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KLANGVOLL – DIE STILLE NIMMT FAHRT AUF Ein bewegender Roman über Verlust, Neubeginn und die Kraft, sich dem Leben wieder zu öffnen. Anton hat alles verloren, was sein Leben ausgemacht hat. Als junggebliebener Witwer und leidenschaftlicher Hundefreund versinkt er nach einem schweren Schicksalsschlag immer tiefer in Einsamkeit. Seine Tage bestehen aus Arbeit und Routinen, seine Nächte aus Erinnerungen und unerfüllten Fragen. Das Leben zieht an ihm vorbei – bis er erkennt, dass er so nicht weitermachen kann. Mit der Unterstützung seiner mütterlichen Freundin Annemarie beginnt Anton eine Reise zu sich selbst. In tiefen Gesprächen, mit ehrlichem Blick auf seine eigene Trauer, entdeckt er langsam, dass es noch Hoffnung gibt. Doch Glück kommt nicht von allein – man muss es suchen, einladen, vielleicht sogar darum kämpfen. Anton macht sich auf den Weg zurück ins Leben, begleitet von seinen treuen Hunden, die ihn nie verlassen haben. Wird er den Mut finden, sein Herz wieder zu öffnen? Wird er lernen, die Vergangenheit als Teil seiner Geschichte zu akzeptieren, ohne darin gefangen zu bleiben? Dieser Roman ist mehr als eine Geschichte – er ist ein Spiegel für alle, die sich jemals verloren gefühlt haben. Eine Einladung, sich auf das Hier und Jetzt einzulassen und zu erkennen, dass jeder Tag eine neue Chance ist. Emotional, berührend und voller Tiefe – eine Geschichte, die nachhallt und inspiriert. Für alle, die das Leben spüren wollen.
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Seitenzahl: 169
Veröffentlichungsjahr: 2025
Robert J. Neureuther
KLANGVOLL
„DIE STILLE NIMMT FAHRT AUF“
© 2025 Robert J. Neureuther
Umschlag, Illustration: Robert J. Neureuther
Lektorat, Korrektorat: Manuela Tengler
Druck und Distribution im Auftrag des Autors:
tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland
ISBN
Paperback
ISBN 978-3-384-36880-5
Hardcover
ISBN 978-3-384-36881-2
e-Book
ISBN 978-3-384-36882-9
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland.
Alle Figuren und Charaktere in diesem Roman sind frei von mir erfunden. Es ist durchweg fiktional.
Sämtliche Inhalte und Texte sind urheberrechtlich geschützt. Das Urheberrecht liegt, soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, bei mir - Robert J. Neureuther.
Der Autor
Robert J. Neureuther, 1962 in Karlsruhe geboren, zog es ihn beruflich 2016 nach NRW. Mittlerweile lebt er mit seinem Mann Jörg und ihrem gemeinsamen Hund Alfred in Velbert.
Nicht sehen trennt von den Dingen, nicht hören trennt von den Menschen. (Immanuel Kant)
Für Jörg,„Wenn Liebe nicht verrückt macht, ist es keine Liebe…“
Cover
Titelblatt
Urheberrechte
Widmung
Zu diesem Buch!
Vier Jahre später!
Gesehen und für gut befunden!
Der Anruf!
Abendessen!
Viel Zeit für Surfstunden!
„Ups!“ Kein Wort mehr!
Die Stille nimmt Fahrt auf!
Tagebucheintrag!
Glück muss man haben!
Meine Chance!
Einzug für immer!
Dunkle Wolken!
Es kommt, wie es kommt!
Wasser im Ohr!
Tagebucheintrag!
Sozialengagement!
Warten auf Nachricht!
Training macht den Meister!
Letzter Eintrag ins Tagebuch!
Leseprobe!
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Zu diesem Buch!
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Zu diesem Buch!
Es gibt Geschichten, die tatsächlich passiert sind, und es gibt welche, die passieren könnten. Unsere Geschichte findet im Hier und Jetzt statt.
