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Die Entscheidung ist gefallen, ihre Ehe ist nicht mehr zu retten. Eine ungeliebte junge Mutter trennt sich von ihrem Ehemann, um mit ihrer Tochter ein neues Leben zu beginnen. Sie trotzt dabei allen Schwierigkeiten, alleinerziehend, berufstätig, aber neugierig auf die Chancen, wieder glücklich zu werden. Eine Reise in die USA verändert ihr Leben, sie begegnet einem Mann, der alles vereint, was sie sich wünscht. Doch er ist bereits verheiratet. Trotzdem verbringen sie zu zweit einen Urlaub in Spanien, fernab des familiären Alltags wollen sie einander näherkommen. Die intensiven Gefühle füreinander verstärken den Wunsch nach einer gemeinsamen Zukunft. Wird die Liebe stark genug sein oder siegt die Vernunft? Kann man sein Glück auf dem Unglück anderer Menschen aufbauen? Eine bewegende Geschichte über Liebe und Moral.
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Seitenzahl: 102
Veröffentlichungsjahr: 2016
www.tredition.de
Edith Polski
Kleines Glück
www.tredition.de
© 2016 Edith Polski
Umschlaggestaltung: Corinna Podlech, Hamburg
Bildrechte Coverfoto: © T. Frost - Fotolia.com
Lektorat, Korrektorat: Corinna Podlech, Hamburg
Verlag: tredition GmbH, Hamburg
ISBN
Paperback
978-3-7345-2025-9
Hardcover
978-3-7345-2026-6
e-Book
978-3-7345-2027-3
Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.
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Inhaltsverzeichnis
Erinnerungen
In aller Kürze
Wohin?
Fortgehen
Die Entscheidung war gefallen
Neubeginn
Erwachen - Leben
Geschäftsreise nach Rom
Die Reise geht los
Ankunft
Der Urlaub beginnt
Ich muss Englisch sprechen
Alles ist größer, weiter
Eine Party
Ein Gefühl, eine Ahnung
So viel Neues! Solche wunderschöne Stadt!
San Francisco von der schönsten Seite
Wie in einem Wildwestfilm
Nochmals einen Ausflug in die Stadt
Redwood Forest und Wilder Westen für Touristen
Fahrt nach Carmel
Allein in San Francisco
Der Urlaub geht zu Ende
Nach Hause
Zur Kur in Hofheim
Reise ins Glück?
Endlich allein
Weitere Ausflüge
Granada
Tanger
Letzter Tag in Torremolinos
Der Abschied
Das Ende
Ein neuer Anfang
Erinnerungen
von Edith Polski
Erinnerungen sind für immer,
aber sie können Fesseln an die Gedanken legen,
die Gegenwart verderben,
wenn das Vergangene idealisiert wird.
Erinnerungen sind Momente im Leben,
Erfahrungen,
die uns zum Wachstum verhelfen
für die Zukunft
mit einem besseren Verständnis.
Wir alle haben Erinnerungen,
auf die wir unser Leben aufbauen,
entweder wegen Ärger oder Groll,
oder wegen Liebe.
Während negative Gefühle oft Enttäuschung bereiten,
liebevolle Erinnerungen dagegen erleuchten den
Geist der Person,
fördern den Optimismus
und verhelfen zu Glück und Erfolg.
Aus allen Erinnerungen müssen wir herauswachsen
zu einer bestimmten Zeit,
um Platz zu machen für das Neue.
Obwohl Erinnerungen wie Bausteine sind,
so werden auch sie alt und unansehnlich,
wie alte Schuhe,
sodass sie eines Tages fortgeworfen werden.
Nur ein Schimmer
von besonderer Herrlichkeit
in vergangener Zeit
bleibt in einer romantischen Version
in unseren Gedanken
für immer
zum Träumen und Phantasieren
im Alter.
In aller Kürze
von Edith Polski
Die Leidenschaft in mir wurde entfacht
mit dem Berühren deiner Hand,
die meinen Arm zärtlich streichelte.
Deine Unruhe nachts,
das Wandern entlang des Korridors
sprach von deiner Frustrierung.
Ich wusste, was dich bedrückte,
aber ich wollte nicht reagieren
- du warst verheiratet -.
