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»Ich heiße Ari, und dies ist die Geschichte meiner ersten Liebe. Sie geht nicht gut aus, das sag ich euch gleich. Also wenn ihr auf Happy Ends steht, legt ihr das hier lieber weg und geht euch ein Eis kaufen. Es ist mir ehrlich gesagt scheißegal.« Jeden Tag trifft sich eine Gruppe von Freunden zum Skaten auf dem Skatepark, für Ari, die Protagonistin, eine lebensrettende Aktivität. Sie kann sich kaum an ein Leben ohne Skateboard erinnern. Nach einer bewegten Kindheit scheint sie zufrieden zu sein, allein mit ihrem Vater Bob zu leben, mit ihrer Lehre in einem Malerbetrieb und mit ihren Skater-Kumpels, die sie als »eine von den Jungs« betrachten. Doch dann taucht ein neuer Junge im Skatepark auf, der ziemlich beeindruckende Tom. Tom fuhr aggressiv und sehr schnell, gleichzeitig stand er selbstverständlicher auf seinem Skateboard als manche Leute auf dem festen Boden. Es war ziemlich beeindruckend, das musste ich zugeben. Selbstbewusst und ohne jedes Zögern flippte und drehte er das Brett unter seinen Füßen, alles sah so unglaublich einfach aus bei ihm. Als dann auch noch Aris Mutter zurück in die Stadt kommt, wird ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt: Ist sie wirklich glücklich damit, dass sie immer als eine der Jungs gesehen wird? Und hat ihre Mutter eine zweite Chance verdient? Eva Rottmann schreibt einfühlsam über die Höhen und Tiefen des Teenagerlebens. Temporeiche und humorvolle Dialoge, nah an der Alltagssprache der Jugendlichen, machen Lust darauf, dieses Buch in einem Rutsch durchzulesen.
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Seitenzahl: 249
Veröffentlichungsjahr: 2023
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Für Leo und Bene
Eva Rottmann, geb. 1983 in Wertheim, lebt mit ihren Kindern in Zürich, schreibt Theaterstücke und Prosa, entwickelt eigene Performance- und Theaterprojekte, arbeitet als Literaturvermittlerin in Schulklassen und als Lehrbeauftragte an der Zürcher Hochschule der Künste. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, zuletzt wurde sie mit ihrem Jugendroman Mats & Milad für das Kranichsteiner Kinder- und Jugendliteratur-Stipendium 2022 ausgewählt.
Eva Rottmann
The grief that does not speak, whispers the o’erfraught heart, and bids it break. – Der Kummer, der nicht spricht, nagt leise am Herzen, bis es bricht.
William Shakespeare, Macbeth
Tag 1An dem es endlich nicht mehr regnet, es dafür High Noon schlägt, Champagner an der Tankstelle gekauft wird und ich knapp daneben werfe.
Tag 2An dem ich versuche, mein Herz zu öffnen, es mir spaltbreit gelingt und Leyla eine Party schmeißen will.
Tag 3An dem Tom und Leyla ein Paar werden, woran ich eventuell nicht ganz unschuldig bin.
Tag 4An dem Pacman gefressen wird, ich trotzdem zu Yasin halte und Tom zum ersten Mal wütend auf mich ist.
Tag 5An dem Yasin und ich einknicken, Teddy in den Teich fällt, Tom vielleicht nicht nur heult, weil er keinen hochkriegt, und ich lächeln muss, obwohl ich gar nicht will.
Tag 6An dem Fanni anruft, ich mit Bob über die Liebe rede und der coolste Typ der Stadt eine Pappkulisse ist, die im Wüstensand liegt.
Tag 7An dem es immer noch regnet, Fanni Kaffee trinken will und Tom zum zweiten Mal wütend auf mich ist.
Tag 8An dem wir die Kaufland-Tiefgarage skaten, über Slutshaming reden und ich ein Versprechen halte, obwohl ich nicht müsste.
Tag 9An dem ich Tom im Regen begegne und Dinge über ihn erfahre, die ich vielleicht gar nicht wissen will.
Tag 10An dem Tom mir Lakritze schenkt, ich über Sex nachdenke und mir schlecht wird.
Tag 11An dem es endlich nicht mehr regnet, Yasin Steine in den Fluss wirft und wir beschließen, ins Freibad einzubrechen.
Tag 12An dem Tom und ich auf dem Sprungturm liegen, Teddy verhaftet wird und ich mir etwas eingestehe.
Tag 13An dem ich Fanni um Hilfe bitte, mich der Teufel reitet, Leyla von mir getröstet werden will und ich erfahre, dass ich ein Bulldozer bin.
Tag 14An dem ein intensives Gespräch im Treppenhaus stattfindet, wir den Feuersteig runterfahren und ich mein Herz aus dem Fenster schmeißen will.
