Jakobsweg - Camino de Santiago - John Brierley - E-Book

Jakobsweg - Camino de Santiago E-Book

John Brierley

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Beschreibung

Eine Pilgerreise schenkt die Zeit, um sich eingehend mit dem Sinn und Zweck des Lebens zu beschäftigen. Und gibt Gelegenheit, das eigene Leben neu auszurichten. Der Camino de Santiago ist die Pilgerroute schlechthin, für alle Menschen, die ihrem persönlichen Dasein eine Wendung verleihen oder einfach nur eine Auszeit nehmen wollen. Dazu braucht es ein Buch wie dieses: einen zuverlässigen und inspirierenden Führer im Rucksacktaschenformat - sowohl für die äußere als auch die innere Reise. In zweiter Auflage wurde er komplett überarbeitet und entspricht optimal den Gegebenheiten vor Ort. Dieses Buch bietet: Beratung für Ihre persönlich bevorzugte Reisezeit Tipps für die Reisevorbereitung: Was brauche ich, was nicht? Routenplanung: 33 Tagesrouten mit übersichtlichen, detaillierten Wegekarten, zahlreichen Alternativvorschlägen und Höhendiagramm zu jeder Tagesetappe Sehenswürdigkeiten: Abstecher zu kulturellen und spirituellen Highlights am Weg, die nicht jeder kennt Zustandsbeschreibung von Straßen, Hauptwegen, und entlegeneren Pfaden Einkehrmöglichkeiten: Wo Sie unterwegs Ihren Hunger und Durst stillen können Übernachtungsmöglichkeiten von einfach bis luxuriös, vom Autor persönlich getestet und mit seinen Empfehlungen 15 detaillierte Stadtpläne, um sich in engen Altstädten und weitläufigen Vorstädten zurechtzufinden Spanisch für Reisende: Unentbehrliche Begriffe und Ausdrücke für den alltäglichen Gebrauch Last, but not least: Inspiration und Wegleitung für den inneren Weg

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Was bietet dieses Buch – ganz praktisch?

•Beratung für Ihre bevorzugte Reisezeit:Welcher Pilgertyp sind Sie?

•Reisevorbereitung: Was brauche ich? Was ist eher unnötig oder sogar hinderlich?

•Routenplanung: Übersichtliche und detaillierte Karten für 33 Tagesrouten – mit zahlreichen Alternativvorschlägen

•Sehenswürdigkeiten: die kulturellen und spirituellen Highlights am Weg – mit entsprechenden Erklärungen

•Für Ihre Selbsteinschätzung: das Höhendiagramm zu jeder Tagesetappe

•Für Ihre Fußsohlen: Zustandsbericht von Straßen, Wegen, Pfaden

•Stärkung auf dem Weg: Wo Sie unterwegs Hunger und Durst stillen können

•Ausruhen: Wo Sie sich getrost niederlegen können – um am nächsten Morgen frohgemut weiterzugehen (zuverlässiges, weil aktuelles Herbergsverzeichnis mit Preisen & Ranking)

•15 detaillierte Stadtpläne – damit Sie wissen, wie Sie am Ende eines langen Tages wieder zu Ihrer Lagerstatt kommen

•Last, but not least, damit die einheimische Wegleitung Ihnen nicht spanisch vorkommt: die entscheidenden Begriffe auf Deutsch

Und, als besonderen Bonus:Spirituelle Unterstützung für deninneren Weg des Pilgers

John Brierley

Der weltberühmte Pilgerweg

Information und Inspirationfür die äußere und innere Reise

Aus dem Englischen vonJuliane Molitor

Das vorliegende Buch ist sorgfältig erarbeitet worden.

Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autor noch Verlag können

für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gemachten praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.

Die Originalausgabe ist 2003 unter dem Titel A Pilgrim’s Guide to the Camino de

Santiago bei Findhorn Press, Schottland, erschienen. Der deutschen Erstausgabe liegt die 11., komplett überarbeitete englischsprachige Ausgabe zugrunde.

© 2003, 2018 by John Brierley (Text, Fotos, Karten)

© der deutschsprachigen Ausgabe: 2014 Terzium Verlag.

2., vollständig aktualisierte und überarbeitete Auflage 2018

Terzium ist ein Imprint der Allinti Verlag GmbH, Allschwil, Schweiz

Umschlaggestaltung: Reinert & Partner, München,

unter Verwendung von Motiven des Autors

Satz: Verlags- und Medienbüro Scheubner, Gräfelfing

E-Book-Ausgabe 2019Technische Umsetzung: MBassador, Basel

E-Pub-ISBN 978-3-906294-10-0

Diese unkörperliche Ausgabe des Werks ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes erfordert die Zustimmung des Verlags und ist ohne diese strafbar. Das gilt insbesondere, aber nicht nur für Vervielfältigung, Übersetzung, Mikroverfilmung sowie die Einspeicherung zwecks Verarbeitung in elektronischen Systemen. Der Nutzer verpflichtet sich, die Urheberrechte anzuerkennen und einzuhalten.

Alle Rechte vorbehalten

www.terzium.ch

Inhalt

A Dank

Vorwort

B Vor Ihrer Abreise

Wann sollte man reisen?

Wann reisen alle anderen?

Wie lange dauert es?

Wie man hinkommt – und wieder zurück

Pilgerpass

Pilgerherbergen und andere Unterkünfte

Kosten

Äußere Vorbereitung

Körperliche Verfassung

Ausrüstung und Kleidung

Checkliste

Sprache

Wichtige Sätze

Der Camino – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Innere Vorbereitung

Warum mache ich das?

Selbsteinschätzung

Karten – Wegmarken

Legende der Karten – Äußere Wegmarken

Die 33 Etappen – Überblick und Einstieg

C Camino – En Route

33 Etappen bis Santiago de Compostela

Etappe 1 St.-Jean-Pied-de-Port – Roncesvalles

Etappe 18 Terradillos de los Templarios (halbe Wegstrecke)

Etappe 33 Santiago de Compostela

D Nützliche Adressen

A Dank

Dieser Reiseführer ist ein Lebenswerk, was das Schreiben betrifft, und das Werk eines Jahrzehnts, was das Kartieren angeht. Zahllose Menschen sind diesen Weg gegangen, und jeder hat auf seine ganz eigene Weise dazu beigetragen, ihn zu formen. Das ist heute, wo ich dieses letzte Update des ursprünglichen Reiseführers fast fertig habe, nicht weniger wahr als früher. Daher danke ich neben meinen früheren Mentoren und Helfern den vielen Freunden des Weges (Amigos del Camino) und den verschiedenen Vereinen, deren freiwillige Bemühungen, die Route mit Markierungen auszustatten, dazu geführt haben, dass wir heute nur wenige Informationen brauchen, um unser Ziel sicher zu erreichen. Schließlich danke ich Elías Valiña Sampedro, dessen Vision zur Revitalisierung des modernen Camino de Santiago geführt hat. Ich habe seinen Ruf gehört und war inspiriert.

Mein besonderer Dank geht an die Pilger, die sich die Zeit genommen haben, um mir mit Kommentaren und Vorschlägen Rückmeldung zu geben. Zahlreiche davon haben Eingang gefunden in diese Neubearbeitung des vorliegenden Werks. Bitte fühlen Sie sich weiterhin ermutigt, mir Ihre Hinweise mitzuteilen. Dafür ist folgende E-Mail-Adresse eingerichtet: [email protected]

Wenn Sie mir nicht auf Englisch schreiben können, so sehen Sie es mir bitte nach, dass ich zu deren Verständnis gegebenenfalls den Umweg über meinen schweizerischen Verlag wählen muss, was die Verarbeitung naturgemäß etwas umständlicher werden lässt. Und noch ein Hinweis meinerseits: Bevor Sie sich selbst auf die Reise machen, könnte sich ein Blick auf meine Website www.caminoguides.com lohnen, die ich ständig aktualisiere.

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich „Billig“-Flüge nach Santiago de Compostela und zurück gutheiße, wo die doch die Umwelt so teuer zu stehen kommen. Mittlerweile bin ich detailliert darauf eingegangen, wie Sie schädliche Treibhausemissionen ausgleichen und CO2-neutral reisen können, ob mit dem Flugzeug, per Bahn oder im Bus. Mein Gewissen ist auch insofern rein, als ich weiß, dass das Wandern auf dem Jakobsweg ein kraftvoller Katalysator für positive Veränderung sein kann, sodass der Zweck oder das Ziel (erweitertes Bewusstsein) die Mittel (mit denen man dorthin kommt) voll und ganz rechtfertigt. Ein zentraler Grundsatz dieses Reiseführers ist, dass die Pilgerreise in dem Moment beginnt, in dem uns bewusst wird, dass das Leben selbst eine heilige Reise ist, welche die Verantwortung mit sich bringt, entsprechend zu handeln.

Schließlich danke ich Ihnen, meinen Mitpilgern, dafür, dass Sie den Weg mit mir gehen. Erinnern wir uns gegenseitig daran, dass jeder Schritt ein Gebet ist – zum Guten oder zum Schlechten. Manifestieren wir also Wohlwollen in allen unseren Gedanken, Worten und Taten.

Buen Camino!

John Brierley

Vorwort

Die hiermit vorliegende deutschsprachige, komplett überarbeitete und aktualisierte zweite Auflage des Werks folgt der 15. Auflage in englischer Sprache von 2018. Sie bringt nicht nur umfangreiche inhaltliche Aktualisierungen (neu hinzugekommene Unterkünfte und Einkehrmöglichkeiten, geänderte Telefonnummern, Öffnungszeiten und Belegungskapazitäten), sondern auch eine Überarbeitung des Kartenmaterials. So können viele mittlerweile doch sehr überfüllte Straßenrouten vermieden und stattdessen landschaftlich teilweise sehr reizvolle Wege gewählt werden. Neue Pilgerherbergen und Hotels lindern das ständig wachsende Problem der Unterbringung entlang der Strecke ein wenig und spiegeln das in den letzten Jahren gestiegene Interesse an einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela wider. Einige der bereits existierenden Herbergen sind nun besser ausgerüstet, vor allem mit Waschmaschinen (lavadoras) und Trocknern (secadoras), die bei Regenwetter ein wahrer Segen sein können.

