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Giorgio Vasari

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Beschreibung

Giorgio Vasarís "Künstler der Renaissance" gilt als eines der grundlegenden Werke der Kunstgeschichte und bietet einen umfassenden Überblick über das Schaffen bedeutender Künstler des 16. Jahrhunderts. In einem lebendigen und ansprechenden Stil entwirft Vasari nicht nur Biografien von Meisterwerken, sondern ergründet auch die vielfältigen Einflüsse und den kreativen Prozess der Künstler. Seinem detaillierten Beschreibungen sind historische Kontexte und persönliche Anekdoten eingewoben, die das Verständnis der Renaissance und deren kulturellen Reichtum vertiefen. Vasaris Werk ist dabei nicht nur eine Sammlung von Künstlerbiografien, sondern ein wichtiges Zeitdokument seiner Epoche, in dem sich der Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit widerspiegelt. Giorgio Vasari war nicht nur Maler und Architekt, sondern auch ein außerordentlich engagierter Kunstkritiker und Historiker. Sein Leben und Werk wurden stark von der Florentiner Kunstszene geprägt, wo er zahlreiche Künstler persönlich kannte und deren Techniken und Philosophien studierte. Diese enge Vertrautheit mit der Materie machte ihn zum perfekten Chronisten des künstlerischen Schaffens seiner Zeit, und sein eigenes Streben nach künstlerischer Exzellenz spiegelt sich in den ergreifenden Porträts seiner Kollegen wider. Für alle, die ein tiefes Verständnis für die Ausdrucksformen und Stile der Renaissance entwickeln möchten, ist "Künstler der Renaissance" unerlässlich. Es führt Leser durch die Komplexität der künstlerischen Entwicklungen und bietet dabei sowohl fachliche Einsichten als auch interessante Geschichten. Dieses Buch erweist sich als eine wertvolle Ressource für Kunstliebhaber, Historiker und Studierende, die die Wurzeln der westlichen Kunst schätzen. In dieser bereicherten Ausgabe haben wir mit großer Sorgfalt zusätzlichen Mehrwert für Ihr Leseerlebnis geschaffen: - Eine umfassende Einführung skizziert die verbindenden Merkmale, Themen oder stilistischen Entwicklungen dieser ausgewählten Werke. - Die Autorenbiografie hebt persönliche Meilensteine und literarische Einflüsse hervor, die das gesamte Schaffen prägen. - Ein Abschnitt zum historischen Kontext verortet die Werke in ihrer Epoche – soziale Strömungen, kulturelle Trends und Schlüsselerlebnisse, die ihrer Entstehung zugrunde liegen. - Eine knappe Synopsis (Auswahl) gibt einen zugänglichen Überblick über die enthaltenen Texte und hilft dabei, Handlungsverläufe und Hauptideen zu erfassen, ohne wichtige Wendepunkte zu verraten. - Eine vereinheitlichende Analyse untersucht wiederkehrende Motive und charakteristische Stilmittel in der Sammlung, verbindet die Erzählungen miteinander und beleuchtet zugleich die individuellen Stärken der einzelnen Werke. - Reflexionsfragen regen zu einer tieferen Auseinandersetzung mit der übergreifenden Botschaft des Autors an und laden dazu ein, Bezüge zwischen den verschiedenen Texten herzustellen sowie sie in einen modernen Kontext zu setzen. - Abschließend fassen unsere handverlesenen unvergesslichen Zitate zentrale Aussagen und Wendepunkte zusammen und verdeutlichen so die Kernthemen der gesamten Sammlung.

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Veröffentlichungsjahr: 2024

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Giorgio Vasari

Künstler der Renaissance

Bereicherte Ausgabe. Leonardo da Vinci, Raphael, Michelangelo, Giotto, Tizian, Botticelli, Filippo Brunelleschi, Donatello
Einführung, Studien und Kommentare von Alexander Bach
EAN 8596547771227
Bearbeitet und veröffentlicht von DigiCat, 2023

Inhaltsverzeichnis

Einführung
Autorenbiografie
Historischer Kontext
Synopsis (Auswahl)
Künstler der Renaissance: Leonardo da Vinci, Raphael, Michelangelo, Giotto, Tizian, Botticelli, Andrea del Verrocchio, Filippo Brunelleschi, Donatello und viel mehr
Analyse
Reflexion
Unvergessliche Zitate

Einführung

Inhaltsverzeichnis

Diese Werksammlung vereint unter dem Titel „Künstler der Renaissance: Leonardo da Vinci, Raphael, Michelangelo, Giotto, Tizian, Botticelli, Andrea del Verrocchio, Filippo Brunelleschi, Donatello und viel mehr“ zentrale Lebensbeschreibungen Giorgio Vasaris. Sie stellt ausgewählte Kapitel aus den von Vasari im 16. Jahrhundert verfassten Biografien über die bedeutendsten Maler, Bildhauer und Architekten Italiens zusammen. Jedes Buch widmet sich einer einzelnen Künstlerpersönlichkeit und zeichnet deren Werdegang, Werk und Wirkung nach. Die Auswahl reicht von frühen Wegbereitern wie Giovanni Cimabue und den Pisani über Giotto und Masaccio bis zu den Protagonisten der Hochrenaissance wie Leonardo, Raffael, Michelangelo und Tizian, ergänzt durch prägende Meister vieler Schulen und Generationen.

Ziel dieser Zusammenstellung ist es, die Entstehung, Entfaltung und anhaltende Strahlkraft der italienischen Renaissance in einer kohärenten Folge von Künstlerlebensläufen sichtbar zu machen. Vasari erfasst dabei das Zusammenwirken der drei Künste – Malerei, Skulptur und Architektur – und beschreibt, wie technische Innovationen, intellektuelle Ambitionen und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu neuen Maßstäben des Schaffens führten. Die Bücher zeigen, wie einzelne Talente in spezifischen Kontexten reifen, wie Werkstatttraditionen und Auftraggeber die Entwicklung prägen und wie aus regionalen Leistungen eine europaweit wirksame Erneuerung von Formgefühl, Wissen und künstlerischem Selbstverständnis entsteht.

