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Die Abenteuer des Wichtel Laripuz und andere Geschichten.
Das E-Book Laripuz Abenteuer wird angeboten von tredition und wurde mit folgenden Begriffen kategorisiert:
Fantasie, Abenteuer, Erzählungen, Kinderbuch
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Seitenzahl: 48
Veröffentlichungsjahr: 2020
Die Abenteuer des Wichtel Laripuzund andere Geschichten
Für Mädchen und Jungen ab 8 Jahren
Autor: Roswitha Demas
Illustrationen: Katharina Bitterwolf
Inhaltsverzeichnis
Laripuz und der Geschichtenerzähler
Laras Geburtstagsüberraschung
Schuster Anton Schubiak
Laripuz spielt Osterhase
Der geizige Bauer
Die frechen Lausbuben
Die kleinen Ladendiebe
Prinzessin Aurelia
Das Palmkätzchen
Jonas Traum
Laripuz und der Geschichtenerzähler
Einmal, saß Wichtelmännchen Laripuz am Waldrand auf dem Hut eines großen Fliegenpilzes in der Sonne
und träumte vor sich hin.
Auf einmal hörte er ein lautes jammern und schluchzen: Oh, ich Ärmster, was soll ich nur machen? Oh, oh weh, was soll ich nur machen?“
Laripuz schaute woher die Stimme kam und sah einen jungen Mann, der auf einem Baumstumpf saß.
„Hallo, guter Mann, was ist los, warum jammerst Du so?“ Der Mann schaute sich verwundert um, als er plötzlich eine leise Stimme hörte. Als er auf den Boden blickte, sah er ein winziges Kerlchen mit rote Zipfelmütze, aus der lockige blonde Haare hervorschauten, dass ihn aus blauen Augen anguckte. Das Kerlchen trug eine gelbe Bluse und grasgrüne Hosen und der junge Mann fragte verwundert: „Wer bist Du denn“? „Ich heiße Laripuz und bin ein Wichtelmännchen.
Wenn Du mir verrätst, was Du für einen Kummer hast, kann ich Dir vielleicht helfen.“ „Ich bin Geschichtenerzähler“ – und soll der kleinen Prinzessin Amira heute Abend eine „Gute Nacht Geschichte“ erzählen, aber mir fällt momentan keine ein. Aber wenn ich keine Geschichte erzählen kann, die der Prinzessin gefällt, wirft mich der König ins Gefängnis– und wer sorgt dann für meine Kinder und meine Frau?“. Ich werde Dir sehr dankbar, wenn Du eine schöne Geschichte wüsstest, die ich der Prinzessin erzählen kann.
„Ich bin zwar kein allzu guter Geschichtenerzähler,
aber vielleicht kann ich Dir doch helfen“, bot Laripuz an. Dankbar nahm der junge Mann an und Laripuz begann sogleich eine Geschichte zu erzählen:
Die Wunderblume
Es war einmal ein armer Bauer, der hatte zwei Söhne. Eines Tages bat er seine Söhne zu sich und sprach: „Ihr seid mir lieb und teuer, aber leider kann ich Euch nicht mehr ernähren. Also muss einer von Euch hinaus in die Welt ziehen und sein Glück woanders suchen“. Als die Brüder auslosten wer gehen sollte, viel das Los auf den älteren Bruder Franz. Der Vater gab ihm einen Laib Brot, Schinken und eine Flasche Wein und wünschte ihm viel Glück. Als der Bursche lange genug gewandert war und müde und hungrig war, setzte er sich auf einen Stein am Wegrand, um sein Mahl einzunehmen.
Plötzlich aber stand ein altes Mütterlein neben ihm, das flehend bat: „Bitte, bitte lieber Mann, gebt mir etwas von Eurem Brot, ich bin so hungrig, da ich seit Tagen nichts mehr gegessen habe.“ Franz aber schrie sie verärgert an: „Schert Euch weg, ich habe selbst nicht genug zu essen um satt zu werden.“ Mit traurig gesenktem Kopf schlich sich die alte Frau weg. Nach einiger Zeit kam Franz in eine große Stadt, in der der König und die Königin mit der Prinzessin Goldsternchen in einem prachtvollen Schloss lebten. Als er durch die Stadt schlenderte, bemerkte er, dass alle Leute traurig schauten und niemand auch nur lächelte. Neugierig fragte er einen alten Mann, warum denn alle hier Trübsal bliesen. „Unsere Prinzessin Goldsternchen ist so traurig und kann nicht mehr lachen - und ihr Vater der König, hat ein Gesetz erlassen, dass jeder, der beim Lachen erwischt wird, ins Gefängnis kommt.
Aber wer eine Geschichte erzählt, die Prinzessin Goldsternchen aufheitert und zum Lachen bringt, bekommt die Prinzessin zur Frau und eine Truhe voller Gold. Versagt er aber, wird er in einen Ziegenbock verwandelt. Da unsere Prinzessin Goldsternchen sehr schön ist, haben schon viele tapfere Königsöhne ihr Glück versucht. Aber bei keiner der
Geschichten hat die Prinzessin gelächelt und die Königsöhne wurden alle in Ziegenböcke verwandelt“ Nun, dass wäre etwas für mich, dachte Franz bei sich. Ich kann gut Geschichten erzählen und ich werde bestimmt nicht scheitern. Also begab er sich zum Königspalast und meldete sich als Geschichtenerzähler an. Der König führte ihn zu seiner Tochter und Franz begann zu erzählen:
Von Hexen, Elfen, Feen und Riesen. Prinzessin Goldsternchen jedoch gähnte und meinte, so etwas Langweiliges hätte sie noch nie gehört. Der König, der auch ein Zauberer war, wurde zornig und verwandelte Franz in einen Ziegenbock und stellte ihn zu den anderen verwunschenen Prinzen in den Stall. Da konnte Franz noch so viel meckern, keiner verstand ihn mehr. Etwa, ein Jahr nachdem Franz in die Welt hinausgezogen war, rief der arme Bauer seinen Sohn Peter zu sich und sprach zu ihm: „Leider, kann ich auch Dich nicht mehr ernähren und muss auch Dich nun fortschicken.“ Er segnete ihn zum Abschied und gab ihm Brot, Schinken und eine Flasche Wein als Wegzehrung. Peter nahm dankbar die Gaben an
und machte sich auf den Weg. Als er müde und hungrig wurde, setzte er sich auf den gleichen Stein am Wegrand, auf dem ein Jahr zuvor sein Bruder ausgeruht hatte, um sich zu stärken. Auf einmal stand das alte Mütterlein neben ihm und flehte: „Bitte gebt mir etwas von Eurem Brot, ich habe seit Tagen nichts mehr gegessen.“ „Ich habe zwar auch nicht viel, aber wenn Ihr mit einem Stück Brot zufrieden seid, will ich Euch gerne etwas abgeben“, sagte Peter freundlich. Mit diesen Worten reichte er dem Mütterlein die Hälfte seines Brotes und die Weinflasche. Nachdem sie beide gegessen und getrunken hatte, reichte die alte Frau – die in Wirklichkeit eine gute Fee war – Peter eine Blume und sprach: „Du warst gut und freundlich zu mir, deshalb schenke ich Dir diese Wunderblume.“ „Peter bedankte sich herzlich und wanderte weiter bis er in die Stadt kam. Es dauerte nicht lange, da erfuhr er von der traurigen Königstochter. Er ging zum Schloss und rief:
