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"Wo bin ich denn hier gelandet?" Der kleine Kater Tiger ist ganz erschrocken, als er dem Basset Brutus und seinem Frauchen Jana direkt vor die Füße purzelt. Und auch Janas Versuche, ihn zu zähmen, sind ihm mehr als suspekt. Außerdem geht es in seinem neuen Zuhause, einem großen Bauernhof, ständig drunter und drüber. Auch gefühlstechnisch, denn Jana ist Hals über Kopf in Marcel verliebt und Dennis wiederum in Jana. Ob Tiger seinem Frauchen zeigen sollte, wer wirklich der Richtige für sie ist?
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Veröffentlichungsjahr: 2014
Buchinfo
„Wo bin ich denn hier gelandet?“ Der kleine Kater Tiger ist ganz erschrocken, als er dem Basset Brutus und seinem Frauchen Jana direkt vor die Füße purzelt. Und auch Janas Versuche, ihn zu zähmen, sind ihm mehr als suspekt. Außerdem geht es in seinem neuen Zuhause, einem großen Bauernhof, ständig drunter und drüber. Auch gefühlstechnisch, denn Jana ist Hals über Kopf in Marcel verliebt und Dennis wiederum in Jana. Ob Tiger seinem Frauchen zeigen sollte, wer wirklich der Richtige für sie ist?
Autorenvita
© privat
Die gebürtige Münchenerin Ilona Schmidt ist promovierte Chemikerin und als Managerin für einen internationalen US-Konzern tätig. Sie lebte viele Jahre in Nürnberg und Coburg, wohnt jedoch seit 2001 mit ihrer Familie in den USA. Damit es ihr dort nicht zu langweilig wird, schreibt sie nebenher Romane und teilt ihr Leben mit vielen Hunden, Katzen und Pferden.
»Gott schuf die Katze, damit der Mensch
einen Tiger zum Streicheln hat.«
Victor Hugo
Für Tommy und alle anderen
Kampfkater dieser Welt
»Katzen können nicht küssen«, sagte Brutus und schüttelte seine Schlappohren, dass es nur so klatschte. Speicheltropfen flogen von seinen Lefzen, dieser Hund war eklig. Ihm fehlte jegliche Eleganz, ganz im Gegensatz zu uns Katzen.
»Wozu soll küssen überhaupt gut sein?«, fragte ich.
»Man zeigt damit Liebe.«
»Das können Katzen sehr gut ohne küssen.« Mit hocherhobener Nase stolzierte ich in sicherer Höhe auf einem Balken über ihn hinweg. Man wusste schließlich nie, woran man bei anderen Viechern war. Manche konnten sogar fliegen. Von unten äugte Brutus zu mir herauf. Er war doppelt so lang wie hoch, dafür reichten seine Ohrlappen bis auf den Boden. Breiter und schwerer als ich, gehörte er eindeutig nicht zu meinen Beutetieren. Trotzdem konnte er sich glücklich schätzen, dass ich ihm nicht meine Krallen in die Nase schlug. Immerhin war ich ein stolzer Kampfkater und er bloß ein dämlicher Hund.
»Wir reiben unsere Nasen aneinander, wenn wir einander mögen«, sagte ich am Ende des Balkens und legte mich nieder. »Ist das nichts?«
»Das wäre den Menschen zu wenig. Sie legen Lippen an Lippen und schlabbern sich gegenseitig ab.«
Das graue Fohlen in der Box am Ende des Stalls machte Schmatzgeräusche, wenn es an der Zitze seiner Mutter hing, obwohl dabei nur ein Lippenpaar im Spiel war. »Und weil Katzen niemanden küssen, darf ich im Stall bleiben und du musst im Haus bei den Menschen wohnen? Kannst du denn küssen?«
»Es ist nicht nur wegen des Küssens.« Brutus setzte sich und kratzte sich mit seiner Hinterpfote am Ohr. »Hunde haben einen ausgezeichneten Geruchssinn und sind absolut zuverlässig – ganz im Gegensatz zu euch Katzen. Ihr dient den Menschen nicht und seid deshalb unnütz.«
»Tust du denn was Nützliches?«
Brutus zögerte. »Im Moment nicht, weil ich meine Zeit mit dir vergeude.«
Es ärgerte mich, dass er sich so herablassend äußerte, denn ich lag hoch über ihm. »Bist du denn was Besonderes?«
»Ich bin ein Hund, das reicht. Außerdem sind wir den Menschen bis zum Tod treu ergeben, wofür sie uns lieben. Aber davon hast du ja keine Ahnung.«
Lieben? Was war das denn nun wieder; vielleicht so was wie mögen? Verwirrt stand ich auf. »Wir brauchen keine Menschen, wir kommen prima ohne sie zurecht.«
»Das meinst du. Und nun schleich dich, Kleiner. Ich möchte meinen Wachrundgang beenden.« Brutus zog seine Lefzen hoch und ließ seine Fangzähne aufblitzen. Wirklich beeindruckend, denn er hatte die längeren und auch das größere Maul als ich. Wahrscheinlich war das der Grund, warum Mama mich vor ihm und Seinesgleichen gewarnt hatte.