Die größte Veränderung in den letzten Jahren ist aber nach wie vor die zunehmende Zahl von Pilgern, die den Camino bereisen. Das bedeutet eine unausweichliche Belastung für die verfügbaren Ressourcen. Manche Herbergen in überlaufenen Orten waren um 12.00 Uhr mittags schon voll belegt, bevor sie überhaupt offiziell geöffnet hatten! Das ist natürlich kein Grund, sich nicht in der erweiterten Sommersaison auf den Weg zu machen, aber wir sollten flexibel sein, wenn es darum geht, wo wir schlafen, und müssen genügend Energiereserven haben, um eventuell nach Alternativen zu suchen. Der Rat, den ich aus der ersten Auflage herauspicken und nochmals unterstreichen möchte, ist: Im Leben eines Pilgers gibt es keine Garantien, und wir sind gut beraten, wenn wir demütige Dankbarkeit gegenüber allen Erfahrungen entwickeln, die wir auf dem Weg machen. Wir lernen aus ihnen, und zwar ohne Ausnahme.

Ein Schnappschuss des modernen Spanien wurde am Ende des historischen Abrisses hinzugefügt, um Pilgern, die zum ersten Mal in diesem Land sind, einen kulturellen und politischen Kontext zu geben. Als eine Art Gedächtnisstütze werden wichtige spanische Wörter im Anschluss an ihr deutsches Äquivalent in Kursivschrift wiederholt. Das gilt allerdings nicht für das Wort Camino, das mittlerweile als Lehnwort in verschiedene Sprachen eingegangen ist. Ein Fragebogen zur Selbsteinschätzung wurde ebenfalls neu aufgenommen. Er hilft Ihnen, einige der tiefer liegenden Fragen, die oft an die Oberfläche kommen, wenn wir ihnen Raum geben und den Kopf frei haben, zu formulieren und hoffentlich auch zu beantworten.

Einleitung

Willkommen auf dem Jakobsweg el camino de Sant Iago. Anders als viele andere Routen nach Santiago de Compostela ist der französische Weg (camino francés) mittlerweile sehr gut ausgeschildert. Der bekannte gelbe Pfeil (flecha amarillo) wird Ihnen auf dem ganzen Weg eine Quelle der großen Beruhigung – denn er kommt immer dann in Sicht, wenn Sie denken, Sie hätten sich verlaufen. Abgesehen davon sind eine genaue Karte und ein guter Reiseführer nützlich, denn sie helfen Ihnen bei der Planung Ihres Reiseverlaufs und Ihrer Ausflüge und bringen Sie wieder auf den Weg, wenn Ihr Geist wandert und Ihre Füße folgen!

Ich fand die verfügbaren Reiseführer generell entweder zu dick (und voll von Informationen, die ich auch anderswo auf dem Weg sammeln konnte) oder zu dünn (mit unzureichenden Angaben). Es gab auch große Abweichungen bezüglich der angegebenen Entfernungen und nähere Angaben zum Anfangs- und Endpunkt der Messungen fehlten völlig. Der Hinweis „Burgos 12 km“ ist bedeutungslos, wenn nicht genauer gesagt wird, wo in Burgos. Die neue Pilgerherberge liegt 7,8 km von der eigentlichen Stadtgrenze entfernt in einem Außenbezirk, ein sehr langer Weg am Ende eines Tagesmarschs! Doch was mich inspiriert hat, einen anderen Reiseführer zu schreiben, war das fast völlige Fehlen irgendwelcher Hinweise, geschweige denn Wegweiser auf den inneren Weg.

Ich rate Ihnen dringend, diese Reise aus einem spirituellen Grund zu machen. Wenn Sie Probleme mit diesem Begriff haben, suchen Sie sich einen, der mehr Bedeutung für Sie hat, und schauen Sie in Ihrem lokalen Buchladen nach – Sie werden eine Menge Literatur zu diesem Thema finden. Nachdem ich die Begriffe „bedeutungsvolle Reise“ in eine der Internet-Suchmaschinen eingegeben hatte, bekam ich 63 Millionen Ergebnisse. Das gibt Ihnen vielleicht eine Vorstellung! Aber kümmern Sie sich möglichst bald darum, damit Sie genügend Zeit haben, über Ihre Motivation nachzudenken, bevor Sie Ihre Reise antreten. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage: Was macht einen Wanderurlaub zu einer Pilgerreise? Wenn Sie eine Antwort darauf finden, stellen Sie vielleicht eine entscheidende Veränderung in Ihrer Art, sich auf die Reise zu machen, fest – von der Intention bis zu dem, was Sie in Ihren Rucksack packen. Die Strategie besteht weniger darin, sich selbst unter Druck zu setzen, irgendeinen bestimmten „Weg“ zu gehen. Sie werden schon merken, wenn sich etwas für Sie wahr anhört. Vertrauen Sie einfach Ihren spontanen Reaktionen.

Mein Bestreben war es, ein Gleichgewicht zwischen der inneren und der äußeren Reise herzustellen, indem ich beide gleichermaßen respektierte. Diesem Zweck trägt dieser Reiseführer in Form und Inhalt Rechnung. Es geht darum, dass wir am Ende des Tages einen Platz finden, wo wir unser müdes Haupt hinlegen können, aber auch, und das ist ganz wichtig, dass wir uns unterstützt und ermutigt fühlen, in die Mysterien unseres individuellen Seelenerwachens einzutauchen, ohne welches das ganze Reisen letztendlich sinnlos ist. Auf jeder Suche kommt man irgendwann an einen Punkt, wo ein Glaubenssprung erforderlich wird, wo wir die Sicherheit altmodischer, seit Jahrtausenden überlieferter Dogmen hinter uns lassen müssen. Wenn wir diesen Punkt erreichen, müssen wir die Sicherheit des Vertrauten loslassen und in das Unbekannte eintauchen – mit nichts als unserem Glauben, der uns trägt.

Der traditionelle Pilgerweg wird zu Fuß zurückgelegt. Sie können die Urkunde, die bestätigt, dass Sie den Jakobsweg zurückgelegt haben (La Compostela) auch bekommen, wenn Sie den Weg per Fahrrad oder auf dem Rücken eines Pferdes zurücklegen; doch dabei entgeht Ihnen vielleicht etwas von der Schönheit der äußeren Landschaft oder vom Geist der inneren Reise. Eine Pilgerreise dauert, so lange sie dauert. Reisen Sie, wenn irgend möglich, allein. Dann kommen Sie sehr viel wahrscheinlicher mit Einheimischen und Hirten in Kontakt und haben mehr Gelegenheit, ihre Weisheit und lokale Überlieferungen mitzubekommen. Unterwegs lernen Sie die Sprache der Einheimischen und treffen auch immer wieder andere Pilger. Doch vor allem begegnen Sie sich selbst und stellen fest, dass Sie nie allein sind – und das ist sicherlich das Hauptziel einer Pilgerreise und des Lebens überhaupt.

Dieser Reiseführer ist einem Erwachen jenseits des menschlichen Bewusstseins gewidmet. Geboren wurde er aus einer Midlifecrisis und dem Wunsch nach einer Auszeit, nach Zeit, um noch einmal ganz neu über den Sinn des Lebens nachzudenken und über die Richtung, in die es gehen soll. Wir haben einen heiligen Vertrag geschlossen, einen Vertrag über unsere göttliche Funktion, und wir sind aus einem bestimmten Grund hierhergekommen. Eine Pilgerreise gibt uns Gelegenheit, uns eingehender mit dem Sinn und Zweck unseres Lebens zu beschäftigen, und Zeit, um unser Leben neu auf dessen Erfüllung auszurichten. Wir haben lange geschlafen, doch nun läuten die Alarmglocken für Jung und Alt und es gibt Anzeichen für ein kollektives Erwachen. Der Ruf des Camino wird auf der ganzen Welt gehört – der Aufruf, sich über das hinwegzusetzen, was uns trennt, und die gemeinsame Verbindung zu finden, die spirituelle Schnur, die uns zusammenhält und deren Verlängerung uns mit dem Ursprung von allem, was ist, verbindet. Es gibt eine Sehnsucht, sich von unserer selbst auferlegten Gefangenschaft und Isolation zu befreien, die Christopher Fry in A Sleep of Prisoners so eloquent zum Ausdruck bringt:

Gott sei Dank, dass unsere Zeit jetzt ist,

wo das Falsche aufkommt

und uns überall begegnet, um uns nie wieder zu verlassen,

bis wir den größten Schritt der Seele gehen,

den Menschen je gegangen sind.

Die Dinge sind jetzt seelengroß.

Das Unternehmen ist die Erforschung des Göttlichen.

Worauf wartet ihr?

Es braucht so viele tausend Jahre zu erwachen,

aber erwacht um Himmels Willen!

Gesegnet sei Ihre Reise auf dem von Ihnen gewählten Weg, sei er steinig oder angenehm, lang oder kurz. Welche Route Sie auch nehmen, gehen Sie Ihren Weg in dem Wissen, dass Sie geliebt werden und Ihnen das Ziel gewiss ist. Gehen wir mit Gott, weiter und aufwärts! Ultreia!

1. Die Reise auf einen Blick

• Wann? Der Frühling ist oft nass und windig, aber es ist noch relativ ruhig und die ersten Blumen zeigen sich. Im Sommer ist viel los, es ist heiß und die Herbergen sind oft voll. Der Herbst bietet oft das beständigste Wetter und die Erntezeit trägt das ihre an Farben und ländlichen Festen bei. Der Winter ist einsam und kalt und manche Herbergen haben geschlossen.

• Wie lange? Die Route ist in 33 Etappen eingeteilt, die jeweils einen durchschnittlichen Tagesmarsch voneinander entfernt liegen. Aber finden Sie Ihr eigenes Tempo und übernachten Sie bei Bedarf in Herbergen, die zwischen den Stationen liegen. Machen Sie klar Schiff und gönnen Sie sich einen Freiraum in Ihrem Leben. Fünf Wochen sind ideal, aber beginnen und beenden Sie die Route so, wie es in Ihren Zeitplan passt.

2. Äußere Vorbereitung

Was muss ich mitnehmen?

•Kaufen Sie Ihre Wanderschuhe rechtzeitig und laufen Sie sie ein, bevor Sie losfahren.

•Packen Sie ein Regencape oder eine Regenjacke ein. In Spanien kann es zu jeder Jahreszeit heftige Regenschauer geben.

•Nehmen Sie einen Hut mit. Ein Sonnenstich ist eine schmerzhafte Angelegenheit und kann sehr gefährlich sein.