Anton und seine Freunde nehmen Euch auf eine Reise mit, die Ihr niemals vergessen werdet. Sie kann sich immer wieder im realen Leben und Eurer Fantasie abspielen.
Taucht mit den Figuren ab in die fantastische Welt unserer Fantasie, die grenzenlos ist …
Spannung gibt es nicht nur in industriell verpackten Schokoladenprodukten.
Fiktion trifft auf Realität!
Vier Jahre später!
‚Zeit heilt nicht alle Wunden’, sagte Alfred zu Elli. Beide lagen im Garten wie fast jeden Sonntagnachmittag.
Heute war es besonders heiß in Hamburg, 39,5°. Eine Hitze, die man nur ohne große Ressourcenverschwendung im Schatten verbringen sollte, wie Elli treffenderweise zu Alfred gesagt hatte. Somit war heute wenig Bewegung angesagt. Deshalb war Anton mit beiden Fellnasen heute früh bereits um 4 Uhr am Elbstrand laufen gewesen.
Elli schaute zu Alfred hinüber und fragte: ‚Weißt du noch, wie schön es war, mit Otto und Fritz, unseren beiden verstorbenen Hundefreunden herumzualbern hier im Garten?’
Alfred stupste Elli mit der Nase an: ‚Willst du sagen, dass es mit mir allein zu langweilig ist?’ Er zwinkerte Ihr mit seinem rechten Auge zu.
‚Nein’, sagte Elli, ‚überhaupt nicht. Nur, wenn es so heiß ist, wie heute.’ Beide schauten sich an und schwiegen. Die Stille wurde nur durch das Zwitschern eines Vogels unterbrochen.
Alfred sprach leise zu ihr. ‚Elli’, sagte er, ‚es war eine wunderschöne Zeit.’
Plötzlich wurde die melancholische Stimmung durchbrochen.
„Wer möchte Leberwursteis auf Wassermelone?“, rief Anton aus dem Küchenfenster. „Das habe ich gerade im Gefrierfach entdeckt.“
Das wiederum ließen sich die zwei Feinschmecker nicht zweimal zurufen. Schwups, und ab in die Küche.
In der Küche stand Anton bereits mit zwei kleinen Schüsselchen, in denen sich das sehr leckere Leberwursteis auf Wassermelone befand.
„Meine Herrschaften, es ist angerichtet“, betonte Anton, bevor er es servierte.
Nach dieser köstlichen Portion Eis gingen alle drei zurück in den Garten und lümmelten weiter im Schatten.
Anton lag mit seinem Buch in der Hand in der Hängematte. Elli und Alfred auf den kühlenden Fliesen der Terrasse.
Als Anton in die Küche ging, um sich einen Eistee zu holen, döste Elli vor sich hin.
‚Ach’, sagte sie, ‚wie schön war die Zeit’ und Alfred hörte nur noch ein leises Schnarchen. Elli schlief tief und fest. Alfred lag neben ihr. Er philosophierte vor sich hin und dabei schlief auch er langsam ein.
Als beide aus ihrem Schlummerschlaf erwachten, hörten sie von weitem Musik aus dem Wohnzimmer – Antons Lieblingsmusik.
Anton kam über den Verlust von Fridu, seinem verstorbenen Ehemann, langsam hinweg. So hatte es den Anschein für Alfred und Elli. Es gab Tage wie heute, da spielte er seine Lieblingsmusik. Da wussten und fühlten beide, dass Anton ganz besonders an Fridu dachte. In diesen Momenten, mit der wunderschönen Musik in ihren Ohren, blieben beide im Garten liegen. Sie wollten Anton jetzt nicht stören in seinen Erinnerungen an Fridu.
Alfred fragte: ‚Elli, kannst du mich je vergessen, wenn ich sterbe?’
Elli sprang hoch und schaute Alfred an: ‚Was für eine Frage? Das hat doch wohl noch Zeit!’ Sie zwickte in Alfreds Ohr und lief dann schnell in den Garten.
‚Autsch, was soll das denn?’
‚Ich wollte dir nur damit zeigen, dass du noch lebst.’
