Jona - Manfred Dempf - E-Book

Jona E-Book

Manfred Dempf

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Beschreibung

Gott beruft den Jona: "Geh in die große Stadt Berlin und sage den Menschen: Das Ende ist nahe, wenn ihr so weitermacht wie bisher!" Jona flüchtet vor dieser Berufung, trifft dabei Adam und Ewa, führt diese in Versuchung, geht unter und wird gerettet. Gott beruft ihn zum zweiten Mal. Diesmal gehorcht Jona, widerwillig und murrend, aber immerhin. Er verkündet in einem kleinen Berliner Fernsehsender: "Das Ende ist nahe!" Doch es kommt alles ganz anders als Jona sich das erhofft hat. Und Gott belehrt ihn mit Hilfe einer Tomatenstaude ... Erzählt wird diese altbekannte Geschichte ausschließlich in Dialogen. Jona spricht mit Gott, mit Samuel, David, Hiob, Paula, Judit und noch ein paar Personen, die man aus der Bibel kennt.

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Seitenzahl: 123

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Jona, geh in die große Stadt und verkünde: Das Ende ist nahe!

Och nö, muss das jetzt sein?

(nicht überlieferter Teil der Geschichte)

Inhaltsverzeichnis

Damals

Heute Nicht das Ende

Ein Jahr und sechzehn Tage davor Auftrag

Eine Woche später

Zwei Tage später Flucht

Vier Stunden später

Drei Tage später

Eine Stunde später

Einen Tag später

Zehn Minuten später

Einen Tag später

Zwei Stunden später

Vier Tage später Schwankender Grund

Drei Stunden später

Einen Tag später

Zwei Tage später

Vier Tage später

Eine Woche später Untergang

Zwei Wochen später

Vier Wochen später

Drei Wochen später

Fünf Wochen später

Zwei Wochen später

Fünf Tage später

Vier Wochen später

Zwei Wochen später

Eine Woche später

Zwanzig Minuten später

Einen Tag später Auftragserledigung

Eine Woche später

Fünf Minuten später

Eine halbe Stunde später

Zehn Minuten später

Zwei Tage später

Vier Wochen später Alles anders

Drei Monate später

Vier Tage später Zorn

Sechs Wochen später

Einen Tag später

Zwei Tage später

Vier Tage später Nicht das Ende

Zehn Tage später Das Heil

Zwei Stunden später

Damals

Das Wort des Herrn erging an Jona, den Sohn Amittais: Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, in die große Stadt, und droh ihr das Strafgericht an! Denn die Kunde von ihrer Schlechtigkeit ist bis zu mir heraufgedrungen.

Jona machte sich auf den Weg; doch er wollte nach Tarschisch fliehen, weit weg vom Herrn. Er ging also nach Jafo hinab und fand dort ein Schiff, das nach Tarschisch fuhr. Er bezahlte das Fahrgeld und ging an Bord, um nach Tarschisch mitzufahren, weit weg vom Herrn. Aber der Herr ließ auf dem Meer einen heftigen Wind losbrechen; es entstand ein gewaltiger Seesturm und das Schiff drohte auseinanderzubrechen. Die Seeleute bekamen Angst und jeder schrie zu seinem Gott um Hilfe. Sie warfen sogar die Ladung ins Meer, damit das Schiff leichter wurde. Jona war in den untersten Raum des Schiffes hinabgestiegen, hatte sich hingelegt und schlief fest.

Der Kapitän ging zu ihm und sagte: Wie kannst du schlafen? Steh auf, ruf deinen Gott an; vielleicht denkt dieser Gott an uns, sodass wir nicht untergehen. Dann sagten sie zueinander: Kommt, wir wollen das Los werfen, um zu erfahren, wer an diesem unserem Unheil schuld ist. Sie warfen das Los und es fiel auf Jona. Da fragten sie ihn: Sag uns, was treibst du für ein Gewerbe und woher kommst du, aus welchem Land und aus welchem Volk? Er antwortete ihnen: Ich bin ein Hebräer und verehre Jahwe, den Gott des Himmels, der das Meer und das Festland gemacht hat. Da bekamen die Männer große Angst und sagten zu ihm: Warum hast du das getan? Denn sie erfuhren, dass er vor Jahwe auf der Flucht war; er hatte es ihnen erzählt. Und sie sagten zu ihm: Was sollen wir mit dir machen, damit das Meer sich beruhigt und uns verschont? Denn das Meer wurde immer stürmischer. Jona antwortete ihnen: Nehmt mich und werft mich ins Meer, damit das Meer sich beruhigt und euch verschont. Denn ich weiß, dass dieser gewaltige Sturm durch meine Schuld über euch gekommen ist. Die Männer aber ruderten mit aller Kraft, um wieder an Land zu kommen; doch sie richteten nichts aus, denn das Meer stürmte immer heftiger gegen sie an.

