Julias Philosophie - Emilio Esbardo - E-Book

Julias Philosophie E-Book

Emilio Esbardo

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Beschreibung

Perugia. Ein deutsches Mädchen und zwei italienische Jungen. Ein Dreieck aus Liebe und Sex. Eines Tages erscheint er, ein vierundfünfzigjähriger Mann, und Julias Philosophie nimmt Formen an. "Die Süße der sich wiederholenden Treffen. Ein Regen von Küssen, der mein glückstrahlendes Gesicht überflutet. Und sie mit geöffneten Schenkeln auf meinem Schoss, im Zentrum meiner Lüste, verloren im Himmel der Liebe..."

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Seitenzahl: 78

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Julias Philosophie

EMILIO ESBARDO

ESBARDO Edizioni
Trelleborger Straße 17
13189 Berlin
Copyright © 2016 Emilio Esbardo 
Alle Rechte vorbehalten
www.emilioesbardo.com
www.esbardophotopress.com
www.ilnuovoberlinese.com

Übersetzung:

Sebastian Kubon & Emilio Esbardo
In der deutschen Übersetzung wurde versucht, besonders den Ausdruck der gesprochenen italienischen Sprache beizubehalten, bei der nicht immer alles den Regeln der Grammatik entspricht. Ich hoffe, dass der Leser beim Lesen die italienische Art zu sprechen hören kann. Hinter jeder Sprache befindet sich eine einzigartige Kultur, eine Stimme, die den Rhythmus einer Lebensart überträgt. Für Emilio Esbardo und seine Sprache ist es die Kultur Süditaliens.
Der Autor dankt Sebastian Kubon, der während seines Erasmus-Aufenthalts in Perugia eine ganze Woche der Übersetzung des Buchs gewidmet hat. Seine Hilfe war auch grundlegend für die Eingabe in den Computer, da Emilio Esbardo noch immer der guten alten Schreibmaschine verbunden ist. Der Autor drückt auch Paola Passeri seine Dankbarkeit aus für die in diesem Buch verwendeten Zeichnungen.
Perugia, im März 2004 
Auf dem Coverfoto: Julia Dombrowsky. Bild von Emilio Esbardo. 
Der Autor des Buches bedankt sich bei der Journalistin Julia Dombrowsky, dass sie als Model für das Cover des Buches posiert hat.
Jede Ähnlichkeit mit Tatsachen, lebenden oder toten Personen ist rein zufällig.

Inhalt

Vorwort    
Julias Philosophie  
Nachwort

Vorwort

Anfangs, als ich begriff, was wirklich geschehen war, dachte ich noch nicht im Entferntesten daran, einmal ein Buch darüber zu schreiben.
Dies ist die Geschichte eines Jungen, der die Stimme seines Körpers ausblendete, seine Sinne gefangen hielt und durch ein widriges Schicksal zum ersten Mal die Qualen der Liebe erlitt. Durch Zufall hatte er ein deutsches Mädchen kennen gelernt. Nicht sofort hatte er daran gedacht, mit ihr ins Bett zu gehen, aber ihre Schönheit und ihr Wesen, die sich ihm durch ihre interessanten, lebhaften Gespräche enthüllten, machten ihn verletzlich für Cupidos Pfeile.
Und durch seine Tat – sei sie gut oder schlecht, ich weiß es nicht und es liegt nicht an mir, darüber zu urteilen –, die ihm die Liebe und nicht niedere sexuelle Triebe aufzwang, entstand sein Unglück.
Er ließ einen harten Kampf gegen sein Herz und seine Empfindungen geschehen. Die Vernunft ist hieraus als Siegerin hervorgegangen. Dies ist der wahrheitsgetreue Bericht einer Geschichte, die ich Marco, ihren Protagonisten, durch sein Tagebuch erzählen lassen werde.
Dies ist der wahrheitsgetreue Bericht einer Geschichte, gefüllt mit dem Leben ganz unterschiedlicher Persönlichkeiten, die sich in ihrer Wirklichkeit zeigen. Dem Leser wird nichts verheimlicht. Kein Moment der Spannung; was interessiert ist die Geschichte selbst in ihrem Lauf und nicht das, was geschieht - was höchstwahrscheinlich nicht so bedeutend ist -, sondern wie es geschieht.
Ich habe mich entschieden, das Buch drucken zu lassen, um zu zeigen, wie sich hinter der Maske, die wir täglich tragen, in jedem von uns Träume und Wünsche verbergen, die wir zu zeigen nicht den Mut haben.
Ich habe mich entschieden, dieses Buch drucken zu lassen, um die Mauer aus Heuchelei niederzureißen, hinter der auch ich mich befinde. Und deswegen nehme ich die Gelegenheit wahr, um die Empfindlicheren zu warnen, dass die Sprache – trotz ihrer Poesie an einigen Stellen – sehr roh ist: Sie ist keine literarische Spiegelung der Realität. Sie ist eine widersprüchliche Sprache, widersprüchlich wie unsere Seele: manchmal edel, manchmal der niedersten Art.
Ich gebe dieses Buch all denen als Nahrung, die hungrig nach Wahrheit sind, welche finster und grausam sein kann und es in den meisten Fällen sogar ist.

