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Paris 1907: Der Deutsche Jules und der Franzose Jim lernen sich kennen und werden unzertrennliche Freunde. Sie teilen bedenkenlos und ohne jegliche Eifersucht alles, was sie lieben: die Literatur, die Kunst und die Frauen. Doch dann taucht Kathe auf, eine aufregende Berlinerin, die beide Männer gleichermaßen in ihren Bann zieht. Sie entscheidet sich für Jules, doch Jim lässt sie keineswegs kalt. Jules und Kathe ziehen nach Deutschland und heiraten. Nach dem Ersten Weltkrieg sehen sie den alten Freund wieder, und es entwickelt sich eine leidenschaftliche Dreiecksbeziehung. Bald gerät die Amour fou zwischen Kathe und Jim zu einem tragischen Spiel, bei dem es keinen Gewinner geben kann.JULES UND JIM basiert auf Henri-Pierre Rochés Beziehung mit Helen Hessel, der Frau seines besten Freundes Franz Hessel, dem Schriftsteller. Den 1953 erschienenen Roman entdeckte François Truffaut und verfilmte ihn mit Jeanne Moreau in der Hauptrolle. Der Film kam 1962 in die Kinos und wurde zum Klassiker.
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Seitenzahl: 285
Veröffentlichungsjahr: 2016
Inhalt
[Cover]
Titel
François Truffaut: Wiederbegegnung mit Henri-Pierre Roché
I - Jules und Jim
I - Jules und Jim
II - Jim in München
III - Die drei Schönen
IV - Gertrude
V - Jules und Lucie
VI - Lucie und Jim
VII - Magda
VIII - Odile
IX - In den Dünen
X - Lucie in Paris
XI - Lucie und Odile
XII - Lucies Reisen
XIII - Das archaische Lächeln
XIV - Die Krähen
II - Kathe
I - Kathe und Jules
II - Der Sprung in die Seine
III - 1914: Krieg. 1920: Die Villa
IV - Albert. Das Lagerfeuer
V - Kathe und Jim. Annie 122
VI - Die Lokomotive. In der Stadt
VII - Gilberte. Albert. Fortunio
VIII - Das Edgar-Poe-Häuschen
IX - Der schwarze Spaziergang
III - Bis ans Ende
I - Bruch?
II - Der weiße Pyjama. Im Lande Hamlets
III - Vergeltungsakte. Venedig
IV - Die Ostseeinsel
V - Das Zimmer des Glücks
VI - Paul
VII - Knirschen und Krachen
VIII - Zerrissenheit
IX - Der klirrende Schlüssel
X - Der zweite Sprung in die Seine
XI - Das Krematorium
Autorenporträt
Übersetzerporträt
Über das Buch
Impressum
François Truffaut
Wiederbegegnung mit Henri-Pierre Roché1
Den Roman Jules und Jim von Henri-Pierre Roché habe ich 1955 entdeckt, unter lauter Sonderangeboten, die vor der Buchhandlung Stock an der Place du Palais-Royal in einer Kiste auslagen.
Das Buch war zwei Jahre zuvor erschienen, doch ohne Beachtung zu finden: Man hatte es weder gepriesen noch verrissen, Rezensionen waren Mangelware, wie so oft bei Autoren, die noch keiner kennt. Was mir ins Auge stach, war der Titel: Jules und Jim! Der Klang dieses doppelten Js gefiel mir auf Anhieb. Und als ich das Exemplar umdrehte, weil ich den »Waschzettel« lesen wollte, stellte ich fest, dass der Verfasser, Henri-Pierre Roché, 1879 geboren und Jules und Jim sein erster Roman war. Na so was, dachte ich, dieser literarische Anfänger ist nun 76 Jahre alt! Was mag ein Mann dieses Alters wohl für einen Debütroman vorlegen?
Von den ersten Zeilen an habe ich mich rettungslos in die Prosa von Henri-Pierre Roché verliebt. Damals war Jean Cocteau mein Lieblingsschriftsteller, wegen seiner temporeichen Sätze, ihrer trügerischen Härte und der Genauigkeit seiner Bilder. Mit Henri-Pierre Roché entdeckte ich einen Autor, der auf mich noch eindrücklicher wirkte als Cocteau, weil er mit einem sparsameren Vokabular eine vergleichbare Art von poetischer Prosa erzeugte, indem er aus alltäglichen Wörtern ganz knappe Sätze bildete. Rochés Stil ruft gerade durch die Aussparung Emotionen hervor, durch Lücken, durch jedes Wort, das er sich versagt – durch die Ellipse an sich. Als ich später Manuskriptseiten von Henri-Pierre Roché unter die Lupe nahm, wurde mir klar, dass sich sein vermeintlich naiver Stil dem gewaltigen Anteil an gestrichenen Wörtern und Sätzen verdankt. Auf einer ursprünglich komplett mit seiner runden Schuljungenschrift bedeckten Seite ließ er schließlich nur sieben oder acht Sätze stehen, die ihrerseits um zwei Drittel gekürzt waren. Jules und Jim ist ein Liebesroman im Telegrammstil, aus der Feder eines Dichters, der seine Bildung vergessen machen will und seine Worte und Einfälle genau so setzt, wie es ein wortkarger und bodenständiger Bauer tun würde.
Kein Wunder, dass sich meine Begeisterung für Jules und Jim auch auf die Figuren und ihre Abenteuer erstreckte. Ich lebte ausschließlich für das Kino und zog den Büchern Filme vor, jede Woche sah ich mir rund sechzehn bis zwanzig an. Als Filmkritiker der Wochenzeitschrift Arts, Spectacles hatte ich das Glück, meine Leidenschaft ausleben zu können. Bei der Lektüre von hatte ich das Gefühl, genau mit dem Fall konfrontiert zu sein, an dem die Filmkunst regelmäßig scheiterte: Zwei Männer lieben dieselbe Frau, ohne dass die »Zuschauer« für eine bestimmte Figur Partei ergreifen können, weil ihnen alle drei gleichermaßen ans Herz wachsen. Vor allem diese Unvoreingenommenheit hat mich an der Geschichte berührt, die der Verlag als »reine Liebe zu dritt« präsentierte.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
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