In der Textsorte überwiegt die Künstlerbiografie, die Vasari mit historiografischen und kritischen Passagen verbindet. Er schildert Lebenswege, Arbeitsweisen und herausragende Werke, ergänzt durch stilkritische Einschätzungen und Reflexionen über Technik und Gestaltung. Erzählerische Episoden veranschaulichen Ausbildung, Wettbewerbe und Aufträge, ohne den sachlichen Anspruch zu mindern. Theoriehafte Überlegungen zu Komposition, Anatomie, Perspektive und Materialgebrauch stehen neben historischen Rahmungen. So vereinen die Texte biografische Darstellung, kunsthistorische Analyse und essayistische Betrachtung zu einem Ganzen, das zugleich dokumentiert, erklärt und anregt, ohne in reine Anekdotik oder trockene Quellenexegese zu verfallen.

Vasaris Vorgehen folgt einer Entwicklungsidee, die den Fortschritt der Künste vom Wiederaufbruch bis zur „modernen“ Vollendung beschreibt. Ausgehend von frühen Erneuerern wie Cimabue, Giotto und den Pisani, führt er über die Meister des Quattrocento zu den Protagonisten der Hochrenaissance. Diese Abfolge macht nicht nur individuelle Leistungen sichtbar, sondern betont die Kontinuität von Überlieferung und Innovation. In dieser Perspektive erscheinen die großen Namen nicht isoliert, sondern als Glieder einer Kette, in der technische Entdeckungen, verfeinerte Ausbildung, verbesserte Materialien und gewachsene intellektuelle Horizonte einander bedingen und jeweils neue Maßstäbe setzen.

Durchgehend werden die sozialen und institutionellen Kontexte des Kunstschaffens mitbedacht. Fürstliche Höfe, städtische Regierungen, religiöse Institutionen und bürgerliche Auftraggeber bilden die Bühne, auf der die Karrieren verlaufen. Werkstätten strukturieren den Alltag; Gilden, Wettbewerbe und Großaufträge eröffnen Chancen; die Mobilität der Künstler fördert Austausch und Konkurrenz. Die Biografien verknüpfen daher persönliche Begabungen mit Marktbedingungen, Reputationslogiken und den Erwartungen einer gebildeten Öffentlichkeit. So beleuchten sie nicht nur Werke, sondern auch die Bedingungen, unter denen Kunst als Handwerk, Wissenschaft und intellektuelle Praxis Anerkennung gewinnt.

Stilistisch betont Vasari Schlüsselbegriffe wie disegno, Proportion, Perspektive und decorum. Er würdigt die Erkundung der menschlichen Figur, das Verständnis von Raum und Licht sowie den bewussten Einsatz von Materialien – vom Marmor der Skulptur über Bronze und Terrakotta bis zur Fresko- und Ölmalerei. Dabei treten unterschiedliche Schwerpunkte regionaler Schulen hervor, ohne die gemeinsame Suche nach Wahrhaftigkeit und Maß zu verleugnen. Die Biografien zeigen, wie experimentelle Verfahren, systematische Studien und das Ringen um ideale Form und überzeugende Naturbeobachtung im Werk der Meister zu neuen, verbindlichen Qualitätsnormen zusammenfinden.

Die Auswahl verdeutlicht die Vielfalt regionaler Traditionen und ihre produktiven Verflechtungen. Florentinische, toskanische, venezianische, lombardische, römische und emilianische Entwicklungen treten in Dialog. Namen wie Ghiberti, Donatello und Brunelleschi stehen für eine florentinische Betonung von Entwurf und Konstruktion; die Bellini, Giorgione und Tizian markieren die Stärke des venezianischen Kolorits; Mantegna und Correggio zeigen eigenständige Lösungen im Umgang mit Raum und Licht; Bramante repräsentiert eine neue architektonische Ordnung. Dieses Mosaik lässt die Renaissance als Ensemble starker, doch kommunikativ verbundener Werkstätten und Schulen hervortreten.

Die Texte besitzen ausgeprägte Anschaulichkeit. Sie erläutern Ausbildungswege, Werkstattpraxis, Materialfragen und Bildfindungen so, dass Fachleserinnen und Fachleser vertiefende Hinweise gewinnen, während Einsteiger einen zuverlässigen Zugang erhalten. Begriffe und Verfahren werden im narrativen Fluss verankert, was die Lektüre sowohl informativ als auch motivierend macht. Wer die technische Seite kennenlernen will, findet Orientierung; wer historische Zusammenhänge sucht, wird systematisch eingeführt. Dadurch erfüllt die Sammlung eine doppelte Aufgabe: Sie ist Einführung in ästhetische und handwerkliche Prinzipien und zugleich Überblick über Epochenprofil, Akteure und Wirkstätten.

Zugleich bleibt Vasaris Perspektive als historiografische Konstruktion sichtbar. Seine Urteile sind geprägt von Zeitumständen, persönlichen Erfahrungen und einem stark florentinischen Blick. Wo möglich, stützt er sich auf Anschauung und Berichte; seine Deutungen setzen Prioritäten und Wertungen, die den Diskurs über Jahrhunderte beeinflusst haben. Diese Texte sind daher sowohl Quellen als auch Interpretationen. Die vorliegende Zusammenstellung macht diesen doppelten Charakter fruchtbar, indem sie die Stimmen der Künstlerbiografien für sich sprechen lässt, ohne sie als neutrale Protokolle zu missverstehen. So werden Leserinnen und Leser zur eigenen kritischen Einordnung ermutigt.

Im Publikationskontext sind die Lebensbeschreibungen im 16. Jahrhundert entstanden und in zwei Ausgaben (1550 und 1568) überliefert. Ihre Reichweite und methodische Wirkung auf die Kunstgeschichtsschreibung sind kaum zu überschätzen. Die vorliegende Sammlung organisiert exemplarische Lebensläufe in einer klaren Folge, die der historischen Entwicklung und den Schwerpunkten der genannten Künstler entspricht. Damit werden zentrale Kapitel der Renaissance in einer Form geboten, die sowohl den Einzelstimmen gerecht wird als auch den Gesamtentwurf einer Epoche erkennbar macht. Der Leser erhält ein zuverlässiges Fundament, auf dem weiterführende Forschung und Anschauung aufbauen können.

Die Auswahl macht Linien der Weitergabe und Erneuerung besonders deutlich. Lehrverhältnisse, Werkstattbindungen und Nachfolgebeziehungen strukturieren das Feld: Von Andrea del Verrocchio führen Wege zu Leonardo da Vinci, von Pietro Perugino zu Raffael; Einflüsse Donatellos prägen Generationen der Skulptur; architektonische Ordnungen werden von Brunelleschi zu Bramante weitergedacht. So zeigt sich Renaissancekunst als Netzwerk dynamischer Beziehungen, in dem Tradition nicht einfach bewahrt, sondern aktiv transformiert wird. Diese Verflechtungen verleihen den einzelnen Lebensläufen zusätzliche Tiefe und machen stilistische Entscheidungen als historisch situierte Antworten verständlich.

