Ismael - Daniel Quinn - E-Book

Ismael E-Book

Daniel Quinn

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Beschreibung

Ein Lehrer und sein Schüler streiten über den Zustand der Welt. Wie konnte der Mensch das Paradies in eine Hölle verwandeln? Ismael, der Lehrer, weiß eine überraschend andere Geschichte der Evolution zu erzählen. Sie reicht zurück bis an jenen biblischen Tag, da sich der Mensch in mörderischem Bruderstreit zur Krone der Schöpfung machte. – Übrigens, Ismael ist ein Gorilla.

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Seitenzahl: 294

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Buch

»Lehrer sucht Schüler mit ernsthaftem Verlangen, die Welt zu retten.« Ein Mann, von den Versuchen der 68er enttäuscht, in ein neues Zeitalter aufzubrechen, begibt sich mehr aus Wut über diese Zeitungsanzeige denn aus Idealismus zu der angegebenen Adresse. Doch statt des erhofften Gurus entdeckt er in der großen, leerstehenden Wohnung einen riesigen Gorilla. Ismael – so sein Name – hat ein erstaunliches Leben hinter sich, und was er zu erzählen weiß, zieht den skeptischen Schüler völlig in seinen Bann. Die beiden geraten in ein philosophisches Gespräch über den Zustand der Welt.

Schritt für Schritt führt der weise Affenlehrer den Schüler an sein Denkgebäude heran und dringt mit ihm in metaphysische Tiefen vor, um dem Rätsel menschlichen Verhaltens und Strebens auf die Spur zu kommen. Dieses Verfahren ermöglicht eine überraschende Antwort auf die Frage, wie der Mensch der Gefangene einer Zivilisation wurde, die ihn scheinbar zwingt, sein Paradies, die Erde, zu zerstören. Gemeinsam gehen Lehrer und Schüler den Weg der Evolution bis zu jenem Tag zurück, da sich der Homo sapiens zur Krone der Schöpfung erklärte und anfing, sich die Erde »untertan zu machen« – mit verheerenden Folgen, wie wir wissen ...

Autor

Daniel Quinn, ein ehemaliger Trappistenmönch, hat fünfzehn Jahre an dem Roman »Ismael« gearbeitet und wurde 1991 dafür mit dem Ted Turner Award, dem mit 500 000 Dollar höchstdotierten Literaturpreis Amerikas, ausgezeichnet. Er lebt in Austin, Texas.

Inhaltsverzeichnis

Über den AutorEins
12345678
Zwei
1234567
Drei
12345678
Vier
12345
Fünf
1234567
Sechs
123456
Sieben
1234
Acht
12345678910
Neun
1234567891011121314151617
Zehn
123456789
Elf
1234567
Zwölf
123456789101112
Dreizehn
1234
Copyright

Eins

1

Als ich die Anzeige zum erstenmal las, blieb mir die Luft weg, und ich spuckte und fluchte und schleuderte die Zeitung auf den Boden. Als nicht einmal das genug schien, hob ich die Zeitung wieder auf, marschierte in die Küche und stopfte sie in den Müll. Einmal dort, machte ich mir eine Kleinigkeit zum Frühstück und versuchte, mich zu beruhigen. Ich aß und dachte an etwas völlig anderes. Jawohl. Dann fischte ich die Zeitung aus dem Müll und blätterte wieder zu den Kleinanzeigen. Ich wollte nur sehen, ob das blöde Ding noch da war und ob ich richtig gelesen hatte. Ich hatte.

Lehrer sucht Schüler mit ernsthaftem Verlangen, die Welt zu retten. Persönliche Bewerbung erwünscht.

Mit ernsthaftem Verlangen, die Welt zu retten. Das war gut. Das war unfaßbar. Mit ernsthaftem Verlangen, die Welt zu retten – wirklich genial. Bis Mittag würden zweihundert Idioten, Trottel, Gimpel, Simpel, Schwachköpfe und andere Hornochsen an der angegebenen Adresse Schlange stehen, bereit, ihre sämtlichen irdischen Güter dem erlesenen Privileg zu opfern, zu Füßen irgendeines Gurus zu sitzen, der mit der Botschaft schwanger ging, alles würde gut werden, wenn nur jeder seinen Nachbarn in die Arme schloß.

Man fragt sich: Was regt der Mann sich so auf? Warum ist er so bitter? Eine berechtigte Frage. Ich habe sie mir übrigens selbst gestellt.

Die Antwort ist in der Vergangenheit zu suchen, denn vor zehn, zwanzig Jahren glaubte ich in meiner Einfalt noch, das Wichtigste, das ich überhaupt bräuchte, sei ... ein Lehrer. Jawohl. Ich glaubte, ich bräuchte einen Lehrer – und zwar ganz dringend. Einen, der mir zeigte, wie man ... na ja, wie man die Welt rettete.

Blöd, was? Kindisch, naiv, unreif. Oder einfach gottserbärmlich dumm. Bei jemandem, der sonst so offensichtlich normal ist, bedarf das der Erklärung.

Also das kam so.

Als in den sechziger und siebziger Jahren die Kinder revoltierten, war ich gerade alt genug, um zu verstehen, was sie wollten – sie wollten die Welt auf den Kopf stellen –, und gerade noch jung genug, um zu glauben, es könnte ihnen gelingen. Wirklich. Wenn ich am Morgen die Augen aufmachte, erwartete ich, daß das neue Zeitalter bereits begonnen hatte, daß der Himmel noch blauer leuchtete und das Gras noch grüner war. Ich erwartete, daß die Luft vor Lachen vibrierte und die Menschen auf der Straße tanzten, und zwar nicht nur die Kinder, sondern alle! Ich entschuldige mich nicht für meine Naivität. Wer sich die Lieder anhört, die damals gesungen wurden, weiß, daß ich mit meinen Träumen nicht allein war.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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