‚Warte ab, du freches kleines Biest.’ Alfred raste los. ‚Wenn ich dich in meine Pfoten bekomme.’
Elli lachte. ‚Dazu musst du mich erst einmal bekommen.’ Sie lief im Zickzack-Kurs im Garten hin und her, bis sie und Alfred einfach im Gras liegen blieben.
Elli sagte fast außer Atem: ‚Ich würde dich nie vergessen, Alfred.’
Anton schaute den beiden vom Fenster aus zu und grinste dabei. Die zwei sind ein Kopf und ein Arsch, dachte er so bei sich. Was für einen Spaß sie haben. Nein, wir drei, korrigierte er sich in Gedanken. Mit der Dämmerung legte sich langsam die Hitze.
Anton rief: „Elli, Alfred, lasst uns eine gemütliche Runde gehen! Wenn ihr auch Lust habt, dann los.“ Das musste Anton nicht zweimal rufen.
Sie liefen an den Elbstrand, hier war immer etwas los. Vor allem bei der abklingenden Hitze. Ein leichter Sommerwind tat allen gut. Anton hatte etwas zu trinken und einen kleinen Snack mitgenommen für später. Die drei genossen diesen Spaziergang und kamen sehr spät nach Hause. Anton hatte Urlaub. Somit konnten sie tun und lassen, was sie wollten. Die Koffer waren schon gepackt und ab morgen ging es in den Urlaub. Zusammen mit Annemarie.
Darauf freuten sich alle drei schon riesig. Drei Wochen Seele baumeln lassen, wie Anton immer betonte.
Unsere Seelen mussten sich langsam regenerieren nach den vielen Verlusten, die wir erlitten haben.
„Das Leben ist nicht immer fair und trotzdem lohnt es sich, zu leben“, hatte Annemarie, die gute Seele, vor einigen Tagen erst zu Anton gesagt.
„Anton“, sagte sie, „deine Erinnerungen an diese schöne Zeit leben in dir und deinem Herzen weiter. Lebe also dein Leben im Jetzt weiter, denn du hast nur das eine Leben. Wirf es nicht weg, indem du zu lange trauerst. Fridu hätte das nicht gewollt.“
Nach diesem Gespräch mit Annemarie hatte sich Anton verändert. Er trauerte immer noch, aber anders als zuvor.
Elli sagte später zu Alfred: ‚Anton ist, glaube ich, ins Jetzt zurückgekehrt!’
‚Das ist gut so’, erwiderte Alfred.
Anton war in seiner Trauer zeitweise so versunken, dass er das Jetzt fast vergessen hatte. Annemarie, Johanna und Hannes gaben ihr Bestes, um ihn immer wieder aus diesem Tief rauszuholen. Es gelang mal gut, mal schlecht.
Aber nach einem Gespräch mit Annemarie setzte der Wandel ein. Herzlich willkommen im Jetzt, Anton. Im Jetzt wurde der morgige Urlaub geplant.
„Ein Urlaub aus der Trauer“, wie Anton zu Annemarie gesagt hatte.
„Gut“, meinte sie, „dann lass uns zusammen planen. Ich helfe dir gerne dabei, nur leben musst du es allein.“
Anton lächelte Annemarie an. „Was würde ich ohne dich eigentlich tun?“
Annemarie nahm Anton in den Arm. „Leben!“
Anton hatte verstanden, was Annemarie ihm damit sagen wollte. Nach alle diesen Tiefphasen kam Anton wieder zurück ins „Jetzt erst recht.“
Er plante mit Annemarie den ersten Urlaub und fühlte sich gut dabei. Er war voller Esprit und Tatendrang und seine Ideen waren derart im Übersprung, dass Annemarie ihn etwas bremsen musste.
Alfred sagte zu Elli: ‚Er ist fast wie früher!’
‚Nein, schneller’, kam Ellis Antwort sofort zurück.
‚Hoffen wir mal, dass es etwas langsamer wird. Das Tempo halten wir auch nicht durch auf Dauer.’
Beide liefen bellend in den Garten. Die Fellnasen verbrachten die Nacht im Garten unter freiem Himmel.
