1,99 €
Niedrigster Preis in 30 Tagen: 1,99 €
Heißer Quickie für scharfe Momente von New York Times-Bestseller-Autorin E.C.Sheedy! Die attraktive Tommi sucht sich immer die falschen Männer aus. Auf der Flucht vor dem letzten Schuft versteckt sie sich in einer einsamen Fischerhütte – und lernt dort den eigenbrötlerischen Mac kennen. Natürlich weiß sie, dass es besser wäre, die Finger von ihm zu lassen … aber ein bisschen naschen darf sie doch, oder? feelings-Skala (1=wenig, 3=viel): Spannung: 2, Gefühl: 1, Erotik: 3 Die deutsche Erstausgabe erschien bereits 2010 unter demselben Titel in der Anthologie »Lust und Gefahr« im Knaur Taschenbuchverlag. »Komm und küss Mich« ist ein eBook von feelings*emotional eBooks. Mehr von uns ausgewählte erotische, romantische, prickelnde, herzbeglückende eBooks findest Du auf unserem Blog: http://feelings-ebooks.de/. Genieße jede Woche eine neue Geschichte - wir freuen uns auf Dich!
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 141
Veröffentlichungsjahr: 2016
E.C. Sheedy
Komm und küss mich
Ein Sommer-Quickie
Aus dem Amerikanischen von Tine Mey
Knaur e-books
Heißer Quickie für scharfe Momente von New York Times-Bestseller-Autorin E. C. Sheedy!
Die attraktive Tommi sucht sich immer die falschen Männer aus. Auf der Flucht vor dem letzten Schuft versteckt sie sich in einer einsamen Fischerhütte – und lernt dort den eigenbrötlerischen Mac kennen. Natürlich weiß sie, dass es besser wäre, die Finger von ihm zu lassen … aber ein bisschen naschen darf sie doch, oder?
feelings-Skala (1=wenig, 3=viel): Spannung: 2, Gefühl: 1, Erotik: 3
»Komm und küss mich« ist ein eBook von feelings*emotional eBooks. Mehr von uns ausgewählte erotische, romantische, prickelnde, herzbeglückende eBooks findest Du auf unserem Blog: feelings-ebooks.de/
Er packte sie an den Oberarmen und riss sie an sich. Sein Griff war eisern. Zu fest. Schmerzhaft fest.
Tommi versuchte, ihm zu entkommen, wollte ihn von sich schieben. Tief in ihrem Innern spürte sie Panik aufsteigen. »Lass mich los.« Sie wünschte, ihre Worte hätten fordernder geklungen und nicht so verzweifelt.
Sie wünschte, sie hätte den Mund gehalten.
Reid strich mit seinen Händen ihre Arme hinauf und legte sie um ihren Hals. Seine Daumen ruhten auf der Stelle, wo ihr Puls wie wahnsinnig hämmerte. Er lächelte sie an, und die strahlend blauen Augen, die er zu schmalen Schlitzen verengt hatte, funkelten eisig.
Wieder versuchte sie, einen Schritt zurück zu machen und sich aus seiner Umklammerung zu lösen.
»Rühr dich nicht, Baby. Ich will dich genau hier haben.« Er erhöhte den Druck auf ihre Luftröhre und hob ihr Kinn mit einem Daumen an, so dass sie gezwungen war, ihn anzusehen. »Lass uns sichergehen, dass du alles kapiert hast.« Diesmal lächelte er nicht. »Wenn du dich mit mir anlegst, musst du auch den Preis dafür bezahlen. Verstanden?«
»Verstanden«, brachte sie hervor. Und noch eindeutiger zu verstehen war die hässliche Tatsache, dass sie sich in ein scheinbar bodenloses, schwarzes Loch manövriert hatte, aus dem sie nicht mehr herauskam.
»Hier ist der Plan: Wir treffen uns vor der Bank, sobald sie öffnet. Du gibst mir alles, was sich in deinem Bankschließfach befindet. Anschließend fährst du von dort aus direkt ins Büro, reichst deine Kündigung ein, verlässt das Gebäude und …« Er drückte ihr einen brutalen Kuss auf, feucht und mit offenem Mund. »… du hältst diesen sinnlichen Mund. Wenn du dich benimmst und tust, was ich dir gesagt habe, vergessen wir, dass das alles je passiert ist. Falls nicht …« Er verstärkte seinen Griff, bis sie keine Luft mehr bekam und vor Schmerz aufstöhnte.
