L'Analisi Linguistica e Letteraria 2012-2 - AA. VV. - kostenlos E-Book

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Beschreibung

L’Analisi Linguistica e Letteraria è una rivista internazionale di linguistica e letteratura peer reviewed. Ha una prospettiva sia sincronica che diacronica e accoglie ricerche di natura teorica e applicata. Seguendo un orientamento spiccatamente interdisciplinare, si propone di approfondire la comprensione dei processi di analisi testuale in ambito letterario come anche in ambito linguistico. La rivista è organizzata in tre sezioni: la prima contiene saggi e articoli; la seconda presenta discussioni e analisi d’opera relative alle scienze linguistiche e letterarie; la terza sezione ospita recensioni e una rassegna di brevi schede bibliografiche riguardanti la linguistica generale e le linguistiche delle singole lingue (francese, inglese, russo, tedesco). La rivista pubblica regolarmente articoli in francese, inglese, italiano e tedesco, e occasionalmente anche in altre lingue: nel 2010, ad esempio, ha pubblicato un volume tematico interamente in russo.

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L’ANALISI LINGUISTICA E LETTERARIAFacoltà di Scienze Linguistiche e Letterature straniereUniversità Cattolica del Sacro CuoreAnno XX - 2/2012ISSN 1122-1917

ISBN 978-88-6780-035-3

Direzione

Giuseppe Bernardelli

Luisa Camaiora

Giovanni Gobber

Marisa Verna

Comitato scientifico

Giuseppe Bernardelli – Luisa Camaiora – Bona Cambiaghi

Arturo Cattaneo – Maria Franca Frola – Enrica Galazzi

Giovanni Gobber – Dante Liano – Margherita Ulrych

Marisa Verna – Serena Vitale – Maria Teresa Zanola

Segreteria di redazione

Laura Balbiani – Sarah Bigi – Laura Bignotti

Costanza Cucchi – Giulia Grata – Mariacristina Pedrazzini

I contributi di questa pubblicazione sono stati sottopostialla valutazione di due Peer Reviewers in forma rigorosamente anonima

© 2013 EDUCatt - Ente per il Diritto allo Studio universitario dell’Università CattolicaLargo Gemelli 1, 20123 Milano | tel. 02.7234.2235 | fax 02.80.53.215e-mail: [email protected] (produzione); [email protected] (distribuzione)web: www.educatt.it/libri

Redazione della Rivista: [email protected] | web: www.educatt.it/libri/all

Questo volume è stato stampato nel mese di ottobre 2013 presso la Litografia Solari - Peschiera Borromeo (Milano)

Indice

Der Krieg ist der beste Koch. Die Metapher des Essens in Einblattdrucken zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Laura Balbiani

“Crudele è la potenza della fame”. Leggendo Tuttoscorre di Vasilij Grossman

Maurizia Calusio

Gastronomische Metaphorik und Nationalcharakter

Hans-Georg Grüning

Parlare di olio. Terminologia della degustazione e tipi di testi

Silvia Gilardoni

Una fame da toro. Riflessioni sull’ingordigia nella cultura austriaca

Elisabetta Longhi

Il sapore dell’Italia: i nomi delle marche alimentari pseudoitaliane in Germania

Marie A. Rieger

Recensioni e Rassegne

Recensioni

Rassegna di Linguistica generale

a cura di Mario Baggio e Maria Cristina Gatti

Rassegna di Glottodidattica

a cura di Bona Cambiaghi

Rassegna di Linguistica francese

a cura di Enrica Galazzi e Chiara Molinari

Rassegna di Linguistica inglese

a cura di Margherita Ulrych e Maria Luisa Maggioni

Rassegna di Linguistica russa

a cura di Anna Bonola

Rassegna di Linguistica tedesca

a cura di Giovanni Gobber e Federica Missaglia

Abstracts

Indice degli Autori

Il gusto delle parole

Questo fascicolo de “L’Analisi Linguistica e letteraria” raccoglie sei contributi dedicati al tema del cibo, pervenuti alla rivista in seguito ad un call for papers intitolato “Il gusto delle parole”.

I contributi proposti esplorano il complesso fenomeno dell’alimentazione umana quale espressione di una precisa identità nazionale, culturale e linguistica insieme, che trova espressione nella satira politico-letteraria contribuendo alla formazione di stereotipi culturali tipici di certi periodi storici, ma diviene anche strumento per definire e valorizzare l’‘identità’ commerciale di alcuni prodotti.

Il cibo come esperienza quotidiana universale è il filo conduttore che accomuna epoche storiche e costellazioni socio-politiche molto diverse tra loro (come la Germania della Guerra dei Trent’anni, la Russia del realismo socialista o la Vienna moderna) dove l’eccesso di cibo o la sua carenza assumono molteplici valenze simboliche e metaforiche ma sono soprattutto la drammatica manifestazione di un disagio sociale e politico.

Gli articoli selezionati evidenziano, nel loro insieme, la trasversalità della tematica rispetto alle discipline e ai generi testuali, e stimolano allo stesso tempo una più ampia riflessione sul ruolo delle ‘parole del cibo’ e sulla loro evoluzione nella storia di culture alimentari millenarie.

Der Krieg ist der beste Koch.Die Metapher des Essens in Einblattdrucken zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges

Laura Balbiani

Die während der Reformation so erfolgreich eingesetzten Kommunikationsmedien ‚Flugblatt‘ und ‚Flugschrift‘ erlebten in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts und insbesondere im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) eine stürmische und unaufhaltsame Entwicklung1. Wenn die umfangreicheren, gelehrten Flugschriften sich oft an Institutionen, an Stände oder einzelne prominente Persönlichkeiten wie Papst, Kaiser, diverse Fürsten usw. richteten, waren Flugblätter eher für den oft ungebildeten Laien bestimmt.

