Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
Segen – für den Tages- und Jahreslauf
Morgensegen
Segensfeier
Mittagsegen
Segensfeier
Abendsegen
Segensfeier
Beim Verlassen des Hauses
Segensfeier
Reisesegen
Segensfeier
Segen – für den Lebenslauf
Geburt eines Kindes
Segensfeier
Geburtstag
Segensfeier
Taufe
Segensfeier
Tauferinnerung
Segensfeier
Kindergarten
Segensfeier
Ende der Kindergartenzeit
Segensfeier
Schulanfang
Segensfeier
Konfirmation
Segensfeier
Verlobung – als Paar leben
Segensfeier
Hochzeitstag
Segensfeier
Segen – für Beruf und Arbeit
Beruf und Arbeit
Segensfeier
Betriebsausflug
Segensfeier
Berufswechsel
Segensfeier
Einführung neuer Mitarbeitender
Segensfeier
Dienstjubiläum
Segensfeier
Kündigung
Segensfeier
Verabschiedung
Segensfeier
Eintritt in den Ruhestand
Segensfeier
Segen bei Lebensveränderungen und Lebenskrisen
Segen über Haus und Wohnung
Segensfeier
Lebenskrise
Segensfeier
Lebensreise
Segensfeier
Segen bei Krankheit und Behinderung
Krankheit
Segensfeier
Nach Mitteilung eines Krankheitsbefundes
Segensfeier
Vor der Operation
Segensfeier
Behinderung
Segensfeier
Wiedergenesung
Segensfeier
Segen am Lebensende
Sterben und Tod
Segensfeier
Erinnerung des Todestages eines nahen Angehörigen
Segensfeier
Textanhang
Literaturhinweise
Copyright
Eine Publikation des Ökumenischen Geistlichen Zentrums Ecumenical Spiritual Center ESC der Diakonie Neuendettelsau www.diakonieneuendettelsau.de
Vorwort
Rituale für den Alltag
Unser Leben ist durch eine Fülle von Ritualen geprägt. Rituale haben sich im Lauf der Menschheitsgeschichte als immer wiederkehrende und wiederholende Erinnerung an Sinn und Zweck des Lebens, seiner Zeiten und seiner oft unergründlichen Ereignisse erwiesen. Aber zugleich haben sie auch Orientierung für die Zukunft vermittelt.
Rituale haben ursprünglich ihre Wurzeln im Religiösen, auch wenn sie heute vielfach stärker weltlich als religiös oder christlich verstanden werden. So unterscheiden wir im Gegensatz zu früheren Generationen zwischen weltlichen (profanen) und christlichen (sakralen) Ritualen. Rituale wie zum Beispiel die Volksfeste (Oktoberfest), der 1. Mai, der Muttertag oder der »Tag der Deutschen Einheit« werden nicht aus religiösen Motiven gefeiert. Auch wenn es manchen nicht mehr ganz bewusst ist, so haben aber doch die wesentlichen Feste und Rituale unserer Zeit ausgesprochen christliche Wurzeln, so der Sonntag, Karneval, Aschermittwoch, Ostern, Pfingsten, Erntedanktag, Weihnachten, Silvester und Heilige Drei Könige (mit dem Zeichen C+M+B und der Jahreszahl an der Eingangstür), um nur einige zu nennen.
Christliche Rituale sind für unsere Lebensgestaltung unerlässlich, weil sie in kontinuierlicher Wiederholung an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten Erinnerung, Vergewisserung, Bestätigung, Sinnfindung und Auftrag darstellen. Wie wichtig sind allein die kirchlichen Trauer- und Beerdigungsrituale in unserer Zeit zur Bewältigung des Schmerzes und des tiefen Einschnittes in einem Lebenslauf, in dem der Tod immer mehr als Störfaktor und nicht als Übergang empfunden wird!
