Kreuzkümmel und Rosenduft - Lena Schönfeld - E-Book

Kreuzkümmel und Rosenduft E-Book

Lena Schönfeld

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Beschreibung

Sebastian, ein 52-jähriger Arzt, sucht nach zwölf Jahren im Ausland Ruhe, um sich seiner großen Leidenschaft, dem Schreiben, zu widmen. Zufällig sieht er eines Tages seine Nachbarin, die etwa 48-jährige Regisseurin Saskia, die ihn sofort fasziniert. Als Traditionalist wagt Sebastian einen altmodischen Weg und lädt sie per handschriftlichem Brief zu einem "blind date" ein. Kann ihre ungewöhnliche, anfänglich vornehmlich durch Worte genährte Beziehung, verschiedene Zerreißproben überstehen? Kreuzkümmel und Rosenduft ist eine tiefgründige Geschichte über die Macht der Sehnsucht, die heilende Kraft des geschriebenen Wortes und die Suche nach dem Ankommen.

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Seitenzahl: 238

Veröffentlichungsjahr: 2026

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„Ich bin dir wie ein Vorbereiten und lächle leise, wenn du irrst, ich weiß dass du aus Einsamkeiten dem großen Glück entgegenschreiten und meine Hände finden wirst.“

(R.M. Rilke)

Sebastian war nervös. Es geschah selten, dass er in diesem Zustand war, musste er doch allein beruflich Ruhe, Gelassenheit und Disziplin ausstrahlen. Als Arzt von „Ärzte ohne Grenzen“ an einem Krankenhaus in Namibia, an dem täglich die unterschiedlichsten Krankheiten und Verletzungen zu behandeln waren, konnte er sich Nervosität in keinem Moment leisten. Fast zwölf Jahre seines Lebens hatte er in Afrika verbracht, Höhen und Tiefen des Arztdaseins erlebt. Freuden und Enttäuschungen im beruflichen und privaten Leben erfahren. Durch den Aufenthalt in einem in jeder Hinsicht so anderem Land, mit einer völlig anderen Lebenskultur, hatte sich sein ursprüngliches Weltbild gravierend verändert.

Nun aber war er seit einigen Wochen zurück in Deutschland. Eine Auszeit unbestimmter Dauer hatte er sich genommen, um endlich seiner großen und bis dahin brachliegenden Leidenschaft nachkommen zu können: dem Schreiben. Zu diesem Zweck hatte er sich absichtlich einen Wohnort ausgesucht, an dem er noch niemals in seinem Leben gewesen war und wo er auch wissentlich niemanden kannte. Per Zufall, mit geschlossenen Augen, hatte er auf die Landkarte Deutschlands getippt. Terra incognita gewissermaßen. Sein Finger hatte dabei auf die kleine Stadt Ettlingen direkt neben Karlsruhe gezeigt. Dort mietete er kurzerhand eine kleine Wohnung in einem ruhigen Viertel und stattete sie mit dem Nötigsten aus, viel brauchte er nicht, viel hatte er auch nicht, aber nichtsdestotrotz war es ihm wichtig, dass seine Umgebung Wärme und Geborgenheit ausstrahlte, zumal er ja die meiste Zeit in der Wohnung verbringen würde. Wichtig auch: die Küche musste gut eingerichtet sein. Das Kochen war eine große Leidenschaft von ihm und dafür brauchte er das geeignete Umfeld.

So startete Sebastian seine neue Lebensetappe. Mit völlig ungewohnten Tagesabläufen und vor allem mit Ruhe. Ruhe, um sich auf Wesentliches zu konzentrieren, um die Inspiration kommen zu lassen, wie einen Blütenduft im Frühling, der einem unaufgefordert in die Nase steigt und so die farbigsten Fantasien anregt. Sebastian lebte sozusagen in den Tag hinein, ein jeder gestaltete sich anders, aber alle waren getragen von dieser neuen Freiheit im Sein. Anfangs verlief das Schreiben stockend, fast holprig. Er hatte Mühe, all seine Gedanken zu ordnen, in eine Hierarchie zu bringen. Deshalb beschloss er, ein großes weißes Blatt an die Wand zu pinnen und darauf jede Idee, jede Eingebung aufzuschreiben. Zuerst ungeordnet und dann langsam in eine Struktur zusammenwachsen lassend. Nach einigen Tagen war eine ganze Wand in seinem Arbeitszimmer schon mit diesen Blättern zutapeziert, aber Sebastian bemerkte, dass er mit diesem System jederzeit den Überblick bewahrte und neue Gedanken im Gesamtgefüge schnell ihren adäquaten Platz finden konnten.