‚Alfred, schau’, sagte Elli und schaute in den klaren Sommerhimmel. ‚Der ganz helle Stern, das ist Herbert, dein weltbester Kumpel aus dem Tierheim und neben ihm seine geliebte Clementine. Fridu, Fritz und Otto, das Dreigestirn, gleich daneben.’
Mit diesem wundervollen Gedanken kuschelten sich die beiden eng aneinander und schliefen ein. Anton machte es sich im Wohnzimmer auf der Couch bequem. Er hörte Musik und schlummerte dabei ein.
Um 5 Uhr in der Früh klingelte Antons Wecker. Er wurde aus seinem Traum gerissen. Was genau er geträumt hatte, konnte er nicht sagen, aber es fühlte sich gut an.
Von der Terrasse aus rief Anton nach den Hunden. Elli war die Erste, die den Ruf vernahm.
Mit ihrer Pfote rüttelte sie Alfred wach. ‚Hey, aufstehen, du Langschläfer!’, bellte sie ihn aus dem Schlaf.
Alfred wischte sich mit seinen Vorderpfoten den Schlaf aus den Augen. ‚Guten Morgen’, brummelte der Langschläfer.
‚Auch schon wach?’, erwiderte Elli.
„Kommt ihr beide jetzt? Wir müssen in 30 Minuten Annemarie abholen.“
Elli bellte und rannte los, Alfred trottete gemächlich im halbwachen Zustand auf die Terrasse zu.
In der Zwischenzeit hatte Anton die Koffer im Auto verstaut. Als Alfred endlich in der Küche ankam, war Elli schon reisebereit.
„Alfred, komm jetzt. Trödel nicht, ab ins Auto. Frühstück gibt es bei Ankunft in der Ferienwohnung.“
Elli rief Alfred zu: ‚Ist besser mein Freund, sonst kotzt du uns wieder ins Auto!’
Autofahren war eben nichts für Alfred, wie jeder wusste. Beim Autofahren kam ihm nicht nur das Fressen hoch, nein, auch böse Erinnerungen an seine erste Autofahrt als Welpe. Diese hatte bis heute traumatische Folgen für Alfred.
Anton hatte inzwischen die Eingangstür abgeschlossen und lief in Richtung Auto. Da klingelte auch schon sein Handy, es war Annemarie.
„Guten Morgen“, tönte es aus dem Handy.
„Guten Morgen, Annemarie. Wir sind gerade auf dem Weg zu dir.“
„Wie schön. Ich wollte nur wissen, ob ihr viel Hunger habt auf der Fahrt? Dann mache ich etwas mehr belegte Brötchen.“
„Super Idee, zwei für mich und eins für Elli. Alfred hat keinen Hunger!“ Dabei schmunzelte er.
„Anton!“, rief Annemarie ins Telefon, „das ist gemein. Du weißt, dass Alfred Autofahren nicht verträgt.“
„Ja, ja. Es war auch nur ein Scherz.“
‚Ein schlechter Scherz’, sagte Alfred zu Elli, die ihn wie immer zu beruhigen versuchte, indem sie ihr Köpfchen auf seine Schulter legte.
„Wir sind in wenigen Minuten bei dir.“
„Bis gleich“, antwortete Annemarie und beendete das Telefonat.
Nach einer kurzen Fahrt kamen sie bei Annemarie an. Sie stand schon vor ihrem Haus und sah von der Ferne aus wie Grace Kelly – eine Grand Dame, wie Anton immer sagte. Er stieg aus dem Auto, stürmte auf Annemarie zu, umarmte sie und drückte sie ganz fest an sich. „Guten Morgen, Grace.“
„Anton! Du sollst mich nicht atemlos drücken und nicht Grace nennen.“
„Moin Moder.“
„Geht doch“, sagte sie und küsste ihn wie immer liebevoll auf seine Stirn. „Moin, min Jung. So, jetzt aber Schluss damit. Lade meine Koffer ein und ab gehts in den Urlaub.“
„Annemarie, du siehst bezaubernd aus.“
„Anton, fahr jetzt los, sonst bekommst du einen Klaps hinter die Ohren.“
Anton lächelte. „Schlag mich, kratz mich, aber geh mir nicht in meine Haare.“
Schallendes Gelächter klang aus dem Auto.