Die einseitig bedruckten, leicht erschwinglichen Einzelblätter mit ihren großen und eindrucksvollen Bildern und dem kurzen Begleittext sorgten schnell für Informationen zu den zeitgenössischen Ereignissen und gewährleisteten eine gute Memorierbarkeit; so konnte das illustrierte Flugblatt über das lesefähige Publikum hinaus auch vom ‚gemeinen Mann‘ rezipiert werden, der auf die Vermittlung durch das Schauen und Hören angewiesen war2. Die Texte, welche die Illustration der Flugblätter begleiteten, ahmten den agitatorischen und lebhaften Stil des gesprochenen Wortes nach3; sie waren meistens in Reimen verfasst oder im Tone irgendeines wohlbekannten Liedes, und wurden von Kolporteuren laut vorgelesen oder gesungen. Sie waren somit zum Vorlesen geeignet, man konnte sie sich leicht einprägen und variierend wiederholen. Große, kunstvolle Bilder, oft von renommierten Kupferstechern gestochen, veranschaulichten die Inhalte, und wegen der Kombination der unterschiedlichen Rezeptionsmöglichkeiten und der Brisanz der Themen ergab sich eine Stoßkraft, die weit über den Kreis der ersten wenigen Zuhörer hinaus ging, die bei der Verlesung eines Flugblattes anwesend waren4.

Die Masse der Flugblätter und Flugschriften, die über die dramatischen Ereignisse der Kriegszeit berichteten und sie kommentierten, deutet auf das Interesse der Öffentlichkeit hin, die sich über politische, soziale und kulturelle Probleme und über die aktuelle Diskussion dieser Probleme informieren wollte; eine Öffentlichkeit, die es in Kriegszeiten zu beeinflussen, zu motivieren, bewegen und überzeugen galt5.

Wenn die Komplexität der historischen Situation, die diplomatischen Verwicklungen, die Machtverhältnisse im Reich in den Flugschriften bis in alle Einzelheiten behandelt und analysiert werden konnten, musste der komplexe, undurchschaubare Zusammenhang in den Flugblättern auf ein bereits bekanntes, gut strukturiertes Konzept oder Denkmodell zurückgeführt und durch bildliche und sprachliche Hilfsmittel veranschaulicht werden. Der Phantasie und dem Einfallsreichtum der Verfasser wurde freier Lauf gelassen, und dadurch entstanden besonders deftige und werbewirksame Metaphernkomplexe. Sie dienten als handlungs- und erkenntnisorientierendes Modell, das nicht nur die Sinndeutung und die Zuordnung der einzelnen Ereignisse zueinander und nebeneinander ermöglichte, sondern auch die Erarbeitung des Geschehens meinungsbildend förderte6.

Die Wirtschaftskrise als Entree in den Krieg

Kurz nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges entwickelte sich im Heiligen Römischen Reich eine starke Inflation. Nachdem es bereits seit Anfang des 17. Jahrhunderts eine galoppierende Geldentwertung festzustellen war, verschlimmerte sich die Lage in den Jahren 1620 bis 1623 dermaßen, dass es schließlich zum Zusammenbruch des Geldkreislaufs kam. Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Inflation waren beträchtlich. Weite Teile der Bevölkerung wurden durch die enorm gestiegenen Preise in ihrer schieren Existenz bedroht, während sich gleichzeitig eine kleine Schicht von Inflationsgewinnlern herausbildete7; zusätzlich bemühte sich die Herrscherschicht nun verstärkt, nach einer anfänglichen Phase des Zögerns nach dem Ausbruch des böhmischen Krieges, ein Heer zusammenzustellen und demzufolge Gelder für die Besoldung der Soldaten anzuschaffen.

Wer die ganze Last der misslichen wirtschaftlichen Lage auf seinen Schultern zu tragen hatte, erkannten die Zeitgenossen sofort, und um es auszudrücken griffen sie auf eine weit verbreitete, während der Reformation geprägte Wendung zurück: „Bub hol Wein, Wirth schenck ein, Pfaff trinck auß, Bawer gibs Gelt herauß“, die das Thema eines Einblattdruckes wurde8. In dem als Rollenspiel strukturierten Text kommen alle vier Personen zu Wort, während ihre Handlungen der Reihe nach bildlich dargestellt sind. Hier ist nicht nur die besorgniserregende wirtschaftliche Lage die Zielscheibe der Kritik, sondern auch „Münch und Pfaffn“ und insbesondere ihre Gier und ihre Neigung zur Völlerei. Zutreffend und konkret schlägt sich die Alltagserfahrung des gemeinen Mannes auf diesem Blatt nieder: Im Mittelpunkt seiner Klagen, die in diesem Fall über die Grenzen der Konfessionen hinweg gelten, stehen Teuerung, Hunger und Rechtsunsicherheit; er nimmt deutlich wahr, dass er von allen Seiten geprellt wird, weil die Lasten und Kosten des Krieges ungerecht verteilt sind. Er ist sich selbst völlig überlassen, denn auch von den Geistlichen kann er keine Unterstützung mehr erwarten – sie gehören zu den Gruppen, die schmarotzerhaft leben und die von den Bauern mit Mühe eingezahlten Steuern verschwenden (eine weit verbreitete Argumentation, die seit der Reformationszeit hauptsächlich gegen die katholische Kirche gerichtet wurde). Dazu gibt es einige, die davon Profit ziehen, wie der schlaue Wirt, der den besoffenen Pfaffen betrügt. Im Text ist der Bauer gleichwohl der einzige, der sich Gedanken um das Gemeinwohl macht, und durch die Synekdoche werden übermäßiges Essen und Trinken das Kennzeichen der Missstände, die der Bauer beobachtet und bitter bedauert.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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