Kleinigkeiten  –  für Dich. - Jan Uwe Berner - E-Book

Kleinigkeiten – für Dich. E-Book

Jan Uwe Berner

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Beschreibung

KLEINigkeiten – für Dich. Ein Kinderbuch für Erwachsene? Schöne Lyrik? Politisch-kritische Gedanken? Ein Roman? Ein Reisebericht? Gesammelte Lebensweisheiten? Philosophische Denkübungen? Religiöse Betrachtungen? Kurzgeschichten? Essays? Prosa oder Poesie? Das Buch paßt in kein Genre – und ist dabei in allen Gattungen daheim. Nichts für Spezialisten und Liebhaber genau einer Besonderheit, sondern ein mal augenzwinkerndes, mal satirisch-komisches, mal auch tiefernstes, mal schlicht und ergreifend schönes, mal wortspielerisch-kurioses Sammelsurium. Zum einfach nur Lesen, zum Denken des einen oder anderen neuen Gedankens, zum Mitträumen, zum Lachen oder Schmunzeln, vielleicht gerade dann, wenn einem nicht danach zumute ist.

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Seitenzahl: 95

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Für Dich.

VORWORT

Scripta manet – wer schreibt, der bleibt.

Den Traum vom eigenen Buch träumte ich schon lange. Was für ein Buch es werden sollte, war offen – und ist es bis heute. Kein Genre wollte zu dem passen, was sich im Laufe der Zeit aus den Ideen im Kopf auf den Weg durch die Hände in die Tastatur und auf das Papier machte. Kein einheitliches Muster wollte sich erkennen lassen, keine Textgattung kristallisierte sich heraus.

Ein Kinderbuch für Erwachsene? Schöne Lyrik? Politisch-kritische Gedanken? Ein Roman? Ein Reisebericht? Gesammelte Lebensweisheiten? Philosophische Denkübungen? Religiöse Erkenntnisse oder Bekenntnisse? Kurzgeschichten? Essays? Prosa oder Poesie?

Viele Gedanken waren nötig, um zu wissen, was überhaupt geschrieben werden könnte und was nicht, auch wenn das meiste dessen, was gedacht, geplant und angefangen war, sich nicht zu einem Ganzen fügte und die vielen Ganzen je für sich kein Buch ergaben. Es wurde ein Gemenge. Kleinigkeiten, von allem etwas, manchmal schwer zu trennen, manchmal klar abgrenzbar und doch im Ganzen ohne den berühmten Roten Faden – oder mit dem Roten Faden des großen Spektrums dessen, was das Leben insgesamt und allgemein zu bieten hat.

Nichts für Spezialisten und Liebhaber genau einer Besonderheit, sondern ein mal augenzwinkerndes, mal satirisch-komisches, mal auch tiefernstes, mal schlicht und ergreifend schönes, mal wortspielerisch-kurioses Sammelsurium all dessen, was es als Ganzes hätte werden können.

Für keinen scheint es so das richtige zu sein und hoffentlich ist doch für jeden und speziell für Dich das passende dabei – wenn schon nicht für jede Zeit, so doch zu einer Zeit. Und hoffentlich hast Du genau zu dieser Zeit und an dem Ort, wo Du Dich dann befindest, lieber Leser, die richtige Seite aufgeschlagen und findest, was Dir im Moment gefällt.

Freude wünsche ich Dir beim Lesen und Spaß, den einen oder anderen Gedanken und daß Du vielleicht mitträumst, wo ein Traum sich findet und lachen oder schmunzeln kannst, auch und gerade dann, wenn Dir gar nicht danach zumute ist.

Jan Uwe Berner, im Dezember 2014

INHALTSVERZEICHNIS

V

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ÜCHERSCHREIBEN

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EISEBERICHT

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NFANG

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URZANLEITUNG ZUM

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ERFASSEN TYPISCH SCHWEDISCHER

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RIMINALROMANE

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ICHT NUR FÜR

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UBI UND

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IRAT – GANZ PRIVAT

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OMANTIK

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- F

ALLUNTERSCHEIDUNGEN

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CHÄREN

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EGELTÖRN

1 D

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EGEL

3 N

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4 G

ESCHWINDIGKEIT

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CHNÜRE

6 M

ENSCHEN AUF DEM

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CHIFF

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OZUSAGEN

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ISSENSCHAFT

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OSINUSSTUDIE

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ILHELM VON

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REISLAUF DES

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LASCHENZUG

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ELATIV

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UNST DER

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WANG UND

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IRKLICHKEIT

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UFGESCHRIEBEN

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ILOMETER

8,43

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RLAUBSKARTEN

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NTWORTEN

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EIHNACHTEN

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DVENTSLIED DES

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INZELHäNDLER

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DVENT

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EIHNACHT

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EBURTSVORBEREITUNG

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ARKPLATZ IM

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DVENT

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PILOG

VOM BÜCHERSCHREIBEN

oder:

Wie aus vielen Ideen und Gespinsten vielleicht ein Buch werden könnte.