Drei Wochen gingen ins Land und dieses neue Leben erfüllte Sebastian mit einem bis dahin unbekannten Gefühl der Zufriedenheit. Vorbei war zunächst mal jeglicher Stress und die nie weichende innere Unruhe, vorbei auch die Verantwortung für die Krankenstation und die latente Furcht vor unlösbaren Problemen, die meist mit der Abgeschiedenheit des afrikanischen Krankenhauses verbunden waren. Ja, er genoss diesen neuen Lebensabschnitt.

Und jetzt war er tatsächlich nervös. Und aufgeregt zugleich. Weshalb? Was war geschehen?

Das Ereignis lag einige Tage zurück. Während einer Schreibpause blickte er versonnen durchs Fenster nach draußen. Es war einer dieser typischen regnerischen Tage im deutschen Winter, grau, windig, ein dichter Nieselregen, den er in seiner ganzen Zeit in Afrika kein einziges Mal so erlebt hatte, benetzte seit Stunden Stadt und Land. Da öffnete sich plötzlich die Eingangstür des Wohnblocks gegenüber und es erschien eine Frau, die allem Anschein nach eine Joggingrunde starten wollte. Bei diesem Wetter! Sie mochte so um die 45 Jahre alt sein, eher jünger. Ja, sicher jünger als 45, so schätzte Sebastian ihr Alter. Sie hatte eine schlanke, sportliche Figur, blonde Haare, das konnte er erkennen, obwohl sie eine Mütze trug. Dazu eine bunte und adrette Laufbekleidung. Aber irgendetwas war da noch, dass ihn davon abhielt weiterzuschreiben und stattdessen ihr nachzuschauen bis sie hinter den Häusern verschwunden war. Er überlegte: ja, es war ihre Art sich zu bewegen. Ihren Körper durch die Welt zu tragen, den Raum zu durchqueren gewissermaßen. Natürlich tat das jeder Mensch, wenn er von A nach B ging, aber bei ihr war das anders. Irgendwie besonders, noch nie so gesehen. Gedankenversunken unterbrach Sebastian seine Arbeit und bereitete sich einen Tee.

Am darauffolgenden Tag warf er immer wieder einen Blick auf die Straße, konnte die Unbekannte aber nicht entdecken und war abends ein klein wenig enttäuscht. Wer war wohl diese Frau? Sie schien gegenüber zu wohnen, aber in welcher Wohnung?

Am nächsten Morgen, er war früher als üblich auf-gestanden, da ein irritierender Traum ihn daran gehindert hatte wie gewohnt bis mindestens acht Uhr zu schlafen, stand er mit einem belebenden Pott Kaffee am Fenster. Da trat sie wieder auf die Straße. Diesmal in eleganter Kleidung. Ein heller Mantel schützte sie vor der morgendlichen Kälte, darunter konnte er einen dunklen Rock erkennen. An den Füßen trug sie hochhackige Stiefel. Vermutlich arbeitete sie in einem Büro oder hatte eine leitende Stellung in einem Betrieb. Vielleicht war sie aber auch Vertreterin im Außendienst, da musste man sich ja immer elegant präsentieren. Jetzt sah er auch ihr blondes Haar und er meinte, auch ihre Augenfarbe erkannt zu haben, blau, oder vielleicht doch grün? Er war sich nicht ganz sicher, vermutlich vermischte sich in seiner Fantasie Realität und Wunsch. Und wieder war sie viel zu schnell aus seinem Blickfeld verschwunden.

Es vergingen zwei Tage, ohne dass Sebastian sie zu Gesicht bekam. Er war auch so sehr in sein Schreiben vertieft, dass er die Welt da draußen fast vergaß und erst spät abends bemerkte, dass er den ganzen Tag fast nichts gegessen hatte, außer etwas Obst und ein paar Nüsse. Das kannte er von sich, so war es auch schon in Afrika gewesen, in Zeiten höchster Konzentration nahm er körperliche Bedürfnisse gar nicht wahr. Hunger, Durst und Müdigkeit kamen erst im Moment der Entspannung, dann aber umso heftiger.

Doch dann, am folgenden Abend, geschah etwas, dass eine Kette von Ereignissen nach sich ziehen würde. Als er mit seinem Tagewerk zu Ende war, den Rechner herunterfuhr und anschließend das Licht löschte, sah er, wie im selben Moment in der Erdgeschosswohnung gegenüber ein Licht eingeschaltet wurde. Überrascht bemerkte er, dass eine Frau in das erleuchtete Zimmer trat. Es musste wohl ihr Schlafzimmer sein, denn sie begann sich langsam zu entkleiden. Und jetzt wurde ihm gewahr, dass es sich hier um eben diese Frau handeln musste!

