebellionen und Schlachten. Erfahren Sie mehr über verfallene Schlösser, alte Kirchen, Klosterruinen und Schiffswracks. Hören Sie die traurigen Geschichten von Auswanderern und betrachten Sie die Gedichte eines Mönchs im Exil. Es gibt kulinarische Tipps und viele nützliche Informationen für Besucher dieser schönen Insel am westlichen Rand Europas. Und immer im Blick, das tiefe Blau des unendlich weiten Atlantiks.

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Seitenzahl: 113

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Dieses Buch ist für unsere Familien und Freunde und für alle, die sich von dem besonderen Zauber von Irland und seinen Bewohnern, der Geschichte, den Mythen und dem Humor berühren lassen.

„WIR SIND IREN, NICHT, WEIL WIR IN IRLAND GEBOREN SIND, SONDERN IRLAND IST IN UNS GEBOREN.“

Dennis O’Connell

Teil I

VORWORT

K

APITEL

1

Éire – Die keltische Göttin

Die Ogham-Stele in Killala

K

APITEL

2

Hör zu – der Zugang zum Feenvolk

Ringforts und Fairy Trees

Céide Fields

K

APITEL

3

Das frühe Irland

Túatha dé Danann

Ein Mitglied der Spezialeinheit Fianna hieß Oisin

Die Geschichte von Finn und dem großen Magier Oingus

Eine andere Zeitrechnung

Oisin

K

APITEL

4

Warum die Römer niemals Irland eroberten

Patrick – Patron und Schutzheiliger

Fó Choill

Die Geschichte vom Seamróg

Der Zorn der Druiden

Der Heilige Patrick und die Schlangen

Das keltische Kreuz

Der Kampf mit dem gewaltigen Druiden Crom Dubh

Blowhole

T

EIL

II

N

ORD

A

TLANTIC

W

AY

Reizvolle Reiseziele im County Mayo

I

NHALTSVERZEICHNIS

T

EIL

II

Vorwort

Uns trennen 1.700 Kilometer. Dennis O’Connell lebt mit seiner Frau Sheila in Killala, in der Grafschaft Mayo, im nordwestlichen Teil von Irland. Wir kennen uns seit vielen Jahren, seit er und seine Familie nach Stuttgart kamen, er seine Sprachenschule gründete und mehr als dreißig Jahre lang erfolgreich führte. Er war Geschäftsführer, Lehrer, Trainer und coachte seine Schülerinnen und Schüler aus Industrieunternehmen und Institutionen für Business-Auftritte: das richtige Wort, zur richtigen Zeit, zum richtigen Thema, im richtigen Ton; die eigene Präsentation gepaart mit irischen Höflichkeitsformen im Umgang mit Geschäftspartnern. Die Direktheit von uns Deutschen ist im internationalen Kontext nicht immer von Vorteil, ja manchmal sogar hinderlich. Und so hat Dennis auch mich viele Dinge gelehrt. Den stilvollen Umgang mit der Sprache und mit internationalen Managern. In Erinnerung geblieben sind seine Interpretationen der irischen Geschichte, welche er – oft mit überraschenden Metaphern passend zu den Wirtschaftsthemen – in den Unterricht einfließen ließ, immer verbunden mit einem Augenzwinkern.

Gemeinsam mit seiner Frau Sheila kehrten sie zurück zu ihren Wurzeln. Ich bin ihrer Einladung gefolgt und nach Irland gereist, um mehr über dieses Land, seine Historie, Orte und Menschen zu erfahren.

Sehr gerne lauschte ich den individuellen und ganz persönlichen Geschichtsinterpretationen von Dennis O’Connell.

Ich bedanke mich mit diesem Buch von ganzem Herzen für die bereichernden, amüsanten und sinnvollen Lektionen – und insbesondere bei Sheila für ihre großzügige Gastfreundschaft.

Katharina Goldbeck-Hörz

„ICH DENKE, DASS EIN LAND OHNE EIGENE SPRACHE KEINE EIGENE IDENTITÄT HAT, UND DESHALB FINDE ICH DIE IRISCHE SPRACHE SO WICHTIG.“

Dennis O’Connell

Kapitel 1

ÉIRE – DIE KELTISCHE GÖTTIN

Woher der Name Irland kommt

Éire, war der Name einer keltischen Göttin. Sie schrieb sich in der ursprünglichen, alten irischen Schreibweise Ériu. Eine Göttin der Natur, der sanften Hügel und Wiesen und darauf bedacht, dass das Gras grünt und die Menschen der Insel dieses wunderbare Stück Erde in Ehren halten. Von Éire leitet sich der englische Name Ireland ab, was früher „The Land of Éire“ hieß und urkeltisch als *Φīwerjon – „üppiges Land“ übersetzt wird. Die Sprache Inselkeltisch, Gälisch oder Irisch, ist laut Definition des „Foras na Gaeilge Insituts“ (FnaG, Institut der irischen Sprache) eine der ältesten Schriftsprachen der Welt.

