Kober-Combe 1g - Uwe Roth - E-Book

Kober-Combe 1g E-Book

Uwe Roth

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Beschreibung

Die New Hope befindet sich auf dem Weg zu Tork`Ros Heimatplaneten Cetaro. Die Freude ist groß, als der Ilk`Bara aus dem Shuttlefenster sieht, und erkennt, dass ein Großteil des Planeten vom Einschlag des Vagabunden verschont geblieben ist. Diese wird allerdings von einem tragischen Unfall getrübt, der den Erfolg der Expedition schon am Anfang infrage stellt. Dies nicht genug, geraten er, McAllister und Gardener in einen gnadenlosen Kampf zwischen Kreaturen, die in Tork`Ro Erinnerungen an längst vergangene, düstere Zeiten wecken. Fielding gelinkt es, immer mehr Anhänger um sich zu scharen, die er gegen Laborde aufhetzt. Dies alles sind Dinge, die Laborde an sich und an das Überstehen, der anstehenden Kältestunde zweifeln lassen. Er fragt sich, ob die Raumfahrer rechtzeitig zurückkehren, um die Maschinerie zu reparieren.

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EPUB
MOBI

Seitenzahl: 604

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Uwe Roth

Kober-Combe 1g

Geheimnisumwobener Planet der Hoffnung

Band 3

© 2025 Uwe Roth

Covergrafik von: ChatGPT

Verlagslabel: tredition

Druck und Distribution im Auftrag des Autors:

tredition GmbH, Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg, Deutschland

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist

der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine

Zustimmung unzulässig. Die

Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition

GmbH, Abteilung "Impressumservice", Heinz-Beusen-Stieg 5, 22926 Ahrensburg,

Deutschland.

Kontaktadresse nach EU-Produktsicherheitsverordnung:

[email protected]

Inhaltsverzeichnis

Cover

Titelblatt

Urheberrechte

1. Gegenüberstellung

2. Die Rückkehr

3. Rebellion

4. Erschütterung

5. Wahn

6. Die zweite Kältestunde

7. Umwandlung

8. Tara Tork`Ro

9. Epilog

Nachwort

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1. Gegenüberstellung

Clara wandte sich zu Brian, der zwischen ihr und ihren Eltern stand: »Du meinst, deine Mutter ist dort unten?«

»Ja«, erklärte Brian aufgeregt. »Sie kam völlig aufgelöst in mein Zimmer gestürmt und meinte, sie müsse zu Mr. Laborde. Nachdem deine Eltern die Nachricht erhielten, dass wir alle zum Fahrstuhl kommen sollen, und ich Forrester und sie nicht fand, glaube ich, dass sie mit ihm in die Katakomben ist.«

»Aber, wieso sollte sie das?«

»Das kann ich dir auch nicht sagen.«

»Seltsam«, entgegnete Clara nachdenklich, beließ es dabei und wandte sich wieder dem Geschehen, oberhalb des Hanges zu.

Brian schauderte es bei dem Gedanken, dass seine beiden liebsten Menschen sich erneut dort oben aufhielten, womöglich sogar innerhalb des Berges. Seine Erinnerung an die erste Kältestunde und die damit verbundenen grauenvollsten Momente seines Lebens waren so frisch wie an den Tagen danach. Immer noch träumte er von der eisigen Kälte, die um ein Haar ihrer aller Tod bedeutet hätte. Nur der glückliche Umstand, dass die Bäume irgendeine Art von Planeten umspannender Schutzschirm war, rettete ihnen das Leben. Auch wenn er und Clara in den letzten zwei Jahren so einige riskante Erkundungstouren absolvierten, von denen ihre Eltern oftmals nichts ahnten, so würde er sich nie erneut dort hoch trauen.

Trotz, dass der Fahrstuhl und die mit ihm einhergehenden Transportfahrten zur Routine wurden, ging ein Raunen durch die Menge, als das Bedienfeld aufleuchtete. Denn jedem war bewusst, dass diesmal eine ernstere Angelegenheit dahinter steckte. Nicht ohne Grund kommandierte der Hirte sie hierher. Aber um welchen, fiel niemandem ein. Pausenlos schwappten Mutmaßungen durch die Menge, die sogleich von Siedlern, die sie aufschnappten, dementiert wurden. Sogar das Wort Alien fiel, im Zusammenhang mit aufgeweckt. Dies wurde noch rigoroser ad acta gelegt, als andere Theorien.

Nervös wartete Brian darauf, dass sich die Fahrstuhltür endlich öffnete. Langsam sorgte er sich um seine Mutter und Forrester. Wenn sie nicht gleich mit Laborde ausstiegen, würde das bedeuten, dass ihnen etwas Schreckliches zugestoßen war.

»Ich gehe weiter nach vorn!«, wandte er sich, immer unruhiger werdend an Clara.

»Wieso denn Brian? Von hier können wir doch ganz gut gucken.«

Ohne dass er seiner Freundin zuhörte, entfernte er sich von ihr, drängelte sich an Baumann und anderen Siedlern vorbei und positionierte sich an der Spitze der Menge. Widerwillig folgte ihm Clara, die sein Handeln kopfschüttelnd hinnahm.

»Hier ist die Sicht auch nicht besser«, schimpfte sie, reihte sich dennoch neben ihm in die vordere Reihe ein und ignorierte die protestierenden Blicke der hinteren Siedler.

Gleichzeitig, wie Brian wieder hinauf sah, öffnete sich die Tür und gab die Sicht in die Kabine frei. Neben Laborde und dem Unruhestifter Hold erblickte er endlich seine Mutter, die angespannt und ärgerlich wirkte. Für Brian ein ungewohntes Bild, da sie, seitdem sie mit Forrester zusammen war, stets gute Laune versprühte. Jedenfalls in meiner Nähe, überlegte er verwundert. Hinter den Dreien erkannte er Forrester, der ebenso niedergeschlagen dreinschaute. Aber, ehe sich Brian weiter in die Gefühlswelt seiner Mutter und ihres Lebensgefährten vertiefen konnte, bemerkte er eine seltsame Gestalt, die hinter McAllister im Dunkeln der Kabine stand.

»Clara, sieh nur, was ist das?«

Clara und die übrigen Siedler folgten seinem Blick und stierten unentwegt an den Fünfen vorbei, um Einzelheiten zu erkennen, was aber nicht so recht gelang. Verwirrt sahen sie zu, wie Laborde stehen blieb, warteten bis Hold, Forrester und seine Mutter an ihm ins Freie traten und sich seitlich des Fahrstuhls positionierten. Ein kurzer Impuls zwang Brian dazu, sich von seinem Standort zu lösen und umgehend hinauf auf den Hang zu seiner Mutter zu stürmen. Aber als er ihr ernstes, verneinendes Gesicht registrierte, stockte er in der Bewegung und stierte erneut in die dunkle Kabine.

Nachdem Parker, Hold und Forrester aus dem Fahrstuhl ausgetreten waren, wandte sich Laborde an McAllister, der mit Tork`Ro hinter ihm stand: »Warten Sie einen Moment. Ich will die Siedler erst mal darauf vorbereiten!«

»In Ordnung«, entgegnete der Kryptoarchäologe ruhig und positionierte sich demonstrativ vor dem Alien.

Laborde verharrte kurz und ließ seinen Blick über die Menge schweifen. Inzwischen war die Anzahl der Siedler um vier gestiegen. Das freute ihn überaus. Deshalb war es für Laborde wichtig, alles dafür zu tun, um seine Herde zu schützen. Schließlich, als er sich gesammelt hatte, breitete er seine Arme aus, um somit zu demonstrieren, dass er anfangen wolle. Daraufhin legte sich die Unruhe unterhalb des Hanges, versiegte sogar kurz darauf. Gespannt schaute seine Herde zu ihrem Hirten hinauf. Nach ein paar Sekunden der Besinnung nahm er all seinen Mut zusammen und sprach.