Als sie verzweifelt seine Hände packte, um sie zu lösen, drückte er noch fester zu. Sein Mund war zu einem Grinsen verzogen, und seine Miene wirkte entschlossen.
Zorn verdrängte Tommis Panik.
Er hat Spaß daran. Der Mistkerl! Der verlogene, kriminelle, verräterische Mistkerl!
Unvermittelt stieß er sie rückwärts in eine Ecke. Sie geriet ins Taumeln, fiel jedoch nicht. Nachdem sie sich angewidert über den Mund gewischt und endlich wieder genug Luft in ihre Lunge bekommen hatte, um zu sprechen, zischte sie: »Du bist der letzte Dreck, Reid. Und du bist dir deiner Sache viel zu sicher.«
Er nahm seine Jacke, schlüpfte hinein und ging auf sie zu. Dann packte er sie am Kinn, drückte sie gegen die Wand und presste sich gegen sie. In seinen Augen, in diesem hübschen Gesicht, nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt, sah sie seine Bösartigkeit aufblitzen. »Ich bin mir zweier Dinge ziemlich sicher. Du möchtest, dass dein Körper, der für Sex wie geschaffen ist, unverletzt bleibt. Und ich habe nicht vor zuzulassen, dass eine selbstgerechte Schlampe wie du mich ruiniert.« Er verdrehte schmerzhaft ihr Kinn und vergrub seine Finger in ihrer Wange. »Außerdem bin ich nicht der Einzige, für den hier einiges auf dem Spiel steht.« Höhnisch grinste er sie an und ließ von ihr ab. »Ich bin übrigens noch einer von den Netten. Vielleicht denkst du mal darüber nach.«
Als er zur Tür ging, warf er einen Blick über die Schulter und musterte sie von den Füßen bis zu ihren Brüsten. »Es hat Spaß gemacht, Smith. Wenn überhaupt, bereue ich nur eines …« Er grinste. »Dass ich nicht zwischen diese Schenkel gekommen bin, bevor du dich zwischen mich und mein Geld gestellt hast.«
Damit verließ er ihre Wohnung.
Sofort rannte sie zur Tür, schloss sie hinter ihm ab und lehnte sich mit dem Rücken dagegen. Atemlos eilte sie zum Fenster, wartete dort und zwang sich, ruhig zu werden.
Ein paar Minuten später beobachtete sie, wie sein platingrauer Jaguar durch den Regen raste und einen halben Block die Straße hinab schließlich abbog. Ihr war eiskalt. Sie ließ den Vorhang los. Gnädig schloss er die dunkle Novembernacht aus. Tommi rieb sich über die schmerzenden Oberarme und zuckte zusammen.
Er hatte ihr weh getan.
Tommi Smith war kein Unschuldslamm. Sie hatte eine Menge Männer gedatet und dabei auch jede Menge Fehler begangen. Doch Reid McNeil war mit Abstand ihr schlimmster Fehltritt – und der einzige, der im Zorn handgreiflich geworden war. Sie hatte nicht vor, das noch einmal zu erleben.
Er hatte ihr gesagt, dass es noch andere gab. Ihre Nerven waren zum Zerreißen gespannt, und ihre Kehle war wie zugeschnürt. Wenn es diese anderen tatsächlich gab, hatte sie keine Ahnung, wer sie waren und wie gefährlich sie ihr werden konnten. Bisher wusste sie nur von Reid – er hatte Gelder unterschlagen. Tommi hatte Unterlagen, die das bewiesen.
Sie setzte sich auf die äußerste Kante des Sofas, schlang die Arme um sich und wiegte sich leicht vor und zurück … vor und zurück … Diese sinnlose Bewegung war seltsam beruhigend. Obwohl ihr kalt war und sie zitterte, versuchte sie, nachzudenken und einen Plan zu fassen. Es war dumm und verdammt naiv von ihr gewesen, Reid mit den belastenden Papieren zu konfrontieren – und zu erwarten, dass er das Geld zurückgab.
Was für eine dumme, dumme Entscheidung!
Und ihn zu daten? Das war noch dümmer gewesen. Wieder einmal hatte sie zugelassen, dass ihre Wunschvorstellungen und die einschmeichelnden Worte eines Mannes ihren Menschenverstand untergruben. Sie war eine kluge, kompetente fünfunddreißigjährige Frau und eine der erfolgreichsten Werbedesignerinnen und Projektmanagerinnen in Seattle. Aber wenn es um Männer ging, verhielt sie sich wie eine Zwölfjährige, die auf der Suche nach ihrem Traumprinzen war.
