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Geprägt von Krieg, Verlust und existenziellen Herausforderungen wird die Autorin in eine Welt hineingeboren, die von tiefen seelischen Narben gezeichnet ist. Ihre Mutter stirbt, als sie wenige Monate alt ist, ihr Vater – schwer traumatisiert durch seine Zeit im Konzentrationslager – überträgt sein eigenes Leid auf das Kind. Sie wächst unter entbehrungsreichen, emotional kalten und oft brutalen Bedingungen auf, und dennoch: Ihr inneres Licht bleibt ungebrochen. Erzählend von traumatischen Kindheitserlebnissen bis hin zur Emanzipation aus der Gewalt des Vaters und schlussendlicher Selbstfindung, ist ihr Werk ein Wegweiser für jene, die aus ihrem eigenen Schmerz erwachen möchten.
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Seitenzahl: 126
Veröffentlichungsjahr: 2025
Impressum
Vorwort
Kind der Sonne
Nachwort
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Cover
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://www.d-nb.de abrufbar.
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© 2025 Vindobona Verlag
in der novum publishing gmbh
Rathausgasse 73, A-7311 Neckenmarkt
ISBN Printausgabe: 978-3-903579-52-1
ISBN e-book: 978-3-903579-53-8
Lektorat: Daniela Ornest
Umschlagfoto: Silvia Thurner, Fotograf: Max Köstler, Bad Reichenhall
Umschlaggestaltung, Layout & Satz: Vindobona Verlag
www.vindobonaverlag.com
Vor Jahren wollte ich bereits dieses Buch schreiben, doch wie sich herausstellte, war die Zeit noch nicht reif dafür. Zu sehr war ich noch gefühlsmäßig involviert und verstrickt. Ich musste noch einiges aufarbeiten, um ladungsfrei und weitgehend unberührt von Emotionen darüber schreiben zu können.
Mein Beweggrund, auch mein innerer Antrieb, war ein simpler. Aufgrund meines Schicksals, das nicht ganz einfach war, wollte ich durch die gewonnenen Erkenntnisse anderen Menschen helfen, ihre Schwierigkeiten leichter zu durchblicken und bewältigen zu können, um zu ihren eigenen Erkenntnissen zu kommen.
Viele wertvolle Eingebungen stehen auch zwischen den Zeilen. Mit dem Herzen können wir sie verstehen. Manchmal ist es gar nicht notwendig, alles mit dem Kopf zu verstehen, denn das Wahre und Einfache versteht das Herz viel besser – und wird vom Verstand nicht immer registriert, was auch gut so ist.
Ja, das Buch kann ein Wende- oder Wandlungsbuch sein.
Ich wünsche dir, dass es dich reich beschenkt und du den größten Nutzen daraus ziehen kannst.
Von Herzen
Silvia
Raus aus dem Leid und rein ins Glück!
In einer Zeit, die gekennzeichnet war von Mangel, Entbehrungen und Traumata, kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs, kam ich, nach Berechnung der Kabbala, in einem Sonnenjahr auf diese Erde. Es sollte ein turbulentes Leben werden. Ich war ein sehr feinfühliges, neugieriges Kind, das schon sehr früh sehr viele Fragen stellte.
Schon im Mutterleib war mein Leben durch die Absicht meines Vaters zur Abtreibung bedroht, doch meine dreiundzwanzigjährige Mutter Irene verweigerte dies bei mir standhaft, als ahnte sie, dass sie nur noch elf Monate zu leben hatte. Bei mir deshalb, weil mein Vater einige Male davor meine Mutter aus Geldmangel zu Abtreibungen zwang, wie mir später eine Tante erzählte. Die beiden hatten keine eigene Wohnung und wohnten im Haushalt bei den Großeltern meiner Mutter. Da es keine Verhütungsmöglichkeit gab, war diese Art der Empfängnisverhütung, wie ich später erfuhr, weit verbreitet.
Mein Leben war immer mal wieder in Gefahr, doch als Sonnenkind hatte ich offenbar einen besonderen Schutz, den ich auch dringend benötigte. Ich werde in weiterer Folge darüber berichten.
Es wurde mir nicht sehr viel im Nachhinein erzählt. Was auch mütterlicherseits unmöglich war, da meine Mutter, wie schon erwähnt, bereits mit noch nicht einmal vierundzwanzig Jahren diese Erde wieder verließ. Ich war damals gerade elf Monate alt.