»Meine lieben Freunde. Ich habe euch heute hierher gebeten, da ich etwas Wichtiges bekannt geben muss. Wie ihr ja alle wisst, stehen wir kurz davor hier unsere zweite Kältestunde zu erleben. Seitdem wir die Aliens in den Katakomben entdeckt haben, hegten viele von euch die Hoffnung, dass diese Wesen uns bei der Reparatur der Maschinerie behilflich sein könnten. Ich sah aber vorerst von der Erweckung eines dieser Wesen ab. Leider waren drei unserer Siedler anderer Meinung und widersetzten sich meiner Anweisung!« Plötzliche Verwunderung und staunen drang an seine Ohren. Laborde hielt inne, um die Siedler sich beruhigen zu lassen, und sah bedrückt hinunter auf seine Schutzbefohlenen. Sekunden später, nach dem wieder Ruhe eingetreten war, sprach er weiter. »Das Ergebnis sehen Sie hinter mir!« Mehr als zuvor durchflutete ein erstauntes Raunen die Menge. »Meine Freunde, ich bitte um Ruhe!«, forderte Laborde erneut. »Dieses Wesen, das bei McAllister steht, nennt sich Tork`Ro und ist ein Ilk`Bara. Ich bitte euch, wenn es gleich aus den Fahrstuhl tritt, dass ihr es nicht anstarrt und es mit Respekt und Würde begegnet. Es ist, genauso wie wir, Flüchtiger, das von seiner Heimatwelt fliehen musste, da sie einer Katastrophe zum Opfer fiel. Ähnlich wie wir, hat es und sein Volk gehofft, hier auf Kober-Combe 1g siedeln zu können. Aber diesem Vorhaben machte ihnen, genauso, wie uns die Planetenparade einen Strich durch die Rechnung. Im Gegensatz zu uns, mussten sie sich erst etwas ausdenken, um dem Entgegenzuwirken. Eine glückliche Fügung brachte sie auf den Schutzschirm. Das genauer zu erklären, würde jetzt den Rahmen dieser Versammlung sprengen. Jetzt ist nur wichtig, dass Tork`Ro einen Ausweg aus dieser Misere weiß. Also, begrüßt unseren neuen Mitstreiter Tork`Ro! Bitte Tork`Ro, haben Sie keine Angst und treten Sie näher!«

Tork`Ro sah überrascht hinauf zum Himmel, als er gemeinsam mit McAllister aus dem beengten Fahrstuhl trat und sie sich zu Laborde gesellten. Seine Vision hatte sich erfüllt. Erfreut registrierte er das angenehme Klima, das ihn entgegen strahlte. Dichte Wolken zogen über die weite Ebene, blockten souverän den Mittelstern ab und verdunkelten das Land so, dass er ohne Bedenken ins Freie trat. Zwar frischer, aber nicht kalter Wind umspülte seine Beine. Trotz der vermissenden Feuchte seiner Höhlenwelt von Metaro roch es hier angenehm fruchtig. Er glaubte, so etwas wie eine Brise Algen oder Pilzhaine zu riechen.

»Die Regenzeit setzt ein«, erklärte Laborde, als er das staunende Gesicht des Aliens bemerkte. »Wir warten schon lange auf diesen Moment. Denn unsere Felder dursten danach.«

»Ich bin erstaunt, dass sich die Landschaft so gut entwickelt hat.«

»Dies alles muss sehr verwirrend für Sie sein, Tork`Ro?«

»Ja, das stimmt«, entgegnete er aufgeregt. »Als ich in die Kältekapsel stieg, war dies hier«, Tork`Ro zeichnete demonstrativ mit den beiden rechten Armen einen Halbbogen über das Land, »nur von niederen Grasbüscheln bewachsen«, stockte, als er das Kolbenfeld sah, und sprach weiter. »So etwas gab es da gar nicht. Was ist das?«

Labordes Gesicht erhellte sich und antwortete: »Das ist unsere Hoffnung auf die Zukunft. Ich denke, gebe es Ihren Schutzschirm nicht, würden diese äußerst nahrhaften Kolbenpflanzen nicht existieren. Unsere Agraleute sehen in ihnen, das Hauptnahrungsmittel unserer noch kleinen Gemeinde.«

»Das ist Unglaublich!«, antwortete Tork`Ro voller Stolz. Dass sein Werk dermaßen prägend für die Umwelt dieses Planeten sein würde, hätte er nie für möglich gehalten. Wenn er es auch immer hoffte, so kamen ihm doch manchmal Zweifel auf. Er fragte sich, wie die Oberwelt aussehen würde, wäre der Schutzschirm ohne Probleme durchgelaufen. Aber glücklicherweise, gab es für dieses Problem eine Lösung.

Obwohl er angesichts dieser positiven ersten Eindrücke euphorisch aus den Schatten der Felsen trat, die den Fahrstuhleingang säumten, erschrak er doch, beim Anblick der schieren Menge an Menschen, die nun sichtbar wurden. Laborde hatte ihn zwar vorsichtig darauf vorbereitet, ihm deren Anzahl genannt, vermochte aber nicht dies zu verinnerlichen. Noch nie in seinem Leben stand er so vielen Lebewesen gegenüber. Es überwältigte Tork`Ro, mehr noch, es drohte ihn zu erdrücken. Nur weil er sich die Worte Labordes ins Gedächtnis zurückrief, widerstand er dem Drang, zurück in den Fahrstuhl zu traben.

Nachdem er einwilligte, dass man ihn zu seiner Heimatwelt flog, bat Laborde ihn darum, dass er mit ihm und den anderen hierher kam, um sich den Menschen vorzustellen. Das würde nicht nur ein enormer Vertrauensbeweis seinerseits sein, sondern insbesondere den Siedlern Hoffnung geben, wenn sie ihn, den erweckten Fremden sahen. Nachdem der Schutzschirm versagte, durchflutete Angst und Abhandenkommen des Vertrauens die menschlichen Siedlungen, so seine Worte. Da er dies nachvollziehen konnte, begab er sich unbekümmert zum Fahrstuhl. Nun aber schreckte ihn der Anblick. Er wollte nicht behaupten, dass ihm die Menschen Angst einflößten. Dennoch sträubten sich seine Nackenlappen bei dem Gedanken, von Außer-Metaro-Wesen angestarrt zu werden. Dessen ungeachtet verstand er deren Beweggründe. Es beruht ja auf Gegenseitigkeit. Denn, er starrte diese so fremdartigen Kreaturen ebenso an.

McAllister nahm das Übersetzungsgerät und hielt es hoch, so dass Tork`Ro ins Mikrofon sprechen konnte. Er fürchtete, dass er in naher Zukunft nicht auf ihn verzichten könne, da die Lautbildung sowohl bei Tork`Ro, als auch bei den Menschen auf eine völlig verschiedene Art erfolgte. Aber er würde einen der Techniker bitten, ihn so umzubauen, dass ihn der Ilk`Bara tragen konnte. Denn, wenn es jemand benutzen musste, dann er. Egal, mit wem er sprach. Insgeheim übte er zwar, um doch eines Tages wenigstens ein paar Laute artikulieren zu können, was bisher kläglich scheiterte.

»Bitte sagen Sie etwas zu unseren Siedlern!«, forderte Laborde den Ilk`Bara auf.

Tork`Ro stockte, überlegte und richtete seinen Mund zum Gerät: »Mein Name ist Tork`Ro.« Wie erstarrt sahen ihn die Siedler an, als die, in ihrer Sprache erklingenden Worte aus dem Lautsprecher schallten. »Ich bin überwältigt von der Oberwelt. Als ich hier vor unendlich langer Zeit eintraf, gab es nur niedere Vegetation und es war so kalt, dass sich unsere Art nicht aus den Höhlen traute. Aber nun«, er zeigte mit allen vier Armen in die Weite, »erstrahlt diese Welt. Es hätte aber besser sein sollen! Der Schutzschirm, so wurde mir berichtet, hat versagt. Das ist ein schwerer Rückschlag für mich. Um dies zu beheben, begebe ich mich zurück zu meiner Heimatwelt. Dort erhoffe ich mir Abhilfe.«

Wie paralysiert stierten die Siedler zu dem seltsamen Wesen hinauf und saugten jedes Wort auf, das er zu ihnen sprach. Zwar den Kontext nicht allumfassend verstehend, dankten sie ihm, in dem sie sich aufatmend zueinander wanden und freudig gestikulierten. Tork`Ro sah irritiert zu Laborde.

»Es ist alles gut, mein Freund. Sie sind erleichtert.«

Laborde ahnte, dass Tork´Ro überfordert war. Daher trat er vor und sprach weiter zu den Siedlern: »McAllister wird mit unserem neuen Freund nach Kober-Combe 1f fliegen und versuchen dort etwas aufzuspüren, dass den Schutzschirm repariert. Ich kann jetzt nur soviel sagen, dass es sich um eine spezielle Datei handelt, die sich auf dem zerstörten Heimatplaneten Tork`Ros befindet. Weitere Einzelheiten dazu später. Geht jetzt wieder an eure Arbeit und überlasst den Rest McAllister und mir. Ich werde mich sofort mit Clark in Verbindung setzen und erörtern, in wieweit die New Hope für einen derartigen Flug bereit ist.«

Weniger freundlich wandte er sich an Hold und Forrester: »Sie beide sehe ich morgen früh in meinem Büro! Dann werd ich entscheiden, was mit Ihnen geschieht.«

Forrester nickte ihm zu und Fielding rann, ohne zu antworten, den Hang hinab.

Erleichtert und beeindruckt stürmte Brian auf seine Mutter zu, als sie den Hang herunter schritt und auf ihn zusteuerte.

»Mama, da bist du ja.«

»Na, Brian, alles klar?«

»Ja. Hast du mit dem Alien gesprochen?«

»Nein, ich nicht. Ich hab aber daneben gestanden, als Laborde und McAllister mit ihm sprachen«, antwortete sie, wohl wissend, dass ihr Sohn genau so etwas hören wollte.