Tag 49An dem Leyla mit Yasin Mathe lernt, ich im Bus sitze und es einfach weitergeht.
Ich heiße Ari, und dies ist die Geschichte meiner ersten Liebe. Sie geht nicht gut aus, das sag ich euch gleich. Also wenn ihr auf Happy Ends steht, legt ihr das hier lieber weg und geht euch ein Eis kaufen. Es ist mir ehrlich gesagt scheißegal. Ihr könnt das machen, wie ihr wollt. Ich sag euch einfach, was auf euch zukommt.
Bob hat mir ein großes rotes Buch mit linierten Seiten geschenkt, es liegt seit Tagen auf meinem Schreibtisch. Bob sagt, ich soll alles aufschreiben, was in den zwei Wochen nach Ostern passiert ist. Es hilft, sagt er. Ich glaube nicht, dass es hilft. Ich glaube nicht, dass irgendwas hilft. Aber ich denke sowieso an nichts anderes. Also habe ich vorhin das rote Buch aufgeschlagen und einen Stift in die Hand genommen. Ich habe überlegt, wie ich anfangen soll, und dann ist mir eingefallen, was Tom mal gesagt hat. Dass es nämlich gar keine Anfänge gibt.
»Verstehst du«, hat er gesagt, »irgendwas ist immer schon da gewesen und nichts kommt aus nichts, im Universum nicht und auch nicht im Leben. Jede Sache, die passiert, passiert nur deswegen, weil vorher andere Sachen passiert sind. Nicht mal die Geburt ist ein Anfang, das läuft alles schon, du kommst einfach dazu. So wie, keine Ahnung, ein neuer Schauspieler in einer Soap oder so. Und dann find dich mal zurecht. Komm klar oder geh sterben.«
Ich weiß nicht, ob das für alle Menschen gilt. Aber in Bezug auf meine Geburt stimmt das auf jeden Fall. Meine Geburt war kein Anfang, sondern viel eher die Fortsetzung der gesammelten Katastrophen, die das Leben meiner Mutter darstellten. Meine Mutter heißt Fanni und ist crazy. Das ist kein Spruch, das ist amtlich. Es wird schon dann klar, wenn man hört, welchen Vornamen sie mir gegeben hat. Ich meine, welche Frau bei klarem Verstand und im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten nennt ihre Tochter Arielle? Kein Scheiß. Arielle, die Meerjungfrau. Das ist Fannis absoluter Lieblingsfilm. Sie kennt den ganzen Text komplett auswendig. Dass ich Arielle heiße, weiß so gut wie kein Mensch. Ich stelle mich immer als Ari vor. Sogar in den Akten meines Ausbildungsbetriebs bin ich so vermerkt. Irgendwann lasse ich meinen Namen ganz offiziell ändern, Bob sagt, das geht. Bis dahin kann ich einfach nur hoffen, dass niemand rauskriegt, dass ich nach einer Disney-Prinzessin benannt bin, die sich mit einer Gabel die Haare kämmt und ihre Stimme abgibt für einen Typen, den sie zweimal im Leben gesehen hat.
Jedenfalls, wenn Tom recht hat, also wenn es wirklich keine Anfänge gibt, sondern alles von einem ins andere schwappt ohne klare Trennlinie und manchmal auch ohne Sinn, dann bedeutet das, dass jede Erzählung eine Lüge ist. Weil Erzählungen so tun, als ob es einen Anfang gibt. Vielleicht ist das alles, was ich jetzt erzähle, eine Lüge. Vielleicht ist das alles gar nicht wahr. Aber ich erzähle es trotzdem. Und ich sage, dass es am Ostermontag angefangen hat. Wann, wenn nicht dann.
Ostermontag würde ein guter Tag werden, das wusste ich sofort. Ich wachte auf und sah, dass die Sonne schien. Das ganze Osterwochenende war verregnet gewesen. Am Karfreitag waren wir bei Teddy gewesen, hatten Musik gehört, Videos geguckt, dies, das, was wir eben so tun, wenn es regnet. Irgendwann war uns langweilig geworden und wir waren zu Bob in den Laden gegangen. Den Samstag hatten wir in der Kaufland-Tiefgarage verbracht, aber spätestens nach zwei Stunden in der abgestandenen Abgasluft kriegten wir Atemnot und mussten zurück an die frische Luft. Am Sonntagnachmittag hatte es aufgehört zu regnen, aber die Straßen waren noch bis zum Abend nass gewesen. Ich weiß, dass Regen wichtig ist. Die Natur braucht Regen. Landwirtschaft, Tiere und so weiter. Aber könnte man nicht einfach sagen, dass es nur dort regnet, wo es nötig ist? Die Menschen erfinden alle möglichen Sachen, selbstfahrende Autos, Bier ohne Alkohol, Raketen, die zum Mars fliegen können. Es sollte nicht so schwer sein, gewisse Bereiche, zumindest in Städten, regenfrei zu machen, oder? Ich meine, was für einen Sinn hat es, dass es auf Asphaltplätze regnet? Das ist im Prinzip eine gigantische Wasserverschwendung. Man könnte das ganze Wasser, das im Moment noch vollkommen umsonst auf Asphaltplätze fällt, sammeln und es dahin umleiten, wo es wirklich nötig ist. In die Sahelzone oder so. Asphalt muss nicht beregnet werden. Asphalt hat, zumindest in meinen Augen, nur einen einzigen wirklichen Zweck. Man braucht ihn, um zu skaten.