Schließlich verbindet die Sammlung thematische Konstanz mit stilistischer Vielfalt. Sie demonstriert, wie die Künstler der Renaissance Naturbeobachtung und Idealisierung, Handwerk und Wissenschaft, individuelle Handschrift und kanonische Regeln ausbalancieren. In Vasaris Darstellung kulminiert dieser Prozess in herausragenden Persönlichkeiten, ohne die Leistungen der Vorläufer zu schmälern. Die anhaltende Bedeutung des Gesamtwerks liegt darin, Maßstäbe und Fragestellungen bereitzustellen, mit denen sich bis heute über Qualität, Innovation und Verantwortung des Künstlers sprechen lässt. So wird diese Zusammenstellung zur Einladung, Vergangenheit als lebendige Gegenwart zu lesen.

Autorenbiografie

Inhaltsverzeichnis

Giorgio Vasari (1511–1574) war Maler, Architekt und Schriftsteller der italienischen Spätrenaissance und gehört zu den prägenden Erzählern der Kunstgeschichte. Als Hofkünstler der Medici verband er künstlerische Praxis mit organisatorischer und theoretischer Autorität. Sein Name steht gleichermaßen für monumentale Bauaufgaben in Florenz, etwa die Uffizien und den Verbindungsgang über den Ponte Vecchio, wie für die erste umfassende Sammlung von Künstlerbiografien. Mit sicherem Gespür für Stilentwicklung und Werkzusammenhänge ordnete er seine Zeitgenossen und Vorgänger, prägte Begriffe und Maßstäbe und beeinflusste nachhaltig, wie die Errungenschaften vom Trecento bis zum Cinquecento wahrgenommen werden, bis heute.

Ausgebildet wurde Vasari in Florenz, wo er als junger Zeichner in die Werkstatt Andrea del Sarto eintrat und das Primat des disegno verinnerlichte. Frühe Aufenthalte in Rom konfrontierten ihn mit antiker Architektur und mit der Kunst Michelangelos, deren monumental gedachte Formen und energische Figurenbewegung seine Auffassung dauerhaft prägten. Ebenso studierte er die florentinische Tradition seit Giotto und Masaccio, deren strukturiertes Bilddenken er als Fundament verstand. Diese doppelte Ausrichtung – auf die Antike und auf die neuere toskanische Schule – verlieh seinem späteren Schaffen eine theoretische Grundlage, die sein praktisches Arbeiten, seine Urteile und schließlich seine historiografische Methode gleichermaßen bestimmte.

Als Maler entfaltete Vasari früh eine produktive Werkstattpraxis, die großformatige Dekorationszyklen ebenso umfasste wie Tafelbilder für Kirchen. Während seiner römischen Jahre arbeitete er im Umfeld der Farnese und schuf in der Cancelleria die sogenannte Sala dei Cento Giorni, ein ambitioniertes Freskenprogramm mit historischer Allegorie. In Florenz betraute man ihn später mit komplexen Ausstattungen in herzoglichen Räumen, bei denen er Entwurf, Organisation und Bildregie verband. Charakteristisch wurden klare Kompositionsachsen, gelehrte Bezüge und eine vornehme, manieristische Farbigkeit. Zeitgenössische Resonanz erhielt er vor allem als Koordinator großer Unternehmungen, der zahlreiche Fachleute zu einheitlichen Bildprogrammen zusammenführen konnte.

Seine berühmt gewordenen Vite erschienen 1550 erstmals gedruckt und 1568 erweitert. Das Werk vereinte Biografien, Stilkritik und Werkübersichten zu einer Erzählung des Aufstiegs der Künste. Vasari würdigte frühe Neuerer wie Cimabue, Giotto sowie die Bildhauer Niccolò und Giovanni Pisani und zeichnete den Fortschritt über Masaccio, Brunelleschi und Donatello bis zu Leonardo, Raffael und Michelangelo nach. In die spätere Ausgabe integrierte er zahlreiche Korrekturen und Bildnisse. Seine Auswahl und Wertung waren florentinisch geprägt, doch die stoffliche Breite – von Fra Angelico und Botticelli bis zu Giorgione, Correggio, Tizian und Sebastiano del Piombo – formte den Kanon dauerhaft.

Als Architekt prägte Vasari das Bild von Florenz unter Cosimo I. Entscheidende Projekte waren die Uffizien, deren langgestreckter Baukörper einen neuen Verwaltungsbezirk bündelte, und der über den Ponte Vecchio geführte Korridor, der Palazzo Vecchio mit Palazzo Pitti verband. Hinzu kamen weitreichende Umbauten und Festdekorationen im Palazzo Vecchio, bei denen er programmatische Bildfolgen mit städtebaulicher Repräsentation verband. Diese Arbeiten zeigen sein Talent, Funktionsansprüche, Zeremoniell und Ikonografie in einem konsistenten Entwurf zu vereinen. Seine architektonischen Lösungen wurden zu Bezugspunkten höfischer Selbstdarstellung und schufen Räume, die erst später museal genutzt und dadurch weltweit bekannt wurden.

In den späten Jahren vereinte Vasari organisatorische Verantwortung, Bauleitung und Schriftstellerei. 1563 war er an der Gründung der Florentiner Accademia del Disegno beteiligt, die Ausbildung, Standesbewusstsein und Qualitätsmaßstäbe der Künste institutionell verankerte. Parallel überarbeitete er seine Vite grundlegend und koordinierte groß angelegte Dekorationsprogramme für das herzogliche Florenz. Dienstreisen führten ihn wiederholt nach Rom und in toskanische Städte; seine Werkstätten arbeiteten arbeitsteilig und effizient. Bis zu seinem Tod 1574 blieb er eine zentrale Figur der höfischen Kulturpolitik, deren künstlerische Projekte auf Repräsentation, Wissensordnung und die Sichtbarmachung dynastischer Legitimation zielten sowie den Zusammenhalt der Residenzräume.