Aber auch die Rituale bei der Taufe, der Konfirmation, der Hochzeit, in Lebenskrisen und Krankheit sind für jeden einzelnen Menschen von unbedingter Notwendigkeit. Wenn unser Leben einer gravierenden Veränderung oder einem grundlegenden Neuanfang ausgesetzt ist, benötigen wir Orientierung für den weiteren Weg. Rituale sind wichtig, weil sie deuten und nahebringen, was gerade mit uns geschieht und wie wir es für die Lebensgestaltung aufnehmen und im Prozess des Übergangs in eine neue Situation annehmen.
Die Feier des Gottesdienstes ist eine Verknüpfung von einzelnen Ritualen, die zum Beispiel geordnet in den Agenden, den liturgischen Büchern, und im Gesangbuch zu finden sind. Schon das Glockengeläut, der Einzug bzw. der Eintritt in die Kirche, das stille Gebet gehören dazu. Allein die Feier des Heiligen Abendmahls, der Eucharistie, bedarf eines festen Rituals, damit in Wort und Zeichen, Brot und Wein das Geheimnis des Sakramentes nicht verloren geht. So ist der Gottesdienst letztlich ein sehr sinniger und in der Tradition der Kirche gewachsener Ablauf einzelner Rituale. Insofern gehören Rituale einfach zum Vollzug des Glaubens dazu. Rituale brauchen Zeichen und Gesten, Wiederholung im Sinn von festgelegten Verlaufs- und Verhaltensmustern, die sich eben in der Wiederholung erschließen. Rituale müssen nicht erklärt werden, sie erschließen sich selbst und sie stellen eine Einheit von Erfahrung und Vollzug dar.
In diesem Buch legen wir ein kleines »spirituelles Übungssystem«, also einfache Rituale mit geistlicher Dimension für den Alltag vor, die für den Empfang und die Weitergabe des Segens eine Hilfe sind; denn Rituale gliedern den Alltag, strukturieren und durchdringen ihn. Es geht um Rituale des Anfangs (z. B. Geburt, Taufe, Schulanfang), der Trennung (z. B. Abschied, Umzug), des Übergangs (z. B. Berufswechsel,
Krankheit, Eintritt in den Ruhestand) und der Eingliederung (z. B. Eintritt in den Kindergarten, Konfirmation als Aufnahme in die Gemeinde), also um elementare Erfahrungen, Erinnerungen, Gedenktage, Veränderungen, Einschnitte und Umbrüche in unserem Leben. Ein Leben, das wir in dieser Welt immer im Angesicht der Ewigkeit und letztlich im Blick auf die Ewigkeit leben. »Rituale des Segnens« in unserem Leben bedeuten auch immer Bitte um die göttliche Gnade und um die Durchdringung unseres Glaubens, unseres Denkens, Fühlens und Handelns mit dem Heiligen Geist. »Gottes Segen ist Geschenk, wir müssen ihn nicht machen und seine Wirkung nicht verantworten. Für Segensrituale gilt die Grundhaltung der offenen Hände. Wir bereiten uns und empfangen Segen. Als Gesegnete geben wir weiter. Rituale brauchen einen guten, vertrauten Raum, in dem wir uns öffnen und auf Gottes Barmherzigkeit verlassen können. Tragende Rituale sind einfach, ganz einfach und schön. Sie erlauben uns, im Raum des Vertrauten geborgen zu sein. Wir dürfen empfangen und uns berühren lassen. Die Form des Rituals lässt Segnende und Empfangende wie ein Gefäß sein« (Friederike Immanuela Popp).
Und bei Dietrich Bonhoeffer lesen wir: »Vom Segen Gottes und der Gerechten lebt die Welt und hat sie eine Zukunft. Segnen heißt die Hand auf etwas legen und sagen: Du gehörst trotz allem zu Gott. So tun wir es mit der Welt. Wir verlassen sie nicht, wir verwerfen, verachten, verdammen sie nicht, sondern wir rufen sie zu Gott.«
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und hebe sein Angesicht über dich – ein herrliches Bild im Aaronitischen Segen von der Zuneigung Gottes zu uns. Weil Gott uns liebt, sieht er uns an. Und wenn wir einem Kind segnend die Hand auflegen und es dabei ansehen, ihm unser Gesicht zuwenden, dann spürt und sieht es etwas von der Liebe Gottes und der Kraft des Segens.