Noch während ich im Bett lag, piepste mein Handy, und ich wusste, ohne nachzusehen, dass es eine Nachricht von Yasin, Lou oder Teddy war, die garantiert genauso wie ich darauf brannten, in den Park zu gehen.
Der Park, wie wir ihn nennen, ist eine Skateanlage und für viele Jugendliche der heißeste Ort in der ganzen Stadt. Dort ist der Sommer, auch wenn es noch lange nicht Sommer ist, dort sind die Leute und das gute Leben. Es riecht nach Zigarettenrauch und nach Gras. Direkt neben dem Park ist der Fluss, und ab und zu weht eine kühle Brise über den Platz. Irgendjemand hat immer eine Boombox dabei. Auf den Bänken am Rand sitzen Mädchen und quatschen, Handy in der einen, Alcopop in der anderen Hand. Und wir fahren Skateboard.
Ich kann mich nur noch dunkel an das Leben ohne mein Skateboard erinnern. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich mit all der Zeit gemacht habe. Ich hatte kaum Freund*innen, wahrscheinlich weil ich ziemlich leicht reizbar war und mich regelmäßig mit irgendjemandem prügelte. Die Mädchen aus der Siedlung hatten, glaube ich, ein bisschen Angst vor mir, meistens gingen sie weg, wenn ich irgendwo auftauchte. Ich wollte sowieso nicht Barbie oder Gummitwist oder Mutter-Vater-Kind mit ihnen spielen, das waren Spiele, die mich wirklich zu Tode langweilten. Aber dass es nicht besonders zur guten Laune beiträgt, wenn die Leute vor dir weglaufen, liegt irgendwie auf der Hand. Ich wurde immer wütender, mit sieben, acht Jahren rannte ich als eine Art Mini-Godzilla durch die Siedlung und suchte nach Gelegenheiten, diese unglaubliche Wut abzulassen, die sich in mir staute wie Elektrizität in einer Gewitterwolke. Bei den Jungs, die eigentlich immer Fußball spielten, durfte ich zwar mitmachen, allerdings stellten sie mich meistens im Tor ab. Von dort aus brüllte ich Befehle über den Platz, und wenn jemand aus meiner Mannschaft einen Fehler machte und ich ein Tor kassierte, wurde ich manchmal so aggressiv, dass die Jungs mich packten und vom Platz trugen. Dann ging ich nach Hause, legte mich auf mein Bett und starrte aus dem Fenster. In meiner Erinnerung liege ich ziemlich oft auf meinem Bett und starre aus dem Fenster.
Zu meinem neunten Geburtstag schenkte Bob mir mein erstes Skateboard. Es war ein Komplettboard von Baker, bereits fertig verschraubt, schwarz-weiße Schrift auf rotem Untergrund, das schönste Geschenk, das ich jemals bekommen habe. Eigentlich war es viel mehr als ein Geschenk. Es war eine lebensrettende Maßnahme. Ich habe nie mit Bob darüber gesprochen. Aber ich glaube, er wusste ganz genau, was er tat, als er mir das Baker-Board schenkte. Erst als ich anfing zu skaten, fing mein richtiges Leben an. Anfänge. Da sind sie wieder. Das eine hat mich zum anderen geführt, hat Tom dazu gesagt. Wenn all die Wut und das Traurige und Schwere vorher nicht gewesen wären, dann wäre ich wahrscheinlich gar keine Skaterin geworden. Basishass, nannte er das. Man braucht einen gewissen Basishass, um zu skaten.
Tom. Ja, Tom.
Er tauchte am Ostermontag zum ersten Mal im Park auf. Und er hatte definitiv Basishass. Mehr als genug.
Es war kurz nach zehn Uhr, als ich im Park ankam. Außer mir waren erst ein paar kleine Kinder und ihre Eltern dort. Warum Leute mit ihren zwei- oder dreijährigen Kindern Ausflüge in einen Skatepark machen müssen, verstehe ich nicht. Es gibt so viele Spielplätze in der Stadt. Wer hat etwas davon, dass die kleinen Stöpsel mit ihren Plastikrollern in der Miniramp herumstehen? Und wenn überhaupt, dann sollten diese Eltern ihren Kindern wenigstens ein Skateboard vor die Füße legen. Roller sind meiner Meinung nach eine absolut überflüssige Erfindung. Im Park gibt es zwar ein paar Jungs, die ihre Roller Scooter nennen und ziemlich krasse Sachen damit machen. Aber in den meisten Fällen sehen Leute auf einem Roller eher peinlich aus. Am schlimmsten sind Erwachsene. Wenn ich in der Stadt einen von diesen Businesstypen sehe, die im schicken Anzug durch die Straßen rollern, könnte ich direkt sterben vor Fremdscham.
