Kosten- und Leistungsrechnung für Fachwirte - Clemens Kaesler - E-Book

Kosten- und Leistungsrechnung für Fachwirte E-Book

Clemens Kaesler

4,9

Beschreibung

Grundlagen der Kosten-Leistungsrechnung anschaulich und leicht verständlich erklärt. Das Buch eignet sich insbesondere für die Fachwirt-Weiterbildung, aber auch für das Grundstudium an Dualen Hochschulen, Fachhochschulen und an der Universität. Das Buch beinhaltet viele Beispiele, Lernaufgaben, Übungsaufgaben. Zu allen Wissensfragen und Übungsaufgaben sind die Lösungen angegeben. Es ist geeignet für ein gezieltes Lernen und Üben vor Prüfungen der Kosten- und Leistungsrechnung (Kostenrechnung und Erlösrechnung). Themen: Vollkostenrechnung, Teilkostenrechnung, Kostenartenrechnung, Kostenträgerrechnung, Kostenstellenrechnung, Deckungsbeitragsrechnung.

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VORWORT

Betriebswirte müssen einen klaren Überblick über die Kosten des Unternehmens haben. Das Instrumentarium hierzu bietet die Kosten- und Leistungsrechnung. Sie schafft Transparenz dahingehend, welche Kosten angefallen sind, wo sie angefallen sind und für was sie angefallen sind. Die Kosten- und Leistungsrechnung ist Grundlage dafür, dass die Kosten verursachungsgerecht zugeordnet werden können, damit Preise kalkuliert werden können, die dieser Verursachung auch tatsächlich entsprechen.

Die Kosten- und Leistungsrechnung ist damit eines der Kerngebiete der Betriebswirtschaftslehre, denn sie liefert Informationen, die für die Steuerung eines Unternehmens unabdingbar sind.

Die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) wird von Studierenden als eines der „schwierigeren“ Fächer der BWL wahrgenommen, da z.B. vielerlei Berechnungen notwendig sind, um eine Fallstudie zu lösen. Von einem mathematischen Gesichtspunkt aus betrachtet, geht der Lernstoff allerdings nicht über Prozentrechnung und Arithmetik hinaus, die Schwierigkeit liegt eher darin, eine Vielzahl von Daten miteinander zu verknüpfen. Aus diesem Grund sind im Buch zahlreiche Übungsaufgaben und Beispiele angeführt, denn allein durch Theorie werden Sie den Stoff nicht verstehen. Eine Besonderheit stellen die sog. Lernaufgaben dar. Sie sind als Beispiel formuliert, doch Sie den Lösungsweg studieren, sollen Sie erste Lösungsansätze selbst versuchen. Denn auch für die KLR gilt: „Practice makes perfect!“

