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Kurzroman: Sophie hasst es, dass sie einen Sonderstatus besitzt, denn sie ist die Marquise du Berry. Obwohl der Adel 1954 keine große Rolle mehr spielt, muss sie sich an die strengen Regeln halten. Als ihre Eltern von ihr verlangen, sich mit dem Marquis André-Philippe du Plessis-Belliere zu verloben, fügt sie sich in ihr Schicksal, obwohl dieser Mann kalt und gefühllos ist. Erst als sie Maurice de Bourbon begegnet, regt sich in ihr die Hoffnung auf Liebe und Glück. Aber Maurice haftet ein Skandal an, der es unmöglich macht, ihn als potenziellen Ehemann in Betracht zu ziehen.
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Veröffentlichungsjahr: 2019
L´amour du voleur
Sophie hasst es, dass sie einen Sonderstatus besitzt, denn sie ist die Marquise du Berry. Obwohl der Adel 1954 keine große Rolle mehr spielt, muss sie sich an die strengen Regeln halten. Als ihre Eltern von ihr verlangen, sich mit dem Marquis André-Philippe du Plessis-Belliere zu verloben, fügt sie sich in ihr Schicksal, obwohl dieser Mann kalt und gefühllos ist.
Erst als sie Maurice de Bourbon begegnet, regt sich in ihr die Hoffnung auf Liebe und Glück. Aber Maurice haftet ein Skandal an, der es unmöglich macht, ihn als potenziellen Ehemann in Betracht zu ziehen.
Alle Personen sind frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder bereits verstorbenen Personen ist rein zufällig. Original-Ausgabe erschienen im April 2018 bei Merlins Bookshop.
Copyright © Merlins Bookshop, Waldstr. 22, 65626 Birlenbach
Korrektorat & Lektorat: Dietmar Noß
Verlag: Merlins Bookshop, Waldstr. 22, 65626 Birlenbach
Alle Rechte liegen bei Merlins Bookshop, Waldstr. 22, 65626 Birlenbach
Cover: Merlins Bookshop unter Verwendung der Fotos von Lextotan via Pixabay.com
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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Leseprobe
Orte in Paris und Bilder der Zeit
Über die Autorin
Liebe Leser, liebe Leserinnen,
in diesem Buch habe ich verschiedene Namen mit Bildern hinterlegt, damit Sie sich die Gegenstände oder Orte genauer ansehen können. Sie erkennen diese Namen, da sie unterstrichen sind. Natürlich müssen Sie nicht darauf klicken, wenn Sie lieber weiterlesen möchten, denn am Ende finden Sie noch einmal eine Liste, in der Sie auch zu den Bildern gelangen.
Ich bitte Sie zu bedenken, dass diese Geschichte ein Kurzroman ist, was auch schon bei der Buchbeschreibung erwähnt wurde.
Und jetzt wünsche ich Ihnen viel Spaß im Paris der 50iger Jahre!
A bientôt
Aimée Moreau
Anne-Sophie packte missmutig ihren Koffer. Sie hasste es, wieder ins Internat nach Saint-Germain-en-Laye zu müssen, aber sie stand kurz vor dem Abitur und ihre Eltern bestanden darauf.
Sehnsüchtig strich sie noch einmal über die Petticoats und die Korsagen, die in ihrem Schrank hingen. Ein Lächeln glitt über ihr Gesicht, als sie daran dachte, wie unschicklich ihre Mutter diese Kleidung fand. Allerdings ging sie als Pariserin natürlich mit der neusten Mode, das war etwas, was sie sich nicht nehmen ließ.
Da sie eine direkte Nachfahrin des Grafen von Berry war, hatte sie selbstverständlich besondere Verpflichtungen. Obwohl der Adel schon seit etlichen Jahren keine wirkliche Rolle mehr in der Gesellschaft spielte, lebten die meisten Adeligen in Paris immer noch nach ihren eigenen Regeln. Nach außen sah alles ganz normal aus, aber Anne-Sophie wusste, dass sie die beste Erziehung genoss, allerdings würden ihre Eltern ihr einen Mann aussuchen. Natürlich aus ihren Kreisen, etwas anderes war kaum denkbar!