»Was ist mit Forrester?«, fragte Brian verwundert, als der Freund seiner Mutter an ihnen vorbeiging, ohne ihm eines Blickes zu würdigen und sich vom Hang entfernte. »Wieso kommt er nicht zu uns?«

»Er muss sich erst Mal über einiges klar werden«, antwortete Parker traurig und sah ihm hinterher. »Er hat gemeinsam mit Hold den Alien geweckt.«

»Was, wirklich? Das ist ja cool.«

»So cool ist das gar nicht Brian«, schimpfte sie. »Das Alien hätte auch ganz anders zu uns sein können. Wir können von Glück reden, dass es in einer prekären Situation steckt.«

Ehe Brian es gelang weitere Einzelheiten seiner Mutter zu entlocken, umringten nicht nur Claras Eltern sie, jedem schmachtete es danach, so viel wie möglich zu erfahren. Immer wieder wurde sie mit Fragen überhäuft, die sie aber nicht zu beantworten vermochte. So umlagert, begaben sich Parker, gemeinsam mit ihrem Sohn und den anderen Siedlern zurück in ihre Siedlungen.

Laborde wandte sich an Tork`Ro und sagte: »Ist doch ganz gut gelaufen.«

Tork`Ro sah ihn zweifelnd an. Ihm war nicht recht klar, ob es der Mensch wirklich so meinte, oder ob diese Spezies über die Fähigkeit verfügte in ihrem Wortlaut Sarkasmus einzubetten. Denn, wenn es sich so verhielt, dann glaubte er, diesen herausgehört zu haben. Aber egal, sagte er sich. Wichtig war jetzt, den Quellcode zu bergen, um diese Wesen zu beruhigen. Ob er unter dem Turm von Kilaro noch existierte oder nicht war für ihn in diesem Moment nicht mehr relevant. Er sehnte sich zurück, nach Metaro. Daher freute er sich, im Anbetracht der verzwickten Umstände, auf Wesen getroffen zu sein, die seine Hilfe brauchten.

»Wenn Sie meinen. Und nun? Wie kommen wir nach Metaro?«

»Mit der New Hope«, erwiderte Laborde, sah ihn amüsiert an und sprach weiter. »Aber erst mal fahren wir damit«, er zeigte auf seinen Jeep, »zu Siedlung eins.«

Tork`Ro war sofort bewusst, um was es sich bei dem Gerät handelte, dass abseits des Hanges stand. Auch seine Spezies nutzte einst Fahrzeuge, die sich mittels drehender, runter Antriebsscheiben fortbewegten. Das lag aber weit in ihrer Vergangenheit. Seitdem es die Magnetflitzer gab, brauchte man derartige rückständige Transportgerätschaften nicht mehr. Jedoch in Anbetracht des unwirtlichen, unausgebauten Geländes, das er vor sich sah, gestand er sich ein, dass dies die bessere Wahl war.

Mit einem kräftigen Schwung sprang Tork`Ro auf die Ladefläche, hockte sich nieder und beobachtete Laborde, wie er sich auf ein, für seinen biegsamen Körper angepasstes Hockutensiel niederließ, seine Beine unters Armaturenbrett streckte und mit beiden Händen das Steuer packte.

»Fest halten, Tork`Ro!«, sagte Laborde, während er sich umdrehte, um die Standfestigkeit des Ilk`Bara zu überprüfen. Nicht auszudenken, wenn er während der Fahrt verloren ginge. Aber, wie er feststellte, erübrigte sich seine Sorge diesbezüglich. Mit allen vier Händen krallte er sich an der Wandung fest, sah sich um und sog jede Einzelheit der an ihm vorbeiziehenden Landschaft in sich auf.

Obwohl der Ilk`Bara ihm gerade Mal bis zum Hals reichte, beanspruchte er dennoch mehr Platz. Auf Grund seiner vertikalen Gestalt und den seitlich des Körpers befindlichen Beinpaaren schob er ständig Labordes Einrichtungsgegenstände, wie Tische und Stühle beiseite, so, dass er sie kurzerhand an die Wände stellte, und so genügend Platz für Tork`Ro schuf.

»Ich denke, so ist eine angenehmere Unterhaltung möglich.«

Tork`Ro fühlte sich in diesem beengten Raum unwohl, deplatziert und unbeholfen. Die Gegenstände, die er pausenlos anrempelte, malträtierten nicht nur seine Beine, sondern insbesondere seine Würde. Das der Mensch dies bemerkte und zu seinem Wohle den Zustand abstellte, verdiente seinen Respekt.

»Danke für Ihre Zuvorkommnis. Es ist schwierig für mich, in solchen engen Räumen zu agieren.«

»Schon gut. Ich hätte dies im Vorfeld bedenken müssen. Darf ich Ihnen den Kapitän der New Hope, Clark vorstellen. Er wird Sie zu Ihren Heimatplaneten fliegen.«

Tork`Ro wandte sich zu dem Menschen, der etwas kleiner, dafür aber breiter als Laborde war und betrachtete ihn ausgiebig. Er suchte in ihm Gleichnisse zu Delb`Bar, um sicherzugehen, dass er ebenso fähig war ein Raumschiff durchs dunkle All zu steuern, um ihn sicher an sein Ziel zu bringen. Leider vermochte er nicht, die Wesenszüge dieser Wesen zu deuten. Daher zuckte er nur kurz mit seinen Lippenganglien, um dies zu akzeptieren. Nachdem der Mensch auf seine eindeutige Geste nicht reagierte, wandte er sich wieder Laborde zu und hörte weiter konzentriert auf die Worte, die aus dem Übersetzer schallten.

»Wenn Dylan und Gallagher richtig liegen, und ich denke nicht, dass ihre Berechnungen fehlerhaft sind, dann erleben wir in zwei Wochen unsere zweite Kältestunde«, erklärte Laborde an Clark gewandt. »Was meinen Sie. Wie lange wird der Flug hin und zurück dauern? Ist es möglich vor Beginn wieder hier zu sein?«

Clark überlegte: »Es wird sehr knapp. Die reine Flugdauer berechne ich mit etwa fünf Tagen. Dann bleiben uns noch neun Tage für den Flug zu dem Eingang, von dem Sie mir erzählt haben, die Beschaffung des Codes und dem Rückflug zur New Hope. Ob wir damit auskommen werden, hängt von der Beschaffenheit des Restplaneten ab. Den entscheidenden Zeitfaktor bildet hier die Erreichbarkeit des Ortes an dem sich der Code befindet. Dazu kann nur unser neuer Freund etwas sagen!« Für Clark stellte der Flug eine willkommene Abwechslung zum Siedlerleben dar, dennoch bereiteten ihm die unkalkulierbaren Faktoren Kopfzerbrechen, die er gerne beseitigt gesehen hätte. »Können Sie«, er wandte sich zu dem Alien und sprach unbeholfen übermäßig deutlich in den Übersetzer, »dazu Angaben machen?«

Tork`Ro brodelte innerlich. Wie sollte er derartiges wissen. Er war gerade aus seiner Eisesstarre erwacht und erfuhr, dass seine Heimatwelt doch nicht gänzlich von dem Vagabunden vernichtet worden war. Ihm wurden lediglich ein paar unscharfe Fotos gezeigt, auf denen zu sehen war, dass ein Teil Metaros unversehrt war. Und da verlangten diese fremden Wesen, von deren Existenz er ebenso erst erfahren hatte, dass er Angaben zu Ort und Zustand machte, die er unmöglich liefern konnte.

»Ich tappe da ebenso im dunkeln wie Sie. Auf den Fotos ist nicht zu erkennen, welcher Teil meiner Welt verschont wurde und ob dieser überhaupt betretbar ist. Die Erschütterungen werden nach meiner Abreise von Metaro, während des Einschlags des Vagabunden um weiten höher gewesen sein, als ich sie mit meinen eigenen Augen sehen musste. Ob da der Zugangstunnel noch existiert bezweifle ich.«

Noch vor Stunden, als McAllister ihm die Fotos von Kober-Combe 1f zeigte, klang das Alien optimistischer, überlegte Laborde enttäuscht. Seine Hoffnung, die er in ihm setzte, brach wie ein Kartenhaus zusammen. Von der Last der Verantwortung erschöpft, grübelte er schon die ganze Zeit, welche weiteren Möglichkeiten es gab, seine Siedler vor der nächsten Kältestunde in Sicherheit zu wiegen. Die Verzweiflung, die ihn zu erdrücken drohte, förderte lediglich die Option hervor, die Clark schon im Vorfeld ad acta gelegt hatte. »Was ist mit den Shuttles? Können wir nicht mit ihnen zurück ins All fliegen und dort Schutz suchen?«

Clarks zerknirschtes Gesicht tadelte Laborde für seine unnütze Frage.

»Wie ich schon sagte, die Energiereserven sind so gut wie aufgebraucht. Nicht nur das. Viele der Shuttles sind nicht mehr flugtauglich, da viele der wichtigen Teile unweigerlich den Geist aufgegeben haben. Wir können von Glück reden, dass wenigstens das eine noch funktioniert. Auf der New Hope befindet sich zwar ein weiteres, dies ist aber nur bedingt einsatzbereit. Da wir sie nicht reparieren oder ersetzen können, gibt es keine Chance für die Shuttles in den Orbit zu gelangen. Sie werden hier auf dem Planeten, so wie vor zwei Jahren ausreichend Schutz bieten. Zu mehr sind sie aber nicht zu gebrauchen. Der Quellcode ist unsere beste und einzige Chance nicht nur diese Katastrophe zu überstehen, sondern auch die folgenden.«, antwortete er resigniert.