Soviel ich erfahren habe, hatte meine Mutter Irene ein kurzes und schweres Leben gehabt. In diesen Kriegsjahren musste es für die zurückgebliebenen Frauen, auch für meine Großmutter mütterlicherseits, sehr schwer gewesen sein, sich mit ihren drei Mädchen durchzuschlagen und alle zu versorgen. Meine Mutter war die Älteste der beiden kleineren Schwestern. Und sie musste miterleben, dass ihre kleine Lieblingsschwester Ingrid, als ungefähr sechsjähriges Mädchen, im Krieg aus Mangel an einer medizinischen Versorgung an einem Blinddarmdurchbruch starb. Ihre Mutter, also meine Großmutter, musste selbst das tote Kind in eine Schachtel packen und begraben. Was für ein Wahnsinn und Leid!
Mein Vater Herbert, 1928 am Maria-Lichtmess-Tag geboren, war das jüngste von zehn Kindern. Die meisten Menschen hatten in dieser schweren Zeit nicht viel zu essen und medizinische Hilfe gab es selten. Einmal erzählte er mir, dass er als Kleinkind sehr schwer krank gewesen war, denn er hörte wunderschön im Fieberwahn das Zillertal-Lied, sodass er gar nicht mehr in dieses Leben zurückkehren wollte. Doch irgendwie überlebte er. Von seiner Schwester weiß ich, dass er ein unangepasstes und schwieriges Kind gewesen war. Seinen Vater kannte er nicht, der angeblich aus Kärnten stammte.
Seine Herkunftsfamilie wohnte einige Kilometer von der Stadt entfernt in der Nähe einer Wallfahrtskirche, genannt Maria Kaltenbrunn.
Seine Mutter Maria tat ihr Bestes, damit die Familie überleben konnte.
Gutherzig wie seine Mutter war, versteckte sie im Zweiten Weltkrieg einen Flüchtling, der später jedoch gefangen genommen wurde und sie verriet, indem er ihren Namen preisgab. Sie tat ihr Bestes als Mutter von zehn Kindern und musste sich in diesen Kriegsjahren allein mit den Kindern durchschlagen. Wahrscheinlich ahnte sie nicht im Geringsten etwas über die Tragweite ihrer Hilfe. Sie half einfach einem Menschen, der in Not war und Hilfe brauchte. Sie wurde verhaftet, von den Nazis abtransportiert und irgendwo in einem KZ vergast. Die Zurückgebliebenen erfuhren nicht einmal, wo das gewesen sein sollte, zumindest hat man es mir nicht erzählt.
Maria, diese mir unbekannte Großmutter väterlicherseits, hatte ebenfalls als Kind kein leichtes Leben. Ihre Herkunftsfamilie stammte aus dem Raum Murau Umgebung.
Eine ihrer Töchter erzählte mir später, dass sie eine sehr warmherzige Frau gewesen war und bis zu einem gewissen Grad wohl auch sehr naiv und unwissend. Sie hatte keine Ahnung von der Tragweite ihrer Hilfsbereitschaft und von den damaligen politischen Vorgängen.
Unwissenheit – was steckt dahinter und welche Auswirkungen hat sie auf unser Leben?
Ein Meister der Weisheit sagte später einmal, dass die Unwissenheit die größte Bedrohung des Menschen ist und einen um Kopf und Kragen bringen kann.
Unwissenheit schwächt uns enorm. Sie ist eine der schrecklichsten Bedrohungen des Menschen überhaupt. Sie ist es, die schon viele Menschen ruiniert hat. Das bedeutet, dass wir alles tun müssen, um sie aus unserem Leben auszumerzen. Sie kann uns tatsächlich um Kopf und Kragen bringen. Zu allem Überfluss glaubt der Unwissende sogar noch, dass er alles besser weiß, und gibt sich dementsprechend als Besserwisser aus, was sein Ego zusätzlich noch aufbläht. Die darauf folgenden Katastrophen sind unausweichlich. Unser Ego und Maya, die große Illusionistin, sind durch sie am Werk. Wie können wir entkommen und was können wir dagegen tun?
Mit der Bitte um Hilfe an den Himmel und dessen Unterstützung können wir der Unwissenheit entkommen. Und im Herzen mit der wahrhaftigen Bitte um die Gnade der Weisheit. Wir sollten anfangen zu fragen: wer wir sind, woher wir kommen, wohin wir gehen.
Als die Geschichte meiner Herkunftsfamilie in einer Gruppe für Familienaufstellungen nach Bert Hellinger aufgestellt und somit aufgearbeitet wurde, war dies auch für die Teilnehmer, die für die einzelnen Familienmitglieder standen, eine Herausforderung. Und als es um die Geschehnisse in der Gaskammer ging, wurde den aufgestellten Personen selbst schwindelig. Für die Aufarbeitung einiger Familiengeschichten waren mehrere Aufstellungen notwendig. Die Teilnehmer selbst kamen an ihre Grenzen, insbesondere die Person, die stellvertretend für mich stand.
