Leben entfalten - Hermann Schoenauer - E-Book

Leben entfalten E-Book

Hermann Schoenauer

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Beschreibung

Ein Gebet- und Andachtsbuch für die spirituelle Begleitung in der Gemeinde

- Eine Hilfe zum Beten für Gruppen, Kreise, Gremien und die persönliche Spiritualität

Das Gebet- und Andachtsbuch »Leben entfalten« bietet eine Fülle von Texten für Gruppen, Kreise, Gremien und die persönliche Spiritualität in der Kirchengemeinde, in der Diakonie und in vielen weiteren kirchlichen und sozialen Zusammenhängen.

Wo immer ein Gebet zu sprechen ist – für mich selbst oder gemeinsam mit anderen –, ist dieses schön gestaltete und handliche Buch eine willkommene Hilfe für das Gebet und für die Gestaltung kurzer Andachten: ob zu Beginn einer Chorprobe, einer Kirchenvorstandssitzung oder bei der Arbeit als Krankenschwester im Krankenhaus. Neben einer Fülle neu formulierter Gebete finden sich auch etliche bewährte und vertraute Texte.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 99

Veröffentlichungsjahr: 2011

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Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Prolog
Copyright
Eine Publikation des Ökumenischen Geistlichen Zentrums Ecumenical Spiritual Center ESC der Diakonie Neuendettelsauwww.diakonieneuendettelsau.de
Vorwort
Das Gebet führt zur Aufmerksamkeit des Herzens
In unserem Land, in Europa und in aller Welt sind Menschen aus christlichen oder aus humanitären Gründen im Namen der Barmherzigkeit und in helfender Zuwendung zu den Menschen unterwegs. Sie sind für die Menschen da, die der Unterstützung und des Rates in den Lebenslagen bedürfen, die sie nicht ohne andere bewältigen können. Es ist ein Dienst, der alle Kräfte des Leibes und der Seele fordert. Deshalb ist es verständlich, dass sich viele in diesem Dienst verzehren und dabei immer wieder an die Grenze ihrer Möglichkeiten stoßen. Sie benötigen dann selbst Rat, Hilfe, Beistand und Ermutigung. Eine hohe Aufmerksamkeit den Bedürfnissen der anderen gegenüber und der achtsame Umgang mit ihnen sind nur zu leisten, wenn wir selbst immer wieder innehalten und durchatmen können, um aus den Quellen des Lebens neue Kraft und Liebe zu schöpfen. Es gibt viele Möglichkeiten, die physischen und psychischen Kräfte zu stärken. Eine der wichtigsten Quellen für die Ganzheit von Leib, Seele und Geist ist das Gebet. Es ist der Augenblick und Ort des Rückzuges, der Stille und der Besinnung. Im Gebet wenden wir uns einer segnenden Kraft zu, über die wir nicht verfügen, die uns aber geschenkt werden kann. Wir wechseln unsere alltägliche Rolle. Im Vollzug des Gebets werden wir von Gebenden zu Empfangenden.
Mit meinem Buch »Leben gestalten. Gebete zur Zeit«, Gütersloher Verlagshaus 2007, habe ich Gebete für das Kirchenjahr, für die Jahreszeiten und für persönliche Anlässe und Fragen zur Einübung in das tägliche Gebet vor Gott angeboten. In dem darauf folgenden Band »Leben segnen. Rituale für den Alltag«, 2009 ebenfalls im Gütersloher Verlagshaus erschienen, habe ich die Bedeutung des Segens und die Wirkung des Segnens mit dem Zeichen des Kreuzes ausführlich beschrieben und erläutert. Zahlreiche konkrete Segenshandlungen für den Alltag und für die Lebensbezüge von der Geburt bis zum Tod werden in diesem Band für den persönlichen Gebrauch wie für die Arbeit in Kirche, Diakonie und Caritas angeboten. Die Texte aus diesen beiden Bänden bieten eine gute Ergänzung zu den Gebeten und Abläufen des nun vorliegenden Buches für Mitarbeitende in Gemeinde, Diakonie und sozialer Arbeit.
In diesem neuen Buch »Leben entfalten. Gebete für Gemeinde, Diakonie und soziale Arbeit« werden die vorgenannten Bücher nicht nur thematisch ergänzt, sondern auch im Blick auf die Benutzer erweitert. Zum einen geht es um Gebete für die vielen Anlässe und Orte, wo sich Menschen versammeln und vorbereiten, um ihren christlichen und sozialen Auftrag in die Praxis umzusetzen: in der Kirchengemeinde vor Ort, in den verantwortlichen Organen, Gremien und Einrichtungen der institutionellen Kirchen und in den speziellen Einrichtungen und Werken der Diakonie, der Caritas und der Freien Wohlfahrt insgesamt. In der Vorbereitung auf den jeweiligen Dienst ist es notwendig, sich im Gebet Gott zuzuwenden und um seinen Segen für alles Reden und Tun zu bitten.
