Kriege sind halt kacke - Priscilla Bucher - E-Book

Kriege sind halt kacke E-Book

Priscilla Bucher

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Beschreibung

Ein Sanitätswagen als Tarnung für einen Roadtrip, der vier Endzwanzigern die Möglichkeit bietet, die geschlossenen Grenzen der europäischen Länder zu passieren. Ihr Ziel: Ein Stück Freiheit und Belanglosigkeit in einer Zeit der Abschottung und der Angst vor dem Dritten Weltkrieg. Was die vier haben: Eine Menge Wut im Bauch, keinen Plan, dafür aber ein seltsames Buch im Handschuhfach. Was sie nicht haben: Auch nur den Hauch einer Vorstellung, was auf sie wartet. Und Eier in der Hose. Was problematisch wird, als sie feststellen, dass sie zum ersten Mal in ihrem Leben welche brauchen. In diesem Roman werden die Ängste von einem Europa wahr gemacht, das im Terror untergeht. Was macht uns wirklich Angst, und wie reagieren wir, wenn die Welt untergeht? Wie verwöhnte kleine Arschlöcher oder sozial intelligente Menschen?

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Seitenzahl: 234

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Inhaltsverzeichnis

Prolog

Kapitel 1

Olga

Max

Claudi

Tim

Olga

Max

Claudi

Tim

Kapitel 2

Max

Olga

Claudi

Kapitel 3

Tim

Max

Olga

Max

Olga

Kapitel 4

Claudi

Olga

Max

Tim

Kapitel 5

Claudi

Olga

Max

Kapitel 6

Tim

Claudi

Olga

Claudi

Kapitel 7

Tim

Claudi

Kapitel 8

Olga

Kapitel 9

Max

Olga

Tim

Kapitel 10

Claudi

Olga

Max

Tim

Claudi

Kapitel 11

Olga

Max

Kapitel 12

Tim

Claudi

Olga

Max

Tim

Claudi

Olga

Max

Kapitel 13

Claudi

Epilog

DIE SCHRIFTSTELLER

KÖNNEN NICHT SO

SCHNELL SCHREIBEN,

WIE DIE REGIERUNGEN

KRIEGE MACHEN;

DENN DAS SCHREIBEN

VERLANGT DENKARBEIT.

BERTOLT BRECHT

PROLOG

Der Staub wird samt Schmerz, Verlust und Horrorbildern dreckschwarz ins Loch der Dusche fließen. Ich binde mir ein saubereres, weißes Tuch um meinen nassen Körper und lasse meinem Sohn ein Wasserbad ein.

»Jamal?«

Er reagierte nicht. Sein regloses Gewicht auf meinen Schultern verriet mir, dass er immer noch schlief. Die Mittagssonne setzte ihm zu. Ich wollte ihm von seinem Schaumbad in naher Zukunft erzählen. Das munterte ihn meistens auf. Jamal, dein Vater wird dir so viel Seife in die Badewanne schütten, dass nur noch die Spitzen deiner Locken aus dem Schaum hervorblitzen! Dann musste Jamal immer lachen.

Als ich ihm das erste Mal von dem großen Kessel mit Wasser und Seife erzählt hatte, waren seine Augen ganz groß geworden, und er hatte gemeint: »Aber dann ist doch das Wasser kaputt!«

»Nein, Jamal. Das Wasser duftet dann herrlich nach Blumen!«

»Aber trinken kann man es nicht mehr.«

»Nein, trinken kann man das Seifenwasser nicht. Das gibt Bauchschmerzen.«

»Siehst du, Papa? Dann ist das Wasser kaputt! Ich möchte kein kaputtes Wasser, was ich nicht trinken kann.«

»Da, wo wir hingehen, gibt es aber so viel Wasser, dass du einen Kessel zum Trinken machst, einen Kessel zum Kochen und einen Kessel mit Seifenwasser zum Baden.«

Jamal quiekte laut auf.

»Ach Papa, du bist ein Dummkopf!«

Ich musste lachen.

»Nein, wirklich! Ich verspreche dir: In unserer neuen Heimat wird es genau so sein!« »Wirklich? Versprochen?«

Ich blickte in Jamals Augen, dieselben, die seine Mutter hatte.

»Versprochen.«

1

ICH DENKE VIEL AN

DIE ZUKUNFT, WEIL

DAS DER ORT IST,

WO ICH DEN REST

MEINES LEBENS

VERBRINGEN WERDE.