»Was machst du da?«, rief sie aus dem Hintergrund. »Redest du etwa schon wieder mit dem Hund? Komm sofort her!«
Peinlich, peinlich. Ausgerechnet vor Brutus musste sie mich zurückpfeifen.
»Geh ruhig, Kleiner«, sagte er hämisch. »Wenn Mama ruft, solltest du lieber gehorchen. Könnte sein, dass ich sonst zu dir raufkomme und meine gute Erziehung vergesse.«
Das würde ich sehen wollen. Brutus blickte aus seinen braunen rotunterlaufenen Hundeaugen zu mir hoch. Spielerisch fuhr ich meine Waffen aus und machte »Pfft«. Brutus reagierte nicht, so legte ich noch eins drauf. »Pass lieber auf, dass du Tollpatsch nicht über deine eigenen Ohren stolperst. Wie willst du mit solchen Fladen am Kopf die Leiter hochkommen? Schwer vorstellbar, dass du dazu fähig bist.«
»Rawau«, schimpfte Brutus mit heiserer Stimme. »Komm runter, wenn du dich traust. So was wie dich verputze ich als Nachtisch.«
»Junge?«, rief Mama erneut. Schade, immer wenn’s interessant wurde. Sollte ich ungehorsam sein und dem Hundevieh auf den Rücken springen?
Brutus verkürzte meine Überlegung, indem er einfach nach draußen watschelte und den Schwanz steil nach oben richtete, als wollte er jemanden begrüßen. Bloß war da niemand.
Feind verscheucht, Ziel erreicht. Stolz drehte ich mich um und marschierte zu dem Stapel Heuballen, in dem wir wohnten.
Irgendwo darin raschelte es verdächtig. Vermutlich nagte eines unserer zukünftigen Frühstücke an Getreidekörnern. Frühstücke – also die kleinen Mahlzeiten zwischendurch oder einfach nur Snack genannt – lebten hier massenhaft. Verborgen im Heu und hinter den Holzwänden machten sie unsere neue Heimat zu einem idealen Jagdrevier – hatte Mama gesagt.
Ich ließ den Snack gewähren und sprang auf den Heuballenberg. Mama lag im hintersten Winkel. Sie war die schönste Katze der Welt, das Fell glänzend schwarz, von der Nase bis zur Schwanzspitze, die gerade ungeduldig hin und her schlug. Ich hätte besser sofort gehorchen sollen, denn im Verteilen von Ohrfeigen war sie nicht zimperlich.
»Wo treibst du dich nur immer rum?!«, fuhr sie mich an. »Jeden Abend das Gleiche. Und ich muss dir dann wieder all die fremden Gerüche aus dem Fell lecken.«
Ihre Zunge fuhr über mein Ohr, verweilte kurz daran, um es dann zu umkreisen.
»Autsch, Mama. Ich kann mich selbst putzen.«
»Halt still!«
Ich ließ sie gewähren, denn wenn sie sich was in den Kopf gesetzt hatte, zog sie es auch durch. »Mama, warum suchen Hunde die Nähe der Menschen, wenn die doch so schrecklich sind?«
»Hunde sind gefährlich. Menschen sind gefährlich. Und beide wollen uns ans Fell. Am besten hältst du dich von ihnen fern«, sagte sie streng.
»Brutus kann mir nichts anhaben.«
»Solange du ihm nicht direkt gegenüberstehst. Hunde sprechen eine andere Sprache, stinken und biedern sich bei den Menschen an. Sie packen dich am Nacken und schütteln dich so lange, bis du tot bist. Dreh dich um!«
Das ging jetzt aber gar nicht. Mein Hinterteil war meine Privatangelegenheit. »Das mache ich selbst.«
Sie schoss einen ihrer giftigen Blicke, die keinen Widerspruch duldeten, auf mich ab. Ergeben drehte ich mich um. Papa hätte sich nie und nimmer den Hintern von ihr putzen lassen und war deshalb seiner Wege gegangen. »Ich bin kein Baby mehr.«
Ihre Augen wurden groß. »Stimmt. Du bist bald alt genug, um dein eigenes Leben zu führen.«
»Das will ich nicht.«
»Du wirst keine Wahl haben.«
Was sollte das denn heißen? Ein Leben ohne sie konnte ich mir nicht vorstellen. Mama wusste immer Rat, brachte Futter heim und beschützte mich. Warum also sollte ich fortwollen?
»Was ist Liebe?«, fragte ich.