Zum anderen werden aber auch alle angesprochen und eingeladen, die nicht in der Trägerschaft christlich orientierter Einrichtungen und Verbände wie Diakonie und Caritas arbeiten, aber gleichwohl sich persönlich und im Interesse der anvertrauten Menschen fürsorgend, helfend und beratend und insofern auch seelsorgerlich engagieren. Hier denke ich unter anderem an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Arbeiterwohlfahrt, im Paritätischen Wohlfahrtsverband oder im Deutschen Roten Kreuz.
Die auf den jeweiligen Dienst vorbereitenden Gebete und Gespräche wollen die Aufmerksamkeit unseres Herzens auf den ganzen Menschen mit seinen unterschiedlichen Erwartungen an das Leben, Plänen, Nöten und Sehnsüchten lenken. Im Gebet wenden wir uns Gott zu, dem wir unser Leben verdanken inmitten seiner vielfältigen Schöpfung. Wir müssen nicht auf unsere kleine Kraft allein vertrauen, denn Gott ist uns nahe in Jesus Christus und mit seinem Heiligen Geist. So werden wir frei von uns selbst für das, was Gott von uns erwartet. Und unsere Gespräche eröffnen eine andere Dimension, nämlich die Dimension der Sorge und Liebe, des achtsamen und respektvollen Umgangs miteinander. Wir stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern im Bestreben nach der jeweils für den Betroffenen besten Lebenshilfe.
Im Vaterunser, einem der Grundgebete der Menschheit, das uns Jesus gelehrt hat, liegt das Wesentliche unseres Lebens und der ganzen Welt beschlossen. Es ist das Gebet, das nicht nur die Welt umspannt, sondern auch vielen in unserer Gesellschaft vertraut ist. In jedem rechten Gebet liegt die Anrufung und Hinwendung zu Gott, unserem Vater und dem Schöpfer allen Lebens. In jedem Gebet wenden wir uns an Christus, unseren Erlöser, der uns durch die Auferstehung in das neue Leben führt. Und das Gebet um den Heiligen Geist verwandelt uns zu Menschen, denen trotz aller Schwäche und Unvollkommenheit die Kraft, Hoffnung und Liebe für den geistlichen, seelsorgerlichen, karitativen, diakonischen und sozialen Dienst geschenkt wird.
Simone Weil, zunächst Atheistin, erlebte eine leidenschaftliche Hinwendung zur Spiritualität, bevor sie an den Folgen und Entbehrungen ihres Widerstands im Jahr 1943 starb. Sie hatte ihre persönlichen Erfahrungen mit dem Vaterunser: »Ich habe mir als einzige Übung die Verpflichtung auferlegt, das Vaterunser jeden Morgen ein Mal mit unbedingter Aufmerksamkeit zu sprechen. Wenn meine Aufmerksamkeit unter dem Sprechen abirrt oder einschläft, und sei es auch nur im allergeringsten Grade, so fange ich wieder von vorne an, bis ich ein Mal eine völlig reine Aufmerksamkeit erreicht habe. Dieses Gebet enthält alle je möglichen Bitten; man kann kein Gebet ersinnen, das nicht schon darin beschlossen wäre. Es ist als Gebet, was Christus als Mensch ist. Es ist unmöglich, es einmal zu sprechen und dabei auf jedes Wort die Fülle der Aufmerksamkeit zu richten, ohne dass in der Seele eine vielleicht unendlich kleine, aber wirkliche Veränderung bewirkt wird« (Simone Weil).
Das Gebet am Anfang unseres Redens, Planens und Handelns darf aber keinesfalls zu einer immerwährenden Routine erstarren. Es will unsere Herzen und Sinne für den Anspruch und die Herausforderungen des Alltags öffnen. Es führt uns in die Aufmerksamkeit und in die Liebe Gottes, aus denen die Kraft Christi entspringt und in der er uns durch seine Gegenwart begegnet. Dadurch werden wir fähig, unseren Auftrag zu erkennen und zu erfüllen. Und wir helfen anderen, Leben inmitten von Leben zu entfalten.
Im vorliegenden Band werden Ihnen nach Vorwort und Prolog einige Grundmuster für Andachten angeboten, die Sie auf die jeweilige Situation hin variieren können. Danach folgen Gebete und Segenswünsche für den Anfang und das Ende eines Tages. Diese sind sowohl für den persönlichen Beginn eines Tages als auch für den Anfang oder das Ende einer Gruppensitzung oder eines Mitarbeitergespräches geeignet. Jedenfalls immer dann, wenn nur ein kurzer geistlicher und besinnlicher Einstieg gewünscht wird. Denn nicht für jede Sitzung ist eine ausführliche Andacht erforderlich.
Für Gremien und Kreise in der Gemeinde finden Sie Vorschläge, wie man sich und das jeweilige Gremium bzw. den jeweiligen Gemeindekreis für gemeindliche und kirchliche Anliegen durch eine geistliche Besinnung oder auch nur mit einem Gebet auf die folgenden Verhandlungen, Überlegungen und Veranstaltungen vorbereiten kann.
