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Kein Feind kann so stark sein, um eine wahre Freundschaft auseinander zubringen. Selbst in höchster Gefahr, auch durch Wölfe, halten Freunde zusammen, das eigene Leben nicht achtend. Was mussten die Fünf nicht alles durchmachen, die Eltern sowie Geschwister in Gefahr, ein Jäger, den man falsch verdächtigt, aber deren Freundschaft hatte dennoch bestand.
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Seitenzahl: 215
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Impressum neobooks
Ulrich Franz
„Bambino in Not“
1.Rückblick auf Teil 1: Was war geschehen?
2.Bambino in Not
3.Pollys Herkunft und der Friede mit den Hummeln
4.Feuer am Hummelnest
5.Fuchs und Eule
6.Endlich Frieden?
7.Der Jäger ein Täter?
8.Ein neues Zuhause
9.Der Besuch auf dem Mohrrübenfeld
10. Martin im Palast des Königs
11. Eine Reise ins Ungewisse
12. Bello und der Wolf
13. Die unbarmherzige Wölfin
14. Auf der Suche nach Grimbalds Geschwistern
15. Ein Tierfänger im Wandel?
16. Der traurige Abschied …???
1. Rückblick auf Teil 1: Was war geschehen?
Was hatte der kleine Lampi in seinem kurzen Leben schon alles erlebt, allein, fern von zuhause ohne seine Eltern? Zum Glück gab es ja Lebewesen, die halfen. War es zuerst nur eine Wespe, die sich Polly nannte und ihm ihre Hilfe anbot, kamen schon bald andere hinzu, die sich als wirkliche Freunde zeigten. Ein Marienkäfer, der sich in einem Spinnennetz verfing, konnte von den beiden auf abenteuerliche Weise gerettet werden und schloss sich als neuer Freund seinen Rettern an. Auf der Suche nach Lampis Eltern und nach Wasser berichtete der kleine Käfer, dass er Martin heißt. Aber auch, wie es zu seiner misslichen Lage gekommen war.
Prächtig amüsierten sich die Drei auf ihren weiteren Weg, bis ein Schuss ihre Fröhlichkeit unterbrach. Martin, der Marienkäfer wusste, was das zu bedeuten hat und mahnte zur Vorsicht. Von einem verletzten Jäger erfuhren sie, dass der ein Reh angeschossen hatte, welches davonlaufen konnte. Selbst bei einem Sturz schwer verletzt, bat der die Freunde, das Reh zu suchen und dem zu helfen. Gemeinsam mit Lampis Eltern, die man inzwischen gefunden hatte, machte man sich auf die Suche nach dem verletzten Reh. An einem Bach fand man es zur Hälfte im Wasser liegend. Frau Lampe untersuchte das junge Tier und gab dem heilende Kräuter, die nur sie kannte. Aber trotz der Kräuter bestand für das Rehkitz kaum Hoffnung. Erst als ein Entenpaar auf dem Bach landete und von einer sonderbaren Pflanze berichtete, schöpfte man Hoffnung. Denn die Blüte jener Pflanze sollten alle Wunden im Nu heilen. Auch wenn der Weg zu der sehr weit war, besorgte man die. Mit der und der Hilfe von Bibern gelang es, das Reh aus dem Wasser zubekommen und dem die rettende Medizin einzuflößen. Wieder gesund, schloss sich das Reh, welches sich Bambino nannte, den Freunden an. Bei vielen Abenteuern half die Medizin den vier Freunden, sich das Vertrauen der Tiere im Wald zu erobern. Bei keines ihrer Abenteuer, und waren die noch so gefährlich, ließen sie sich im Stich. Selbst der wieder genesene Jäger und dessen Hund Bello schätzten die Vier sehr. Noch glücklicher war Bambino, der seine tot geglaubten Eltern mit seinen Freunden wiederfand und die mit ihrer Medizin heilen konnte.