Vasaris Vermächtnis liegt in der doppelten Autorität von Baukunst und Geschichtsschreibung. Seine Vite prägten die Erinnerung an Künstler wie Lorenzo Ghiberti, Luca della Robbia, Jacopo della Quercia, die Bellini, Domenico Ghirlandaio, Andrea del Verrocchio, Pietro Perugino, Luca Signorelli, Fra Bartolommeo, Bramante, Andrea Mantegna, Filippino Lippi und Antonello da Messina ebenso wie an die Leitfiguren Leonardo, Raffael, Michelangelo, Tizian und Giorgione. Zugleich bleiben die Uffizien und der Vasari-Korridor als gebaute Signaturen präsent. Heute wird sein Werk kritisch gelesen: wegweisend in der Systematik, parteiisch in manchem Urteil, doch unerlässlich für das Verständnis der italienischen Renaissance.

Historischer Kontext

Inhaltsverzeichnis

Giorgio Vasari, geboren 1511 in Arezzo und gestorben 1574 in Florenz, verfasste seine Künstlerbiographien zunächst 1550 und erweiterte sie 1568. Die Sammlung umfasst Entwicklungen vom späten 13. Jahrhundert bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts, vom Werk Cimabues und der Pisani über Giotto, Brunelleschi und Donatello bis zu Leonardo, Raffael, Michelangelo und Tizian. Vasaris Lebensbeschreibungen verorten künstlerische Innovationen in einem klaren zeitlichen Fortschrittsnarrativ. Er schrieb als Hofkünstler der Medici und Mitgründer der Accademia del Disegno, was seiner Sicht auf disegno, auf Florenz und auf die Rolle des Künstlers als gebildeter Schöpfer besonderes Gewicht verlieh.

Die politischen Strukturen der italienischen Stadtstaaten prägten Patronage und Konkurrenz. Florenz, Venedig, Rom, Padua, Siena, Urbino, Mantua und Ferrara entwickelten eigene kulturelle Profile, gespeist von Handel, Bankwesen und Hofkultur. Medici-Herrschaft, päpstliche Ambitionen und republikanische Traditionen setzten wechselnde Akzente in der Kunstförderung. Milizen und Söldnerwesen, Bündnisse und Fehden veränderten Zentren und Auftraggeber. Zwischen Zünften, Bruderschaften und Fürstenhöfen verschob sich die Nachfrage: Altäre, öffentliche Skulpturen, städtische Bauprojekte und repräsentative Paläste dienten religiöser Verehrung wie politischer Selbstdarstellung. Künstler reagierten auf diese Kräfte mit neuen Bildsprachen, Materialien und Organisationsformen ihrer Werkstätten.

Humanistische Gelehrsamkeit bildete den intellektuellen Hintergrund. Die Wiederentdeckung antiker Literatur und Kunst, das Studium von Rhetorik, Poetik und Geschichte, Sammlungen von Statuen sowie archäologische Interessen veränderten Maßstäbe von Schönheit und Nachahmung. Texte wie Vitruvs Architekturtraktat wurden diskutiert, kommentiert und praktisch erprobt. In dieser Atmosphäre erhielten Beobachtung der Natur, mathematische Proportionen und antike Vorbilder neues Gewicht. Fra Giovanni da Fiesole, Masaccio, Ghiberti und später Raffael oder Mantegna setzten humanistische Anliegen in Andachtsbilder, Reliefs und Fresken um. Vasari deutete diese Entwicklung als kontinuierliche Verfeinerung von Kenntnis und Urteilskraft, getragen von gebildeten Mäzenen und gelehrten Künstlern.

Technologische und wissenschaftliche Neuerungen bildeten den Nährboden des Wandels. Linearperspektive wurde in Florenz experimentell erprobt und über theoretische Schriften verbreitet. Naturstudien, Anatomie und Proportionssysteme vertieften das Verständnis des Körpers; Leonardo da Vinci verkörpert diese Verbindung von Forschung und Kunst exemplarisch. Maltechnisch setzte sich neben Tempera die Ölmalerei durch, zu deren Verbreitung Antonello da Messina maßgeblich beitrug, insbesondere im venezianischen Umfeld. Chiaroscuro, Sfumato, Luftperspektive und farbige Lasuren erweiterten das Repertoire. Werkstätten nutzten verbesserte Pigmente, Bindemittel und Träger; Händlernetzwerke sorgten für den Nachschub exotischer Farbstoffe und Edelmaterialien.

Architektur wurde zum sichtbaren Zeichen kommunaler und fürstlicher Ansprüche. Filippo Brunelleschis Kuppel für Santa Maria del Fiore demonstrierte technische Kühnheit und bürgerlichen Stolz. Klassische Formen, klare Proportionen und modulare Systeme prägten Kirchen, Krankenhäuser und Paläste. Donato Bramante brachte in Rom eine streng klassische Sprache zur Geltung und legte zu Beginn des 16. Jahrhunderts Pläne für den Neubau von Sankt Peter vor. Solche Projekte erforderten neue Organisations- und Berechnungsverfahren, Baustellenlogistik und Steinbrüche. Architekten agierten zunehmend als Planer, Zeichner und Theoretiker; Zeichnungssammlungen und Modelle dienten der Kommunikation zwischen Auftraggebern und Werkstatt.

In der Skulptur markierten Niccolò und Giovanni Pisano einen Übergang zu klassizistischen Formen innerhalb eines gotischen Rahmens. Giotto erneuerte die figurative Erzählung in der Malerei, während Jacopo della Quercia mit kraftvollen Reliefs Maßstäbe setzte. Ghibertis Bronzetüren am Florentiner Baptisterium verbanden narrative Klarheit mit technischer Virtuosität. Donatello erprobte neue Wege der Bronze- und Marmorskulptur, von psychologischer Präsenz bis zum flachen schiacciato-Relief. Luca della Robbia etablierte glasiertes Terrakotta als dauerhaftes, farbiges Medium für religiöse und häusliche Kontexte. Diese Innovationen veränderten städtische Räume, Kircheninterieurs und private Devotionsformen nachhaltig.

