Kommunisten-Monopoly - Nils Wagner - E-Book

Kommunisten-Monopoly E-Book

Nils Wagner

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Beschreibung

In einer Stadt, in der nur das Geld regiert, wird der Konzernchef Hermann Wiesnewski aus dem Wettbewerb geworfen. Während seine ehemaligen Kollegen weiter dem Geld hinterherlaufen, plant Wiesnewski den Umsturz des Regimes. Schon bald findet er Anhänger und beginnt seinen Rachefeldzug gegen das liberale Wirtschaftssystem. Eine fesselnde Geschichte über Fairness, Gerechtigkeit und Menschlichkeit beginnt! "Wenn der Würfel fällt und eine 6 zeigt, muss das nicht immer etwas positives sein. Du kommst zwar schneller voran, aber eventuell nur schneller ins Unglück. Wer Einsen wirft kommt schleppend voran, hat aber gleichzeitig mehr Zeit für noch andere Sachen. Wie man sieht, bestimmt der Würfel. Alles. Aber du entscheidest wie du es angehen möchtest. Alles bleibt Schicksal. Alles. Und du bleibst du selbst."

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Seitenzahl: 124

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Wanipa-Media

www.wanipa.de

Ein Projekt von Nils Wagner & Patrick Wagner

Nils Wagner wurde 1995 geboren. Seit vielen Jahren schreibt er Geschichten. zusammen mit seinem Bruder Patrick Wagner ist er Autor für diverse Comicserien wie "Max Torrt", "Mystery Bastards" und "Disco-Boys: Undercover".

Das Buch "Kommunisten-Monopoly" ist seine erste Buchveröffentlichung.

Patrick Wagner (*1992) ist der Herausgeber des Buchs "Kommunisten-Monopoly". Er ist der Schöpfer von zahlreichen Comicserien wie "Max Torrt", "Mystery Bastards", "Trapperjim" und "Disco-Boys: Undercover". Zusammen mit seinem Bruder Nils Wagner gründete er 2014 das Medienprojekt "Wanipa-Media" (wanipa.de).

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1: Die große „Krötenwanderung“

Kapitel 2: Wie ein Baum, den man fällt

Kapitel 3: Bankirrtum zu Ihren Gunsten?

Kapitel 4: Ereigniskarte: Ein Gespenst geht um auf dem Spielbrett… es ist der Kommunismus

Kapitel 5: „Schauspiel“ der Gerechtigkeit (?)

Kapitel 6: Reine Notwehr

Kapitel 7: Reine Verhandlungssache

Kapitel 8: Hand in Hand mit Sichel und Hammer

Kapitel 9: Alles geht nach Plan

Kapitel 10: Die Sichel schlitzt, der Hammer zertrümmert

Kapitel 11: Am Ende bleibt die Menschlichkeit

Kapitel 1

Die große „Krötenwanderung“

Tag 1

Der Würfel fällt… und rollt. Er alleine bestimmt wo du zu stehen hast…

Wirf wie du willst. Der Würfel bleibt der Entscheidungsträger. Alles ist und bleibt Schicksal.

Im Börsenzentrum standen die Herren mit grauen Fräcken und starrten mit gleichgültigen Augen auf die Börsenkurse. Sie sausen in neonrot die lange LCD-Wand entlang, verfolgt von den mürrischen Blicken. Diese Herren investierten in Schicksal. Jedoch nicht Hals über Kopf, denn sie wussten, dass man das Schicksal in bestimmter Weise beeinflussen kann.

Sei es durch informieren, kombinieren oder schlichtweg durch mogeln.

Einer der heute anwesenden Herren ist der mehr oder weniger erfolgreiche Geschäftsmann Thomas Herbst, welcher dürftig versuchte sich zu informieren, nicht fähig war zu kombinieren aber immerhin weise genug nicht zu mogeln.

Oder einfach blöd genug war nicht zu mogeln?

Das Schicksal wird seinen Lauf schon nehmen. Wenn der Würfel erst einmal wieder fällt.