Nach all den Anstrengungen der letzten Tage und Wochen hatte man sich eine Erholungspause verdient. Gemeinsam begleitete Lampi seine, aber auch Bambinos Eltern nach Hause. Bambino wollte, nachdem seine Eltern geheilt waren, eine Zeit bei denen bleiben. Martin und Polly blieben bei Lampi, wo sie von dessen Eltern gut bewirtet wurden. Die Freundschaft wollte man nicht beenden und sich wieder treffen. So hatte man sich darauf geeinigt, dass Martin Bambino nach einer Ruhepause zu weiteren Abenteuern abholen sollte.
2. Bambino in Not
Eine sehr schöne Zeit hatten unsere Freunde zuhause, bei Lampis tollen Eltern erlebt. Um nichts mussten sie sich zurzeit sorgen. In vollen Zügen erholten sie sich von den anstrengenden und gefährlichen Abenteuern der letzten Tage. Aber da Bambino nicht bei ihnen war, fehlte ihnen etwas. So schön es bei Lampis Eltern war, aber nach kurzer Zeit wurden Lampi, Polly und Martin unruhig. Nicht nur Bambino fehlte ihnen, jeden lockte das gemeinsame Abenteuer. Meister Lampe merkte es sehr bald und fragte: „Na, euch hält wohl nichts mehr zuhause, Lampi? Ich merke es schon seit ein paar Tagen, du und deine Freunde seit in letzter Zeit sehr unruhig.“
„Ja Vater, du hast recht. Es gibt so viel Ungerechtes auf der Welt, wir haben es versprochen, wir wollen helfen! Du und Mama seit uns bitte nicht böse. Martin soll Bambino holen, so er noch will! Dann wollen wir uns wieder auf den Weg machen und unser Versprechen erfüllen.“ Lampis Mutter streichelte ihren Sohn über die Ohren und meinte: „Ich verstehe dich, doch vergiss nicht deine Eltern! Immer wenn du ein Problem hast, kannst jederzeit zu uns kommen. Wir freuen uns doch, wen deine Freunde bei uns zu Besuch sind.“ Lampi war froh, dass seine Eltern ihn verstanden, und schickte Martin los, Bambino zu holen.
Als Martin mit Bambino zwei Tage später zurück war, fragte Bambino scheinbar enttäuscht: „Martin hat meinen Eltern gesagt, ihr benötigt mich! Könnt ihr mich nicht einfach in Ruhe lassen? Ich habe solange um meine Eltern gebangt. Nun habe ich sie endlich wieder und soll die gleich wieder verlassen? Das meint ihr doch nicht im Ernst!“ Polly und Lampi sahen sich verblüfft an, beide verstanden Bambino jetzt nicht. Wollte nicht auch er neue Abenteuer mit ihnen erleben, was war mit dem?
„Hast du denn wirklich schon alles vergessen, Bambino? Hast du denn vergessen, warum du damals unser Freund sein wolltest? Wir Drei, Martin, Polly und ich können dich nicht verstehen. Nachdem wir dich und deine Eltern gerettet hatten, warst du es doch, der zu uns gehören wollte! Hast du alles schon vergessen?“ Martin warf ein: „Es gibt auch noch andere, die dringend unserer Hilfe bedürfen! Sag nicht, du hättest unser Versprechen damals nicht ernst genommen! Dann wärest du auch nicht viel besser als der Jäger, der dich damals töten wollte. Trotz unserer Ermahnung ihm zu verzeihen, hast du ihn noch beschimpft.“ Nicht nur Lampi war sichtlich von dem Verhalten des einst so geliebten Freundes schwer enttäuscht.
