Lebe deine innere Frau - Judith Schneider - E-Book

Lebe deine innere Frau E-Book

Judith Schneider

0,0
2,99 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Julia, 30-jährig, steht kurz vor ihrer grössten Erschöpfung, als ein Tagebucheintrag ihrer verstorbenen Grossmutter sie zu einer verschlossenen Türe ihres wahren Selbst führt. Sie trifft sich als Mädchen. Die damals 14-jährige Julia wird durch die Kraft der Mutter Erde auf aussergewöhnliche Weise in ihre Menarche geführt und durchlebt – geführt von ihrem weiblichen Zyklus - eine magische Zeit ihres wahren Selbst. Doch in den Jahren danach kommt alles anders und Julia erkennt sich nicht wieder. Sie macht sich auf die Spuren ihres weiblichen Zyklus und auf eine tiefgründige Reise zu sich selbst. Gelingt ihr der Weg zurück zu ihrer inneren Frau?

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 85

Veröffentlichungsjahr: 2022

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



Judith Schneider

Lebe deine innere Frau

Eine Reise zu sich selbst

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Herzenswunsch

Verdrängung und Hinnahme

Habe ich mich krank gemacht?

Ausgebrannt

Das Tagebuch meiner Grossmutter

Blute mit mir

Mein Spielplatz

Feindinnen und das Becken der Liebe

Rebellion zum Erwachsenwerden

Menstruationsbewusstsein

Inneres Kind

Widerstand

Selbstbetrug der Gesellschaft

Gleichgewicht

Auszeit

Weibliche Urkraft

Ich darf schwach sein

Ein letztes Mal

Innerer Tempel

Selbstbefriedigung

Gedanken

Grenzen

Sexuelle Liebe

Meine geliebten Ahninnen

An die Mutter, die ich sein werde

Visualisierung meiner Menarche

Selbstliebe

Sanfte Powerfrau

Impressum neobooks

Herzenswunsch

Lebe deine innere Frau

Erstausgabe Oktober 2020

2. Auflage September 2022

Copyright © 2020 Judith Schneider

Lektorat:

Nancy Sangklin, Leonie Trottmann,

Isabel Lüdi, Marianne Gampp

Umschlagfoto: Sebastian Lüdi

Judith Schneider

Lebe deine innere Frau

Eine Reise zu sich selbst

Für

all die wundervollen Frauen dieser Welt!

Und all die wundervollen Männer,

die uns Frauen Frausein lassen.

Ich will es so sehr! Unerwartet wurde Julia von einem ganz intensiven Gefühl gefesselt. Es gab nur noch diesen Gedanken, als ob es jetzt gleich sein sollte. Ich bin überwältigt, diese Bereitschaft zu spüren! schrieb Julia in ihr Tagebuch.

Die junge Frau sass auf einer Bank vor der Alphütte, in der sie diesen Sommer schon oft gewesen war. Sie genoss das alljährliche Herbstwochenende mit ihren besten Freundinnen. Dieses Jahr war es besonders, denn alle vier hatten in den vergangenen Monaten den dreissigsten Geburtstag gefeiert. Ihre drei Freundinnen wollten unbedingt nochmals auf eine grosse Wanderung. Doch Julia fühlte sich müde und blieb in der Hütte zurück. Ihre langen dunkelbraunen Haare wehten im Wind. Sie rückte ihren schmalen Körper auf der Bank zurecht. Ihre Haut war blass und ihr Blick wirkte angestrengt. Doch ihr Herz strahlte.

So viele Jahre ging es darum, nicht schwanger zu werden. So viele Jahre hatte sich Julia Hormone eingeflösst. Bitte tut dies nicht! flehte Julia die jungen Frauen an. Sie wollte unbedingt einige Gedanken in ihrem Tagebuch festhalten: Als Mädchen habe ich nicht verstanden, was im Körper der Frau passiert, was für ein Wunder der weibliche Zyklus ist! Ohne ihn gibt es kein Du. Der Monatszyklus ist etwas Wunderbares. Der weibliche Körper bereitet sich jeden Monat auf ein neues Leben vor!

