Lebe deine Geschichte - Daniela Weide - E-Book

Lebe deine Geschichte E-Book

Daniela Weide

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Beschreibung

In der Mitte ihres Lebens gerät die Welt der nach außen taff wirkenden Bankerin Daniela plötzlich aus den Fugen. Sie begibt sich auf Spurensuche und findet heraus, welches folgenreiche Ereignis aus ihrer Kindheit sie nun als Erwachsene so aus der Bahn geworfen hat. Daniela entdeckt, wie Schuldgefühle und die Sehnsucht nach Anerkennung und Liebe ihr gesamtes Leben beeinflusst haben. Schritt um Schritt begibt sie sich auf die Suche nach ihrem wahren Ich, identifiziert ihre Denkblockaden und lässt Leser an einer spannenden Erkenntnisreise teilhaben. Begleiten Sie die Autorin und lassen Sie sich dazu inspirieren, auch Ihr Leben nach verborgenen Handlungsmustern und unbewussten Handlungsmotiven zu durchleuchten, um neu und gestärkt durchzustarten.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Veröffentlichungsjahr: 2020

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Die Autorin

Daniela Weide ist gelernte Bankfachwirtin. In ihrer dreißigjährigen Zeit als Bankangestellte im Vertrieb war sie 12 Jahre davon Führungskraft. Sie nahm einige Ausbildungen außerhalb ihres Hauptberufes wahr, um im Umgang mit ihren Mitarbeitern und Mitmenschen für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Unter anderem absolvierte sie eine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie, Management- und Entwicklungscoaching, NLP-Practitioner und Konfliktmanagement.

Persönlichkeitsentwicklung Mentaltraining und Mindset sind nur wenige Beispiele dafür, was sie mit ihrem Unternehmen anbietet.

Liebe dich selbst und erkenne deine Einzigartigkeit an.

Daniela Weide

Lebe deine Geschichte

© 2020 Daniela Weide

Umschlag: Daniela Weide

Verlag & Druck: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN

 

Paperback

978-3-347-05275-8

Hardcover

978-3-347-05276-5

e-Book

978-3-347-05277-2

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Inhaltsverzeichnis

Prolog

1. Einleitung

2. Der verlorene Beschützer und sein Ersatz

3. Die vermeintliche Freiheit

4. Das ungeliebte Haus

5. Die Flucht weit weg

6. Die wahre Liebe

7. Das Ausgeliefertsein

8. Die langsame Veränderung in mir

9. Der falsche Arbeitsplatz

10. Der Verkauf des ungeliebten Hauses

11. Die Erkenntnisse und der Abschied

Prolog

Mein Name ist Daniela Weide und ich möchte euch von Episoden in meinem Leben berichten, die mich zu dem Menschen gemacht haben, der ich heute bin.

Nachdem ich nun meinen Job mehr oder weniger hingeworfen habe, sitze ich hier vor meinem Rechner und überlege genau, was ich machen möchte. Ich komme von einem Rat im Internet zum Anderen. Alle erzählen mir, wie ich mir am besten meine Träume erfülle. Jeder ist der Meinung, dass auch ich etwas aus meinem Leben machen kann, wenn ich es nur wollte. Die Vielfalt der Beiträge wirkt manchmal erschlagend und ab und an habe ich den Eindruck, dass alle Menschen im Aufbruch sind und den ultimativen Stein der Weisen gefunden haben, um das Leben ihrer Träume zu leben. Grundsätzlich glaube ich auch, dass alles irgendwie gerade im Umbruch ist und immer mehr Menschen dazu neigen, ihre Existenz komplett umzukrempeln. Kommt es mir nur so vor, weil ich gerade selbst mit mir im Umbruch bin? Oder spielt mein Fokus auf diese Sache mir nur einen Streich? Es ist irgendwie mit einem Autokauf zu vergleichen. Du wünscht dir einen VW Beatle und plötzlich sind die Straßen genau mit diesem Auto vollgepflastert.