Weil Gott uns liebt, kommt er uns in und durch seinen Sohn Jesus Christus ganz nahe. Segen kommt über uns in der Nähe Gottes und in der Begegnung mit ihm, in Jesus Christus bei der Feier des Abendmahls, und in der pfingstlichen Bitte um den Heiligen Geist »Veni Sancte Spiritus« (Komm, Heiliger Geist). Denn wer sich dem Segen Gottes öffnet, der lässt sich auch auf die Wirkung des Geistes ein. Dann beginnt etwas zu wirken, über das wir nicht verfügen können. Ein bekanntes Wort von Martin Luther King führt uns diese segnende Kraft sehr eindrucksvoll und glaubensstark vor Augen: »Komme, was mag. Gott ist mächtig. Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte, so sollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große segnende Kraft gibt, die Gott heißt. Gott kann Wege aus der Ausweglosigkeit weisen. Er will das dunkle Gestern in ein helles Morgen verwandeln – zuletzt in den leuchtenden Morgen der Ewigkeit.«
In der nachfolgenden Einleitung werden Sie Erklärungen, Bedeutung und praktische Hinweise auch zum Segnen mit dem Kreuzzeichen und dem Sich-Bekreuzigen finden. Wir sollten trotz mancher noch vorhandenen Vorbehalte aus vergangenen Zeiten die Zurückhaltung überwinden, mit dem Zeichen des Kreuzes als eines wesentlichen Merkmals der Rituale des Segnens uns zu dem dreieinigen Gott zu bekennen, sichtbar und ohne Scheu. Es wäre schön, wenn dieses Buch mit den »Ritualen des Segnens« Sie dazu ermutigen könnte!
Hermann Schoenauer
Rektor der Diakonie Neuendettelsau
Einleitung
Unter dem Segen Gottes leben
Das deutsche Wort »segnen« kommt vom lateinischen Wort »signare«, das heißt: jemand oder etwas wird mit einem Zeichen versehen, also im christlichen Sinne mit dem Zeichen des Kreuzes. Der Geber des Segens ist Gott. Er sieht den Menschen an und spricht: »Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein« (1. Mose 12,2). Jesus segnete die Menschen. Zum Beispiel in der Begegnung mit den Kindern steht geschrieben: »Und Jesus herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie« (Markus 10,16). Diese Segenshandlung ist mit der göttlichen Zärtlichkeit und mit dem liebevollen Blick verbunden. Dazu gehört die Auflegung der Hände als eine sichtbare und spürbare Berührung. Der ganze Mensch mit Leib, Seele und Geist ist damit einbezogen. Und diese Handlung hat heiligen Charakter, denn Gott selbst will damit den Menschen berühren.
Den Segen des Himmels besitzen und verwalten wir nicht, sondern erbitten ihn und dürfen ihn einem anderen zusprechen. Nur als selbst vom Herrn Gesegnete haben wir die Vollmacht, den Segen weiterzugeben. Wenn wir uns »bekreuzigen«, erbitten wir den Segen für uns. Wir bekennen uns sichtbar zu Christus und wir schützen uns mit dem gezeichneten Kreuz vor der Macht des Bösen. Wenn wir einem anderen die Hände auflegen und mit dem Zeichen des Kreuzes segnen, geben wir im Namen Gottes, des Vaters, und des Sohnes und des Heiligen Geistes die Kraft des Segens an ihn weiter. »Segnen heißt auch: mit gesprochenen Worten, Menschen oder Gegebenheiten hell, ja heilig machen, die Kraft Gottes für sich und andere wirksam machen dürfen, für Menschen und Angelegenheiten das Gute Gottes herbeizuwünschen« (Elisabeth Kinberger).
