La Vida - Paolo Gelb - E-Book

La Vida E-Book

Paolo Gelb

0,0
9,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Alles begann mit seiner Geburt. Auf seiner Reise durchs Universum, den Weiten des Netzes, der Vielfalt von Gegoogelten, der Bewegung von GeYoutubten begegnete der Nöckerling auch dem, welcher immer einen kalten Atem hat, der immer hinter einem steht und welcher so ein abgefahrenes, ziemlich verbogenes Gartenvernichtungsgerät mit sich rumschleppt. Aufruf zur Revolution, Meuterei und Großdemos im Insektenstaat kommen vor, wie auch diverse Querschläger gegen die eine oder andere Gattung und was DIE so treiben.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 156

Veröffentlichungsjahr: 2017

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Paolo Gelb

La Vida

Der wilde Flug eines Nöckerlings

© 2016 Paolo Gelb

Umschlag, Illustration: Ida Ament

Verlag: tredition GmbH, Hamburg

ISBN

Paperback:

978-3-7345-8693-4

Hardcover:

978-3-7345-8694-1

e-Book:

978-3-7345-8695-8

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Der wilde Flug eines Nöckerlings

Paolo Gelb

Einleitung

La Vida- Begegnungen mit einem Krebs, damit begann der Wahnsinn

Mein Leben… so wild, so verrückt, so unheimlich schnell und dann?!

Alles ändert sich von jetzt auf gleich, sofort und hier.

Die wilde Jagd nach Kapriolen und das Rutschen auf dem Horizont sollte beginnen.

Ein Nöckerling erobert düsend die Welt.

Der wilde Flug eines Nöckerlings

Lang ist es her, dass aus der Raupe Schornie ein prächtiger Schmetterling geworden ist.

Der Weg dahin war voller Gefahren, eigenartigen und witzigen Bekanntschaften, wie auch furchteinflößender Weggefährten.

Allein der Verpuppungsvorgang gestaltete sich viel komplizierter, als Schornie dies je erwartet hätte.

Eine tiefe Sehnsucht darauf, verbunden mit der Freude, endlich mal auspennen zu können und einfach mal wirklich nix mitbekommen zu müssen, wich einer ziemlich argen Ernüchterung.

Das Verpuppen ist och ganz schön anstrengend, kostet Nerven und muss zur Gänze allein geschafft werden.

Naja, irgendwann hatte die FastRaupe dies beschwerlich geschafft und döste so dahin.

Erfüllung seiner Träume schaut aber doch ganz anders aus, denn dies Nixtun, war auch nix und stinklangweilig, sau öd, fade und vollkommen langweilig.

Sicher, Schornie entwickelte sich, die Beinschen wuchsen zu prächtigen Stampern heran, die Fühler schienen Sendemasten werden zu wollen, die PumpeDüsekonstruktionen der Atemtechnik begann auch sein Tageswerk und die Flügelschen entwickelten sich so, dass Schornie schon jetzt wusste, wenn´s dann mal raus ins Freie geht, dann wird ihn niemand mehr aufhalten können.

Tiefflug, im freien Fall, ab in die Höhen, den Regenbogen herunterrutschen und das süße Tau, der morgendlichen Trennung aus den Blättern der Grünwüchslinge schlürfen, dies wäre seine Zukunft.

Was da draußen zur Zeit abläuft, davon hatte Schornie keine Ahnung.

So begann die Geschichte von Raupe Schornie.

Einige Jahre ist es jetzt her und irgendwo in den Weiten des Netzes zu finden, wenn man/frau den Anfang vom Ende erhaschen möchte.

Jetzt, 2016, da wo alles neu sein sollte.

Da, wo neue Himmelssphären erfliecht werden sollten.

Da, wo die Welt ihre Weiten öffnen wollte.

Da, wo die Freiheit des Fliegens nicht nur ein wunderschöner Traum, sondern zu eine realistische Ja Erfahrung sich wandeln würde.

Schornie schlüpfte raus, pumpte wie blöd seine Stigma´s auf, blies die Freiheit hindurch und zappelte, wie ein, durch Elektroschocker drangsalierter, Vollidiot herum.

Die geschenkte Himmelswärme von Klara ermöglichte ihm, das Blut durch seine kleine Äderschen schießen zu lassen.

Mein Gott, welch saugeiles Gefühl dies war. Endlich raus aus der verstaubten und einschläfernden Umgebung.