Religiöse Dynamiken strukturierten Themenwahl und Bildprogramm. Bettelorden wie Dominikaner und Franziskaner beauftragten Zyklen, die Lehre, Andacht und Predigt unterstützten. Fra Angelico verband theologische Prägnanz mit mildem Lichteinsatz; Fra Filippo Lippi und sein Sohn Filippino entwickelten psychologische und erzählerische Feinheiten. In Florenz beeinflusste die reformerische Bewegung um Savonarola die künstlerische Atmosphäre; Fra Bartolommeo, Dominikaner, reagierte mit strengerer Bildsprache. Im 16. Jahrhundert setzte die katholische Reform verbindlichere Maßstäbe für Deutlichkeit und Angemessenheit religiöser Bilder. Vasari schrieb im Bewusstsein dieser Debatten, auch wenn viele Biographierte vor den Konzilsbeschlüssen wirkten.

Venedig verfolgte eine eigene Kunstpolitik, geprägt von Handelsmacht, Diplomatie und patricischem Selbstverständnis. Die Bellini-Familie verband Werkstattkultur und internationale Einflüsse; Gentile Bellini reiste an den Hof Mehmeds II., was den Austausch mit dem östlichen Mittelmeer vertiefte. Giorgione entwickelte Anfang des 16. Jahrhunderts eine lyrisch-atmosphärische Bildsprache, auf die Tizian mit monumentaler Farbigkeit antwortete. Die Verbreitung der Ölmalerei und die bevorzugte Nutzung von Leinwand begünstigten eine Malerei der Schichten und Valeurs. Venezianisches colorito galt Vasari als Alternative zum florentinischen disegno, ein Gegensatz, den er zugleich beschrieb und hierarchisierte.

Florenz blieb im Quattrocento ein Zentrum für zeichnerische Erfindung und Perspektive. Masaccio etablierte in den 1420er Jahren überzeugende räumliche und körperliche Präsenz. Ghirlandaio perfektionierte die Freskentechnik im bürgerlichen und kirchlichen Auftrag. Botticelli entwickelte eine poetische Linie und anspruchsvolle Bildprogramme im humanistischen Milieu. Verrocchios Werkstatt fungierte als Knotenpunkt für talentierte Jugendliche; Leonardo da Vinci erhielt hier eine grundlegende Ausbildung. In diesem Umfeld wurden Entwurf, Karton und Modell zur intellektuellen Leitwährung. Zünfte regelten Aufträge und Materialien, während private Sammler und gelehrte Kreise den Geschmack prägten.

Rom gewann unter den Päpsten des frühen 16. Jahrhunderts enorme Anziehungskraft. Julius II. und Leo X. nutzten Kunst als Instrument der Selbstdarstellung und religiösen Autorität. Bramante, Raffael, Michelangelo und Sebastiano del Piombo prägten Architektur, Malerei und Skulptur der Kurie. Raffaels Bildprogramme verbanden Theologie, Geschichte und Philosophie mit klassischer Form; Michelangelo behauptete eine monumentale, körperbetonte Maniera. Diese Projekte organisierten große Teams von Gehilfen und Spezialisten. Der römische Kontext förderte eine Synthese aus Antikenstudium, urbanistischer Neugestaltung und päpstlicher Repräsentation, die in ganz Europa nachhallte.

Höfe außerhalb dieser Metropolen agierten als Laboratorien der Innovation. In Mantua verband Andrea Mantegna gelehrte Antikenkenntnis mit strenger Zeichnung und Reliefcharakter. In Urbino formten Bibliotheken, Studioli und militärische Baukunst eine spezifische Hofkultur, aus der Künstler wie Raffael hervorgingen. In Ferrara und Bologna wurden experimentelle Perspektiven und narrative Zyklen gepflegt; Jacopo della Quercia wirkte auch in Siena und Bologna. In Parma und der Emilia entwickelte Correggio eine raffinierte Lichtregie und illusionistische Kuppelmalerei. Mobilität der Künstler, Heiratsverbindungen und diplomatische Netzwerke verbreiteten Motive, Techniken und Werkstattpraktiken über Regionen hinweg.

Materialwahl, Handwerk und Handel bestimmten das Erscheinungsbild der Kunst. Der Übergang von Tafel zu Leinwand, die Veredlung von Ölrezepturen und die Organisation von Farbmühlen steigerten Effizienz und Wirkung. Glasiertes Terrakotta der della Robbia bot farbstabile Alternativen zu Marmor. Bronze verlangte komplexe Gussverfahren, wie sie Ghiberti und Donatello beherrschten. Druckgrafik verbreitete Bildideen und förderte Vergleich und Wettbewerb; Entwürfe zirkulierten zwischen Städten und Höfen. Der Markt für Kunstwerke, vom Andachtsbild bis zum repräsentativen Porträt, weitete sich aus, während Spezialisierungen in Architektur, Malerei und Skulptur blieben.

Werkstätten bildeten das Rückgrat der Produktion. Meister wie Verrocchio, Ghirlandaio oder die Bellini organisierten Teams aus Gesellen und Lehrlingen, die Entwurf, Karton, Ausführung und Vergoldung verzahnten. Familienbindungen, wie bei den Lippi oder den Bellini, förderten Wissenstransfer. Signorelli, Perugino und Mantegna prägten jeweils regionale Schulen und bildeten Schüler aus, die Motive verbreiteten. Diese Strukturen erlaubten rasche Erfüllung großer Aufträge, bewahrten aber individuelle Handschriften. Vasari beobachtete diese Mechanik genau und schilderte technische Kniffe, Fehler, Rivalitäten und Tugenden, um künstlerische Qualität als Ergebnis von Übung, Erfindungsgabe und guter Organisation zu erklären.

Die Erhebung des Künstlers vom Handwerker zum intellektuellen Akteur ist Kern von Vasaris Narrativ. Theorie und Praxis verschränken sich in Schriften, Briefen und Zeichnungen. Alberti, Leonado oder Michelangelo formulierten Ansprüche auf Universalität, die in Architektur, Malerei und Skulptur wirken. Vasari selbst etablierte mit der Accademia del Disegno eine Institution, die Zeichnung als Fundament aller Künste fixierte. Seine Biographien nutzen Anekdoten, Dokumente und stilkritische Vergleiche, um eine Genealogie von Vorreitern und Vollendern zu konstruieren, in der die toskanische Linie bevorzugt erscheint und die maniera moderna in Michelangelo kulminiert.