RANDBEMERKUNG

also auf der linken Seite …

Das meiste, was sich hierin sammelt, war auf einer langen Schwedenreise entstanden, um nicht zu sagen: während eines Lebensabschnitts, den der Autor in Schweden verbrachte. Also sei erwähnt, was sich zugetragen hat in dieser Zeit, wenn schon nicht alles, so doch in Kürze das wichtigste:

REISEBERICHT

Ich hatte Zeit, um Zeit zu haben,

und es gab wenig Grund, zu klagen.

Ich war Spazieren, auch im Regen.

Ich konnt mich in die Sonne legen.

Ich hab geweint, doch meist gelacht,

hab über vieles nachgedacht.

Ich hab gegessen und getrunken,

war oft ins Denken tief versunken.

Ich hab getrunken und gegessen

und manches manchmal auch vergessen.

Hab viel gelesen und geschrieben,

bin morgens lang im Bett geblieben.

Und jetzt? Jetzt bin ich wieder da

und sag Euch gern, wie schön es war.

RANDBEMERKUNG

also auf der linken Seite …

Die Tage, obschon auch in Schweden jeweils ziemlich genau vierundzwanzig Stunden lang, waren mal länger und mal kürzer, wobei die Kürze der Tage insbesondere in einem morgendlichen Verlängern der Nächte ihren Ursprung hatte.

DER ZWEITE ANLAUF

Es war einer dieser Tage, der damit begann, daß der Wecker den Schlaf viel zu früh beendete, also ein Tag wie jeder andere. Die Nacht war kurz gewesen, ganz ohne Anlaß und ohne Grund. Kein Fest, kein Termin, noch nicht einmal ein Gespräch hatte den vorhergehenden Abend verlängert. Und doch war die Sonne längst untergegangen, als der Weg endlich ins Bett führte, weg von all den Dingen, die den gestrigen Tag sinnlos gefüllt hatten. Wenigstens fünfzigmal waren die Nachrichten gelesen. Selbst umgefallene Reissäcke in China wären nicht so oft gemeldet worden an einem normalen Nachrichtentag. Immerhin waren wenigstens fünfmal die Nachrichtenseiten der einschlägigen Tageszeitungen und Fernsehsender im Internet aktualisiert worden. Aber nach zehn war auch hier nichts mehr passiert. Das war sicher, denn nach zehn bis zum Schlaf lagen mehrere Versuche, noch etwas neues aus der Welt zu erfahren. Passierte denn gar nichts? Gab es denn wirklich nichts, was eine Nachricht wert gewesen wäre? Anscheinend nicht. Also mußte der Tag doch zu Ende gehen. Kalendarisch war es schon heute gewesen, als das Bett den noch nicht müden aber auch nicht mehr wachen Körper aufnahm. Zu kurz also war die Nacht gewesen, zu kurz wegen des Gefühls, etwas verpassen zu können.

Der Wecker mußte seinen Dienst mehrfach wiederholen, bis endlich das Bett sich selbst überlassen werden konnte. Der Schlaf wollte den Kampf ums Fortbestehen nicht einfach aufgeben. Sowenig, wie er ihn vor knapp sechs Stunden hatte annehmen wollen.

Warum geht eigentlich die Sonne schon so früh auf? Wäre es nicht für alle Beteiligten besser, wenn sich die Sonne nach dem Schlaf-Wach-Rhythmus richtete und nicht die Notwendigkeit bestünde, diesen Rhythmus nach Möglichkeit dem Lauf der Sonne anzupassen? Das Problem scheint bei der Sonne als Beteiligter zu liegen, die diese Notwendigkeit nicht erkennen will. Genau genommen liegt das Problem bei der Erde, deren stete Drehung sich nicht auch nur für eine kurze Zeit anhalten läßt, um die Perioden zu synchronisieren. Oder anders betrachtet: das Problem liegt in der Schwierigkeit, den Schlaf-Wach-Rhythmus dem nicht beeinflußbaren Tag-Nacht-Takt anzugleichen.

Die Entscheidung, endlich nicht mehr wach sein zu wollen, sondern dem Schlaf Raum und Zeit zu geben, beruhte wie immer nur auf der Tatsache, daß die Uhr eine Zeit anzeigte, die das als vernünftig erscheinen ließ. Und gleichfalls war es die Uhr, die diese Entscheidung nicht schon viel früher erlaubte. Den Tag schon lange vor Mitternacht als beendet zu betrachten, ist schließlich nicht schicklich.