Du setztest deine Annäherungsversuche fort,
vorsichtig und heimlich.
Ich zeigte mich gleichgültig,
zog mich zurück in die Sicherheit meines Zimmers.
Eines Abends die Überraschung:
Du küsstest mich,
bewegtest Himmel und Erde in mir
doch ich zeigte es nicht,
stellte mich gelassen.
Als es Zeit wurde abzureisen,
war ich erleichtert:
Nichts war geschehen.
Keinem Dritten war wehgetan worden.
Was unsere Herzen begehrten, hatten wir unterdrückt.
Der Rückflug über eine große Entfernung
brachte auch Briefe, die folgten,
die versuchten zu überreden,
die flehten und bettelten -
und wir sahen uns wieder
an einem anderen Ort.
Wir explodierten in unserer Liebe,
wurden eins und vergaßen alles für viele Tage -
bis es Zeit wurde
für den endgültigen Abschied.
Obwohl du nicht zurückgehen wolltest,
wusste ich, dass du gehen musstest
- weil du verheiratet warst -.
Jahre vergingen, gute und schlechte Zeiten folgten:
ein Umzug in eine andere Welt,
eine Heirat, eine Scheidung - Leben mit den üblichen
Erfahrungen.
Der Traum von dir war immer bei mir,
stand hoch wie ein Leuchtturm am Horizont.
Ich werde dich lieben bis zum letzten Atemzug
und darüber hinaus.
Wohin?
Es war ein sonniger Herbsttag im August 1967 als ich meine Tochter Martina in ihrem kleinen hölzernen Wägelchen entlang der Landstraße von Iserbrook nach Schenefeld zog. Es machte ihr Spaß, darin zu sitzen, obwohl sie hin und her gerüttelt wurde, weil der Fußweg holperig war. Sie stieg nach einer Weile aus und ging neben mir. Ein weiter Weg für ein vierjähriges Mädchen.
Nach einer knappen Stunde erreichten wir unser Ziel, den Krummstück Nr. 3, wo uns eine freundliche ältere Dame in ihrem Haus empfing und uns ein Glas Limonade zur Erfrischung anbot. Frau Eva Milde hatte eine Anzeige im „Hamburger Abendblatt“ aufgegeben, auf die ich geantwortet hatte. Sie vermietete zwei Zimmer und war erfreut, dass ich mit meiner Tochter bei ihr wohnen wollte. All meine vorherigen Bemühungen für ein Zimmer waren fehlgeschlagen wegen meines Kindes, doch Frau Milde hatte geantwortet: „Ich liebe Kinder und Sie sind herzlich willkommen in meinem Heim.“
Frau Milde zeigte uns die Zimmer: das größere war im ersten Stock, denn ihr Haus war ein Reihenhaus, das zwei separate Besitzer hatte. Dieser Raum hatte einen Balkon mit Ausblick auf den Garten. Das zweite Zimmer lag einen Stock höher direkt unter dem Schrägdach, mit großem Fenster zum Himmel sozusagen; ein kleineres Fenster konnte von einer Nische aus geöffnet werden, von dem man auf den Eingangshof sehen konnte. Dieses Dachzimmer verfügte über viele eingebaute Schränke und reichlich Platz für zwei einzelne Betten.
Mir gefielen beide Zimmer. Sie waren hell und freundlich. Frau Milde erklärte, dass sie auch in der Küche Platz für meine persönlichen Dinge gemacht hätte, ebenso in ihrem Kühlschrank. Die Waschmaschine könnte ich auch benutzen. Das Badezimmer ging vom unteren Eingangsflur ab, in dem sich auch die einzige Toilette befand. Auch die Kellertreppe ging von diesem Flur ab, in dem ich eventuelles Gerät deponieren könnte, zum Beispiel Regenmäntel, Gummischuhe und dergleichen. Für alles war gesorgt.
Frau Milde verlangte einen Mietvorschuss, wie es immer noch in Hamburg üblich war, denn Wohnungen und Zimmer waren knapp, auch brauchte ein Vermieter eine Sicherheit.
Ich stimmte ihren Bedingungen zu, und wir verabredeten einen Tag, an dem ich mit meinen Möbeln einziehen würde.