Man geht davon aus, dass die ersten Kelten, die etwa ab 600 v. Chr. nach Irland kamen, von der Iberischen Halbinsel stammten und sich im Süden und Westen niederließen. Sie sprachen eine Sprache, die man Q-Keltisch nannte. In den folgenden Jahrhunderten haben sich diese Kelten mit den früheren Bewohnern vermischt und nach und nach einen Teil ihrer Sprache und Kultur übernommen. So entwickelte sich aus der keltischen Sprache das Irisch-Gälische, das heute noch in ganz Irland gesprochen wird.

Wie bedeutungsvoll Sprache grundsätzlich ist und schon immer war, bringt Dennis O’Connell in seinen Führungen und Erzählungen zum Ausdruck. Mit sechs Jahren lernte er Altirisch, Schrift und Sprache, später Latein sowie mehrere Fremdsprachen. Mithilfe der Sprache – Ursprung, Ableitungen und Erläuterungen – als dem wichtigsten Kommunikationsmittel zwischen Menschen, verbindet und erklärt er in einer Rückschau die sich wandelnden Zeiten, ihre Problematik und Möglichkeiten. Durch den Zeitraffer betrachtet, waren es stets klimatische Veränderungen und religiös oder politisch geprägte Einflüsse, welche die Menschen dazu zwangen, eine Wandlung und Neugestaltung ihres bisherigen Lebens zu akzeptieren. Gäbe es einen besseren Ort als Irland, um dies anschaulich zu dokumentieren?

Als Tourist in einem anderen Land denkt man vielleicht, man könnte sich hier zurechtfinden, wenn man die Sprache des Landes einigermaßen spricht. Doch Irland hat ganz offiziell zwei Landessprachen, betont Dennis. Irisch und Englisch.

Aber Irisch ist nicht Englisch. Es gelingt kaum, die in Irisch oder Gälisch beschriebenen Bauwerke oder Wegenamen auf Straßenschildern zu lesen und dabei richtig auszusprechen. Das melodiöse Irisch behält etwas Unbekanntes und Unberührbares zurück, das sich von Fremden schwer entschlüsseln lässt. Diese Sprache kommuniziert in mehreren Dimensionen. Ähnlich wie die irische Zeit.

In Klang und Wort sind unendlich viele Geschichten enthalten, welche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einem Punkt verbinden.

Gälisch oder Irisch ist ein wertvolles Erbe. Diese Sprache ist historischer Bestandteil dieser Insel und ihrer Menschen. Kaum vorstellbar, dass es Jahrhunderte lang verboten war, sie zu sprechen oder gar zu lehren.

Das irische Wort "Asal" ist ähnlich dem deutschen "Esel", also ganz anders als das englische Wort "Donkey".

DIE OGHAM-STELE IN KILLALA

Uralte Schriftzeichen der Irischen Sprache

Nur wenige Kilometer außerhalb von Killala kann man auf einem Feld diese Ogham-Stele entdecken: den Breastagh Stone. Die Schrift dieser Stele wurde entschlüsselt. Es handelt sich um einen Denkstein für ein Familienoberhaupt und seinen Sohn, deren Namen im wahrsten Sinne des Wortes in Stein gemeißelt wurden. Die Ogham-Inschrift lautet:

LGG.SD.LENGESCAD.MAQ CORRBRI MAC AMMLLONGITT

und bedeutet: „Der Sohn von Corbri, dem Sohn von Amolgaid.“ Man weiß, dass Amolgaid im 5. Jh. n. Chr. König der Region war. Auf dem Ogham Stein wurden entweder seine Besitztümer angezeigt oder er war ein Grabstein. So genau weiß man es nicht.

Erste Nachweise der irischen Schriftsprache finden wir in Ogham-Inschriften aus dem 2. und 3. Jh. n. Chr. Sie wurde jedoch bis ins 7. Jahrhundert verwendet. In Irland sind etwa vierhundert Ogham-Steine in unterschiedlicher Form und Größe bekannt. Darunter befinden sich auch Altarsteine oder Tafeln.