Julia hatte nach Absetzen der Pille fast ein Jahr auf ihre Periode gewartet. Das war nun schon mehr als drei Jahre her. Sie hätte nie gedacht, dass sie sich die Menstruation so sehr herbeiwünschen würde. Nach jahrelanger Arbeit – ja es fühlte sich wirklich wie Arbeit an – kam ihr Zyklus langsam zurück, wenn auch sehr unregelmässig. Ihr damaliger Frauenarzt hatte ihr versichert, dass es ganz normal sei, nur alle drei bis vier Monate eine Blutung zu haben. Er beschrieb den bekannten 28-Tage-Zyklus als abnormal. Erst beim Wechsel zu einer Frauenärztin erfuhr Julia Jahre später ganz neue Aspekte über den weiblichen Zyklus und die Wichtigkeit, möglichst monatlich zu menstruieren. Sie war wütend, frustriert, aber auch dankbar. Dankbar, verstanden zu werden.

Julia war froh, mit ihrem Partner offen über ihren Zyklus sprechen zu können. Nach dem Wochenende in den Bergen erzählte sie ihm von diesem intensiven Herzenswunsch. Ihr Freund reagierte verunsichert und dennoch neugierig. Julia liess das Thema ruhen.

Nur wenige Wochen später war er da, der gemeinsame Entscheid: «Wir wünschen uns Dich!»

Was Julia damals noch nicht ahnte war, dass dies erst der Anfang einer langen Reise sein würde.

Verdrängung und Hinnahme

Julia fragte sich, ob es wirklich so war, wenn man sich ein Kind wünschte. Sobald sich ihr Unterleib bemerkbar machte, war sie sich sicher, dass es die Einnistung war. Doch immer zeigte der Schwangerschaftstest negativ an. Dann kamen die Ovulationstests, Sex nach Plan, neue Hoffnung, neues Festklammern. Monate verstrichen. So oft ging Julia zur Toilette und bat, kein Blut zu sehen. Doch auch in diesem Zyklus schien es nicht geklappt zu haben. Julia spürte ein heftiges Ziehen im Unterleib. Als immer noch kein Blut kam, schöpfte sie neue Hoffnung. Nach einigen Stunden fing das Blut an zu fliessen. Ich habe es ja gewusst, wie blöd von mir! entging es Julia. Sie seufzte. Sie wollte ihre Menstruation verdrängen. Umso schmerzhafter war sie diesen Monat.

Mit dem Blut kamen auch die Tränen. Es tat weh, es tat einfach so weh! Julia wünschte sich nichts mehr, als diese kleine Seele in sich heranwachsen zu spüren. Was mache ich falsch? fragte sich die junge Frau. Ihr Partner nahm sie liebevoll in den Arm. Sie verbrachten das Wochenende bei ihr. Manchmal hatte sie diese Fernbeziehung richtig satt. An anderen Tagen genoss sie ihre freie Zeit. Heute war sie froh, nicht alleine zu sein. Sie spürte, dass auch ihr Freund traurig war. Und es durfte so sein. Es brauchte nur einen kleinen Moment, dann würde neue Hoffnung aufblühen. Die Menstruation war immer auch ein Neuanfang, eine neue Chance. Das junge Paar schaffte es, auch nach Monaten noch Hoffnung zu schöpfen. Dennoch spürte Julia, dass es viel Energie kostete. Wie konnte sie bei ihrem unregelmässigen Zyklus wissen, wann der nächste Eisprung war und ob sie überhaupt einen hatte?

Julia begutachtete ihr Blut in der Menstruationstasse. Sie war froh, diese Alternative zu Obs oder Binden für sich entdeckt zu haben. Wenn sie sich überlegte, wie viele Binden und Tampons die Weltbevölkerung brauchte, wurde ihr übel. Ausserdem hatte sie gelesen, dass in diesen Artikeln zahlreiche Inhaltsstoffe seien, die dem weiblichen Körper schaden würden. Immerhin kamen sie mit unseren empfindlichsten Schleimhäuten in Kontakt.

So viele Mädchen mögen das Blut nicht. Ich habe mich in den vergangenen Monaten erst so richtig dafür zu interessieren gelernt. Immerhin ist es eine Wunde, etwas, das in uns zerbricht. Der Körper baut die Gebärmutter bestmöglich auf, damit sich ein neues Lebewesen einnisten kann. Kommt dies nicht zustande, zerfällt die Gebärmutter-schleimhaut und fliesst mit dem Blut zusammen aus unserem weiblichen Organ. Habe ich dies als Mädchen wirklich verstanden? Ich bezweifle es. Julia klappte das Tagebuch zu. Sie strich über den schönen Ledereinband und legte es auf den Nachttisch. Dann legte sie sich hin und atmete tief durch. Das Schreiben tat ihr gut.

Habe ich mich krank gemacht?