Ich legte meinen Rucksack ab und nickte den Eltern zu, die auf den Sitzbänken am Rand saßen und ihren Kindern beim Herumstehen zusahen. Dann wählte ich meine Reggae-Playlist an und drehte mit Bob Marley auf den Ohren meine erste Runde durch den Park. Ich machte ein paar Ollies zum Aufwärmen, das Brett fühlte sich gut an unter meinen Füßen. Die Sonne strahlte vom Himmel, die Luft war mild, es roch so sehr nach Frühling, ich hätte schreien können vor Glück. Ich nahm Anlauf und flog mit meinem Brett über den Kicker, ein kleiner Junge riss die Augen auf und rief: »Woooow!!«
Als Yasin und Lou etwa eine Stunde später in den Park kamen, war ich schon schweißnass. Die Kleinkinder und ihre Eltern waren mittlerweile nach Hause gegangen, der Park füllte sich langsam mit unseren Leuten. Natürlich waren wir nicht mit jedem Kind befreundet, das mit einem Rollbrett im Park erschien. Aber wenn ein Typ über zwölf Jahre alt war und regelmäßig Skateboard fuhr, dann kannten wir ihn. Wir hätten auch die Mädchen gekannt. Aber es gab keine. Es gab nur einen Haufen Jungs, mich und Lou. Seit ein paar Wochen tauchte ab und zu eine Gruppe von jüngeren Mädchen im Park auf, der Ari-Fanclub, wie Teddy sie nannte. Sie waren etwa zehn Jahre alt, genau in dem Alter, in dem auch ich zum ersten Mal auf einem Skateboard gestanden hatte. Ich hoffte, dass sie dranbleiben und in ein oder zwei Jahren dafür sorgen würden, dass der Park nicht mehr so ein Boysclub war. Ich weiß, dass es anderswo viele Mädchen und Frauen gibt, die Skateboard fahren, manche richtig professionell. Ich sehe sie jeden Tag auf Social Media, sie werden gesponsert, machen heftige Videoparts, nehmen an den Olympischen Spielen teil und alles. Aber in unserer Stadt kann man den Eindruck kriegen, dass wir noch im 18. Jahrhundert leben. Im Park sind natürlich auch Mädchen, Leyla und ihre Freundinnen zum Beispiel, und ab und zu lassen sie sich von einem der Jungs Unterricht geben. Unterricht in Anführungszeichen. Weil – natürlich geht es nicht ums Skateboardfahren. Das wird schon an der Art und Weise klar, wie sie kichern und ihre langen Haare zwischen den Fingern drehen. Ehrlich, ich könnte kotzen, wenn ich das sehe. An dem Tag, an dem ich meine Haare zwischen den Fingern drehe, darf man mich standrechtlich erschießen.
Leyla war an diesem Ostermontag auch im Park. Sie kam fast zeitgleich mit Yasin und Lou an und setzte sich zu ihren Freundinnen auf eine Parkbank, einen großen Bubbletea-Becher in der Hand. Ich konnte Leyla nicht leiden und winkte nur kurz zu ihr rüber. Yasin und Lou dagegen gingen zu ihr und begrüßten sie mit Umarmung und Küsschen, noch bevor sie mir hallo sagten. Yasin war scharf auf Leyla, das wussten wir alle, obwohl er es nicht zugeben wollte. Ich konnte nicht verstehen, was er an ihr fand, in meinen Augen befanden sie sich an zwei entgegengesetzten Polen der Weltordnung. Yasin cool, Leyla scheiße. Um es vereinfacht auszudrücken.
Nachdem sie Leyla und ihre Freundinnen abgeküsst hatten, rollten Lou und Yasin zu mir rüber und warfen ihre Rucksäcke neben meinen auf die Sitzbank.
»Hey Ari«, sagte Lou.
»Was geht ab«, sagte Yasin.
»Easy«, sagte ich.