Die geöffneten Rollläden schien sie anscheinend nicht bemerkt zu haben. Sebastian war unfähig sich von diesem Anblick zu trennen. Der Anstand gebot ihm eigentlich, sich umzudrehen und den Blick abzuwenden. Jedoch rührte er sich nicht und schaute fasziniert zu, wie die Unbekannte ein Kleidungsstück nach dem anderen ablegte, bis nur noch ein Höschen und der BH ihren Körper bedeckten. Da bemerkte sie plötzlich die geöffneten Jalousien. Ohne Hektik, mit quasi lasziver Gelassenheit ging sie ans Fenster und Sekunden später war alles von der Dunkelheit verschlungen. Sebastian, schon etwas enttäuscht ob dieser abrupten Unterbrechung, fragte sich, ob es wohl ein Traum gewesen war. Oder eine Fantasie. Aber nein, das da eben war keine Fantasie und auch kein Traum, das war real gewesen, quasi greifbar.

Noch immer im erregten Zustand fasste er einen Entschluss: „Ich möchte diese Frau näher kennenlernen!“

Und er, der trotz seiner 52 Jahre Frauen immer noch mit einer gewissen Schüchternheit begegnete - so schätzte er sich zumindest ein - beschloss, ihr eine Einladung zu einem abendlichen Dinner zu schreiben. Ehe dieser Entschluss ins Wanken geriet, nahm er einen Bogen Papier und schrieb handschriftlich:

10. Januar

Liebe Unbekannte,

als zugezogener Nachbar, den Sie vielleicht schon einmal bemerkt haben, und dessen Neugier, Sie persönlich kennenzulernen mittlerweile nicht mehr zu zügeln ist, möchte ich Sie gerne einladen, mit mir in einem Restaurant Ihrer Wahl zu dinieren. In der Hoffnung, dass dieser Brief nicht zerrissen im Papierkorb landet und dass Sie dem Treffen nicht abgeneigt sind, freue ich mich - herzklopfend -auf Ihre Antwort.

Sebastian Carpintero (aus dem Wohnhaus gegenüber)

Ihm war sehr bewusst, dass diese Einladung unter Umständen als plumper Versuch einer Anmache interpretiert werden konnte. Aber er hoffte trotzdem zumindest eine Antwort darauf zu erhalten. Am nächsten Morgen steckte er den Brief in einen Umschlag und ging zu dem Gebäude gegenüber. Da er ihren Namen nicht kannte, klingelte bei einer x-beliebigen Wohnung. Als der Türsummer ertönte, rief er lauthals:

„Hausverwaltung, danke!“ und ging hinein.

An der Tür, hinter der er ihre Wohnung vermutete, klemmte er den Brief zwischen Tür und Rahmen und verließ das Haus.

Die folgenden zwei Tage verliefen weitgehend ereignislos, mit anderen Worten, keine Antwort der Unbekannten fand sich ein, weder in seinem Briefkasten noch an seiner Tür oder Fenster. Auch sah er sie nicht mehr, weder in ihrer Wohnung noch außerhalb. Allerdings war sie spät abends immer zurück, das Licht zwischen den Ritzen der Rollläden signalisierte ihm ihre Anwesenheit. Also war der Brief vermutlich doch im Papierkorb gelandet…

Am Morgen des dritten Tages – es war kurz nach acht und Sebastian kam gerade aus der Dusche, klingelte es plötzlich. Schnell band er sich ein Handtuch um die Hüfte und eilte zur Tür. Als er diese öffnete, stand jedoch niemand davor. Also war es vermutlich der Briefträger gewesen... Er zog sich an und ging hinunter zu seinem Briefkasten. Ein orangener Briefumschlag lag darin. Sofort ahnte er, wer der Absender war. Hastig öffnete er den Brief und las die folgende Nachricht:

14. Januar

Lieber unbekannter Briefeschreiber, der mein Nachbar sein will, das hat mich schon sehr überrascht, Ihre ungewöhnliche Einladung! Und, trotz einiger Bedenken, habe ich mich entschlossen zuzusagen.

Wir können uns also im "Pot-au-Feu" in Ettlingen treffen. Das ist das Restaurant im französischen Stil links neben dem Schloss. Samstag, 24. Januar um 19.30?

Eine große Bitte habe ich: Lassen Sie uns einfach vollkommen erwartungslos treffen!

Viele Grüße S. A.

Das war ja eine Überraschung! Ein außergewöhnlicher und verheißungsvoller Tagesbeginn! Und jetzt wusste er auch ihre Initialen und konnte am Namensschild ihren kompletten Namen ablesen. Als er wenig später zu einem Spaziergang aufbrach, dieses Auslüften des Geistes brauchte er regelmäßig, machte er einen kurzen Schwenk zu ihrer Haustüre und las an dem Klingelschild: „S. Arnold“.