WOODY ALLEN

OLGA

Olga lag nackt auf den verschwitzten Laken ihres 90-Zentimeter-Bettes und starrte in die Luft. Sie hielt Zeige- und Mittelfinger vor ihren Mund und zog an einer imaginären Zigarette. Ihr Brustkorb weitete sich, eine lange Pause, dann spitzte sie die Lippen zu einem O und blies die Luft genüsslich wieder aus. Sie fixierte mit halb geschlossenen Augen den bröckelnden Verputz ihrer Zimmerdecke. Ihre frivol geformten Lippen verstärkten den spöttischen Gesichtsausdruck, den sie bereits durch ihre permanent hochgezogenen Augenbrauen zur Schau trug. Sie war sich darüber im Klaren, dass ihr Gesicht mit den hohen Wangenknochen ja schon fast grotesk schön war. Irritierend war nur der durchaus hässliche Haarschnitt, den sie sich letztens eigens mit der Küchenschere verpasst hatte. Die Tatsache, dass sie sich ein wenig ihrer klassischen Schönheit beraubt und damit auf die ›thumbs up‹ der anderen geschissen hatte, erfüllte sie mit einer Genugtuung, die die letzten Jahre auf sich hatte warten lassen. So lag sie nun da und - wie so oft - kreisten ihre Gedanken um sie selbst.

Was wäre wenn? Diese Frage war der Beginn einer blutigen Totgeburt. Ein großes Nichts. Etwas, das Löcher in Besitztümer fraß und ein Unstillbares Ich könnte noch hinterließ. Wie sagte man so schön? ›Reich sein macht nicht glücklich‹. Kam drauf an. Reich sein an Ideen, Plänen und Liebe?

Obwohl sie als gebürtige Polin alleine in München lebte, fühlte sie sich nicht wirklich einsam. Dafür war ihre Einzimmerwohnung zu klein. Vor ein paar Monaten hatte sie sich überlegt, einen kleinen, russischen Zwetna Bolonka zu kaufen. Aber die Gedanken an Spaziergänge im kalten Regen und die Hundescheiße, die sie vom Asphalt hätte kratzen müssen, hatten ihr schließlich doch die romantische Vorstellung eines gehorsamen Fellknäuels geraubt.

Da träumte sie lieber von ihrem eigenen Unternehmen. Zwanzig Mitarbeiter. Ein tolles Büro in einem renovierten Altbau in der Ludwigsvorstadt. Vielleicht baute sie Miniaturmöbel für Puppenstuben. Vielleicht wäre es auch ein Bäckerladen, der sich auf Mottoparties spezialisierte.

Oder doch irgendwas Soziales? Obwohl, das wäre nur schwer mit ihrer Vision einer Prada-Garderobe zu vereinbaren. An Ideen mangelte es ihr nicht. Sie waren bloß zu unspezifisch, als dass sie ernsthaft eine davon in die Tat hätte umsetzen können.

Warum konnte sie nicht solche Ideen haben wie das fette, von sich selbst überzeugte Arschgesicht, das sich ihr Vorgesetzter nannte? Die waren sehr viel weniger unspezifisch. In zwei Monaten würde er sein drittes Unternehmen gründen. Sie sah noch den Kaffee aus seinem Mund tropfen, als er ihr das letzten Dienstag in der Mittagspause erzählt hatte. Ein Mann, der seine Träume Wirklichkeit werden ließ. Und dadurch, dass er seine Wampe jederzeit zwischen Olgas Beine schieben konnte, hatte er wohl auch genug Liebe.

Schon klar, Liebe war nicht gleich Sex. Oder Sex nicht gleich Liebe. Trotzdem kam es ihr so vor, als müsste ihr Boss ein ziemlich glücklicher Mann sein, auch wenn sie nicht davon ausging, dass Hollywood je einen Film über ihn drehen würde. Der sorgenfreie Geschäftsmann mit seinen drei deutschen Kindern, der sich nie bekehrte und auch nicht den Heldenweg ging, sondern einfach vom ersten bis zum letzten Akt so blieb, wie er war: Zufrieden fickend.

Selbst an Tagen, an denen sein Managerpimmel in der Hose bleiben musste, konnte er seine Frustrationen anderweitig ausleben. Dafür hatte er ja seine Angestellten. Niemand zog ihn zur Rechenschaft, weder seine Frau, die entweder keine Ahnung hatte oder keine haben wollte, noch einer von Olgas feigen Kollegen.