Da riefen sie zu Jahwe: Ach Herr, lass uns nicht untergehen wegen dieses Mannes und rechne uns, was wir jetzt tun, nicht als Vergehen an unschuldigem Blut an. Denn wie du wolltest, Herr, so hast du gehandelt. Dann nahmen sie Jona und warfen ihn ins Meer und das Meer hörte auf zu toben. Da ergriff die Männer große Furcht vor Jahwe und sie schlachteten für Jahwe ein Opfer und machten ihm viele Gelübde.

Der Herr aber schickte einen großen Fisch, der Jona verschlang. Jona war drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches und er betete im Bauch des Fisches zum Herrn, seinem Gott: „In meiner Not rief ich zum Herrn / und er erhörte mich. Aus der Tiefe der Unterwelt schrie ich um Hilfe / und du hörtest mein Rufen. Du hast mich in die Tiefe geworfen, / in das Herz der Meere; mich umschlossen die Fluten, / all deine Wellen und Wogen schlugen über mir zusammen. Ich dachte: Ich bin aus deiner Nähe verstoßen. / Wie kann ich deinen heiligen Tempel wieder erblicken? Das Wasser reichte mir bis an die Kehle, / die Urflut umschloss mich; / Schilfgras umschlang meinen Kopf. Bis zu den Wurzeln der Berge, / tief in die Erde kam ich hinab; / ihre Riegel schlossen mich ein für immer. Doch du holtest mich lebendig aus dem Grab herauf, / Herr, mein Gott. Als mir der Atem schwand, dachte ich an den Herrn / und mein Gebet drang zu dir, / zu deinem heiligen Tempel. Wer nichtige Götzen verehrt, / der handelt treulos. Ich aber will dir opfern / und laut dein Lob verkünden. Was ich gelobt habe, will ich erfüllen. / Vom Herrn kommt die Rettung.“

Da befahl der Herr dem Fisch, Jona ans Land zu speien.

Das Wort des Herrn erging zum zweiten Mal an Jona: Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, in die große Stadt, und droh ihr all das an, was ich dir sagen werde. Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der Herr es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren. Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört!

Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an. Als die Nachricht davon den König von Ninive erreichte, stand er von seinem Thron auf, legte seinen Königsmantel ab, hüllte sich in ein Bußgewand und setzte sich in die Asche. Er ließ in Ninive ausrufen: Befehl des Königs und seiner Großen: Alle Menschen und Tiere, Rinder, Schafe und Ziegen, sollen nichts essen, nicht weiden und kein Wasser trinken. Sie sollen sich in Bußgewänder hüllen, Menschen und Tiere. Sie sollen laut zu Gott rufen und jeder soll umkehren und sich von seinen bösen Taten abwenden und von dem Unrecht, das an seinen Händen klebt. Wer weiß, vielleicht reut es Gott wieder und er lässt ab von seinem glühenden Zorn, sodass wir nicht zugrunde gehen.

Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er führte die Drohung nicht aus. Das missfiel Jona ganz und gar und er wurde zornig. Er betete zum Herrn und sagte: Ach Herr, habe ich das nicht schon gesagt, als ich noch daheim war? Eben darum wollte ich ja nach Tarschisch fliehen; denn ich wusste, dass du ein gnädiger und barmherziger Gott bist, langmütig und reich an Huld und dass deine Drohungen dich reuen. Darum nimm mir jetzt lieber das Leben, Herr! Denn es ist für mich besser zu sterben als zu leben. Da erwiderte der Herr: Ist es recht von dir, zornig zu sein?

