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mein lyrisches Jerusalem ich danke dir Wie ein Weberschiffchen fliegen die Verse von Gundula Schiffer zwischen den Sprachen hin und her. Da ist das Hebräische, aus dem sie übersetzt, da ist das Deutsche, in dem sie dichtet. Dazwischen aber spannt sie Fäden aus Worten, Versen, Gedichten. Greift Motive aus der einen Sprache auf und überträgt sie, überträgt sich in die andere, verknüpft beide Dichtersprachen, verknotet, friemelt auseinander. Fäden aus Worten, Bänder, Stimmbänder. Da sind Stimmen in ihrem Ohr. Da sind Verse, die sie zitieren muss, weil sie ihr nicht aus dem Kopf gehen, sie lässt sie über die Zunge hüpfen, zu einem Du, einem kommunikativen Gegenstück, mag es auch sehr weit entfernt sein, so weit wie Deutschsprachien von Süden, von Israel entfernt liegt, mit Alpen und Meer dazwischen, mit viel Nichtkommuniziertem. Sie ist unerschrocken, sie kommuniziert trotzdem, schlägt eine Bresche, überwindet die Grate, setzt mit ihrem Weberschiffchen über das offene Meer. Bis sie sich endlich von Jerusalem in den Arm nehmen lässt. Aus dem Vorwort von Adrian Kasnitz
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Seitenzahl: 32
Veröffentlichungsjahr: 2017
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Die Deutsche Nationalbibliothek – CIP-Einheitsaufnahme.Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet dieses Buch in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Erste Auflage Januar 2017© Größenwahn Verlag Frankfurt am Main, 2017www.groessenwahn-verlag.deAlle Rechte vorbehalten.ISBN: 978-3-95771-142-7eISBN: 978-3-95771-143-4
Gundula Schiffer
Süden über meinem Buch
Poesie
&Liebes-Psalmen
IMPRESSUM
JERUSALEM – KÖLNReihe: Apollon
AutorinGundula Schiffer
SeitengestaltungGrößenwahn Verlag Frankfurt am Main
SchriftenConstantia und FELIX TITLING
CovergestaltungMarti O´Sigma
Coverbild & IllustrationenMarti O´Sigma
Druck und BindungPrint Group Sp. z. o. o. Szczecin (Stettin)
Größenwahn Verlag Frankfurt am MainJanuar 2017
ISBN: 978-3-95771-142-7eISBN: 978-3-95771-143-4
Vorwort; Adrian Kasnitz
Über den Sinn der Sprechblasen; Grafik
Über den Dächern von Jerusalem; Grafik
JERUSALEMUMARMT
Der große Zauber / Hakesem hagadol /
stummer Kran / manof ilem /
Das Weinen der Sprache
Jerusalem hält mich im Arm
Jerusalem-Shots
Im Rosenkrieg
Sprachschrammen
Fastentage
Ein Versuch
Schir nolad – Das Gedicht ist da
Über den Köpfen der Liebenden; Grafik
LIEBES-PSALMEN
dich in meinen Schoß
Der neben dir muss ein Gott sein
Voilà la vie
das Reh in mir
ich zappele mit
offenherzig
I May-Day You
Brust Fischernetz
das Schlemmermahl
Fischstille
in weißen Erdboden versenkt
je suis un solitaire
Gehäuse wie diese
ein Bruchstückballett
eine Geschichte von
Worttrauben-Glanz
unter Bäume gehen
in die Stille boxen
Traum-Aus
Poesie & Polterabend
joie douloureuse
Süden über meinem Buch
die Zebras
Hirn in Klammern
restlos Hoheslied
die Geliebte entglitt ihr
bin ich nicht umzäunt umsäumt
Psalmen-Anbruch
Lebenslampen Seelenflämmchen
Über den Dächern von Köln; Grafik
KÖLNER WOLKEN
Müngersdorf mystisch
November-Bahnhof
Uhren fielen in den Rhein
befreundet mit Melaten
Alte Liebe
4711
Brinkmanns Nacht
Menschen wie schwarz Uhr nachts
mir übers Haupt zwei Türme
Synagoge an der Roonstraße
Venloer Finsternis
Flughafen Köln/Bonn
Domplatte im Licht
von der Brücke gesprochen
Von Balkon zu Balkon im Belgischen Viertel
Über das Herz der Poesie; Grafik
Nachwort; Dr. Karin Lorenz-Lindemann
Bücherstrauß
Über die Gefühle hinaus; Grafik
Biographisches
das Reh in mir – ein Cartoon; Grafik
Inhalt
Die Gedanken sind frei; Grafik
Wie ein Weberschiffchen fliegen die Verse von Gundula Schiffer zwischen den Spra-chen hin und her. Da ist das Hebräische, aus dem sie übersetzt, da ist das Deutsche, in dem sie dichtet. Dazwischen aber spannt sie Fäden aus Worten, Versen, Gedichten. Greift Motive aus der einen Sprache auf und überträgt sie, überträgt sich in die andere, verknüpft beide Dichtersprachen, verknotet, friemelt auseinader. Fäden aus Worten, Bänder, Stimmbänder. Da sind Stimmen in ihrem Ohr. Da sind Verse, die sie zitieren muss, weil sie ihr nicht aus dem Kopf gehen, sie lässt sie über die Zunge hüpfen, zu einem Du, einem kommunikativen Gegenstück, mag es auch sehr weit entfernt sein, so weit wie Deutschsprachien von Süden, von Israel entfernt liegt, mit Alpen und Meer dazwischen, mit viel Nichtkommuniziertem. Sie ist unerschrocken, sie kommuniziert trotzdem, schlägt eine Bresche, überwindet die Grate, setzt mit ihrem Weberschiffchen über das offene Meer. Bis sie sich endlich von Jerusalem in den Arm nehmen lässt.
Aber so, wie sie diese sprachlichen, kulturellen und historischen Gegensätze zusammenbringt, arbeitet sie auch mit den Tonlagen der Sprache. Sie verbindet alte Versmaße mit dem polyphonen Sprechen unserer Zeit, das Sublime mit dem Slang, das Liebliche mit dem Grausamen. Gerade darin offenbart sie sich als eine wahre Liebende der Sprache, die auch vor den Kehrseiten des Materials nicht halt macht, sondern weiter geht, schaut, hinlangt – auch wenn sie sich dabei manchmal blutige Knie, manchmal Sprachschrammen, manchmal ein wundes Herz holt. Und es sich schließlich in den Mund steckt.