Wir begrüßten uns mit Handschlag. Wie wir das immer taten. Wenn ich plötzlich auch eine Umarmung und ein Küsschen gefordert hätte, wären sie wahrscheinlich völlig aus dem Konzept gekommen. Teddy sagt manchmal, ich würde nicht zählen als Mädchen. Dann lachen alle, aber ich für meinen Teil finde es nicht besonders lustig. Nur weil ich keine Ahnung von Schminke habe und T-Shirts lieber in XL als in XS trage, heißt das ja nicht, dass ich ein Junge bin. Das glaubt mir nur niemand so richtig. Sogar Bob sagt, dass an mir ein Junge verloren gegangen sei. Ich verstehe nicht, was das heißen soll. Wieso denn verloren gegangen? Wohin denn verloren? Vermisst ihn irgendjemand? Sitzt er im Fundbüro für verlorene Jungs und schickt Hassmails in den Orbit, um sich darüber zu beschweren, dass mein Körper so unverschämt gewesen war, sich zu einem Mädchenkörper zu entwickeln, oder was?
»Ist Teddy noch nicht da?«, fragte Lou und zog das Haargummi aus den Haaren, um sich gleich darauf einen neuen Zopf zu binden.
»Nee«, antwortete ich. »Und das kann von mir aus auch noch eine Weile so bleiben.«
Lou lachte und knotete die Haare oben auf dem Kopf zu einem nestartigen Zopf zusammen. Lou wurde von Teddy, im Gegensatz zu mir, früher oft als Mädchen bezeichnet. Vielleicht weil Lou die Haare schulterlang trägt, sich manchmal die Fingernägel anmalt und ein Faible für große Perlenketten hat. Es hat ein halbes Leben gedauert, bis Teddy mal darauf klargekommen ist, dass Lou weder Mädchen noch Junge ist, ich glaube, das hat Teddys Gehirngrenzen wirklich gesprengt. Aber Lou und Teddy sind schon seit dem Kindergarten befreundet, und irgendwann hat Teddy lieber eine Gehirnsprengung in Kauf genommen als Lou als Freund*in zu verlieren. Ich meine, versteht mich nicht falsch. Teddy ist schon in Ordnung. Ich weiß, dass ich immer auf ihn zählen kann, wenn es darauf ankommt. Wenn ich in einer Gletscherspalte oder so festsitzen würde, wäre er einer der ersten Menschen, den ich anrufen und um Hilfe bitten würde. Nur leider kommt es selten vor, dass ich in Notsituationen gerate, in denen Teddy seine Verlässlichkeit beweisen kann, und so rein alltagstechnisch ist Teddy eher der Typ Mensch, von dem man sich ab und zu wünscht, dass er in eine Gletscherspalte fällt. Er redet ohne Pause und meistens nichts, das den Tag irgendwie heller macht. Es war tatsächlich nicht so schlimm, dass er an diesem Ostermontag erst am Nachmittag in den Park kam und wir ein paar Stunden Ruhe vor seinem Gequatsche hatten. Er selbst ärgerte sich später allerdings wahnsinnig darüber, dass er auf diese Weise Toms ersten Auftritt verpasste.
»Legende«, sagte er, als wir ihm davon erzählten. »Einfach Legende. Was für eine Aktion. Und ich war nicht dabei.«
Ich würde nicht Legende dazu sagen, sondern eher so etwas wie Arschlochaktion. Aber dabei war ich, das steht fest.
Gegen Mittag war der Park bereits ziemlich voll. Patrick war da, der sich im letzten Sommer die Vorderzähne an der Miniramp ausgeschlagen hatte. Veton war da und auch der schöne Fabian, der schon mit fast jedem Mädchen der Stadt geknutscht hatte. Daniel, Jason und Kevin, die immer zusammen kamen und zusammen wieder gingen. Fussel, der so hieß, weil er so aussah mit seinen verfilzten Dreads, die in alle Richtungen von seinem Kopf abstanden. Milad, den wir in letzter Zeit nicht mehr so oft im Park gesehen hatten, weil er bis über beide Ohren verknallt war und Tag und Nacht mit seiner Freundin verbrachte. Die drei kleinen Mädchen vom Ari-Fanclub waren auch da und noch etwa ein Dutzend anderer Skater, die ich jetzt nicht alle aufzähle. Es war eine friedliche und entspannte Stimmung. Ich stand gleich beim ersten Versuch einen Backsideflip über die Hip, was ich noch nicht oft geschafft hatte (erst recht nicht first try) und was mir so gute Laune machte, dass mich nicht einmal Leyla und ihre Freundinnen störten, die am Rand saßen und gackerten wie ein Hühnerstall auf Après-Ski. Die Sonne schien direkt auf den Platz, ich hatte schon längst meinen Pullover ausgezogen, so wie Lou, Yasin und alle anderen auch. Ich glaube tatsächlich, dass niemand sich nach ein paar Regentagen so sehr über schönes Wetter freut wie Leute, die Skateboard fahren. Im T-Shirt rollten wir über den Platz, und alle, wirklich alle hatten ein Grinsen auf dem Gesicht.