In den letzten Wochen und Monaten waberte mir immer wieder der Gedanke durch den Kopf, doch ein Buch zu schreiben und meine Lebensgeschichte zu erzählen. Vielleicht würde ich auf den verschiedenen Seiten, die ich zu Papier bringe, immer mehr auf den Gral des Lebens stoßen. Der Wunsch die Glückseligkeit zu erlangen und ein Leben zu leben, wie man es sich nicht erträumen mag, steckt in jedem von uns. Zumindest gehe ich davon aus, dass irgendwie jeder Träume hat und diese auch für sich und vielleicht auch für seine Liebsten in Erfüllung gehen lassen möchte. Wie ich auf diese Idee komme und gerade jetzt damit anfange ein Buch zu schreiben? Auf der Suche nach einer ultimativen Vorgehensweise, wie ich für meine beiden Business-Themen einen ausgeklügelten Plan erstellen kann, um so schnell wie möglich unabhängig und frei zu sein, vor allem nie wieder in ein Hamsterrad von großen Unternehmen zu kommen, fiel mir ein E-Book im Netz auf. Dieses E-Book will mir mit sieben Schritten kurz und knackig erklären, wie ich an hochpotente Geldkunden kommen kann. Zugegeben versprechen das viele Anbieter. Nur Etwas an diesem E-Book war anders und hat in mir den unbändigen Wunsch geweckt. Dieses Etwas war ein simpler Textteil: „Lebe deine Geschichte!“.

Und genau aus diesem Grund schmiede ich diese Zeilen zusammen um eventuell am Ende dieser Geschichte genau zu wissen, wer ich bin, warum ich eigentlich hier bin und was meine Träume sind. Nicht dass ich mich nie mit meiner Geschichte auseinandergesetzt hätte, allerdings habe ich bisher immer die Dinge dabei betrachtet, die mich in ein tiefes Loch zogen.

In diesem Buch widme ich mich gebührend auch den entstandenen schönen Dingen in meinem Leben und beschreibe anhand meiner Person genau, was tief in mir drinnen geschieht. Vielleicht findest du dich an der einen oder anderen Stelle wieder und kannst nachvollziehen, was da passiert. Vielleicht hilft auch dir dieses Buch, deine Geschichte von zwei Seiten zu betrachten, diese anzunehmen und in eine glückliche Zukunft zu starten. Bei mir jedenfalls hat es gewirkt. Glücklich und zufrieden schaue ich in meine Zukunft, frei von Angst, frei von Schuldgefühlen und frei von der fixen Idee immer mit dem Gesamtstrom mitlaufen zu müssen. Es ist Zeit, dass auch du dich liebst und deine Einzigartigkeit lebst.

Durch meine Erfahrungen und Ausbildungen, die ich über die vielen Jahren absolviert habe, stehen mir Tools zur Verfügung, die auch dir helfen können, gestärkt und frei von negativen Glaubenssätzen in die Zukunft zu starten.

Wie du vielleicht schon bemerkt hast, werde ich in diesem Buch in der Du- Form bleiben, weil es sich angenehmer schreibt und die Vertrautheit in diesem Wort eventuell einige Hindernisse in deinem Kopf einfach verschwinden lassen.

Ich wünsche dir beim Entdecken und Lesen viel Spaß und vielleicht auch noch verborgene Einblicke in deine eigene Geschichte.

Namen habe ich hier bewusst weggelassen, weil es in diesem Buch ausschließlich um die Geschichten und die Gefühlswelt geht. Ich bitte dahingehend um Verständnis. Vergleichbare Situationen mit Unternehmen oder Personen sind rein zufällig.