„Vermutlich wohnt sie alleine…“ dachte er. Und gleich darauf: „Ob sie wohl in einer Beziehung lebt? Und welcher Name verbirgt sich hinter dem „S“?“

Die Tage bis zum Samstag zogen dahin, aber Sebastian fühlte sich aus irgendeinem Grunde besonders inspiriert, so dass die Ideen für sein Buch nur so sprudelten und er mit dem Schreiben gar nicht nachkam. Auch am Samstagmorgen fiel ihm noch eine neue und originellere Wendung für das nächste Kapitel ein, die er zwischen geplantem Wochenendeinkauf und der vorabendlichen Körperpflege noch schnell zu Papier bringen musste.

Und dann war es schon 18 Uhr! Hastig sprang er unter die Dusche, rasierte sich und wählte die Kleidung. Nicht zu seriös, aber auch nicht zu salopp, er kannte ja ihren Geschmack nicht. Somit entschied er sich für ein farbenfrohes rot-schwarz kariertes Hemd und eine schwarze Hose. Jetzt war es soweit, das Treffen mit der unbekannten Frau stand unmittelbar bevor. Oh Mann, so aufgeregt hatte er sich schon lange nicht mehr gefühlt.

Er erinnerte sich an sein allererstes Treffen mit einem Mädchen: er war damals 17 Jahre alt gewesen und hatte sich mit ihr an einem Samstagnachmittag verabredet. Allein die Tatsache zu fragen, ob sie mit ihm ins Kino gehen wolle, hatte ihm damals Herzrasen und Schweißausbrüche bereitet. Aber sie hatte mit einem süßen Lächeln zugesagt. Dann hatte er sich herausgeputzt, eine weiße Hose und ein buntgestreiftes Hemd angezogen und war, natürlich viel zu früh, am verabredeten Treffpunkt angekommen. Um die Zeit zu überbrücken, beschloss er im nahegelegenen Imbiss schnell noch ein Hotdog zu essen. Als er Ketchup über das Würstchen streichen wollte, kam erstmal nichts aus der Plastikflasche heraus. Da bemerkte er, dass die Öffnung verstopft war. Beherzt drückte er noch kräftiger, mit dem Erfolg, dass der Deckel absprang und sich im hohen Schwall die rote Flüssigkeit über Hemd und Hose verteilte. Was für ein Drama! Sofort sprang der Imbissinhaber herbei, mit der Vermutung, der Gast habe sich ernsthaft verletzt. Das war ja nicht der Fall, das Drama war die Kleidung, die mit einem wunderbaren, surrealistischen Muster aus Tomatensauce zwar aus künstlerischer Sicht durchaus exklusiv und ansprechend aussah, aber für ein Rendezvous so überhaupt nicht mehr zu gebrauchen war. Sebastian beschloss deshalb schnell nach Hause zu fahren und sich neu einzukleiden. Da dies eine gute Stunde in Anspruch nehmen würde, sah er die Chance auf einen spannenden Abend in weite Ferne entschwinden. Trotzdem schwang er sich auf sein Fahrrad und brauste los. Eine Stunde später und dreißig Minuten zu spät war er wieder am vereinbarten Ort. Kein junges weibliches Wesen war zu sehen, niemand, der seiner Flamme nur annähernd ähnlichsah. Weitere 15 Minuten später zog er, um eine neue Erfahrung reicher, frustriert von dannen. Zu allem Übel kannte er nur ihren Namen und hatte dummerweise keine Adresse oder gar Telefonnummer von ihr. Er sah sie nie wieder.

Gerade noch rechtzeitig trat er den Weg zum „Pot-au-feu“ an und erreichte das Restaurant pünktlich um 19.30. Den Tisch hatte er reserviert, aber sie war zum Glück noch nicht eingetroffen.

Schon all die Tage davor hatte Sebastian sich Gedanken gemacht, wie wohl dieses erste Treffen verlaufen würde. Ein sogenanntes blind date war er noch nie eingegangen und dementsprechend spürte er ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend. Dieses Kribbeln kannte er aus seiner Jugend, er hatte es eigentlich immer bei solchen Gelegenheiten gehabt. Zugegeben, viele waren es nicht gewesen, war er doch damals schüchtern und auch ein wenig verschlossen gewesen, eine Eigenschaft, die auf die gleichaltrigen Mädchen keinen großen Eindruck gemacht hatte. Dass dies ältere Frauen sehr wohl attraktiv fanden, hatte er erst später herausgefunden.

Und dann saß Sebastian an dem zugewiesenen Tisch und spürte seinen Puls klopfen. Und wenn sie nun aus irgendeinem Grunde nicht käme? Nun, dann würde er sich trotzdem ein leckeres Essen und ein Glas guten Rotwein bestellen und versuchen, den Abend allein zu genießen.