»Gut«, wandte sich Laborde an Tork`Ro, Clark und McAllister gleichzeitig. Trotz der schlechten Aussichten erwog er den Flug ins Ungewisse und akzeptierte, dass sie unter Umständen umsonst Ressourcen verschwendeten. »Dann gebe ich das OK für diese Expedition. Sind Sie damit einverstanden, Tork`Ro?«

»Tork`Ro?«, fragte Laborde abermals, nachdem eine Antwort ausblieb und er merkte, wie der Ilk`Bara schwächelte, seine Lippenganglien sich grau verfärbten und er zunehmend apathisch wurde.

Mit schrecklichen Kopfschmerzen sah sich Tork`Ro verwirrt um. Nur flüchtig registrierte er die fragenden Blicke Labordes, des Raumschiffkapitäns und des Sprachenexperten, der bisher still die Unterhaltung mitverfolgte. Irgendetwas stimmte mit ihm nicht. Sein Hals und seine Lippenganglien fühlten sich zudem straff und trocken an. Sein Kreislauf drohte zu versagen. Erschöpft hockte er sich nieder, verschränkte seine Beine unter seinem Körper und senkte den Kopf.

»Das Klima«, presste er mit letzter Kraft hervor, mit dem Wissen, dass der Übersetzer dies nicht registrieren würde. Aber zu seiner Erleichterung schallte sein Flehen aus dem Lautsprecher des Geräts. Kurz vor der drohenden Bewusstlosigkeit erkannte er seinen verhängnisvollen Fehler, den er beging, als er die Heimstätte der Menschen betrat: Von den örtlichen Begebenheiten abgelenkt, merkte er zu spät den zu niedrigen Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Es schien diese gar nicht zu geben, so trocken fühlte sie sich an. Schon im Halbdilirium fragte er sich verwundert, wie die Menschen damit zurechtkamen, ohne daran zu denken, dass ihm dieser Umstand gefährlich werden würde. Unmittelbar darauf, als seine Sinne vollends schwanden, begriff er, wie fatal dies für seinen Organismus war. Schon während sich seine Feuchtigkeitshärchen ausgelaugt in die Zwischenräume seiner Rückenpanzer zurückzogen, spürte er, wie die unausweichliche Ohnmacht ihn auf den Boden zwang.

»Was ist mit ihm?«, rief Laborde verzweifelt. Nicht auszudenken, wenn das Wesen jetzt starb. Damit würde jede Hoffnung auf Rettung ebenso sterben.

McAllister griff umgehend zum Intercom, wählte die Nummer Gardeners und wartete angespannt, dass die Gegenseite sich meldete.

»Gardener hier.«

»Kommen Sie sofort in Labordes Büro. Das Alien, es ist zusammengebrochen.«

»Ich bin unterwegs.«

Erschreckt betrachteten sie den zusammengekauerten Tork`Ro, nachdem Gardeners Stimme abrupt abbrach, unfähig wenigstens die ersten, banalen Handgriffe der Ersten Hilfe leisten zu können.

»Was hat er gemeint mit Klima?«, fragte Laborde in die bedrückende Stille, die nur ein leises, kratziges Röcheln brach.

McAllister beugte sich über ihn, strich ihm mit der Hand über seinen Rücken, rief sich das Wort in Erinnerung, das aus dem Übersetzer schallte und glaubte, das Problem zu erkennen: »Er braucht Wasser. Es ist hier zu trocken für ihn.«

Im gleichen Moment, wie Laborde aufsprang, um zum Schrank zu hasten, schlug die Tür auf. Erleichtert registrierte er Gardener, die zu dem Bewusstlosen eilte, ihre Tasche öffnete und ihr ein Stethoskop entnahm. Zögerlich suchte sie nach einer geeigneten Stelle, an der sie es ansetzen konnte. Der Unterkörper, wo sie bei diesem Wesen die beste Stelle zum Herzabhorchen vermutete, war wegen seiner Lage unerreichbar. Daher presste sie es an einer der Armbeugen und horchte.

»Wird das denn funktionieren?«

»Keine Sorge, auch dieses Wesen hat ein Herz, dass Schallwellen aussendet«, entgegnete Gardener sauer. »Um diese zu hören, brauche ich aber Ruhe!« Nur wie sie diese interpretieren sollte, war ihr ein Rätsel. Bisher verlangte von ihr noch niemand, ein lebendiges Alien zu untersuchen. Bis auf die eingefrorenen in der Kältehöhle, deren Puls sowieso genauso erstarrt war wie ihre unheimlichen Körper.

»Ich höre etwas. Der Puls ist flach, kaum wahrnehmbar. Aber es hat einen«, sagte sie erleichtert, nachdem sie an einem der Arme, endlich das charakterliche Pulsieren des Blutes spürte.

Laborde kam mit der Karaffe Wasser und blieb unschlüssig vor dem Alien stehen: »Wie wollen wir…«, fragte er unsicher, sah Gardener ratlos an und reichte ihr das Gefäß. Noch während sie es zum Mund des Wesens führte, griff McAllister ihren Arm und sagte: »Nicht den Mund.«

»Was, wieso nicht?«

»Geben Sie her«, sagte er sanft, ergriff die Karaffe, schwenkte seinen Arm Richtung der Rückenhärchen und goss das Nass langsam über die vielen Kerben zwischen seinen Rückenplatten.

»Haben Sie ihn nicht zugehört«, erklärte McAllister sein Vorgehen, während sich das Wasser auf seinem Rücken verteilte, in die Kerben floss und dort von den Härchen aufgesogen wurde, »als er uns davon erzählte, wie erfrischend es war, als die Gischt des Wasserfalls, den er mit seinem Magnetflitzer durchquerte seine Rückenhärchen benetzte?«

»Ja, stimmt«, entgegnete Gardener aufatmend. »Darüber nimmt er Feuchtigkeit auf.«

»So ist es«, schallte es unvermittelt aus dem Übersetzer, wobei Tork`Ros wahrhafte Stimme neben der künstlichen fast unterging.

»Tork`Ro, endlich. Ich dachte schon, wir verlieren Sie.«

»Nein, so schnell stirbt ein Ilk`Bara nicht.«

»Das sah aber anders aus.«

»Ich hab die Oberwelt unterschätzt. Dazu mein erst kürzliches Auftauen. Das hat zu sehr an meinem Körper gezerrt. Jetzt, dank Ihrer Weisheit McAllister geht es mir wieder gut. Ich sollte aber nicht zu lange dieser«, er sah sich verächtlich um, »trockenen Blase ausgesetzt werden!«

»Oh«, warf Gardener ein, »da brauchen Sie nicht weit zu gehen. Es hat gerade angefangen zu regnen. Wenn Sie sich nach Draußen begeben, wird es sein, als ob Sie durch eine Ihrer Gischtwolken fahren.«

»Endlich«, entgegnete Laborde erfreut, dämpfte seine Stimme, da ihm bewusst wurde, dass diese Regenperiode die letzte vor der Kältestunde sein wird. Sollte der Schutzschirm wirklich löchrig werden, die New Hope erfolglos heimkehren, würde das nächste Nass, das vom Himmel fällt, unbarmherziger Schneesturm sein, mit Temperaturen jenseits der minus sechzig Grad. »Darauf warten wir schon lange. Kommen Sie Tork`Ro und genießen Sie die frische, feuchte Luft Ihrer neuen Heimat!«

Noch etwas wacklig auf seinen sechs Beinen erhob sich Tork`Ro und folgte den Menschen. Draußen angelangt, streckte er genüsslich seinen Rücken gen Himmel und ließ die zwar wenigen, aber großen Wassertropfen auf seine Panzersegmente prasseln. Angetan von diesem ungewohnten, praktisch nicht entfliehbaren Nass, das, so weit er sehen konnte, überall gleichzeitig vom Wolken behangenen Himmel herabsauste, erkannte er noch mehr, wie, trotz der Störung der Schutzschirm das Klima diesen Planeten ins Positive umgewandelt hatte.

»Es fängt immer so mickrig an. Morgen waten wir schon durch Matsch. Und dann erblüht hier alles. So etwas haben Sie noch nicht gesehen.«

»Das ist unvorstellbar«, erwiderte er staunend. »Die Feuchtigkeit ist allgegenwärtig. Als ich mich in die Gefrierkapsel begab, existierte hier nur spärliche Vegetation und die Kälte war kaum zu ertragen.«

»Das hat alles ihre Maschinerie bewirkt. Ohne sie, hätten wir, nach unserer Landung nicht lange durchgehalten.«

»Um so wichtiger ist es, dass es so bleibt«, erklärte Tork`Ro. »Wann fliegen wir ab?« Ihm dürstete es danach, endlich Metaro wiederzusehen.