„Lasst doch den Verräter an unserer Freundschaft, wir kommen auch ohne ihn aus!“, schimpfte Martin. „Das hätte ich von dir nie erwartet Bambino, was haben wir alles für dich getan und gemeinsam erlebt und jetzt das?“
„Es ist schon sehr traurig“, entgegnete Lampi mehr als enttäuscht, „wie viel Vertrauen haben wir in dich gesetzt. War all das, was wir zusammen erlebten umsonst? Geh nach Hause zu deiner Mami, Bambino. Du hast uns alle sehr enttäuscht. Ich frage mich nur, warum du dann mit Martin überhaupt erst mitgekommen bist?“ Martin antwortet für Bambino: „Seine Mutter wollte ihn nicht loslassen!“ Plötzlich, ohne ein Wort zu verlieren, drehte Bambino sich um, rannte über die Wiese und verschwand zwischen den Bäumen.
Als sich der junge Rehbock so schnell entfernte, hatten die Drei so ein Gefühl, als würde irgendetwas mit Bambino nicht stimmen. Sie kannten ihn doch, so glaubten sie jedenfalls. Sollten sie sich so sehr in ihren ehemaligen Freund getäuscht haben? Sie diskutierten gerade mit Lampis Eltern über das seltsame Verhalten ihres ehemaligen Freundes, als dessen Eltern erschienen.
„Was wollt ihr denn jetzt noch hier?“, fragte Lampis Vater die Ankömmlinge. Etwas verlegen, antwortete der Angesprochene: „Ich glaube, hier etwas richtigstellen zu müssen. Unser Sohn Bambino wollte immer mit euch gehen, er wollte nie die Freundschaft zu euch aufgeben. Daran ist meine Frau schuld. Sie hat ihm ständig ein schlechtes Gewissen eingeredet, sobald Bambino davon sprach uns zu verlassen und hierherzukommen. Versteht ihn, er konnte gar nicht anders!“
„Wieso hat er das uns dann nicht selber erzählt? Warum ließ er sich unseren Vorwurf die Freundschaft verraten zu haben, gefallen?“ Martin aber auch die anderen sahen sich verständnislos an. „Wo ist Bambino jetzt?“, fragte Lampi daher. „Er schämt sich für mich, bitte seit ihm nicht länger böse.“ Mit gesengtem Haupt näherte Bambinos Mutter sich der Gruppe. „Bin ich jetzt daran schuld? Nachdem ich dachte, nie mehr meine Familie wieder zu sehen, habe ich Bambino versucht an mich zubinden. Ich wollte ihn doch nicht schon wieder verlieren! Ich weiß jetzt, dass es falsch von mir war. Bitte verzeiht ihm, er wollte mich nur nicht verletzten!“
„Das ist aber immer noch nicht die Antwort auf meine Frage!“, stellte Lampi immer noch erbost fest.
„Das kann ich euch auch nicht sagen, ist er denn nicht mehr hier?“, fragte Bambinos Mutter traurig.
„Hast du unseren Sohn denn nicht gesehen? Als wir hier ankamen, lief er doch ohne uns anzusehen, direkt an uns vorbei. Da siehst du nun, was du angerichtet hast!“ Verärgert über seine Frau, flehte Bambinos Vater die Freunde an, Bambino zu suchen. „Ich wollte immer, dass ihr zusammenbleibt, nur das dumme Gerede meiner Frau hielt Bambino zurück. Ich bitte euch inständig, sucht Bambino, er gehört doch zu euch! Unser Sohn schämte sich bestimmt nur und ist deshalb davon gelaufen. Bitte sucht ihn, bevor er noch irgendwelche Dummheiten macht!“
„Los kommt!“, forderte Polly beide auf. „Ich habe mir schon so etwas in der Art gedacht. Zeigt, dass wir ihm immer noch vertrauen, er muss sich nicht für die Liebe zu seinen Eltern schämen. Wichtig ist für ihn bestimmt, eine Entschuldigung von uns zu hören.“
„Woher sollten wir das wissen, wenn er uns nichts sagt?“, meinte Lampi. „Aber gut, wie war doch unser Spruch, einer für alle, alle für einen!“ Da die Gefährten das auch so sahen, beeilten sie sich, Bambino einzuholen. Man wollte sich bei dem entschuldigen, da sie alles erst von Bambinos Vater erfahren hatten. Im Eiltempo rannten sie hinter ihrem Freund her, ohne eine Spur von ihm zu finden.