*******

Saskia fuhr von der Arbeit nach Hause. Sie fühlte sich erschöpft nach diesem dichten Tag. Und hätte sich über einen freien Abend gefreut. Doch da war dieses Date heute… mit diesem Sebastian. Für Momente überlegte sie abzusagen. Doch sie hatte nicht mal eine Handynummer von ihm. Und überhaupt, das war doch eine verrückte Idee! Ein Nachbar sei er, man habe sich schon gesehen. Sie konnte sich beim besten Willen nicht erinnern, wer es wohl war. Irgendwie ein blind Date. Sie lächelte innerlich. Doch, sie würde hingehen. Vielleicht gab es ein nettes Gespräch, sicher, aber gutes Essen. Und wenn er ein unangenehmer Eroberer zu sein schien, konnte sie einfach gehen. Sie vertraute ihrer Selbstsicherheit, mit der sie anderen entgegentreten konnte. Und in ihrem Beruf musste sie das ständig unter Beweis stellen.

Zu Hause angekommen kam sie sofort unter den ihr so vertrauten und zugleich verhassten Zeitdruck. Sie musste sich noch etwas frischmachen, um nicht mit müdem Gesichtsausdruck zu erscheinen. Was sollte sie anziehen…? Es war kaum Zeit, darüber nachzudenken. So wählte sie ein orangefarbenes Shirt, Jeans und einen grauen Blazer, der etwas Eleganz verlieh. Plötzlich hatte sie das Gefühl eines 14-jährigen Teenies und musste wieder lächeln. Sie war bereits 48!

Sie entschied spontan, zum Restaurant zu laufen, die frische Abendluft würde ihren Kopf wieder klarer machen. Aber sie käme zu spät. Doch mit dem Auto…? Nein. Wenn es ihm wirklich wichtig ist, wird er warten, sagte sie sich. Und sie würde seine Reaktion erleben auf ihr Zuspätkommen… Irgendwie war es spannend. Sie lief durch die kalte Luft und fühlte sich plötzlich leicht und heiter. Am Ufer der Alb, des kleinen Flusses, der sich durch die Stadt schlängelte, stand ein Graureiher, bewegungsstarr, auf einem Bein. Er schien in tiefer Ruhe in sich versunken. Das war etwas, was ihrem Leben zurzeit vollkommen zu fehlen schien, Ruhe zu finden, innerliche Ruhe. Sie eilte weiter, ca. 18 Minuten würde sie zu spät sein. Etwas außer Atem erreichte sie das Restaurant. Im Vorraum zog sie die Mütze vom Kopf und fuhr sich mit der Hand durch ihr schulterlanges, welliges Haar, um es notdürftig zu ordnen und betrat den Gastraum. Spürte etwas Aufregung im Bauch. Wie würde sie diese Stätte wieder verlassen? Enttäuscht, erfrischt, gelangweilt, …?

Mehr Zeit für Gedanken war nicht, sie hatte sich umgeschaut und in einem Nebengelass erhob sich ein Mann und sah ihr freudig entgegen. War das wohl dieser unbekannte Briefeschreiber? Doch da schritt er schon auf sie zu und stellte sich mit „Sebastian Carpintero“ vor.

*******

„Guten Abend, Saskia Arnold“ stellte sie sich kurz vor „tut mir leid, dass ich zu spät bin, aber mein Arbeitstermin ging länger als geplant und ich konnte nicht früher weggehen“. Eine wunderbar warme, man könnte sagen, samtige Stimme!

„Nicht schlimm!“ antwortete Sebastian und war froh, dass er für die Antwort nur zwei Worte benötigte, einen ganzen Satz hätte er vermutlich nur stotternd hervorgebracht. Er, der ansonsten weltgewandt, eloquent und sprachsicher war, erkannte sich in dieser Situation nicht wieder. ,Reiß dich zusammen, konzentrier dich!‘ sagte er zu sich selbst und bat sie an den kleinen, hübsch gedeckten Tisch. Dann sah er sie mit offenem Blick an. ,Ja, blaue Augen!‘ dachte Sebastian, und sehr tiefgründig! Was sie wohl jetzt denken mag?‘

Schon befürchtete Sebastian ein anfängliches peinliches Schweigen, doch Saskia begann sehr selbstbewusst zu erzählen, vom Theater, wo sie arbeitete und wo eben eine Probe länger als geplant gedauert hatte, aber das war halt oft der Fall in diesem Metier, man durfte bei künstlerischer Arbeit nicht auf die Uhr schauen, es gab am Theater keine minutengenaue Beamtenstundenpläne. Sebastian lauschte interessiert ihren Worten. Der erste entscheidende Eindruck war der einer energischen, durchaus resoluten und führungskräftigen Frau. Irgendwie vermutete Sebastian, dass sie in der Regieabteilung arbeiten würde und so fragte er frei heraus, ob sie vielleicht Regisseurin sei. Erstaunt ob der Treffsicherheit bejahte sie die Frage.