Clemens Kaesler

Frankenthal Januar 2017

INHALTSVERZEICHNIS

1. GRUNDLAGEN DER KOSTENRECHNUNG

1.1 ÜBERGANG VON DER GESCHÄFTSBUCHFÜHRUNG ZUR KOSTEN- UND LEISTUNGSRECHNUNG

1.2 AUFGABEN DER KOSTEN- UND LEISTUNGSRECHNUNG

1.2.1Aufgabenbereiche der Kosten- und Leistungsrechnung

1.2.2 Zweck der Kosten- und Leistungsrechnung

1.3 BEGRIFFSPAARE DER KLR

1.3.1 Einzahlungen und Auszahlungen

1.3.2 Einnahmen und Ausgaben

1.3.3 Ertrag und Aufwand

1.3.4. Leistungen und Kosten

1.3.5 Abgrenzung der Begriffspaare Aufwand/Ertrag Kosten/Leistungen

1.4 WEITERE KOSTENBEGRIFFE

1.5 PRINZIPIEN DER KOSTENRECHNUNG

1.5.1 Verursachungsprinzip

1.5.2 Durchschnittsprinzip

WISSENSFRAGEN ZU KAPITEL 1

ÜBUNGSAUFGABEN ZU KAPITEL 1

2. KOSTENRECHNUNGSSYSTEME

2.1 KOSTENRECHNUNGSSYSTEME NACH DEM ZEITBEZUG

2.1.1 Die Istkostenrechnung

2.1.2 Die Normalkostenrechnung

2.1.3 Die Plankostenrechnung

2.2 EINTEILUNG NACH DER KOSTENVERRECHNUNG

2.2.1 Die Vollkostenrechnung

2.2.2 Die Teilkostenrechnung

2.3 ZUSAMMENFASSUNG DER AUSGESTALTUNG

2.4 AUSGESTALTUNG DER KLR

2.4.1 Die Kostenartenrechnung

2.4.2 Die Kostenstellenrechnung

2.4.3 Die Kostenträgerrechnung

WISSENSFRAGEN ZU KAPITEL 2

3. DIE VOLLKOSTENRECHNUNG

3.1 DIE KOSTENARTENRECHNUNG IN DER VOLLKOSTENRECHNUNG

3.1.1 Ziele und Aufgaben

3.1.2 Die Erfassung und Einteilung der Kosten

3.1.2.1 Einteilung der Kosten nach der Abhängigkeit von der Beschäftigung

3.1.2.2 Einteilung der Kosten nach den Möglichkeiten der Zurechnung zu Kostenträgern

3.1.2.3 Einteilung der Kosten nach den betrieblichen Funktionsbereichen

3.1.2.4 Einteilung nach der Art der verbrauchten Produktionsfaktoren

3.1.2.4.1 Materialkosten

3.1.2.4.2 Personalkosten

3.1.2.4.3 Kalkulatorische Kosten

3.1.2.4.3.1 Kalkulatorische Abschreibungen

3.1.2.4.3.2 Kalkulatorische Zinsen

3.1.2.4.3.3 Kalkulatorische Wagnisse

3.1.2.4.3.4 Kalkulatorischer Unternehmerlohn

3.1.2.4.3.5 Kalkulatorische Miete

WISSENSFRAGEN ZU KAPITEL 3.1

ÜBUNGSAUFGABEN ZU KAPITEL 3.1

3.2 DIE KOSTENSTELLENRECHNUNG IN DER VOLLKOSTENRECHNUNG

3.2.1 Ziele und Aufgaben

3.2.2 Bildung und Arten von Kostenstellen

3.3 DIE DURCHFÜHRUNG DER KOSTENSTELLENRECHNUNG

3.3.1 Der einstufige Betriebsabrechnungsbogen

3.3.2 Der mehrstufige BAB

WISSENSFRAGEN ZU 3.2 UND 3.3

ÜBUNGSAUFGABEN ZU KAP. 3.2 UND 3.3

3.4 DIE KOSTENTRÄGERRECHNUNG IM VOLLKOSTENSYSTEM

3.4.1 Die Divisionskalkulation

3.4.1.1 Die Preisermittlung bei der Divisionskalkulation

3.4.2 Die Äquivalenzziffernkalkulation

3.4.3 Kalkulation auf Basis der Normalkosten

3.4.4 Vergleich der Normalkosten mit den Ist-Kosten

3.4.5 Plan-Kostenrechnung in der Vollkostenrechnung bei Fitness-Centern

WISSENSFRAGEN ZU KAPITEL 3.4

ÜBUNGSAUFGABEN ZU KAPITEL 3.4

4. DIE KOSTENTRÄGERSTÜCKRECHNUNG IM SPORTHANDEL

4.1 DIE PROGRESSIVE ANGEBOTSKALKULATION DES HANDELS

4.2 DIE RETROGRADE ANGEBOTSKALKULATION

4.3 DIE DIFFERENZKALKULATION

WISSENSFRAGEN ZU KAPITEL 4

ÜBUNGSAUFGABEN ZU KAPITEL 4

5. DIE TEILKOSTENRECHNUNG

5.1 DER ZWECK DER TEILKOSTENRECHNUNG

5.2 DIE DECKUNGSBEITRAGSRECHNUNG

5.2.1 Die einstufige Deckungsbeitragsrechnung