Julias Philosophie

Eine Frau als Freund

Può darsi che io non sappia cosa dico
scegliendo te, una donna per amico
ma il mio mestiere e’ vivere la vita
che sia di tutti i giorni oh sconosciuta
ti amo forte – debole compagna
che qualche volta impara
a volte insegna... (1)
“Una donna per amico”
     BATTISTI

Fern

Fern von den Bindungen des Gefühls
Fern von Zuneigung der Freunde und der Verwandten, die früher oder dann verschwinden werden, weil „Frau Tod“ (2) sie in ihr Königreich von Ruhe und Finsternis überführen wird
Fern von jedem Genuss, der an seinem Gipfel Schmerz hervorruft
Fern von jedem Schmerz
Fern in einer Winter-Nacht, in meinem Zimmer, auf meinem Bett, während ich ein Buch lese, und alle Fähigkeiten des Verstands fern und bedingungslos von den Leidenschaften, um mich zu kennen
Fern… aber der Teufel, ein schönes Mädchen mit blondem Haar und blauen Augen, hält mich fern…

10. Oktober 199-

Ich hatte gerade erst meine Fröhlichkeit wiedergewonnen nach einem nicht sehr glücklichen, einjährigen Aufenthalt in Deutschland, als ich Julia kennen lernte. Von meiner Vergangenheit in Deutschland werde ich nichts erzählen, außer, dass sie meine gute Laune zerstörte; teils weil es mir nie gelungen ist, mich anzupassen an die Art zu leben in Passau, und teils wegen des schlechten Wetters, an das ich nicht gewöhnt bin. Dieses ununterbrochene Regnen machte nichts anderes als mich noch trauriger und melancholischer.
Was ich hingegen zu Papier bringen möchte, sind die Konsequenzen meiner Begegnung mit Julia, deren Ergebnis drei wunderbare und unvergessliche Wochen sind, nach denen ich immer noch Sehnsucht verspüre und fünf Monate, aufgeteilt in schöne Erinnerungen und eine Reihe von Auseinandersetzungen, die zu einem vollständigen Bruch unserer Freundschaft führten. Ich habe mein Leben nie gelebt, um danach ein Tagebuch davon schreiben zu können, aber alles, was ich nach meiner Rückkehr aus Deutschland erlebt habe, ist die Geschichte eines Romans, so irreal, so absurd und wie ein schlechter Traum erscheint mir, was geschehen ist.
Und hier, im Keller der Nacht, in dieser mittelalterlichen Stadt im Zentrum Italiens, unter den Sternen des Himmelszelts, der sommerliche Rausch, der auf der Haut den Geruch der Unendlichkeit und der Romantik hinterlässt, schreit mein Stift diese Geschichte, die mir wirklich geschehen ist.
Ihre Züge
Ihre Handlungen
Ihre Bewegungen
Ihr süßes Lachen
Ist eine unendliche Gabe
Ein unvergesslicher Augenblick
Vergangene Tage
Beendete Tage
Aber nie vergessen
Wir haben unsere Erinnerungen
In einer Schublade
Gelassen
Ich versuche, sie aufzumachen
Und ich sehe meine Liebste
Sie prunkt mit ihrem Zauber.