Nachdem die Bedienung bereits zwei Mal nach der Bestellung gefragt hatte, entschieden sich beide für Zanderfilet im Gemüsemantel im Safranreisbett. Als Vorspeise orderte Sebastian für beide einen frischen Feldsalat mit Croutons, karamellisierten Walnüssen und einem raffinierten Balsamico Dressing. Außerdem schlug er vor, als Ouvertüre einen Aperitif zu nehmen, was Saskia gerne annahm. Bald hatte sich eine lebhafte Unterhaltung entfaltet, der Aperitif schien dabei auch ein wenig die Zungen zu lockern, so zumindest empfand es Sebastian.

Er lehnte sich zurück und lauschte den Worten Saskias, die lebhaft von ihrer Arbeit am Theater zu erzählen begann. War sie tatsächlich ein so extrovertierter Typ? Genau genommen konnte er das nicht glauben. Er versuchte, aufbauend auf seine jahrelange Menschenkenntnis, Saskia vorsichtig einzuordnen. Was er in dieser kurzen Zeit wahrgenommen hatte, war, dass da eine sehr vielseitige, erfahrene, ziemlich selbstbewusste und vielleicht auch sinnliche Frau vor ihm saß. Und sie war sehr attraktiv! Und dann waren da diese Augen, in die er buchstäblich hätte eintauchen können. Die Farbe erinnerte ihn an die des Meeres der Ägäis, das die unzähligen Inseln umspülte.

Bald schon fragte sie ihn nach seiner Herkunft – natürlich war sie neugierig, woher sein ungewöhnlicher Nachname stammte – und dann auch nach seinem Beruf und was ihn nach Ettlingen geführt habe.

„Ja, das ist eigentlich eine abendfüllende Geschichte, aber ich will versuchen, alles ein wenig zusammenzufassen“.

Er berichtete von seiner ärztlichen Tätigkeit, seiner Neuorientierung und natürlich von dem Zustandekommen seines „zufälligen“ Wohnortes. Dabei zeigte sie ehrliches Interesse an seiner Arbeit in Afrika bei den „Médecins sans frontières“. Aber vor allem schien sie zu interessieren, wie er darauf gekommen war, sie auf diese recht altmodische Art, per handgeschriebenem Brief einzuladen. Daraufhin erzählte er ihr die Vorgeschichte, wobei er die Episode mit dem unfreiwilligen Striptease geflissentlich aussparte.

„Und ja“, ergänzte er, „ich bin in mancherlei Hinsicht altmodisch, oder sagen wir lieber Traditionalist. Ich finde, wenn ich mit der Hand schreibe, dann fließen die Gedanken in ganz persönlicher Form und werden sozusagen auf das Papier gegossen. Getippte Briefe sind für mich hingegen unpersönliche, mechanisch erzeugte Buchstabenfolgen, die schon bewegungsmäßig unästhetisch in ein Gerät gehackt werden. Können Sie das nachvollziehen?“

Sie nickte nachdenklich. Die Worte schienen irgendetwas in ihr zu bewegen.

Nachdem die Hauptspeise serviert wurde, widmeten sich beide dem kulinarischen Genuss und der Gesprächsfluss wurde in dieser Zeit kurzfristig unterbrochen, worüber Sebastian nicht unfroh war, fand er doch, dass überbordendes Reden während des Essens die Geschmacksnerven desensibilisierte. Und der Fisch war doch wirklich ausgezeichnet. Desgleichen war der gekühlte Chardonnay ein veritabler Gaumengenuss. Saskia schien es im Übrigen auch zu munden. Ihm gefiel es, wenn Frauen sinnlichen Genüssen, und das Essen gehörte zweifelsohne dazu, sichtbar zusprachen.

Dann wurde der Gesprächsfaden fast nahtlos wieder aufgenommen. Bald tauchten sie immer tiefer in existenzielle Themen ein, die scheinbar beide sehr bewegten. Sebastian bemerkte, dass Saskia sehr heftig reagierte, als das Thema „Beziehung“ zur Sprache kam. Instinktiv ahnte er, dass in Saskias Biografie nicht nur positive Erfahrungen verwurzelt waren und dass so manch ein Schatten ihr momentanes Gemüt verdunkelte. Er beschloss, bewusst nicht weiter nachzufragen. Stattdessen teilten sie ihre durchaus kontroversen Meinungen über das so weite Feld der Liebe in einem intensiven, lebendigen Dialog. Als Sebastian wieder einmal ihre schönen Hände betrachtete, bemerkte er diese leicht verspannt, ineinander verknotet. Einem inneren Impuls folgend fragte er Saskia:

„Ich würde sehr gerne Ihre Hände halten!“

Bevor sie antwortete, hatten sich seine Hände schon um ihre geschlossen. Dabei durchströmte ihn ein wunderbares Gefühl, dass er in seiner ganzen Tragweite nicht recht deuten konnte. Eines aber wusste er augenblicklich: ,Das möchte ich irgendwann gerne wiederholen!‘

Er blickte sie an.