•Prüfen Sie nach, ob Ihr Rucksack auch wirklich nicht mehr wiegt als zehn Kilo.

Was sollte ich zu Hause lassen?

•Lassen Sie alle Bücher außer diesem zu Hause. Alle Karten, die Sie brauchen, sind hier drin.

•Nehmen Sie keine „Extras“ mit. In Spanien gibt es Läden, in denen Sie alles kaufen können, was Sie unterwegs vielleicht etwas brauchen könnten oder ersetzen müssen.

•Wenn Sie Ihre Erfahrung vertiefen möchten, sollten Sie Folgendes zu Hause lassen:

–Ihre Kamera – Das ermöglicht es Ihnen, eher im Moment zu leben als für Ihre Erinnerung.

–Ihre Armbanduhr – Sie werden sich wundern, wie schnell Sie sich an eine natürliche Uhr gewöhnt haben.

–Ihre ständige Verfügbarkeit. Natürlich kann ein Mobiltelefon hilfreich sein, gerade wenn Sie allein unterwegs sind und ganz besonders in der dunklen Jahreszeit, bei schlechtem Wetter und um die Verfügbarkeit einer Unterkunft zu prüfen. Aber beenden Sie die Abhängigkeit und gewöhnen Sie sich an den Geschmack der Freiheit.

3. Sprache

Lernen Sie sie, bevor Sie Ihre Reise antreten.

4. Pilgerpass, Benimmregeln und Gebet

•Holen Sie sich einen Pilgerausweis bei Ihrer lokalen Jakobsbruderschaft und werden Sie Mitglied.

•Seien Sie achtsam gegenüber anderen Pilgern und dankbar gegenüber Ihren Gastgebern.

•Möge jeder Ihrer Schritte ein Gebet um Frieden sein und ein Aussenden liebender Güte.

5. Innere Vorbereitung – Warum mache ich das?

Nehmen Sie sich Zeit, um über Sinn und Zweck dieser Pilgerreise nachzudenken und den Fragebogen zur Selbsteinschätzung auszufüllen. Gehen Sie davon aus, dass Sie grundsätzlich ein spirituelles Wesen auf einer menschlichen Reise sind und nicht ein menschliches Wesen auf einer spirituellen Reise. Wir sind hierhergekommen, um eine bestimmte Lektion zu lernen, und diese Pilgerreise gibt uns Gelegenheit herauszufinden, worum es sich dabei handeln könnte. Bitten Sie um Hilfe und gehen Sie davon aus, dass Sie Hilfe bekommen. Sie ist da, jetzt, und wartet nur auf Sie.

Was immer Sie tun – vergessen Sie um Himmels willen nicht, damit anzufangen.

 

B Vor Ihrer Abreise

Dieses Kapitel enthält ausführliche Information zur Vorbereitung Ihrer Reise. Sobald Sie mit dem Packen fertig sind, können Sie darüber nachdenken, ob Sie diese Seiten entlang der gestrichelten Linien aus dem Buch schneiden, damit Sie mehr Platz für Ihren Pilgerpass oder andere persönliche Papiere haben. Jedes Gramm Gewicht zählt!

Wann sollte man reisen?

Wenn Sie Ruhe und Frieden haben möchten, sind die Monate März und April zu empfehlen, weil dann weniger andere Pilger und Touristen unterwegs sind. Die Herbergen machen wieder auf und Flüge und Fähren sollten – zumindest eingeschränkt – ebenfalls in Betrieb sein. Auf dem Weg werden Sie früh blühende Frühlingsblumen und angenehm kühles Wanderwetter antreffen. Die Nächte können allerdings noch kalt und regenreich sein, vor allem im Gebirge und in Galizien. Packen Sie Regensachen und warme Fleece-Pullover ein.

Die Sommermonate können sehr heiß und die Unterkünfte, ja sogar das Wasser, knapp sein. Juli und August sind chaotisch. Wenn sie auch noch in einem Heiligen Jahr liegen (jedes Jahr, in dem der Tag des heiligen Jakobus, der 25. Juli, auf einen Sonntag fällt), können sie für diejenigen, die viel Zeit zur Selbsterforschung haben möchten, zum Albtraum werden. Mai, Juni und September sind allmählich auch sehr geschäftig.

Die Herbstsaison von Ende September bis Ende Oktober bietet oft beständigeres Wetter als der Frühling. Die sengende Hitze des Sommers ist vorbei, der Schnee ist noch nicht da und die meisten Herbergen sind noch geöffnet.

Wenn Sie ein erfahrener Wanderer sind, können Sie mitten im Winter die wohl mystischsten Erfahrungen machen. Es gibt vielleicht weniger Flüge, und viele Herbergen haben geschlossen, aber es ist mir in dieser Zeit noch nie passiert, dass ich kein Bett oder keine Matratze auf dem Boden zum Schlafen bekommen hätte. Alles kostet bedeutend weniger und auf dem Camino haben Sie viel Zeit für sich. Bringen Sie warme, wasserdichte Kleidung mit und denken Sie daran, dass Sie weniger Tageslichtstunden zum Wandern haben, also vermutlich nicht so weite Strecken zurücklegen können.

Das Wetter in Nordspanien, besonders in Galizien, ist sehr unbeständig. Im Sommer steigen die Temperaturen manchmal auf über 32 Grad Celsius und auch die Nächte sind oft noch unangenehm warm. Sonnenschutz ist lebenswichtig, besonders auf dem Hochplateau Meseta, wo es größtenteils keinerlei Schatten gibt. Viel Wasser ist unerlässlich, um die Flüssigkeit zu ersetzen, die Sie durch die körperliche Anstrengung und die Hitze verloren haben. Im Winter kann der Weg in höheren Lagen zugeschneit sein und die Temperaturen können unter den Gefrierpunkt sinken. In den Übergangszeiten können Sie wettermäßig mit allem rechnen, was zwischen diesen Extremen liegt. Das schlechteste Wetter, das ich je erlebt habe, war im Mai, als es in Galizien neun Tage ohne Unterbrechung regnete. Hinzu kamen heftige Stürme und niedrige Temperaturen. Im Gegensatz dazu war es Anfang November warm und trocken. Tageslichtstunden können wichtig sein, wenn Sie Ihre jeweiligen Tagesetappen planen. Im Sommer haben Sie alle Stunden, die Gott gemacht hat, und sicher mehr, als Sie durchwandern können! Mitten im Winter haben Sie nur acht Tageslichtstunden.

Wann reisen alle anderen?

Die Diagramme helfen Ihnen vielleicht bei Ihrer Entscheidung. Nicht jeder, der in Santiago ankommt, meldet sich beim Pilgerbüro oder holt sich eine compostela, aber die aktuell verfügbaren Zahlen (2016) geben einen Hinweis auf allgemeine Trends. 273.376 Pilger holten sich im Jahr 2016 eine compostela. 63 % aller Pilger erreichen Santiago über den camino francés (vor zehn Jahren waren es noch 95 %) und 55 % kommen von Juli bis August. Die meisten beginnen ihre Pilgerreise in Galizien, die Mehrheit in Sarria (71.861 – 26 %), denn das berechtigt sie zu einer compostela. Diese bestätigt, dass sie knapp über 100 km von Santiago entfernt angetreten sind. Daher sind die galizischen Stationen besonders überlaufen. Die nächsten wichtigen Zugänge zum Camino sind St.-Jean-Pied-de-Port (33.720 – 12 %) und Tui (15.167 – 5 %).

Die Anzahl der Pilger ist seit Beginn des zweiten Jahrtausends um das Fünffache gestiegen, und sie kamen aus 140 Ländern. Das erste Diagramm zeigt die Anzahl von Pilgern, die sich im Zeitraum von zwölf Jahren eine compostela ausstellen ließen. In Heiligen Jahren (in Gelb) erhöht sich die Zahl derer, die sich auf den Weg machen, und der Besuch von Papst Benedikt XVI. im Heiligen Jahr 2010 ließ die Zahl beträchtlich, erstmals in der modernen Geschichte des Camino über die Viertelmillionmarke steigen. Das nächste Heilige Jahr (Año Santo Jacobeo) ist 2021.

Das nächste Diagramm zeigt die durchschnittlichen Zahlen pro Monat. Im Jahr 2016 wurden in den Monaten Mai bis Oktober jeweils über 25.000 Pilger registriert. Spitzenmonat ist und bleibt der August (54.796), und im kalten Januar machten sich immerhin 1.217 besonders Mutige auf den Weg.

Wie lange dauert es?

Das hängt von vielen Faktoren ab, etwa von Ihrer Fitness, die von Individuum zu Individuum unterschiedlich ist und schwanken kann. (Ihre Biorhythmen bringen nicht nur Stimmungsschwankungen mit sich!) Wenn Sie noch Wetteränderungen, Umwege (geplant oder ungeplant) sowie verschiedene Einschränkungen durch einen Mangel an Motivation und Zeit hinzunehmen, ergibt sich eine Vielzahl an Möglichkeiten. Ich habe einmal in Finisterre einen Pilger getroffen, der gerade aus Sevilla angekommen war. Er war 1.000 Kilometer in atemberaubenden 19 Tagen gewandert, das sind mehr als 50 km pro Tag! Er hatte gerade genug Zeit, mir stolz die Stempel in seinem Pilgerpass zu zeigen, bevor er sich wieder auf den Weg den Hügel hinunter machte! Es scheint, als erklärten viele Pilger das Vollenden der Reise in möglichst kurzer Zeit zu ihrem Hauptanliegen. Sie sind der Einzige, der etwas über Ihr Ziel sagen kann, und wenn sportliche Höchstleistungen Ihr Ding sind, dann sei es so, aber es ist unwahrscheinlich, dass das eine Pilgerreise wird.

Ich habe das Gefühl, dass sich die meisten Leute vier bis fünf Wochen Zeit nehmen, um den ganzen camino francés zu gehen, also insgesamt 778,5 km oder 811,5 km, wenn es ihnen sämtliche in diesem Buch verzeichneten, landschaftlich und spirituell reizvolleren, alternativen Routen wert sind. Das passt in etwas mehr als einen Monat plus Ruhetage sowie An- und Abreise. Diese 33 Etappen sind so etwas wie ein Minimum, und Sie müssen durchschnittlich ca. 23 Kilometer pro Tag zurücklegen ohne Umwege, Ruhetage, Belastungen oder Verletzungen und andere Reisepläne. Wenn Sie ein Bett gefunden, geduscht, Ihre Füße massiert, Ihre Socken gewaschen und etwas gegessen haben, bleibt nur noch wenig Zeit, an einer Messe teilzunehmen, zu meditieren, etwas in Ihr spirituelles Tagebuch zu schreiben, über Ihr Ziel nachzudenken ...