5.2.1.1 Die Kostenartenrechnung in der Teilkostenrechnung

5.2.1.2 Die Kostenstellenrechnung in der Teilkostenrechnung

5.2.1.3 Die Kostenträgerrechnung in der Teilkostenrechnung

5.2.1.4 Die Kostenträgerzeitrechnung in der Teilkostenrechnung

5.2.1.5 Kostenträgerstückrechnung

5.2.2 Die mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

5.3 ANWENDUNG DER TEILKOSTENRECHNUNG

5.3.1 Die Break-Even–Analyse

5.3.2. Preisuntergrenzen

5.3.3 Eigenfertigung / Fremdbezug (Make or Buy)

5.3.4 Erweiterungsinvestitionen

WISSENSFRAGEN ZU KAPITEL 5:

ÜBUNGSAUFGABEN ZU KAPITEL 5:

- LÖSUNGEN -

1. Grundlagen der Kostenrechnung

1.1 Übergang von der Geschäftsbuchführung zur Kosten- und Leistungsrechnung

Anders als bei der Geschäftsbuchführung begründet sich die die Kosten- und Leistungsrechnung (KLR) nicht durch gesetzlichen Vorgaben. Weder gibt es gesetzliche Regelungen zu „Grundsätzen ordnungsgemäßer Kostenrechnung“ analog der Buchführungsgrundsätze noch beinhaltet das BGB Vorschriften, wie ein Unternehmen seine Kosten näher bestimmen und Planungen für zukünftige Kostenentwicklungen vorzunehmen hat.

Der Bedarf der Kosten- und Leistungsrechnung ergibt sich vielmehr aus der Tatsache, dass Unternehmen die Notwendigkeit erkannt haben, ihre Kosten im Blick zu haben, diese verursachungsgemäß zuzuordnen und dadurch einen realistischen und rentablen Preis am Markt zu erzielen. Das Erwirtschaften von Gewinn als unternehmerisches Ziel kann besser verfolgt werden, wenn der Unternehmer weiß, wo die Kosten entstehen und wie unnötige Kosten umgangen werden können. Die Geschäftsbuchführung widmet sich wiederum den externen Adressaten und gibt diesen Informationen über die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage.

Wesentliche Unterscheidungskriterien zwischen der Geschäfts- und Betriebsbuchführung sind die unterschiedlichen Zielsetzungen und Betrachtungsobjekte. Die folgende Darstellung zeigt die Einordnung des externen Rechnungswesens (der Buchführung) und der Kosten- und Leistungsrechnung im Unternehmen.

Wie der Begriff schon deutlich macht, wendet sich das externe Rechnungswesen hauptsächlich an Adressaten außerhalb des Unternehmens. Hier finden rechtliche Vorgaben, z.B. aus dem Handelsgesetzbuch, ihre Anwendung. Über den Jahresabschluss werden Daten aus dem Jahresablauf des Unternehmens gezeigt. Den Adressaten soll ein, den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt werden. Die in der GuV dargestellten Erträge und Aufwendungen spiegeln den in der Betrachtungsperiode erzielten Erfolg wider (Zeitraumbetrachtung), während die Bilanz die Vermögenssituation zum Bilanzstichtag darstellt (Stichtagsbetrachtung).

Das interne Rechungswesen bildet die Grundlage für unternehmerische Entscheidungen. Die im externen Rechnungswesen ermittelten Daten bieten keine ausreichende Informationsbasis.

Deshalb müssen für interne Adressaten (z.B. Geschäftsführung) andere Schwerpunkte gewählt werden. In der Kosten- und Leistungsrechnung werden die entstandenen Kosten und Leistungen verrechnet – hier liegt der Schwerpunkt damit auf der Ermittlung und Überwachung von Kosten.