„Das kann heiter werden“, sagte Annemarie mit Tränen in den Augen vor lauter Lachen.
Während der Fahrt unterhielten sich beide über Gott und die Welt, es war eine sehr lustige und unterhaltsame Fahrt.
Sie fuhren geradewegs Lindaunis an, als Annemarie sagte: „Schau Anton, in ein paar Minuten sind wir da und dann lassen wir die Vergangenheit hinter uns. Dann wird sie nur noch eine kleine Erinnerung sein in unseren Herzen. Es ist Zeit für ein neues Jetzt.“
Anton lächelte sanftmütig und nickte, er brachte gerade keinen Ton mehr raus. Die Vergangenheit schnürte ihm die Kehle zu.
Annemarie legte ihm ihre Hand auf seine. „Alles wird gut.“
„Wir sind da! Schau, wie wunderschön der Himmel strahlt!“, rief Anton wenig später.
Annemarie antwortete: „Alles nur für uns, ein Traumwetter.“
Anton fuhr mit dem Auto vor das Haus, stieg aus und öffnete den Kofferraum. Da lag Alfred und war ganz grün um die Schnauze, wie Anton befand.
‚Nichts wie raus hier’, bellte Alfred zu Elli und sprang nach draußen.
Annemarie öffnete in der Zwischenzeit die Fenster im Haus, um zu lüften. Sie war lange Zeit nicht mehr hier im Wochenendhaus gewesen. Als sie die Schiebetür zum Garten öffnete und die leichte Brise vom Wasser in die Nase stieg, fühlte sie sich sofort zu Hause.
Anton stellte die Koffer ab und ging zu Annemarie. Er legte seinen Arm um ihre schmale Taille. „So schön wieder hier zu sein“, flüsterte er in ihr Ohr.
Annemarie gab nur einen Zufriedenheitsseufzer von sich.
Hannes hatte den Rasen gemäht. Er hatte extra gestern einen Zwischenstopp eingelegt, bevor er weiter nach Schleswig gefahren war. Er musste dort beruflich etwas erledigen.
„Ich habe einfach großartige Menschen um mich herum“, sagte Annemarie.
Anton erwiderte: „Mein allerbester Freund und dein Schwiegersohn.“
„Komm. Lass uns unsere Koffer auspacken und dann Einkaufen fahren.“
Alfred schaute zu Elli. ‚Nicht schon wieder Auto fahren. Elli, ich bleibe hier.’
Anton sah zu Alfred, der immer noch recht erschöpft in der Ecke lag. „Alfred, mein Freund, du passt in der Zwischenzeit auf das Haus auf.“
Schwanz wedelnd stand Alfred vor Anton.
„Wusste ich doch, dass es dir gefällt, hierzubleiben.“ „Elli, du bleibst bei Alfred.“
Als Anton sich umdrehte, sah er, wie Elli sich zu Alfred im Garten unter den Rosenbusch in den Schatten legte.
Annemarie schaute zu Anton und meinte: „Das nennt man Freundschaft. Ich hole meinen Einkaufskorb und dann fahren wir los zum Einkaufen.“
Als Anton sie sah, startete er das Auto und ab ging die Fahrt zum Biosupermarkt. Auf dem Rückweg fuhren sie noch zum Bauern, der auf dem Weg lag, um frisches Gemüse einzukaufen. Inzwischen wurde es immer heißer. Der kleine Luftzug ab und an kühlte nicht wirklich.
Nach der Rückkehr fuhr Anton auf der Terrasse die Markise heraus, die zwar ein wenig Schatten brachte, aber keine Abkühlung als solche. Annemarie machte Eistee. Die Fellnasen lagen inzwischen im Schatten unter dem Bootssteg, dort war es kühl und angenehm. Annemarie begab sich mit ihrem Eistee und einem Buch auf die Terrasse und legte sich in die Hängematte.