Und dann kam Tom. Es war zwölf Uhr, ich weiß das, weil unmittelbar zuvor die Kirchturmuhr geschlagen hatte. Hinterher habe ich mich gefragt, ob er diesen Zeitpunkt bewusst gewählt hat für seinen Auftritt. High Noon. Wie in den Westernfilmen, wenn die Sonne im Zenit steht und der Anti-Held die Stadt betritt. Heuballen rollen durchs Bild. Der letzte Glockenschlag hallt noch nach. Und allen stockt der Atem.
Der Park, das habe ich schon erwähnt, liegt direkt neben dem Fluss. Zwischen dem Uferweg und dem Asphalt des Parks gibt es einen etwa zwei Meter breiten Grasstreifen. Die Stadt hat es versäumt, einen asphaltierten Verbindungsweg zu bauen, sodass wir alle unser Skateboard in die Hand nehmen und über diesen Grassteifen laufen müssen, wenn wir in den Park wollen.
Wir konnten Tom schon von Weitem hören, bevor wir ihn sahen. Er pushte mit einem Affenzahn den Uferweg entlang, ohne Rücksicht auf die Spaziergänger*innen zu nehmen, die, da schien er sich sicher zu sein, ihm schon ausweichen würden. Kurz vor dem Park beschleunigte er noch einmal, dann poppte er das Board in die Luft und flog mit einem gewaltigen Ollie über den Grasstreifen in den Park. Dabei fuhr er fast die drei kleinen Mädchen über den Haufen, die am Rand standen und Shuv-its übten. Automatisch wichen wir alle ein bisschen zurück, sogar Leyla und ihre Freundinnen hörten auf zu reden und sahen mit offenen Mündern zu, wie Tom, immer noch mit einem wahnsinnigen Speed, auf den Kicker fuhr und in die Luft flog, wobei das Board sich in einem perfekten Treflip unter ihm drehte. Er landete lässig auf dem Brett, stoppte und sah sich um, als würde er auf Beifall warten. Aber niemand klatschte. Es war ganz still, wir alle standen da und starrten ihn an. Lou fand zuerst die Sprache wieder.
»Bist du bescheuert, oder was?«, rief Lou und zeigte auf eines der kleinen Mädchen. Sie stand heulend am Rand, und aus ihrer Nase lief Blut – eine ihrer Freundinnen hatte ihr vor Schreck mit dem Arm ins Gesicht geschlagen, als Tom neben ihnen gelandet war.
»Tut mir leid, okay?!«, rief Tom.
»Bei mir musst du dich nicht entschuldigen«, sagte Lou und ging zu unseren Rucksäcken, um eine Packung Taschentücher zu holen. »Ich blute nicht aus der Nase.«
»Bisschen Blut gehört dazu, oder?«, rief Tom. »Wenn sie das nicht aushält, soll sie nach Hause gehen und mit ihren Puppen spielen.«
Yasin neben mir schnaubte leise und schüttelte den Kopf.
»Geh selber nach Hause, du Wichser!«, rief ich Tom zu.
Tom guckte mich an, und für einen Augenblick war sein Gesicht vollkommen ernst. Er musterte mich, ich konnte richtig sehen, wie es hinter seiner Stirn arbeitete. Immer noch High-Noon-Stimmung. Irgendwo bläst jemand auf einer Mundharmonika »Das Lied vom Tod«. Dann hob Tom lächelnd die Hände in die Luft, als würde er sich ergeben. Ich zeigte ihm den Mittelfinger. Yasin lachte.
»Okay, whatever«, sagte ich und drehte mich zu Yasin um. »Spielen wir ein S.K.A.T.E.?«
»Von mir aus«, antwortete Yasin.
Wir spielten Schere-Stein-Papier, um zu bestimmen, wer anfangen durfte. Aus dem Augenwinkel verfolgte ich, wie Tom zu den kleinen Mädchen ging und mit ihnen redete. Das Mädchen mit dem Nasenbluten saß auf einer Bank, sah mit zurückgelegtem Kopf in den Himmel und tupfte mit einem Taschentuch unter ihrer Nase herum. Tom sagte etwas zu dem Mädchen, sie nickte, und dann gaben sie sich die Hand. Danach sagte Tom etwas zu Lou, und sie fingen an, sich zu unterhalten.
»Pff«, machte ich. »Was für ein Opportunist.«
»Ich hoffe, du redest nicht über mich, junge Dame«, sagte eine Stimme hinter uns. »Sonst gibt’s auf den Popo vom Oppopopo.«
Wir drehten uns um und da stand Teddy und grinste. Er war über den Grasstreifen gelaufen, ohne dass wir ihn bemerkt hatten.
»Wir reden nie über dich, Teddy«, sagte ich. »Wo kämen wir da hin.«
»Ja, eben«, sagte Teddy und begrüßte uns mit einem Handschlag. »Was genau ist eigentlich ein Oppodingsbums? Was du gerade gesagt hast?«
»Opportunisten sind Leute, die ihre Meinung ändern, wenn sie glauben, dass sie damit bei anderen besser ankommen«, sagte ich.