Hier finden Sie noch einmal die Unterschiede zwischen Geschäftsbuchführung und Kosten-Leistungsrechnung im Überblick:

Geschäftsbuchführung

Kosten- und Leistungsrechnung

Interne Zwecke

Interne Zwecke

Erfassung aller Geschäftsvorfälle

Ermittlung von Vermögen und Schulden

Erfolgsermittlung

Kontrollinstrument

Grundlage der Kosten- und Leistungsrechnung

Erfassung aller entstandenen betrieblichen Kosten und der resultierenden Leistungen

Verursachungsgerechte Zuordnung der Kosten

Grundlage für Kalkulation von Preisen am Markt

Wirtschaftlichkeitskontrolle

Externe Zwecke/Adressaten

Externe Zwecke/Adressaten

Auskunftsmittel für Investoren und Mitarbeiter

Beweismittel für steuerliche Zwecke sowie zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben (z.B. HGB).

Bei der Kosten- und Leistungsrechnung wird nicht in interne oder externe Adressaten unterschieden, da die Informationen nur für den Betrieb selbst relevant sind.

In der Unterscheidung von Buchführung und Kosten- und Leistungsrechnung ist von verschiedenen Begriffen wie Kosten oder Aufwand die Rede. Auch wenn diese im Sprachgebrauch oft synonym verwendet werden, haben sie im betrieblichen Rechnungswesen verschiedene Bedeutungen. Diese werden im Verlauf dieses Lehrbuchs noch ausführlicher betrachtet, zum Überblick sollen sie hier aber kurz erläutert werden.

Als Aufwand wird der gesamte Werteverzehr einer Periode für Güter und Dienstleistungen bezeichnet, unabhängig davon, ob er zur Erfüllung des Betriebszweckes entstanden ist oder nicht

Als Ertrag wird der Wertzuwachs eines Unternehmens für eine Abrechnungsperiode betrachtet. Auch hier ist es unerheblich, ob der Wertzuwachs zur Erfüllung des Betriebszweckes entstanden ist oder nicht. Kosten sind der wertmäßige Verzehr von Produktionsfaktoren (z.B. Kabel) zur Leistungserstellung und Leistungsverwertung sowie zur Sicherung der dafür notwendigen betrieblichen Kapazitäten.

Leistungen sind das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit – damit werden die in Erfüllung des Betriebszweckes erstellten Güter und Dienstleistungen bezeichnet.

1.2 Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung

1.2.1 Aufgabenbereiche der Kosten- und Leistungsrechnung

Die Aufgaben der Kosten- und Leistungsrechnung lassen sich in folgende Bereiche einteilen:

Dokumentation

Planung

Kontrolle

Wie schon zu Beginn des Kapitels angesprochen, bestehen keine gesetzlichen Vorgaben für die Kostenrechnung. Trotzdem ist die Dokumentation der entstandenen Umsätze und Kosten für das Unternehmen von Nutzen: die vergangenheitsorientierten Zahlen werden hier festgehalten und können dann mit der ursprünglichen Planung verglichen werden. Daraus lassen sich Ansätze zur Verbesserung und Optimierung ableiten. Durch die Planung werden Prognosen und Entscheidungen ermöglicht und unterstützt. Es handelt sich hier um die zukunftsorientierte Darstellung reiner Soll-Zahlen.

Über die Kontrolle werden letztendlich die geplanten mit den tatsächlichen Kosten verglichen. Nur so kann erreicht werden, dass Fehler bemerkt werden. Damit können für die Zukunft Abweichungen vermieden und die Unternehmenszahlen langfristig verbessert werden.

Die drei Aufgabenbereiche dürfen allerdings nicht separat betrachtet werden, da vielfältige Wechselbeziehungen bestehen. So ist eine Planung nicht sinnvoll, wenn nach Ablauf des Planungszeitraums keine Kontrolle erfolgt – umgekehrt ist eine Kontrolle nicht möglich, wenn vorher keine Planung stattgefunden hat.

Die durch die verschiedenen Aufgabenbereiche ermittelten Daten gelten u.a. als Grundlage für die Preispolitik eines Unternehmens und die daraus folgende Preisbestimmung der Produkte und Dienstleistungen. Jedes Unternehmen muss für jedes seiner Produkte und Dienstleistungen prüfen, welcher Preis am Markt durch Angebot und Nachfrage erzielt werden kann und ob mit diesem Preis die Kosten der Herstellung gedeckt werden können. Zudem soll das Unternehmen mit dem Preis auch noch Gewinn erzielen können. Deshalb ist es wichtig, den Preis zu ermitteln, bei dem das Produkt noch verkauft werden kann, um zu wissen, bis zu welchem Preis ein Auftrag angenommen werden kann.