Finden Sie Ihr eigenes Tempo. Das hier beschriebene erlaubt Ihnen, Santiago in knapp fünf Wochen zu erreichen. Mir gefällt die Vorstellung, dass ich einen Tag für jedes Jahr wandere, das Christus auf Erden gelebt hat. Sie schenkt mir einen erweiterten Blickwinkel auf das, was ich selbst bin und tue, damit die Innenschau ihr Werk tun kann. Eine Pilgerfahrt, die sich sechs Wochen (40 Tage und 40 Nächte) Zeit nimmt, ermöglicht eine nochmals vertiefte Erfahrung und könnte Ihr gesamtes Leben entschleunigen, denn sie böte noch mehr Zeit, um die auf dem Weg gelernten Lektionen und gewonnenen Einsichten zu integrieren.

Sie persönlich haben aber nur zwei oder drei Wochen zur Verfügung? Lassen Sie sich nicht abhalten! Immer mehr Menschen, die sich anspruchsvollen beruflichen und/oder privaten Aufgaben stellen müssen, halten es so, dass sie zwei- oder dreimal anreisen, um den ganzen Camino zu vollenden. Tägliche Billigflüge aus zahlreichen europäischen Städten beispielsweise nach Santander oder Valladolid machen den Zugang zum Camino in Burgos und León zu einer einfachen Option, denn Zug- und Busverbindungen sind in Spanien sehr zuverlässig und nicht teuer.

In Wirklichkeit haben wir alle Zeit der Welt, nur viele glauben es nicht (besonders unsere Chefs, Angestellten, Partner und Kollegen). Komm zurück in „die Wirklichkeit“ ist eine Aufforderung, die man oft zu hören bekommt. Wo, um Himmels willen, soll das sein? Und selbst wenn wir wissen, dass wir alle Zeit der Welt haben, müssen wir, wenn wir ehrlich sind, vielleicht zugeben, dass wir Angst haben, uns diese Zeit zu nehmen, um über unser Leben und die Richtung, in die es geht, nachzudenken. Ich kenne Menschen, die sich einen ganzen Sommer für das Pilgern freigeschaufelt haben, nur um innerhalb weniger Tage entsetzt wieder umzukehren, weil sie endlich Zeit gehabt hatten, ihr Leben zu überdenken und die Veränderungen in Erwägung zu ziehen, die wohl jede Selbstfindung erfordert.

Eine Pilgerfahrt wird, wie das Leben selbst, auf vielen verschiedenen Ebenen erfahren. Was für den einen Sinn macht, kommt dem anderen fremd vor. Jeder von uns hat seine eigenen Gründe, auf Pilgerreise zu gehen. Was immer Sie tun wollen, schieben Sie es nicht auf die lange Bank, denn es könnte sich als entscheidender Wendepunkt in Ihrem Leben erweisen.

Wie man hinkommt – und wieder zurück

Die Karte auf der Innenseite der hinteren Klappe zeigt Flug- und Fährhäfen. Bitte beachten Sie, dass sich Fahrpläne und Preise ändern können und dass man in den Wintermonaten mit einem eingeschränkten Betrieb rechnen muss.

CO2-neutral reisen: Reisen hat immer einen Einfluss auf die Umwelt, und das gilt besonders für Flugreisen. Wir können die schädliche Emission von Treibhausgasen jedoch vermindern, indem wir die Menge des produzierten CO2 ausgleichen. Auf climatecare.org können Sie sich die Emissionen ausrechnen lassen, die Sie produzieren, wenn Sie mit dem Flugzeug, dem Zug oder dem Auto von A nach B reisen, und erfahren, was Sie dazu beitragen können, um das auszugleichen. Ein Hin- und Rückflug von London nach Santiago produziert 0,33 Tonnen CO2. Wenn Sie den Zug nehmen, reduziert sich das um etwa zwei Drittel, aber wenn Sie von der Westküste der USA oder Kanadas anreisen, produzieren Sie 2,04 Tonnen CO2 (basierend auf einer Auslastung des Flugzeugs von 80 %). Ein Emissionsausgleich löst das Problem zwar nicht, trägt aber dazu bei, dass wir uns auf das Finden von Lösungen ausrichten. Im Grunde geht es darum, sich des Problems bewusst zu werden – nicht darum, sich schuldig zu fühlen, wenn man verreist. In wirtschaftlich angespannten Zeiten geht der Trend dahin, Flüge, die nicht von genügend Passagieren gebucht wurden, einfach zu annullieren. Die folgenden Pläne können kurzfristig geändert werden – bleiben Sie flexibel!

Flüge von Deutschland: Die einfachste Möglichkeit, nach Saint-Jean-Pied-de-Port zu kommen, ist ein Flug nach Biarritz. Von Berlin und Frankfurt gibt es Direktflüge nach Biarritz, aber mit Linienmaschinen der Air France und entsprechend teuer. Nach der Ankunft hat man normalerweise genug Zeit, rechtzeitig mit dem Flughafenbus (reguläre Abfahrtszeiten; Fahrzeit 30 Minuten) zum Bahnhof von Bayonne zu kommen, um den Bergzug nach Saint-Jean-Pied-de-Port zu erwischen. Die landschaftlich sehr schöne Bahnfahrt dauert 1½ Stunden, der Fußweg ins Stadtzentrum 5 Minuten. Alternativ können Sie überlegen, ein Taxi direkt vom Flughafen zum 55 km entfernten Saint-Jean-Pied-de-Port zu nehmen. Suchen Sie sich andere Passagiere mit Jakobsmuschel-Emblem, mit denen Sie die Kosten teilen können, oder kontaktieren Sie Express Bourricot ( +33 661-960 476), eine Pilgerreiseagentur in Saint-Jean-Pied-de-Port, um sich abholen zu lassen. Bilbao, mit Zug- oder Busverbindungen nach Bayonne (oder Pamplona für Roncesvalles), ist per Direktflug von Berlin, Frankfurt und München (und einigen kleineren Flughäfen) zu erreichen. Andere per Flugzeug zu erreichende Zugangsorte entlang des Camino sind Madrid, Valladolid und Santander, von wo aus man mit Bus oder Bahn ganz einfach nach Logroño, Burgos oder León kommt. Flüge nach Valladolid und Santander sind von Deutschland teuer und nicht direkt.

Flüge von Österreich: Es gibt relativ günstige Linienflüge von Wien, Graz und Salzburg nach Madrid und Bilbao.

Flüge aus der Schweiz: Es gibt relativ günstige Linienflüge von Zürich, Genf und Lugano nach Madrid und Paris. Von Madrid oder Paris hat man den besten Service zu regionalen spanischen Flughäfen.

Mietwagen: Der Wettbewerb unter den Autoverleihern innerhalb Spaniens ist groß. Daher ist ein Mietwagen eine gute Option für die Weiterreise, besonders wenn man ihn gemeinsam nutzt.

Rückreise von Santiago: Eine Erweiterung des Angebots an Zügen, Bussen und Flügen hat die Abreise von Santiago einfacher und in manchen Fällen sogar billiger gemacht als vor ein paar Jahren. Die Kosten für die An- und Abreise gehen weit auseinander, und je früher Sie buchen, desto billiger ist in der Regel das Ticket, aber beim Rückreisedatum flexibel zu bleiben, kann manchmal mit einem Last-Minute-Preis belohnt werden. Galizien hat drei internationale Flughäfen: Santiago de Compostela, A Coruña und Vigo.

• Flüge: Ryanair fliegt von Santiago direkt nach Frankfurt sowie in viele spanische Städte (wo man einen Anschlussflug bekommt). Easyjet fliegt von Santiago nach Genf. Vueling (Click Air) fliegt direkt nach Paris und Zürich. Air Lingus fliegt Santiago de Compostela – Dublin (Sommerflugplan). Lufthansa, German Wings, Iberia und andere Airlines bieten das ganze Jahr über einen regulären Service über Verbindungsflughäfen in Spanien, hauptsächlich Madrid. Es gibt täglich direkte Busverbindungen zwischen Santiago de Compostela und den Flughäfen Porto und Lissabon, was die Rückflugmöglichkeiten erweitert.

• Bahn: Die Bahnreise zu sämtlichen größeren Städten am Jakobsweg oder in dessen Nähe können Sie in deutscher Sprache unter http://reiseauskunft.bahn.de (Deutsche Bahn), http://fahrplan.oebb.at (Österreichische Bahn) und http://fahrplan.sbb.ch (Schweizer Bahn) recherchieren und buchen.

• Bus: Der Markt für Fernbusreisen entwickelt sich derzeit sehr dynamisch, das Angebot wird dementsprechend ständig erweitert und ergänzt. Gewisse Verbindungen fallen aber auch weg, weil die eine oder andere Firma der Konkurrenz nicht gewachsen ist und den Geschäftsbetrieb einstellen muss oder weil sie mit einem anderen Anbieter fusioniert wird. Aus diesen Gründen wird hier auf konkrete Hinweise verzichtet. Über das Internet kommen Sie leicht an die gewünschten und auch aktuell gültigen Informationen. Fernbusreisen verzeichnen eine rasant steigende Popularität, vor allem natürlich deshalb, weil sie vergleichbar günstig sind. Auch der Komfort in modernen Reisebussen ist spürbar gestiegen. Vergewissern Sie sich jedoch, wo genau Sie abgesetzt werden; Busbahnhöfe liegen nicht immer dort, wo Sie die beste Anbindung an das öffentliche Netz haben.

GEDANKEN

Pilgerpass

Damit Sie in Pilgerherbergen übernachten können und am Ende eine Compostela (Zertifikat für die Vollendung einer Pilgerreise nach Santiago) bekommen, müssen Sie einen Beweis vorlegen, dass Sie die Route abgewandert sind (zumindest die letzten 100 km von Sarria nach Santiago). Er ist ihr Pilgerpass (credencial) mit entsprechenden Stempeln (sello), die Sie hauptsächlich von den Betreibern (hospitaleros) der Pilgerherbergen bekommen. Sie können sich Ihren Stempel aber auch in sonstigen Herbergen, Kirchen, Rathäusern und prinzipiell überall dort, wo Sie einkehren, abholen.