Beim Ogham-Schriftsystem (altirische Schreibweise, ausgesprochen [ˈoɣəm]), handelt es sich um ein kryptisches Alphabet aus zwanzig Buchstaben oder Zeichen. Ogham ist archaisch und unter den weltweiten Schriftsystemen ausgesprochen ungewöhnlich. Es besteht ausschließlich aus parallelen Linien, welche meistens an den Kanten der Steine eingeritzt wurden. Jede Linie hat eine Bedeutung, abhängig davon, ob sie lang oder kurz ist, ob sie sich rechts oder links einer Kante befindet. Die Zeichen werden von unten nach oben gelesen. Glücklicherweise fand man zweisprachige Ogham-Stelen, beispielsweise in der Grafschaft Cork. Die Informationen waren auch in Lateinisch eingeritzt worden, ähnlich dem Rosetta-Stein aus Ägypten. Dank der lateinischen Inschrift auf den gefundenen Ogham-Steinen konnten die lange Zeit unbekannten Zeichen enträtselt werden.

Wie bei vielen historischen Rätseln gibt es auch zu den Ogham-Schriftzeichen eine irische Legende. Einst gab es den altirischen Gott der Redegewandtheit. Er hieß Ogma und gehörte zu dem mystischen Volk der Túatha Dé Danann. Die Geschichte der keltischen Mythologie beschreibt ihn als sprachgewaltigen und großen Krieger. Er konnte sein Gefolge zu Schlachten führen und seine Gegner mit spitzer Zunge demütigen. Eines Tages saß Ogma am Ufer des Meeres und sah den Kranichen zu. Vielleicht haben die grafischen Manöver der Kraniche ihn dazu animiert, die Schriftzeichen zu erfinden. Auf jeden Fall sind Kraniche die mythologischen Hüter der geheimnisvollen Schriftzeichen.

Ogham Stele in Killala

Kapitel 2

HÖR ZU – DER ZUGANG ZUM FEENVOLK

Auf meiner Fahrt auf der N26 Richtung Killala entdeckte ich kurz vor Ballina rechts auf dem Hügel eine moderne Skulptur. Ein goldenes menschliches Ohr: „Eist“ wird sie genannt. Dieses irische Wort bedeutet „Hör zu“. Mit einer Geschichte über Tanz, Gesang und Zauberkräfte öffnete sich mir erstmals der Zugang in die Welt der Feen.

EIST, das Ohr, Skulptur des Künstlers Remco de Fouw aus Carlow, 2007

DENNIS O’CONNELL ERZÄHLT:

„Dies ist die Geschichte vom Buckligen, der einst vor langer, langer Zeit hier lebte. Er war zwar traurig über die Verunstaltung seines Körpers, ließ sich aber gerne von Tanz und Gesang umstimmen und war dabei immer recht fröhlich. Eines Nachts, es war gerade Vollmond, wurde er von schönen Klängen angezogen und fand unter einem Fairy Tree, einem Feenbaum, ein heiteres Völkchen vergnügter Feen. Sie tanzten und bewegten sich anmutig unter dem Baum und zwischen den Erdhügeln eines Ringforts. Dabei sangen sie ein kleines rhythmisches Lied: „Dé Luain, Dé Máirt, Dé Luain, Dé Máirt.“ Es bedeutet nichts Besonderes, nur eine Aufzählung der Wochentage: „Montag, Dienstag, Montag, Dienstag.“ Aber wie sie es so sangen und dabei leichtfüßig tanzten, ließ sich der Bucklige anstecken von ihrer Fröhlichkeit und sang mit. „Dé Luain, Dé Máirt, Dé Luain, Dé Máirt“ – und dann ergänzte er melodisch mit „agus Dé Céadaoin“, also „und Mittwoch“.

Dabei versuchte er, sich im Tanz ebenso anmutig zu bewegen. Und weil es so komisch war, begann er über sich selbst zu lachen, und die Feen stimmten ein. Zum Dank für seine Fröhlichkeit sprachen sie leise einen Zauberspruch. Noch ehe er es sich erklären konnte, war der Bucklige kein Buckliger mehr, sondern ein gut aussehender Jüngling. Er bedankte sich tief berührt bei den Feen für dieses wunderbare Geschenk. Dass sie seinen Buckel weggenommen hatten, war ein Wunder, und er lief voller Dankbarkeit, nun gerade, stolz, groß und glücklich davon.

Kurz darauf begegnete ihm sein Kumpel, der ebenfalls einen Buckel hatte, was ihn sehr betrübte. Er war stets unzufrieden damit und wurde sofort neidisch, als er seinen früheren Leidensgefährten nun so aufrecht kommen sah. Und natürlich fragte er ihn aus und wollte genau wissen, wie sich alles zugetragen hatte.