1.2.2 Zweck der Kosten- und Leistungsrechnung

Der Zweck der Kosten- und Leistungsrechnung lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

Ermittlung des Betriebsergebnisses:

Für den Unternehmer ist die Erfolgsermittlung der Geschäftsbuchführung nicht ausreichend. Für die unternehmerischen Grundlagen muss er auch wissen, welchen Anteil am Ergebnis die einzelnen Produkte des Unternehmens jeweils haben. Für diese Informationen greift er auf die Kosten- und Leistungsrechnung zurück.

Unterlagen für die Kalkulation:

Der Unternehmer muss seine Preisfestlegung sinnvoll gestalten. Allein aufgrund des Jahresabschlusses des Unternehmens wird nicht ersichtlich, ob ein neuer Auftrag noch angenommen werden kann.

Bewertung der Vorräte:

Im Jahresabschluss ist die Menge der vorhandenen Güter ablesbar, die mithilfe der Inventur ermittelt und die anhand gesetzlicher Vorgaben bewertet wurde. Dieser Ansatz reicht für Kalkulationszwecke nicht aus und muss dementsprechend durch die Kosten- und Leistungsrechnung aussagekräftiger dargestellt werden.

Wirtschaftlichkeitskontrolle:

Wie bereits unter dem Aufgabengebiet „Kontrolle“ erklärt wird, muss regelmäßig geprüft werden, ob die Planvorgaben erfüllt sind. Falls dies nicht der Fall ist, kann durch die Kontrolle der Kosten ermittelt werden, wo eine Fehlplanung besteht und an welcher Stelle somit Kosten gesenkt werden müssen. Nur so kann ein Unternehmen auf Dauer wirtschaftlich arbeiten.

1.3 Begriffspaare der KLR

Die Betriebswirtschaftslehre hat zur Bezeichnung der vom betrieblichen Rechnungswesen erfassten Zahlungs- und Leistungsströme eine eigene Terminologie entwickelt. Bei den folgenden Begriffspaaren handelt es sich um Größen, durch deren gegenseitige Verrechnung Ergebnisse ermittelt werden, die unterschiedliche Aussagen über die Situation des Unternehmens zulassen.

Begriffspaar

Ergebnis

Auszahlungen/Einzahlungen

Zahlungssaldo

Ausgaben/Einnahmen

Finanzsaldo

Aufwand/Ertrag

Jahresüberschuss

Kosten/Leistungen

Betriebsergebnis

1.3.1 Einzahlungen und Auszahlungen

Als Einzahlung bezeichnet man den Zugang von liquiden Mitteln (also Bar- oder Buchgeld). Von Auszahlungen wird gesprochen, wenn dem Unternehmen liquide Mittel abgehen. Unter der Bezeichnung liquide Mittel werden Kassenbestände sowie Bank- oder Postgiroguthaben zusammengefasst. Bei Einzahlungen kommt es also zu einer Vermehrung, bei Auszahlungen kommt es zu einer Verminderung des Bar- oder Buchgeldbestandes.

Beispiele:

Barentnahme:

- Einzelhändler Pech entnimmt der Ladenkasse 100,- , um mit seiner Frau Essen zu gehen.

Barkauf:

- Bei der Sporthandels AG wird eine Warenlieferung bar bezahlt.

Vorauszahlung:

- Bei der Sporthandels AG leistet ein Kunde auf eine Bestellung eine Anzahlung i.H.v. 10.000,- .

Tilgung:

Dank der guten Geschäftslage kann die Sporthandels AG einem Kreditgeber 500.000,- als Sondertilgung zurückzahlen. Das Gel d wird vom Geschäftskonto überwiesen.

Die Differenz von Ein- und Auszahlungen wird als Zahlungssaldo (Zahlungsüberschuss) bezeichnet.

1.3.2 Einnahmen und Ausgaben