Sie war ja auch nicht besser. Doch Olga ließ ihr Chef für gewöhnlich auch in Ruhe. Klar, seine abschätzigen Blicke, mit denen er sie an schlecht gelaunten Tagen bestrafte, waren fies. Aber sie war ziemlich gut darin, sich die Umstände schönzuträumen. Manchmal, wenn ihr Chef mit seinem schwitzenden, nach altem Schuh riechenden Körper hinter ihr stand, stellte sie sich seine großen Ideen, seine Pläne und Erfolge wie kleine dicke Engelchen vor, die eines Tages einfach zu ihr herüberfliegen würden. Manchmal meinte sie sogar, katholische Choräle zu hören, wenn sie in die rosaroten Traumwolken ihrer für immer nach Morgen verschobenen Zukunft tauchte. Besonders häufig kam das in letzter Zeit beim Ficken vor. Wenn sie wieder mal diesen seligen Gesichtsausdruck aufhatte, der ihre Liebespartner so glücklich machte. Die dachten natürlich, es läge an ihrer ach so dicken Männlichkeit, dass Olga strahlte. Es war eine Win-win-Situation. Olga konnte in ihre Traumwelt fliehen, in der sie so erfolgreich war wie die Männer, von denen sie sich vögeln ließ. Und die notgeilen Typen ließ sie im Glauben an ihre überdimensionale Männlichkeit, hatten sie Olga doch eigenschwänzig befriedigt. Anschließend gab es noch einen langen, feuchten Kuss als Trinkgeld, fast so, als hätte sich dadurch der ganze Sex für Olga tatsächlich gelohnt. Und dann bis zum nächsten Mal. Olga drückte die imaginäre Zigarette auf ihrem Kopfkissen aus.

MAX

Wie sie wohl auf die Leute wirken mochten, die an ihnen vorbeigingen? Ein auffällig gekleidetes Pärchen in einem Café in der Theatinerstraße. Wer nicht wirklich hinsah, könnte vielleicht auf den ersten Blick meinen, sie seien Geschwister, Doch er wusste, sobald sie den gehässigen Unterton der Blondine hörten, die ihm gegenübersaß, musste ihnen klar sein, dass sie ein Paar waren.

»Trinkgeld?«, zischte seine Freundin.

Es war erstaunlich, wie erfolgreich sie sich darauf spezialisiert hatte, mit ihrem perfekten Lächeln ihre Unzufriedenheit charmant, aber glasklar in Max’ Visage zu klatschen.

Doch er war nicht umsonst mütterlicherseits darin geschult, mit solchen Frauen umzugehen, und antwortete ihr mit ebenso perfektionierter Lässigkeit: »Liebes, ich gebe immer Trinkgeld.«

Verlobt, reich und trotzdem unglücklich. Max gestand es sich ja ein, aber er kannte keinen anderen Istzustand. In der Zeit, in der sie lebten, ging man zwar davon aus, dass sie glücklich zu sein hatten, solange es ihnen nicht an Materiellem fehlte, aber Max hatte vergessen, wann er das letzte Mal glücklich gewesen war.

Vielleicht lag es ja an seiner Verlobten. Anna war ein in Deutschland sehr beliebter Name. Seit 1890 jedes Jahr in den Top Ten der Namenslisten. Anna war schön und hochbegabt. Hochbegabt, unwichtige Dinge in riesige, unfassbare, unverständliche Probleme zu verwandeln. Meistens betraf es Max, der den guten Ton nicht traf. Der Dinge sagte, die sich nicht gehörten oder Sachen trug, die so auf keinen Fall getragen werden durften. Sie wäre die perfekte Polizistin geworden, hätte sie sich nicht mit ihren süßen weißen Beißerchen durch das Jurastudium gebissen.

»Trinkgeld ist dazu da, die Arbeit des Angestellten zu bewerten. Wenn die Arbeit schlecht war, gibt es nichts. Nada.« Heute also Spanisch. Sie liebte es, wichtige Aussagen in einer beliebigen Sprache zu verdoppeln.

Max nahm die rechte Hand seiner Baldfrau und begann von Neuem das gefährliche Spiel namens Konversation.

»Anna, ich finde, sie hat ihren Job gut gemacht. Übrigens muss ich wirklich nicht auf mein Kleingeld achtgeben, und du solltest das auch nicht.«

Er durfte sie nach dieser Aussage bei der Ausübung eines weiteren ihrer vielfältigen Talente beobachten. Sie hatte sich neben dem Jurastudium und dem Fachwissen über Mode und Haare nämlich auch das Handwerkszeug eines Goldfisches angeeignet. Ihre wunderschönen blauen Augen wurden kugelrund, ihr Mund ging immer wieder auf und zu, auf und zu.

Nachdem sie genug Restaurantluft geschnappt hatte, stand sie auf und tat für einen Moment so, als versuche sie, sich zu beherrschen. Max hielt sie am Handgelenk fest.

»Willst du denn schon gehen, meine schöne Anna?«

»Bitte?«, flüsterte sie.

Max verkniff sich einen Blick auf seine Rolex und blickte sie aufmunternd an, um ihr das Go für ihre Moralpredigt zu geben.

