Jos Jumper - Wolfgang Hübsch - E-Book

Jos Jumper E-Book

Wolfgang Hübsch

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Beschreibung

Ein kleiner Stier wird geboren. Bei der Geburt knallt er auf den Boden und zieht sich eine leichte Behinderung zu. Farmerstochter Jennie hilft ihm und holt den indianischen »Knochenbrecher« Jos dazu. Der renkt den kleinen Stier wieder ein und gibt ihm auch seinen Namen: Jos. Auf der Farm hat der kleine Jos einen Feind, aber doch mehr Freunde. Als der Schlachter Hugo Wurst auftaucht, muss Jos fliehen. Im nahen Wald findet er schnell neue Freunde: die kluge und schöne Hirschkuh Mary, die Hirsche Arnus und Arminus sowie Quiek, den mächtigen Keiler. Zusammen erleben sie viele spannende Abenteuer.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 58

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Wolfgang Hübsch

Jos Jumper

Copyright: © 2020 Wolfgang Hübsch

Illustrationen: Anna Roosen-Runge

Umschlag & Satz: Erik Kinting – buchlektorat.net

Verlag und Druck:

tredition GmbH

Halenreie 40-44

22359 Hamburg

978-3-347-17563-1 (Paperback)

978-3-347-17564-8 (Hardcover)

978-3-347-17565-5 (e-Book)

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Die Geburt

Heute war etwas anders. Meine Mutter Telse war unruhig. Der ganze Körper war in Aufruhr. Sie legt sich immer wieder nieder und steht auf. Irgendetwas drückt ihr Inneres. Es dauert immer zwei bis drei Minuten, und dann kommt eine Pause von ca. 2 Minuten. Dieses Drücken und Quetschen wird immer stärker. Ich will hier raus, und dann rutsche ich. Ich höre Stimmen von einem Mann und einem Kind. Ich merke, dass meine Mutter in einen dunklen Raum geführt wird.

Wieder drückt es und quetscht es, und ich rutsche wieder. Aber dann geht es nicht weiter. Ich sitze fest. Oder quer. Die Luft geht mir aus. Ich ersticke. Meine Mutter Telse steht plötzlich auf.

Etwas greift nach meinen Beinen und ich werde lang gezogen. Dann rutsche ich und knall´ auf etwas ganz Hartes. Es ist hell in dem neuen Raum. Ich höre Stimmen. Irgend jemand sagt: „Mann, das war eine schwere Steißgeburt.“

Eine raue Zunge leckt mein Gesicht, meinen Körper. Ich bekomme Luft und will aufstehen. Aber es geht nicht. Etwas ist kaputt. Eine Kinderstimme sagt: „Er kann nicht.“

Dann greifen Kinderhände und heben meinen Körper. Eine Männerstimme sagt: „Lass ihn, das muss er selbst schaffen!“ „Er kann aber nicht, etwas ist kaputt“ sagt das Mädchen Jennie. Dann hebt sie mich und ich stehe.

Sehe meine neue Welt.

Zwei Menschen stehen vor mir. Das Mädchen Jennie und der Mann Charlie. Meine Mutter liegt still auf dem Boden. Eine andere Kuh steht vor mir und haucht mich an und sagt: „Steh auf und geh!“ Puh – was hat die für einen Mundgeruch! Alma ist ihr Name. Ich versuche es, aber es geht nicht. Ich komme einfach nicht vorwärts. Sonst liegt hier viel Heu in einer kleinen Box.

„Er muss jetzt trinken!“ sagt der Mann, aber ich kann mich nicht richtig erheben und dann nach vorne bücken.

Ich will gehen, aber die hinteren Beine folgen mir nicht. Die hinteren Beine stehen im X. „Dann wird er sterben!“ sagt der Mann, aber das will ich nicht. “Ich werde ihn mit der Hand aufziehen!“ sagt Jennie. Sie holt eine Flasche, aus der ich sauge. Oh – das tut aber gut!

Der erste Ausgang

Am nächsten Tag kommt Jennie zu mir. Jennie hat große graublaue Augen und lange lockige blonde Haare. Auf dem Arm hat sie einen kleinen Welpen. Der Welpe hat ein blaues und ein braunes Auge. Auch das Gesicht ist zweifarbig. Schwarz und weiß. Auch sein Fell hat schwarze und weiße Flecken. Die Pfoten sind vorne links und hinten rechts weiß und vorne rechts und hinten links schwarz. Der kleine schwarze Schwanz hat eine weiße Spitze.