Als wir uns verabschiedeten, kam ein Nachbar gerade aus dem gegenüberliegenden Hauseingang. Frau Milde stellte uns vor. Herr Heene, ein junger Mann, wollte gerade in sein Auto steigen. Er fragte, ob er mich irgendwo absetzen könnte. Martina und ich nahmen sein Angebot freudig an und er fuhr uns nach Hause.
Fortgehen
Unser Zuhause war in Iserbrook, Isernrade Nr. 3, wo wir erst vor einem Jahr ein neues Reihenhaus bezogen hatten. Mein Mann, Martina und ich hatten diese neue Siedlung wachsen sehen und waren in dem ländlichen Gebiet gern spazieren gegangen. Inzwischen waren viele dieser früheren Weiden mit zweistöckigen Wohnhäusern bebaut, aber auch mit Eigentums-Reihenhäusern, zu denen vorn und hinten Grünflächen gehörten. Zäune gab es nur zur Straße hin. Jeder hatte eine vom Nachbarhaus abgeschirmte Terrasse, um die herum sich jeder ein wenig Buschwerk gepflanzt hatte. Von der Terrasse aus ging eine Treppe in den Keller.
Martina hatte sich mit zwei gleichaltrigen Nachbarkindern angefreundet. Die Kinder konnten ungehindert über die Rasenfläche laufen, dort auch spielen, denn kein Grundstück war mit einem Zaun ausgetrennt. Am Wochenende besuchten sich die Kinder in den jeweiligen Häusern; auch Martina bekam manchmal Besuch von einem Mädchen und Jungen. Da sie während der Woche bei meinen Eltern war, waren dies nur kurzzeitige Zusammenkünfte, doch sie hatte Freude daran, in ihrem eigenen Zimmer mit den Freunden zu spielen.
Seit einem Jahr war ich wieder ganztags berufstätig geworden nach einer Pause von zwei Jahren, in der wir in einem Behelfsheim in Iserbrook zu billiger Miete gewohnt hatten. Die Behelfsheime, Überbleibsel aus dem Kriege, wurden dann abgerissen, weil das Gelände mit Neubauten saniert werden sollte. Uns wurde eine Wohnung angeboten, doch mein Mann und ich hatten uns letztlich entschieden, ein Reihenhaus zu kaufen. Ich hatte mich gesträubt, weil ich wusste, dies würde für mich eine Vollzeitbeschäftigung bedeuten.
Mein vorheriger Arbeitgeber, ein Tabakunternehmen, hatte mich wieder eingestellt. Ich wurde in die Auslandsabteilung versetzt, in der es mir recht gut gefiel. Martina blieb von montags bis freitags bei meinen Eltern in Eidelstedt, wo wir sie mittwochs besuchten. Freitags holten wir sie dann nach Hause. Unser Familienleben veränderte sich drastisch. Die Arbeit verlangte meine volle Konzentration. Am Abend wartete der Haushalt auf mich; am Wochenende das Einkaufen, das Saubermachen und das Kind. Alle Arbeiten lagen auf meinen Schultern, weil mein Mann die Einstellung hatte, dass dies alles Frauenarbeit sei.
Er meinte dann oft, dass alles nur eine bessere Organisation benötige.
Derlei Vorschläge verärgerten mich, doch es lag mir nicht, alles in Unordnung zu sehen, auch sollten regelmäßige Mahlzeiten zubereitet werden. Wenn obendrein am Wochenende Besuch kam, brachte das meine Pläne durcheinander. Meistens blieb keine Zeit für mich, zu entspannen, mit Martina zu spielen oder spazieren zu gehen. Am Ende des Tages fiel ich müde ins Bett, denn früh morgens klingelte der Wecker wieder, um zur Arbeit zu gehen.
Werner trank immer schon gern sein Bierchen, aber auch Cognac dazu. Dies verschlimmerte sich im neuen Haus, wo er meist schon zum Frühstück mit dem Biertrinken begann. Martina mochte das gar nicht, wenn er dann mit ihr schmusen wollte. Sie lehnte es ab und sagte: „Papi, du riechst nach Bier.“ Durch Besuch oder seine früheren Kunden, die ins Haus kamen, für die er nach wie vor Fernseher reparierte, fühlte er sich angeregt, Getränke anzubieten. Viele wollten keinen Alkohol, weil sie mit dem Auto gekommen waren, doch er überredete sie oft, ignorierte ihre Ablehnung, war schnell mit Redensarten dabei, wie „auf einem Bein steht’s sich schlecht“ und ähnliches.