»Wie eine Fahne im Wind«, ergänzte Yasin.
»Ah, I see«, sagte Teddy. »Und dieser Typ neben Lou, das ist so einer?«
»Yep«, sagte ich.
»Okay, verstehe«, sagte Teddy und nickte ernst.
»Was verstehst du?«, fragte ich.
»Dass wir ihm aufs Maul hauen«, antwortete Teddy.
»Wir hauen ihm ganz bestimmt nicht aufs Maul«, sagte Yasin. »Wieso willst du immer allen aufs Maul hauen?«
»Wieso ich? Ich hab das nicht gesagt. Ari hat das gesagt«, verteidigte sich Teddy.
»Hab ich überhaupt nicht«, sagte ich.
»Zwischen den Zeilen, my love«, sagte Teddy. »Ich hab zwischen den Zeilen gelesen.«
»Ist klar«, sagte ich. »Als könntest du zwischen den Zeilen lesen. Du kannst ja nicht mal in den Zeilen lesen.«
»Okay. Schluss jetzt, Kinder«, sagte Yasin. »Ari und ich wollten grad ein S.K.A.T.E. spielen. Machst du mit?«
»Logisch«, sagte Teddy. Er legte seinen Rucksack ab, und wir spielten erneut Schere-Stein-Papier um die Anfangsposition. Teddy gewann.
»Und du willst ihm doch aufs Maul hauen, Ari«, sagte Teddy, bevor er seinen ersten Trick machte. »Ich kenn dich doch.«
Er pushte sich mit einer kräftigen Bewegung vorwärts und positionierte die Füße auf dem Brett. Ich guckte rüber zu Lou und Tom, die sich immer noch unterhielten. Teddy kannte mich wirklich gut. Ich hätte diesem Tom tatsächlich gerne eine reingehauen. Irgendwas an ihm machte mich unglaublich aggressiv.
Ob ich jemanden mag oder nicht, weiß ich meistens ziemlich schnell. Mir reichen ein paar Sätze, dann weiß ich, wer vor mir steht und ob wir klarkommen. Die Leute halten sich immer für wahnsinnig individuell. Dabei gibt es im Grunde nur zwei Kategorien. Entweder du bist bei den Arschlöchern oder du bist bei den Guten. Kann schon sein, dass sich die Kategorien spiegelverkehrt vertauschen, je nachdem auf welcher Seite du stehst. Aber wenn du es runterbrichst, landest du immer wieder dort. Die Arschlöcher und die Guten. Das ist alles, was du brauchst, um deine Welt zu sortieren.
Tom war einer von den Arschlöchern. Davon war ich am Anfang absolut überzeugt. Diese Meinung habe ich später geändert, obviously. Sonst würde ich jetzt ja nicht hier sitzen und über ihn schreiben. Aber als ich ihn kennenlernte, fand ich ihn wirklich ätzend, und es wäre falsch, etwas anderes zu behaupten.
Nachdem Teddy das S.K.A.T.E.-Spiel gewonnen hatte, saßen wir auf den Bänken am Rand und guckten Tom zu, der durch den Park fuhr wie ein Teufel. Noch nie war jemand den Park so gefahren wie Tom. Er fuhr sogar besser als Lou, und das heißt was.
»Was für ein Style«, sagte Teddy.
Style, für alle, die es nicht wissen, ist die Art und Weise, wie jemand Skateboard fährt, welche Tricks man macht, wie der Körper sich dabei bewegt und so. Style ist individuell, Lou zum Beispiel fährt wahnsinnig schnell und flink und hat ein Faible für weirde Oldschool-Tricks, die sonst niemand kann. Yasin sieht auf seinem Skateboard ein bisschen aus wie ein Babystorch, er fährt zwar auch ziemlich gut, aber er ist so dünn und manche Sachen macht er so wackelig, dass ich vor Schreck die Luft anhalten muss. Tatsächlich verletzt er sich von uns allen mit Abstand am häufigsten. Bei Teddy, der eher kräftiger gebaut ist, sieht alles so aus, als würde er sich in Zeitlupe bewegen. Er macht keine einzige Bewegung zu viel, bewegt sich souverän, aber sehr gemütlich, und das alles zusammen erzeugt den Eindruck, dass er langsamer fliegt und fällt als wir anderen.
Tom fuhr aggressiv und sehr schnell, gleichzeitig stand er selbstverständlicher auf seinem Skateboard als manche Leute auf dem festen Boden. Es war ziemlich beeindruckend, das musste ich zugeben. Selbstbewusst und ohne jedes Zögern flippte und drehte er das Brett unter seinen Füßen, alles sah so unglaublich einfach aus bei ihm. Leute, die nicht Skateboard fahren, hätten wahrscheinlich niemals vermutet, wie viele Jahre Arbeit dahintersteckten.