„Schau!“ sagt sie, „das ist der kleine Rasmuss! Vielleicht versteht ihr euch ja gut.“ Der kleine Rasmuss leckt mein Gesicht und krabbelt auf mir rum.

Mit Hilfe von Jennie stehe ich auf und mache meinen ersten Ausgang. Ich stolpere mehr als ich gehe. Vorne ist alles gut, aber hinten kommen die Beine nicht mit. Ich schleife meine hinteren Beine hinter mir her. Es geht durcheinander.

Aber ich will nach draußen – und so schaffe ich es. Ein großer mit Planken umrandeter Hof ist vor mir. Es kommt mir riesig vor. Andere Tiere stehen draußen und schauen mich neugierig an.

Mitleid ist in den Augen, wie ich mich stolpernd über den Hof bemühe. Jennie lässt mich alleine und ich stolpere weiter.

Zorros

Vor mir taucht ein kleiner schwarz roter Stier auf. Er trampelt und schnauft wild.

Dann rast er mit riesigen Schritten auf mich zu.

Dann knallt es, und ich fliege in einen stinkenden Haufen, schaue dann nach oben, und er steht vor mir. „Ich bin Zorros und der stärkste Jungstier auf dem Hof!“ schnaubt er. Ich versuche aufzustehen, aber er rammt mich immer wieder nieder.

Plötzlich steht Jennie neben ihm. Packt ihn am Ohr und sperrt ihn in ein Extragatter.

Jennie hebt mich dann hoch, stellt mich an einen Schlauch und wäscht die stinkende Masse von mir ab. Dann schleppt sie mich wieder in den Stall. Erfolgreich war mein erster Ausflug nicht. Ich liege total kaputt in meiner Box. Rasmuss legt sich zu mir und tröstet mich.

Jennie gibt mir aus der Flasche zu trinken, und dann falle ich in einen tiefen Schlaf. Es taucht dort immer Zorros auf. Ein Alptraum! Wie soll ich je draußen auf dem Hof leben?

Der nächste Morgen

Ein fremdes Auto fährt auf den Hof. Ich höre eine fremde tiefe, starke Stimme. Das Tor zum Stall geht auf. Die Sonne scheint herein und dann wird es wieder dunkel. Ein riesiger Mann erscheint und geht auf mich zu.

Ich zittere vor Angst. Dies ist mein Ende!

Aber da Jennie und Rasmuss bei ihm sind, beruhige ich mich schnell. Der Riese ist ganz in einen Lederanzug gekleidet. Er hat eine rotdunkle Hautfarbe. Um den Kopf trägt er einen roten Stirnreif mit einer großen Feder.

Der Riese kniet sich bei mir nieder und hebt mich. Die Stimme ist ganz weich geworden. Er streicht mir über den Kopf und spricht beruhigend auf mich ein. „Das ist kein Sohn von Bullus!“ sagt der Riese. Sein Vater muss ein anderer Stier sein.

Jennie sagt, dass ein Stier, der Birkrinder, vom Nachbarn auf der Koppel gestanden hatte. „Das könnte der Vater sein!“ sagte Jos.

Dann greifen die riesigen Hände in meinen Rücken und tief in die Rückenwirbel rein.

„Ich glaube, das geht noch, dem Kleinen kann ich helfen!“ Jennie muss meinen Kopf halten, und er packt mein hinteres rechtes Bein – und es gibt einen Ruck. Es kracht im ganzen Körper. Dann macht er das gleiche mit dem linken Bein.

Der Riese steht auf und fragt Jennie: „Wie heißt er denn?“ „Wie du!“ sagt Jennie. Der Riese lacht: „Also Jos. Das finde ich gut! Dann wird er auch groß und stark. Komm, kleiner Jos, jetzt kannst du laufen, rennen und springen!“

Zu dritt gehen wir aus dem Stall, die Sonne scheint viel heller, und der Hof wirkt nicht mehr so riesig.

Der Riese Jos streichelt mich und sagt: „Nun mal los, kleiner Jos! Ich merke, wie leicht ich laufen kann. Alle anderen auf dem Hof freuen sich mit mir.

Alle – bis auf einen! Zorros steht immer noch alleine im Coral und schnaubt wütend. „Auf den musst du aufpassen!“ sagen Jos und Jennie zu gleicher Zeit. „Aber jetzt hast du eine Chance.“ Jos streichelt mich und verlässt dann den Hof.

Ich gehe zu meiner Mutter Telse und Alma und besichtige mit denen den Rest der Tierwelt.