Lassiter 2486 - Western - Jack Slade - E-Book

Lassiter 2486 - Western E-Book

Jack Slade

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Beschreibung

Penny Shane verspürte Angst. Sie hatte das Gefühl, dass etwas Schreckliches geschehen würde, aber sie wusste nicht, was. An diesem Abend saß sie im Hausmantel am Tisch in ihrer Kammer, nippte an einem Glas Limonade und betrachtete das gerahmte Bild, das über ihrem Bett hing. Darauf war die Temple Bar in Topeka zu sehen. Fast zwei Jahre lang hatte Penny dort in einem Showballett getanzt. Gern hätte sie ihr Engagement verlängert, doch dann war der Mann in Schwarz aufgetaucht. Jeden Abend saß er beim Whiskey an der Bar und verschlang sie mit den Augen. Barton, der Barbesitzer, verriet ihr, wer er war: der berüchtigte Kopfgeldjäger Boterro, auch Blutlord genannt. Die abstoßendste Erscheinung, die Penny je gesehen hatte. Eines Tages war der Schwarzgekleidete in Pennys Garderobe erschienen. "Ich will, dass du meine Frau wirst, Penny", sagte er.

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EPUB



Inhalt

Cover

Impressum

Das Tanzgirl und der Tod

Vorschau

BASTEI ENTERTAINMENT

Vollständige eBook-Ausgabe der beim Bastei Verlag erschienenen Romanheftausgabe

Bastei Entertainment in der Bastei Lübbe AG

© 2020 by Bastei Lübbe AG, Köln

Programmleiterin Romanhefte: Ute Müller

Verantwortlich für den Inhalt

Titelfoto: Boada/Norma

Datenkonvertierung eBook: César Satz & Grafik GmbH, Köln

ISBN 978-3-7325-9303-3

www.bastei-entertainment.de

www.lesejury.de

www.bastei.de

Das Tanzgirl und der Tod

Penny Shane verspürte Angst. Sie hatte das Gefühl, dass etwas Schreckliches geschehen würde, aber sie wusste nicht, was. An diesem Abend saß sie im Hausmantel am Tisch in ihrer Kammer, nippte an einem Glas Limonade und betrachtete das gerahmte Bild, das über ihrem Bett hing. Darauf war die Temple Bar in Topeka zu sehen. Fast zwei Jahre lang hatte Penny dort in einem Showballett getanzt.

Gern hätte sie ihr Engagement verlängert, doch dann war der Mann in Schwarz aufgetaucht. Jeden Abend saß er beim Whiskey an der Bar und verschlang sie mit den Augen. Barton, der Barbesitzer, verriet ihr, wer er war: der berüchtigte Kopfgeldjäger Boterro, auch Blutlord genannt. Die abstoßendste Erscheinung, die Penny je gesehen hatte.

Eines Tages war der Schwarzgekleidete in Pennys Garderobe erschienen. »Ich will, dass du meine Frau wirst, Penny«, sagte er.

Penny Shane hatte es vor Schreck die Sprache verschlagen.

Allein der Gedanke daran, mit diesem Mann gemeinsam Zeit zu verbringen, ließ sie erschaudern.

Boterro war hässlich wie die Nacht. Mit seinem von Warzen übersäten Gesicht, der krummen Hakennase, den tief in den Höhlen liegenden Augen und den verkniffenen, schmalen Lippen sah er aus wie die zum Leben erwachte Gestalt aus einer Spukgeschichte. Seine Stimme klang dumpf, als käme sie vom Grund eines ausgetrockneten Brunnens.

»Ich gebe dir drei Tage Bedenkzeit«, hatte Boterro gesagt, dann war er gegangen.

Die Begegnung war so irrwitzig, dass es ans Lächerliche grenzte.

Doch Penny konnte nicht lachen.

Von Barton erfuhr sie einige Dinge über den Blutlord, die sie in Angst und Schrecken versetzten. Boterro gehörte zu den grausamsten Menschenjägern zwischen Arkansas und Kalifornien. Die Leute, die er jagte, waren dem Tode geweiht, wenn er sie aufgespürt hatte. Bisher hatte er nicht eine einzige Zielperson lebend der Behörde zugeführt, die das Kopfgeld ausgesetzt hatte. Er bevorzugte es, seinem menschlichen Wild den Kopf vom Rumpf zu trennen. Das Beweisstück transportierte er in einem Behälter aus Zink. Diese skrupellose Vorgehensweise hatte ihm den Beinamen Blutlord eingebracht.

Penny fröstelte. Und mit diesem Unikum sollte sie vor den Altar treten!

Absurd.