Fröhlich berichtete der von den Feen aufgerichtete junge Mann von seiner Begegnung. Er erzählte davon, wie er von feiner Musik angelockt worden war und dem Feenvolk eine ganze Weile zugehört hatte; wie er ihr Lied auswendig lernte und sie schließlich gemeinsam gesungen und getanzt hatten, und dass ihn die Feen anschließend von seinem Buckel befreiten. „Als Belohnung“, sagte er, „weil ich ihnen zugehört hatte, haben sie meinen Buckel weggezaubert.“ Das will ich auch, dachte sich der andere Bucklige, und wartete ungeduldig auf die nächste Vollmondnacht. Als es so weit war, suchte er den Feenbaum auf und versteckte sich im Dunkeln. Um Mitternacht begannen die Feen, zu tanzen und sangen dazu das gleiche kleine Lied: „Dé Luain, Dé Máirt, Dé Luain, Dé Máirt, agus Dé Céadaoin.“

Dennis O’Connell führt mit seinen Erzählungen durch die Geschichte Irlands

Da sprang der Bucklige hinzu, ahmte sie nach und ergänzte ihren Gesang laut und schnell mit seinen eigenen Worten: „Dé Luain, Dé Máirt, Dé Luain, Dé Máirt, agus Dé Céadaoin, und weiter „agus Dé Déardaoin, agus Dé hAoine.“ Er sang das Lied auf seine Weise und fügte frech die Wochentage Donnerstag und Freitag hinzu.

Die Feen erschraken sehr, weil sie belauscht und in ihrem Gesang verbessert worden waren, und sie unterbrachen ihre fröhliche Runde. Eine alte Weisheit lautet: Niemals darf ein menschliches Wesen Gesang, Musik und Tanz der Feenwelt stören, geschweige denn verbessern. Doch daran hatte er sich nicht gehalten. Und weil er außerdem noch ungeduldig war, sagte er bestimmt: „Jetzt ist das Lied zu Ende, und kriege ich jetzt auch meine Belohnung?“ „Ja“, sagte das Feenvolk, das sich in diesem Augenblick zuzwinkerte und schon die Belohnung bereithielt. „Ja natürlich, du bekommst deine Belohnung.“ Sie sprachen leise ihren Zauber. Und sie packten den Buckel vom ersten auf den Buckel des zweiten, so ungeduldigen Buckligen, der auf seine Belohnung hoffte. Sofort waren die Feen in der Erde verschwunden. Das hatte er jetzt davon. Er hatte die Feen belauscht, erschreckt und geärgert und wurde seine beiden Buckel nie mehr los.“

Der Künstler Remco de Fouw aus Carlow hat diese Geschichte interpretiert, indem er das „Goldene Ohr“ geschaffen hat. Es bedeutet: Seid achtsam, liebe- und respektvoll mit dem Feenvolk. Sie leben auf dieser schönen Insel und haben große Zauberkräfte. Wer dies beachtet, kann bei Vollmond den Klang ihrer Lieder hören. Aber man darf sich nicht erlauben, sie irgendwie zu stören.

Katharina Goldbeck-Hörz, Skulptur EIST, Künstler Remco de Fouw aus Carlow

RINGFORTS UND FAIRY TREES

Fairy Tree bei Ballina. Der Bauer achtet beim Pflügen sorgfältig darauf, dass er das Gebiet um den Baum ungestört lässt.

Wer mit offenen Augen durch das Land reist, sieht in dieser Gegend im Nordwesten Irlands zahlreiche Ringforts. Diese heiligen Hügel erkennt man oft an ihrer kreisförmigen Anlage. Es sollen prähistorische Behausungen gewesen sein. Erklärungen von Archäologen sagen, dass in der späten Eisenzeit bis in die frühe christliche Zeit die hiesigen Bewohner kreisförmige Strukturen von Erdwällen aufgebaut haben, welche aus hölzernen Palisaden und Steinen errichtet waren. Ihrer Ansicht nach sind diese Behausungen, die inzwischen mit einer dicken Grasnarbe bedeckt sind oder unterhalb des Torfes liegen, immer noch als leicht erhöhte Erdwälle sichtbar.

Ringforts sind „heilige Bereiche“ und werden von der Bevölkerung ehrfurchtsvoll erhalten und geschützt. Denn hier sind die Feen zu Hause. Diese unsichtbaren Bewohner verteidigen ihr Heim auch selbst. Wer immer es zerstören möchte, wird zu Schaden kommen. Diese Ansicht gilt bis heute. Nach einer Zählung aus dem Jahr 1991 wurden zwischen dreißig- und vierzigtausend identifizierbare Feenburgen in der irischen Landschaft gefunden. Die ältesten von ihnen stammen vermutlich aus dem Jahr 600 v. Chr.

Dennis O’Connell