Der göttliche Segen ist die Leben schaffende und unser Leben erhaltende Kraft. Weil Gott uns liebt, sieht er uns an, das heißt, er lässt sein Angesicht leuchten über uns. Und wenn Gott uns ansieht, wendet er sich mit seiner ganzen Liebe uns zu und schenkt uns Frieden. Frieden im Sinne von Schalom, von Heil und Rettung, von Glück und Freude, von Erlösung und ewigem Leben. Mit dem Segen erhalten wir Leben inmitten von Tod, Hoffnung inmitten von Resignation, die wunderbare und verwandelnde Kraft des Heiligen Geistes, und den Blick für das zukünftige Leben in Gott. Segen ist eine Gnade, die nur Gott uns gewähren kann, wenn wir ihm unser Herz ganz öffnen. Segen ist immer ein Geschenk.
»Der Segen ist der Ort höchster Passivität. Die Schönheit, die Kraft, die Lebensstärke und die Ganzheit garantieren wir uns nicht selbst. Wir empfangen sie im Blick, der auf uns ruht. Der Segen ist der Ort, an dem wir werden, weil wir angesehen werden. Es leuchtet ein anderes Antlitz über uns als das eigene. Es ist ein anderer Friede da als der mit Waffen erkämpfte und eroberte. Der Ausgang und der Eingang sind nicht von eigenen Truppen bewacht, sie sind von Gott behütet. Welche Erwachsenheit, wie viel Aggressionslosigkeit und wie viel Mut gehören dazu, nicht auf sich selber zu bestehen und auf alle Panzer des Selbstschutzes zu verzichten. Sich der Güte des fremden Blicks zu verdanken, sich segnen zu lassen ist eine hohe Kunst.« (…) »Ich schätze die Segensformel auch deswegen, weil ich beim Segen nicht denken will, nicht als Segnender und nicht als Gesegneter. Ich möchte mich einschmiegen in die wiegende Bewegung der Formel, fallen lassen in ihr Bild. Ich möchte also nicht gespannt und aufmerksam sein, nicht an dieser Stelle. Dazu brauche ich aber einen Gestus oder ein Wort, das ich kenne, das sich schon oft wiederholt hat und das mir nicht die Mühe der Bewusstheit abverlangt« (Fulbert Steffensky).
Von der Geburt bis zum Tag unseres Sterbens will uns der Segen Gottes begleiten, helfen, trösten und mit der Gotteskindschaft auszeichnen. Der Segen ist gleichsam wie ein Siegel zur Bewahrung für die Ewigkeit. Es liegt also doch nahe, dass wir immer wieder in unserem Leben, besonders an den entscheidenden Schnittstellen unseres Lebenslaufes, diesen Segen erbitten und uns zusprechen lassen. Dazu möchte dieses Buch »Leben segnen. Rituale für den Alltag« Ihnen in Ihrem privaten Bereich und für den Dienst am Menschen in Kirche und Diakonie, wo so viele auf Zeichen des Segens warten, ein täglicher Begleiter sein.
Zeichen des Kreuzes
Das Kreuzzeichen ist die spezifisch christliche Form des Segens über sich selbst und andere. »Mit einem Zeichen versehen, um Eigentum zu kennzeichnen, ist schon vorchristlicher Brauch. So trugen nicht selten Sklaven das Zeichen ihres Herrn (Name, Anfangsbuchstaben u.Ä.) an der Stirn. So gehört die Besiegelung der Stirn mit dem Kreuzeszeichen schon früh zu den Einführungszeremonien in den Katechumenat (= Vorbereitung eines Taufbewerbers auf die Aufnahme in die Kirche durch die Taufe), die auch Eltern und Paten vollziehen. Durch dieses Besitzzeichen auf der Stirn bekennt sich der Betreffende zugleich zu Christus und vertraut auf die Rettung durch ihn; er stellt sich unter den Schutz des Kreuzes, das nach alter Überzeugung die Dämonen vertreibt« (Rupert Berger).