Anton hatte sich seine Badehose angezogen und wollte eine Runde in der Schlei schwimmen. Nach der wohltuenden Abkühlung schlenderte er in die Küche und schenkte sich ebenfalls ein Glas mit Eistee ein. Er holte sich seinen Laptop und lief damit zum Strandkorb, der etwas abseits am Ufer der Schlei am Ende des Grundstückes stand. Er mochte diesen Strandkorb, von da aus konnte er den Seglern auf der Schlei zuschauen. Er genoss die Ruhe und lauschte dem Schilf, das sich in der leichten Brise sanft bewegte.
Anton machte es sich gemütlich, klappte seinen Laptop auf und fing an zu schreiben. Seine Gedanken wurden immer mehr zum Kopfkino, seine Finger flogen förmlich über die Tasten. So vergingen Stunden und er hörte nicht, als Annemarie ihn rief. Anton schreckte erst hoch, als Annemarie vor ihm stand. Er erschrak so sehr, dass Annemarie lachen musste. Er schaute Annemarie entsetzt an. „Sorry, ich hatte dich nicht gehört.“
„Mein lieber Junge, ich hatte nicht vor, dich zu Tode zu erschrecken, aber du warst wohl in einer anderen Welt als ich. Was machst du denn? Ich dachte, du willst nicht arbeiten?“
„Meine liebe Grace.“
Jetzt schmunzelte Annemarie. „Ja, mein Junge. Ich bin ganz Ohr!“
Anton zwinkerte Annemarie zu. „Ich arbeite nicht, sondern schreibe ein Buch!“
„Rück ein Stück rüber, ich muss mich setzen. Das ist ja … ich bin sprachlos.“
„Dass ich das noch erleben darf“, lachte Anton.
Annemarie schaute ihn an, nahm seine Hand in ihre und flüsterte: „Das finde ich wunderbar, Anton. Wenn du so weit bist, darf ich es dann lesen?“
„Du darfst auch gerne Anregungen einbringen.“
„Nein, mein Junge, das ist dein Buch, deine Geschichte und ich finde es einfach großartig. Ich bin gespannt und schon richtig neugierig. Dann möchte ich dich nicht weiter stören.“
„Annemarie, du störst niemals. Du bist meine Muse.“
„Komm, du alter Charmeur. Du sollst mich nicht auf den Arm nehmen.“
Anton sprang aus dem Strandkorb und nahm Annemarie auf den Arm.
„Mein Junge, ich bin doch viel zu schwer. Lass mich runter.“
„Nein, ich trage dich jetzt in die Küche, damit wir zusammen kochen.“
„Okay, dann los“, sagte Annemarie lachend.
Es war ein wundervoller Tag und ein gemütlicher Abend mit leckeren Spaghetti arrabiata, einem guten Rotwein, Ciabatta und Tomaten sowie romantischer Klaviermusik im Hintergrund.
Langsam kam ein leichter Wind auf, der sehr angenehm war und für etwas Abkühlung sorgte.
Anton hob sein Glas. „Auf uns, Annemarie.“
„Und auf dein Buch, mein Junge. Ich bin schon so gespannt.“
„Ich habe doch erst angefangen und bin noch in der kreativen Kopfkino-Phase. Es entwickelt sich gerade und ich weiß noch nicht, wo die Reise hingeht.“
„Hast du schon einen Titel?“
„Nein, habe ich noch nicht. Die Idee hat sich heute im Strandkorb so ergeben. Spontan!“
Annemarie schaute Anton entgeistert an!
„Schau nicht so! Ich bin einfach spontan und es macht
Spaß.“
„Du bist und bleibst ein Junge mit verrückten Ideen, dafür könnte ich dich knuddeln!“
Sie unterhielten sich noch einige Zeit, dann sagte Annemarie: „Mein Junge, ich ziehe mich zurück. Ich bin müde.“
„Geh nur“, sagte Anton, „ich räume alles auf und geh dann auch zu Bett. Zuvor laufe ich eine kleine Runde am Strand mit den Fellnasen. Gute Nacht, Annemarie.“