Noch nicht wach, doch schon geweckt - wenigstens das erste Mal - dachten sich dieserlei Gedanken traumgleich fast wie von selbst; wie beinah jeden Tag. Und immer ohne Konsequenz, die morgen aber jedenfalls zu ziehen wichtig würde - morgen!

Noch leicht sediert, weil Aufstehen nicht zu den Tätigkeiten gehört, die bei vollem Bewußtsein möglich sind, begann also der Tag; der Tag wie jeder andere. Die Kaffeemaschine, ein Modell mit Warmhaltekanne und automatischer Abschaltung nach Ende des Brühvorganges, lud dazu ein, ihre Arbeitszeit mit einem neuerlichen Besuch im Bett wartend zu verbringen, nur um nicht schon jetzt wieder nur zu überlegen, ob das Wetter heute gut genug sei, den Tag im Freien zu verbringen oder gar ihn sinnvoll zu planen und zu füllen. Erneut liegend unter der noch warmen Decke, hatte der Schlaf leichtes Spiel, den noch nicht wachen Körper erneut in seine Arme zu schließen und ihm noch einige Zeit des Ruhens zu schenken. Selbst der Gedanke, der Kaffee würde ob der sich über die Zeit auf der Warmhalteplatte bildenden Röstaromen kein Genuß mehr sein, erübrigte sich bei Verwendung der hier sich findenden Kaffeemaschine. Das durch Extraktion mit heißem Wasser sich bildende Gemisch aus Aromen und Wirkstoffen blieb in der Kanne auch über Stunden angenehm fast heiß. Kein Grund also, des Weckers Erfolg von langer Dauer sein zu lassen. Und zehn Minuten, die das Heißgetränk zur Zubereitung etwa braucht, sind gewinnbringender wohl kaum vergänglich.

Der Sonnenaufgang war für heute längst Geschichte, und so würde sich nicht mehr viel ändern, bis der Tag sich wieder dem Ende zu neigte - der Sonnentag zumindest. Die Erde würde sich an der Sonne vorbeidrehen und damit entstünde wie jeden Tag der Eindruck, die Sonne würde vom Osten über den Süden in den Westen wandern, um dort am Abend wieder unterzugehen, wie jeden Tag. Auf- und Untergang waren noch das sehenswerteste, was die Sonne anzubieten hatte, abgesehen vielleicht von Regenbögen, jenen natürlichen Nachweisen der Tatsachen, daß weißes Licht nicht einfach weiß, sondern die Sammlung aller Farben und daß auch Wasser nicht aus jeder Richtung am Übergang zur Luft für Licht durchdringlich ist. Doch alles das war auch nur tägliche Routine. Wohl nicht überall und nicht zu jeder Zeit zu sehen, doch allenfalls und ganz bestimmt zu jeder Zeit und irgendwo. Somit auch sicher irgendwann auch hier.

Die Qualität der Kanne war mehrfach schon nach dem beschriebenen System getestet. Nicht um des Experimentes willen waren diese Versuche geschehen, sondern grund des meistens schon vor Beginn entschiedenen Kampfes zwischen Schlaf und wach. Der gesündeste Schlaf ist der nach dem Klingeln des Weckers.

Mehrere Durchläufe hätte der Kaffee schon Zeit gehabt zu absolvieren, als endlich - und jetzt ohne Wecker - das Bett für heute wohl final verlassen werden konnte. Wie alt der Tag schon war um diese Zeit? Das ist nur eine Frage der Betrachtung. Die Uhr und der Kalender sagen, es sei schon mehr als ein Drittel seiner Dauer um. Der Schlaf ist sicher, daß für heute er seine Schuldigkeit getan habe und so der Tag schon vorbei sei. Der Körper strahlte aus, daß der Anfang noch bevorstehen müsse, denn noch sei die Nacht nur gezwungenermaßen vorbei. Und die Gedanken wollten erst noch überlegen, was sie sein sollten und konnten sich noch nicht entscheiden, wann Anfang sei und wann sie aktiv werden sollten.

Der erste Schluck schließlich brachte den Tag dann ins Rollen. Angenehm ergoß sich das Getränk aus der Tasse in den Mund, fand den Weg in die Speiseröhre und füllte den Körper mit der zwischenzeitlich, weil nicht mehr unter der Decke liegend, fehlenden Wärme. Jetzt konnte es losgehen an diesem Alltag, der so anders war als alle Tage und doch so gleich.

Nach dem innen gewärmten Körper erwachte langsam aber sicher auch der Geist und mit ihm hörten die Gedanken auf, ihr Eigenleben zu führen, Träume zu sein. Die nun zum zweiten Mal leere Tasse wollte gespült werden, nach nur zwei Tagen intensiver Nutzung. Die Milch war zur Neige gegangen und das Müsli sollte, so ergab der Blick auf