Der erzählte Beginn der Erneuerung liegt bei Cimabue und Giotto, die Wiederbelebung von Naturbeobachtung und Raum darstellten. Die Pisani erneuerten in der Skulptur antike Würde. Im Quattrocento folgen Brunelleschi, Donatello und Masaccio als Dreiklang der Neuerung. Fra Angelico, Fra Filippo Lippi, Verrocchio und Ghirlandaio verfeinern Technik und Ikonographie. Signorelli und Perugino erweitern Raum und Figur, Filippino Lippi vermittelt zwischen Generationen. Diese Abfolge bereitet die Synthese in Leonardo, Raffael und Michelangelo vor, während Giorgione, Tizian, Sebastiano del Piombo und Correggio die Vielfalt der regionalen Lösungen im Cinquecento markieren.

Die Italienischen Kriege ab 1494 veränderten Produktionsbedingungen und Machtverhältnisse. Invasionen, Belagerungen und wechselnde Herrschaften trafen Zentren und Höfe. Der Sacco di Roma 1527 zerstreute Werkstätten und Gehilfen; Künstler wichen auf sicherere Märkte aus oder dienten neuen Auftraggebern. Diese Krisen beschleunigten Stilverlagerungen, förderten Pragmatismus im Materialeinsatz und stärkten die Rolle Venedigs und anderer Regionen als relativ stabile Auftraggeber. Zugleich verschärften sich konfessionelle Konflikte, die im katholischen Reformklima klarere didaktische Bildsprachen verlangten, während höfische Programme ihre Repräsentationsstrategien an die veränderte politische Lage anpassten.

Leonardo da Vinci, Raffael und Michelangelo stehen exemplarisch für unterschiedliche Wege zur Vollendung. Leonardo verband Erfahrung, Experiment und poetische Wirkung. Raffael strukturierte komplexe Programme mit harmonischer Klarheit und effizienter Werkstattführung. Michelangelo erhob den Körper zum Träger heroischer Form. Sebastiano del Piombo verknüpfte venezianische Farbe mit römischem Entwurf. In Venedig setzte Tizian Maßstäbe monumentaler Farbmalerei, während Giorgione einen neuen Ton atmosphärischer Andeutung einführte. Correggio entwickelte in Parma eine sinnliche Lichträumlichkeit. Zusammen markieren sie eine Phase, in der regionale Schulen sich wechselseitig erweiterten und internationale Maßstäbe setzten, die Vasari kanonisierte und bewertete, oft mit toskanischer Präferenzsschraube im Hintergrund, aber nicht ohne Bewunderung für venezianische Meisterleistungen von Tizian und Giorgione.

Synopsis (Auswahl)

Inhaltsverzeichnis

Wegbereiter des Trecento (Cimabue, Niccolò & Giovanni Pisani, Giotto)

Vasari zeichnet die Anfänge der Erneuerung als Abkehr vom byzantinisch geprägten Schema: Cimabue steht für den ersten Aufbruch in der Malerei, während die Pisani in der Skulptur antike Maßstäbe und Naturbeobachtung neu beleben. Mit Giotto gewinnen Körper, Raum und Erzählung Überzeugungskraft; der Ton ist der eines Ursprungsmythos, der künstlerische Genealogien begründet.

Vom Gotischen zur Frührenaissance in der Skulptur (Jacopo della Quercia, Luca della Robbia)

Jacopo della Quercia verbindet monumentale Energie und erzählerische Klarheit und wirkt als Scharnier zwischen Spätgotik und Renaissance. Luca della Robbia profiliert die Frührenaissance über Material- und Technikinnovationen (vor allem glasiertes Terrakotta) sowie eine helle, fromme Bildsprache; der Fokus liegt auf öffentlicher Repräsentation und handwerklicher Erneuerung.

Florentiner Frührenaissance – Perspektive, Plastik, Erzählkraft (Brunelleschi, Donatello, Ghiberti, Masaccio)

Brunelleschi, Donatello und Ghiberti begründen in Architektur und Skulptur ein neues Verhältnis von Maß, Natur und Antike, dem Masaccio in der Malerei mit Raumlogik und Figurenwucht entspricht. Vasari betont die Erfindungskraft (Perspektive, Relief, Bronze) und das Zusammenspiel der Künste, die das florentinische Primat untermauern.

Andacht und Zeichnung: Fra Angelico & Fra Bartolommeo

Fra Angelico steht für stille Andacht, klare Theologie und leuchtende Farbe; die Malerei erscheint als geistige Übung und Lehrbild. Fra Bartolommeo verbindet klösterliche Strenge mit großem Formenkanon und sorgfältiger Zeichnung, womit die Brücke zur klassischen Harmonie der Hochrenaissance geschlagen wird.

Die Lippi-Dynastie (Fra Filippo Lippi & Filippino Lippi)

Fra Filippo Lippi prägt eine zarte, erzählerische Bildsprache mit sinnlicher Menschlichkeit und lebendigem Linienfluss. Filippino führt dies mit gesteigerter Erfindungslust, komplexeren Architekturen und antiquarischen Motiven fort; die Lebensläufe zeigen Werkstattkontinuität und die produktive Spannung zwischen Tradition und persönlichem Stil.

Werkstätten und Mäzene im späten Quattrocento Florenz (Ghirlandaio, Botticelli, Verrocchio)

Ghirlandaio steht für großangelegte Freskenzyklen und die Integration bürgerlicher Auftraggeber in sakrale Szenen, Botticelli für poetische Allegorie und elegante Linie. Verrocchio erscheint als vielseitiger Meister und Lehrer, dessen Werkstatt Praxis, Technik und Netzwerkdenken bündelt; der Ton hebt Teamarbeit, Mäzenatentum und stilistische Vielfalt hervor.

Umbrische Schule und zentrales Italien (Perugino, Signorelli)

Perugino verkörpert ruhige, symmetrische Kompositionen mit klarem Raum und sanfter Andacht, die als Modell einer ausgewogenen Malerei gelten. Signorelli setzt dem eine energische Zeichnung und kräftige Anatomie entgegen; in der Zusammenschau erscheinen beide als Wegbereiter für die dramatischere Körperauffassung der Hochrenaissance.

Bramante von Urbino

Bramante steht für eine architektonische Sprache von Klarheit, Maß und Monumentalität, die den römischen Anspruch der Hochrenaissance prägt. Vasari betont die Idee von Architektur als rationaler Ordnung, die Malerei und Skulptur einen Rahmen und eine Proportion verleiht.