»Fabricius, unser Pilot«, antwortete Clark, »wird hier jeden Augenblick landen. Er bringt uns dann zur New Hope.«

Gardener starrte nervös erst in den Himmel, dann Tork`Ro an und schließlich Laborde. Ihr quälte der Gedanke, dass der Crew etwas während der Expedition zustoßen könnte, und dann wäre kein Arzt zugegen. Sie haderte mit sich, Laborde vorzuschlagen, dass sie mit auf die Reise gehen sollte. Denn sie fürchtete sich vor einen erneuten Raumflug und den Gefahren auf diesem fremden Planeten. Immer nervöser werdend, pendelte ihr Verstand zwischen Angst, die ihr riet: halt die Klappe, du willst dich doch nicht wirklich diesen Gefahren aussetzen und ihrer Pflicht und ihrem Herz als Ärztin: Frag ihn, nein fordere von ihm, dass du mit musst!

»Gardener, ist irgendwas mit Ihnen?«, fragte Laborde, der sah, wie sie unruhig auf der Stelle trippelte.

Mit eisernen Willen verbannte sie ihre ängstliche Stimme in den Tiefen ihres Verstandes und sagte: »Ich muss mit!«

»Was, wie meinen Sie das?«

»Ohne Ärztin zu starten, wäre ein großer Fehler.«

Laborde überlegte, während aus dem Regen die Silhouette des Shuttles auftauchte. Jetzt so kurzfristig eine derartige Entscheidung zu treffen, behagte ihm gar nicht. Er sah aber ein, dass Gardener recht hatte. Mehr noch. Er hätte da gleich dran denken sollen.

»Also gut. Soviel wie ich weiß, haben Sie ja Schubert und Collins recht gut angelernt.«

»So ist es. Ihre Patienten sind bei ihnen in guten Händen.«

»Ich halte das für keine gute Idee«, widersprach McAllister. Nicht, dass sie recht hätte. Sie brauchten sehr wohl einen Arzt, aber wieso ausgerechnet Gardener, fragte er sich.

»Wieso nicht?«, wandte sich Gardener wütend an den Kryptoarchäologen.

McAllister widerstrebte es, den wahren Grund zu nennen. Der war zu peinlich und unangebracht.

»Wie schon gesagt, es könnte gefährlich werden.«

»Was, und da sollte eine Frau zuhause bleiben, oder wie?«, empörte sie sich.

»Nein«, wand sich McAllister heraus, »Ich halte Sie für eine tapfere, kluge Frau, aber auf eine so gefährliche Reise. Da könnte Ihnen etwas zustoßen.«

»Ihnen, oder unseren neuen Freund ebenso«, ließ sie McAllister zappeln. Ihr war völlig bewusst, wieso er etwas dagegen hatte. Sie hatte schon längst bemerkt, was er für sie empfand, und das amüsierte sie nicht nur, es schmeichelte ihr. Vielleicht fühlte sie ebenso. Darüber war sie sich aber noch nicht im klaren. Eine gute Gelegenheit, dies herauszufinden, fiel ihr plötzlich ein.

»Wenn Sie keinen driftigeren Grund vorbringen können«, entgegnete Laborde sachlich, »dann sehe ich keinen Grund, wieso Gardener sie nicht begleiten soll. So wiege ich Sie mehr in Sicherheit, als ohne ärztliche Unterstützung.«

Der Regenschauer zog über die Dächer von Siedlung eins hinweg, hinterließ den herrlichen Duft von gebundenen Staub, vermischt mit aufsprießenden, lila Grasbüscheln, die im Laufe der zwei Jahre die Bungalows umzäunt hatten. Das Shuttle setzte zur Landung an, riss die dünne durchtränkte Staubschicht auf und wirbelte den darunter befindlichen trockenen Staub herum, der die feuchte Frische verdrängte. Die Luke öffnete sich und lud die vier ein, an Bord zu gehen.

»Also, dann wünsche ich Ihnen einen guten Flug! Und kommen Sie alle gesund zurück!«

Erleichtert, dennoch besorgt sah Laborde dem Shuttle hinterher, wandte sich hoffnungsvoll von ihm ab, nachdem es hinter den Bergen verschwunden war, und ging zurück in sein Büro. Er hoffte, dass sie rechtzeitig und vor allem gesund von Kober-Combe 1f zurückkehrten. Wenn Tork`Ro wirklich den Quellcode fand und ihn mitbrachte, könnte er beruhigter in die Zukunft schauen. Mit der reparierten Maschinerie wären aber noch nicht alle Probleme aus der Welt geschafft. Ein neues, ein vielleicht schwerwiegenderes wartete auf ihn. Was ist, wenn Tork`Ro verlangt, dass seine Artgenossen ebenfalls geweckt werden sollten. Sie, so wie er es verstanden hatte, würden sie einen neuen Tara wählen, der über die Belange der Ilk`Bara entschied. Waren sie dann nicht mehr sicher auf diesem Planeten? Würden sie ihnen diesen streitig machen? Bis jetzt verhielt sich der Ilk`Bara solidarisch. Kein Reden von Vertreibung. Aber, er war ja auch nicht der Tara.

Es klopfte an der Tür. Wie passend, dachte Laborde. Die Ursache für sein Problem stand vor ihr.

»Kommen Sie rein Forrester!«

Die Tür öffnete sich und Forrester trat ein.

»Setzen Sie sich«, wies Laborde an, stockte kurz, griff zu Tisch und Stühlen und sagte weiter. »Warten Sie die Stühle. Ich hatte alles wegen Tork`Ro beiseiteschieben müssen. Er nimmt eben viel Raum ein.« Ehrfürchtig betrachtete Laborde den freigeräumten Mittelteil des Raumes, stellte sein Mobiliar wieder an Ort und Stelle und wunderte sich darüber, wie schnell sich der Verstand eines Menschen auf die unvorstellbarste Situation einstellt und diese souverän und ohne dies zu hinterfragen meistert. Immerhin beherbergte er noch vor wenigen Minuten ein Alien, dann noch ein derart bizarres, in seinem Büro, mit dem er interagierte, als sei es sein alltägliches Geschäft. Unfassbar!

»Danke, Mr. Laborde«, erwiderte Forrester. »Es tut mir sehr leid, was ich getan habe.«

»Wie sind Sie nur auf diese Idee gekommen?«, wandte sich Laborde vom Mobiliar ab, setzte sich hinter seinen Schreibtisch und betrachtete Forrester grübelnd. »Und dann noch mit Hold. Haben Sie denn die Folgen nicht bedacht. Wie zum Beispiel, was Sie mit ihm anstellen, wenn er erst mal wach ist?«

»Ich wollte ihn gar nicht wecken. Ich wollte ihn mir nur ansehen. Ich muss irgendwo gegen gekommen sein, was die Kammer aktiviert hat.«

»Ach«, erwiderte Laborde wütend. »Erzählen Sie mir doch nichts. Sie haben doch von Anfang an meine Anweisung in der Hinsicht nicht akzeptiert.«

»Ich sage es doch«, verteidigte sich Forrester abermals. »Ich wollte ihn nicht wecken. Ich wollte mich nur davon überzeugen, ob er wirklich so gefährlich ist. Ich hab zu Hold sogar gesagt, dass wir zurück gehen können. Nur da hatte er die Tür schon geöffnet.«

»Seien Sie froh, dass Sie für die Bewässerungsanlagen unentbehrlich sind. Dann hätte ich Sie, wie ich es mit Hold tun werde, mit einer Strafarbeit auferlegt«, entgegnete Laborde wütend, verstummte kurz, überlegte und sprach, wie zu sich selbst weiter, »Hold. Immer wieder Hold. Ich verstehe das nicht. Wieso agiert er immer gegen meine Anweisungen. Das ergibt keinen Sinn. Naja egal. Ich will Sie nicht mehr dort unten sehen! Haben Sie mich verstanden?«

»Ja, in Ordnung.«

2. Die Rückkehr

Derweil Tork`Ro aufgeregt aus dem wabenartigen Frontfenster des gewaltigen Raumschiffs die weit entfernten Sterne bestaunte, grübelte er über diese technische Errungenschaft der Menschen. Schon, als er gemeinsam mit McAllister, Gardener, Kapitän Clark und dem Piloten Fabricius mit dem Shuttle sich der New Hope näherte, starrte er es beeindruckt an. Dessen Ausdehnung schätzte er auf etwa zehn bis fünfzehn Längen ihres Raumschiffs, mit dem er vor tausend Zyklen zu Cetaro gebracht wurde. Das sprach für die Überlegenheit der Menschen gegenüber den Ilk`Bara. Ob dieser Vorsprung der Technik überall so präsent war, würde er noch herausfinden. Aber vorerst jagte es ihm einen gehörigen Respekt ein.