Gott! Sie hatte sogar an das Wort Liebe gedacht. Doch das war in dem Moment vergessen gewesen, als er seine Finger in ihren Armen vergraben, sie geschüttelt und ihr noch Schlimmeres angedroht hatte.
Angewidert von ihrer eigenen Dummheit stand sie auf und lief in ihrem Wohnzimmer auf und ab. Sie zwang sich, die Gedanken, die sich in ihrem Kopf überschlugen, wieder auf das Problem zu richten, das sie gerade hatte.
Sie straffte die Schultern. Vielleicht hatte sie sich nicht besonders klug verhalten, aber sie war ganz sicher kein Feigling. Und sie würde Reid, der Gelder von Del Design Inc. veruntreute, nicht einfach so davonkommen lassen.
Sosehr es ihr in den Fingern juckte, den kriminellen Widerling sofort der Polizei zu melden, konnte sie es doch nicht tun. Sie musste auf Pauls Rückkehr warten. Er war der Einzige, dem sie vertrauen konnte, und sie schuldete es ihm einfach. Allerdings war er noch mindestens eine Woche verreist. Möglicherweise sogar länger. Das bedeutete, dass sie Zeit brauchte …
Und das bedeutete, dass sie verschwinden musste. Sie musste noch heute Nacht verschwinden, und sie brauchte einen Platz, um sich zu verstecken. Einen sicheren Platz.
Glücklicherweise hatte Reid ihr die Geschichte abgenommen, dass die Unterlagen in ihrem Bankschließfach lagen – das verschaffte ihr wertvolle Zeit.
Sie hörte auf, in ihrem Wohnzimmer hin und her zu laufen, und ging ins Schlafzimmer. Dort setzte sie sich auf ihr Bett und warf einen Blick auf den Radiowecker.
Verdammt! Es war schon fast Mitternacht.
Ihre Hand zitterte, als sie nach dem Telefonhörer griff. Zweimal vertippte sie sich beim Wählen der Nummer. Als sie schließlich richtig gewählt hatte, hob sie die Augen zum Himmel und betete leise: »Bitte, bitte – lass Hugh und nicht Veronica rangehen.« Die aktuelle Freundin eines Mannes war meist nicht so glücklich über nächtliche Anrufe seiner Ex.
Beim zweiten Klingeln nahm er ab.
»Hugh, hier spricht Tommi. Ich muss mit dir reden.« Ihre Stimme zitterte, aber sie riss sich zusammen. »Nein, das nehme ich zurück. Ich brauche deine Hilfe. Können wir uns sehen?«
In dem Coffeeshop, der die ganze Nacht geöffnet hatte, saßen nur vereinzelt ein paar Gäste herum. Tommi nahm an einem der hinteren Tische Platz und hängte ihre Tasche über den Stuhl. Hugh Fleming, groß und heute noch besser aussehend als damals auf der Highschool, stellte zwei Tassen mit dampfendem Kaffee auf den Tisch und setzte sich ihr gegenüber auf den Stuhl.
»Wo ist Veronica?«, fragte sie. Sie versuchte, Zeit zu schinden, weil sie keine Ahnung hatte, wie sie dieses heikle Gespräch beginnen sollte.
»Sie ist übers Wochenende weggefahren.«
»Weiß sie, dass du hier bist? Mit mir?«
»Nein. Sollte sie?« Er nahm einen Schluck von seinem Kaffee und grinste. »Willst du mich nach all den Jahren doch noch verführen?«
»Nein. Ich will etwas tun, was ich in den vergangenen Jahren viel zu oft getan habe: deine Freundschaft ausnutzen.«
»Verdammt!« Sein Lächeln wurde breiter.
»Du hattest deine Chance.«
»Stimmt nicht. Du warst sechzehn, ich war siebzehn. Und du hast nur mit mir herumgehangen, um an meinen Kumpel Jake heranzukommen.«
Sie lächelte schwach, doch das Lächeln verschwand sofort wieder. »Lustig. Ich weiß nicht einmal mehr, wie Jake mit Nachnamen hieß – aber deinen habe ich nie vergessen.« Tommi hatte Hugh tatsächlich benutzt, um Jake näherzukommen. Und zu wissen, dass sie längst nicht mehr der eingebildete, selbstsüchtige Teenager war, half nicht gegen die Gewissensbisse. Ihr tat es noch immer leid, ihm so weh getan zu haben. Sie hob den Blick. »Einen so guten Freund wie dich habe ich gar nicht verdient, Hugh Fleming. Veronica kann sich sehr glücklich schätzen.« Sie hielt inne und strich mit dem Löffel über die gefaltete Serviette. Noch immer wusste sie nicht, wie sie beginnen und wie viel sie ihm anvertrauen sollte.