Leonardo da Vinci

Der Lebensabriss zeigt einen Universalgeist, der Beobachtung, Technik und Malerei untrennbar verbindet und über Sfumato, Anatomie und experimentelle Verfahren neue Bildwahrheiten sucht. Vasari betont die schöpferische Unruhe und den Versuch, Naturprozesse in Kunst zu verwandeln; Ton und Fokus liegen auf Erfindung, Forschung und exemplarischer Vielseitigkeit.

Raffael von Urbino

Raffael erscheint als Meister der Harmonie, der Einflüsse absorbiert und zu einem klaren, ausgewogenen Ideal vereint. Der Text unterstreicht Organisationstalent, höfische Gewandtheit und die Fähigkeit, große Bildprogramme mit milder Autorität zu leiten; das Ergebnis ist eine Synthese von Anmut und Monumentalität.

Michelangelo Buonarroti

Michelangelo wird als Kulminationsfigur dargestellt, die in Skulptur, Malerei und Architektur die Grenzen des Möglichen sprengt. Vasari akzentuiert die Vorrangstellung des Disegno und die Ausdruckskraft des Körpers; der Ton ist ehrfürchtig und teleologisch, als Erfüllung der über Generationen gereiften Bestrebungen.

Die venezianische Schule – Bellini, Giorgione, Tizian

Die Bellini etablieren ein Fundament aus Farbe, Licht und Andacht, auf dem Giorgione eine poetische, atmosphärische Malerei entwickelt. Tizian weitet dieses Erbe zu dramatischer Spannweite und souveräner Farbregie; der Fokus liegt auf Colore, Stimmung und der Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Auftraggeber.

Brückenfiguren zwischen Venedig und Rom (Antonello da Messina, Sebastiano del Piombo)

Antonello erscheint als Vermittler einer verfeinerten Ölmalerei und eines präzisen, stillen Realismus, der nördliche Impulse italienisch fruchtbar macht. Sebastiano verbindet venezianische Farbfülle mit römischer Zeichnungsstrenge; Vasari nutzt beide als Beispiele für Austausch, Konkurrenz und stilübergreifende Synthesen.

Andrea Mantegna

Mantegna steht für antiken Ernst, strenge Perspektive und reliefhafte Formen, die Malerei eine beinahe skulpturale Präsenz verleihen. Der Ton hebt gelehrte Anspielungen und Hofkultur hervor, zugleich die dramatische Überzeugungskraft seines Bildraums.

Antonio da Correggio

Correggio prägt eine leuchtende, bewegte Malerei mit weichem Licht und kühner Verkürzung, die Intimität und theatralische Wirkung vereint. Vasari betont Anmut und technische Souveränität; im Ergebnis erscheint eine sinnlich gefärbte, dynamische Bildsprache.

Leitmotive und Gesamtentwicklung

Durch die Sammlung zieht sich die Idee einer stetigen Vervollkommnung von der zögerlichen Erneuerung des Trecento über die technischen Durchbrüche des Quattrocento bis zur klassischen Reife der Hochrenaissance. Wiederkehrend sind die Vorrangstellung des Disegno, das Wechselspiel von Farbe und Linie, die Bedeutung von Werkstätten und Mäzenen sowie Rivalität als Motor des Fortschritts; Anekdoten dienen der Charakterzeichnung und der moralischen Einordnung künstlerischer Tugenden.

Künstler der Renaissance: Leonardo da Vinci, Raphael, Michelangelo, Giotto, Tizian, Botticelli, Andrea del Verrocchio, Filippo Brunelleschi, Donatello und viel mehr

Hauptinhaltsverzeichnis
Giovanni Cimabue
Niccolo und Giovanni Pisani
Giotto
Jacopo della Quercia
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Giovanni Cimabue

Inhaltsverzeichnis

Geboren um 1240 in Florenz, gestorben nach 1302 daselbst

Durch die endlosen Verheerungen, die das unglückliche Italien zugrunde gerichtet und unterdrückt hatten, waren nicht nur alle Kunstdenkmäler zerstört, sondern, was noch schlimmer war, es gab auch gar keine Künstler. Da wurde im Jahre 1240 in der edlen Familie der Cimabue Giovanni Cimabue geboren,1, der nach dem Willen Gottes das erste Licht in der Kunst der Malerei wieder entzünden sollte. Dieser schien, nach dem Urteil seines Vaters und anderer, einen ausgezeichneten und klaren Verstand zu haben; deshalb sollte er die Wissenschaften erlernen und wurde, als er heranwuchs, von seinem Vater nach Santa Maria Novella zu einem Verwandten gebracht, der in jenem Kloster die Novizen die Grammatik lehrte. Doch anstatt sich in den Wissenschaften zu üben, brachte Cimabue den ganzen Tag damit zu, auf Bücher und Blätter Menschen, Pferde, Häuser und allerlei Phantasien zu zeichnen, und diese Neigung begünstigte das Glück. Die damaligen Befehlshaber der Stadt beriefen nämlich einige griechische Maler nach Florenz, welche die verlorene Kunst wiederherstellen sollten, und diese malten unter anderem auch die Kapelle der Gondi in Santa Maria Novella, deren Gewölbe und Wände nun fast ganz von der Zeit zerstört sind. Nachdem Cimabue die ersten Schritte in der Kunst, die ihm so gefiel, gemacht hatte, entlief er oft der Schule und sah den ganzen Tag diesen Malern zu. Deshalb glaubten sie und sein Vater, er sei zur Malerei geschickt, und man könne, wenn er sich ihr ganz widmete, auf eine ehrenvolle Zukunft hoffen. Daher wurde er zu seiner großen Freude zu diesen Künstlern in die Lehre gegeben und brachte es durch unablässige Übung und sein Talent bald dahin, daß er in Zeichnung und Farbgebung seine Lehrmeister weit übertraf. Denn diese arbeiteten nicht nach der schönen alten griechischen Manier, sondern, wie man das noch heute an ihren Werken sieht, in der groben und harten Weise jener Zeit, ohne daß sie danach gestrebt hätten, weiterzuschreiten.