1. Einleitung

Ich stehe nun kurz vor der 50 und denke immer und immer wieder darüber nach, welchen Lauf mein Leben hätte nehmen sollen, damit ich nun an der Schwelle der Glücksseligkeit bin. Ich bin aus meinem Job als Bankerin ausgestiegen, weil mich die ganzen Themen rund um Finanzen nicht mehr wirklich interessieren. Aus verschiedenen Erlebnissen heraus, während meines Angestelltendaseins, kam immer wieder die Frage auf. „War es wirklich das, was du schon immer wolltest?“ Diese Frage begleitete mich in meinen verschiedenen Lebensabschnitten ziemlich oft und die Antwort war immer sehr schnell da. „NEIN!“ Das jetzt hier erwähnte „Nein“ stand bereits fünf bis sechs Jahre zuvor im Raum, nur habe ich nie den Mut gefunden, den Ausstieg zu wählen. Was hielt mich all die Jahre zuvor davon ab, meinen eigenen Weg einzuschlagen oder zumindest darüber nachzudenken, etwas völlig Neues zu beginnen. Wie so oft in meinem Leben wurde mir der Grund für meinen Ausstieg quasi mit dem Silbertablett serviert. Silbertablett klingt wie ein Geschenk, was es in den Momenten nicht war. Die Bereitschaft, das Ganze freiwillig zu verlassen, war eben nicht da. Die Gegenfrage dazu kam genau so oft aus der Versenkung: „Was soll ich denn machen? Ich hab doch nur das gelernt.“

In einem Gespräch mit meinem Vorgesetzten über meinen weiteren beruflichen Weg wurde mir zum wiederholten Male unmissverständlich klar, dass es für mich dort keine Zukunft mehr geben kann.

Du musst eines wissen, bevor ich weiter fortfahre. Ich bin aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung von einem Therapeuten instruiert worden, doch bitte einmal die Notbremse zu ziehen, damit ich nicht in eine Depression und dann in einem möglichen Burnout abrutsche. Zu dieser Zeit war ich in einer Vertriebseinheit für vermögende Kunden Führungskraft eines fünfköpfigen Teams. Der Arbeitsberg wuchs und wuchs und die Anforderungen wurden ebenfalls immer größer. Dazu aber später mehr.

Während meiner Krankschreibung schaute ich mich bereits im Betriebsbereich meines Unternehmens nach einem neuen Job um, um nicht wieder dem stressigen Alltag einer Führungskraft im Vertrieb ausgesetzt zu sein und erst einmal komplett zu genesen. Zu Hause bleiben wollte ich auch nicht mehr, da die Renovierungsarbeiten, die ich in der Zeit im Haus vollzogen hatte, alle abgeschlossen waren. Grundsätzlich ging es mir gut, allerdings wurde mir von einem zweiten Therapeuten abgeraten, mich am Anfang wieder in ähnliche Situationen zu bringen, wie vor meiner Krankschreibung. Diesen besagten Therapeuten suchte ich nach meiner Auszeit auf, um auf meine Frage, ob ich durch die posttraumatische Belastungsstörung einen bleibenden Schaden im Kopf behalten habe, eine kompetente Antwort zu bekommen. Nach einem durchaus aufklärendem Gespräch und dem Hinweis jener Person, dass ich doch ziemlich genau wisse, was ich will und dabei sehr strukturiert wirke, wurde dies ausgeschlossen. Meine Überzeugung wieder loszugehen stieg durch diese wertschätzenden Worte.

Daraufhin vereinbarte ich mit meinem damaligen Leiter im Vertrieb einen Termin und informierte ihn darüber, dass ich vorerst einmal im Hinterland arbeiten möchte. Damit meine Kollegen meine Arbeit nicht mit übernehmen mussten, traf ich mit Personen aus meinem Unternehmen eine Vereinbarung, dass ich bei Rückkehr in den Vertrieb wieder eine vergleichbare Führungsposition zu Verfügung gestellt bekomme. Leider wurde im nach hinein daraus nichts, weil das Unternehmen gerade in einem Umstrukturierungsprozess war und solche Positionen nun nicht mehr in Hülle und Fülle zur Verfügung standen. Meine Blatt Papier war dadurch nicht mehr halb so viel wert. Da ich bereits länger darüber nachdachte, dass dieser Job nicht wirklich mehr etwas für mich ist, sollte ich eigentlich ganz glücklich sein, dass sich mir diese Tür gerade öffnete. Leider sah ich das in diesem Moment nicht so, sondern bekam das Gefühl, wieder in eine Ecke gedrängt zu werden. Dem wollte ich mich keinesfalls aussetzen und verschloss mich mehr oder weniger gegenüber den handelnden Personen.