Sie hielt inne, ihre Augen wurden schmal. »Etwas, das eine Mutter für ihre Kinder empfindet.«
»Ich hab dich lieb.«
»Das ist gut und richtig. Trotzdem werden sich unsere Wege trennen müssen. Hast du schon einen Zahn verloren?«
Allerdings. Meine Zunge fühlte nach der Lücke, in der sich der nächste bereits bemerkbar machte.
»Ja, Mama«, antwortete ich.
»Dann wird es höchste Zeit, dass du deine erste Maus fängst.«
Ein höchst unangenehmes Thema, denn bis jetzt hatte ich kein Jagdglück gehabt.
»Hast du es wenigstens einmal versucht?«
»Natürlich, Mama.«
»Wären wir noch in der Katzenkolonie, hättest du Freunde, die dir zeigen würden, wie das geht. So bleibt alles an mir hängen. Wir probieren es morgen einmal gemeinsam.«
»Oh ja, Mama.« An die Katzenkolonie konnte ich mich kaum erinnern – ebenso wenig wie an meine Geschwister. Was damals mit ihnen passiert war, verbarg sich hinter einer Wand aus Angst. Aber dass Wasser im Spiel gewesen war, wusste ich noch sehr genau. Seitdem lebten wir nur noch zu zweit; zuerst im Wald, und immer auf der Flucht vor Menschen, und jetzt hier unter dem Dach eines Pferdestalls.
Mama hob lauschend den Kopf und widmete sich dann der eigenen Körperpflege – eine prima Gelegenheit, mich davonzuschleichen.
Doch bevor ich den ersten Schritt machen konnte, knarrte unten im Stall die Tür und das Menschenmädchen kam herein. Gleich würde es mit dem abendlichen Füttern der Pferde beginnen. »Versteck dich, Junge«, flüsterte Mama. »Außer uns gibt es hier keine Katzen – ein schlechtes Zeichen. Bestimmt hassen uns diese Menschen. Wären wir hier nicht vor Unwettern sicher und fänden genug zu fressen, hätten wir längst unser Versteck gewechselt.«
»Wenn ich groß bin, werde ich dich vor ihnen beschützen.«
»Das wirst du schön bleiben lassen. Bauern töten Tiere. Warum sollte dieser hier bei dir eine Ausnahme machen.«
»Aber auf dem Hof leben doch welche.«
»Nur, solange sie ihm nutzen.«
Wozu waren Tiere nutze? Es gab welche, die man fürchten musste, und welche, die einen fürchteten. Mama redete weiter von bösen Menschen, aber ich hörte ihr nicht mehr zu. Die Geschichte von der Gefahr, die von ihnen ausging, kannte ich zur Genüge. Zu sehr lockten die fremden Geräusche und Gerüche. Neugierig schlich ich zum Rand des Heuballens, jederzeit zum Angriff bereit – oder zum Rückzug.
Das Mädchen da unten sprach zu den Pferden. Gleich darauf sprudelte Wasser und die Futterkiste wurde geöffnet, was die Snacks in helle Aufregung versetzte, wie ich ihrem eiligen Trippeln entnehmen konnte.
Nur allzu gern hätte ich gewusst, was sie zu den Pferden sagte. Es klang beruhigend und zärtlich, gar nicht böse. Mama hatte mir vieles von der Menschensprache beigebracht, aber einiges davon machte immer noch keinen Sinn. Dennoch sollte es möglich sein, sie besser zu verstehen, da ich mich ja auch mit Brutus und der Scheuneneule unterhalten konnte. Allerdings waren die Gespräche mit ihr ziemlich einseitig, denn außer »Schuhu« sagte sie nichts.
Das Mädchen füllte die Futtertröge und sofort steckten die Pferde ihre großen Mäuler hinein. Manchmal klopfte das Menschenkind einem Pferd den Hals oder es strich über deren lange Nasen. Die Pferde sagten dann: »Ich mag dich auch«, »Hast du ein Leckerchen?« oder »Kratz mich am Rücken«. Das alles sah sehr friedvoll aus.
Immerhin wusste das Mädchen, was sich gehörte, da es die Pferdehintern in Ruhe ließ. Brutus folgte der jungen Frau auf Schritt und Tritt, wobei er heftig mit dem Schwanz wedelte, obwohl er eigentlich freundlich und entspannt wirkte. Sie ging in die Box mit dem grauen Fohlen darin, tätschelte den Hals der schneeweißen Mutter und berührte mit den Lippen die Nase des Pferdebabys.
»Na, Kleine«, sagte sie, obwohl die Kleine ziemlich groß war.
Gebannt schaute ich zu. Hm, keine Schmatzgeräusche. War das nun küssen oder nicht? Ich beugte mich weiter vor, um ja nichts zu verpassen – noch ein Stückchen. Auf dem glatten Heu geriet ich ins Rutschen. Ich versuchte, mich festzukrallen – vergeblich.