„Verflucht nochmal!“, schimpfte Thomas als er auf die Kurse blickte und raufte sich dabei durch sein kurzes Haar, „die Hafenstraße hat erneut an Wert verloren! Ich wusste ich hätte zuerst auf die Rendite von der Investition in die Elisenstraße warten sollen.“

Thomas warf vor Wut seine Wirtschaftszeitung auf die Erde und versuchte durch schnelle und ruckartige Hand- und Beinbewegungen seine Wut zum Ausdruck zu bringen. Dass er dabei lediglich wie ein Anzug tragender Hampelmann aussah, schien ihm nicht aufzufallen. Wohl schon aus dem Grund, da ihm die Herren, die um ihn rumstanden, trotz allem nicht die geringste Beachtung schenkten, sondern weiter dicht gedrängt und im dunklen Frack wie eine Horde Pinguine im Schneesturm auf die Kurse starrten. Wieder durchflog eine neue Nachricht die LCD-Wand. Keiner der anwesenden Herren kommentierte die Nachricht oder verzog das Gesicht. Die Nachricht war einfach da. Nichts weiter.

Thomas verließ währenddessen den großen Aktionärssaal des Börsenzentrums und lief auf dem Weg nach draußen durch die riesige Eingangshalle.

Auf dem frisch polierten Marmorboden spiegelten sich die Worte „Own it All“, die in großen goldenen Buchstaben motivierend für die Geschäftsleute direkt über der ständig überfüllten Rezeption des Börsenzentrums angebracht waren.

„Wie soll ich alles besitzen, wenn es mir mein Schicksal immer so schwer macht?!“, brüllte Thomas, sodass es durch die ganze Halle schallte.

Zwei Sicherheitsleute, die mit ernstem Blick und strenger Haltung an den Eingängen platziert waren, warfen sofort einen Blick auf diesen störrischen Gast. Konnten sich dann aber wieder entspannen, als dieser zwar immer noch wütend zuckend, aber geradewegs durch den Ausgang hinaus lief.

Draußen war der Himmel dunkel. Um sein Haar vor den trübgrauen Regentropfen zu schützen, die aus den finsteren Wolken auf die Straßen zwischen die düsteren blockartigen Hochhäuser des Wirtschaftsviertels fielen, musste Thomas dicht gedrängt an den Gebäuden laufen um Schutz unter den aufgespannten Werbeschirmen der Geschäfte zu finden.

Um ihn herum eilten weiter die schwer beschäftigten und in dunkle Anzüge gehüllten Geschäftsleute über den nassen Gehsteig. Sie hatten ihre Gesichter abweisend mit ihren teuren Filzhüten bedeckt.

Auf der Straße brausten dazu die schweren Geldtransporter der Banken. Hier und da fuhr auch mal die Nobelkarosse eines Menschen, der wohl zu wissen schien wie man das Schicksal zu seinem Glück spielen lassen konnte.

Thomas hingegen musste sich als weniger erfolgreicher Mensch mit einer Monatskarte für die Straßenbahn begnügen.

Seine Großmutter meinte damals immer:

„Eine Straßenbahn bietet mehr Komfort als ein Auto! In der Straßenbahn hast du deinen eigenen Chauffeur, kannst ohne auf den Verkehr zu achten noch etwas schlafen und du kannst mehr als nur drei Freunde mitnehmen.“ Ein liebgemeinter aber dennoch nutzloser Ratschlag. Nicht jeder, der ins leere blickend vor dir in der Straßenbahn steht, ist auch dein Freund. Er könnte dich vermutlich während eines Nickerchens auch noch ausrauben.

Jeder versucht nun mal auf seine Weise dem Aufruf „Own it All“ nachzugehen.

Für einen mittelwertigen Geschäftsmann wie Thomas war es allerdings nicht möglich seinen Abend irgendwo in einem der netten Cafés am Opernplatz zu verbringen.

Wozu auch, wenn sich eine viel günstigere Alternative bot?

Ein paar Straßenblocks unter der Seestraße, wo Thomas eine kleine Wohnung bezog, befand sich die weniger begehrte Turmstraße.

Ein Wohnviertel in dem die noch weniger erfolgreichen Leute ihr zu Hause hatten. Jeder der es für sinnvoll hielt, in diese Gegend sein Geld zu investieren, war entweder ein Geschäftsmann mit einem wirklich guten Plan oder einfach nur ein Vollidiot.