Noch einmal ließ sie ihren Blick durch ihr Zimmer schweifen. Es gab ein Sideboard mit den typischen schmalen Beinen, in dem sie ihre Schallplatten, ihre Bücher sowie ein paar Stifte aufbewahrte. Außerdem gab es drei Cocktail-Sessel, einen Nierentisch und einen einfachen Kleiderschrank.
„Man sollte nicht meinen, dass wir schon in den 50igern sind“, schimpfte sie vor sich hin.
Viel einpacken musste sie sowieso nicht, da im Internat nur die Schuluniform getragen werden durfte.
Seufzend schloss sie ihren Schrank, in dem außer den Petticoats einige sehr exklusive und teure Cocktailkleider von Dior hingen. Es würde jetzt noch ein halbes Jahr dauern, dann konnte sie entweder studieren, heiraten oder beides zusammen.
Glücklicherweise hatte sie keine Probleme in der Schule. Im Gegenteil, sie kam gut mit, daher hatte sie ausgezeichnete Noten.
In ihre Gedanken hinein ließ ihr Vater nach ihr schicken. Es wurde Zeit sich auf den Weg zu machen!
Sie verabschiedete sich von ihrer Familie und der Butler hielt ihr die Tür des Citroën Traction Avant auf. Ihr Vater Rainer du Berry war stolz darauf, dieses Auto zu besitzen. Ein Statussymbol, von dem einige seiner Bekannten träumten. Überhaupt einen eigenen Wagen zu fahren, war Luxus, den sich die meisten Bürger von Paris kaum leisten konnten.
Ihr Leibwächter, Vertrauter und bester Freund Jean lächelte ihr zu. Er begleitete sie ins Internat. Manchmal fungierte er als Chauffeur, wenn Peter, der jetzt den Motor startete, freihatte.
Langsam rollten sie durch die Straßen des Stadtviertels Marais. Sie fuhren am Place des Vosges vorbei, den sie schon als Kind geliebt hatte. Sophie sah verträumt auf den bemerkenswerten Springbrunnen, anschließend bewunderte sie die prächtigen Bauten, die den fast quadratischen Platz umsäumten.
Kurz darauf passierten sie das Museum Carnavalet. Auch hier war sie bereits etliche Male gewesen, daher erkannte sie das große Portal, das den Eingang zierte von Weitem. Genau wie das alte Rathaus, welches sie immer wieder begeisterte.
Dieses Gebäude erinnerte an ein prunkvolles Schloss, mit seinen 146 Statuen, den vielen bunten Glasfenstern und den kleinen Türmchen. Aus dem Geschichtsunterricht wusste sie, dass früher eine Guillotine auf dem Rathausplatz stand. Vor der Französischen Revolution verbrannte man hier vermeintliche Hexenmeister, die entweder dem König oder den einflussreichen Nachbarn im Weg waren.
Seufzend lehnte Sophie sich zurück, als sie das Marais verließen. Das Wissen, das ihre Eltern ihr in Kürze einen Ehemann aussuchen würden, lastete enorm auf ihr. Wie gerne hätte sie auf ihren Adelstitel verzichtet, um dafür ein ganz normales Leben zu führen!
~~°~~
Im Internat begrüßten die Lehrer sie freundlich, doch Sophie hasste die aufdringliche Aufmerksamkeit. Diese Leute behandelten sie nur so, weil ihre Eltern Geld besaßen, was in ihrer Zeit, besonders bei ihresgleichen nur selten vorkam. Natürlich würde sie den Reichtum irgendwann erben. Dazu kamen ihre adelige Vorfahren, die das Benehmen der angeblichen Respektspersonen noch einmal verstärkte.