Nur mit der Geschwindigkeit haderte es. Da konnte es mit den beiden kleinen Raumschiffen seines Volkes nicht mithalten, was ihn doch wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken ließ. Der Flug zu Metaro dauerte daher länger, als er annahm. Kapitän Clark und sein Steuermann brachten sie souverän bis an den Rand des Trümmerfeldes. Je weiter sie sich ihm näherten, desto detailgetreuer kristallisierte sich der unversehrte, größere Teil des Planetenrestes aus dem Trümmerband heraus. Schon etliche Stunden vorher lugte zwischen den Asteroiden der rote Schein des Flareinduktors hindurch. Gebannt verfolgte er jede Kursänderung, die sie an riesige Brocken, aber auch an unzählige winziger Bruchstücke des einstigen Planeten vorbeiführten und sie immer weiter in seine Nähe beförderte. Einmal glaubte Tork`Ro, sogar einen Asteroiden zu sehen, der Ähnlichkeit mit einem Stützfelsen hatte. Traurig verfolgte er, wie dieses, in der Mitte dünnere und an den Enden ausschweifende Trümmerteil an ihnen vorbeiglitt.

»Gut«, sagte Clark, »das reicht. Ab hier wird es zu schwierig für die New Hope, durch dieses Trümmerfeld zu navigieren. Fabricius, von hier aus fliegen Sie mit dem Shuttle. Ich werde hier auf Sie warten. Also dann. Ich wünsche Ihnen einen guten Flug und vor allem kommen Sie alle Gesund wieder zurück!«

»Okay«, erwiderte Fabricius, »Bitte folgen Sie mir!«

Mit Wehmut trabte Tork`Ro hinter den Menschen her. Was ihm schon auf Cetera missfiel, waren die engen, und vor allem die zu schmalen Schleusen, durch die er nur hindurch kam, indem er sich unnatürlich verbog. Ebenso nervte, dass fehlen jeglicher Hockgelegenheit. Auf Grund seines anatomischen Körperbaus, der entgegen der der Menschen zu keines ihrer seltsam gebogenen Niederlassungsutensilien passte, blieb er während des gesamten Fluges stehen und sah diese, in denen die Menschen passgenau verweilten, neidig an.

»Geht es Tork`Ro!«, fragte Gardener, als sie bemerkte, wie er sich von Schleuse zu Schleuse quälte.

»Es muss«, entgegnete Tork`Ro genervt. »Ihre Konstrukteure konnten ja nicht ahnen, dass Sie ein fremdes Wesen beherbergen werden, für das die Schleusen zu eng dimensioniert sind.«

»Das ist wohl wahr. Da sind wir mit Ihren Toren und Türen klar im Vorteil«, versuchte Gardener die Situation etwas aufzuheitern.

Dort, wo Fabricius es vor einigen Stunden neben dem, nur bedingt einsatzbereiten Ersatzshuttles verankert hatte, stand der letzte funktionierende Anker zwischen der New Hope und ihrer neuen Heimat. Den Hinflug zum Raumschiff übernahm Clark, was ihn etwas eifersüchtig dreinschauen ließ. Aber nun würde er, nach langer Flugabstinenz seinen Navigationsdrang ungehindert austoben. Seitdem er das schwere Baggergerät zur Gluthölle gebracht hatte, um dort in den Sandkuhlen nach Hinweisen eines nicht natürlichen Artefaktes zu suchen, verbot Laborde die Nutzung. Wie recht er hatte, stellte Fabricius fest. Wäre auch dieses Shuttle durch unnötige, verschwenderische Einsätze dem unausweichlichen Verschleiß unterlegen, dem jedes bisher zum Opfer fiel, säßen sie auf Kober-Combe 1g fest. Nur Labordes Voraussicht wegen steuerte er das Fluggerät euphorisch aus der New Hope hinaus ins freie Weltall.

»McAllister«, wandte er sich spontan an den Kryptoarchäologen, »ich hab gehört, dass doch etwas unter den fünf Sandkuhlen verborgen lag?« Endlich war es legitim, da durch die Entdeckung der Maschinerie und der Aliens sein Fund bestätigt wurde, mit seiner damaligen Vermutung zu prahlen. Keiner starrte ihn mehr an, als sei er ein dummer, naiver Idiot. Vehement verteidigte er seine These, dass solch eine Fünferanordnung nur künstlichen Ursprungs sein könne. Egal, wie oft er dies wiederholte, niemand glaubte ihm. Nicht mal die Astronomen Dylan und Gallagher, von denen er annahm, dass sie einem neuen, für sie unbekannten Theorem nicht abwegig gegenüber standen. Sogar, als Laborde befahl, dass man dem nachgehen müsse, ahnte er, dass der Hirte das nur anordnete, um seinem Leitsatz – es wird niemand benachteiligt - treu zu bleiben. Fabricius wusste genau, dass er ihn ebenso wenig ernst nahm. Dass dann doch nichts gefunden wurde, enttäuschte ihn maßlos. Aber nun stand einer, der maßgeblich dafür verantwortlich war hinter ihm.

»Ich hab Ihnen ja schon geglaubt«, redete sich McAllister heraus. »Aber wie tief sollten wir denn buddeln?« Dass letztendlich Fabricius derjenige war, der den ersten Hinweis auf eine fremde Zivilisation fand, amüsierte ihn schon. Wenn er auch damals nicht ans Tageslicht befördert wurde. All sein Bemühen, herauszufinden, ob diese Welt eine frühere Zivilisation beherbergte, wurde doch stets mit nein beantwortet. Er konnte doch nichts dafür, dass die Ilk`Bara ihre Spuren ihres Hierseins so gut beseitigt hatten. Und wäre die Spiegelanlage der Ilk`Bara nicht unter Tonnen von Sand unerreichbar zugeweht worden, würde er die letzten zwei Jahre nicht mit dieser Schmach herumlaufen müssen. Sie hätten dazu womöglich eher die Maschinerie gefunden. So aber drängte die Zeit.

»Schon gut«, antwortete Fabricius beschwichtigend. Obwohl ihm das damals mächtig zusetzte, war er Manns genug, nicht nur McAllisters unterschwelligen Spott von damals zu verzeihen, sondern auch den der anderen. Fabricius wandte sich schüchtern an den Außerirdischen, der hinter ihm sicher auf allen sechs Beinen stand und sich mit zweien seiner vier Hände an ihren Sitzen festhielt. Ihm schauderte es, in sein seltsames, fremdartiges Gesicht zu schauen. Als er dieses Wesen am Fahrstuhl zum ersten Mal sah, jagte ihm das eine gehörige Portion Angst ein. Aber, um erneut mit seiner Voraussicht anzugeben, überwand er seine Scheu und fragte: »Und«, stotterte er, »das sind tatsächlich Solarkollektoren?«

Tork`Ro hatte das Gespräch der Menschen gar nicht verfolgt. Sein Übersetzer, den er am rechten Oberarm trug, plärrte zwar etwas in seiner Sprache, das aber nicht in seinen Verstand vordrang. Unentwegt schaute er nach draußen und betrachtete die vorbeifliegenden Trümmer, die einst Bestandteile seiner Heimat waren. Immer wieder glaubte er, Einzelheiten zu erkennen. Da Fabricius das Shuttle gewandt und schnell durch sie hindurch navigierte, blieb, nicht die Zeit seine Beobachtung zu verifizieren. Teilnahmslos zogen die Schallwellen des für ihn modifizierten Übersetzers an seinen Hörorganen vorbei.

»Seien Sie nicht böse, Fabricius«, entgegnete Gardener leise, die sah, wie enttäuscht er war, als Tork`Ro nicht antwortete. »Er hat Ihre Frage nicht mitbekommen. Ich denke, er schwelgt gerade in Erinnerungen.«

Ohne auf das Gesagte einzugehen, wandte sich Fabricius wieder dem Weltall vor sich zu und konzentrierte sich aufs Navigieren. Gleich hatte er es geschafft. Das ewige Spiel zwischen Fliehkraft und Gravitation hatte die Trümmerteile im Laufe der Jahrtausende zu einem ringförmigen Kranz um den großen Rest des Planeten gezwungen. Mit gekonnten Joystickbewegungen steuerte er das Shuttle durch die untere Grenze und tauchte in den freien Raum zwischen Asteroidengürtel und Planetenrest ein. Was nun sichtbar wurde, verschlug nicht nur ihm die Sprache. Selbst die besten Teleskopaufnahmen von der New Hope aus, zeigten nicht diese Gewaltigkeit, die der Rest des Planeten noch darstellte. Er hatte durch den Aufprall des Vagabunden gelitten, aber nicht so, wie es diese Aufnahmen, und vor allem Tork`Ros Bericht erahnen ließen.

Tork`Ros Gemüt erhellte sich zwar, bei dem Anblick, dennoch riss die gigantische Narbe, die er in der Kruste seiner Heimatwelt sah eine ebensolche in sein Herz. Die vergangenen Zyklen hatte sie teils abgerundet, sie weniger scharfkantig werden lassen. Entlang einer unvorstellbaren Strecke, die sich von einem Pol des Planeten bis hin zum gegenüberliegenden erstreckte, musste der Vagabund über Metaro hinweggeschossen sein, Teile seiner äußeren Hülle abgeschabt und auf der Oberfläche verteilt haben. Unmengen von schwarz glänzendem Rückständen säumten über Kilometer hinweg dessen Ränder. Als sein fester Kern frei lag, schnitt er eine bodenlose Furche in die Oberwelt, die bis weit in den unteren Mantel des Planeten reichte und sicherlich einige der Höhlenwelten vernichtete. Tief am Grund sah er rotglühende Lavaströme, die ihn brodelnd wie ein Fluss bedeckten. Dieser Spalt endete abrupt oberhalb des tiefgefrorenen Pols. Die Wucht des Einschlages musste so gewaltig gewesen sein, dass der eintauchende Himmelskörper die obere Polkappe regelrecht heraussprengt und sie so ins Weltall geschleudert hatte, dass dessen Trümmerteile sich zu dem Asteoridengürtel formierten.