Ich fiel. »Hilfe!«
Schnell gedreht und alle Pfoten gestreckt. Der Boden raste näher. Mensch und Hund flogen an mir vorbei, dann schlug ich auf. Der Aufprall stauchte meinen Körper, dass mir die Luft wegblieb. Benommen rappelte ich mich auf.
Was war passiert? Wo war ich? Unten, in der Stallgasse. Neben mir eine Reihe Holzwände, darauf Gitterstäbe, hinter denen riesengroße Pferde wohnten. Alle Türen zu, kein Fluchtweg in Sicht. Verzweifelt drehte ich mich im Kreis.
Direkt vor mir stand Brutus. »Holla! Wen haben wir denn da? Den Nachtisch?«
Auweia. So in Augenhöhe wirkte sein Maul noch viel größer, ebenso seine Flatterohren und die Pranken. Ob die auch mit Krallen bestückt waren? Davon hatte Mama nichts gesagt.
Hinter ihm stand das Menschenmädchen. Bisher hatte ich Menschen nur von Weitem gesehen, aber aus der Nähe wirkten sie noch viel Furcht einflößender, vor allem weil sie ständig auf den Hinterbeinen gingen – als wollten sie angreifen. Zudem starrte sie mich mit weit aufgerissenen Augen an – schrecklich. Gleich würde sie mich anspringen. »Mama!« Ich musste fort von hier, und zwar schnell. Doch wohin? Vielleicht führte ein Weg nach oben? Das Mädchen baute sich vor mir auf und versuchte, mich mit ihren Vorderpfoten zu fangen, während hinter mir Brutus gierig hechelte. Kein Wunder, dass es hier keine Katzen gab.
Ich stieß mich vom Boden ab und sauste los, aber eine Wand versperrte mir den Weg. Daher schnell herumgeworfen und in die entgegengesetzte Richtung gerannt. Verzweifelt jagte ich von einem Eck ins nächste, doch weder ein Ausgang noch die Treppe nach oben kamen in Sicht. Allmählich wurde mir die Luft knapp.
Mit wehenden Ohren galoppierte Brutus auf mich zu. Dem Haken, den ich schlug, konnte er kaum folgen. Dennoch blieb er mir dicht am Schwanz. Das war das Ende.
Ich flüchtete mich auf eine Kiste. Dort oben würde ich mich einigermaßen verteidigen können, aber auch von allen Seiten angreifbar sein. Gegenüber, an der Wand, stand ein Eimer, der Schutz versprach. Während Brutus sich eifrig mühte, die Kiste zu erklimmen, hüpfte ich über ihn hinweg und sprang in den Eimer. Keine schlechte Wahl, denn so waren zumindest mein Hinterteil und der Rücken geschützt. Einen Angriff von oben würde ich leicht abwehren können.
»Jana«, rief eine tiefe Stimme draußen vor dem Stall, »komm mal raus!«
Damit musste das Mädchen gemeint sein, denn sie antwortete prompt. »Komme gleich, Opa! Ich muss hier erst noch was erledigen!«
Immerhin verstand ich die Sprache der Menschen besser als befürchtet. Beruhigung verschaffte mir diese Erkenntnis jedoch nicht. Ich wagte kaum zu atmen. Plötzlich klopfte etwas auf meinen Kopf. Ich zuckte zusammen und wollte schon herausspringen, als ich über mir in der Wand eine silber glänzende Nase entdeckte, aus der es tropfte. Angstkatze, das bisschen Wasser reicht nicht, um zu ertrinken, schalt ich mich selbst und fühlte mich gleich viel sicherer.
Als sich laute Schnüffelgeräusche näherten, wagte ich einen Blick über den Rand des Eimers. Die Nase knapp über dem Boden, die Ohren schleifend daneben und den Schwanz steil aufgestellt, trabte Brutus auf mich zu. Jetzt jaulte er auch noch vor lauter Aufregung. Wenn der sich mal an einer Spur festgesaugt hatte, war er anscheinend nicht mehr zu halten.
Ich sah nur den Hund und seine große Fressöffnung. Das war’s dann wohl. Gleich würde er mich zu Tode schütteln.
Hoch über mir, an der Luke des Heubodens, meinte ich Mamas liebes Gesicht zu sehen. Nein, mein Ende sollte sie nicht mit ansehen müssen. Mit einem Kampffauchen sprang ich aus dem Eimer, stürmte auf Brutus zu und an ihm vorbei, hinauf auf eine andere Kiste.
Meine Pfoten griffen ins Leere – sie stand offen.
Mit einem lauten Knall wurde es um mich herum dunkel – richtig dunkel. Hier drinnen stank es nach Fett und Pferd. Verzweifelt kratzte ich an den Wänden und schrie um Hilfe.
»Was ist denn hier los?«, fragte Opas tiefe Menschenstimme, dieses Mal gefährlich nahe.
