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Aus dem Alltag eines Second-Hand-Shops einer sozialen Einrichtung. Lustige, skurrile und nachdenkliche Geschichten über Menschen, deren Leidenschaft es ist, in Zweithandläden zu stöbern, immer auf der Suche nach billigen und ausgefallenen Schnäppchen.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 42
Veröffentlichungsjahr: 2017
Für meine Familie, meine Freunde und alle, die gerne meine Bücher lesen
Start
Heimlicher Machtkampf
Außergewöhnliche Typen
Zwischengedanken
Ich will alles
Verehrer
Die Klein – Geldfaust
Der große grüne Schein
Stau an der Kasse
Überfall
Diebische Elstern
Etikettenschwindel
Brautkleid ohne Hochzeit
Kleine Episode zwischendurch
Skurrile alte Dame
Aus alt mach neu
Vornehme Dame spielt mit Babyklötzchen
Blinder Passagier
Neu entdeckte Lederjacke
Mit Absicht oder unbewusst
Seriöser Alkoholiker
Magersucht
Kleiner Hund hebt Bein an großem Rucksack
Glück oder Pech mit den Losen
Bis auf die Haut nass bei uns kein Problem
Maschinenpistole in Kinderhand
Dreiste Diebin trotz Video Videoüberwachung
Leckere Weihnachtsplätzchen für alle
Handeln wie im Basar
Auch Charme hilft nicht beim Handeln
Unfreundliches Handeln
Penetranter Gestank im Kleidersack
Einzelne Schuhe
Öffentlicher Spielplatz
Die ewig zu späten
Noch so ein Klau-Trick
Abendlicher Rundgang im Ladengewölbe
Nachwort
Seit 10 Jahren arbeite ich einmal die Woche an einem Nachmittag im Kleiderladen einer karikativen Einrichtung. Es gibt dort gebrauchte Kleider, Küchen- und Einrichtungsutensilien, Bücher und andere obskure Gegenstände, die andere nicht mehr wollen und bei uns abgeben. Hier kaufen überwiegend Menschen mit wenig Einkommen und solche die mit genügend Geld sehr sparsam sind. Ab und zu verirrt sich auch ein Kleinmillionär, hauptsächlich wegen solcher Artikel, die es nur auf Flohmärkten gibt oder den Weg aus verstaubten Kellern zu uns gefunden haben. Der Job dort gefällt mir ausgesprochen gut, besonders der Umgang mit den vielen verschiedenartigen Menschen. Um auch anderen einen Einblick in diese teils aufregende, teils erheiternde Welt meines Kleider-Lädchens zu ermöglichen, habe ich dieses Büchlein geschrieben. Ihr werdet erstaunt sein wie es dort zugeht.
Ein kleiner Second-Hand-Shop einer sozialen Einrichtung liegt ganz in der Nähe meiner Behausung.
Ich arbeite dort ehrenamtlich mit noch einigen anderen ältlichen aber sehr rüstigen Damen einen wöchentlichen Nachmittag .
Es ist jedes mal das Highlight der Woche.
Warum, werden Sie jetzt fragen.
Oh das werde ich Ihnen jetzt gerne erzählen und Sie werden es nicht bereuen mir zu gelesen zu haben am Ende dieses Büchleins.
Wer meint, sich dort wiederzufinden hat nicht Recht, es sind vollkommen andere Personen als Sie, sozusagen Fantasiefiguren.
Um 14 Uhr am Nachmittag beginnt die zweite Einkaufsschicht.
Da stehen dann schon ganz Ungeduldige vor der Tür und scharren mit den Schuhen, gucken genervt und demonstrativ auf ihre Uhr.
Das nützt aber nichts, die Tür geht dadurch keine Sekunde früher auf.
Dann endlich „ hereinspaziert“ sagt mein Gesicht beim Aufschließen und ich muss aufpassen, dass ich nicht überrannt werde beim Ansturm in mein Kleider-Lädchen.
Schnell noch die Ständer mit Jacken und Schals herausgestellt und eine Kiste mit Krimskrams zum Verschenken.
Diese ist übrigens auch ein Magnet für scheue, schüchterne Typen, die sich nicht in den Laden trauen wegen fehlendem Kleingeld und überhaupt.
Etwas Kostenloses hat auch seinen Reiz.
Herr und Frau älteres lang verheiratetes Ehepaar beehrt uns heute wieder.
Schnell huschen beide in den Laden und jeder findet nach langem Herumsuchen ein schönes Stück.
Sie wacht mit Argusaugen über seine Funde, nimmt sie ihm wieder aus der Hand. Es sind wie immer Oberhemden die sie mit den Worten:
„Egon, du hast doch schon so viele“
wieder zurück in den Laden hängt.
Er bezahlt brav ihre Pullover und Blusen und sie verlassen gemeinsam den Laden.
Da, ich wusste es.
Kurze Zeit später öffnet sich die Türe und „er“ kommt zurück, alleine.
Huscht schnell zum Hemden-Ständer, packt die drei bis vier Hemden die er schon vorher ins Auge gefasst hatte und legt sie mir mit triumphieren dem Blick und Schalk in den Augen auf die Theke.
Ha, da hat er doch sein holdes Weib mal wieder ausgetrickst.
Ich zwinkere ihm zu.
Recht hat er, man gönnt sich ja sonst nichts.
Die Alte bevormundet ihn zu sehr, da muss er sich wehren und wenn es nur mit heimlichen „Und-Doch-Einkäufen“ ist, schließlich verdient er das ganze Geld und sie gibt es aus, unverschämt.
Inzwischen tummeln sich eine Menge Interessierter im Laden, meistens immer die gleiche Kundschaft wie jeden Tag.
„Fräulein, haben Sie auch Fahrradhosen?“
Ich schicke den Frager in die Sportecke, aber nein, keine solchen da.
Er verlässt mit „Saftladen“ auf den Lippen enttäuscht das Geschäft.
Gerade kommt eine vornehme, schlanke gut gebaute Dame im Minirock, sehr gepflegt.
Ich frage mich, ob sie sich (eher Edel-Boutique-Typ) bei uns im
Second-Hand-Laden verirrt hat.
Doch sie schreitet graziös in Highheels zu den Röcken und Blusen, greift sich ein paar Stücke und verschwindet in der Umkleide.
Kurze Zeit später kommt sie in einem super kurzen Mini heraus und fragt mit tiefer männlicher Stimme:
“wie steht mir der?“
Ich muss erst einmal schlucken als ich ihm ins Gesicht schaue. Bartstoppeln überdeckt mit viel Rouge leuchten mir entgegen und ja, es ist ein Transsexueller.
Ist gar nicht einfach, dann so unbefangen zu tun als sei das üblich. Na ja, ich hab es gelernt und freue mich jedes Mal wenn er kommt.