»Hör doch einmal auf, immer so zu tun, als wäre alles in Ordnung!«, zischte sie. »Ich reiße mir den Du-weißt-schon auf und organisiere diese sauteure Hochzeit, also sag mir nicht, was ich tun soll und was nicht!«

Sie warf ihre langen Haare mit einer dramatischen Kopfbewegung nach hinten und fügte in sachlichem Ton hinzu: »Ich erwarte dich heute Abend bei meinen Eltern. Sie wollen mit uns die Gästeliste durchgehen.«

Max nickte gehorsam. Sie strich ihren Rock glatt und zog geschmeidig und bis ins letzte Detail einstudiert von dannen. Er fixierte ihren Hintern, bis er nicht mehr zu sehen war und sich sein dämliches Kopfnicken langsam wieder legte. Die Blicke der anderen ignorierend, zündete er sich eine Zigarette an und überlegte, was ihn an Anna so faszinierte – abgesehen von ihrem Hintern. Er bemerkte die brünette Bedienung mit den großen Brüsten erst, als sie ihn augenzwinkernd auf das Rauchverbot in Restaurants »und im Übrigen auf allen öffentlichen Plätzen« aufmerksam machte. Er blickte tief in ihre dunklen Augen und lächelte.

»Ich bin schon am Rausgehen, meine Schönheit.«

CLAUDI

Schönheit. Da stand das schwungvoll geschriebene Wort. Die Postkarte hatte sich Claudi in einer Restauranttoilette eingesteckt, in der Hoffnung, die selbstsichere Behauptung würde allein durch den Besitz der Karte auf sie überspringen. Doch die Erinnerung an jenen Abend im Restaurant war inzwischen ebenso weit entfernt von der Gegenwart, wie das Wort auf der Karte von der Realität, die Claudi vor sich sah.

Sie war nicht hässlich. Sie hatte bloß nicht die Zeit, sich um Schönheit zu kümmern. Deshalb sah sie einfach ganz normal aus. Ein durchschnittliches europäisches Gesicht. Nase, Augen, Lippen, Ohren, alles vorhanden und am richtigen Platz. Trotzdem unzufrieden.

Sie wollte außergewöhnlich sein. Eine Künstlerin zum Beispiel, mit einer schrägen Brille auf der Nase und einem viel zu kurz geratenen Pony. Doch dafür fehlte ihr der Mut. Und sie war sich sicher: Durch so einen Auftritt würde sie nur ihren Freund verlieren. Eigentlich konnte sie sich ja nicht beklagen.

Sie drückte die Postkarte mit Tesa am Badezimmerspiegel fest. Ihre Augen verrieten ihr Ungklücklichsein mit sich selbst. Andere sahen das nur, wenn sie die Muse hatten, sich mit ihr abzugeben. Die meisten suchten beim Anblick von so viel Traurigkeit schnellstmöglich das Weite.

Ein Grund mehr für Claudi, ihr schönes Lächeln anzuwenden. Die Kombination aus traurigem Blick und anmutig hochgezogenen Mundwinkeln hatten Bernhard, ihrem Lebenspartner, schon damals gute Zeiten versprochen. Es war das einzig Verführerische, das sie besaß.

Gelangweilt von ihrem eigenen Gesicht fielen Claudi unzählige Zahnpastakleckse auf dem Spiegel auf. Hastig riss sie etwas Toilettenpapier ab und wischte die Flecken fort. Sauberkeit und Ehrlichkeit - Werte, die fürs ganze Leben wichtig waren. In der Buchhaltung gab es auch keine Ausnahmen oder Extrawünsche.

Bernhard, der gleichzeitig ihr Vorgesetzter im Immobilienunternehmen war, schätzte das mindestens genauso. Er, der kontaktfreudige Verkäufer, und sie, seine tüchtige Geschäftspartnerin. Ihr Name war zwar nicht auf dem Firmenlogo zu sehen, doch sie redeten sich beide ein, dass er dort in transparenter Farbe stand. »Marketingtechnisch« war das entscheidende Wort gewesen. Und überhaupt: Was bedeutete schon ein Firmenname? Wenn Bernhard Claudi einmal heiraten würde, würde ihr Name sowieso derselbe sein.

Sie schlenderte vom Bad in die gemeinsame helle Wohnküche und nahm einen druckfrischen Firmenflyer in die Hand. Bernhard lächelte ihr selbstzufrieden vom Papier entgegen. Er war grandios. Er hätte jede Immobilie verkaufen können. Im Moment war es eben gerade schwer. Aber auch das würde sich alles wieder einrenken.

Und wenn die Zeit reif wäre, würde er für sie beide ein Haus kaufen, in dem sie ihre Kinder großziehen würden. Wenn es etwas gab, worauf sich Claudi wirklich freute, dann war es das. Bernhard auf dem Flyer sah das genauso.

»Alles wird gut, lieber Bernhard. Die Welt wird auch diese Krise noch überstehen«, flüsterte Claudi dem Flyer zu.