Sophie, wie sie sich von ihren Freunden nennen ließ, ging, ohne zu grüßen, an den Erziehern vorbei. Ihr war bewusst, dass es eine Frechheit von ihr war, aber sie konnte es sich leisten.
In ihrem Zimmer traf sie auf ihre Leidensgenossinnen. Marie du Mercier, Coralie de Rohan und Manon de Beauchamp, alle drei hatten mächtige Namen und sie litten genau wie Sophie unter ihrer Abstammung, die ihnen die Freiheit nahm.
Seufzend ließ sie ihren Koffer fallen, fast gleichzeitig warf sie sich auf das Bett.
„Na Mädels, was gibt es Neues?“
Erst jetzt bemerkte sie, wie bleich Cora war.
„Cora, stimmt was nicht?“
Besorgt sah sie die Freundin an, dabei konnte sie sich schon denken, was ihr zu schaffen machte.
Der jungen Frau standen die Tränen in den Augen.
„Meine Eltern haben einen Mann für mich bestimmt. Es ist einfach ekelhaft. Ich verabscheue ihn. Es ist der Duc de Lebrun.“
Sophie schluckte. De Lebrun war bekannt für seine sadistische Ader, außerdem war er fast fünfundzwanzig Jahre älter als Coralie.
„Das ist ja schrecklich“, flüsterte Manon, aber eine Handbewegung von Sophie ließ sie verstummen.
„Cora, vielleicht ist er gar nicht so schlimm, wie sein Ruf. Wer weiß, eventuell verliebt ihr euch ja und werdet glücklich.“
Zweifelnd sah die verängstigte Frau ihre Freundin an.
„Während der Ferien habe ich ihn zur Genüge kennengelernt.“
Stumm umarmte Sophie Coralie.
„Wir wollen es erst mal vergessen. Uns bleibt noch ein halbes Jahr, okay?“
Die Mädchen blickten sich an, nickten vorsichtig, denn etwas anderes blieb ihnen kaum übrig.
„Habt ihr den neuen Film mit Jean Gabin gesehen? Wenn es Nacht wird in Paris?“
Marie wechselte das Thema zwar ziemlich abrupt, aber die Ablenkung gelang, da die Freundinnen im nächsten Moment über den angesagten Kinofilm diskutierten.
In einem Punkt waren sie sich einig: Jean Gabin gehörte zu den ansehnlichsten Männern, die Frankreich zu bieten hatte.
„Obwohl keiner so toll aussieht, wie Montgomery Clift. Letzten Sommer in Verdammt in alle Ewigkeit hat er so sexy ausgesehen!“, bemerkte Manon.
Sophie lachte leise, die Aussage war so typisch für ihre Freundin, die seit einem guten Jahr für diesen Schauspieler schwärmte.
„Du kannst ihn ja heiraten, deinen Montgomery, allerdings glaube ich, dass deine Eltern etwas dagegen haben“, neckte Marie sie und warf ein Kissen nach der jungen Frau.
Am Abend gingen sie früh zu Bett, da am kommenden Tag der Endspurt auf das Abitur beginnen würde. Sie hatten immerhin eine Menge zu lernen. Der folgende Morgen begann hektisch, so wie immer, wenn die Schülerinnen nach dem Wochenende ins Internat zurückkehrten.
Lachend liefen sie den Säulengang entlang, bis zu dem gemeinsamen Speisesaal, in dem sie ihr Frühstück einnahmen.
Sophie setzte sich zu ihren Freundinnen, die erneut über den Film mit Jean Gabin diskutierten, dabei überlegte sie, wie es sich anfühlen würde, wenn ihre Eltern ihr einen passenden Ehemann präsentierten. Irgendwie hoffte sie, dass der Krug an ihr vorbeiging.
Der große Raum summte von den vielen Stimmen, bis der Rektor eintrat und um Aufmerksamkeit bat.