„Hoffentlich ist dem nichts zugestoßen“, äußerte sich Martin, „dann bin ich allein schuld, weil ich ihm solche Vorwürfe gemacht habe. Wir müssen ihn finden!“ Lampi grübelte und beruhigte dann Martin: „Mach dir jetzt keine Vorwürfe, wir haben alle versagt. Wir müssen einen Weg finden, unseren Fehler wieder gut zu machen.“
„Ja, wenn jetzt Bello bei uns wäre, würde der bestimmt eine Spur von Bambino finden!“, meinte Martin.
„Genau Martin, also passt auf, du Martin fliegst mit Polly zu dem Jäger und erklärst ihm, dass wir Bello dringend benötigen. Dann kommt ihr mit Bello zu der Buche mit der Bank. Ich werde in der Zwischenzeit die Umgebung dort absuchen. Vielleicht hat ihn die Buche gesehen und kann mir sagen, wo Bambino hin ist. Wir treffen uns dann an der Bank, bis gleich!“ Ehe Lampi sich versah, waren beide verschwunden. So wie er, wussten auch Polly und Martin, was von Bellos erscheinen abhing.
Lampi überlegte unterdessen, wo Bambino hingehen könnte. Dann fiel ihm jenes Moorgebiet ein, vor dem die alte Buche gewarnt hatte. Er überlegte, „… haben wir Bambino so sehr gekränkt, dass er aus Scham in den sicheren Tod gehen würde? Dann darf keine Zeit mehr verloren werden!“ Lampi grübelte, welche Tiere dort zu finden sind? Wie sagte doch die Buche damals: „Außer Frösche und Mücken gibt es dort nichts. Zwei und Vierbeiner müssten dort sterben!“
„Nur gut, dass wir damals auf die Buche hörten und uns an der jetzt auch treffen“, dachte sich Lampi, „von dort ist es nicht mehr weit bis zu dem Moor.“ So machte er sich auf den Weg zur alten Buche, bei der er auf seine Freunde warten wollte. Unterdessen kam Martin mit Polly am Forsthaus an. Bello, der sie schon von Weitem erkannte, wedelte freudig mit dem Schwanz und bellte dazu. Als sie näher an das Forsthaus kamen, staunten beide. Bello empfing sie nicht allein, neben ihm stand noch ein zweiter aber kleiner Hund, der Bello zum Verwechseln ähnlich sah.
„Nanu“, fragte Polly erstaunt, „Bello gleich zweimal? Wenn der andere nicht kleiner wäre, wüssten wir jetzt nicht, wer der richtige Bello ist.“
„Ja, mein Herrchen hat einen Zweiten gekauft. So muss er nicht allein auf die Jagd gehen, wenn ihr mich abholt. Ihr seid doch deswegen gekommen, oder?“, fragte Bello, als sich Martin und Polly auf dem Gartentor niederließen. Von dem Bellen seiner Hunde aufmerksam geworden, kam Bellos Herrchen aus dem Haus und fragte erstaunt: „Nanu, Polly und Martin, ihr allein hier? Wo sind Bambino und Lampi, habt ihr euch nach allem doch noch getrennt?“
„Nein, jedenfalls nicht wirklich“, erwiderte Polly kleinlaut. Nachdem man dem Jäger die ganze Geschichte erzählt hatte, fragte Martin: „Dürfen wir Bello mitnehmen? Es ist sehr wichtig für uns. Dann könnten wir Bambinos Spur schneller finden. Besser als Bello, könnte das keiner von uns.“
Der Jäger verstand sehr gut, worum es den beiden ging, und erwiderte: „Ich habe es mir schon gedacht, dass ihr wiederkommt, und mir deshalb einen Ersatz für Bello geholt. Da ihr mir geholfen habt, soll er euch begleiten.“ Bello hörte mit Freuden die Worte seines Herren. Hoffte er doch, mit den Freunden zusammenbleiben zu können. Zwar war der Jäger einverstanden, hatte aber noch etwas auf dem Herzen. „Eine Bitte habe ich aber noch an euch. Solltet ihr in meinem Forst irgendwo Wilddiebe sehen, kommt bitte gleich zu mir und benachrichtigt mich. Es wäre für mich eine große Hilfe.“