TIM

»Ich hab wirklich keine Zeit zum Singen, Herr Lohner«, sagte Lukas. »Heute ist so ein anstrengender Tag.«

Tim ging vor dem Kind auf ein Knie und lachte.

»Lukas, was ist denn so anstrengend? Heute machen wir eine tolle Märchenstunde. Das wird total entspannt.«

Der Fünfjährige verdrehte die Augen.

»Okay. Aber was, wenn mir langweilig wird?«

Er legte seine kleine, warme Hand in Tims und ließ sich von dem kurzgewachsenen Sechsundzwanzigjährigen zurück ins Gruppenzimmer ›Blauer Elefant‹ bringen.

»Herr Lohner?«

Lukas zog an Tims Pullover. Die anderen Kinder saßen bereits im Stuhlkreis und schauten ihren Gruppenleiter erwartungsvoll an. Tim blieb kurz vor seinem Stuhl stehen, wie zu einem Eiszapfen gefroren. Einige Kinder durchschauten Tims Spiel und kicherten fröhlich drauf los. Lukas fiel lachend zu Boden.

»Sind Sie etwa stehend eingeschlafen?«, fragte er.

Tim löste sich aus seiner Starre und grinste schief.

»Ein wenig.«

Kinder verstehen Ironie erst ab dem zehnten Lebensjahr, beruhigte er sich. Er setzte sich in den Stuhlkreis und sang laut los: »Und eins, zwei, drei: Wir sitzen alle einerlei und keinerlei …«

Trotzt des fröhlichen Singens war Tim abwesend. Von ursprünglich vierundzwanzig Kindern zählte er nur noch fünfzehn im Stuhlkreis. Die meisten von denen, die nicht mehr hier saßen, waren die mit wohlhabenden Eltern.

Einfach weitermachen. So, wie es der Bundespräsident letzte Woche bei der Live-Ausstrahlung gepredigt hatte. Der Luftverkehr war zwar vorerst eingestellt worden, aber wenigstens blieb die Deutsche Bahn innerstaatlich weiterhin in Betrieb. So unpünktlich wie immer.

»Herr Lohner? Herr Lohner?«

Tim ertappte sich dabei, wie ein Bekloppter in Lukas weit geöffnete Augen zu starren. Der Knirps war auf seinen Schoß geklettert und zog mit seinen Fingern an Tims bärtiger Wange.

»Herr Lohner? Sind Sie jetzt im Sitzen eingeschlafen?«

Erneutes Kindergelächter erfüllte den Raum.

Eine halbe Stunde später holten die Eltern ihre Kinder ab. Gespielte Fröhlichkeit auf den Gesichtern. Lukas’ Mutter kam zu Tim herüber.

»Herr Lohner!«

»Hallo Frau Weitrich!«

Tim spielte die Fröhlichkeitsparade mit.

»Ich wollte mich nur bei Ihnen für Ihre Arbeit bedanken. Ich werde mit Lukas zu meinen Eltern aufs Land ziehen. Das scheint mir einfach sicherer für uns beide.«

»Natürlich«, antwortete Tim. Er versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, als er sich von Lukas verabschiedete und ihm alles Gute wünschte.

OLGA

Zum letzten Mal ließ er die Wohnungstür hinter sich zuknallen. Es war der Abschlussfick gewesen, nachdem sie gekündigt hatte. Olga lag ausgestreckt auf dem Bett, doch ihr Herz war in eine Embryohaltung zusammengeschrumpft. Versagen, Selbstkasteiung, Apathie und all die anderen Dinge, die man kurz vor einer Depression fühlte, breiteten sich in ihr aus wie ein Tintentropfen in einem Glas Wasser. Ihr kam das Gespräch in den Sinn, das sie neulich mit ihrer italienischen Arbeitskollegin geführt hatte. Diese hatte Olga erzählt, dass sie in ihrem Schlafzimmer ein riesiges Kreuz hängen hatte. Als moderne Katholikin war sie davon überzeugt, ihren Sexpartnern das Seelenheil bringen zu können, indem sie mit ihnen »Nächstenliebe praktisch« ausübte. Denn vor und nach dem Ficken betete sie mit ihnen. Olga war sich nicht sicher, ob sie diese Variante christlicher Religionsausübung für idiotisch oder innovativ halten sollte.

Persönlich kannte Olga nur den Weihrauchglauben ihrer Großmutter. Ein Leben voller Regelwerke und Aberglaube. Sprich nicht so, Schätzchen. Sonst färbt dir Satan deine Zunge schwarz.

Oder: Wenn du noch einmal von meinem Zucker naschst, wirst du in der Hölle schmoren.