So war es auch an einem für mich vollbesetzten Samstag, an dem sich Werners Vater mit einem befreundeten Ehepaar angesagt hatte. Wir waren zusammen einkaufen gegangen, wobei Werner mir geholfen hatte, die Dinge nach Hause zu tragen. Die Sachen wurden aussortiert, weggestellt, dann das Mittagessen zubereitet, gekocht.
Am frühen Nachmittag kamen die Gäste zum Kaffee. Es wurde viel getrunken, doch ich hielt mich immer zurück. Oft meinte dann Werner zu mir: „Trink mal was, damit du Mensch wirst.“
Ich sorgte dafür, dass es ein kräftiges Abendbrot gab. Ich überließ die Gäste Werner, während ich die Küche aufräumte und ließ mir auch Zeit, Martina eine Geschichte vorzulesen, bevor sie einschlief. Das hatten wir immer getan, als ich noch Zuhause war. Jetzt tat es meine Mutter, denn Martina fühlte sich wohl bei ihrer Oma. Allerdings mochte sie es gar nicht, dass ich arbeiten ging. Schon als Zweijährige hatte sie mir oft gesagt: „Mami, nicht arbeiten gehen.“ Aus dem Grunde verweigerte sie mir dann häufig den Abschiedskuss. Das bedrückte mich immer sehr.
Es wurde sehr spät an diesem Abend. Es wurde viel diskutiert, aufgeregt und laut, ich erinnere nicht, worum es ging, doch Werner wurde plötzlich wegen eines Themas aggressiv. Das befreundete Ehepaar und mein Schwiegervater wollten nach Hause gehen, doch Werner hielt seinen Vater zurück, rangelte mit ihm, als ob sie sich schlagen wollten. Der Mann des Ehepaares trennte die beiden. Dann gingen sie fort.
Die Entscheidung war gefallen
Ich war entsetzt: Schlägerei in meinem Hause, nein! Das sollte es nie geben. Meine Entscheidung fiel in dem Moment: ich würde Werner verlassen.
Ich fragte mich schon lange, weshalb ich mit einem Mann zusammenlebte, der nicht an mir interessiert war, der mich nicht liebte. Weshalb sollte ich mich weiterhin bemühen, die Dinge im Haus in Ordnung zu halten nach meiner beruflichen Beschäftigung, wenn die Harmonie und Gemeinsamkeit fehlten. Obendrein hatte ich immer weniger Zeit, mich um meine Tochter zu kümmern, das bedrückte mich und sie.
Ich fühlte mich verlassen von einem Mann, den ich verehrt hatte, in den ich mich sofort verliebt hatte seit er plötzlich in mein Leben kam. Dies alles schien so lange her zu sein. Wir hatten uns so weit voneinander entfremdet.
Ich musste eine Wohnung, ein Zimmer, irgendeine Unterkunft finden. Somit schaute ich in den Anzeigen nach, erkundigte mich per Telefon, hatte aber wenig Erfolg, weil ich dort mit meiner Tochter leben wollte. Das Blatt wendete sich, als ich Frau Milde anrief, die mich aufnehmen wollte. Ich sprach nur mit einigen Kollegen über meinen Plan, hatte ihre Adresse auf einem Zettel in meiner Handtasche. Meinen Mann wollte ich überraschen, ausziehen an einem Tag, wo ich wusste, er würde nicht im Hause sein.
Mein Arbeitgeber hatte mir Geld für den Mietvorschuss geliehen, das in kleinen Raten von meinem Gehalt abgezogen werden sollte. Einen Möbelwagen hatte ich bestellt. Ich wollte einige Möbel mitnehmen, ihm jedoch in Wert etwa die Hälfte lassen, z. B. das neue Schlafzimmer.
Meine persönlichen Dinge hatte ich schon bereitgestellt, doch wollte den Rest des Zusammenpackens für den Morgen des Umzugs lassen.