»Eine kleine Katze. Ich hab sie in der Putzkiste gefangen.«
»Wo kommt die her?«
»Wahrscheinlich ausgesetzt. Ich schau besser mal nach, ob da noch mehr sind.«
»Was hast du mit ihr vor?«
Das Mädchen zögerte. Die Antwort konnte ich geben: rauslassen, und zwar sofort!
»Behalten. Zuerst muss sie aber zum Tierarzt«, sagte sie. »Wer weiß, welche Krankheiten sie mit sich rumschleppt. Wenn ich mich beeile, schaffe ich’s noch.«
»Aber die Arztrechnung bezahlst du selbst. Wie du weißt, sind wir zurzeit knapp bei Kasse.«
»Ich arbeite es ab, okay?«
»Sie muss auch kastriert oder sterilisiert werden – je nachdem, ob sie männlich oder weiblich ist. Die Gemeinde hat ja nichts Besseres zu tun, als ständig neue Verordnungen zu erlassen. Katzenschutzprogramm – dass ich nicht lache. Früher hat man sie einfach ertränkt.«
»Mensch, Opa.«
»Ist doch wahr.«
»Warst wohl wieder auf der Bank?«
»Das sind alles Halsabschneider.«
Ich erschrak fürchterlich. Mamas Warnungen schienen sich zu bewahrheiten. Es wurde nicht nur zu Tode geschüttelt, sondern auch der Hals abgeschnitten.
Schwere Schritte entfernten sich, leichtere kamen näher. Der letzte Rest Mut verließ mich und ich schrie mein Leid in die Finsternis.
Die Schritte stoppten vor der Kiste. Gleich müsste der Deckel aufgehen. Ich machte mich sprungbereit, indem ich die Hinterbeine unter den Körper schob und die Ohren anlegte.
Nichts geschah. Draußen klapperte und raschelte es. Lautes Schnüffeln. Aha, Brutus war also noch da. Plötzlich schoss gleißendes Licht in die Kiste, gefolgt von einem Schwall frischer Luft. Ich stieß mich ab und landete schneller, als ich gedacht hatte.
Was war das? Ich war von Gitterstäben umgeben. Mamas Beschreibung nach musste dies ein Käfig sein. Jahrelang war sie in einem eingesperrt gewesen. Ich war also von einem Unglück ins nächste gesprungen.
»Mama, hilf mir!«, schrie ich in meiner Not, aber sie kam nicht.
Brutus drückte seine Schnauze ans Gitter. »Na, wie ist es da drinnen?«
Ich schämte mich ein wenig, denn mein Hilfeschrei war eines angehenden Kampfkaters unwürdig gewesen. »Richtig gemütlich.«
»Das wird sich schlagartig ändern, wenn sie dich rauslassen.«
»Und wieso?«
Die Antwort blieb er mir schuldig, denn das Mädchen schob ihn beiseite, hob mich mitsamt des Käfigs hoch und sprach mit sanfter Stimme auf mich ein. »Wird alles gut werden, Mieze.«
»Erst mich austricksen und dann schöntun. Dir glaub ich kein Wort«, knurrte ich.
»Beruhige dich. Das ist alles nur zu deinem Besten – sagt zumindest Jana. Ob das stimmt, wage ich allerdings zu bezweifeln.«
Also hatte ich richtig verstanden. Jetzt wusste ich, warum es hier keine anderen Katzen gab. Ein Schauer lief mir über den Rücken. Ertränken oder totschütteln? – Keine guten Aussichten.
»Es soll zu meinem Besten sein, wenn ich getötet werde?«
Brutus lachte lauthals: »Hauhauhau. Wirst schon sehen. Gibt viel zu viel junge Katzen hier in der Gegend.«
»Wer sagt das?«
»Opa. Ihr werdet alle eingefangen und verschwindet dann auf Nimmerwiedersehen«, erwiderte Brutus.
»Und was passiert mit uns?«
Er schmatzte. »Keine Ahnung. Ihr seid halt weg. Vielleicht in der Wurst?«
Auweia. Jetzt verstand ich, warum Mutter mich vor den Menschen gewarnt hatte. »Essen Menschen denn Katzen?«
»Durchaus möglich. Zumindest Pferde, das weiß ich, weil sie zu ihnen sagen, wenn du nicht gehorchst, kommst du in die Wurst.« Brutus setzte sich und betrachtete mich lange. »Du hast gute Chancen, nicht reinzukommen, weil an dir nicht viel dran ist.«
Ein Speichelfaden sammelte sich an seiner Lefze und sank langsam zu Boden – wie bei mir, wenn Mama mir einen Snack vor die Pfoten legte.
»Mit mir machen sie so was nicht. Ich bin nämlich ein freier Kampfkater«, behauptete ich frech.
»Du? Ein Kampfkater? Dass ich nicht lache. Und frei schon gar nicht.« Er legte sich nieder, zeigte mir seine großen Pranken, deren Krallen ständig sichtbar waren, und ließ mich nicht aus den Augen. Angeber – seine Waffen derart zur Schau zu stellen.