„Das versprechen wir, aber da gibt es noch ein Problem wegen Bello“, traurig sah ihn Polly an, aber auch der Jäger fragte sogleich: „Wie, was für ein Problem gibt es denn jetzt noch mit meinem Bello?“
„Na ja, Bello kann nicht ständig bei uns bleiben.“
„Wieso nicht?“, fragte Bello traurig aber auch verärgert. „Habt ihr mir nicht versprochen, dass wir zusammenbleiben, wenn ihr mich abholt? Dann habt ihr wohl geschwindelt?“
„Nein Bello, du bist unser Freund und bleibst es auch. Dennoch werden wir uns öfters von dir trennen müssen!“
„Wieso, was habt ihr denn für ein Problem mit mir?“, unterbrach er Polly. Martin verstand zunächst auch nicht, was Polly meinte und sah die verständnislos an. Polly aber erklärte jetzt: „Bello, wir werden dich immer, wenn es was für dich zu tun gibt, holen. Du bist unser Freund, glaube es uns!“
„Ja wo liegt denn dann euer Problem?“ Verwundert sah jetzt auch der Jäger Polly und Martin an. Doch Martin zeigte mit seinen kleinen Flügelchen in die Richtung, in der Bambino wahrscheinlich dringend Hilfe benötigt. Aufgeregt schlug er mit seinen Flügeln vor dem Gesicht des Jägers. „Können wir uns unterwegs darüber unterhalten? Wir wissen noch nicht einmal, was mit Bambino ist, wir sollten uns beeilen! Danach können wir reden, wenn Bambino gefunden ist. Komm bitte, wir haben keine Zeit, um uns darüber auszusprechen.“
„Nein!“, antwortete der Jäger barsch und Bello stimmte ihm zu. „Bevor nicht sicher ist, dass mein Bello von euch nicht ausgenutzt wird, nur damit eure Ziele erreicht werden, bleibt er hier! Dafür gebe ich meinen treuen Jagdhelfer nicht her.“ Traurig drehte Bello sich um und trottete davon. „Das wollen Freunde sein und keiner von denen hält sich an sein Versprechen“, brummte Bello ärgerlich vor sich hin.
„Bleib hier Bello, hast du nicht zugehört, wir sagten dir, du gehörst zu uns und bleibst unser Freund! Hör dir doch erst einmal an, was dir Polly sagen will“, rief Martin Bello hinterher. Bello blieb stehen und schaute sich traurig um.
„Dann erklärt euer Problem mit Bello!“, forderte der Jäger beide verärgert auf. Polly übernahm das Wort: „Überlegt es euch doch einmal richtig und ihr werdet feststellen, dass es einen ganz einfachen Grund dafür gibt. Ihr werdet sehen, dass es nicht böse von uns gemeint ist. Bello, weißt du, was unsere Nahrung ist und wovon wir leben?“
„Klar weiß ich das, ihr esst alle nur Pflanzen oder was davon übriggeblieben ist!“, warf Bello ein. „Aber was hat das mit mir zu tun? Ich wollte immer zu euch gehören, was habt ihr jetzt wieder?“ Nur der Jäger hatte verstanden und fragte: „Deine Freunde ernähren sich von Gräsern und was frisst du Bello?“
„Das, was du mir gibst“, antwortete Bello verständnislos. „Mal einen Knochen, aber auch mal ein Stückchen Fleisch und was du mir sonst noch von deinem Essen abgibst.“
„Siehst du Bello, und was willst du in der Wildnis fressen, wenn wir frühstücken, oder eine andere Mahlzeit zu uns nehmen? Willst du dann mit hungrigen Magen zusehen?“, fragte Martin. Aber Bello hatte Martin immer noch nicht richtig verstanden und antwortete unwirsch: „Wo ist das Problem? Ich fang mir eine Maus oder einen Vogel, irgendetwas werde ich schon finden, was mir schmeckt!“
