Jana und ich - Tom Jarulek - E-Book

Jana und ich E-Book

Tom Jarulek

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Beschreibung

Echte Liebesgeschichten verlaufen selten so, wie man sie sich in rosaroten Träumen ausmalt ... Aber auch wenn sie manchmal tragisch enden, können sie trotzdem wunderschön sein. Die von Jana und Tom ist eine dieser Geschichten. So voller Sehnsucht, Erotik, Humor, Schönheit und Traurigkeit, dass man alles dafür geben würde, um ihren Verlauf beeinflussen zu können. Aber besser mit Haut und Haaren geliebt zu haben und zu scheitern, als die Liebe nie erlebt zu haben, nicht wahr?

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Seitenzahl: 63

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Tom Jarulek

Jana und ich

Eine leider viel zu kurze erotische Liebesgeschichte

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Jana und ich: Eine leider viel zu kurze erotische Liebesgeschichte

Nachwort

Impressum neobooks

Vorwort

‚I see your face in every flame

With no answers I have only myself to blame

Of all the women that I have known

They’re not you

I’d rather be alone’

(Type O Negative: ‚Blood & Fire’)

Noch heute google ich ihren Namen regelmäßig. Mit Anführungszeichen, ohne Anführungszeichen, Vorname-Nachname und Nachname-Vorname. Ich probiere alle möglichen Varianten aus, aber das Ergebnis ist seit Jahren dasselbe: Nichts. Die vermeintlich allwissende Datenkrake Google weiß nichts über sie. Und deshalb weiß auch ich nicht viel mehr über sie. Jedenfalls über die Jana von heute …

Die Jana von damals habe ich nie vergessen, über sie weiß ich immer noch fast alles. Und obwohl mein Gedächtnis mit dem Alter wie bei jedem Menschen nachlässt, scheinen die Erinnerungen an sie niemals zu verblassen. Ich sehe sie immer noch vor mir, an jedem einzelnen Tag. Und das seit zehn Jahren. Zehn Jahre, die ich ohne sie verbracht habe. Zehn Jahre, in denen sie mich trotzdem nie richtig losgelassen hat.

Nicht, dass du mich falsch verstehst. Die letzten zehn Jahre meines Lebens waren in Ordnung. Vermutlich würden einige sogar sofort mit mir tauschen, um das Leben führen zu können, das ich habe. Im Prinzip bin ich zufrieden mit dem wer ich bin und wie ich bin. Ja, eigentlich ist alles vollkommen okay wie es ist. Aber eine wie sie habe ich nach ihr nie wieder gefunden. Nein, nicht einmal ansatzweise. Und das, obwohl die Auswahl nicht unbedingt klein und ich nie ein Kostverächter war. Vielleicht würden manche auch noch drastischere Umschreibungen wählen, um mich und mein Liebesleben zu charakterisieren. Vielleicht auch nicht, ich weiß es nicht. Sicher ist für mich nur, dass ich sie bis heute vermisse. Jeden einzelnen verdammten Tag. Und weil das nach so langer Zeit immer noch so ist, fühle ich mich nun gezwungen, die Geschichte von Jana und mir zu erzählen.

Was ich mir davon verspreche, fragst du? Ehrlich gesagt kann ich dir diese Frage nicht genau beantworten. Natürlich habe ich sie mir auch schon selbst gestellt. Die einzige Erklärung, die ich dafür habe, ist diese: Vermutlich hoffe ich in grenzenloser, kindlicher Naivität darauf, dass geteiltes Leid tatsächlich halbes Leid ist und ich mir hiermit etwas von der Seele schreiben kann, das mich seit vielen Jahren belastet. Und auch wenn mir dieses Buch Jana nicht zurückbringen wird, so möchte ich die Erinnerungen an sie damit ein letztes Mal durchleben. Vielleicht auch schmerzvoll und tränenreich zelebrieren. Ganz egal was danach von mir übrig bleibt.

Jana und ich: Eine leider viel zu kurze erotische Liebesgeschichte

1.

Mein erster Schultag am Gymnasium war wenig angenehm. Als Kind war ich alles andere als draufgängerisch, sondern eher von der schüchternen und verträumten Sorte. Mit Selbstsicherheit war nicht allzu viel los und Veränderungen stand ich schon damals skeptisch gegenüber. Nach vier Jahren hatte ich mich gerade erst an die Grundschule gewöhnt und nun wurde schon wieder alles durcheinander geschmissen. Ich stand vor den Trümmern meines zehnjährigen Lebens. Na ja, so fühlte ich mich zumindest.