Hm. So oder ähnlich mussten sich die Snacks fühlen, wenn ich vor ihren Behausungen auf sie lauerte.
Das Menschenmädchen namens Jana bückte sich und starrte mich an. Sie sprach in einem ruhigen Tonfall zu mir, aber davon würde ich mich nicht einlullen lassen. Fauchend zeigte ich ihr meine Fangzähne.
Zu meiner Verwunderung löste das bei ihr nur ein Lachen aus. Meine Lage schien hoffnungslos.
Sie griff nach dem Käfig und hob ihn hoch.
»Hilfe, was passiert mit mir?!«, rief ich entsetzt.
»Jetzt geht’s ab in die Wurst. Schade, mit dir hätte ich noch viel Spaß haben können«, sagte Brutus.
»Ich fahre jetzt gleich zum Tierarzt«, rief Jana und trug mich nach draußen, zu einem dieser Lärm machenden Häuschen, mit denen sich die Menschen rasend schnell fortbewegen konnten. Mama hatte mich vor diesen Ungeheuern gewarnt. Die nehmen auf nichts und niemanden Rücksicht und überrollen dich einfach. In so einem Ding wurde ich nun abgestellt. Jetzt verließ mich nicht nur der Mut, sondern auch mein Darminhalt, und das war so ziemlich das Schlimmste, was einer Katze widerfahren konnte. Um mich herum begann es zu brummen und zu rattern, dass mir übel wurde.
Endlich fand diese Qual ein Ende und mein Käfig wurde in ein Haus getragen. Hier roch es nach vielen Hunden, Menschen und sogar Katzen – aber auch nach etwas anderem: Blut und Tod. Oh weh, wir würden alle in die Wurst kommen. Dabei hatte ich Mama doch versprochen, sie zu beschützen. Sie war in allerhöchster Gefahr und ich konnte sie jetzt nicht mal warnen.
Menschen begafften mich, bis sich schließlich die Käfigtür öffnete. Auf alles gefasst, fuhr ich meine Krallen aus. Kampflos würde ich mich nicht ergeben. Ein Mann im weißen Kittel griff nach mir. Ich stürzte mich auf seine Hand, verbiss mich darin und strampelte mit meinen Hinterbeinen, so schnell ich konnte. Hier, nimm das – und das! Mein Angriff zeigte keine Wirkung. Erst jetzt bemerkte ich, dass die haarlose Haut seiner Hand von einer anderen, viel dickeren umhüllt war. Alle Gegenwehr war nutzlos. Ein Stich im Nacken, und die Welt versank in Dunkelheit.
Ein Geräusch weckte mich. Dichter Nebel lag auf meinen Ohren und Augen, scharfe Gerüche kitzelten in meiner Nase, dass ich niesen musste. Warum war Mama nicht hier? Verzweifelt rief ich nach ihr. Keine Mama eilte herbei, keine Zunge tröstete mich, aber wenigstens lag ich weich. Langsam lüftete sich der Nebel, Licht drang in meine Augen. Ich blinzelte. Das hier sah aber gar nicht nach Heuboden aus.
Graue Wände umgaben mich und die einzig offene Seite war mit einem Gitter versperrt. Gegenüber konnte ich einige Käfige erkennen, in denen eine Katze sowie zwei Hunde saßen. Der tiefschwarze langhaarige Artgenosse blinzelte aus gelben Augen zu mir herüber.
»Wo bin ich?«, fragte ich ihn, da ich von den Hunden keine Antwort erwartete.
Schweigen. Die Katze schaute mich nur von oben herab an. Mutter hatte mich vor diesen Typen gewarnt, die meinten, was Besseres zu sein, nur weil ihnen ein Mensch gehörte, der sie bürstete.
»Beim Tierarzt«, sagte ein Hund mit Ringellöckchen.
Jetzt musste ich doch mit ihm reden. »Und was bedeutet das? Kommen wir in die Wurst?«
»In die was? Harharhar! Wie kommst du denn da drauf?«
»Unmöglich, dieses Benehmen«, miaute die Katze. »Bist wohl einer dieser dummen Landstreicher, die von nichts eine Ahnung haben?«
Wie ich mich schämte. War ich doch glatt auf diesen Sprücheklopfer Brutus hereingefallen. »War nur Spaß. Und überhaupt bin ich ein freier, wilder Kater.«
»Besonders frei und wild kommst du mir aber nicht vor.« Der Lockenhund legte seinen Kopf zwischen die Vorderpfoten und seufzte laut. »Hoffentlich kommt mein Herrchen bald. Ich bin so einsam.«
Eingebildete Bande. Von denen könnte bestimmt keiner in der Wildnis überleben. Ich beschloss, sie nicht mehr zu beachten, doch die Frage, was »Tierarzt« bedeutete, ließ mir keine Ruhe. Jedenfalls verhießen die Gerüche nichts Gutes.