ICH BIN FREU UND DIE WELT gehört mir……jetzt, sofort und gleich…. schrie Schornie in die morgendlich beginnende Vögelei.

Ruhe……Stille…. Lautlosigkeit.

Keine Laolawelle von Mitinsekten, keine aufgerollten Willkommensplakate von anderem Flattervieschern, nix mit angestimmten Chorus und Melodieausschweifungen.

Nur ein klitzeleises Vibrieren in der Luft.

Hm, was is´s das für ein Ding? Fragte sich Schornie.

4 Blattfliescher, paar Beene, paar Haare, paar fette großen Glupscher und nen Fliechprinzip, welches er so noch nie gesehen hatte.

Landung?

Es war ein platziertes auf den Punkt kommen.

Wahnsinn…….

„Libelle Hooooorst, mein Name.“ Stellte sich dies ungewöhnliche Luftfortbewegungsmodell vor.

Nich kurz und knapp „HORST“. Nein, „HOOOORSssssssT“ war ihr Name.

Hooorst, ein ungewöhnlicher Durchlüftungsstürmer, war.

Sympathisch für Schornie, dass Hooooooorsssst auch ein scheinbar verrückter Fliescher war und, was ganz wichtig war, er schien doch schon ein Weilschen länger seine Stigma´s durchgeblasen zu haben und so, dies dachte Schornie, kann er Einiges erzählen… Geschichten, Passiertes und Bedeutendes.

Die Welt musste sich ja weitergedreht haben, nach dem Vermummungsprozess.

So begann eine Plauderei über das Leben, die Liebe, die Jungfräulichkeiten des Vermummungserwachen, die Freiheit und das verrückte Umsetzen von noch verrückteren Ideen.

So Hoooooorst, was ist passiert in meiner IchWandleMichUm Zeit?!

„Nun ja“ er dachte nach.

„Extrem viel und ich muss selbst erst überlegen, wo fang ich an, wo hör ich auf“ meinte, ein mit Stirnrunzeln bedeckter, Horscht.

Mir war einfach das lange OOOOOO in Hooooooooorst und dies, bitte nicht falsch verstehen, fast schon kölsch anrüchig ausgesprochen Namensindividuum, zu bescheuert.

Also nannte ich ihn kurz und knapp HORSCHT!

Passte auch irgendwie besser zu ihm.

Leise und zart zwinkerte die Klara durch das grüne Blattwerk und es war nicht klar zu definieren, kamen die runzligen Falten davon oder vom Grübeln oder von beängstigen Situationen oder einfach nur vom Alter.

So packte Schornie die Neugier und ihr müsst wissen, es war fast schon pervers, was er alles wissen wollte.

Um den Standpunkt zu dem noch zu Besprechenden rein physisch zu ändern, verlegte Schornie seinen Platz vom wackelnden Farnstrauch, auf eine…. Ups, was liegt denn da, Marmeladenbrot.

Is ja unfassbar, da liegt mitten im Wald, nicht ein Heidelbeercocktail oder eine fast leere Waldmeisterlimo, nein, es is eine schwarze Bämme, fett mit Butter beschmiert, dreimal abgebissen und Marmelade drauf.

Ein verzückter Biss folgte, das Gespräch wurde für ein paar Minuten nicht nur unterbrochen, sondern gänzlich abgesagt und die Gefühlswogen überschütteten Schornie mit sinnlich, geistig wertvollen Genussempfindungen.

Allein nur was wir mit Essen verbinden, kann sein…..Orgie, hemmungsloser Sex, sinnliches Petting, ausgewogenes Erleben oder kramen in Erinnerungen.

Bei Schornie wachten die Erinnerungen auf. Sie übermannten ihn dermaßen, dass er auf einmal in die Ferienlagerzeit bei den Kommunisten zurückversetzt wurde.

Nicht die, wo man mit 8- 12 Jahren durch die Pampa rennt, irgendwelchen Blödsinn erforschen will und ein harter Ast und kleine Knospen einem eher an den biologischen Wachstumszeitraum erinnert, als an jungfräuliche Mitprofessorinnen.

Schornie war damals 14, rollte sich aus Geldnot und nicht vorhandenen Altersbeweisdokumenten, aus Clopapier und Pfefferminztee seine Tschig, starb beim Anziehen fast den Heldentod, aber war megacool drauf, auch ohne buntgefleckten Flieschkleid.