Einen Pilgerpass können Sie sich vor Ihrer Abreise von einer Jakobsbruderschaft oder von einem Pilgerbüro in Ihrem Land oder bei Ihrer Ankunft in den Pilgerbüros Saint-Jean-Pied-de-Port/Roncesvalles (oder Sarria als letzte Rettung) besorgen. Treten Sie einer Bruderschaft bei oder tun Sie, was Sie können, um die Arbeit der Bruderschaften zu unterstützen, die so viel für die Erhaltung der Pilgerroute und ihrer Einrichtungen tun. Stellen Sie Ihren Antrag auf einen Pilgerpass rechtzeitig (ein Antrag über das Internet kann die Prozedur beschleunigen).

Pilgerherbergen

Hostales, refugios oder albergues de peregrinos sind exklusiv für Pilger auf dem Camino reserviert. Sie stehen auf der gesamten Route in Abständen von 10 bis 20 Kilometern (häufig weniger, nie mehr) zur Verfügung und liegen alle direkt am oder in unmittelbarer Nähe zum Camino. Dies schließt Jugendherbergen (albergues juvenil) ein, die Pilgern mit Pilgerpass (credencial) generell zur Verfügung stehen. Die Unterbringung erfolgt in der Regel in Stockbetten und es gibt zusätzlich jede Menge Platz auf Matratzen (colchonetas) am Boden (suelo).

Bettwanzen (chinches) werden immer mehr zu einer Quelle der Besorgnis, und jede Unterkunft, in der viele Menschen auf engstem Raum übernachten, birgt zusätzliche Risiken. Bettwanzen leben in Matratzen und sind nachtaktiv. Das Problem bleibt also bestehen, solange die Unterkunft selbst nicht behandelt wird. Entsprechend behandeltes Bettzeug (Kissenbezug und Laken) mitzubringen, kann eine nützliche Vorsichtsmaßnahme sein. Wenn Sie betroffen sind (drei oder mehr Bisse sind ein deutlicher Hinweis), sollten Sie die Einrichtung und auch die nächste(n) Herberge(n) sofort über das Problem informieren, sodass sie entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen können, alle Kleidungsstücke mindestens zwei Stunden lang auf höchster Stufe waschen und/oder im Trockner trocknen und in schweren Fällen medizinische Hilfe in Anspruch nehmen (Hydrocortison). Ratschläge sind oft widersprüchlich. Suchen Sie also Hilfe bei denen, die Erfahrung mit dem Problem haben. Touristenbüros können vielleicht helfen, und Essig soll in der Lage sein, das Jucken abzumildern.

Kategorien von Pilgerherbergen

Die Herbergen sind in der Regel von März (Ostern) bis Oktober geöffnet. Viele haben mittlerweile das ganze Jahr über geöffnet (außer an Feiertagen wie Weihnachten oder während Renovierungsarbeiten). Soweit sie bekannt sind, sind sie auch angegeben, aber selbst wenn sie als geschlossen aufgelistet sind, können sie offen haben und umgekehrt. Machen Sie sich also auf das Unerwartete gefasst. Wegen der zunehmenden Nachfrage werden jedes Jahr neue Hotels eröffnet und bereits existierende erweitern ihre Saison. Im Sommer eine Unterkunft zu finden, ist jedenfalls ein größeres Problem als im Winter! Namen und Telefonnummern sind hier nur für den Notfall angegeben (viel beschäftigte Herbergsväter sind nicht begeistert von nutzlosen Anfragen) und damit Pilger, die in der Nebensaison reisen, feststellen können, ob eine Herberge offen hat oder nicht. Es istgenerell nicht möglich, Pilgerherbergen im Voraus zu buchen. Winterpilger informieren sich auf www.aprina.com/alberguesinvierno.

Kategorien:

Es gibt sechs Hauptkategorien von Herbergen. Die Abkürzungen dafür folgen auf den Namen auf den Karten, z.B.: Priv. für eine privat betriebene Herberge. Die darauf folgende Verschlüsselung in eckiger Klammer informiert kurz und bündig über die dortige Schlafsituation. [20÷2] zum Beispiel bedeutet: 20 Betten in zwei Schlafsälen. Zusätzliche Privatzimmer werden durch ein dahintergestelltes + bezeichnet. Alle Angaben (auch gelegentlich angegebene Preise) können sich kurzfristig ändern und sind nur zur Orientierung angegeben. Zur Beachtung: Albergues fallen zunehmend unter überarbeitete Anforderungen für Beherbung und Übernachtung, mit entsprechenden preislichen Folgen.

Muni. Gemeindeherberge(albergue municipal), eine einfache Herberge mit begrenzter Ausstattung, die der Gemeinde gehört und von ihr unterhalten wird. Der/die Herbergsvater/-mutter (hospitalero/a) wohnt oft direkt nebenan (ca. € 5). Zu dieser Kategorie gehören auch die staatlichen Herbergen in Galizien (Xunta. albergues Xunta de Galicia) (€ 6).

Par. Herberge der Pfarrgemeinde(albergue parroquia), gehört dem Bistum und wird vom Gemeindepfarrer betrieben. Manche bieten regelmäßige Pilgermessen an. Es geht dort in der Regel zwangloser zu als in Gemeindeherbergen, es gibt ein Gemeinschaftsessen und Segen für alle. In der Regel sehr gastfreundlich, aber einfach und donativo.

Conv. Konvent- oder Klosterherberge(monasterio o convento; mosteiro auf Gallego). Convento ist ein Kloster (Mönche), während ein convento de monjas (Nonnen) ein Konvent ist! Die Atmosphäre ist jeweils deutlich anders. Informieren Sie sich also anhand der zur Verfügung stehenden Details (ca. € 5 oder donativo).

Asoc. Verbindungsherbergen werden von lokalen spanischen Bruderschaften oder Bruderschaften mit anderer Staatsangehörigkeit betrieben, manchmal in Verbindung mit den örtlichen Behörden. Sie sind in der Regel bestens auf die Bedürfnisse der Pilger eingestellt und das Personal besteht häufig aus ehemaligen Pilgern, die hier als Freiwillige tätig sind (ca. € 7).

Priv.* Netzwerkherbergen(red de albergues) sind private Herbergen, die sich zu einem lockeren Netzwerk zusammengeschlossen haben. Sie sind oft im Besitz von Einzelpersonen, von denen sie auch geführt werden, gehen aber zunehmend in die Hände einer Management-Gruppe über, die größeres Vertrauen in ihre ständige Verfügbarkeit schaffen soll. Hier herrscht ein ähnliches Verständnis von Bruder-/Schwesternschaft wie in den Verbindungsherbergen, aber es gibt oft einen zusätzlichen Service in Form von Waschmaschinen/Trocknern, Internetzugang, Abendessen und Frühstück. Viele bieten auch Einzel- und Doppelzimmer zu höheren Preisen an (Stockbett € 10+).

Priv. Privatherbergen(albergues privado) sind den Netzwerkherbergen ähnlich, haben aber keinen übergeordneten Kodex mit entsprechenden Regeln. Sie sind tendenziell flexibler als andere Herbergen und gut ausgestattet. Viele bieten Waschmaschinen und Trockner sowie flexiblere Öffnungszeiten (€ 10+) und zusätzliche Privatzimmer, wo verfügbar, ab € 20+.

Öffnungszeiten variieren, aber Herbergszimmer sind in der Regel um die Mittagszeit sauber und bereit, neue Pilger aufzunehmen. Ein paar machen erst später auf, manche privaten Herbergen früher. Viele Herbergen halten bis etwa 18.00 Uhr Plätze für diejenigen frei, die zu Fuß unterwegs sind. Herbergen schließen ihre Tore in der Regel gegen 22.00 Uhr und machen dann auch alle Lichter aus. Morgens verlassen Frühaufsteher ihre Betten leise oder geräuschvoll ab 5.00 Uhr. Die geschäftigste Zeit liegt zwischen 6.30 und 7.30 Uhr. Die meisten Herbergen schließen um 8.30 Uhr zum Großreinemachen. Dann müssen auch die letzten Nachzügler die Unterkunft verlassen. Über Besonderheiten wie die Bereitstellung eines Frühstücks wird in der Regel bei der Ankunft gesprochen, aber man sollte es sich zur Gewohnheit machen, die Anzeigetafeln zu lesen. Touristenbüros und Museen sind in der Regel von 10.00 bis 13.00 Uhr geöffnet und nach der siesta von 16.00 bis 19.00 Uhr. Geschäfte haben in der Regel etwas länger auf. Bitte beachten Sie, dass viele öffentliche Gebäude, einschließlich Kirchen, montags geschlossen sind.

Herbergsvater/-mutter(hospitalero/a). In jeder Herberge gibt es mindestens eine Person, deren Aufgabe darin besteht, dafür zu sorgen, dass das Haus zur richtigen Tageszeit offen ist und nachts die Lichter gelöscht werden. Ansässige hospitaleros sind in der Regel Freiwillige, die in der Herberge leben, den Pilgerweg früher wahrscheinlich selbst gegangen sind und daher über die Bedürfnisse der Pilger Bescheid wissen. Nicht ansässige Herbergseltern wohnen in der Nähe (oft direkt neben) der Herberge und können verlässliche Informationen geben, beispielsweise darüber, wo man am besten einkauft, sowie über Restaurants, Gottesdienstzeiten etc. Nicht ansässige Herbergseltern sind in der Regel zwischen 16.00 und 20.00 Uhr anwesend, um Schlafplätze zuzuweisen, die Übernachtungsgebühren zu kassieren und die credenciales abzustempeln.

Ausstattung und Sauberkeit der Herbergen variieren stark, aber warme Duschen sind mittlerweile überall Standard. Vergessen Sie nicht, dass warme Duschen nicht unbegrenzt viel warmes Wasser bedeuten. Wenn Sie der Letzte in einer Gruppe sind, die am frühen Nachmittag duschen will, ist das Wasser bei Ihnen vielleicht schon kalt. Auf der anderen Seite ist es vielleicht schon wieder aufgeheizt, wenn Sie am Abend als Letzter duschen! Es gibt jetzt glücklicherweise immer mehr Herbergen, die Waschautomaten (lavadora) zur Verfügung stellen. Seltener, aber oft noch praktischer ist ein zusätzlicher Trockner (secadora) (nicht zu verwechseln mit der weniger nützlichen Schleuder (centrífuga)). Wenn es tagelang ununterbrochen regnet, kann eine secadora für das persönliche Wohlbefinden viel bewirken. (Es sei angemerkt, dass die Maschinen oft kaputt sind.) Die meisten Herbergen bieten eine Küche mit Herd, Töpfen, Pfannen und (ein wenig) einfachem Besteck und die meisten haben einen Aufenthaltsraum, der oft als Esszimmer dient.