„Nein Bello, so geht es nicht!“, auch Polly wurde langsam ärgerlich, da ihnen die Zeit weglief. „Wir verstehen ja, dass jedes Tier eine andere Essgewohnheit hat. Erinnere dich doch einmal, wir erklärten dir doch unser Ziel. Wir möchten jedem Lebewesen helfen, das in Not geraten ist! Sollten wir zusehen, wie du zum Fressen andere Tiere tötest und diesen Tieren gleichzeitig versprichst, ihnen zu helfen?“
„Da kann ich euch beruhigen“, versprach der Jäger, Bello frisst auch pflanzliche Dinge. Jedoch muss ich sie ihm zubereiten. Wenn es euer ganzes Problem ist, will ich euch einen Vorschlag machen. Immer wenn ich in meinem Forst gehe, lege ich etwas Essbares für Bello aus und meine Kollegen werden das Gleiche tun. Doch sollte es einmal nicht reichen, kommt er wieder zu mir. Danach holt er euch wieder ein oder wenn ihr zu weit entfernt seit, holt ihr ihn wieder bei mir ab, wenn ihr zurück seid und ihn benötigt.“
„Genau den Vorschlag wollte ich dir unterbreiten Bello. Jedoch musst du uns versprechen, niemals ein Tier, sei den zu unserem oder deinem Schutz bei Gefahr zu beißen! Versprichst du das?“
„Ich bin ein Jagdhund“, erklärte Bello, „das Jagen liegt mir im Blut. Aber ich verspreche euch, ich werde an eurer Seite sein und eure Gesetze respektieren, ich bin ein Teil von euch!“ Die Freunde nahmen sein Gelöbnis erleichtert auf und der Jäger gab Bello frei. Mit ihm verabschiedete man sich und beeilte sich, Lampi am vereinbarten Ort zu treffen. Doch als sie dort ankamen, war Lampi nicht mehr da. So standen sie nun unter der Buche und überlegten, wo Lampi wohl sein könnte. Polly wusste, dass die Buche ihre Sprache spricht, und fragte die: „Liebe Buche, du kennst uns bestimmt noch. Ist hier nicht unser Freund, der kleine Hase Lampi vorbeigekommen?“
„Ja, der war bis eben noch hier“, antwortete die Buche. „Euer Lampi fragte mich, ob ich ein Reh gesehen habe …“ Polly unterbrach die Buche und fragte ihrerseits: „Und, hast du Lampi und Bambino gesehen?“
„Ja, ich habe eurem Freund Lampi gesagt, dass ich einen jungen Rehbock gesehen habe und dass ich denke, es könnte euer Freund Bambino gewesen sein.“
„Und wo sind sie dann hingegangen? Sag es schnell, bevor es zu spät ist, liebe Buche!“ Polly war aufgeregt und in Eile, sie konnte es kaum abwarten von der Buche die Richtung zu erfahren. Zwar ahnte sie, wo die Reise hingehen wird, hoffte aber, dass es nicht so ist.
„Ich rief dem Reh und danach auch euren Lampi noch hinterher“, berichtete endlich der mächtige Baum, „geh nicht dort entlang, der rechte Weg ist sehr gefährlich. Das solltest du doch noch wissen!“ Ohne die Buche ausreden zulassen, flogen Polly und Martin davon. Sie wussten jetzt, wo ihre Freunde sein mussten. Bello rannte den beiden neben einem kleinen Bach hechelnd hinterher. Da Bello aber immer langsamer wurde, kehrten beide, Polly und Martin zurück. „Was ist los Bello? Komm, Bambino ist in Gefahr und Lampi bestimmt auch!“ Aber Bello kannte die Gefahr, in die er sich jetzt selbst begibt und erklärte: „Für jeden der laufen muss, wird es ab jetzt sehr gefährlich. Ein falscher Schritt und ich, aber auch jedes andere Wesen, das auf seinen Beinen laufen muss, ist verloren. Hier fängt der Boden schon verdächtig an zu wanken.“ Polly verstand, was Bello meinte und bat ihn vorsichtig zu sein.