Im Zimmer wurde es ruhig, bis sich schließlich Schritte näherten. Sofort sprangen alle Käfiginsassen auf ihre Pfoten und starrten durch die Gitter nach draußen. Warteten die etwa auf einen Menschen?
Tatsächlich kam einer von denen herein, blickte suchend in die Käfige und verschwand aber gleich wieder, was bei den Käfiginsassen so manchen Seufzer hervorrief. Auch ich stimmte mit ein, denn das Leben in Gefangenschaft erschien mir ziemlich langweilig. Ob es hier Snacks gab? Ich strengte meine Ohren an: kein Rascheln, kein Nagen, nur das Knurren meines Magens, aber der war an Leere gewöhnt. Nachdem nichts weiter geschah, legte ich ein Schläfchen ein.
Das Spiel des hoffnungsvollen Aufstehens und enttäuschten Hinlegens wiederholten meine Nachbarn noch mehrere Male. Endlich kam ein Mensch und hob den Lockenhund heraus. Der zögerte zunächst, zog beim Hinausgehen dann aber so wild an der Leine, als würde ihm draußen die große Freiheit winken.
Die Tür öffnete sich erneut. Ein Mensch blieb vor meinem Käfig stehen, musterte mich ausgiebig und schob sich die dicke Zweithaut über die Hände. Schon streckte er seine Hand in meinen Käfig und versuchte, mich am Hals zu packen. Obwohl ich mich mit Krallen und Zähnen wehrte, gelang es ihm schließlich, mich aus dem Käfig zu ziehen und in einen kleineren zu stopfen.
Verzweiflung packte mich. Hörte das nie auf? Ich wollte heim in den Stall zu meiner Mama, wurde stattdessen von einem Gefängnis ins nächste gestoßen.
»Komm her, mein wildes Katerchen«, sagte der Mensch. Wenigstens hatte er erkannt, dass ich ein echter Kampfkater war. Aber anstatt mir die Freiheit zu schenken, trug er mich im Käfig in ein anderes Zimmer. Dort wartete Jana, meine einzige Hoffnung, Mama wiederzusehen.
»Schau nur, wie sie mich hier behandeln. Und du bist schuld«, maunzte ich sie an.
»Wie geht’s ihm?«, fragte sie, ohne Anstalten zu machen, mir zu helfen.
»Gut. Kräftiger Bursche, etwas unterernährt zwar, was bei dem Wurmbefall aber kein Wunder ist. Wir schätzen ihn auf drei bis vier Monate. Wollen Sie ihn behalten?«
»Wenn’s geht, gern.«
»Dann sollten Sie ihn in etwa einem halben Jahr kastrieren lassen.«
»Mach ich. Wie hat er sich denn untersuchen lassen?«
»Wir mussten ihn sedieren. Aber jetzt ist er wieder putzmunter.«
»Ruhig gestellt wäre er mir lieber«, sagte sie lachend. »Er ist ziemlich wild und hat keinerlei Vertrauen.«
»Er wird sich schon eingewöhnen. Kann aber ’ne Weile dauern, vor allem, weil er jetzt traumatisiert ist. Was haben Sie mit ihm vor? Ich würde empfehlen, ihn ausschließlich im Haus zu halten.«
»Das werden meine Großeltern aber anders sehen.« Sie lachte erneut. »Wie Sie wissen, leben wir auf einem Bauernhof.«
»Die kriegen Sie schon rum, Frau Moser. Übrigens finde ich es ganz toll, dass Sie ihren Betrieb auf Öko umgestellt haben. Was sagen Sie zu den Plänen des Bürgermeisters?«
»Dass bei uns ein Windpark gebaut werden soll? Wohin denn? Windkraftanlagen sind nicht unbedingt schonend für die Umwelt. Ihr Standort muss gut gewählt sein.«
Der Mann beugte sich zu Jana vor. »Bei der Standortfrage spielen meiner Ansicht nach andere Dinge eine Rolle«, sagte er leise. »Da will sich einer eine goldene Nase verdienen.«
Obwohl sie weiterredeten, hörte ich nicht mehr zu. Die Wurstgefahr schien jedenfalls gebannt zu sein.
Als Jana sich verabschiedet hatte, stellte sie mich erneut in dem Häuschen auf Rädern ab. Warum konnte sie nicht einfach die Käfigtür öffnen und mich rauslassen. Ich würde gut ohne sie in den Stall zurückfinden.
Leider blieb mein Wunsch unerfüllt. Jana setzte sich vorne hin und gleich darauf begann wieder dieses schreckliche Brummen, das sich schier endlos hinzog. Hoffentlich war diese Qual bald zu Ende. Ein lauter Knall ließ mich und sogar das rollende Monster zusammenzucken. Selbst Jana stieß einen spitzen Schrei aus. Ich hatte recht behalten, diesem Ding war nicht zu trauen.