Penny entschied, den Antrag des Freiers einfach zu ignorieren.

Doch der Besitzer der Temple Bar warnte sie.

Boterro galt nicht nur als grausam, sondern auch als unerbittlich und rachsüchtig. Nach Ablauf des Ultimatums, das er ihr gestellt hatte, müsste sie Farbe bekennen. Ja oder nein. Sollte dem Blutlord ihre Entscheidung nicht gefallen, müsste sie mit dem Schlimmsten rechnen. Der gedemütigte Möchtegern-Bräutigam würde ihr nachstellen und ihr das Leben zur Hölle machen.

Ein Leben in der Hölle war das Letzte, was Penny sich wünschte.

Deshalb hatte sie nicht lange überlegt. Hals über Kopf kündigte sie in der Temple Bar und kaufte sich eine Fahrkarte nach Wichita. Sie setzte sich in den Zug und kehrte Ashton den Rücken.

Zum Glück fand sie in der turbulenten Bretterstadt am Ende der Rindertrails ein neues Engagement. Das Etablissement, in dem sie nun ihre Tanzkünste darbot, gehörte Neil Rutter, einem gutmütigen Texaner aus dem Panhandle.

Auf Anhieb fand der Salooner Gefallen an ihr. Rutter zahlte ihr ein fürstliches Honorar und besorgte ihr ein möbliertes Quartier in dem Boardinghouse, das seine Schwester Margaret leitete.

Genau dort saß Penny jetzt bei ihrer Limonade, den Blick auf das gerahmte Bild gerichtet, das die Temple Bar in Ashton darstellte.

Ihre Beklemmung war noch nicht gewichen. Warum zum Kuckuck fürchte ich mich gerade jetzt?, fragte sie sich.

Seit ihrer letzten Begegnung mit dem Blutlord war gut ein halbes Jahr vergangen. Penny hatte sich in Wichita eingelebt und Freunde gewonnen. Sie fühlte sich hier wohl. Von dem grässlichen Manhunter hatte sie nie wieder etwas gehört.

Komisch. Dennoch musste sie heute dauernd an ihn denken.

Nimm dich zusammen, Penny, rief sie sich zur Ordnung. Deine Ängste sind unbegründet. Du bist in Topeka, und Boterro ist weit weg.

Mit einem Ruck nahm sie das Glas, leerte es in einem Zug und stand auf. Höchste Zeit, dass sie sich für ihren allabendlichen Auftritt im Moonshine Saloon zurechtmachte. Rutter war ein Pedant, was Pünktlichkeit betraf.

Penny wollte ihren Gönner nicht enttäuschen. Ohne den Beistand des umgänglichen Geschäftsmannes wäre ihr Start in Wichita wohl viel schwerer geworden.

Sie streifte den Hausmantel ab, hängte ihn an den Haken neben dem Wandspiegel und nahm ihr Trikot aus der Kleidertruhe.

Penny fühlte sich nicht wohl in diesem Aufzug.

Sie fand das Trikot ziemlich anstößig, beinahe wie die Kluft der besudelten Täubchen in den Freudenhäusern jenseits der Demarkationslinie. Das Kostüm war eng wie ein Korsett, verfügte über ein schamlos tiefes Busenschaufenster und ein gerüschtes Schößchen. Der Strapsgürtel, an dem die schwarzen Netzstrümpfe befestigt waren, gefiel ihr überhaupt nicht. Ihr Tanzkostüm in der Temple Bar war wesentlich unauffälliger gewesen.

Doch Neil Rutter bestand auf dem Trikot, das mehr zeigte als verbarg. »Du hast so einen reizvollen Körper, Liebes«, hatte er sie beschworen. »Die Männer wollen dich ansehen. Deine langen Beine, deinen prallen Hintern und deine üppigen Brüste. Hab dich nicht so! Gönn den Boys das Vergnügen. Geschäft ist Geschäft. Sieh es ein, Liebes, wir müssen uns nach den Vorlieben der zahlenden Kundschaft richten.«

Penny hatte das eingesehen und sich Rutters Willen gefügt, ohne Widerrede. Was hatte sie schon für eine Wahl! Lieber im Moonshine Saloon die Männer zum Trinken animieren als im Bordell für jedermann die Röcke heben.

Als sie das Trikot übergestreift und den Hüfthalter angelegt hatte, betrachtete sie sich im Spiegel. Sie konnte sich vorstellen, dass ihr frivoler Anblick den Mannsbildern gefiel. Die meisten von ihnen waren Cowboys, die wochenlang auf dem Viehtreck von Texas unterwegs gewesen waren. Alle hatten schwerste Entbehrungen erleiden müssen. In Wichita endete ihre Reise. Die Rinder wurden in Waggons verladen und zu den Schlachthöfen nach Chicago gebracht. Die Cowboys erhielten ihren Lohn. Die Dollars brannten in ihren Taschen. Jetzt wollten sie sich amüsieren: Frauen, Whiskey, Glücksspiel.