Wenn unsere Vorfahren nicht die Möglichkeit haben, ihre Probleme und Traumata aufzuarbeiten, dann ist es unabdingbar, dass wir, also die nachkommenden Generationen, dies machen, da diese zum Teil verdrängten seelischen Schmerzthemen und Traumata von der einen auf die andere Generation weitergegeben werden.
Nachdem die Nazis die Großmutter Maria verhaftet und abtransportiert hatten, wurde später auch mein Vater verhaftet, er war damals gerade mal 16 Jahre alt. Einige seiner Brüder schlossen sich der SS an. Für Herbert kam das jedoch nicht in Frage. Er durchschaute offenbar das Naziregime, wollte damit nichts zu tun haben und floh zu den Partisanen über die Grenze nach Slowenien, die ihn jedoch zurückschickten, weil er angeblich zu jung war. Daraufhin wurde er in seiner Heimatstadt Leoben erwischt und verhaftet, fast zu Tode gefoltert, indem ihm die Gestapo u. a. Teile der Lendenwirbel und das Nasenbein brachen, als er an Händen und Füßen über eine Stange zusammengebunden, aufgehängt und geschlagen wurde. Zwischendurch wurde er immer wieder ohnmächtig. Sie ließen ihn, aufgehängt an dieser Stange, drei Tage hängen. Als die Gestapo annahm, dass er tot sei, sollte er am Gösser Teich, am Rande von Leoben, begraben werden. Die Männer der SS warfen ihn in einen Transportwagen und fuhren los. Doch plötzlich hörten sie Fliegeralarm und die Gestapo fuhr mit ihm schleunigst wieder zurück ins Gefangenenhaus nach Leoben, nachdem er Lebenszeichen von sich gab. Später zeigte er mir die Brandwunde an seinem Handgelenk, die ihn ein Leben lang an diesen Vorfall erinnerte. Dort drückten die SS-Leute eine Zigarette aus, um zu sehen, ob er noch lebte. Einige Tage später wurde er ins KZ Flossenbürg, nach Bayern, verfrachtet. Er musste in den Messerschmitt Werken in der Flugzeugherstellung, natürlich ohne Gehörschutz, Zwangsarbeit leisten. Er erlebte im KZ unvorstellbare sadistische Grausamkeiten der Aufseher. Um zum WC zu kommen, musste er über Leichenberge steigen und konnte durch ein Fenster sehen, wie Leichen zu Essen verkocht wurden. Zu einem Gerippe abgemagert, rettete ihm ein Russe das Leben, indem er ihn auf einen Dachboden mitnahm, der voll mit Zwiebeln war, und ihn animierte, diese zu essen und einzustecken, so viel er konnte. Er erzählte, dass er diese Zwiebeln wie einen Apfel essen konnte, er fühlte überhaupt keine Schärfe.
Er blieb fast ein Jahr in diesem KZ, dann jedoch rückte eine Befreiungsarmee an und die Aufseher flohen. Auch mein Vater wusste, dass er die Chance zur Flucht ergreifen musste, und flüchtete mit einem zweiten Leidensgenossen. Sie gingen zu Fuß von Flossenbürg in Bayern bis in die Steiermark nach Hause. Unterwegs mussten sich die beiden jedoch trennen, da sein Weggefährte in eine andere Richtung weiterging. Anfangs, gleich zu Beginn der Flucht, wurden sie noch auf freier Wiesenfläche, ungeschützt am Boden liegend, von Flugzeugen beschossen, was sie wie durch ein Wunder überlebten. Er erzählte mir, dass das für sie ein Horror war und beide nach Abzug der Flugzeuge die Hände voll mit ausgerissenen Grasbüscheln und Erde hatten, so sehr hatten sie sich in Panik und Todesangst am Boden festgekrallt. Sie bettelten sich auf dem Weg nach Hause durch. Beide waren bis zum Skelett abgemagert. Und er war den hilfsbereiten Bauersfrauen in Deutschland und Österreich auf dem Weg sehr dankbar, die ihnen zu essen, vielleicht sogar Kleidung, gaben.
Endlich mit letzter Kraft zu Hause angekommen, war er so ausgehungert, dass er zehn Marillenknödel auf einmal verspeiste, die seine Schwester Walpurga ihm zubereitete.
Doch der Albtraum für ihn und die Familie ging noch weiter. Der Traumata nicht genug, wurde sein Lieblingsbruder Ferdinand erschossen. Wenigstens seine Schwester Elfriede konnte vor der Abschiebung ins KZ noch aus dem Gefangenenhaus in Leoben über eine Dachrinne flüchten. Die Familie erhielt später die Nachricht, dass ein weiterer Bruder gefallen war.
Mein Vater war, noch dazu als Jugendlicher, wie wohl alle KZ-Insassen, schwer traumatisiert. Nur die wenigsten KZ-Insassen waren, wie der später bekannte Psychologe Viktor Frankl, bekannt für seine Transaktionsanalyse, in der Lage, ausreichend Resilienz zu entwickeln und diese schrecklichen Erlebnisse und Traumata so gut als möglich unbeschadet zu überwinden. Viktor Frankl war selbst im Konzentrationslager.