Da verließ Jona die Stadt und setzte sich östlich vor der Stadt nieder. Er machte sich dort ein Laubdach und setzte sich in seinen Schatten, um abzuwarten, was mit der Stadt geschah. Da ließ Gott, der Herr, einen Rizinusstrauch über Jona emporwachsen, der seinem Kopf Schatten geben und seinen Ärger vertreiben sollte. Jona freute sich sehr über den Rizinusstrauch. Als aber am nächsten Tag die Morgenröte heraufzog, schickte Gott einen Wurm, der den Rizinusstrauch annagte, sodass er verdorrte. Und als die Sonne aufging, schickte Gott einen heißen Ostwind. Die Sonne stach Jona auf den Kopf, sodass er fast ohnmächtig wurde. Da wünschte er sich den Tod und sagte: Es ist besser für mich zu sterben als zu leben. Gott aber fragte Jona: Ist es recht von dir, wegen des Rizinusstrauches zornig zu sein? Er antwortete: Ja, es ist recht, dass ich zornig bin und mir den Tod wünsche. Darauf sagte der Herr: Dir ist es leid um den Rizinusstrauch, für den du nicht gearbeitet und den du nicht großgezogen hast. Über Nacht war er da, über Nacht ist er eingegangen. Mir aber sollte es nicht leid sein um Ninive, die große Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben, die nicht einmal rechts und links unterscheiden können - und außerdem so viel Vieh?1

1 Die Geschichte im Original: Die Bibel, Buch Jona

Heute Nicht das Ende

Na, Jona, hast du es jetzt verstanden?

Ja. Nein. - Keine Ahnung. Wer kann dich schon verstehen, Herr?

Tja, da ist was dran. Ich bin Gott, du bist ein Mensch. Meine Wege sind nicht eure Wege. Und so weiter. Habe ich euch schon mal gesagt, glaube ich.

Mehr als einmal, Herr.

Na also.

Und, was soll ich jetzt verstehen?

Was meinst du? Was hast du denn verstanden?

Herr, du hörst dich an wie mein Therapeut! Aber gut, was habe ich verstanden? - Tja, es ist eine lange Geschichte. Viel passiert in den letzten Monaten.

Ein Jahr und sechzehn Tage davor Auftrag

Jona?

Hm?

Jona!

Hmmm?

Mensch, Jona, jetzt hör mal für zwei Minuten mit diesem sinnlosen Computerspiel auf und hör mir mal zu!

Ja, Judit?

Leg den Laptop ganz weg!

Okay, meine Herrin und Gebieterin! :-) Was wünscht Ihr?

Ach Mann, Jona, kannst du denn nichts ernst nehmen? Ich will einfach mal mit dir reden.

Ist ja gut. Schau, ich bin jetzt ganz bei dir.

Okay. Ich hab mal eine Frage.

Schieß los!

Willst du mich heiraten?

… … …

Äh, Jona, hallo?

Also, hm, äh, Judit, du … na ja, geht’s nicht ein bisschen weniger inhaltsschwer?

Wieso, wir sind jetzt seit fünf Jahren zusammen. Du passt zu mir, ich passe zu dir, wieso sollen wir da jetzt noch länger rumeiern mit unserer Beziehung?

Schon. Also, ich meine, ich kann's mir auch mit keiner anderen als dir vorstellen,

Na siehst du.

aber deswegen gleich heiraten? „Ich will dich lieben, achten und ehren, bis dass der Tod uns scheidet.“ Das ist schon 'ne ziemlich große Nummer.

Aber du willst es doch, oder?

Was?

Mich lieben, achten und ehren, bis dass der Tod uns scheidet?

Ja, schon, und wie!

Na also. Und ich will es auch. Und wie!

Aber … na ja …

Oh Mann, Jona, manchmal nervst du mich echt mit deinem „aber“ und „na ja“. Ständig kommt das von dir! Kannst du dich nicht mal für was entscheiden?

Tu ich doch. Ich hab mich für dich entschieden.

Aber anscheinend nicht so richtig. Zumindest nicht bis dass der Tod uns scheidet.

Jetzt wirst du unfair, Judit! Bloß weil ich nicht so extrem drauf bin wie du, musst du mich jetzt nicht so runtermachen!

Ich bin nicht extrem drauf, ich bin konsequent. Wenn ich weiß, dass etwas richtig ist, dann ziehe ich es durch.

Ja, so kann man es auch nennen. Man kann es aber auch „stur“ und „beratungsresistent“ nennen.