Nun aber zum eigentlichen Punkt. Warum lasse ich mir immer wieder bestimmte Themen von außen aufdrücken und finde nicht meinen eigenen einzigartigen Weg, den jeder Mensch in seinem Leben finden und gehen darf. Diese Frage ist gerade nach dem aus meiner Sicht unschönen Ausstieg immer präsenter. Die Suche nach der Antwort gestaltete sich ziemlich schwierig, weil ich das Gefühl hatte, an verschiedenen Orten gleichzeitig nach der Antwort zu suchen. Gefühlt befand ich mich in einem Vakuum, in dem alle Antworten durcheinander herumflogen und ich keine einzige davon zu fassen kriegte. Und nun kamen diese drei Worte in mein Blickfeld, die für mich schlüssiger denn je klangen. „Lebe deine Geschichte.“ Das einzige Problem, was dabei bestand, ich versuchte jahrelang genau diese Geschichte mehr oder weniger zu verdrängen, weil unschöne Dinge eben nicht in ein Bilderbuchleben gehörten. Aber genau diese drei Wörter entfachten etwas in mir, was sagte: „Schau noch einmal genauer hin. Vielleicht hast du auf deinem Lebensweg etwas übersehen, was für dich und deine Zukunft sehr wertvoll sein kann.“

Und so entstand dieses Buch.

Dazu muss ich eine Zeitreise in meine Vergangenheit machen und eher unschöne Auszüge aus meinem Leben betrachten. Ich möchte damit nicht sagen, dass ich noch nie in meiner Vergangenheit geweilt habe, allerdings gibt es viele gute Ratschläge, die sagen, schau nach vorne; es ist nie zu spät eine glückliche Kindheit gehabt zu haben. Und trotzdem habe ich immer und immer wieder das Gefühl, dass ich irgendetwas übersehen habe, was mich hindert, ein wirklich freies und glückliches Leben zu führen. Vielleicht weißt auch du, was ich damit meine. Ich hänge irgendwie an einem kleinen Faden fest und kann mich nicht lösen. Trotz meiner vielen Ausbildungen im psychologischen Bereich und Begegnungen mit den verschiedensten Menschen, die mich auf unterschiedlichste Weise inspirierten, will dieser kleine fiese Knoten nicht platzen. Ich bin in den letzten fünfzehn Jahren zu den unterschiedlichsten Therapeuten gegangen, die mir auf ihre ganz persönliche Art und Weise helfen konnten. Diese Personen beschäftigten sich immer irgendwie mit Psychotherapie oder Esoterik. Die Behandlungen waren sehr unterschiedlich. Die eine praktizierte mit mir Wing Wave, ein anderer bot Familienaufstellungen an und eine weitere Person betrieb Reiki. In einigen Passagen gehe ich auf meine Erlebnisse ein, damit du dir ungefähr vorstellen kannst, was da gemacht wird und was mit mir im Inneren geschieht.

Im Jahr 2016 absolvierte ich selbst eine Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie, ein hochspannendes Thema. Die letzte Ausbildung, die ich zum Thema Psychologie absolvierte, ist NLP. Eine Form der Psychotherapie, die ohne mit den Daumen in der Wunde herum zu drücken hervorragend funktioniert. Ich komme während meiner Geschichte auf die angeschnittenen Therapiemöglichkeiten zurück, die ich selbst erlernt und erlebt habe und erläutere diese. Doch nun tauche zuerst mit mir in meine Geschichte ein.