Gelangweilt sah Sophie auf den dicken Mann, dessen Haare nur noch an den Schläfen vorhanden waren. Seit sie ihn davon abgehalten hatte, eine Schülerin aus der fünften Klasse zu schlagen, brachte sie keinerlei Respekt mehr für den Kerl auf. Sie verabscheute Gewalt in jeder Form und das Kind war nicht mal frech geworden, sondern hatte nur ein Buch vergessen!
„Mesdames, ich darf Ihnen mitteilen, dass unsere Deutschlehrerin diese Woche ausfällt, da sie krank ist. Die Vertretung übernimmt Madame Chagall. Außerdem möchte ich die Abiturklassen noch einmal darauf hinweisen, dass sie keinen Freifahrtschein besitzen, obwohl sie bereits volljährig sind. Ich dulde kein abendliches Herumstreunen. Haben wir uns verstanden?“
Auffordernd sah der Mann zu Sophie und ihren Gefährtinnen, doch sie zuckte nur gelangweilt mit den Schultern. Sie war Pariserin, daher würde sie sich den Spaß am Leben bestimmt nicht von diesem Miesepeter verderben lassen!
Nach dem Frühstück gingen sie in ihre Klassen, der Alltag hatte sie wieder.
~~°~~
Die ersten Wochen verflogen so schnell, dass die Freundinnen kaum zum Nachdenken kamen.
Langsam wurde es wärmer, sodass sie ihre freie Zeit lernend im Park des Internats verbrachten. Es gab mehrere Steinbänke, auf denen sich besonders die älteren Schülerinnen ausbreiteten. Der Rasen war gepflegt und wurde von Blumenbeeten unterbrochen. Ein wenig erinnerte es an die großen Gärten von Versailles, aber nur, wenn man ausreichend Fantasie besaß.
Das gesamte Gelände umschloss ein schmiedeeiserner Zaun, der ungebetene Gäste draußen halten sollte. Allerdings waren die Abstände zwischen den einzelnen Stäben weit genug, sodass ein Neugieriger durchaus einen Blick auf die Schülerinnen werfen konnte.
Sophie büffelte gerade Bio-Chemie, als ihre Aufmerksamkeit von einem Mann angezogen wurde, der vor dem Eisenzaun stand, um sie offensichtlich zu beobachten.
Er sah verdammt gut aus. Sie schätzte ihn auf ungefähr 1,80 m. Seine Haut war braun gebrannt, das schwarze Haar kurz gestutzt. Seine Augenfarbe erkannte sie auf diese Entfernung nicht. Sie bemerkte nur den dunklen Schnurrbart, der wie ein Strich über seiner Oberlippe verlief.
Als er jetzt lächelte, sah sie, dass seine weißen Zähne im Sonnenlicht blitzen. Irgendetwas hatte der Besucher an sich, das sie faszinierte. Wie hypnotisiert stand sie auf, um zu ihm zu gehen, aber Manon fragte sie etwas, und als sie sich erneut umdrehte, war er verschwunden.
Enttäuscht widmete Sophie sich ihren Büchern, doch sie schaffte es nicht, diesen Mann aus ihrem Gedächtnis zu verbannen. Immer wieder ertappte sie sich dabei, wie sie von ihm träumte, auch wenn sie ihn auf mindestens Ende zwanzig schätzte. Selbst während der Unterrichtsstunden glitten ihre Gedanken ständig zu der beeindruckenden Erscheinung, obwohl sie ihn nur kurz gesehen hatte!
~~°~~
„Was hat dieser Kerl nur an sich, dass ich ihn einfach nicht vergessen kann?“, überlegte Sophie nach einer Woche, als sie erneut an den intensiven Blick dachte, mit dem er sie gemustert hatte.
Er hatte sich nicht wieder sehen lassen, trotzdem linste sie ständig zum Zaun rüber.
„Sophie? Träumst du? Du starrst jetzt schon seit fast einer Stunde auf dieselbe Stelle.“
Manon stupste sie vorsichtig an.
Sophies Wangen färbten sich rot, doch sie richtete ihre Aufmerksamkeit nur unwillig auf die Freundin.
- Ende der Buchvorschau -
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