Immer gabs die schwarzen Bämmen zum Frühstück. Immer war fett Butter zur Verfügung (ob die damals ÖKO war und die Linkshanghühe glücklich, interessierte zu dieser Zeit keine Sau) und die Erdbeermarmelade war köstlich. Allein wie sie den Gaumen streichelte, wenn sie langsam und gefühlvoll am Kehlapfel vorbeirutschte, war eine Wonne.

Fortsetzung folgt, denn Schornie muss wieder mal zu so nem Kohlweißling, der, welcher immer viel erzählt, viel verschreibt und am Ende doch nix ändert, außer dass man wieder mal tausende Kichererbsen dafür hinblättern muss…….

So, nun is der nächste Tag, also Tag 1 nach dem Kohlweißlingbesuch.

Was ändert sich für Schornie?

Naja, wieder is er ein paar Kichererbsen mehr los, um einige Tuben reicher und kennt nun doch ziemlich genau gewisse Krankheitssymptome, deren Folgen und was man/frau wohin schmieren muss, damits wohl hilft.

Es ist schon der Wahnsinn, man rackert wie ein Bescheuerter, wird dadurch krank, zahlt die meisten Prämien an den Verbund des kollegialen Massenbeschisses, bekommt dann die Abrechnung und stellt fest, dass man trotz der Höchstprämienverordnung, gerade einmal 10% der eingereichten Kichererbsenübersicht rückerstattet bekommt, den Rest kannst selbst schlucken.

Schornie breitet scheine Flieschdinger aus, sitzt resignierend da und lässt Klara die Dinger wärmen.

Was soll er tun?!

Standortwechsel ändert meist auch die Sicht, denn als Schornie noch Raupe war und am Boden rumkrauchte, da mal an einem leckeren Blatt knabberte und dort an nem Marmeladenbrot, es dann knackte und krachte, die Zweige einem Riesen wichen, da bekam er Einsichten und Ansichten (gerade im Sommer), welche teilweise sehr erquickend waren und manchmal eine Art Ganzkörperstarre verursachten, aber eines stimmte, der Wechsel des eigenen Stehpunktes ändert alles.

Somit schossen ihm wieder die Erinnerungen durch den Raupenschädel, durchstachen sein Herz und er musste innehalten, auf seinem Flug Richtung Horscht, denn der wartete ja noch.

Was waren das doch für Zeiten…. Ferienlager, kommunistischer Massenwahn mit extremen I-Love- All- Jugendveranstaltungen, welche zur Völkerverständigung gedacht waren, ordentliche und gesetzeskonforme Ideologieweitergabe und am Ende war es genau zu diesen Tagen die Völkervereinigungen in absoluter und vollkommener Perfektion, ohne drüber nachdenken zu müssen: WER; WARUM; WOHER; WIESO dabei ist.

Schornie möchte nicht die Zeiten schönreden oder irgendwelch verschwommenen Sozial-Kommunismus propagieren, denn es gab auch schlimme Dinge und Auswüchse, aber wie wir alle wissen, es krabbeln Heuschrecken im grasgrünem Gras herum herum, fressen sich genussvoll satt und schwirren im Liebesrausch durch die Lüfte und dann gibt’s wieder die ganz Anderen, welche in Scharen und in vollkommen zugetrönter Fressmanie über die Felder rauschen und nix mehr übriglassen.

Ja und so konnte sich Schornie erinnern, dass damals die Mädlefalter- Schmetterlinge, wenn sich Babyraupen bekommen wollten, sich eben keine Sorgen um die grünblättrige Zukunft machen mussten, dass Omi- Falter und Opi Schmetterlinge bis ins höchste Alter rumflattern konnten, gemeinschaftliche Tanz- und Flugveranstaltungen durchführten und glücklich waren.

„Heute?!“

Scheinbar entfleuchte diese Frage Schornie nicht leise, mitten durchs Erinnerungszentrum, glatt hin zum seelischen Verwahrungsapparat, sondern entrutschte laut, denn HORSCHT fragte: „HEUTE?!“

„ Heute schaut alles ganz anders aus!“ war seine zweifelsohne, nicht sehr positiv klingende Antwort.

Aufgewacht aus diesem LidaufschlagsTagTraum wurde Schornie bewusst, er ist hier und jetzt.

So, also raus aus den Erinnerungen, weg vom schmachtenden DamalsSein und rein in die Realität, wie sie auch ausschauen mag.

