La'uls Urteil - Nerian Blake - E-Book

La'uls Urteil E-Book

Nerian Blake

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Beschreibung

La'ul kommt urplötzlich auf die Welt. Er weiß nicht wo, wer oder was er ist, aber eins weiß er sicher: Er wird die Mörder seiner Familie bestrafen, für das, was sie getan haben. Allerdings schaffen es seine Feinde ihn bei seinem Rachefeldzug zu überrumpeln und zusammen mit seinem Erzfeind James zu verbannen. Geschlagen und verbannt kann ihm jetzt nur noch sein Erzfeind helfen, seine ersehnte Rache zu bekommen. Aber kann La'ul seinen tiefsitzenden Hass wirklich überwinden?

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Seitenzahl: 66

Veröffentlichungsjahr: 2022

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La'uls Vergeltung

La'uls Vergeltung

von der Weisheit hinter der Rache

Lennart O. J. Torstein

© 2022 Lennart O. J. Torstein

Buchsatz von tredition, erstellt mit dem tredition Designer

ISBN Softcover: 978-3-347-73770-9

ISBN Hardcover: 978-3-347-73771-6

ISBN E-Book: 978-3-347-73772-3

ISBN Großschrift: 978-3-347-73773-0

Druck und Distribution im Auftrag des Autors:

tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Germany

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Für die Inhalte ist der Autor verantwortlich. Jede Verwertung ist ohne seine Zustimmung unzulässig. Die Publikation und Verbreitung erfolgen im Auftrag des Autors, zu erreichen unter: tredition GmbH, Abteilung "Impressumservice", Halenreie 40-44, 22359 Hamburg, Deutschland.

1. Akt Geburt

Irgendwo im Norden, La’uls Perspektive

Dunkel. Warm. Gemütlich. Das sind die ersten Dinge, die er bewusst wahrnimmt. Sein Leben hat noch nicht begonnen und trotzdem möchte er diesen Ort nicht verlassen. Es ist schön hier, so schön. Das Gefühl berauscht ihn, macht ihn schläfrig und euphorisch zugleich. Er bewegt sich. Vorsichtig. Er will nicht riskieren diesen Ort auf irgendeine Art und Weise zu beschädigen. An diesem Ort kann er schweben, sich seinen Träumen hingeben. Er kennt weder Hunger, Durst oder Schmerz. Er ist einfach er selbst. Er ist frei. So frei.

Sein Fuß stößt gegen etwas Hartes und Unnachgiebiges. So etwas kennt er nicht. Es steht im totalen Gegensatz zu seiner weichen, warmen Welt. Er will nicht, dass irgendetwas diesen wundervollen Ort entstellt. Er drückt gegen dieses harte Etwas. Er drückt und schiebt und es gibt nach. Es entfernt sich weiter und weiter und plötzlich knackt es. Auf einer warmen Woge wird er fortgerissen, fort von seiner Welt. Mit einem Mal sind die Wärme und die Wohligkeit verschwunden. Er liegt allein, zusammengekauert, auf dem harten Boden. Es ist kalt. Was ist geschehen?

Er öffnet seine Augen. Die Welt um ihn herum bleibt trotzdem dunkel. Er bewegt seine Muskeln und zum ersten Mal in seinem Leben spürt er sie ganz bewusst. Sie ziehen sich zusammen und erlauben ihm, sich aufzusetzen. Das Gefühl ist so seltsam, so fremdartig, aber nicht unangenehm. Er schaut sich um. Er kann in der Dunkelheit etwas Weißes, Gewölbtes ausmachen. Es liegt links von ihm. Rechts von ihm liegt ein ähnliches Gebilde. Seltsame Gerüche strömen ihm entgegen. Bedeuten sie Gefahr?

Nein. Auch wenn er die Welt noch nie gesehen hat, weiß er, dass er sicher ist. Für den Augenblick. Er versucht aufzustehen, bricht zusammen und probiert es nochmal. Er schafft es und auf wackeligen Beinen tapst er auf eines der beiden weißen Gewölbe zu. Eine warme Flüssigkeit quillt daraus hervor. Er riecht daran. Berührt sie. Ohne Zweifel. Vor wenigen Momenten war er noch von genau dieser Flüssigkeit umschlossen. Sie hat ihm dieses wundervolle Gefühl gegeben. Er legt sich hinein, wälzt sich darin, will mit aller Macht dieses wunderbare Gefühl zurück. Aber es kommt nicht. Seine Welt hat ihn verraten und ihn kaltherzig an einen anderen, erbarmungslosen und kalten Ort gesetzt.

Wut keimt in ihm auf. Es ist die erste Emotion, die er bewusst wahrnimmt. Wütend tapst er aus dem Gewölbe heraus und sieht sich weiter um. Er kann nichts erkennen, die Dunkelheit hat die Welt um ihn herum fest in ihren Klauen. Gezwungenermaßen macht er sich blind auf den Weg, läuft immer weiter und weiter. Plötzlich prallt er erneut gegen etwas Hartes, Unnachgiebiges. Erschrocken springt er zurück. Was ist das? Es ist weder Weiß noch gewölbt. Angestrengt starrt er in die Dunkelheit. Vor ihm scheint eine undurchdringliche Mauer aus Finsternis aufzuragen. Zaghaft berührt er sie. Sie ist weich, aber kalt. Er greift hinein und zieht sich hoch. Sie trägt ihn und so klettert er hinauf. Oben angekommen schaut er sich noch einmal um. Weiter weg liegen drei weitere, gesplitterte Gewölbe. Kein Geruch dringt zu ihm herüber. Sie sind längst verlassen.