Standards

Die gebotenen Standards und die Ausstattung ändern sich permanent. Ein Bewertungssystem kann also auch falsche Erwartungen wecken. Sie finden jedoch eine allgemeine Anmerkung über die Ausstattung, die Anzahl der Schlafplätze (in der Regel in Stockbetten) und die Menge der Räume. Einfache Division macht deutlich, mit wie vielen Zimmergenossen Sie teilen müssen: mit bis zu 110 bei entsprechend vielen Betten in einem Schlafsaal [110÷1] oder mit nur zwei Pilgern [60÷30]. Ein + zeigt an, dass zusätzlich zu den Schlafsaalunterkünften auch Privatzimmer zur Verfügung stehen.

Die beste Art und Weise, den Standard einer Herberge zu bestimmen, ist anhand der Begrüßung, mit der Sie empfangen werden, und der Kommentare, die andere Pilger im Gästebuch hinterlassen haben. Es ist ein Irrglaube, dass alle „echten“ Pilger in einer Pilgerherberge übernachten müssen. Mittelalterliche Pilger nahmen jedes verfügbare Bett, unabhängig davon, ob es in einem offiziellen hospital de peregrino stand. Tatsächlich waren die mittelalterlichen Kaufleute und Gastwirte zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts von den Pilgern abhängig. Heute ist es nicht anders. Übernachten Sie möglichst in den anerkannten Herbergen und treffen Sie sich mit anderen Pilgern, um Neuigkeiten auszutauschen, aber glauben Sie nicht, Sie seien allein auf diese Herbergen angewiesen. Verteilen Sie Ihren inneren und äußeren Reichtum!

Dankbarkeit für kleine und große Wohltaten ist eine Eigenschaft, die von allen echten Pilgern entwickelt werden sollte. Dies wird nirgendwo deutlicher als im Anbieten und Annehmen eines Platzes, wo der Pilger sein müdes Haupt hinlegen kann. Wenn man am Ende eines langen Tages müde oder auf dem Weg sogar in einen Sturm (tormenta) geraten ist, kann jeder Hafen ein Gefühl der tiefen Dankbarkeit hervorrufen, und zwar für jede noch so bescheidene Unterkunft und jede noch so beiläufige Begrüßung. So sollte es sein.

Hotels: Wenn die Herbergen voll sind, gibt es in der Regel alternative Unterbringungsmöglichkeiten ganz in der Nähe. Auch die sind unterschiedlich in der Ausstattung und entsprechend auch im Preis (im Allgemeinen pro Zimmer, nicht pro Person). Die spanische Tourismusbehörde kategorisiert alle „offiziellen“ Unterkünfte. Ein ‚r‘ in jeder Kategorie bedeutet residencia (keine Verpflegung außer Frühstück). In der Praxis ist der für die Kosten entscheidende Faktor die Anzahl der Sterne, die eine Unterkunft hat. Die Preise variieren je nach Saison (25 % Aufschlag in der Hauptferiensaison) und Region (25 % Aufschlag in Städten). Manche kleineren Hotels und Herbergen, vor allem in ländlichen Gegenden, geben einen Pilgerrabatt. Fragen Sie danach, bevor Sie buchen.

In der Nebensaison ist der Zimmerpreis oft deutlich niedriger als offiziell ausgeschrieben. Am unteren Ende (ab € 15) finden sich Betten (camas) und Gästehäuser, die wahlweise als fondas, hospedajes oder hospederías bezeichnet werden, ohne jede Sterne-Kategorie. Weiter oben auf der Skala (ab € 20) stehen pensiónesP und hostalesHs mit einem oder mehr Sternen und kleinere ländliche hotelesH. Im Mittelfeld (ab € 35) liegen anspruchsvollere Garni-Hotels, die in der Regel hohe Standards erfüllen und wahlweise als ländliche Häuser (casa ruralCR), ländlicher Tourismus (turismo ruralTR) oder bäuerlicher Tourismus (agrícola turismoAT) bezeichnet werden. Dann kommen die Hotels von einem Stern in ländlichen Gegenden H* (€ 25+) bis zu fünf Sternen H***** in der Stadt (€ 100+).

Kosten: Rechnen Sie mit mindestens € 25 am Tag: € 5 für die Übernachtung in einer Gemeindeherberge und der Rest für Essen und Trinken. Manche Herbergen bieten gegen ein geringes Entgeld ein gemeinschaftliches Abendessen an (abhängig vom Herbergsvater), und viele haben eine einfache Küche, in der man sich selbst Essen zubereiten kann. Alternativ gibt es in den meisten Orten eines oder mehrere Restaurants und viele bieten ein besonderes „Pilgermenü“ (menú de peregrino) zum Festpreis von ca. € 9 an. Wenn Sie die wunderbare spanische Gastronomie genießen und auch feinere Weine probieren wollen, sollten Sie damit rechnen, dass sich diese Basiskosten verdoppeln. Ein paar Pfarrgemeindeherbergen haben immer noch ein Spendensystem nach dem Motto: Lassen Sie uns da, was Sie können, und wenn es nur Ihre Gebete sind, reicht es auch. Wir sollten uns hüten, dieses Vertrauen in unsere individuellen Umstände zu missbrauchen. Wenn Sie nicht gerade ein echter Bettler sind, sollten Sie mindestens € 5 geben, damit die Grundkosten der Herberge gedeckt sind. Private Herbergen verlangen etwa € 10 bis € 15 pro Nacht, bieten aber oft zusätzliche Annehmlichkeiten wie einen Internetzugang, Waschmaschine und Trockner und Essen (Abendessen und Frühstück, die extra bezahlt werden müssen).

Bezahlen: Alle Pilgerherbergen, kleinen Pensionen, ländlichen Garni-Hotels (casa rurales) und Geschäfte akzeptieren nur Bargeld. Dafür gibt es selbst in den kleinsten Städten und in vielen Dörfern Geldautomaten (cajeros automáticos), wo man mit den meisten interna­tionalen Bank- und Kreditkarten Bargeld bekommen kann. Reiseschecks sind schwierig einzulösen, und wenn, muss man sich nach den Banköffnungszeiten richten. Denken Sie auch daran, Ihre Rechnung am Abend vorher zu begleichen, wenn Sie früh abreisen möchten.

Auswärts essen: Ein einfaches Pilgermenü oder menú del dia kostet um die € 9. Sobald Sie von der Speisekarte bestellen, können die Kosten für ein Essen überproportional steigen. Tapas (kleine Snacks, die es in vielen Bars und Cafés den ganzen Tag über gibt) oder großzügigere raciones sind sehr appetitlich, aber teuer. Vegetarier haben es nicht leicht, denn in Spanien, dem Land der Fleischesser, hat man wenig Verständnis für die Bedürfnisse eines/einer vegetariano/a. Gemüsesuppe wird oft mit Fleischbrühe gemacht, und wundern Sie sich nicht, wenn Sie Schinkenstücke in Ihrem Käseomelett finden, außer Sie waren sehr genau bei Ihrer Bestellung! Frühstück heißt Kaffee und Croissants. Eine weitere kulturelle Herausforderung sind die Mahlzeiten. Das Mittagessen (almuerzo) (oder einfach comer) ist die Hauptmahlzeit und endet selten vor 15.00 Uhr. Das Abendessen (cena) beginnt dafür in der Regel nicht vor 20.00 Uhr. Hier hilft es querzudenken (tapas), Klartext zu reden (en español) und sich die Mahlzeiten, die man haben möchte, zur gewünschten Zeit in der Herberge zuzubereiten, und zwar aus Zutaten, die man im örtlichen Laden (mercado) gekauft hat.

Die Natur respektieren: Müll wird zunehmend zum Problem. Bitte werfen Sie keinen Abfall in die Gegend. Orangenschalen brauchen mehrere Jahre, um sich zu zersetzen, Plastikflaschen 450 Jahre! Nehmen Sie einen Beutel für Ihre Abfälle mit – besonders Toilettenpapier gehört nicht in die Natur. Geh den Weg so, dass niemand merkt, dass du hier vorbeigekommen bist. Eine lohnende Disziplin besteht darin, unterwegs etwas Müll aufzusammeln und den Weg jeden Tag in der Absicht zu gehen, ihn besser zurückzulassen, als Sie ihn vorgefunden haben. Wenn daraufhin ein Gefühl der Überlegenheit entsteht, führen Sie sich einfach die Unordnung vor Augen, die Sie zu anderen Zeiten in Ihrem Leben hinterlassen haben, als Sie vielleicht noch weniger bewusst waren. Es braucht nur ein paar unbewusste Pilger, um das Problem zu schaffen ... und nur eine kleine Gruppe von Gewissenhaften, um es zu lindern! Vielleicht möchten Sie eine psychische Reinigung versuchen, nachdem Sie irgendetwas Negatives in Ihren eigenen Gedanken bemerkt haben oder in irgendeiner leblosen Interaktion, deren Zeuge Sie unterwegs waren. Schütteln Sie einfach die Negativität aus Ihrem Geist und laden Sie liebevolle Gedanken ein, um sie zu ersetzen. Diese einfachen Übungen tragen dazu bei, sowohl die physische als auch die psychische Umwelt sauber zu halten.

Andere Pilger respektieren: Annehmlichkeiten wie Duschen und Küchen werden nur begrenzt mit warmem Wasser und Besteck versorgt und damit muss, vor allem in den Sommermonaten, sorgsam umgegangen werden. Achten Sie nicht nur auf Ihre eigenen Bedürfnisse, sondern auch auf die Bedürfnisse der anderen und versuchen Sie, eine Balance zu finden, die sich richtig anfühlt. Wenn Sie früh angekommen sind und das beste Bett ergattert haben, dann behalten Sie doch bitte im Auge, wer nach Ihnen kommt. Wenn Sie in einem der unteren Betten liegen und nach Ihnen kommt jemand mit einem verletzten Knie, könnten Sie eines der oberen Betten nehmen und ihm Ihres geben. Beobachten Sie Ihre Reaktionen, aber verurteilen Sie sich nicht selbst. Es gibt schon genug Schuld auf der Welt, davon brauchen wir bestimmt nicht mehr! Bewusstsein ist der Ausgangspunkt für Veränderungen.