„Ich weiß, von jetzt an muss ich sehr vorsichtig sein, da wir gleich am Moor sind! Dort drin gibt es kaum noch Rettung. Wenn ich da einmal rein gerate, komm ich nie wieder raus. Aber auch diese Wiese schwankt schon unter meinen Beinen. Wenn die nachgibt, habe ich keine Chance mehr. Euch kann da nichts passieren, ihr könnt ja fliegen. Ich frage mich nur, wo ist Lampi? Der müsste doch schon längst zu sehen sein.“ Nur sehr vorsichtig ein Bein vor das andere setzend, ging Bello weiter. Polly und Martin denen das auch seltsam vorkam von Lampi nichts zu sehen, flogen voraus. Ihnen konnte das Moor nichts anhaben. Nach kurzer Zeit kam eine Rechtskurve, aber was sie dann sahen, flößte ihnen Furcht ein. Der bis eben noch ruhige kleine Bach wurde immer breiter. Halb versunkene, abgebrochene und umgestürzte Bäume ragten aus dem Wasser. Schilf und Baumbuskeulen zierten eine unwirkliche Gegend. Außer dem lauten Gequake der Frösche und dem Surren der blutgierigen Mücken, schien hier kein Leben möglich zu sein. So, wie es die Buche damals sagte.
Plötzlich entdeckten sie Lampi, der sich weit entfernt einem Tier näherte, welches im Moor zu ertrinken drohte. Bello rief Lampi erschrocken zu: „Bleib stehen, du kommst sonst nie wieder dort raus! Auch ich kann nicht weiter gehen, ohne mich in Gefahr zu begeben!“ Polly und Martin flogen weiter und erkannten jenes Tier, dem sich Lampi mit wilden Gesten näherte. Es war wie erwartet, ihr gesuchter Freund Bambino. Martin sah, wie sich Bambino quälte, und flog direkt zu ihm. Sich hinter Bambinos Ohr setzend, flehte Martin: „Bambino, lieber Bambino, bitte, bitte verzeih uns! Wir haben solch einen Mist gebaut und wollen uns ehrlich dafür entschuldigen. Insbesondere habe ich dir wehgetan. Es tut mir wirklich unendlich leid, dass ich solch einen Mist geredet habe. Du bist und wirst für immer unser Freund bleiben, versprochen! Ohne dich wollen wir nie wieder ein Abenteuer erleben. Bitte verzeih mir und den anderen, du gehörst zu uns!“
Auch Polly schwirrte jetzt vor Bambinos Nase und bat: „Verzeihst du auch mir? Wir lieben dich doch alle. Aber wenn du da jetzt nicht rauskommst, muss ich dich stechen und das tut weh, denk daran!“ Polly wollte mit der Drohung erreichen, das Bambino sich nicht so hängen lässt. Er sollte sich alle Mühe geben aus dem Sumpf heraus zu kommen und den eingeschlagenen Weg zu ändern. Jeder Schritt weiter, konnte Bambinos sicheren Tod bedeuten. Bambino war vor Freude über den so plötzlichen Sinneswandel der Freunde überrascht. Irgendwie schämte er sich plötzlich.