Als kleines Mädchen hatte Olga oft Albträume gehabt, in denen Dämonen und Teufel vorkamen. Heute nicht mehr. Vor den Dämonen im Alltag brauchte sie keine Angst zu haben. Man musste sich nur oft genug von seelisch kranken Männern anfassen lassen, um seine Phobien zu überwinden. Wissen ist Macht. Und Olga wusste, dass die Männer sie brauchten.

Olga betrachtete ihr nacktes Spiegelbild und spannte ihre Armmuskeln an. Ohne den Blick abzuwenden, drehte sie sich mit dem Rücken zum Spiegel, hob die Fäuste und zog die Schulterblätter zusammen.

Sie bildete sich ein, kämpfen zu können. Wenn es diese Idioten tatsächlich nach Europa schaffen sollten, würde sie sich wehren. In der Schweiz war ja wenigstens jeder Mann in der Armee und hatte ein Gewehr zu Hause. Auf der anderen Seite war ihr klar, dass sie in Wahrheit nie eine Waffe in die Hand nehmen könnte. Ihr Cousin hatte erst letzte Woche aus Warschau angerufen. Das nächste Kind war auf dem Weg, und da hatte er eine kleine Lieferung »zur Selbstverteidigung« erhalten. Sein Angebot, ihr etwas davon zum Familienpreis zu überlassen – »Für den Fall, dass dich so ein Asylant begrapscht« – hatte sie ausgeschlagen. Er wollte ihr nicht glauben, dass Migranten in ihrem Leben das geringste Problem darstellten. Erst als sie ihn an ihre Waffenphobie erinnerte, hatte er nachgegeben.

Dabei wusste sie ja, woher die Besorgnis kam. Olgas Großmutter war das Ergebnis einer Vergewaltigung ihrer polnischen Mutter durch einen deutschen Soldaten gewesen. Ihrer Aussage nach waren die Frauen damals nicht einmal auf die Idee gekommen, zu kämpfen. Als erstes hatten sie an Haus und Hof gedacht. Und dann, ein paar Monate später, war die Saat der bösen Männer in ihren Bäuchen aufgegangen und als schreiende, hungrige Bündel zur Welt gekommen.

So ein Risiko hatte Olga nicht eingehen wollen, auch ohne Waffe. Deshalb hatte sie nach dem Telefonat dann doch geschlagene sechs Stunden im Wartesaal ihres Frauenarztes gesessen. Jede der Wartenden hatte ein letztes Mal untersucht werden und Pillenpackungen für die nächsten zehn Jahre verschrieben bekommen wollen. Dank Panikattacken war die Pharmaindustrie in diesen Zeiten besser dran als jemals zuvor. Den Männern die Waffen, den Frauen die Pillen. Die Waffenlobby und Pharmaindustrie holten sich darauf bestimmt gegenseitig einen runter.

Die Frauen im Wartesaal waren nervös gewesen. Natürliche Rivalitäten unter Frauen erreichten hier ihren Höhepunkt. Alle wussten: Jede von ihnen konnte die letzte sein, die eine Pillenpackung ergatterte. Angespannt hatten sie auf ihren Nägeln herumgekaut, die sie sich noch wenige Monate zuvor von irgendeiner Chinesin hatten anpinseln lassen. Erstaunlich viele graue Haare. Als wäre die Menschheit auf einen Schlag zwanzig Jahre älter geworden. Je grauer die Haare, umso älter wurde man geschätzt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit einer Vergewaltigung. Evolution passierte dieser Tage erstaunlich schnell.

Olga öffnete das Handtuch, das ihre nassen Haare umschlang. Haarspitzen fielen aus dem Tuch und kitzelten ihre Schultern. Ihr Schädel dröhnte. Sie hätte in der Apotheke gleich noch mehre Packungen Schmerztabletten mitnehmen sollen.

Sie wollte weg. Oder vergessen. Das wäre auch schön. Vergessen, dass sie einmal humorvoll gewesen war. Ihre kleinen Lachfalten schienen sich freiwillig zurückgezogen zu haben, um der umso ausgeprägteren Zornesfalte zwischen ihren Augenbrauen Platz zu machen. Sie entdeckte zunehmend Dinge an sich, die sie an ihre Großmutter und deren Menschenhass erinnerten. Was, wenn sie insgeheim immer schon so gewesen war? Vielleicht hatte sich ihr wahres Wesen bloß einige Jahre unter jugendlicher Naivität und dem Drang zu gefallen versteckt. Doch jetzt gab es niemanden mehr, dem sie gefallen musste. Eine letzte sinnvolle Sache noch. Ein Entschluss. Olga warf ihrem nackten Spiegelbild einen Kuss zu.

MAX

Das Smartphone klingelte. Max zögerte, als er die Rufnummer sah. Nach einer Weile ging er dennoch dran.