Plötzlich kommt in ihm ein Drang auf. Er will hier nicht mehr bleiben, er will fort. Er stolpert los, fällt über etwas, was er im Dunkeln nicht erkennen kann, und rollt einen kleinen Abhang herab. Unten angekommen bleibt er liegen. Ordnet seine Sinne.

Dann steht er auf und verlässt diesen komischen Ort. Er folgt einem dünnen, flachen Pfad. Reglos strecken die wuchernden Schatten am Rande dieses Weges ihre langen, dünnen Klauen nach ihm aus. Aber niemand schnappt nach ihm. Neugierig schnüffelt er an jedem der Schatten. Sie tun ihm nichts. Irgendwann erreicht er ein kleines Loch am Rand des Pfads. Ein merkwürdiger Geruch dringt daraus hervor. Er schleicht näher heran, schnüffelt. Da beginnt irgendetwas zu knurren. Er fährt hoch und lauscht angestrengt. Es knurrt abermals, aber das Geräusch scheint… aus ihm selbst herauszukommen. Sein Bauch rumort. Er drängt ihn das kleine Loch zu betreten. Ohne zu wissen warum, schiebt er sich in die gähnende Leere hinein, die vor ihm im Boden klafft.

Mit einem Mal wird es dunkel und eng und er bekommt Angst, doch sein Bauch drängt ihn weiter. Er krabbelt durch einen langen Gang, kein Licht weist ihm den Weg, nur der seltsame Geruch, der immer stärker wird. Schließlich, als seine Füße ermüden und er sich hinlegen möchte, spürt er, wie sich der Gang verbreitert. Er scheint angekommen zu sein, der Geruch ist hier am stärksten. Etwas piepst vor ihm, hoch und schrill. Er piepst erschrocken zurück. Zwei lange Stränge links und rechts an seinem Maul erzittern bei jedem Geräusch und zeigen ihm instinktiv, was die Finsternis vor ihm zu verbergen versucht. Ein Bild taucht vor seinem inneren Auge auf. Etwas Klobiges liegt vor ihm und hat ihm eine groteske Fratze zugewandt. Es hat zwei dünne, halbrunde Kreise, zwischen denen etwas Kegelförmiges hervorragt. Vor dem Wesen tummeln sich viele kleine. Sie sehen aus wie die Miniaturversion des großen Wesens. Sie scheinen vor ihm davonhuschen zu wollen, doch sie können nirgends hin. Da schlagen seine Instinkte zu.

Ohne zu wissen warum, stürzt er los, lässt sich nur von seinem Bauchgefühl leiten. Er beißt, kratzt und hackt. Immer wieder piepst er, um zu wissen, wo die Wesen gerade sind. Zuerst erledigt er die kleinen. Als sich das große Wesen auf ihn stürzen will, packt er es und schlägt mit seinen Klauen zu. Etwas Warmes, Klebriges spritzt in alle Richtungen, das Wesen zuckt, dann ist es still. Er lässt es fallen und schaut sich um. Alle Wesen liegen still auf dem Boden, bewegen sich nicht mehr. Warum nicht? Er schnüffelt an ihnen und sofort meldet sich sein Bauch. Abermals ohne zu wissen warum, beginnt er die Wesen zu verschlingen. Als er fertig ist, fühlt er sich seltsam. Irgendwie schuldig. Plötzlich durchströmt Kraft seinen Körper und er fängt an zu wachsen. Unglaublich schnell beginnt sein Körper sich aufzublähen. Muskeln, Knochen, Haut, einfach alles dehnt und streckt sich. Plötzlich ist er nicht mehr klein genug, um diesen Ort durch den Gang zu verlassen, durch den er gekommen ist. Sollte er etwa eingesperrt sein? In einem harten Etwas? Genauso wie in diesem weißen Gewölbe, indem er erstmals zu Bewusstsein kam? Er knurrt. Das darf nicht sein. Hier ist es kalt und feucht, ein schreckliches Gefängnis. Er muss entkommen. Entschlossen sammelt er Kraft in seinen Muskeln und springt. Er trifft mit seinem Rücken auf etwas Weiches, Nachgiebiges und durchschlägt es mit seiner hohen Geschwindigkeit. Scheinbar ungebremst steigt er höher und höher, bis die weiche Substanz Platz macht und er wieder in der kalten Umgebung landet, an die er sich inzwischen gewöhnt hat. Er streckt die Nase in die Höhe und schnüffelt. Er findet noch mehr Gerüche, von anderen Wesen. Sein Bauch rumort und er gehorcht.

Es wird hell. Auf einmal. Plötzlich kann er nicht nur im Dunkeln die Umrisse der Dinge sehen. Farben strömen auf ihn ein. Diese Schatten am Wegesrand sind grün und klein. Keine Gefahr.