»Kon`Rie lag falsch«, stellte Tork`Ro erstaunt fest.

»Was meinen Sie«, fragte McAllister.

»Dieses Zerstreuungsfeld dort unten sieht ungewöhnlich aus. Ein Gesteinsplanet, den mein Astronomenfreund stets vorhersagte, wäre nicht so zerstreut«, antwortete Tork`Ro verhalten. »Ich kenne mich zwar nicht mit der Zusammensetzung von fremden Planeten aus, aber dennoch kenne ich mich mit Stoffen aus. Dies zeigt mir, dass der Vagabund nicht unbedingt ein fester Körper war. Auf jeden Fall nicht komplett, wie er es angenommen hatte. Dass er vielmehr aus einem losen, porösen Material bestand.«

»Oder er hat Ihren Planeten nur gestreift, hat dabei einen Teil seines Mantels hier verstreut, ist dabei auseinandergebrochen und hat sich als Asteroidengürtel im Weltall verteilt.«

»Durchaus möglich«, entgegnete Tork`Ro. »Fakt ist, dass, egal wie, Metaro dadurch nicht gänzlich zerstört wurde.«

»Und darüber können Sie froh sein, Tork`Ro«, erwiderte Gardener erfreut.

»Ja, so ist es. Hoffen wir, dass dadurch auch einige Ilk`Bara überlebt haben.«

Infolgedessen klaffte in der Dutzende Kilometer dicken Metaro-Kruste ein gigantischer Spalt, der am oberen Pol zu einem weit ausufernden umgekehrten spitzen Kegel auseinander lief, der tiefschwarz glänzte. Seine Flanken flachten an seinen Rändern ab, so dass links und rechts eine tiefe, flache tausende Quadratkilometer messende Ebene entstanden war, die sauber abgefräste Felsen zeigte, die ebenso mit dem gleichen Material bedeckt waren. Tork`Ro nahm an, dass der Vagabund, trotz seines losen Gefüges mit einer Art Ausläufer auf Metaro auftraf und so diesen Spalt in den Planeten regelrecht hinein gefräst und der Rest die Ebene erzeugt hatte.

»Nach dem Asteroidenfeld zu urteilen, kann wirklich nur ein kleiner Teil Ihren Planeten getroffen haben«, überlegte McAllister erneut, und brach die Stille in der Kabine. »Vielleicht bestand doch der größere Teil aus diesem losen Material. Denn nur so erklärt sich, wieso der Vagabund, bei der geringen, wobei er das Geringen in gedankliche Anführungszeichen setzte, Zerstörung, die wir sehen, auseinandergebrochen ist und sich als Asteroidenfeld um den Planeten gelegt hat.«

»Ich bin froh, dass es so ist«, entgegnete Tork`Ro euphorisch. Die Chance stieg immer mehr, dass in den Höhlenwelten noch jemand überlebt hatte.

»Wo soll ich landen, Tork`Ro«, unterbrach Fabricius. Es wurde Zeit, zur Landung überzugehen und einen entsprechenden Platz zu suchen. Denn die Energiereserven des Shuttles reichten nicht ewig.

»Gehen Sie tiefer und umrunden sie den Planeten so lange, bis wir den Flareinduktor sehen! Wenn wir den erst mal erreicht haben, dann kann ich Sie weiter dirigieren.«

»Okay.«

Wie geheißen, flog Fabricius quer zu den Polen über die Oberfläche des Planeten, bis ein roter Schimmer sichtbar wurde.

Endlich etwas Bekanntes, freute sich Tork`Ro. Anders, als vom Zug aus, wirkte der Flareinduktor von oben, wie ein gefrorenes Meer, dessen rotglühende, knollenartige Wellen urplötzlich erstarrten und nun für die Ewigkeit erkaltet waren. Minuten lang flogen sie über diesen ungewöhnlichen Strahlungs-Absorber.

»Gehören diese schwarzen Streifen zum Flareinduktor?«, fragte Fabricius. Je mehr sie sich vom Rand des Feldes entfernten, dem Zentrum entgegenflogen, zeigten sich vermehrt tiefschwarze Fasern, die auf den Knollen deutlich zu sehen waren.

»Das weiß ich nicht«, antwortete Tork`Ro verhalten. Je mehr davon auftauchten, desto merkwürdiger fand er es zwar, schrieb es aber dem natürlichen Wuchs dieses ungewöhnlichen Konstrukts zu. »Ich hab ihn bisher nur von unten, vom Zug aus gesehen. Ich vermute, dass diese Streifen im Innern der Stämme nach oben wachsen und erst hier oben sich ausbreiten. Also, ja, ich denke schon, dass sie Bestandteil des Induktors sind. Was sollten sie denn sonst sein?« Was für eine Frage, überlegte Tork`Ro verwirrt.

»Wollte ja nur mal nachfragen«, entgegnete Fabricius eingeschüchtert. Wieder solch ein Fauxpas. War es Zufall, oder fand er einfach keinen Draht zu dem Alien. Gerade er, der als Kind so fasziniert von Science-Fiction-Storys war. Aber vielleicht war es genau das, überlegte er entmutigt, was ihn im Umgang mit diesem Wesen hemmte. Teils waren es Storys, die die Außerirdischen nicht in einem guten Licht zeigten. Eher, wie Monster, wie alles vernichtende Ungeheuer. Ihm war klar, dass Tork`Ro keinem dieser Filmwesen glich, er hoch intelligent, sogar, und das schüchterte ihn noch mehr ein, freundlich war. Oder bildete er sich das alles letztendlich nur ein?

»Halten Sie Ausschau nach einer dünnen, schnurgeraden silbrig glänzenden Linie! Wenn wir die Schiene des Magnetzuges gefunden haben, führt er uns zum Eingang in meine Höhlenwelt.«

»Okay, wird gemacht«, entgegnete Fabricius, verdrängte seine unausgegorenen Gedanken, konzentrierte sich auf das Meer aus Rot und versuchte, in ihm diese ominöse Schiene zu entdecken.

Unentwegt stierten die vier hinab und ignorierten den aufkommenden Rotkoller, der sich über ihre Augen ins Gehirn brannte. Graue Areale, die sich häuften, für einen kurzen Augenblick die Sicht in die Unterwelt gestatteten, zeugten von Einschlägen abgesprengter Bruchstücke des Vagabunden, die so stark waren, dass sie riesige Löcher in die Kruste des Planeten schlugen. Andere wiederum hatten nicht die Durchschlagskraft und waren mitten im Flareinduktor-Feld zerschellt, wobei sie weite Teile des Knollenkonstrukts vernichteten. Auch, wenn diese Lücken für eine willkommene Pause von dem allgegenwärtigen Rot sorgten und ihre überfluteten Augen entlasteten, so schaute die Mannschaft des Shuttles entsetzt und mit Wehmut auf diese Zerstörungen. Immerhin bedeutete es, dass der Flareinduktor unter Umständen geschwächt war.

Tork`Ro fragte sich, was für eine Höhlenenklave sich hier drunter verbarg. Sah es über Kilaro ebenso aus? Er erinnerte sich mit Schrecken an dem Moment, an dem er gemeinsam mit Kon`Rie hinauf in sein Domizil stürmte, von dort den Einschlag eines der Bruchstücke mitverfolgte und mit ansah, wie die Bewohner unter ihm begraben wurden.

Stundenlang jagte das Shuttle über den Flareinduktor hinweg, ohne auch nur einen Hinweis auf Spuren künstlicher Artefakte zu entdecken.

»Das hat keinen Zweck. Ist sicherlich im Laufe der Zeit, überwuchert oder sonst wie verrottet. Gibt es noch einen anderen Eingang? Ich denke hier finden wir nichts«, sagte McAllister ernüchternd.

»Aber wie sollen wir dann in Tork`Ros Höhlenwelt gelangen?«, fragte Fabricius verzweifelt.

»Wir könnten durch eines dieser Löcher hindurch fliegen«, antwortete McAllister trocken.

»Auf gar keinen Fall«, entgegnete Fabricius entrüstet. Wie kam McAllister nur auf solch eine wahnwitzige Idee. Zum Glück leitete McAllister lediglich diese Expedition. Er war der Pilot. Er entschied, ob sie das wagen sollten oder nicht. »Das ist viel zu Gefährlich. Nicht auszudenken, wenn hinter uns alles zusammenbricht.«

»Da gebe ich den Piloten recht«, erklang es, zu Fabricius`s Erstaunen aus dem Übersetzer des Aliens. »Schade! Die Schiene hätte uns bis zum Turm geführt. Aber nicht zu ändern. Ich hätte da aber einen anderen Vorschlag«, sprach Tork`Ro weiter. »Fliegen Sie nochmal zurück zu dem Krater!«

»Da gibt es erst recht keine Chance. Das ist vergeudete Zeit«, protestierte McAllister.