»Dude, whaaaat?!«, rief Yasin. »Habt ihr die Line gesehen?! Nollie Flip Crooked Grind am Curb, Frontside Flip Desaster an der Quarter und dann noch einen Impossible über die Hip?!«
»Und was für einen Impossible«, sagte Lou.
»So clean«, sagte Teddy.
»Er ist Gott«, sagte Yasin. »Ich glaube, er ist einfach Gott.«
»Ja Mann«, sagte Teddy. »Das könnte schon sein. Es ist Ostern. Steht ja auch in der Bibel. Am dritten Tag kam er hinab auf die Erde und zeigte all den Losern, wie man shredded.«
Dass Tom nur etwa eine Stunde vorher den totalen Arschloch-Auftritt hingelegt hatte, spielte keine Rolle mehr für sie. Er konnte unfassbar gut skaten, und unter dem Strich reichte ihnen das für eine Charakterbewertung vollkommen aus. Sie hätten auch Lord Voldemort ins Herz geschlossen, wenn er einen ordentlichen Kickflip im Repertoire gehabt hätte. Und Tom hatte mehr als einen Kickflip im Repertoire, viel mehr.
»Junge«, sagte Teddy, als Tom sich irgendwann zu uns setzte. »Wo hast du so skaten gelernt?«
Tom zuckte die Schultern und wischte sich mit dem T-Shirt den Schweiß von der Stirn. »Ich hab einfach früh angefangen. Mein Vater hat sich eine Miniramp im Garten gebaut und es mir gezeigt. Ich glaub, ich konnte rollen, bevor ich richtig laufen konnte.«
»Das sieht man«, sagte Yasin.
»Wo steht diese Miniramp?«, sagte Lou. »Können wir dich da mal besuchen?«
»Nee«, sagte Tom. »Das war früher. Ich wohn da schon lang nicht mehr.«
»Und wo wohnst du jetzt?«, fragte Teddy.
»Na hier«, antwortete Tom. »Meine Mutter und ich sind gestern hierhergezogen.«
Oh no, dachte ich.
»Oh yes!«, sagten Lou, Yasin und Teddy.
»Herzlich willkommen in unserer kleinen Stadt«, sagte Teddy und legte ihm den Arm um die Schultern.
»Aber warum seid ihr jetzt hierhergezogen?«, sagte Yasin. »Mitten im Schuljahr, mein ich?«
»Yasin-Baby, nicht alle Leute sind so schlau wie du und gehen mit 17 noch in die Schule«, sagte Teddy.
»Und nicht alle sind so dumm wie du und wollen nicht mal eine Lehre machen«, gab Yasin zurück.
»Das ist nicht dumm«, sagte Teddy. »Ich mach bald mein eigenes Business auf. In zehn Jahren bin ich reicher als ihr alle zusammen.«
»Du arbeitest als Türsteher«, sagte Lou. »Bleib rational.«
»Bin ich«, sagte Teddy. »Ich bin der rationalste Typ überhaupt. Security wird immer gebraucht. Großstadt, Kleinstadt, egal. Zum Beispiel auch in – wo kommst du her?«
Er sah Tom an, der zuckte mit den Schultern. »Von irgendwo.«
»Und auch dort sind Security am Start«, sagte Teddy. »Irgendwie, irgendwo, irgendwann. Wetten?«
»Ernst jetzt«, sagte Yasin. »Wo kommst du her?«
Tom stöhnte genervt. »Ist das ein Kreuzverhör, oder was?«
»Easy«, sagte ich. »Er hat dich nur gefragt, wo du herkommst. Vollkommen normale Frage, wenn jemand sagt, dass er gestern erst in die Stadt gezogen ist.«
Tom guckte mich an und lächelte spöttisch. »Ari, richtig?«
Er sprach meinen Namen so aus, als würde er ihn in Anführungszeichen setzen, und ich spürte, wie meine Schultern sich verspannten. Ich hasse es, wenn jemand mich nicht ernst nimmt.
»So heiß ich, ja«, sagte ich. »Hast du gut aufgepasst.«
»Ist glaub ich ein türkischer Name, oder?«
»Keine Ahnung«, sagte ich. »Ist einfach mein Name.«
»Ich kenn nur Jungs, die so heißen«, sagte Tom.
»Ari ist auch ein halber Junge«, sagte Teddy und wuschelte mir durch die Haare. Ich trage meine Haare ziemlich kurz. Es ist einfach praktischer. Meine Haare sind auf eine unglaublich nervige Art und Weise gelockt, ich brauche schon jetzt fast eine halbe Stunde, um sie nach dem Duschen zu kämmen. Würde ich sie länger tragen, könnte ich wahrscheinlich direkt im Badezimmer einziehen.
»Lass das«, sagte ich und schob Teddys Hand weg.