Äußere Vorbereitung

In welcher körperlichen Verfassung sind Sie?

Jede einigermaßen fitte Person übersteht diese Reise ohne übermäßigen Stress. Vor ein paar Jahren bin ich von Sevilla nach Santiago gewandert, und zwar mit einem japanischen Großvater, der unterwegs seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. 94 Jahre alt war die älteste Person, die ich getroffen habe. Wenn Sie jedoch kürzlich eine Krankheit hatten oder sich sonst irgendwelche Sorgen um Ihren Gesundheitszustand machen, sollten Sie sich vorher von einem Arzt durchchecken lassen. Der Körper braucht in der Regel eine Woche, um sich ganz an das regelmäßige Wandern mit einem vollen Rucksack zu gewöhnen. Geben Sie Körper, Geist und Seele Zeit zum Akklimatisieren. Treiben Sie sich nicht an und denken Sie daran, dass die meisten Verletzungen, etwa Sehnenzerrungen und Blasen, in den ersten Tagen auftreten.

Es ist immer ratsam, ein wenig zu trainieren, bevor Sie sich auf den Weg machen, doch würde mich wundern, wenn mehr als 10 % der Pilger diesen Rat tatsächlich befolgten. Falls Sie zu den 90 % gehören, die ihn nicht befolgen, sollten Sie wenigstens den Rat annehmen, es die erste Woche langsam angehen zu lassen. Ich kenne viele Pilger, die derart geistige und vor allem auch körperliche Qualen litten, dass sie ihre Pilgerreise abbrechen mussten, weil sie sich in den ersten Tagen übernommen hatten. Leichte Walking-Stöcke, richtig eingesetzt, können den Verschleiß des Körpers erheblich reduzieren. Wenn Sie nicht schon ein Paar (ein Stock in jeder Hand schafft eine bessere Balance und ist doppelt so wirksam) haben, sollten Sie über diese Anschaffung nachdenken. Sie könnte sich als gute Investition in diese Wanderung – und in die Zukunft – erweisen!

Ähnlich sieht es mit dem Gewicht aus, das Sie mit sich herumschleppen, mit dem Ihres Rucksacks und mit dem Ihres Körpers. Wenn Sie 13 Kilo Übergewicht haben und weitere 13 Kilo auf dem Rücken tragen, führt dieser Stressfaktor vermutlich buchstäblich zu Rissen im Körper. Auf der Reise werden Sie zwar unweigerlich Gewicht verlieren, aber Sie sollten trotzdem versuchen abzunehmen, bevor Sie aufbrechen. Eine Pilgerreise ist eine großartige Metapher für das Leben selbst. Was tragen Sie an Unnötigem mit sich herum? „Das Glück kommt, wenn man mit wenig zufrieden ist“ (afrikanisches Sprichwort).

Ausrüstung und Kleidung: Qualität statt Quantität

Ihre Pilgerreise beginnt mit der Planung. Und wenn Sie sich während Ihrer Pilgerfahrt auf das Höchste berufen, sollten Sie auch ganz bewusst dafür einkaufen. So viel Ausbeutung von menschlichen und natürlichen Ressourcen wird durch unseren unbewussten Konsum unterstützt. Informieren Sie sich und setzen Sie Ihre Stimme und Ihr Geld dafür ein, die Unternehmen zu unterstützen, die wirklich versuchen, etwas Positives in der Welt zu bewirken. Einen Pilgerweg für den Frieden in einer Montur zu beschreiten, die mit ausbeuterischen Geschäftspraktiken oder in einem repressiven Regime produziert wurde, passt nicht zusammen. Wir sollten uns tunlichst darum bemühen, unseren Worten Taten folgen zu lassen.

Was soll ich mitnehmen?

Sie nehmen zu viel mit, genau wie alle anderen! Machen Sie sich darauf gefasst, dass Sie Dinge, die Sie nicht brauchen, unterwegs verschenken, zurücklassen oder nach Hause schicken, und achten Sie darauf, welche Option Sie wählen, warum und in welchem Stadium der Reise. Streben Sie an, nicht mehr als 10 % Ihres Körpergewichts mitzunehmen mit einem oberen Limit von 10 Kilo. Was immer Sie tragen, Ihre Knie und Ihre Füße müssen das meiste davon abfedern. Sie sind die Ersten, die zusammenbrechen, wenn Sie mehr als das Nötigste tragen. Kaufen Sie Materialien, die in erster Line leicht und handlich sind, die Feuchtigkeit von Ihrer Haut fernhalten und die leicht zu waschen sind und schnell trocknen.

Notwendige Ausrüstung von den Füßen aufwärts

• Wanderschuhe/Stiefel und Sandalen: Sie sollten die Knöchel gut abstützen, atmungsaktiv und leicht sein und doch starke Sohlen haben, denn Sie werden es mit unebenem Boden zu tun bekommen. Schwere Stiefel sind nicht notwendig, aber denken Sie über Wanderschuhe mit wasserdichtem Futter nach, wenn Sie im Winter unterwegs sind, und Sandalen oder andere leichte Schuhe für den Abend, wenn Ihre Wanderschuhe trocknen oder auslüften.

• Socken: Nehmen Sie mehrere Paar mit, damit Sie im Laufe des Tages mindestens einmal die Socken wechseln und Ihre Füße massieren können (selbst wenn Sie nicht der Ansicht sind, dass Sie das brauchen).

• Hosen, Röcke und Shorts: Die meiste Zeit des Jahres sind Shorts ideal, und Ihre Beine trocknen viel schneller als der Stoff einer langen Hose, wenn Sie in einen Regenschauer gekommen sind. Im ländlichen Spanien sind die Menschen nach wie vor sehr traditionell. Ein Sarong ist also ideal für Frauen, denn sie können ihn um die nackten Beine wickeln, wenn sie beispielsweise eine Kirche besuchen. So ein Wickelrock ist außerdem schön kühl, leicht zu waschen und trocknet schnell.

• Fleece: Ein leichter Fleecepullover ist nützlich. Er sollte etwas dicker sein, wenn Sie eher im Herbst oder zu Beginn des Winters reisen möchten. Wenn Sie mitten im Winter reisen, sollten Sie geeignete thermische Kleidung mitnehmen.

• Regenjacken: Selbst wenn man die offensichtlichen jahreszeitlichen Veränderungen berücksichtigt, ist das Wetter im Norden Spaniens, vor allem in Galizien, für seine Unvorhersehbarkeit bekannt. Es gibt viele leichte regen- und winddichte Jacken und Hosen. Paclite®-Regenkleidung von Burghaus ist ideal, aber teuer. Eine billigere Möglichkeit ist ein Kunststoff-Poncho, der nicht nur den Körper, sondern auch den Rucksack gut abdeckt. Er kann während eines Regenschauers ausgerollt werden, und weil er so locker sitzt, bildet sich darunter nicht so viel Schweiß wie unter den meisten eng anliegenden Kleidungsstücken aus Kunststoff oder Nylon. Ein beliebtes Modell ist der Altus (erhältlich über www.barrabes.com oder in Pilgergeschäften).

• Hut: In den Sommermonaten brauchen Sie vor allem einen Sonnenschutz. Tragen Sie einen Hut mit breitem Rand, um Ihren Kopf, den Nacken und andere exponierte Bereiche zu schützen. Ein Sonnenstich kann sehr schmerzhaft und in extremen Fällen sogar gefährlich sein.

• Rucksack: 50 Liter sollten genügen. Vermeiden Sie Rucksäcke mit mehr Volumen (70+ Liter), denn Sie könnten in Versuchung kommen, sie mit unnötigen Dingen zu füllen. Ein wesentliches Element ist der Hüftgurt, der regulierbar sein muss und es Ihnen ermöglicht, das Gewicht auf den Hüften zu tragen (nie auf den Schultern!). Sie brauchen Packsäcke (keine Plastiktüten, in denen sich Kondenswasser sammelt!), damit Sie am Ende eines Regentages trockene Sachen haben. Wenn Sie keinen Poncho verwenden, empfiehlt sich ein Rucksacküberzug gegen heftige Regengüsse.

• Schlafsack: Wichtig für alle Pilgerherbergen. Wenn Sie in den Sommermonaten unterwegs sind, genügt ein leichter Schlafsack. Ein Reißverschluss macht es möglich, den Schlafsack zu öffnen, wenn es sehr heiß ist. Die meisten Herbergen, besonders im Gebirge, haben Decken. Wenn Sie mitten im Winter reisen, benötigen Sie einen Schlafsack mit wärmendem Futter wegen der Temperaturen unter den Gefrierpunkt, die vor allem in höheren Lagen auftreten können. Dort müssen Sie auch mit Schnee und Eis rechnen.

• Erste Hilfe: Alle Herbergen sind verpflichtet, Erste-Hilfe-Kästen zu haben, und es gibt unzählige Apotheken (farmacia) entlang des Weges. Einige wichtige Dinge sollten Sie allerdings dabeihaben. Vorbeugen ist besser als heilen, und wenn Sie nicht gut gerüstet sind, bekommen Sie Blasen! Jedem das Seine, aber Compeed® ist leicht zugänglich, leicht anzuwenden und wirkt wie eine zweite Haut. Was immer Sie dabeihaben, setzen Sie es ein, sobald Sie das Gefühl haben, dass sich ein Gefahrenherd bildet. (Warten Sie nicht, bis er sich zu einer schmerzenden Blase entwickelt hat.) Viele machen den Fehler, die Schuhe zu öffnen oder die Schnürsenkel zu lockern, um den Druck zu mindern, aber dies kann die Reibung noch verschlimmern. Die Ursache des Problems muss an erster Stelle stehen. Achten Sie darauf, dass sich Ihr Schuhwerk perfekt anschmiegt.

