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Gedichte & 1 Essay Von oben herab ergibt sich Fallender Nebel, eine Geschichte Beginnt. Düster umschweifen Schatten das Tal. Nichts ist, wie der suchende Blick es im ersten Moment erhascht.
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Seitenzahl: 33
Veröffentlichungsjahr: 2017
Über den Autor:
Alexander Gass, geboren 1973, ist Philosoph, Betriebswirt und Schriftsteller. Er lebt in Freiburg im Breisgau. Er studierte nach einer kaufmännischen Ausbildung in Hamburg und Paris an der Universität Frankfurt a.M. und der Universität Freiburg i.Br. Philosophie, Soziologie und Germanistik. Er ist Mitglied von Protosociology, Frankfurt a.M., und der Martin-Heidegger-Gesellschaft, Meßkirch.
in memoriam Ludwig Wittgenstein,
dessen geschriebene und ungeschriebene
und mündliche Biografie auch Dichtung
und Wahrheit geworden ist
&
Für Josef Gass
&
Für José F.A. Oliver
Kämpfer, Kämpfer heißen wir,
Für leuchtende Tugend kämpfen wir,
Für hohes Streben, für erhabene Weisheit –
Darum nennt man uns Kämpfer.
Aguttara Nikāya
LAVA
Lava
Luftsprung
Türkise Augen und Regen
Über groben Syntaxbauten
Kalter Reiter
Kraft und Werk
BELEUCHTUNG
Beleuchtung
Kulturgeschichte
Am Bahnhof
Ich und meine Zukunft
Für einen Menschen
VERFOLGUNG
Verfolgung des Mondes
Verschwiegene Liebe
Rebellion des Nachtschwärmers
Warten mit Godot
Eistee
Verloren
LEICHTIGKEIT
Oh Leichtigkeit
Wundersam
Kindisch
Sternstunde
Aufbäumend
RUBINA
Rubina
Parklichter
Nelke im Haar
Empfindungslos
Am Rande der Lichter
Lebensduft
EINSAMKEIT
Einsamkeit der Nostalgie
Marias Stimme
Spinat
Leben einer Träne
Durchbruch
in der sehnsucht
nach einer immerzu
leicht vibrierenden Meerbucht,
wo der Schaum
die zehenspitzen leckt,
zart Auf- und
niederströmender Traum,
der sich wandelt,
je nach Farbe des lichts
- und kein früher
bild verschandelt;
Inseln tauchen
unaufhörlich
auf im Nichts.
Von oben herab ergibt sich
Fallender Nebel, eine Geschichte
Beginnt.
Düster umschweifen Schatten
das Tal. Nichts ist, wie der suchende
Blick es im ersten Moment erhascht.
Dann ist es vorbei.
Intensität ergreift den Raum der
tobenden Wirbel, Licht wird vom
Erdgrund aufgespült- ein Faden
blinkt und reißt.
Wieder erstehen sich die leeren Gestalten
einen ausbleibenden Applaus. Wie immer
ist Salbei ein Name. Das Dröhnen
einer Epoche scheint unbegonnen vorbei.
Kaum lehnt der Stuhl aus dem Fenster,
steckt die Marmorsäule, schon mitten
durch den Bettkasten gebohrt, in der
Matratze.
Ruhig fällt der Vorhang und nimmt
das Glas mit in sein Grab.
Nicht dass es ein Ende. Sein Schein mag
sein.
Grau, grAU- ist das eine Farbe?
Licht als Teppich, Licht als Mann im
Hintergrund,
Streng vertraut, hart gebaut
Un-durch-lässig, un-nach-giebig,
Zäh.
Licht gebrochen, Licht als Funkel,
Rasend, hysterischer Schrei
Tropfen FALLen, Stimmen hallen,
Leidenschaft des Thors.
Türkisfarbenes GIFT- was er-zeugt es?
Wässrige Lösung wie Macht des Druiden,
Dampf und ausgebreitete Arme
Brodelnd und stechend, Flammenschwert,
FEUER gegen den Himmel, Dragon,
Kind des Sisyphos und der Prometippe,
Subversiver Arm.
Seit Anbeginn ist KrACH.
Der Chor der NIEderen
be-steigt
Sinai
Olymp
Asgard.
es bebt inbrünstig die erde
sie spukt in die höhe
reißt die blaue faust empor
drückt ihre knie gegen die
wolken
stößt böse worte aus
sie lebt und funkelt
zurück.
Bitte säusle, singe oder sprich im Lächeln-,
aber drücke mir keine gebrochenen Wörter,
Buchstaben gepresst, in die offenen
Wunden
des Wissens. Der Alkohol hat gerade den
letzten
Eiter weggefressen, und ich will hier im
Dunst
schweben, bis die Wunden getrocknet und
geschlossen sind, die Wunden, die von den
Bissen der gierigen Meute stammen, welche
mir
erst hier sichtbar wurden: im schummrigen
Licht der Brückenlaternen.
Bitte erzähle mir wieder Geschichten,
flüstere
mir lyrische Gedichte zu, die Märchen der
Wissenschaft haben mich um das schönste
Mädchen, meine Seele, gebracht-Flüstere mir zu! dass ich das Träumen
wieder lerne
und jene Blume finden kann. Ach! an
dem Tage, da meine Gefühle durch die
Vitrine
brechen werden und die Lüfte
wiedererobern,
an jenem Tage werde ich das Fest der Feste
feiern, ja, das Fest, das sich und seine
Brüder begießt!
Bitte komm auch Du zu diesem Fest,- und
wenn dann das nächste Morgenrot
aufsteigt,
so führe mich zu einer Schlucht, über
die ich laut hinweglachen kann.
