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Krebs – ein Thema das in der heutigen Welt allen bekannt ist. Viele Leidenswege sind mit diesem Begriff verknüpft. Einer davon ist in diesem Buch, in Form eines modernen, kurzen Dramas festgehalten. Durch Höhen und Tiefen begleiten wir den Menschen und Patienten Gustaf im Krankenhausalltag. Dabei treten einige Schwächen der Pflege und Behandlung zutage.
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Seitenzahl: 25
Veröffentlichungsjahr: 2014
Dieses Drama basiert auf persönlichen Erfahrungen, wobei natürlich kein Dialog genau so stattgefunden hat. Die Personen sind frei erfunden.
Ich wollte den Leidensweg eines guten Bekannten festhalten und ihm zugleich Respekt zollen.
Deswegen habe ich mich für eine Version in Blankversen entschieden, wie sie auch bei Goethe und Shakespeare etc. in Dramen zu finden sind. Die Metrenwechsel bei dem Krankenhauspersonal sind bewusst und erfüllen ihren Zweck.
Krebs ist ein Drama. Und dem soll dieses kleine Büchlein Form verleihen.
Für alle Krebspatienten.
Vorspiel
Erster Akt, erste Szene
Zweite Szene
Dritte Szene
Zweiter Akt, erste Szene
Zweite Szene
Dritte Szene
Vierte Szene
Zwischenspiel
Dritter Akt, erste Szene
Zweite Szene
Dritte Szene
Vierte Szene
Vierter Akt, erste Szene
Zweite Szene
Dritte Szene
Vierte Szene
Fünfte Szene
Sechste Szene
(Magdeburger Szene)
In einer verlorenen Stadt,
da trafen Gesetze des Lebens zusamm',
und fochten den Kampf um den Menschen,
und weder von Tiger noch Lamm
konnt' man reden.
So horche dem Treiben des Windes,
voll Kraft und verheerender Inbrunst entschlossen,
des Menschen alleiniges Schicksal
zu bilden; aus Blei ganz gegossen
des Menschen Qual!
Harsleben, 18.04.2014
(Im Magdeburger Krankenhaus, Patientenzimmer)
Es ist Nacht.
Gustaf. Eine Krankenschwester
GUSTAF. (aufschreckend)
Was? Wo bin ich? Was grämen meine Augen?
rings scheinen weiße Wände, doch unschuldig
erscheint mir Keine; rot befleckt sind sie!
Und ja! Dort hängt ein Kreuz uns Leid
[verkündend!
KRANKENSCHWESTER. (kommt zu ihm ans Bett)
Ganz stille haben sie zu sein; ich bringe
die Augentropfen, tröpfel sie ins Auge,
wenn sie nun also ganz geduldig warten.
(tröpfelt die Tropfen in sein Auge)
So ist es fein! Ja so verstehen wir uns.
GUSTAF Verstehe. Bin ich immer noch -
KRANKENSCHWESTER.
Jawohl!
Krankenschwester ab
GUSTAF. (in sich gesunken)
Es ist noch nicht zu Ende. Hoffentlich
mag es sich nicht mehr all zulange zieh'n.
Solange liege ich im Dunkeln schon,
gelegentlich geweckt von grellem Lichte,
so dass ich keine Ruhe finden kann.
(kurze Pause; er dreht sich zum Fenster)
Beim nächsten Öffnen meiner Augen will ich
schon Strahlen durch dies' Fenster brechen seh'n.
Ein letztes Mal für diese Nacht, Herr Mond,
sei dir von mir ein „Gute Nacht“ gewünscht.
(schließt die Augen)
Helles Sonnenlicht durchflutet das Zimmer.
Gustaf, bald eine Krankenschwester, bald ein Arzt
GUSTAF. (am Fenster stehend)
So mag ich meine Tage: Golden glüht
der Horizont und einsam steh ich da.
Hab' ihn für mich alleine; welche Ruhe!
Und warm wird mir nicht nur die Haut, oh nein!
Mein Herz im Tiefsten, Tiefsten drinne wallt.
Wie möcht' ich Unschuld tragen, liebe Sonne?
Wie mach' ich leicht, was in mir so schwer sitzt?
Ja grade die Natur, die weiß es besser!
Wir Menschen sind so oft beschränkt im Denken.
KRANKENSCHWESTER. (kommt ohne zu Klopfen herein)
Ja, guten Tag.
Ich löse ab,
den Frühdienst, wenn
sie Fragen haben,
komm' sie gerne,
vor zu uns.