„Danke“ sagte er mit rauer Stimme und sah dabei in ihren Augen einen besonderen Schimmer.

Sebastian spürte, je weiter der Abend fortschritt, wie Saskia deutlich weicher wurde. Ihr Blick, ihre Gesichtszüge und ihre Gesten waren jetzt wie verwandelt. War sie ihm anfänglich zwar sehr feminin, aber leicht unterkühlt erschienen, so sah er jetzt eine aufgeschlossene weibliche, warmherzige und leidenschaftliche Person vor sich.

Irgendwann bemerkten beide, dass es an der Zeit war, eine Zäsur zu machen. Da sie ja den gleichen Heimweg hatten, bot Sebastian Saskia seine Begleitung an, die sie gerne annahm. In der kühlen Winternacht gingen sie schweigsam, jeder in seiner Gedankenwelt versunken und dankbar darüber, dass es dem anderen offensichtlich ebenso erging, bis vor ihre Haustüre. Sebastian hatte sich die verschiedensten Formen der Verabschiedung vorgestellt (in unzähligen Filmen und Büchern konnte man sich ja dahingehend inspirieren) aber letztendlich nahm er ihre Hand und sagte:

„Ich danke Ihnen für diesen wunderbaren Abend, Saskia!“ wobei es ihm schwerfiel sich von ihrem Blick zu trennen und wünschte ihr eine gute Nacht.

Dann wartete er noch, bis sich die Tür hinter ihr schloss und ging dann nachdenklich zurück in seine eigene Wohnung gegenüber. Die Möglichkeit eines weiteren Treffens hatten beide nicht ausgeschlossen, aber auch nicht konkretisiert.

*******

Saskia schloss ihre Wohnungstür auf und betrat ihre stille Wohnung, ihr Refugium, ihre Insel des Friedens, die ihr sehr kostbar geworden war in den anderthalb Jahren, die sie hier lebte. Sie setzte Wasser auf für einen Tee, schloss die Rollläden und sah dabei, wie im Haus gegenüber Licht im 3. Stock anging. War das seine Wohnung? Sie setzte sich bei gedämpftem Licht auf die Couch im Wohnzimmer, zündete eine Kerze an. Nachdenklich, etwas verwirrt, innerlich berührt… was war das? Und was war das überhaupt für ein Mann! Und was wollte dieser Mann? Er hatte eine ruhige und sogar heitere Gelassenheit ausgestrahlt. Und dennoch brachte er etwas in ihr in Unruhe. War es einfach seine Nähe, die sie verwirrte? Sie, die sonst so selbstsichere, extrovertierte Macherin! Da gab es noch mehr Anteile in ihr. Und er hatte dieses Innere berührt. Sanft. Aber deutlich.

Sie saß so bis nach Mitternacht. Sie liebte diese nächtlichen Stunden zwischen Tag und Traum, wenn diese chaotische Welt draußen still wurde. Sie ging nochmal auf die Terrasse, fröstelte in der Januarkälte.

In dem Zimmer im 3. Stock war noch Licht. Was er jetzt wohl tat? Lesen, schreiben, Musik hören…?

Es folgte eine unruhige Nacht. Viele Träume, die sich abwechselten mit Wachphasen. Plötzlich sah sie Sebastians Augen vor sich, die sich direkt auf sie richteten. Diese warmen, wachen Augen. Als könne er bis in ihr Herz schauen…

Sonntagmorgen erwachte sie später als gewöhnlich. Sprang aus dem Bett und suchte ihre Joggingsachen. Sie liebte das, am Wochenende vor dem Frühstück zu laufen. Und dabei alle Gedanken, die zu viel an ihr hingen, abzuschütteln. Auf dem Rückweg würde sie frische Brötchen vom Bäcker mitbringen und ein langes Frühstück genießen. Dann wollte sie mit Johannes telefonieren, wegen des neuen Stückes, das sie in Berlin inszenieren wollte, nachmittags eine Theaterkollegin treffen für einen Austausch und abends war sie mit Rafael verabredet.

Rafael war ein Kollege, 14 Jahre jünger und sie lebte gerade so etwas wie eine Liaison mit ihm – oder war es eine Affäre? Er war Dramaturg, sie waren sich zu Jahresbeginn bei ihrer gemeinsamen Produktion nähergekommen. Und sie hatte sich eingelassen mit diesem temperamentvollen, dynamischen Mann. Es wusste so gut wie niemand davon, vor allem ihre Kollegen nicht. Saskia hatte kein Bedürfnis in den Theater-Klatsch zu geraten. Eine Zukunft würde das nicht haben mit Rafael. Aber sie genoss die Stunden mit ihm. Auch wenn ihr Tiefe und Verbindlichkeit in dieser Beziehung fehlten.