»Was ist los, Tommi? Steckst du in Schwierigkeiten?« Mit ernster Miene musterte Hugh sie.
»Ich brauche einen Platz, wo ich Unterschlupf finden kann.« Sie hatte sich entschlossen, ihren Mund zu halten und ihn nicht weiter in die Sache hineinzuziehen als unbedingt nötig. »Und ich möchte, dass du mich nicht fragst, warum.«
»Komm mit mir nach Hause.«
Mit aufgerissenen Augen starrte sie ihn an. »Du, ich und Veronica. Bist du vollkommen übergeschnappt?«
»Lass mich raten. Das hat was mit dem Kerl zu tun, mit dem du dich getroffen hast.« Er kniff ganz leicht die Augen zusammen. »Hat er dir weh getan?«
Überrascht über seine Beobachtungsgabe und seinen Instinkt senkte Tommi den Blick. »Es war ein Fehler. Ich hätte dich nicht anrufen sollen«, murmelte sie, während sie ihren Mantel von der Stuhllehne nahm und ihn sich überzog.
Er streckte seinen Arm über den Tisch und hielt sie am Handgelenk fest. »Ich kann dir nicht helfen, wenn du nicht offen und ehrlich mit mir sprichst.« Er löste seinen Griff. »Ich hätte dir von Anfang an sagen sollen, dass McNeil nicht gut für dich ist.«
»Warum hast du es nicht getan?«
»Hättest du mir zugehört?«
Sie atmete tief durch. »Vermutlich nicht.«
»Also, raus mit der Sprache. Was ist los?«
»Ich kann es dir nicht erzählen. Jedenfalls nicht jetzt.« Sie unterbrach sich. »Erst wenn ich die Angelegenheit für mich selbst geklärt habe.«
»Es geht also nicht nur um eine Männergeschichte?«
»Ich wünschte, es ginge nur darum. Auf dem Gebiet bin ich schließlich Expertin.« Nervös trommelte sie mit den Fingerspitzen auf den Rand ihres Kaffeebechers. »Es geht um mehr als nur das. Und weil ich nicht weiß, wer noch alles in die Sache verwickelt ist, wäre es … unverantwortlich, dir oder sonst jemandem davon zu erzählen.« Wahrscheinlich sogar gefährlich. »Ich muss aus Seattle verschwinden. Und zwar heute.«
Eine ganze Weile blickte er sie stumm an. Dann nickte er. »Okay. Ich stelle dir keine weiteren Fragen.« Er strich sich übers Kinn und dachte einen Moment lang nach. »Du kannst zu Mac fahren. Er ist gerade in seiner Hütte. Ich werde ihn anrufen und ihm sagen, dass du kommst.«
Das hatte sie nicht erwartet. »Wo genau ist diese Hütte?«
»Seine Fischerhütte liegt an der Westküste von Vancouver Island. Drei Stunden bis zur Grenze, eine Fahrt mit der Fähre, dann noch einmal drei oder vier Stunden mit dem Auto, und du bist da. Eine verdammte Einöde, doch Mac liebt es. Du könntest auch fliegen, aber um diese Jahreszeit könnte das Wetter dir einen Strich durch die Rechnung machen. Es ist besser, wenn du den Wagen nimmst.«
»Und was wird Mac dazu sagen?«, fragte sie. Mac war Hughs Bruder und vielleicht fünf Jahre jünger als sie. Bisher hatte er sie immer mit einem widerwilligen, höhnischen Grinsen angesehen. Egal, wie sehr sie sich bemüht hatte, ihn für sich zu gewinnen – dieses höhnische Lächeln war geblieben. Mac Fleming hatte, im Gegensatz zu seinem Bruder, auf den ersten Blick eine Abneigung gegen sie gehabt.