Die Art des Kreuzzeichens hat sich im Laufe der Geschichte gewandelt. In den christlichen Konfessionen werden noch heute unterschiedliche Formen gepflegt. Das Kreuzzeichen selbst geht auf die frühe Christenheit zurück. Die ersten Belege stammen aus dem zweiten Jahrhundert. Damals wurde das Kreuzzeichen mit einem Finger, mit dem Daumen oder dem Zeigefinger, gemacht. Dabei wurde das Kreuzzeichen zunächst nur auf die Stirn gezeichnet, später über das ganze Gesicht (von der Stirn über die Nase zum Mund und beiden Augen). Der Vollzug des Kreuzzeichens mit einem Finger mag den Glauben an den einen Gott ausgedrückt haben. Athanasius von Alexandria nennt zu Beginn des vierten Jahrhunderts das Kreuzzeichen als Beispiel für einen uralten christlichen Brauch, der dennoch nicht in der Bibel erwähnt ist; damit wendet er sich gegen die Ansicht, sämtliche Aspekte des Christentums ließen sich aus den biblischen Schriften herleiten.
Im achten Jahrhundert kam der Brauch auf, sich mit zwei Fingern – Zeige- und Mittelfinger – zu bekreuzigen. Das Kreuzzeichen wurde seitdem von der Stirn bis zur Brust gemacht. Durch die Verwendung von zwei Fingern wird auf die göttliche und menschliche Natur Jesu Christi gewiesen. Parallel dazu entwickelte sich die Form des Kreuzzeichens mit drei Fingern, Daumen, Zeige- und Mittelfinger, als Symbol für die Dreifaltigkeit. Seit dem 13. Jahrhundert ist dies die vorherrschende Form des Kreuzzeichens in der Ostkirche. In der Westkirche hat sich der Vollzug mit ausgestreckten Fingern durchgesetzt, was als Ausdruck für die fünf Wundmale Christi gedeutet wird.
Leider ist unter den evangelischen Christen der sinnvolle und notwendige Brauch des Segnens mit dem Zeichen des Kreuzes fast verloren gegangen. Für Martin Luther war es noch selbstverständlich: »Des Morgens, wenn du aufstehst, kannst du dich segnen mit dem Zeichen des Heiligen Kreuzes und sagen: Das walte Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.« Ist es doch ein Zeichen der Demut und der Bereitschaft, sich der segnenden Kraft Gottes zu öffnen. In der ökumenischen Begegnung mit den katholischen oder den orthodoxen Christen können wir wieder von der sichtbaren und spürbaren Wirkung des Kreuzeszeichens erfahren und daraus lernen, dass es eine tiefere Bedeutung für unser geistliches Leben haben kann. Es gibt noch etwas Größeres und Stärkeres außerhalb unseres Lebens, das seine heilende Kraft in uns wirksam werden lassen will. Romano Guardini lenkt in seinem Büchlein »Von heiligen Zeichen« unsere Aufmerksamkeit behutsam auf »die sichtbaren Zeichen unsichtbarer Gnade«:
»Du machst das Zeichen des Kreuzes, machst es richtig. Kein hastiges, verkrüppeltes, bei dem man nicht weiß, was es bedeuten soll, sondern ein richtiges Kreuzzeichen, langsam, groß, von der Stirn zur Brust, von einer Schulter zur anderen. Fühlst du, wie es dich ganz umfasst? Sammle dich recht; alle Gedanken und dein ganzes Gemüt sammle in dieses Zeichen, wie es geht von der Stirn zur Brust, von Schulter zu Schulter. Dann fühlst du: ganz umspannt es dich, Leib und Seele; nimmt dich zusammen, weiht dich, heiligt dich. Warum? Es ist das Zeichen des Alls – und das ist das Zeichen der Erlösung. Am Kreuz hat unser Herr alle Menschen erlöst; die Geschichte, die Welt. Durch das Kreuz heiligt Er den Menschen, ganz bis in die letzte Faser seines Wesens. Darum machen wir es vor dem Beten, damit es uns ordne und sammle, Gedanken und Herz und Willen in Gott fasse. Nach dem Gebet,