»Das denke ich nicht«, entgegnete Tork`Ro überzeugt.

»Gut, wie Sie wünschen. Sie müssen es ja wissen« erwiderte McAllister zweifelnd. »Also. Fabricius, Sie haben es gehört«, ordnete er den neuen Kurs an.

»Ja, he, natürlich.« Obwohl er McAllister in Gedanken zustimmte, fühlte er sich geehrt, dem Alien diesen Gefallen zu erfüllen. Er drückte daraufhin den Joystick sachte nach links, brachte das Shuttle wieder hinauf in die Stratosphäre und nahm Kurs Richtung Krater. Nicht so, wie zuvor, langsam, um die Schiene zu suchen, sondern im Höchsttempo scheuchte er das Shuttle über die Planetenoberfläche. Die halbe Umrundung war daher schnell geschafft. Als der gigantische Krater in Sicht kam, streckte sich Tork`Ro, um über den Schultern der Menschen in die Tiefe blicken zu können.

»Fliegen Sie auf einen der oberen Randschichten zu. Ich will mir dort etwas ansehen!«

Fabricius folgte seiner Anweisung, drückte den Joystick nach vorn, setzte zum Sinkflug an und jagte über den Rand der Schlucht. Mit genau dimensioniertem Schub ließ er das Shuttle ins Bodenlose stürzen, glitt im sicheren Abstand am Steilhang hinab und drosselte kurz darauf die Geschwindigkeit rapide, um, wieder in der Horizontalen deren Beschaffenheit genau zu betrachten. Tiefe Furchen, die der Vagabund in den Felsen hinein geschnitten hatte, verloren sich bis zum Horizont. Sie wurden aber immer wieder von gigantischen Höhlungen unterbrochen, die sich seltsam weit in die Waagerechte des Steilhangs ausdehnten.

»Fliegen Sie näher an diese Vertiefungen heran!« Tork`Ro weigerte sich, die Erkenntnis, um was es sich handelte zu akzeptieren. Wenn es sich wirklich bewahrheitete, dann wäre der Vorgang, der damals dazu führte, eine Katastrophe sondergleichen.

Mit minimalem Schub brachte Fabricius das Shuttle an eines dieser Höhlungen heran. Je mehr er sich ihm näherte, desto deutlicher, erkannte er, worum es sich handelte. Verstört betrachtete er die Welt gegenüber des Shuttles. Denn mit derlei Gigantismus hatte er nicht gerechnet. Immer, wenn Tork`Ro von seinen Höhlenwelten sprach, vergaß er, dass diese im Grunde ein gesamtes Ökosystem mit Städten und allem, was dazu gehörte, enthielten, und dementsprechend riesig waren. Wie, konnte er nun direkt gegenüber seinem Cockpitfenster bestaunen.

»Der Vagabund ist mitten durch eine der Höhlenwelten hindurch gerast«, sagte Tork`Ro entsetzt.

Einer gigantischen Bühne gleich schwebten sie vor einem gewaltigen Loch, mit wahrlich monumentalen Außenmaßen hinter dem sich ihnen eine gesamte Welt darbot. Reste einer einstigen Stadt, technische Anlagen und ganze Areale verwilderter Parkanlagen zeugten von Wohlstand und fortschrittlicher Technologie. Seltsam oval geformte Behausungen, die aus ihren Gerüsten herausgefallen, oder mit ihnen zusammengebrochen waren, häuften sich etwas abseits der Stadt. Uralte Artefakte einer untergegangenen Welt. Erst jetzt, da sie direkt in sie hineinsahen, erahnten sie, wie erbarmungslos der Vagabund in Tork`Ros Höhlenwelt eingedrungen war und diese zweigeteilt hatte.

»Es tut mir leid, Tork`Ro«, sagte Gardener, in Anbetracht der Trauer, die ihn in diesem Moment überflutete. »Es muss eine herrliche Welt gewesen sein, Ihr Metaro.«

»Ja, das war sie«, erwiderte er erschüttert. Obwohl sein Herz blutete, konzentrierte er sich auf die Mission, verdrängte seine Trauer und sondierte die Lage. Seine anfängliche Idee, die er noch vor wenigen Minuten als die vorherrschende Möglichkeit empfand, in seine Höhlenwelt zu gelangen, bröckelte mit jeder Sekunde, die er auf die Szenerie vor sich schaute.

Tonnenschwere Felsbrocken, herabstürzendes Geröll, meterhohe Ablagerungen von Erdschichten und überwuchernde schwarz glänzende Vagabundsplitter versperrten ihnen die ungehinderte Sicht in seine Höhlenwelt. Fabricius steuerte langsam an dem Panorama entlang, so dass sie an den Geröllhalden, vorbei, immer wieder verschiedene Areale betrachten konnten. Unmengen an verbogenen Gestängen, Rohren und anderen einstigen Versorgungsleitungen erhoben sich zu einem undurchdringbaren Wirrwarr, der wie ein Vorhang die Bühne blockierte.

»Sie wollten dort durch fliegen«, fragte McAllister trocken, der Tork`Ros enttäuschtes Gesicht betrachtete.

»Ja, das war mein Plan«, erwiderte er resigniert. »Aber, wie wir sehen, gibt es keine Chance, diese Trümmer zu überwinden.«

»So sehe ich das auch«, gab Fabricius seinen Senf dazu. Er war der Steuermann. Er entschied, ob er es wagte oder nicht. Und hier gab es definitiv kein Durchkommen.

Von all den ernüchternden Begebenheiten entmutigt, betrachtete Tork`Ro die üppige Vegetation, die sogar über den Rand der Schlucht hinausragte und einige Meter in den Abgrund wuchs.

»Fabricius, scannen Sie doch mal die Umgebung!«, verlangte er. Gab es hier etwa, entgegen allem Negativen mal was Positives, das seiner Welt neuen Antrieb gab? Womöglich für Überlebende sorgte?

Fabricius wandte sich nach hinten, sah Tork`Ro verwirrt an und blickte zu McAllister.

»Sie denken doch nicht«, entgegnete der Kryptoarchäologe eben so verwundert, »dass Sie hier eine Atmosphäre vorfinden. Nicht nach dieser Katastrophe!«

»Sehen Sie die Schlingpflanzen, die in den Abgrund wachsen?«

»Ja, sehe ich. Dennoch denke ich nicht«, erwiderte er, stockte, sah Gardener hilfesuchend an, die ebenso, wie er, erst jetzt das Gesehene kombinierte, und zu dem Schluss kam, dass Tork`Ro mit seiner Vermutung richtig lag. Ohne ihn ausreden zu lassen, entgegnete sie entgeistert: »Tatsächlich. Das ist verblüffend. Diese Pflanzen dürften außerhalb gar nicht existieren«, sagte sie, wandte sich umgehend an Fabricius und sprach zu ihm: »Machen Sie schon, Fabricius! Spannen Sie uns nicht so auf die Folter.«

»Sie haben doch Gardener gehört«, wies McAllister an, als Fabricius ihn fragend ansah.

Umgehend wandte sich Fabricius zu einem der Screenmonitore, der unterhalb des Cockpitfensters angebracht war, aktivierte die Pumpe, die die Außenluft in das Sauerstoffgehalt-Messgerät saugte und wartete gebannt auf das Ergebnis.

»Und, Fabricius?«, drängte McAllister.

»Gleich. Die Daten müssen erst verarbeitet werden«, erklärte er. Nur Sekunden später las er vom Display den erhaltenden Wert ab: »Achtzehn Prozent Sauerstoff«, antwortete Fabricius erstaunt.

»Das ist wirklich ungewöhnlich«, sagte Tork`Ro.

»Finde ich auch. Dieses Eindringen des Vagabunden hätte einfach die vorhandene Atmosphäre wegblasen müssen.«

»Ja, das auch«, entgegnete Tork`Ro. »Ich meine aber was anderes.«

»Was denn?«

»Vor der Katastrophe gab es auf der Oberwelt kaum einen nennenswerten Sauerstoffanteil. Es gab schon welchen«, erklärte er. Tork`Ro dachte da insbesondere an die vielen seltsamen Lebewesen, die er während der Zugfahrt in den letzten Zyklen sah. All diese Kreaturen begnügten sich aber mit einem geringen Anteil in der Atmosphäre. Wieso da nun mehr war, begriff er ebenso wenig. »Dort sollte kein so hoher Sauerstoffanteil sein! Schon gar nicht jetzt, nach der Katastrophe.«

»Um so besser für uns«, entgegnete Gardener zwar überrascht, freute sich aber mehr darüber, als dass sie deshalb ins Grübeln geriet. Immerhin ersparte ihnen dieser Umstand die schwere Atemausrüstung.

»Na gut, egal«, sagte McAllister und ignorierte ebenso die Messergebnisse. »Da wir auch hier nicht in die Höhlenwelt gelangen, müssen wir uns nach etwas anderem umsehen.«