Andere wichtige Dinge sind Pflaster, eine antiseptische Salbe sowie Schmerztabletten wie Paracetamol gegen Zahnschmerzen und Ibuprofen zur Linderung von Muskel- und Gelenkschmerzen. Nehmen Sie eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor mit und wenden Sie sie regelmäßig an oder versuchen Sie es alternativ mit Calypso oder P20® von Riemann, einem Sonnenschutz, der nur einmal am Tag aufgetragen werden muss. Sie werden auch einen Lippenschutz und einen Sonnenschutz brauchen. Stellen Sie auch sicher, dass Sie genügend verordnete Medikamente dabeihaben, etwa ein Asthmaspray, denn es kann schwierig werden, diese unterwegs ohne Rezept zu bekommen. Elastische Binden können helfen, ein verdrehtes Knie oder ein verstauchtes Fußgelenk zu unterstützen.

• Homöopathische Notfallmittel: Arnika bei Muskelzerrungen und Blutergüssen, Calendula bei Schürfungen und Combudoron bei Insektenstichen. Für diejenigen, die lieber allopathische Mittel nehmen, gibt es ähnliche Produkte.

• Toilettenartikel: Nehmen Sie zusätzlich zu den üblichen Artikeln eine kleine Schere sowie Nadel und Faden für notwendige Reparaturen mit.

• Wasserbehälter: Viele nehmen lieber zwei 0,5-Liter-Flaschen mit als eine sperrigere 1-Liter-Flasche, die schwerer ein- und auszupacken ist. Wasser ist unverzichtbar, und es gibt Beweise dafür, dass mindestens zwei Liter Wasser am Tag Müdigkeit, Blasen und andere häufige Beschwerden des Langstreckenwanderns sowie die Gefahr der Dehydrierung deutlich reduzieren können. Es gibt Trinkwasserbrunnen (fuente [F]) entlang des ganzen Weges. Füllen Sie Ihre Flasche(n) bei jeder sich bietenden Gelegenheit, besonders im Hochsommer, wenn Trinkwasserbrunnen auch austrocknen können. Wasser, das nicht aus der Leitung kommt, ist meistens in Ordnung, aber ohne Garantie (sin garantia). Fragen Sie bei den Einheimischen nach, wenn Sie Zweifel haben. Vielleicht stellen Sie einen Unterschied zwischen der Qualität des chemisch aufbereiteten Wassers rund um die größeren Städte und der des reineren Gebirgswassers fest. Leeren Sie Ihre Flaschen und füllen Sie sie mit dem reineren Wasser aus den Gebirgsdörfern, wann immer dies möglich ist.

Extras nach Belieben

Walking-Stöcke sind zwar nicht unentbehrlich, aber sehr zu empfehlen und reduzieren die Auswirkungen des Wanderns auf Ihren Körper erheblich (um ca. 25 % bei ordnungsgemäßer Verwendung). Sie geben Stabilität in unebenem Gelände und Selbstsicherheit, wenn man unterwegs auf einen der unzähligen Hunde trifft. Nehmen Sie zwei mit abgewinkeltem Griff, um eine schiefe Haltung zu verhindern und die Handgelenke nicht zu belasten. Die meisten Pilger entscheiden sich für einen Holzstab, den sie unterwegs gefunden haben, und das ist sicherlich besser als nichts.

Isomatte: Sie ist sehr nützlich, wenn Sie die Freiheit das Übernachtens unter den Sternen erleben möchten, und zunehmend notwendig, wenn Sie in der Hauptsaison reisen wollen, weil sie Ihnen mehr Möglichkeiten bietet. Ein Stück Boden gibt es immer irgendwo! Therm-a-Rest® ist die bequemste Isomatte, aber sie ist schwerer und teurer als die einfache Schaumstoffmatte.

Kochgeschirr: Viele Herbergen verfügen über eine einfache Küchenausstattung. Wenn Sie allerdings regelmäßig kochen möchten, sollten Sie Ihre eigenen Utensilien und Ihr eigenes Besteck mitnehmen. Ein kleiner Kunststoff-Behälter mit Deckel eignet sich zum Transportieren von weichen Früchten (z. B. Tomaten) und Sandwiches.

Campingausrüstung: Ein Zelt müssen Sie nicht mitnehmen, aber wenn Sie sich gern in der freien Natur aufhalten, wissen Sie sicher, was Sie dabeihaben müssen. Campingplätze gibt es unterwegs nur wenige und sie liegen weit auseinander. Die meisten Herbergen sind nicht auf Zelte eingerichtet.

Bücher: Seien Sie sehr selektiv, was Bücher angeht, denn sie wiegen viel, und Sie werden sich wundern, wie wenig Zeit Sie zum Lesen haben. Wenn Sie ein Buch mitnehmen möchten, dann wählen Sie etwas Inspirierendes und Erhebendes, das Sie immer wieder lesen wollen, etwa Ihren Lieblingsgedichtband. Detaillierte Informationen über die vielen Kunstschätze entlang des Weges erhalten Sie kostenlos von den Fremdenverkehrsämtern oder mit einer Eintrittskarte.

Kamera: Eine Kompaktkamera erlaubt Ihnen, einige Ihrer Erfahrungen nach Ihrer Rückkehr mit Freunden und Familienmitgliedern zu teilen. Doch innere Erfahrungen kann man nicht fotografieren. Seien Sie also nicht enttäuscht, wenn Sie Ihre Fotos später anschauen! Ein bekannter Reiseschriftsteller schrieb, das Fotografieren der lokalen Bevölkerung sei egoistisch. Es nimmt viel und gibt wenig. Die Kamera stellt nicht nur eine Barriere dar, sondern trennt den Fotografen auch von der Realität der Erfahrung. Ich habe mehrere Tausend Dias für dieses Buch aufgenommen und bedaure, wenn ich damit jemandem zu nahe getreten bin – aber vielleicht reichen sie ja auch für Ihre Zwecke aus.

Fernglas: Mit einem kompakten Fernglas können Sie die Details der vielen schönen Denkmäler und Gebäude entlang des Weges sehen. Es kann Ihnen auch helfen, alternative Wege zu identifizieren, Hinweisschilder zu lesen etc. Ich würde eher ein Fernglas mitnehmen als eine Kamera, aber noch besser ist ein Fernrohr.

Fernrohr: Es ist einfach zu bedienen, defokussiert nicht und passt problemlos in jede Tasche. Es könnte ein Kompromiss sein, wenn man Kamera und Fernglas zu Hause gelassen hat.

Handy: Lassen Sie es am besten zu Hause. Das wird sich förderlich auf Ihre Erfahrung und die Ihrer Mitpilger auswirken. Durchbrechen Sie die Abhängigkeit.

Eine Checkliste mit spanischen Übersetzungen finden Sie auf den folgenden Seiten. Sie bereichert Ihr Vokabular und hilft Ihnen, wenn Sie unterwegs Dinge kaufen oder ersetzen müssen. Dies ist keine verbindliche Liste, weil sie je nach Jahreszeit variiert. Markieren Sie die für Sie wichtigen Dinge und haken Sie jedes Teil ab, wenn Sie es in Ihren Rucksack gepackt haben (siehe auch Basisvokabular für Pilger).

Checkliste

Lista

 

 

Kleidung

Ropas

Hut (Sonne)

sombrero

Sonnenbrille

gafas de sol

Hemd(en)

camisa(s)

T-Shirt(s)

camiseta(s)

Reiseweste

chaqueta de viaje

Jacke –wasserdichtatmungsaktiv

chaqueta –chubasquerotranspirable

Unterhosen

calzoncillos

Shorts

pantolones cortos

Hosen

pantalones largos

Taschentuch

pañuelo

Socken

calcetines

Schuhe

Zapatos

Bergstiefel

botas (de montaña)

Wanderschuhe

zapatos (de andar)

Ledersandalen

sandalias (piel)

Größe

Tamaño

größer

mas grande

kleiner

mas pequeño

billiger

mas barato

teurer

mas caro

Modell

modelo

Wichtige Dokumente

Documentos esenciales

Pass

pasaporte

Pilgerpass

credencial de peregrino

Brieftasche/Geldbörse

monedero/cartera

Bargeld

dinero en efectivo

Kreditkarte

tarjeta de crédito

Fahrkarten

pasaje de viaje

Tagebuch

diario

Adressen für den Notfall

dirección de emergencia

Telefonnummern

números de teléfono

Rucksack

Mochila

Regenschutz

protección de mochila

Schlafsack

saco de dormir

Handtuch

toalla

Wasserflasche

botella de agua

Taschenmesser

navaja

Toilettensachen

Artículos de tocador

Seife

jabón

Shampoo

champú

Zahnbürste

cepillo de dientes

Zahnpasta

dentífrico

Haarbürste

cepillo de pelo

Kamm

peine

Waschbeckenstöpsel

tapón de fregadero

Rasierseife

espuma de afeitar

Rasierklingen

maquinilla de afeitar

Waschlappen

guante de aseo

Sonnencreme (Lotion)

crema solar (loción)

After-sun-Creme

leche solar (after sun)

Feuchtigkeitscreme

crema hidratante

Toilettenpapier

papel higiénico

Papiertaschentücher

pañuelos de papel

Damenbinden

salva-slips

Tampons

tampones

Reiseapotheke

Botiquín

Schmerzmittel

analgésico

Aspirin/Paracetemol

aspirina/paracetamol

Pflaster

esparadrapo

Blasenpflaster

apósito para ampollas

Compeed-Blasenpflaster

compeed-segunda piel

Antiseptische Creme

crema antiséptica

Muskelschmerzen

pomada para

(Salbe)

dolores musculares

Homöopathische

Medikamente

remedios homeopáticos

Medikamente (verordnete)

Medicina (prescripción):

Asthma-Inhalator

inhalador para el asma

Heuschnupfentabletten

medicina para las alergias

Durchfallpillen

pastillas para la diarrea

sonstige (Arzt)

otros (médico)

Accessories (optional)

Accesorios (opcional)

Walking-Stöcke

bastones de caminar

Pilgermuschel

concha de peregrino

Fernrohr

catalejo

Feldstecher

prismáticos

Kamera

cámara

Taschenlampe

linterna

Armbanduhr

reloj de pulsera

Wecker

despertador

Poncho

poncho

Schlafmatte

esterilla

Wäscheklammern

pinzas para la ropa

Wäscheleine

cuerda para tender ropa

Ohrstöpsel (gegen Schnarchen)

tapones para los oídos (ronquidos)

Besteck

cubiertos

Messer

cuchillo

Gabel

tenedor

Löffel

cuchara

Becher/Tasse

taza/vaso

SPRACHE(LENGUAJE)