Somit wurden diese schmerzlichen Erlebnisse beziehungsweise Traumata verdrängt, nicht darüber gesprochen und natürlich nicht psychologisch aufgearbeitet.
Stattdessen wurde der Schmerz mündlich weitergegeben und ich wurde, vollkommen mit meinem Vater auf mich allein gestellt, in allen Einzelheiten bereits mit neun Jahren damit konfrontiert. Natürlich wollte ich diese schrecklichen Geschichten und Grausamkeiten überhaupt nicht hören!
Für ein Kind ist es genauso traumatisch, mit prägenden Erzählungen über Grausamkeiten konfrontiert zu werden, die es nicht verarbeiten kann. Kinder haben eine lebhafte Fantasie und kreieren sich ihre inneren Bilder, die sie prägen. Und womöglich ein Leben lang mit sich tragen und dadurch bewusst oder unbewusst belastet werden. Darüber sollten sich auch die Erwachsenen im Klaren sein! Alles, was aufgenommen wird, formt uns innerlich und nicht nur die Kinder!
Mich hat es dadurch geprägt, dass ich absolut keine Gewalt in Filmen etc. ertragen kann und es für mich unmöglich ist, diese überhaupt anzuschauen, geschweige denn irgendwelche KZ-Szenen oder Bilder davon!
Nachdem Herbert das KZ überlebt hatte und wieder zu Hause war, lernte er das Tapeziererhandwerk, machte die Gesellenprüfung und lernte in dieser Zeit meine Mutter kennen. Er verdiente jedoch in diesem Handwerk nicht besonders gut.
Meine Mutter heiratete ihn trotzdem, gegen den Willen ihrer Familie.
Wie ich bereits berichtet habe, wohnten meine Mutter und mein Vater, auch als ich schon geboren wurde, bei den Großeltern meiner Mutter. Sie hießen Johann und Johanna.
Johann, mein Urgroßvater, war ein sehr kluger und fleißiger Mann. Er war Fassbindemeister in der Gösser Brauerei in Leoben-Göss. Davor arbeitete er in der Brauerei Dreher in Triest, wo er mit seiner Familie einige Jahre lebte und eine wunderschöne Villa gekauft hatte. In Leoben-Göss war er auch als Feuerwehrhauptmann bei der Freiwilligen Feuerwehr tätig.
Er stammte aus Mannswörth bei Wien-Schwechat, er hatte noch zwei Brüder, die ebenfalls sehr fleißig waren. Ein Bruder hatte eine Baumschule und der zweite ein Sägewerk in Mannswörth.
So erlaubte der Großvater meiner Mutter und meinem Vater, nach meiner Geburt auch elf Monate mit mir bei ihm und seiner Frau in deren Haushalt zu wohnen.
Um das Haushaltsbudget aufzubessern, nahm meine Mutter eine Putzstelle an und musste mich notgedrungen mit ihrer Großmutter, also meiner Urgroßmutter, allein lassen. Leider trank diese Frau zu viel Bier.
Eines Tages war meine Mutter zum Arbeiten außer Haus und diese Urgroßmutter mit mir allein. Offenbar fühlte sie sich durch mein Babygeschrei gestört und warf einen Polster auf mich.
Damals rettete mir mein Vater das Leben, denn als er dazukam, war ich bereits wegen Atemnot blau angelaufen. Aus einer der wenigen Erzählungen meines Vaters berichtete er mir jedoch von dieser Bedrohung durch diese Frau, meiner sogenannten Urgroßmutter.
Von meiner Mutter erzählte er fast nichts. Gerade über sie hätte ich gerne mehr erfahren, da sie mir viele Jahre schrecklich fehlte.
Meine Mutter Irene:
Sie war sehr fröhlich (erzählte mir später ihre Mitschülerin) und manchmal wohl auch sehr traurig.
Denn eigentlich hätte meine Mutter gar nicht zur Welt kommen sollen. War sie doch das Kind aus einer Affäre, welche meine Großmutter mit ihrem Schwager hatte. Deshalb musste sie zur Entbindung nach Wien fahren, wo meine Mutter in dieser schönen Stadt geboren wurde.
Ihre Schwester erfuhr offenbar davon und jedes Mal, wenn diese mit ihrem Mann (mein Großvater Bruno, er war Italiener und stammte aus einer Grafenfamilie, wie ich erst nach dem Tod des Großvaters von seinem Sohn erfuhr) von Italien zu Besuch kamen, wurde meine Mutter einige Jahre im nicht geheizten Dachboden versteckt oder zu Bauern abgeschoben. Erst später