Also, mutig richtete sich Schornie auf, wackelte mit den Flügelschen, als wenn er gerade vor hätte, als Senkrechtstarter den menschlichen Vernichtungsmaschinen Konkurrenz zu machen, drückte den TorboBläser seiner Stigma´s durch, ruckte und zuckte mit seinen sexy Stelzen und düste Richtung Schmetterlingsfliederblüte. Ja, wohin denn sonst.

Die leicht erhöhte Position gab ihm ein klein bisserl Selbstsicherheit, denn wie sollte und wollte er mit Horscht plaudern, wenn er so gar nix zur Jetztzeit sagen konnte.

Horscht war es egal. Er zuckte en bisserl mit seinen Flüscheln rum und demonstrierte Agilität.

„“Flexibilität, Anpassung, inklusive Blindeflüge“ sind nicht nur Schlagwörter, sondern fast schon Zeitphilosophien.“ meinte einleitend Horscht.

Gut, flexibel musste man schon immer sein. Sich den Wetterbedingungen anpassen, natürlich auch und Blindflüge? Naja, da hatte Schornie noch keine, war ja bis vor Kurzem noch nen knackige Raupe.

„Wie meinst´n das?“ fragte Schornie.

„Ach du ahnungsloses Flatterding. Heut zu Tage ist es wirklich verrückt. Da versuchen Ameisen verschiedenster Arten ne Gleichberechtigungsregelung zu finden, welche beinhaltet, dass die Waldameise eindeutig von der Evolution geknuscht, vernascht und beglückt wurde und die anderen vom Linkshanghühkuhfladen erschlagen wurden. (Anmerkung von Schornie…. folgt noch) Dann gibt’s Springdinger, welche sich schwarz tarnen, kryptische Symbole auf den Hinterleib brennen, durch die Felder rasen, alles niederfressen, was halbwegs noch genussvoll ausschaut, jeden ihrer Art mitzerren, die im realem Alltagsdasein nix weitergebracht haben, um JETZT und HIER den dicken Macker heraushängenlassen können, wollen und müssen.“

„Naja, gab es die nicht schon immer?“ fragte Schornie Horscht.

„Ja sicher, aber nicht in einer so geblendeten, verblendeten, verpeilten und ahnungslosen Masse. Schon vor vielen Jahreszeitenwechsel gab es immer wieder Springdingführer, die ihre Horden zu größenwahnsinnigen Dingen verführten, aber eigentlich sollten doch genau diese Horden aus dem Geschehenem gelernt habe. Nix, heiße Luft, keine Glücksgas rein gar nix. Verblödet springen sie immer wieder hinterher, nie vornweg.“

„He, he Horscht, das kann´s doch nicht sein, muss doch auch etwas geben, was mich zum mutigen und verrückten Himmelsflatterer werden lässt, möchte mich ja nicht umsonst aus dem beengtem Presswurschtkokon befreit haben müssen.“

Ruhe, verdammt scheißlange Ruhe setzte ein. Es war eine Stille, welche Schornie´s Häarschen gen Himmel stellte.

Ein leise BUBBB, wurde zum lautem Klatsch, so ruhig war es.

Schornie glaubte, man könnt die Flieschgeräusche seiner, noch kennenzulernenden Kumpels und Kumpelinen hören.

„Linkshanghühe“ entfleuchte ihm.

Zum Glück, denn so wurde die beängstigende Ruhe unterbrochen und als wenn´s der Startschuß für den Rennwahnsinn eines Ohrenkriescher namens Bolt wäre, krabbelte, flatterte und zischte wieder das Leben durch die Natur.

„Linkshanghühe?“ Horscht verstand nur Bahnhof.

„Horschti, kennst die nich? Es gibt sie auch als genau andere Version, nämlich als Rechtshanghühe!“

„Muss ich mir Sorgen machen, Schornie?!“

„Nö!“ und ab gings in die Vergangenheit.

„Hühe, das sind die großen Dinger, welche immer off den grasgrünen Saftdingern stehen, blöd rumtrampeln, dass was am Wertvollsten is nicht nur fressen wollen, sondern im selben Moment zu scheißen und komischerweise Farbtupferl off sich rumschleppen, als wenn sie einem Marmorkuchen gleichen wollen. Die stehen meist dort doof rum, buhen die Massen aus, bimmeln nicht mit ihren Eiern, sondern mit Glocken und warten das es Schlafenszeit wird.