Diagnose polyzystisches Ovar-Syndrom. Irgendwie hatte Julia gespürt, dass etwas mit ihrem linken Eierstock nicht in Ordnung war. Eine Diagnose zu haben, konnte beruhigen. Aber für Julia war es eher ein «Abgestempelt» werden. «Du gehörst nun auch zu den zahlreichen Frauen, die unter PCOS leiden», hörte sie eine Stimme sagen. «Wenigstens bist du nicht alleine». Julia schüttelte den Kopf. Sei still! sagte sie zu sich selbst. Sie hatte Feierabend. Wegen dem Arztbesuch musste sie bis spät arbeiten. Ohne etwas zu essen ging sie ins Bett und hielt ein paar Gedanken in ihrem Tagebuch fest: Hormonstörungen scheinen heutzutage ein grosses Thema zu sein. Ich bin überzeugt, dass dies mit unserer Gesellschaft zu tun hat. Was ist es, das uns Frauen so kaputt macht? Stress ist bestimmt ein grosser Faktor, aber da musste noch mehr sein! Was ist es nur?

Julia gab sich selbst die Schuld für diese Hormonstörung, obwohl sie oft gelesen hatte, dass polyzystische Ovarien auch vererbt werden. «Du darfst dir nicht selber die Schuld geben!»,hatte ihre Freundin Sofia am Telefon gesagt. Dennoch wusste Julia, dass die vergangenen vier Jahren tiefe Spuren in ihrem Körper und ihrer Seele hinterlassen hatten, die für ihre Weiblichkeit pures Gift waren.

Julia wollte gar nicht überlegen, wie viele Stunden ihres Lebens sie mit negativen Gedanken über ihren Körper verbracht hatte. Es gab viele Momente, in denen sie sich schön fand, sich mochte. Aber es gab immer wieder denselben Gedanken Ich bin zu dick! Sie blätterte in früheren Tagebüchern. Und da, tatsächlich! Sie war gerade mal vierzehn Jahren alt, als sie diesen Tagebucheintrag geschrieben hatte: …Wir assen Chips & tranken Cola, dabei möchte ich doch zwei drei Kilo abnehmen. Julia spürte Aggressivität in sich hochsteigen. Was bedeutet schon dick? Sie öffnete den Duden und schaute nach:

«von beträchtlichem, mehr als normalem Umfang; massig, nicht dünn, stark, krankhaft angeschwollen, dicht, undurchdringlich, vertraut, eng».

Das Wort «stark» gefiel ihr. Julia dachte zurück, wie sie als 20-jährige Frau war. Sie konnte sich nur noch vage erinnern. Aber sie wusste, dass sie stark war. Sie war zufrieden, glücklich, hatte viel Energie und wusste, was sie in ihrem Leben erreichen wollte. Wenn da nicht immer wieder diese zwei, drei Kilogramme zu viel gewesen wären…

Sechs Jahre später hatte sie 10 Kilo abgenommen. Sie fühlte sich frei, wohl und schön. Jahrelange hatte sie vergeblich versucht, auch nur ein Kilogramm weniger auf der Waage zu sehen. Julia mochte das Gefühl, wenn ihr Leute sagten, wie schlank sie geworden sei. Sie spürte aber auch viel Neid. Gingen ihr die Leute aus dem Weg, die selber mit ihrem Körper unzufrieden waren? Sie wurde oft gefragt, wie sie das geschafft hätte. Sie wusste es nicht.

Es gab diese Zeit, in der sich Julia schlank und stark fühlte. Sie war frei, sie war energiegeladen. Aber diese Zeit war nur von kurzer Dauer.

Heute beim Blutspenden hat mich die Betreuerin gefragt, ob ich überhaupt 50 Kilogramm wiege. Blutspenden ist sonst nicht erlaubt. Ich musste lachen, ja klar! Zuhause stand ich auf die Waage: 51 Kilo – war ich wirklich so leicht?

Julia las diesen Tagebucheintrag wieder und wieder durch. Sie erinnerte sich nebelhaft an diese Zeit, in der sie so schlank war. Heute sah sie Fotos und wusste, dass sie wirklich dünn war. War das überhaupt noch schön? Sie hatte ja gar keinen Po und keine Brüste mehr. Wo waren ihre schönen weiblichen Rundungen geblieben?

Sie erinnerte sich an die dreiwöchige Reise auf Neuseeland mit ihrer Freundin Sofia. Schon vier Jahre her! überlegte Julia. Es war so schön!