Anschließend geht es um Gebete für die jeweiligen Mitarbeitenden in Diakonie, Caritas und in den sozialen Diensten. Hier sprechen der oder die Mitarbeitenden mit einem ganz konkreten Anliegen in dem jeweiligen Berufsfeld, in dem sie leben und tätig sind. Diese Gebete haben einen sehr persönlichen Charakter, weil sie die unmittelbaren Anliegen, Fragen und Bewegungen aufgreifen. Diese Gebete sind aber auch in und bei Sitzungen der jeweiligen Fachgruppen verwendbar.
In einem Anhang sind zusätzliche Gebete und Texte für Ihren Dienst aufgenommen.
Mögen die Gebete auf den folgenden Seiten für Sie persönlich wie auch für Ihren Dienst in Gemeinde, Diakonie und in der sozialen Arbeit eine Hilfe sein!
Hermann SchoenauerRektor der Diakonie Neuendettelsau
Prolog
Berufen zum Dienst am Menschen
Peter Helbich
Ich sprach:
Herr, lehre mich beten! Denn Anfang und Ende all meines Denkens, Planens und Tuns bleiben letztlich Stückwerk, wenn dein Segen mich nicht führt.
Der Herr antwortete:
Nimm die Worte, die ich in dein Herz gelegt habe. Sprich meinen Namen und nenne mich Vater. Denn ich habe vor Zeiten mich offenbart und will auch heute bei dir sein. Ich werde bei dir sein, am Abend und am Morgen, auf deinen Wegen und in den Stunden deiner Suche nach deinem Weg und Auftrag in dieser Welt.
Ich verstand, was er mir sagen wollte.
Mein Herz öffnete sich und ich begann die Worte zu sprechen, die mich veränderten: »Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.« Und ich sah Christus, der gekommen war in diese Welt, nicht um zu richten, sondern um zu erlösen. In mir brannte eine Flamme, die meinen Geist und mein ganzes Gemüt ergriffen hatte. Ich konnte nicht anders, als mein Herz für die Nöte der Schwestern und Brüder zu öffnen.
Ich stand auf und machte mich auf den Weg:
zu den Jungen und Alten, zu denen auf der Straße und zu denen in den Gefängnissen, zu denen ohne Kleidung, zu den Kranken, zu den Hungernden und Verdurstenden, zu den Fremden, den Heimatlosen und Vertriebenen, zu den Behinderten und Benachteiligten, zu den Einsamen und Sterbenden. Und ich hörte die Worte des Herrn: »Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan« (Matthäus 25, 40).
Ich legte alles in Gottes Hände.
Mein ganzes Leben und Handeln, mein Reden und Schweigen, meine Hoffnung auf Liebe und Sehnsucht nach Erfüllung. Ich sah meine Aufgaben und bat Gott, mir immer den richtigen Weg zu zeigen. Ich bat ihn, mir die Fähigkeit zu geben, ohne Furcht, sondern mit Kraft und Liebe und Besonnenheit meinen Dienst zu tun.
Ich danke Gott,
dass er mich in den Dienst am Menschen gerufen hat. Wo immer es auch ist, er will, dass ich da bin: in der Gemeinde mit ihren vielfältigen Aufgaben, Pflichten und Verantwortungen; in der Diakonie, die mit den Werken der Barmherzigkeit sich im Namen Jesu Christi allen zuwendet, die des Rates, des Beistands, der Hilfe für den Leib, die Seele und den Geist bedürfen. Und dabei will ich mich daran ausrichten: Alle Diakonie kommt aus dem Herzen der Liebe und Barmherzigkeit unseres Herrn Jesus Christus.
Ich danke Gott,
dass er in den vielen Einrichtungen und Diensten derer, die sich aus Liebe und Zuneigung, aus der Berufung des Herzens und innerer Verantwortung zum sozialen Engagement entschlossen haben, mit seinem Segen wirken will. Wo immer sie auch leben und wirken, es ist eine große Aufgabe, dem Menschen in seiner Not und Bedürftigkeit zu helfen.
Ich vertraue bei allem
der großen und segnenden Kraft des Himmels. »Komme, was mag! Gott ist mächtig! Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte, so wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große, segnende Kraft gibt, die Gott heißt. Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen. Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln - zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit.«
(Martin Luther King)
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
Quellennachweis:
Die Bibelzitate stammen aus: Lutherbibel, revidierter Text 1984, durchgesehene Ausgabe in neuer Rechtsschreibung. © 1999 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart.
Für freundlich erteilte Abdruckgenehmigungen danken wir. Trotz intensiver Bemühungen war es leider nicht bei allen Texten möglich, den/die Rechtsinhaber/in ausfindig zu machen. Für Hinweise sind wir dankbar. Rechtsansprüche bleiben gewahrt.
1. Auflage
Copyright © 2010 by Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München
Dieses Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.
eISBN 978-3-641-06045-9
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