Nun und wenn sie am linken Hügel stehen, sind die oben liegenden Stelzen kürzer, die unten angewachsenen länger, denn sonst würde sie ja den Bersch runterpurzeln oder?!“

„Ahhhh“ und Horschti musste lachen „und bei den Rechtshandstehdingern ist es genau umgekehrt?!“

Voll begeistert und als wenn ihm ein riesiger Eisklumpen von den Schultern gefallen wäre (hmmm, was is eigentlich Eis und wie komme ich darauf, fragte sich Schornie und schon wieder wanderte er zum nächsten Thema, welches noch folgen wird, mit erstaunlichen Erkenntnissen und Erfahrungen) schrie Schornie zu Horschti :“ Horschti, was is, wenn die LinkshangSaftDingerZuScheißendenDingen am Rechten Bersch stehen würden? Ging dies überhaupt oder würden sie wie so ne besoffenen und zugdröhnte Massenbewegung durch unsere Natur schwanken?“

Horscht musste nachdenken, zeichnete mit seinen Stelzen irgendwelche Skizzen in den Boden, verschob Erdhaufen nach links und rechts, versuchte Berge daraus zu formen, knickte die eine Seite der Beinschen ein, dann die andere, sah aus, als wenn ihm die Stelzen brennen und kam nach etlichen Versuchen dahinter………….

Was ist die Folge, eines so wagmutigen Experimentes?

Da stürzt eine todesmutige, spagatisch verknotete Libelle namens Horscht den selbstgebauten Hang hinunter.

Schornie musste lachen, bei diesem Gedanken.

Horscht dagegen stand immer noch da, malte herum, berechnete den Stelzensatz des Pythagoras, versuchte wenigstens eine Verbindung zu irgendeinem Netz in den Weiten des Universums herzustellen, um WIKI und seine Kumpels zu befragen, ob die nur eine Verarsche war oder obs tatsächlich diese Hühe gibt. Skizze von Horscht anbei.

Naja, die Aufklärung des Ganzen kann noch einige Wochen verschlingen.

Um es einfacher zu gestalten, ein Ende zu finden und zwar so, dass niemand das Gesicht verliert, grinst Schornie über beide Bäckschen, dies Grinsen zog sich bis zu beiden Fühler, über die Ohren fast zu den ersten Stelzenpaar hin.

„He Horscht, mach mal nei mathematisch- physikalische Pause“

„Weist, wenn ich dich so sehe, muss ich wieder mal an Damals denken.

Früher, also vor ganz, ganz langer Zeit, waren hatten unser Flattereltern immer so nen Abo von ihrer Genossenschaft bekommen, mit dem sie einmal im Monat zu einer kulturell angehauchten Veranstaltung gehen konnten“

Horscht schaute ein wenig irritiert drein und meinte nur: „Achso?“

„Ja, da tanzten irgendwelche heiße Hasen um ihr Leben, um zum Schwan zu mutieren. Marienkäfer läuteten die Glocken in Notre Dame, es stand an der Seine ein kleines, knackiges Hirschkäfermädl namens Irma la Douce und sinnierte über das Leben und wir mitten drin, also ich und der Karsten. Karsten war mein damaliger Leidensgenosse, denn es war, mal auf raupisch gesprochen, nicht so einfach, mit 14 Jahren der Kultur verfallen zu müssen, wenns doch in der Freiheit des Erwachsenwerdens so heiße Käfer gab.“

„Schornie, komm mal auf den Punkt“ wurde ich von Horschti unterbrochen.

„Nun, allle die da hüpften, sangen, sprangen und ihre Faxen machten erinnern mich irgendiwe an deine Gestik und Versuche, die Standlage der Hühe zu erforschen!“

Es war nix Spektakuläres, aber eben doch eine Erinnerung an Zeiten, die nicht nur von kommunistischer Kulturrevolution geprägt waren, sondern auch vom Stachl des Erwachsenwerdens, bei uns Raupenbubis, der scheinbar und wie von Insektengeisterhand zum Leben erweckt wurden ist.

Wieder zurück zum Tagesgeschehen.

Ich hasse das, wenn man so arg aus seinen verschleiert, dahinschmelzenden Zurückdasein gerissen wird.

Das Jetzt und Hier!

Also gab ich nach und stellte die Frage aller Fragen, wo ich merkte, dass Horscht die Antworten schon auf der Zunge lagen.

„Ähm, wie schaut sie nun aus, unsere Zukunft?“

Wieder diese beschissenen GleichJetztRuhe, die, wo die LEISE soooo laut sein kann.

„Ach Schornie, unsere Welt verändert sich. Die Raupen von damals sind nicht mehr die bunten, lsutig im Winde schwebenden Flatterdinger von morgen geworden, sondern tänzeln aggressiv als Totenkopffalter durch die Gegend. Unsere prächtig grünen Salatblattplantagen werden jetzt von den Großbeinigen mit so komisch weißlichen Dingen bespritzt, so dass wir nach dem genüsslichem Verzehr rumzappeln, als wenn wir gegen eine elektrische Insektenschutzlampe geflogen wären, überall is es sauheiß und die kühlenden, sooo köstlichen Emotionskullern, welche am morgendlichen Grün kleben, sind auch nich mehr da. Was soll ich noch weiter dazu erzählen? Stundenlange Erörterungen von denen, die wir postsozialistisch zu unseren Volksführern gewählt haben, nerven nur noch mit inhaltslosen Parolen, mit Lügen gespickten Versprechungen und leeren Diskussionen.

Es werden Institute gegründet, dies sind solch Termitenbauten, wo irgendwelche schlauen Kakerlaken in Wahrheit drinsitzen, die im Zuge der Evolution gelernt haben, wie Termiten auszusehen, nix weiterzubringen, trotzdem bergeweise frisches Grün vor sich hingelegt bekommen, um fettgefressen unsere Dummheit zu belächeln. In diesen abgeschotteten Bauten, fast schon Burgen, uneindringbar und saufest gegossen, sitzen sie da, fressen die knackigsten Blätter und streiten über Probleme, welche erkennbar und voraussehbar waren, keiner aber wahrnehmen wollte. Und nicht das du denkst, es geht um Lösungen, nein, es geht darum warum ist ein Problem eigentlich ein Problem?!

Aber liebster Raupenmutant, der welche durch seine Farben auffallen wird, der, welcher durch seine nicht genormten Flugmanöver die Lüfte und den Horizont zerschneiden wird, der, welcher durch den Schlag seiner Flügel die Melodie des Lebens aus Schwingungen zur Musik vervollkommen wird, du wirst das Leben neu erfinden, die Zukunft gestalten und nicht wie ich, als little Libelle namens Hooooooorst ( da war es wieder, das Kölsche an diesem Namen) durch Nichtstun, außer Meckern, einen tristlosen Dasein frönen.“

Geehrt war kein Ausdruck und der Mut, mal die Luft nicht durch die Turbostigma´s einzusaugen, sondern die Verdauungsdämpfe durch die Stigmas nach außen zu tragen, lies nicht nur die Umwelt erstarren, die Luftverschmutzung steigen, sondern hinterließ eine mutige und aussagekräftige Note.

„Ja, so kann es nicht weitergehen Horscht. Ich hab mich nicht umsonst aus dieser Presswurschthülle gekämpft. Schmetterling sein heißt ja nicht tausende Blüten zu begatten, auch wenn´s, das geb ich zu, ein ziemlich prickelndes Unterfangen wäre, ENTFALTUNG bedeutet ja schließlich auch, dass man aus dem Eingefaltetsein heraustritt. Einfalt war gestern, heut wird es Vielfaltigkeit und dies geht scheinbar nur, wenn mit Kreativität, Intuition, Ideen, Mut und Herzblut verzückende Transformation erfolgen kann. Leben is Veränderung und die erste Etappe habe ich erfolgreich absolviert. Mensch Horschti und genau nach dieser meiner Heldentat treff ich dich. SAUGEIL………!

Ich sah sie, auch wenn er sie verbergen wollt, so mit allerlei Rumgezappele, Rumgewische und in den Himmel geglotze.

Auch dies ist Berührung, selbst wenn diese nix mit Haptik und anderen komischen Begriffen zu tun hat.

„Ab, schwirren wir in die abendlich, sommerlich empfindende Abendstimmung. Sacken wir uns paar Leutchtkäfermädels an und zeigen den da oben, dass nicht nur er leuchten kann….. der Wichser, denn nur er allein könnst ja och nich, wenn er nicht den Klaraballon hinter sich hätte. Die Welt ist groß und manchmal zu klein für uns, aber heute wird sie unendlich werden.“