Also, verdammt noch mal, Jona, jetzt wirst aber du unfair! Ich bin nicht beratungsresistent, wenn ich sehe, dass was falsch ist, was ich mache, dann kann …

...

Judit? – Judit, hallo? Was ist denn jetzt auf einmal? Wieso grinst du so?

Na ja, wir zwei sind ganz schön doof. Ich mach dir einen Heiratsantrag, und eine Minute später streiten wir uns. Wegen diesem Heiratsantrag.

Okay, okay. Ja, wir sind doof.

Gut, haben wir das auch geklärt. Also, zurück zum Start. Willst du mich heiraten?

Aaaah, Judit, Mensch, geht’s bei dir nicht mal ein bisschen weniger direkt? Wenigstens ein einziges Mal? Wenigstens bei so einer lebensbedroh... lebensentscheidenden Frage?

Ja, Jona, was willst du denn? Wie soll ich diese Frage denn sonst stellen? Da gibt’s nur ein Ja oder Nein als Antwort, also warum soll ich da groß rumtun?

Ach, du bist anstrengend. Obwohl ich ja eigentlich genau das an dir liebe. Dieses Taffe, Direkte.

Na also.

Manchmal hätte ich schon gern was von dir. So ein kleines bisschen was. So ein Stück von deiner … Entschiedenheit. Wo hast du die eigentlich her?

Wo habe ich die her? - Ich bin halt so. Eine Gabe von Gott. Oder ein Fluch. Wie man's nimmt. Wie es sich gerade auswirkt.

Ach ja, also ich hätte schon gern was davon, wie gesagt. Ich fühle mich immer so … unsicher … zweifelnd … so … uneindeutig.

Bist du auch. Das ist dein „Fluch“. Obwohl es auch eine Gabe ist.

Gabe? Na, ich weiß nicht.

Meine „Entschiedenheit“ führt leicht zu Fanatismus. Das ist mein Fluch, oder besser mein wunder Punkt. Deine Unentschiedenheit ist oft nervig, für dich und für andere. Andrerseits führt sie dazu, dass du dich mehr mit allem auseinandersetzt und dadurch … na ja, … tiefer bist als andere.

Okay, das schon. Vielleicht. Aber was habe ich davon?

Na, dass du Gott näher bist als ich, zum Beispiel.

Waas? Niemals! - Also, ich denke mal nicht. Ich habe nicht das Gefühl, Gott besonders nahe zu sein. Du weißt doch immer genau, was richtig und falsch ist, und was zu tun ist!

Schon. Aber ich habe dabei meistens das Gefühl, … na ja, an der Oberfläche zu bleiben. Beim Tun zu bleiben. Mir fehlt dabei oft der Grund, auf dem ich stehen kann.

Mir auch. Genau deshalb bin ich mir ja immer so unsicher.

Aber du setzt dich dabei mehr mit Gott auseinander, und mit dir und der Welt überhaupt.

Schon. Aber … ach, ich weiß auch nicht. Es ist einfach anstrengend. Ich hätte gern ein bisschen mehr Klarheit. Mal so eine direkte Anweisung von Gott.

Na gut, kannst du haben. Geh in die große Stadt und warne alle Menschen, dass der Untergang nahe bevorsteht, wenn sie so weitermachen.

AAAAAAAAAH! Was ist denn das?

Die direkte Anweisung von Gott, die du dir gerade gewünscht hast.

Jona, was ist denn los?

Diese Stimme, hast du die auch gehört?

Äh, nein. Außer deinem Schrei gerade höre ich nichts.

Oh Gott!

Ja?

Was? Äh, nein, das war jetzt nicht so gemeint.

Ja, das scheint eins deiner Probleme zu sein.

Was?

Dass das was du sagst oft nicht das ist was du meinst. Aber wie auch immer, du hast jetzt eine klare, direkte Anweisung von mir bekommen. Wie gewünscht.

Äh, wie war die nochmal?

Jona, was ist denn los?

Geh in die große Stadt und warne alle Menschen, dass der Untergang nahe bevorsteht, wenn sie so weitermachen.

Äh, ja, äh welche Stadt?

Berlin.

Und wie soll der Untergang ausschauen? Und überhaupt, was bedeutet „wenn sie so weitermachen“? Womit weitermachen?

Jona? JONA?

Pst, ich rede mit Gott!

Waaas?