Die Mietpreise waren dauerhaft niedrig, die wohnliche Ausstattung dementsprechend mies. Der Putz bröckelte von den Außenfassaden der Häuser, die Straßen hatten gigantische Schlaglöcher, aber jeder, der es nicht besser haben konnte, fühlte sich wohl.

Ebenfalls wohl fühlte sich hier Gabriel Weiß.

Einer der Wenigen, die es wagten in dieser Gegend ein Geschäft zu führen.

Eine kleine Bar war es um genau zu sein.

Gut gelegen an der Hauptstraße im unteren Bereich seines eigenen Wohnhauses.

Betrat man die Bar, zog einem sofort eine milde Duftmischung aus Tabakqualm, Alkohol und Buchenholz in die Nase.

Die gesamte Bar war vom kleinen Kamin im hinteren Bereich bis vorne hinter den Tresen mit Buchenholz vertäfelt.

Gabriel legte großen Wert darauf, dass sich die Leute in seiner Bar wohlfühlten. Denn jeder, den es in diese Gegend verschlug, konnte einen solchen Ort gebrauchen, in dem er liebevoll aufgenommen wurde.

Gabriel war im Grunde wie das Sandmännchen. -Nur dass er anstatt mit einem immer wechselndem Fahrzeug, jeden Abend mit einem immer neuen Ratschlag seine Kunden beglückte.

Dies wusste auch Thomas zu schätzen und kehrte jeden Abend nach einem harten Tag an der Börse bei ihm ein.

„Guten Abend auch!“, rief Gabriel, als Thomas an diesem Abend in seine Bar schlich.

Ohne auf eine Rückantwort zu warten, schenkte ihm Gabriel auch sofort ein Glas von Thomas Lieblingswein ein. Neidisch guckten dabei zwei etwas ältere Männer, die etwas weiter abseits am Tresen saßen und sich lediglich ein kleines Bier leisten konnten.

„Demnächst kann ich mir den Wein nicht mehr leisten.“, rief Thomas als er auf einem der rot gepolsterten Barhocker platz nahm, „meine Geschäfte laufen einfach nicht mehr! Mit der Elisenstraße mache ich einfach keinen Gewinn und mit der Hafenstraße sogar Verlust…“

„Ich hab auch davon gehört“, unterbrach ihn Gabriel, „erst vorhin kam im Radio die Meldung, dass wieder ein paar Firmen pleite gegangen sind und sich die großen Konzerne deren ganzes Geld einverleibt haben.“ Thomas nahm einen ersten Schluck von seinem Wein und sprach dann mit einem fast schon wieder komplett beruhigten Ton: „Im Grunde ist es ja eigentlich Sinn der ganzen Sache hier, die Konkurrenz möglichst vernichtend auszuschalten. Aber die Menschen, die hinter den Firmen stehen, werden nie bedacht. Du nimmst ihr Geld und lässt sie auf der Straße zurück.“ Gabriel strich sich nachdenkend über seinen kahlen Kopf, blickte zu den zwei alten Männern am anderen Ende des Tresens und flüsterte dann zu Thomas:

„Siehst du den alten Kerl da drüben mit dem schwarzen Kinnbart? Der sitzt schon seit einigen Monaten jeden Abend hier. Er war einer der ersten Geschäftsleute der bei den ständig steigenden Preisen nicht mithalten konnte. Die ersten Abende hat er hier noch große Reden geschwungen und sich über die Gier der Konzerne beschwert. Jetzt sieh ihn dir an, diesen Trauerkloß. Trübe Augen, Falten und eine vom Leben und Alkohol gezeichnete Haltung. Versprich mir bitte, Thomas, dass du nicht so enden wirst.“

Thomas hatte konzentriert zugehört und nun war ihm einiges klar geworden.

Er musste ehrgeizig bleiben um hier bestehen zu können und er durfte sich von keinem der großen Konzerne ausbeuten lassen.

Gabriel hatte während Thomas nachdachte das kleine hölzerne Radio neben seiner Zapfanlage angeschaltet. Nach einem der üblichen instrumentalen Musikstücke, welche die örtliche Radiostation tagtäglich abspielte, kamen die Nachrichten.