Als sie ihn zum letzten Mal gesehen hatte, war er ein von Akne geplagter Teenager gewesen, mit haselnussbraunen Augen und spindeldürr. Schon damals über eins achtzig groß, hatte es fast so ausgesehen, als würden seine Knochen für seine Haut zu schnell wachsen. Dauernd hatte er seine Nase in ein Buch gesteckt. Und wenn er seinen Blick einmal lange genug gehoben hatte, um sie zu bemerken, war der Ausdruck in seinen Augen, die hinter einer hässlichen Brille versteckt gewesen waren, missbilligend bis verächtlich gewesen. Er war vielleicht noch ein Kind gewesen, doch er hatte Tommi immer so angesehen, als wäre sie eine Glasscheibe und die Aussicht dahinter alles andere als hübsch. Bei ihm hatte sie sich immer unbehaglich gefühlt. »Vielleicht gefällt es ihm nicht, wenn ich ihn einfach so überfalle.«
»Mach dir wegen Mac keine Sorgen«, entgegnete Hugh. »Er kann ein bisschen Ablenkung vertragen. Ich vermute, dass er seinen Laptop mit satellitengestütztem Internetzugang und einige hundert geschäftliche Angebote dabei hat. Er macht in Kommunikationstechnik, Kabel-TV, Radio – Gott weiß, was noch alles. Der Kerl hat keine Ahnung, wie man sich entspannt. Wahrscheinlich wird er dich die ganze Zeit über ignorieren. Aber er wird dich nicht hängenlassen.« Er leerte seinen Kaffeebecher. »Ich werde ihm deine ungefähre Ankunftszeit sagen, und er wird auf dich warten. Er wird noch mindestens zwei Wochen in der Hütte bleiben.«
Wenn sie sich nicht weiter darum kümmerte, dass Mac sie nicht mochte, würde sie schon mit der Situation zurechtkommen. Doch sie zögerte noch immer. »Eigentlich habe ich, als ich dich anrief, an deine Hütte auf Whidbey Island gedacht, Hugh.«
»Da ist Veronica zurzeit – mit ihrer Mutter.« Er grinste schief. »Sie treffen ›Vorbereitungen‹.«
»Aha.«
»Frag nicht.«
»Das muss ich gar nicht.« Normalerweise hätte sie ihn wegen seiner »Bedauernswerter-in-die-Falle-getappter-Mann«-Miene aufgezogen, weil sie wusste, dass er schauspielerte und dass er sich nichts sehnlicher wünschte, als Veronica zu heiraten.
»Und im Übrigen würde jemand, der nach dir sucht, sofort herausfinden, dass wir uns kennen.« Er schüttelte den Kopf. »Nein. Bei Mac bist du besser aufgehoben.«
Er hatte recht. Die halbe weibliche Belegschaft im Büro wusste über die besondere Freundschaft mit Hugh Bescheid. Es würde nicht lange dauern, bis Reid das herausfand – wenn er es nicht sogar schon wusste. »Stimmt. Also gut, wenn es für Mac in Ordnung ist, ist es auch für mich in Ordnung.«
Sie kämpfte ihren Widerwillen nieder. »Aber sag ihm, dass ich verspreche, ihm aus dem Weg zu gehen.« Wenn Mac sich vornahm, sie zu ignorieren, wäre ihr das nur recht. Es war immerhin besser, ignoriert zu werden, als seine finsteren Blicke und seine offensichtliche Abneigung erdulden zu müssen.
Sie warf einen Blick auf ihre Uhr – es war nach Mitternacht.
»Die erste Fähre geht um 5 Uhr 15«, sagte Hugh.
»Das schaffe ich.«
»Ich fahre mit dir zu deinem Apartment und warte, während du packst.« Er erhob sich und reichte ihr die Hand. Sie ergriff sie, und als sie ebenfalls stand, umarmte sie ihn. »Ich wüsste nicht, was ich ohne dich täte, Hugh. Ehrlich nicht.«
»Wir sind Freunde, Tommi. Du musst dir also keine Gedanken darüber machen.«
Eine Stunde später verstaute Hugh in der düsteren Garage unter Tommis Apartmenthaus ihre Taschen im Kofferraum ihres silbernen Lexus und öffnete dann die Fahrertür. Er drückte ihr einen Zettel mit einer grob skizzierten Karte und einer Wegbeschreibung in die Hand.
Tommi stieg ein und kurbelte das Fenster herunter. »Bist du dir sicher, dass Mac einverstanden ist, wenn ich komme?« Eine überflüssige Frage, denn sie wusste, dass Hugh ein Nein als Antwort niemals akzeptiert hätte – egal, was Mac sagte. Ob es ihr nun gefiel oder nicht, sie würde sich einem unwilligen Mann aufdrängen.
»Er hat gesagt, dass er froh ist, dass du kommst, und dass er sich darauf freut, dich wiederzusehen.«
Tommi betrachtete ihn, und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. »Lügner.«
Er zuckte die Schultern und klopfte auf das Autodach. »Fahr jetzt. Mac wird schon klarkommen.«