2. Der verlorene Beschützer und sein Ersatz

Ich wurde im September 1970 in einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt geboren. Auf einem kleinen Dorf mit ca. 1500 Einwohnern wuchs ich, wie jedes normale Dorfkind, auf. Ok vielleicht nicht wie jedes Kind. Das Dorfleben war abenteuerreich und man konnte als heranwachsender Knirps auf Wiesen und Feldern herumtollen und die Natur war unser ständiger Begleiter. Als Kinder sind wir in Ruinen herumgetollt, haben in Höhlen gespielt und sind im Sommer in Kirschplantagen auf Bäume geklettert und haben uns an den kleinen roten schmackhaften Früchten bedient. Mundraub wurde das im Volksmund genannt. Wenn der Wächter kam, nahmen wir Reißaus, damit er uns nicht erwischt. Ich hatte viel Spaß, wenn ich in der Natur war und das Kind sein so richtig ausleben konnte. Angst war mir mit anderen Kindern und in schwindelerregender Höhe in den Baumwipfeln völlig fremd. Im Winter konnten wir von einem kleinen Berg in der Nähe unseres Hauses mit dem Schlitten herab sausen oder auch mit den Gummistiefeln Eisbahnen auf unserem Dorfkirchplatz zaubern. Für die Anwohner war das nicht so toll, denn wenn sie morgens zur Arbeit mussten, rutschten sie regelmäßig auf unseren Kunststücken aus. Ich war mit mir, meinen Freunden und meinen Träumen fernab jeglicher Realität.

Diese Stimmung wurde jedoch eingetrübt, wenn ein Pfiff durch die Luft schnellte und dieser unverkennbare Ton mir mitteilte, dass es Zeit war nach Hause zu kommen. Mein Vater hatte die Gabe, so richtig laut zu pfeifen. Er brauchte nicht einmal seine Finger dazu und trotzdem hallte dieser Ton glasklar durch die Luft. Ich hab es ab und zu einmal probiert, auch mit Fingern, besabberte mich allerdings regelmäßig bei jedem Versuch.

Als ich zu Hause ankam, machte sich eine seltsame Kühle um mich breit und ich war nicht mehr dieses lustige lebensfrohe Mädchen, was ich Minuten zuvor noch gewesen bin. In meinem Bauch fing es sofort an zu grummeln und ich ging motivationslos nach Hause. Ich habe mich überall wohler gefühlt, als da. Am liebsten hielt ich mich bei meinen Großeltern oder sogar bei Freunden auf. Warum das so war, fand ich für mich erst heraus, als ich mich ab meinem 35igsten Lebensjahr intensiv mit meiner Vergangenheit beschäftigte.

Es war im Jahr 1974, da war ich gerade vier Jahre alt, als ich mit meinem größeren Bruder und seinem besten Freund, beide waren sechs Jahre alt, an einer uralten Scheunenmauer spielte. Ich kann mich nicht mehr so genau daran erinnern, was wir gespielt haben, allerdings erinnere ich mich daran, dass ich nach einiger Zeit keine Lust mehr hatte und mich auf den Weg machte, zum Kirchplatz zu laufen. Diese alte Mauer war ein Reststück eines riesigen Gebäudes, was irgendwann einmal eingefallen sein musste. Dieses Mauerstück lag direkt in einer Kurve an der Straße und gegenüber war unser Kirchplatz im Dorf mit einer großen Kastanie in der Mitte. Neben dem Kirchplatz stand unsere Dorfkirche, die leider immer unschöner durch den Witterungseinfluss wurde. Auf der anderen Seite des Platzes befand sich unser Konsum. So nannten sich unserer Einkaufsmöglichkeiten, in denen wir unsere Lebensmittel und andere Dinge des Lebens kaufen konnten. Meine Großeltern wohnten nicht weit davon entfernt, so dass ich einfach nur über die Straße gehen musste um zu ihnen zu gelangen. Damals fuhren noch nicht so viele Autos, und es bestand nicht wirklich die Gefahr überfahren zu werden. Trabant ist fast jeder gefahren, weil dieser noch erschwinglich war und den konnte man meilenweit hören und sogar riechen.

Ich machte mich also auf, die Straße zu überqueren und als ich die andere Straßenseite erreicht hatte und noch einige Meter auf dem Kirchplatz gelaufen bin, hörte ich plötzlich hinter mir einen lauten dumpfen Knall,