Meine Heimkehr nach Perugia war wie eine Heimkehr zu meinen Gewohnheiten: den Corso Vannucci entlang zu spazieren und ins Zoologico zu gehen, eine Mischung aus Diskothek und Pub, um ausländische Mädchen kennen zu lernen. Es mag seltsam scheinen, aber ich kann versichern, dass es nichts Schöneres gibt, als mit Menschen anderer Kulturen Bekanntschaft zu machen, denn sie füllen dein Herz mit Neugier und Abenteuerlust. Man wird nun vielleicht fragen, warum Mädchen? Ich kann hierauf nur antworten, dass mir die männliche Mentalität nicht so sehr gefällt. In meinem ganzen Leben habe ich nur wenige männliche Freunde gehabt, aber um ehrlich zu sein, waren diese die so genannten „wahren Freunde“. Und vielleicht wird man nun nicht fragen, sondern es einfach verstehen. Auf der Suche nach aller Erkenntnis wünsche ich mir ständig sehnlichst eine unvergessliche Liebesgeschichte: Wer unter den Wesen der Schöpfung, und nicht nur unter den Menschen, fühlt nicht das Verlangen, zu lieben oder geliebt zu werden?
Ich ging auf dem Corso Vannucci spazieren an einem bewölkten Tag, als ich, nachdem ich in einer Buchhandlung gewesen war, den Brunnen vor dem Dom erreichte und von drei deutschen Mädchen aufgehalten wurde, die mich fragten:
„Bist du schon einmal in Passau gewesen? Hast du dort eine Sprachschule für Ausländer besucht?“
Ich war ein wenig überrascht und wusste leider nicht, was für eine Art von böser Überraschung mir noch bevorstehen sollte und antwortete „Ja“.
„Ja“, ein dummes Wort, welches man vergessen sollte, wenn man wirklich leben will, ohne zu leiden.
Für wie viele unangenehme Situationen ist dieses „Ja“ die Ursache? Vor allem in deinen Beziehungen zu Frauen.
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja… nach meiner bejahenden Antwort auf ihre Frage baten sie mich, ihnen die Philosophische Fakultät zu zeigen, die sich bei der Piazza Morlacchi befindet, und dann begleitete ich sie auf Zimmersuche, und so kam es, dass wir uns in den bezaubernden Gassen dieser Stadt wieder fanden.
Perugia liegt in der Region Umbrien, einer faszinierenden Region mit ihren mittelalterlichen borghi (3), ihren zahlreichen Dialekten und den kulinarischen Spezialitäten, aber sie ist auch eine heilige Region, deren berühmteste Stadt Assisi ist.
Ich wohne im Corso Garibaldi in der Nähe der Universität für Ausländer, wo um ein Uhr mittags immer dieselben Typen, modisch gekleidet und geschniegelt, mit einer Zigarette im Mund und Flyern in der Hand, ihre Sonnenbrillen zur Schau tragen, mit denen sie ihre fast vollständig geschlossenen Augen verstecken nach einer schlaflosen Nacht in der Disco.
Die Ausländeruniversität: Es ist unglaublich wie einige Orte, Dinge, Personen oder Lieder zum Zentrum deines Universums, deiner Existenz, von dir selbst werden können. Die Ausländeruniversität, die Mensa, das Stadtviertel Elce, das Caffè Morlacchi waren meine Welt, die in Nostalgie verdunstet ist und immer noch sehr oft durch meine Seufzer wachgerufen wird.
Von diesen drei Mädchen hatte es mir eine besonders angetan. Ich weiß heute noch nicht warum. In Wirklichkeit hat sie mir nie gefallen, sei es wegen einiger Besonderheiten ihres Gesichts, sei es wegen vieler Charaktereigenschaften, doch war da immer eine Anziehungskraft, eine unbekannte chemische Reaktion.