… es hatte begonnen an einem Abend nach einer langen Probe von Ibsens „Gespenster“. Sie war schon hochgegangen ins Regie-Büro, saß lässig am Schreibtisch und legte die Beine auf den Stuhl daneben, während sie sich in den Text zum Stück vertiefte. Rafael trat ein. Ohne aufzuschauen, sagte sie:

„Rafael, lass uns mal noch ein paar Dinge besprechen vor der nächsten Probe morgen, mir sind da noch ein paar Sachen aufgefallen. Muss nicht lange sein. Aber besser heute noch, sonst vergess‘ ich’s.“

Er wollte sich an den Schreibtisch setzen und sie redete weiter:

„Kannst du uns noch kurz 'nen Kaffee holen, falls der Automat draußen noch was hergibt? Bitte! Du weißt ja, sowas mit Milch und Zucker.“

Rafael erhob sich augenblicklich wieder und bewegte sich zum Automaten. Zurück kam er mit zwei duftenden Kaffeebechern, die vermutlich besser rochen als schmeckten.

„Oh super, danke“ sagte Saskia, nun zu ihm aufschauend, der noch am Schreibtisch stand.

Er blickte sie sehr direkt an.

„Ja, setz‘ dich doch“ sage Saskia, etwas irritiert von seinem Blick, der etwas auszudrücken schien, das sie nicht einordnen konnte.

Er setzte sich langsam, schlürfte den heißen Kaffee und schaute sie weiter an. Und Saskia begann:

„Sag mal was ist eigentlich mit dem Gerhard los, der wirkt irgendwie unkonzentriert, der Text holpert, hat seine Einsätze verpasst. Das kommt nicht gut in seiner Rolle als Pastor. Geht’s ihm nicht gut oder was hat er? Weißt du da was?“

Und Rafael antwortete, dass er wohl gerade Probleme habe mit seiner Frau, sie sei ausgezogen und diese Geschichte treffe ihn hart.

„Ach so, na das kann ich verstehen. Aber kannst du morgen mal vorsichtig mit ihm sprechen? Er sollte da schon ein bisschen klarer rüberkommen. Und auch lauter sprechen! Sag‘ du ihm das lieber.“

Saskia blätterte weiter im Text.

„Ja – und dann geht es da um die Stelle, als Regines Stiefvater reinkommt. Er kann seiner Ziehtochter ruhig noch ein bisschen mehr auf die Pelle rücken, also etwas zudringlicher werden. Was meinst du?“

„Ja, dachte ich auch, das muss deutlicher werden. Und auch seine Rolle vor dem Pastor, vor dem er buckelt.“

„Und Oliver ist ja glänzend in seiner Rolle als Oswald. Der kommt gut. Lässig, aufmüpfig, leidend… der überzeugt. Und was fiel dir noch auf?“ wandte sich Saskia an Rafael.

Er hatte immer noch diesen Blick, der Saskia irritierte.

„Sag mal, bist du noch dabei? Oder schon in Gedanken bei deinem nächsten Date?“

„Doch, ich bin sogar sehr hier“ sagte Rafael. „Und habe gerade gedacht, dass du eine sehr anziehende Frau bist!“

„Rafael, können wir uns jetzt mal mit dem Stück beschäftigen und unsere privaten Gefühle draußen lassen? Sonst sitzen wir hier noch Ewigkeiten.“

„Was nicht das Schlimmste wäre“ antwortete er lächelnd.

„Lieber Kollege, ich möchte bald ins Bett, wir haben morgen früh Probe!“

„Jawohl Chefin!“ entfuhr es Rafael und er begann nun auch einige Punkte aufzuzählen, an denen sie mit den Darstellern noch arbeiten mussten.

Schokolade lag auf dem Tisch, in der Blickrichtung von Saskia. Zwei Tafeln, weiß, zart schmelzend und eine mit dunkler Mousse gefüllte. Die musste Nils, der Chefdramaturg, dort liegen gelassen haben, er war leidenschaftlicher Schokoladenesser. Während Saskia weiter zuhörte, überlegte sie, ob sie dort einfach zugreifen durfte.

„Und dann hatte ich noch eine Idee: wir könnten nach einigen Szenen die Schauspieler einfrieren lassen, das Licht wird etwas verdunkelt und es gibt ein paar improvisierte Klavierklänge. Ich wüsste da auch jemanden, der so etwas kann. Was hältst du davon? Das könnte einen guten Nachklang der Szenen geben und weckt Neugier auf die nächste.“

Saskia griff nun doch zur Schokolade.