»Hallo? … Nein, ich schaue keine. … Ja, kann ich mir vorstellen, dass in der Firma die Hölle los ist. … Nein, das war nicht sarkastisch gemeint. … Mhm. … Ja. … Fuck! Das Ganze war doch absehbar! Ich weiß nicht, warum ihr so überrascht seid?« Er hielt den Hörer ein paar Zentimeter von seinem Ohr weg. »Nein, Mutter. Ich besuche ihn nicht im Krankenhaus. Und zur Pressekonferenz komme ich schon gar nicht … Gut … Ja, genau. Haha! Und du warst auch immer eine besonders gute Mutter! Das nennt man dann wohl Karma! Ich leg jetzt auf. Tschüss.«

Das Smartphone landete stark beschleunigt auf dem weißen Ledersofa. Max begann, wie ein Irrer in seiner Unterwäscheschublade zu wühlen. Wo zum Teufel waren seine Hefte?

Es hatte nichts mit seiner Verlobten zu tun, dass er süchtig nach seinen 80er-Jahre Pornozeitschriften war, die er bis heute den geschmacklosen Bewegtbildern aus dem Internet vorzog – auch wenn sich Anna nur selten überwinden konnte, sich von ihm vögeln zu lassen. Dabei wäre seiner Meinung nach mindestens eine Ablenkung pro Tag durchaus angebracht. Was Anna nicht würdigte, war, was für ein guter Liebhaber Max war. Es war ihm wichtig, seine Partnerin zum Höhepunkt zu bringen. Aber für Anna fühlte sich der Akt an sich einfach zu animalisch an. Kontrollverlust galt es in ihrem Leben auf jeden Fall zu vermeiden, da blieb kein Platz für genussvollen Sex.

Sein Herzrasen und die beschissene Kurzatmigkeit, die Max nach Begegnungen mit seiner Familie befielen, brauchten jedoch ein Ventil. Es war jedes Mal dasselbe. Seine Symptome machten ihm die Kürze eines Menschenlebens bewusst. Das ließ ihn an den Tod denken, und der wiederum erinnerte ihn daran, dass er verdammt noch mal herausfinden sollte, was er bis dahin eigentlich machen wollte. Zum Schluss wurde ihm schließlich bewusst, dass er jedes Mal weiter von der Antwort entfernt war als zuvor.

Mit vier Jahren hatte er gesagt, dass er Astronaut werden würde. Mit zehn hatte er gewusst, dass er Medizin studieren sollte. Mit vierzehn hatte er geglaubt, dass er mit seinen Freunden eine Bar aufmachen müsse. Mit achtzehn studierte er Jura und hasste es mit jeder Faser seines Wesens. Jetzt, mit achtundzwanzig, arbeitete er in der Firma seines Vaters, und zu allem Überfluss war er mit der jüngeren Version seiner Mutter verlobt. Dabei hatte er seine Mutter bereits mit zwölf zur Adoption freigeben wollen.

Er konnte froh sein, wenn Anna sich ab und an dazu herabließ, seiner Erektion ein paar Minuten Beachtung zu schenken. Seine Vorahnung, dass sie seine Beruhigungszeitschriften gefunden und in den Müll geworfen hatte, trieb ihn in die Küche. Internetpornos wären so viel einfacher zu verstecken, aber Papier fühlte sich einfach besser an.

Er öffnete den Müll und fand ein Post-it.

»Schatz, ich glaube, du kannst besser sein als das hier. xx Anna«

Ein schiefes Grinsen zog seinen Mundwinkel nach oben. Er schob sich eine Ausgabe von 1987 unter den linken Arm und stapfte ins Wohnzimmer. Er redete laut: »Das Geschäft meiner Familie stört dich nicht, was? Aber in die Beziehung zwischen mir und meiner rechten Hand willst du dich einmischen? Bitch.«

Fünf Minuten später schaltete er den Fernseher an. Die Fernsehredakteure taten ihm irgendwie leid. Seit Monaten nur dieses Geballere. Wo waren die Katzenvideos geblieben? Wenigstens konnte er nach der Tagesschau weitermachen, als wäre alles in Ordnung. So wie es der Rest der deutschen Bevölkerung auch tat.

Im Fernsehen erschien wie auf Kommando der Bundespräsident, um sich Max anzuschließen.