„Guten Abend und willkommen zu den Nachrichten“, sprach die markante Stimme des Nachrichtensprechers, „wie erst vor wenigen Minuten aus dem Wirtschaftszentrum gemeldet, kam es zu einer weiteren großen Geldabwicklung an der Schlossallee. Hierbei verlor „Cover-Productions“ sein gesamtes Kapital und Eigentum an Winter-Industries. Womit „Cover-Productions“ vollständig aus dem freien Wettbewerb ausscheidet.“

Gabriel schaute mit betroffenem Gesicht durch die Runde und sprach letztendlich:

„Seht ihr? Es trifft nicht mal nur die Kleinen.“

Kapitel 2

Wie ein Baum, den man fällt

Tag 2

Die Meldung der pleitegegangenen „Cover-Productions“ schlug ein wie eine Bombe und alle Geschäftsmänner und Investoren versuchten sich am nächsten Tag mit ausgeklügelten Geschäftsplänen ihre eigenen Vorhaben gegen ein Zusammentreffen mit der Schlossallee zu schützen.

So war am Morgen im Börsenzentrum einmal wieder die Hölle los.

Die Eingangs- und Aktionärshalle war überfüllt von Leuten die sich die besten und vielversprechendsten Angebote sichern wollten. Dazu dröhnte ein ohrenbetäubender Lärm aus dem gesamten Gebäudekomplex, da jeder entweder lautstark in sein Handy brüllte oder am Wertpapierschalter mit vielen anderen um die letzten Angebote stritt.

Das riesige „Own it All“ schien an diesem Morgen besonders hell und golden zu glänzen.

Mitten in dem ganzen Trubel befand sich auch Thomas, wie an fast jedem Tag.

Doch dieses Mal fiel es ihm zwischen den ganzen Leuten noch schwerer einen guten Blick auf die Börsenkurse zu erlangen.

Denn heute war tatsächlich die gesamte Geschäftswelt der Stadt versammelt.

Darunter auch Henry und Jurie Schmitz, die Brüder von der „Schmitz & Schmitz OHG“, welche sich während des gesamten Wirtschaftstrubels dazu entschlossen hatten, zusammenzuarbeiten.

Zwar weniger erfolgreich als „Winter-Industries“ hatten die Brüder dennoch die Schiller-, Lessing- und Goethestraße unter ihrer Kontrolle.

Heute war ihr Ziel, eventuell noch einen Anteil an der Theaterstraße zu bekommen, welche nach dem Ausscheiden von „Cover-Productions“ erneut an Priorität gewonnen hatte.

„Jurie, ich glaube wir waren zu langsam um die Theaterstraße noch zu bekommen.“, sprach Henry mit einem gelassen aber enttäuschten Ton zu seinem Bruder.

Jurie stellte sich auf die Zehenspitzen, um über die Masse der Geschäftsleute hinweg zu sehen und um einen besseren Blick auf die Tabelle mit den Straßenpreisen zu bekommen.

Tatsächlich zeigte die elektronische Tabelle mit einem roten Blinken an, dass die Theaterstraße bereits einen neuen Käufer gefunden hatte. Dieser trug zum Unglück aller den Namen „Lens & Co.“. Der zweitstärkste Konzern zurzeit.

Jurie verschränkte mit einem grimmigen Blick seine Arme und meinte dann zu seinem Bruder: „Dieser Mistkerl hat doch irgendwie geschummelt. Der Verkauf der Theaterstraße sollte erst in einer Stunde stattfinden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er so viel geboten hat, dass er sie jetzt schon gutgeschrieben bekommt.“

Henry fasste sich nachdenklich ans Kinn und meinte dann leise:

„Eventuell schaltet sich das Kartellamt ein, wenn es tatsächlich nicht mit rechten Dingen abgelaufen ist. Andererseits habe ich das Vertrauen ins Kartellamt bereits verloren. Wir haben unseren Antrag für die OHG ja auch viel zu schnell durchbekommen, obwohl man uns einen viel längeren Ablauf prophezeit hatte.“

Den Schmitz Brüdern blieb diesen Morgen somit nichts anderes übrig als das Börsenzentrum ohne ein abgeschlossenes Geschäft zu verlassen.

Nur eine Straße über dem Börsenzentrum befand sich das Hauptgebäude von „Winter-Industries“.

Nach dem großen Coup mit „Cover-Productions“ hielt es hier diesen Morgen niemand für nötig sich zwischen den Anzugträgern im Börsenzentrum herumzuschlagen.