Auch deshalb war ich um jedes bekannte Gesicht in meiner neuen Klasse froh, als ich mich an diesem ersten Tag am Gymnasium umsah. Der trotz seiner für einen Fünftklässler gewaltigen Größe angesichts seines Gewichts deutlich zu kleine Stefan mampfte rechts neben mir bereits vor der ersten Stunde die Schulbrote, die von seiner Mutter eigentlich für die große Pause vorgesehen waren. Mein linker Sitznachbar war der stets grummelige und leicht nervöse Kristjan, mein bester Freund aus der Grundschule. Die Tatsache, dass ihn dort einige für einen Streber gehalten hatten, schien ihn allerdings recht wenig zu kümmern. Wie um diesen Eindruck auch am Gymnasium sofort zu bestätigen, machte er sich wirre Notizen in eines seiner zahllosen Hefte bevor die erste Stunde überhaupt angefangen hatte.

„Das kann ja heiter werden“, dachte ich und begann mich im Klassenraum umzusehen.

Stefan, Kristjan und ich saßen in der zweiten Reihe. Vor uns saß die weibliche Streberelite, die wir seit der ersten Klasse leidvoll zu ertragen hatten. Wir fügten uns in unser Schicksal, aber kommuniziert wurde mit den zwanghaften Spängchen- und Schleifchenträgerinnen nur in absoluten Ausnahmefällen.

Die dritte Reihe war von mir vollkommen unbekannten rotbäckigen Jungs in Karohemden belegt, die offensichtlich nicht aus der Stadt kamen, sondern aus irgendwelchen Kuhdörfern vom Land. Ich versuchte, mich trotzdem in Toleranz zu üben, schließlich sahen die meisten von ihnen ganz nett aus.

Viel interessanter war allerdings die vierte und letzte Reihe der Klasse. Dort saßen ausschließlich fremde Mädchen, die wie die Bauernjungs nicht aus der Stadt kommen konnten. Ihr Stil war allerdings schon auf den ersten Blick weit weniger ländlich, im Gegenteil: Einige von ihnen schienen allein schon klamottenmäßig eine echte Bereicherung zu sein. Jedenfalls wenn man unsere Streberinnen von der ersten Bank mit ihnen verglich.

„Das lässt doch hoffen“, dachte ich und setzte meine Besichtigung fort.

Mit der ganzen Routine eines Zehnjährigen scannte ich die Mädels der letzten Reihe, eine nach der anderen wurde begutachtet. Leider musste ich schon bei der zweiten neuen Mitschülerin abbrechen, da unser zukünftiger Klassenlehrer den Raum betrat und uns brüllend einen guten Morgen wünschte.

„Na ja, ich hatte schon schlechtere“, dachte ich weit weniger übel gelaunt als vorher und versuchte im Folgenden gewissenhaft, Herr Schwarzers Einführungsrede zu folgen.

Bei der anschließenden großen Vorstellungsrunde, während der jeder seinen Namen verkünden musste, wurde in der ersten Reihe begonnen. Die Spängchen und Schleifchen piepsten ihre Namen, danach kamen wir dran. Stefan begann rechts außen, ich glaube, er hatte immer noch ein halbes Brot zwischen den Kiemen, als er widerwillig seinen Namen in Richtung des Lehrers nuschelte. Dann ging es mit mir weiter, was zum Glück einigermaßen unfallfrei über die Bühne ging. Kristjan stotterte leicht, aber auch das bewegte sich im üblichen Rahmen.

Als unsere Reihe fertig war, wurde es spannender. Nicht, weil die Namen der Bauernjungs irgendwen interessiert hätten, um Gottes Willen. Nein, man konnte sich nun genüsslich umdrehen und in Ruhe in den hinteren Teil des Raumes gaffen. Und dort gab es wirklich interessantere Sachen zu sehen als Karohemdenträger. Man musste es nur schaffen, möglichst unauffällig an diesen vorbeizulinsen …

Als die zukünftigen Landwirte endlich durch waren mit ihrer Verkündigung, begann die letzte Reihe rechts außen. Kandidatin 1 war völlig uninteressant, ja beinahe neutral. Mit Kandidatin 2 wurde die ganze Sache schon heißer, auch sie nannte ihren Namen. Kandidatin 3 hatte ich bisher überhaupt noch nicht zu Gesicht bekommen, da genau zwischen uns ein wahrer Baum von Fünftklässler saß, dessen knallrote Rübe perfekt als Sichtschutz fungierte.