Cimabue ahmte zwar jene Griechen nach, vervollkommnete aber die Kunst, da er ihr einen großen Teil jener rohen Manier nahm, so daß sein Name und seine Werke seiner Vaterstadt Ehre brachten. Hiervon zeugen viele Bilder, die er in Florenz malte, wie das Gemälde an der Vorderseite des Altars in Santa Cecilia2 und ein Bild der Mutter Gottes in Santa Croce.3 Hierauf malte er auf Goldgrund einen heiligen Franziskus nach der Natur, so gut er es konnte, was in jenen Zeiten etwas Neues war, und ringsumher Geschichten aus seinem Leben in zwanzig Bilderchen voll kleiner Figuren auf Goldgrund.4

Dann übernahm er für die Mönche von Vallombrosa in der Abtei von Santa Trinità zu Florenz eine große Tafel. Er verwendete dabei großen Fleiß, um dem Ruf zu entsprechen, den er sich erworben hatte, und zeigte bereits bessere Erfindung und schöne Stellungen. Es war eine Mutter Gottes mit dem Kind auf dem Arm und vielen Engeln umher, die ihr huldigen, auf Goldgrund.5 Als er dieses Werk vollendet hatte, mußte er für den Guardian, der ihm den Auftrag in Santa Croce gegeben hatte, ein großes Kruzifix auf Holz malen.6

Durch diese Arbeiten wurde der Name Cimabues immer bekannter, und man berief ihn nach Assisi, einer Stadt in Umbrien, wo er gemeinsam mit einigen griechischen Malern in der Unterkirche des heiligen Franziskus einen Teil des Gewölbes malte und auf den Wänden die Geschichte Christi und die des heiligen Franz, wobei er jene griechischen Maler weit übertraf. Dadurch wuchs ihm der Mut. Er begann die Oberkirche allein in Fresko auszumalen und stellte in der Haupttribüne über dem Chor in vier Feldern Szenen aus der Geschichte der Mutter Gottes dar, nämlich ihren Tod, dann ihre Himmelfahrt und schließlich ihre Krönung inmitten einer Schar von Engeln, wobei zu ihren Füßen eine Menge von Heiligen steht. Diese Bilder sind jetzt von der Zeit und vom Staube fast ganz verdorben. Auch in den fünf Kreuzgewölben derselben Kirche malte er viele Geschichten.

Als die Gewölbe vollendet waren, schmückte er auf der linken Seite der Kirche den ganzen oberen Teil der Wände in Fresko aus. Dieses sehr große, reiche und wahrhaft schön ausgeführte Werk muß meines Erachtens die Welt in Erstaunen gesetzt haben, in jener Zeit, in der die Kunst so lange in Blindheit gelegen hatte. Mir jedenfalls, der ich es im Jahre 1563 sah, schien es außerordentlich schön, zumal wenn ich bedachte, was es bedeutet, daß Cimabue in solcher Finsternis ein solches Licht sah.7

Nach Florenz zurückgekehrt, malte Cimabue im Klostergang von Santo Spirito, wo von anderen Meistern die ganze Seite nach der Kirche zu auf griechische Weise verziert ist, drei Bogen mit Begebenheiten aus der Geschichte Christi, unbestreitbar von sehr schöner Zeichnung.8 Nun machte er für die Kirche Santa Maria Novella das Bild der Mutter Gottes, das zwischen der Kapelle Ruccellai und der des Bardi da Vernio angebracht ist. Dieses Werk ist in größerem Maßstab ausgeführt als bisher irgendeine Figur, und einige Engel, die die Madonna umgeben, zeigen, wie er zwar noch in griechischer Manier arbeitete, in den Umrissen und in der Methode aber sich dem neueren Stil näherte.9. Man hatte bis dahin nichts Besseres gesehen, und dieses Bild erweckte daher solche Bewunderung, daß es mit viel Pracht und Trompetenschall in feierlicher Prozession vom Haus Cimabues nach der Kirche getragen, und er dafür reich belohnt und geehrt wurde. Auch erzählt man und liest es in einigen Nachrichten von alten Malern, daß, als Cimabue in einem Garten bei dem Tor von Sankt Peter dieses Bild malte, König Karl der Ältere von Anjou durch Florenz kam, und die Herren der Stadt, die ihm viel Höflichkeit erwiesen, ihn unter anderem auch das Gemälde Cimabues besichtigen ließen. Niemand hatte es noch bis dahin gesehen. Als es daher dem König gezeigt wurde, eilten alle Damen und Herren von Florenz in größtem Jubel und Gedränge dorthin, was den Nachbarn so viel Vergnügen bereitete, daß sie jene Vorstadt Borgo Allegri, das heißt »fröhliche Vorstadt« nannten.

Da nun alle diese Werke Cimabue zu seinem großen Nutzen einen berühmten Namen gemacht hatten, wurde er zugleich mit Arnolfo Lapi,10 der damals in der Baukunst sehr berühmt war, zum Baumeister von Santa Maria del Fiore in Florenz ernannt. Endlich aber, als er über sechzig Jahre alt geworden war, ging er im Jahre 1302 zu einem anderen Leben hinüber, nachdem er die Malerei, man kann fast sagen: vom Tode erweckt hatte. Er wurde in Santa Maria del Fiore begraben und bekam folgende Grabschrift:

Wie Cimabue geglaubt, die Feste der Malkunst zu halten, Hielt er sie lebend auch; jetzt hält er die Sterne des Himmels.

Nicht unterlassen möchte ich zu sagen, daß, wenn die Größe Giottos nicht den Ruhm des Cimabue verdunkelt hätte, er viel berühmter geworden wäre, wie Dante in seiner Commedia zeigt, wo er im elften Gesange des Purgatorio auf die Grabschrift des Cimabue anspielt:

Als Maler sah man Cimabue blühen, Jetzt sieht man über ihn Giotto ragen Und jenes Glanz in trüber Nacht verglühen.

Fußnoten

1 Sein richtiger Name war Cenni dei Pepi, genannt Cimabue.

2 Dem sogenannten Cäcilienmeister vom Ende des 13. Jahrhunderts zugeschrieben, vielleicht Buonamico Buffalmaco, jetzt in den Uffizien.

3 Von einem sienesischen Maler des 14. Jahrhunderts. Jetzt im British Museum in London.

4 In der Cappella Bardi in Santa Croce.

5 In den Uffizien.

6 Museo dell' Opera von Santa Croce. Autorschaft Cimabues angezweifelt.

7 Cimabue hat in der Unter- wie in der Oberkirche von Assisi Fresken gemalt. Die Zuweisung der einzelnen Bilder ist unter den Kunsthistorikern stark umstritten.

8 Beim Neubau des Kreuzganges (16. Jahrhundert) zerstört.

9 Die sogenannte Madonna Ruccellai in Santa Maria Novella, heute dem Sienesen Duccio zugeschrieben.

10 Arnolfo di Cambio.