Jana stieg aus und ließ mich zurück. Schrecklich, in diesem Käfig eingesperrt zu sein. Ich legte mich flach auf den Boden, um wenigstens den wolkenverhangenen Himmel sehen zu können. Was für ein erbärmlicher Trost. Aus diesem Kasten gab es kein Entrinnen.
Draußen schimpfte Jana wie ein Vogel, der mich beim Anschleichen entdeckt hatte. Sie setzte sich wieder zu mir ins Häuschen, hielt einen kleinen Gegenstand an ihr Ohr und begann, mit sich selbst zu reden.
»Ja, einen Platten. Auf der Straße zu unserem Hof. Nee, hier ist kaum Verkehr, da steh ich ewig … Wann kommt Opa heim? … Mist, ich hab außerdem die Katze aus dem Stall dabei … Uns geht’s gut … Dennis? Nee, Oma, dann wechsle ich den Reifen lieber selbst … weil der sich in seinem Leben noch nie die Hände schmutzig gemacht hat. Der hält doch einen Kreuzschlüssel für ein Kirchensymbol und eine Radmutter für eine Fahrrad fahrende Hausfrau … Na gut, ich kann’s ja mal probieren.«
Sie nahm das Kästchen vom Ohr und tippte darauf herum, nur um erneut hineinzuhorchen. »Dennis? Stell dir vor … Ehrlich? Ein neues Tablet … Im Voraus fürs Abitur? …« Sie zog eine Grimasse. »Jaaa, aber ich bräuchte … Nein, heute Abend gehe ich nicht ins Kino. Jetzt hör doch mal zu. Ich hab einen Platten … auf der Straße nach Hause … Natürlich kann ich das selbst … Verstehe, dein Fitnessstudio ist natürlich wichtig …« Sie warf das Kästchen auf den Sitz. »Blödmann.«
Eines war sicher: Durch Selbstgespräche und Hineinsprechen in dieses kleine Kästchen würden wir von hier nicht wegkommen.
Kaum hatte sie das Kästchen erneut ergriffen, näherte sich das Brummen eines anderen Häuschens, und dieses hielt anscheinend vor uns.
»Brauchst du Hilfe?«, fragte eine tiefe Stimme.
Oh nein, jetzt hatte Jana einen Menschen zum Reden gefunden. Das konnte ewig dauern, bis wir wieder daheim sein würden. Mama machte sich bestimmt Sorgen um mich.
»Ich komm schon klar«, erwiderte Jana.
»Sicher?«
»Nein.«
Eine Tür klappte und ein Mann steckte seinen Kopf zu uns herein. »Woran fehlt’s denn?«
»Ein Platten.«
»Wenn’s nichts Schlimmeres ist.«
»Ich hab kein Reserverad.«
»Das macht die Sache etwas komplizierter.«
»Ich habe es in der letzten Woche verwenden müssen.«
»Du wohnst wohl in einer Straße, die mit Nägeln gepflastert ist?«
Jana stieg aus und ging zum hinteren Ende des Häuschens, wie ich hören konnte. »Das nicht, aber neue Reifen kann ich mir nicht leisten.«
»Kein Wunder, dass der geplatzt ist. Der ist ja arschglatt. Na, dann wollen wir mal.«
Es klapperte und rumorte, dass ich richtig Angst bekam. Was machten die zwei da draußen?
Seine Stimme klang angenehm, als er sagte: »Übrigens, ich heiße Marcel.«
»Und ich Jana.«
Plötzlich ging alles ruckweise nach oben und der Boden wurde so schief, dass ich mich festhalten musste.
»Verflucht, welcher Kraftprotz hat denn die Muttern angezogen?«, schimpfte er.
»Der Vorbesitzer? Ich hab die Karre günstig gekriegt.«
»Arbeitest du schon?«
»Nein, ich mache gerade Abitur.«
Weiteres Wackeln und Schimpfen folgte, bis es mit einem einzigen Ruck wieder nach unten ging.
»So. Fertig. Und wo wohnst du?«
»Auf dem Moser-Hof. Damit weißt du auch schon so ziemlich alles von mir.«
»Den kenne ich«, sagte Marcel in einem härteren Tonfall als zuvor. »Das ist ja gleich um die Ecke. Bis dorthin schaffst du’s mit dem Minirad allemal.«
»Vielen Dank. Wenn du Zeit hast, komm mal auf Kaffee und Kuchen vorbei – als kleines Dankeschön.«
Er lachte leise. »Gebongt. Aber auch, um mir mein Reserverad wiederzuholen. Jetzt muss ich aber weiter. Ciao.«
Seine Schritte entfernten sich, und gleich darauf brummte das andere Häuschen davon, während Jana, an der Tür stehend, ihm noch eine ganze Weile hinterhersah. Endlich stieg sie wieder ein. »Jetzt nix wie heim.«
Der Meinung war ich schon lange.