»Wir werden weitermachen wie bisher. Wir sind ein starkes und großzügiges Deutschland. Von den Neuankömmlingen sind beinahe, also ... Es sind alles Bürger wie jeder von uns. Ob Deutscher oder nicht: Wer hier lebt, lässt sich von ein paar Terroristen nicht einschüchtern. Wir sind ein starkes Deutschland!«

»Genau. Ein starkes Deutschland!«, äffte Max ihn nach. Dann packte er sein bestes Hitlerdeutsch aus und brüllte: »Ich bin ein braver Bürger und gebe mein Bestes! Ich heirate sogar, um meinem ganzen Bekanntenkreis für einen weiteren Tag die Chance zu geben, so zu tun, als wäre alles beim Alten.«

Auf dem Bildschirm hatte eine Talkshow begonnen. Ein junges Ding, vielleicht achtzehn, Politikstudentin, schrie in die Kamera: »Jaja, armes, armes Deutschland. Zuerst ums Verrecken die schwarze Null erreichen wollen und sich dann gefickt fühlen, wenn sie durch Waffenhandel erreicht wird. Da habt ihr euren Krieg, ihr heuchelnden Wichser!«

Die Moderatorin versuchte vergeblich, der jungen Dame klarzumachen, dass sie solche Wörter im Fernsehen nicht benutzen dürfe.

CLAUDI

Claudi rieb sich zum zwölften Mal die Arme. Ihr wurde nicht warm. Das Dröhnen in ihren Ohren wurde immer lauter. Wie ein Gletscher schob sich die Kälte aus ihrem Inneren langsam aber unaufhaltsam über ihren ganzen Körper. Ihr Kopf drehte sich so stark, dass sie für einen Moment meinte, sie würde auf den Boden knallen.

»Schatz, ist alles in Ordnung? Setzt dich doch hin.«

Bernhard stand in der Küche. Sie setzte sich auf einen Küchenstuhl und hielt sich an der Tischkante fest. Es fiel ihr schwer, einen klaren Gedanken zu fassen. Ihr war übel. Ihr deliriöser Kopf fragte sich, ob sie nicht einfach so auf den Boden kotzen sollte. Dabei hatte sie doch vorher erst die ganze Wohnung gewischt.

»Claudi, es tut mir ja leid. Wirklich! Aber ich kann nichts dafür. Es ist einfach so passiert. Ich wollte es dir einfach sagen. Das bin ich mir und Steffi schuldig.«

Stolz wie ein Vierjähriger, der meint, es wäre ein Kunstwerk, den ganzen Schokoladenpudding an die Wände geschmiert zu haben, anstatt ihn zu essen, klatschte er ihr aufmunternd zu.

»Claudi, ganz ehrlich. Du warst doch auch nicht glücklich. Es musste einfach so kommen. Ich habe mich entschieden und möchte einen Schlussstrich ziehen. Steffi sieht das genauso. Du kannst das Haus behalten. Ich werde erstmal bei Steffi einziehen.«

Claudi hatte bis eben nicht gewusst, dass ein Mensch so viele Emotionen gleichzeitig fühlen konnte. Pro Sekunde schwirrten eintausend Fragen durch ihren Kopf, doch nur eine schaffte es, sich durch ihren Mund zu quälen.

»Seit wann?«

Bernhard vermied es, sie anzusehen.

»Ach Claudi, lass uns jetzt nicht mehr darüber reden. Das bringt uns doch auch nicht weiter. Ich denke, wir haben heute schon genug gesagt.«

Claudi kotzte auf den Boden. Einfach so. Sie hielt sich nicht einmal die Hände vor den Mund.

»Claudi!«, schrie Bernhard hysterisch, als hätte sie ihn vollgekotzt und nicht das Küchenparkett. »Bist du denn völlig übergeschnappt? Jetzt beherrsch dich doch mal. Also echt, das wird mir zuviel hier!«

Er knallte ihr den Küchenlappen auf den Tisch und stapfte die Treppe zum Schlafzimmer hoch. Claudis Kopf war der Meinung, dass das helle Gelb auf dem dunklen Holzboden gar nicht so schlecht aussah.

TIM

Dumm ist der, der Dummes tut. Tim liebte diesen Film. Er beinhaltete alles, was das Leben zu bieten hatte. Oder zu bieten hätte. Forrest Gump machte alles aus nichts. Er verliebte sich, er heilte sich, er kämpfte, er joggte, er reiste, er begegnete wildfremden, komischen Menschen und vor allem: Er hatte immer eine positive Einstellung.

Es schien Tim nicht richtig, dass seine Geschichte so weit von Forrest Gump entfernt war. Warum konnte er nicht genauso offen sein wie dieser naive Held, der niemanden verurteilte und keine vorgefassten Meinungen über Menschen und Dinge hatte, sondern einfach mit einem freundlichen, kindlichen Herzen durch die Welt zog? Naja, dachte Tim, weil ich dafür überhaupt einmal durch die Welt ziehen müsste.

»Die Grenzen sind geschlossen«, sagte das Radio.

Oder auch nicht, dachte Tim. Seit sieben Jahren arbeitete Tim ehrenamtlich als Sanitätsfahrer beim Roten Kreuz. Vor zwei