Lampi war ebenfalls schon zu weit in das sumpfige Wasser gegangen. Warnend rief er Bambino zu: „Komm mein Freund, lass doch den Unfug sein und komm jetzt da raus! So tief bist du doch noch gar nicht in der Pampe drin. Sieh, wo ich bin, für mich sieht es da schon übler aus. Aber wenn du da rauskommst, werde ich es auch irgendwie schaffen.“ Von Freude überwältigt doch noch dazu zugehören, versuchte Bambino, die Fesseln des Sumpfes abzuschütteln. Leider waren seine Beine viel zu dünn und konnten ihn nicht vor einem weiteren Einsinken bewahren. „Ich möchte ja gerne hier raus, doch bei jedem Schritt habe ich das Gefühl, als würde ich weiter einsinken. Wenn ich nur irgendetwas Festes unter meinen Füssen bekäme!“ Polly sah seine Anstrengung und merkte, das Bambino es ohne fremde Hilfe nicht schaffen kann. Daraufhin flogen Martin und Polly zu Bello zurück, um sich mit dem zu beraten. Was könnten sie tun, um Bambino aus dem Moor zu retten? Aber auch für Lampi sah es zurzeit nicht bessere aus, auch wenn der noch nicht soweit im Sumpf steckte wie Bambino. Nur hatte Lampi viel kürzere Beine und lag schon mit seinem Bauch auf dem zähflüssigen, morastigen Wasser. Auch er hatte nicht die Kraft sich selbst zu befreien. Den Kopf über das Wasser haltend, blieb er ganz ruhig liegen. Denn mit jeder Bewegung sank er auch ein Stück tiefer ein. Bello überlegte laut: „Wenn ich mein Herrchen hole, ja dann hätten wir eine echte Chance.“
„Das dauert zu lange“, warf Polly ein, „wir müssten ein paar Äste und Zweige zu den beiden bekommen, aber wie?“ Martin flog nochmals zu Bambino und spornte ihn mit den Worten an: „Verhalte dich ganz ruhig, damit du nicht so schnell einsinkst. Wir benötigen Zeit, um Bellos Herrchen zurufen. Der kann uns bestimmt am besten helfen. Wirst du es schaffen, solange ganz still stehen zu bleiben?“ „Es wird schon irgendwie gehen, beeile dich aber! Einer sollte auf Lampi aufpassen, der ist schlimmer dran!“ Dabei blickte Bambino sorgenvoll auf seinen kleinen Freund, der sich nun gar nicht mehr bewegen konnte. Trotz eigener Schwierigkeit dachte er an seinen Freund, den kleinen Hasen.
„Keine Sorge, da wird sich Bello schon drum kümmern!“ Damit flog Martin zu Bello und Polly, die untätig schon wenige Schritte vor Lampis Unglücksort auf ihn warteten zurück.
„Bello, ich fliege schnell zu deinem Herrchen und hole ihn. In der Zeit versuchst du Lampi, einige Zweige hinzuwerfen, damit er wieder Halt unter seinen Füssen bekommt. Vielleicht kommt Lampi dann da daraus.“ „Ja und ich?“, beschwerte sich Polly. „Soll ich etwa faul hier rum sitzen und zusehen, wie unsere Freunde ertrinken?“
„Du passt auf unsere Freunde auf! Mit deinem Stachel ist diese Aufgabe für dich besser geeignet, als wenn ich bleibe. Denke dabei an die Falle, welche die Eule uns damals hier stellen wollte!“
„Das sehe ich ein, na dann beeile dich!“ Martin flog, als sei der Leibhafte hinter ihm her. Auf halben Weg begegnete ihm Bellos Herrchen mit seinem neuen Jagdhund. „Wo willst du so schnell hin“, sprach er den fast vorbei fliegenden Käfer an. Martin stoppte sofort, er war so schnell geflogen, dass er erst einmal Luft holen musste. „Ich suche dich, du musst uns helfen“, prustete Martin und hatte Mühe Luft zu bekommen.
„Was ist den passiert?“, fragte der Jäger überrascht. „Ich wollte gerade meinem neuen Hund sein Gebiet zeigen. Aber sag schnell, wie kann ich euch helfen?“
„Komm, wir müssen uns beeilen! Alles andere erzähle ich dir unterwegs.“ Martin berichtete, dass Bambino ins Moor gelaufen war und nun dort feststeckt. Lampi sei ihm nachgelaufen und dabei ebenfalls in dem weichen Boden eingesunken.