Penny zerdrückte einen Seufzer. Wenn sie ehrlich war, konnte sie Vergnügungssucht der Männer nachfühlen.

Sie schob den Gedanken beiseite, nahm ihren Ausgehmantel, zog ihn an und schlug den Kragen hoch. Dann schlang sie sich ihren dünnen Seidenschal um den Hals und wandte sich zum Gehen.

Der Korridor, in dem ihre Kammer lag, befand sich in der obersten Etage des weitläufigen Gästehauses. Sie schloss die Tür ab und marschierte zur Treppe. Als sie das Zimmer Nummer vierzehn passierte, sah sie, dass auf der Fußmatte vor der Tür ein Paar braune Schnürstiefel stand. Der Gast, der in der Vierzehn logierte, hatte sie zum Putzen herausgestellt.

Penny atmete tief durch, als das Abbild ihres Zimmernachbarn vor ihrem inneren Auge erschien.

Der Mann mit den braunen Stiefeln war ein verteufelt gut aussehender Typ. Alle Mädchen in Wichita blickten ihm verstohlen nach, sobald er sich auf der Straße zeigte. Leider hatte Penny ihn noch nie im Moonshine Saloon gesehen. Schade. Sie hätte gern mehr über ihn erfahren. Jedes Mal, wenn sie am Morgen mit ihm in der Frühstücksstube beim Essen saß, klopfte ihr Herz schneller.

Sie kannte lediglich seinen Namen: Lassiter. Mrs. Hudson, die Wirtin, hatte ihn erwähnt. Wie es aussah, war Lassiter noch Junggeselle. Aber Penny war sich da nicht ganz sicher. Vielleicht hatte er seine Familie zu Hause zurückgelassen.

Inzwischen hatte Penny den oberen Absatz der Treppe erreicht. Unten in der Halle klappte eine Tür. Der strenge Geruch von Essig stieg ihr in die Nase. Vermutlich war Amber, das blondzopfige Hausmädchen, beim Saubermachen.

Penny eilte die Stufen hinunter und strebte dem Ausgang zu. In Gedanken war sie schon bei ihrem Auftritt im Saloon. Sie hoffte, dass der Pianist, der ihre Darbietung musikalisch untermalte, nicht wieder betrunken war. Gestern war er bei »The Girl I Left Behind Me« aus dem Takt gekommen.

Peinlich, peinlich.

Das schadenfrohe Gelächter des Publikums brannte noch immer in ihren Ohren.

Als Penny die Haustür erreicht hatte, sprang die plötzlich auf.

Ein großer Mann stand im Türrahmen, den breitrandigen schwarzen Hut tief in die Stirn gezogen. Jetzt legte er grüßend zwei Finger an die Krempe und hob den Kopf.

Boterro, der Blutlord!

Penny Shane stand wie gelähmt.

»Howdy, kleine Miss Penny«, sagte der Mann. »Die Frist ist verstrichen, und ich warte noch immer auf eine Antwort von dir.«

Amber Fox, das Zimmermädchen, war eine zierliche Blondine mit hellbraunen Augen und Grübchen auf den Wangen, wenn sie lächelte.

Sie stand mit einem Flechtkorb voller Holzscheite vor Lassiters Tür. »Mrs. Hudson, die Chefin, will, dass ich in allen Räumen die Öfen bestücke«, sagte sie.

»Aber es ist doch gar nicht kalt«, meinte der Mann von der Brigade Sieben.

Amber hob eine Achsel. »Ich muss tun, was mir gesagt wird«, erklärte sie.

»Ja, natürlich.« Lassiter gab die Tür frei und ließ das Mädchen eintreten.

Die hübsche Blonde schritt zu dem Kanonenofen, stellte den Korb ab und ging in die Hocke, um das mitgebrachte Holz ins Feuerloch zu stopfen. Sie trug einen orangefarbenen, kurzen Kittel, der ziemlich weit hochrutschte, als sie sich auf das Ofenblech hockte.

Lassiter fiel auf, dass sie kein Höschen unter dem Kittel trug. Er sah genauer hin. Auch auf ein Mieder und einen Unterrock hatte das durchtriebene Luder verzichtet. Es lag klar auf der Hand, was sie im Sinn hatte.