Peter Winter, der große Mann hinter „Winter-Industries“, saß zufrieden in seinem schick ausgestatteten Büro, schaute auf seinen PC und bewunderte seinen frisch gestiegenen Kontostand.

„Das war ein wirklich guter Fischzug.“, sagte Peter lächelnd und winkte seinen Hauptsekretär zu sich herein, der bereits neugierig in der Tür stand.

„Soll ich vielleicht etwas Champagner bringen lassen, Herr Winter?“, fragte der Sekretär, als er fröhlich in das Büro tänzelte.

Peter Winter musste lachen, meinte dann aber mit einer lockeren abweisenden Handbewegung: „Nein danke, Sie wissen ja, dass ich eigentlich ein bescheidener Mann bin. Hätten Sie nicht auch eher Lust auf einen Orangensaft?“

Der Sekretär konnte die Bescheidenheit seines Chefs nicht verstehen. Wenn er so viel Geld auf einen Schlag verdient hätte, hätte er vermutlich erst einmal einen drauf gemacht.

Peter Winter rollte mit einem festen Schwung auf seinem Bürostuhl zurück, um seinen lieben Sekretär noch genauer ansehen zu können. „Was machen Sie denn für ein Gesicht?“, fragte er mit einem frohen Grinsen, „Sie freuen sich wohl gar nicht so sehr für mich.“

Der Sekretär schaute auf seine schwarzen Anzugschuhe, welche im plüschigen Teppich vor Herrn Winters Schreibtisch etwas einsanken, sagte dann aber:

„Nun wissen Sie Herr Winter, Ihre Bescheidenheit ist zwar sehr bemerkenswert wenn auch nicht gerade nachvollziehbar.“

Peter hatte heute einen guten Tag und lachte abermals laut auf.

„Sie amüsieren mich. Ich bin einfach so stolz darauf, das alles hier selbst erarbeitet zu haben. Warum sollte ich es dann gleich alles wieder ausgeben? -Nun, ich hörte einmal den Satz: ‚Geld macht erst Spaß wenn es weg ist.‘ Wenn dies stimmen würde, müssten Obdachlose die glücklichsten Menschen der Welt sein. -Aber dem ist bekanntlich nicht so. Ich habe heute dieses wunderbare Gefühl, wissen Sie? Dieses Gefühl was man hat, wenn man einen Berg aus eigener Muskelkraft erklommen hat, ohne die Hilfe einer Seilbahn oder ähnlichem. Ich möchte nun einfach den Ausblick genießen und nicht darüber nachdenken, wie ich am schnellsten wieder runter komme. -Aber wenn Sie so fürs Geldausgeben sind, gehen Sie hinaus und leiten ein Rundschreiben für die Firma in die Wege. Ich gewähre für diesen Monat eine kleine Gehaltserhöhung für alle Mitarbeiter. Es war schließlich ein gutes Quartal.“

Mit diesen Worten drehte sich Peter Winter zufrieden um und blickte aus dem großen Fenster hinter seinem Schreibtisch, von wo er einen guten Ausblick auf die Stadt hatte. Sein Sekretär war währenddessen hinaus gelaufen um seinen Computer anzuwerfen, damit er allen Beschäftigten die Großzügigkeit ihres Chefs verkünden konnte.

Winter selbst stand noch ein Weilchen an seinem Fenster und blickte zufrieden auf die großen Nachbarhochhäuser. Weiter entfernt waren auch noch die Außenstellen seiner Firma zu erkennen. Die Fabriken, um genau zu sein. Aus den großen Schornsteinen sah er die Rauchsäulen emporsteigen und nickte zufrieden, da sein Geschäft so gut lief.

Als er wieder an seinem Schreibtisch platznahm und sich zur Feier des Tages einen Kaffee ins Büro bringen lassen wollte, stieß er im Internet auf die neuesten Nachrichtenmeldungen.

Berichtet wurde über die seit den frühen Morgenstunden andauernden Tumulte im Börsenzentrum, welche Peter Winter allerdings kalt ließen.

Als er aber nur einen Bericht darunter, darüber las, dass Hermann Wiesnewski, der ehemalige Eigentümer von „Cover-Productions“, schon