Laluma oder Den Donner macht  Pahu - Eveline Bauer - E-Book

Laluma oder Den Donner macht Pahu E-Book

Eveline Bauer

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Beschreibung

Paul zog in die Welt, um nach dem Schlüssel zur Erlösung der geschundenen Seelen der Menschen zu suchen. Diesen findet er zu guter Letzt bei dem "liebenden Volk", das abgeschieden auf einer paradiesischen Insel lebt. Bei einem Spaziergang vertraut ihm Laluma, eine Tochter des Volkes, die Glaubenssätze ihrer Brüder und Schwestern sowie die Geheimnisse des liebe- und respektvollen Umgangs mit jedem und mit allem, was ist, an. Der Leser taucht in die vielfältigen Bilder der Insel ein: den dschungelartigen Wald, den Wasserfall mit seiner Verbindung zur göttlichen Quelle, den Strand und das Meer bis hin zu einem sagenumwobenen Monument aus einer früheren Epoche. Bei einem nächtlichen Zeremoniell offenbart sich Laluma überraschend ihr höherer Auftrag.

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Seitenzahl: 49

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Eveline Bauer

Laluma oder Den Donner macht Pahu

Verfasst 2015/2016

Eveline Bauer

Laluma oder Den Donner macht Pahu

© 2020 Eveline Bauer

Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

 

Paperback:

978-3-347-06560-4

Hardcover:

978-3-347-06561-1

e-Book:

978-3-347-06562-8

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

Prolog

Der Ort, von dem ihre Seelen einst gekommen waren, war pure Liebe. Im Laufe der Zeit war diese Erinnerung unter den Menschen in Vergessenheit geraten.

Sie waren selbst Geschöpfe aus reiner Liebe. Aber sie konnten diese Liebe nicht mehr spüren. Denn die Menschen hörten schon lange nicht mehr auf ihre Herzen. Sie folgten ihrem Verstand. Den Ruf ihrer Sehnsucht vernahmen sie alle. Er wurde immer lauter, doch verhallte er jedes Mal und tief in ihnen blieb eine große Leere.

Einen gab es, der einen Widerhall wahrnahm. Das Echo wurde so vehement, dass er nicht anders konnte, als sich auf die Suche nach seinem Ursprung zu machen. Er war entschlossen, zu finden, was da in Resonanz mit ihren Seelen stand und was den Menschen womöglich die Erlösung bringen würde.

Paul war voller Hoffnung.

Laluma oder Den Donner macht Pahu

Laluma blickte hinüber zu Paul. Ihre Gefährten nannten ihn Hoaloha, was so viel wie „Freund“ bedeutete. Gemächlich schritten sie Seite an Seite den Weg entlang, der sich um das Dorf des kleinen Volkes schlang. Sie war eine Tochter dieses Stammes und sie war eine schöne Frau. Ihre Haut schimmerte haselnussbraun und ihr schwarzes, glänzendes Haar fiel über die Schultern bis hinunter auf ihre Hüften. Diese waren ebenso wohlgeformt wie ihre Brüste, die lediglich von einem Tuch umwickelt und von einem üppigen Blumenkranz bedeckt waren. Eine besonders leuchtende Blüte lugte hinter ihrem Ohr hervor. Laluma war die schönste Frau, die Paul jemals gesehen hatte. Nicht allein ihr Antlitz war es, das ihn so sehr berauschte, sondern vielmehr ihre Ausstrahlung, die er sogar mit verbundenen Augen gespürt hätte. Ihre Schönheit stieg aus ihrer Seele empor und sie offenbarte sich in ihren braunen Augen, aus denen goldene Funken zu sprühen schienen. Bei ihrem Anblick durchflutete Paul eine wärmende Welle der Liebe und Geborgenheit.

„Du versetzt uns in Staunen. Kaum ein Fremder drang bisher bis in unser kleines Reich vor, obgleich die großen Schiffe wieder und wieder ihren Anker vor unserer Insel auswerfen. Viele Menschen klettern dabei über die Leitern hinab in die Boote, die man zuvor zu Wasser ließ, und mit diesen bringt man sie herüber zu unserer Insel. Sie streifen ihren Fußschutz ab und laufen barfuß am Strand im funkelnden Sand umher. Einige zieht dieser Ort offensichtlich in ihren Bann. Sie entfernen sich von den anderen und tasten sich weiter vor in das Innere der Insel. Doch sie kehren meist schnell wieder zu ihren Gefährten zurück. Die Fremden entzünden ein Feuer und über dessen Flamme braten sie Fische. Sie sitzen um die Feuerstelle unter den Palmen, essen und trinken und manchmal singen und tanzen sie sogar. Häufig gesellen sich Männer unseres Volkes zu ihnen und heitern sie auf mit den Melodien ihrer Ukulele und dem Rhythmus ihrer Trommeln. Unsere jungen Mädchen hängen den Frauen zur Begrüßung bunte Blütenkränze, die sie zuvor aus farbenprächtigen Blüten geflochten haben, um den Hals und deren Freude darüber ist jedes Mal groß. Als Zeichen ihres Dankes reichen die Fremden unseren Brüdern und Schwestern meist Münzen. Diese anzunehmen stünde jedoch nicht im Einklang mit unserem Ehrenkodex. Es bereitet uns Freude, den Menschen ein Lächeln auf ihr Gesicht zu zaubern, und ihr Herz berührt zu haben ist für uns der größte Dank. Denn einige der Fremden haben auf ihrem Weg offensichtlich die Gabe verloren, die Schönheit zu erkennen in allem, was ist. Sie blicken gequält und ihre Gesichtszüge wirken so, als seien sie versteinert. Ihr Anblick erschreckt uns und wir werden traurig darüber, dass ihre Seele nicht frei fliegen darf. Es ist, als sei sie lebendig begraben, und das spiegelt sich in ihrem Blick wider, der keinerlei Lebensfreude erkennen lässt. Umso größer ist unser Gefühl des Glücks, wenn diese Menschen unsere Insel fröhlich und mit einem Leuchten in den Augen wieder verlassen.“

„Warum lehnt ihr dieses Geschenk ab?“ Paul stand die Verblüffung über das selbstlose Verhalten dieser ungewöhnlichen Menschen ins Gesicht geschrieben. „Vielleicht könnten die Münzen eines Tages von Nutzen für euch sein.“

„Was sollten wir damit tun?“, antwortete Laluma empört. „Wir benötigen sie nicht. Die Besucher unserer Insel begrüßen wir von Herzen gerne. Zudem wird sich alles im Leben einmal ausgleichen. Daran glauben wir. Spätestens am Ende unserer Tage wird alles in Balance gekommen sein. Unser Verhalten und Gebaren kehrt wie ein Bumerang zu uns zurück. Manchmal geschieht dies umgehend, manchmal erst zu einem späteren Zeitpunkt. Dabei fliegt er nicht immer aus der Richtung auf uns zu, in die wir ihn zuvor geworfen haben. Sein Weg ist unergründlich und häufig nimmt er Umwege, deren Sinn uns zunächst verborgen bleibt. So bemühen wir uns, stets freundlich und hilfsbereit zu jedermann zu sein, und genauso möchten doch auch wir selbst gerne behandelt werden. Warum sollten wir andere Menschen benachteiligen oder ihnen gar Leid zufügen wollen?" Laluma legte eine kurze Pause ein, bevor sie weitersprach. „Nun sage mir, Paul: Was hat dich dazu bewogen, weiter in den Wald hineinzugehen und bis zu unserem Volk vorzudringen?“

Paul blieb stehen und hielt inne. Auf der grasbewachsenen Böschung, die das obere