Ehe er sich versah, packte ihn ein heftiges Verlangen. Er stand da und brachte kein Wort hervor. Amber hantierte am Ofen. Sie schien nicht zu bemerken, dass sie immer mehr von ihrem reizvollen Unterteil zur Schau stellte.

Bei dem überaus erregenden Anblick wurde dem Mann von der Brigade Sieben ganz mulmig zumute.

Er war gerade dabei gewesen, den Abschlussbericht für seinen Kontaktmann in Wichita zu verfassen. Die Mission, die ihn in die Rinderstadt geführt hatte, war abgeschlossen. Die Verbrecher lagen mit Schussverletzungen im City Hospital und warteten auf ihren Prozess. Bei der finalen Schießerei in dem Altamont-Corral unweit der Verladestation hatte auch Lassiter etwas abbekommen: eine Kugel ins Bein. Doch das Geschoss war akkurat entfernt worden. Auf Anraten seines Operateurs, Doc Myers, hatte er seinen Aufenthalt in Wichita um eine Woche verlängert, um dem lädierten Bein Ruhe zu gönnen.

»So, das wär’s. Ich bin fertig.« Amber stand auf und strich glättend über ihren Kittel. »Kann ich sonst noch etwas für Sie tun, mein Herr?«

Lassiter sah sie an. »Sie sind ein sehr hübsches Mädchen«, raunte er.

Ohne Scheu begegnete Amber seinem Blick. »Sie sind auch nicht gerade eine Vogelscheuche«, konterte sie.

Lassiter wurde von seinen Gefühlen übermannt. »Schließ die Tür ab«, sagte er.

»Mr. Lassiter!« Amber zeigte ihre Grübchen und tat, als genierte sie sich.

Er tätschelte ihre Wange. »Na, mach schon.«

Drei Atemzüge später stand sie vor ihm. »Wir sollten uns beeilen«, flüsterte sie. »Ich weiß nicht, wann Mrs. Hudson wieder im Haus ist.«

Er nahm sie in die Arme und fühlte ihre weichen Brüste auf seinem Oberkörper. Das Blut raste durch seine Adern. Als er Amber auf den Mund küsste, traf er auf ihre tastende Zunge.

Es kam zu einem leidenschaftlichen Kuss.

Dabei rieb sich Amber an ihm, sodass er schnell in Fahrt kam. Er umschlang sie mit den Armen und drückte ihre Pobacken durch den Stoff hindurch.

»Zieh dich aus«, keuchte sie.

Inzwischen waren Ambers Wangen feuerrot geworden. Ihr Atem ging stoßweise. Lassiter zog das Hemd über den Kopf und öffnete seinen Gürtel. Amber half ihm, aus der Hose zu schlüpfen. Als sein Pint vorschnellte, empfing sie ihn mit warmer Hand.

Lassiter genoss die Massage. Er stöhnte vor Begierde.

Amber öffnete ihren Kittel und bot ihm ihren Vorbau dar. Welch eine Augenweide! Er beugte den Kopf und küsste die hart gewordenen Spitzen.

»Ja, das tut gut«, hauchte sie.

Er ließ seine Hände wieder auf ihren Hintern wandern. Mit einem Ruck hob er seine Gespielin hoch und trug sie zum Tisch hinüber. Ein Becher kippte um, rollte über das Blatt mit dem Bericht und fiel klirrend zu Boden.

Lassiter setzte die junge Frau auf die Tischkante. Sie hob die Beine und legte sie links und rechts auf seine Schultern. Er trat zwischen ihre Schenkel und brachte sich in Position.

Amber war sichtlich erregt. Sie hatte sich mit beiden Händen auf den Tisch gestützt und blickte Lassiter fest in die Augen.

»O ja, nimm mich«, stöhnte sie.

Lassiter bohrte sich in sie, betrachtete dabei ihr lustverzerrtes Gesicht. Aus weit aufgerissenen Augen starrte sie ihn an, während er sich ruckweise bewegte. Ihre Wonneproppen wippten von einer Seite auf die andere.

»Ja, so ist es gut«, keuchte sie.

Im nächsten Augenblick riss sie eine Hand hoch und biss sich in den geknickten Zeigefinger. Sie rutschte hin und her, als säße sie auf einem heißen Herd.

Als ihr Höhepunkt vorüber war, erschien ein glückliches Lächeln auf ihren Lippen. »Jetzt du«, sagte sie und stieß ihn zurück.

Lassiter fand sich rücklings auf seinem Bett wieder. Amber kletterte auf ihn. Sie klemmte seinen Pint in die Furche zwischen ihren Brüsten. Gefühlvoll drückte sie die Twins gegeneinander, wobei sie sich auf und nieder bewegte.