Leben im göttlichen Licht - Swami Omkarananda - E-Book

Leben im göttlichen Licht E-Book

Swami Omkarananda

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Beschreibung

Das Buch ist für alle Leser gedacht, die nicht so gut rechnen können wie Einstein, aber doch von ihm wissen wollen, wie er so absolut von einer "kosmischen Intelligenz" überzeugt sein konnte. Dazu brauchen sie Swami Omkarananda, der Gott ganz einfach kennt, indem er mit ihm eins wurde. Weil er aber nicht auf den Unendlichen zeigen kann, lädt er uns ein, den Weg dorthin zu beschreiten, den Weg zum eigenen Selbst, zur Vollkommenheit in uns selbst, zum liebevollen Schatz in unserem eigenen Herzen. Und kaum hat uns der Mystiker mit schönen Visionen von Gott verwöhnt, werden wir überrascht: Der Gesuchte wird nicht erst an einem fernen Ende auftauchen und uns dann umarmen. Wir spüren durch die Worte Swami Omkaranandas, dass Er es gerade tut, schon jetzt, ständig. Was wir hier als Weg unter unseren Füßen, als Methode in unseren Händen und als Worte vor unseren Augen erfahren, ist Er, im Hier und Jetzt, in der unmittelbaren Gegenwart. Aus dem Index: Quelle des Lebens, Gott in der heutigen Welt, Die Erfahrung des Göttlichen, Von der menschlichen zur göttlichen Erfahrung, Freiheit und Furchtlosigkeit, Glück und Freude in der Alltagserfahrung, Entwickle deine Größe, Liebe ist alles.

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Swami Omkarananda

LEBEN IM GÖTTLICHEN LICHT

Übungen für unmittelbare Gotterfahrung

HEINRICH SCHWAB VERLAG ARGENBÜHL-EGLOFSTAL

ISBN 9783796405280

Alle Rechte vorbehalten

© Omkarananda Ashram

© 2004 Heinrich Schwab Verlag

Eglofstal 42, D-88260 Argenbühl

Tel. 0049-7566-941957

E-Book-Umsetzung: Zeilenwert GmbH

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Vorwort

Einleitung

1. Kapitel

Die ewige Quelle des Lebens

Die Grundlage aller Existenz

Was ist Gott?

Von Gott zu Gott geht unsere Reise

Jenseits von Zeit und Raum

Gott ist Schönheit

Gott ist nicht nur das gestaltlose Unendliche, sondern auch eine all-liebende Persönlichkeit

Das Eine und das Viele

Gott, das Gute und das Böse

2. Kapitel

Gott in der heutigen Welt

Gott ist die ewige und unmittelbare Gegenwart im Universum und in der menschlichen Erfahrung

Gott in der Welt von heute

Das eigentlich Reale im Leben ist unsichtbar

Gott, das Unbekannte und das Bekannte

Überall ist Gott, Gott, Gott

Die Großen sind die Zeugen für Gott

Schein und Wirklichkeit

Von der materialistischen Behauptung zur mystischen Erfahrung

3. Kapitel

Gott im Menschen

Kein Mensch befindet sich außerhalb des göttlichen Lichts

Gott ist die höchste und alles erhaltende Wirklichkeit im Menschen

Geliebter des Unendlichen, erkenne dich selbst!

Es ist viel mehr in dir, als du dir vorstellen kannst

Ihr seid das Salz der Erde

Ich habe die Welt überwunden

Der Mensch als Ebenbild Gottes

Wie sich die göttliche Natur in dir kundtut

Das Vermächtnis des einfachen Menschen

4. Kapitel

Die Erfahrung des Göttlichen

Erfahre Gott jetzt!

Hier und jetzt kann auf höheren Stufen unseres Bewusstseins die Wahrnehmung Gottes erlangt werden

Gott ist Geist und muss im Geist und durch den Geist erkannt werden

Hier und jetzt erlangen wir Gotterkenntnis durch die Fähigkeit, über uns selbst hinauszugelangen

Gotterfahrung hier und jetzt in Form eines direkten und vertieften Gewahrseins des unendlichen göttlichen Seins in uns

Die Gegenwart Gottes im Wirken der edleren Seelenkräfte im Menschen

Indirektes Gotterkennen und Gottgewahrsein hier und jetzt durch das Studium erleuchtender Literatur und durch eigenes reflexives Denken

Wir erfahren Gott hier und jetzt durch die Wirkungen, die Seine Gegenwart hervorruft

Gotterfahrung hier und jetzt durch alles umfassende göttliche Liebe

5. Kapitel

Von der menschlichen zur göttlichen Erfahrung

Leben aus der Macht und dem Frieden Gottes

Es sind gesegnete Augenblicke in unserem Leben, wenn wir Gott fühlen, schauen, erkennen und erfahren

Tausendfacher Segen erblüht aus dem Gewahrwerden göttlicher Gegenwart

Weil Gott Friede, Liebe und Licht ist, wollen wir uns im Alltag üben, diese Eigenschaften zu verwirklichen

Die wichtigsten Übungen zur inneren Evolution

Gott ist jetzt bei mir

Übungen zur unmittelbaren Gotterfahrung

6. Kapitel

Freiheit und Furchtlosigkeit

Wahre Freiheit

Das Leben als Prüfung und Chance

Schaffe dir die eigene geistige Atmosphäre

Fünf Wege zur Überwindung von Leid und Schmerz

Verzweifle nie – in allem liegt ein Segen

Sieben Hauptwege zur Überwindung von Problemen und Schwierigkeiten

Von Zweifel, Angst und Sorge zu Vertrauen, Liebe, Frieden und Freude

Kummer und Sorge sind vergänglich

Du kannst alles meistern

Von der Schwäche zur wahren Kraft

7. Kapitel

Weisheit im täglichen Leben

Da ist in allem...

Weisheit des Lebens

Erkenntnis, die das Leben erhellt

Nicht die Umwelt – dein Verhalten entscheidet

Alles kehrt zu dir zurück

Die Ernte ist nahe

Liebe, Schönheit und Freiheit

Liebling der Weisheit, finde zurück zur unendlichen Freude

Das Glück der Weisen

Die Segnungen eines dankerfüllten Herzens

8. Kapitel

Glück und Freude in der Alltagserfahrung

Freude, ewige Freude

Das wahre Glück wohnt in unserem höheren Bewusstsein

Inspirierende und höhere Freuden für dich

Vom Glück der Gemeinschaft mit guten, edlen und heiligen Menschen

Glück aus der Entwicklung unserer mentalen Natur

Die Segnungen der Heiterkeit und des Frohsinns

Der geistige Wert der Heiterkeit

Von der Notwendigkeit, ein Optimist zu sein

Ausnahmesituationen bringen den Menschen mit Gott in Berührung

Die göttliche Gnade steigt auf mancherlei Weise zu uns herab

9. Kapitel

Entfalte deine Größe

Durch das, was du anziehst, erkennst du, was du bist

Alles um dich her, die ganze Natur verkündet, was du bist

Auf dich kommt es an!

Entwickle deine Größe

Die Gefahr des Hochmuts

Der Prüfstein unserer Güte

Was ist gut?

Das gute Herz

Inspirierende Gedanken und weite Gefühle bringen Sonnenschein ins Leben

Prüfe deine Liebe

Analysiere deine Liebe

Geliebter Gottes, bewahre und entfalte dein Wesen

Lebe im göttlichen Licht

Du bist sehr wertvoll für die Welt

Verbreite Frieden

Du bist ein Segen und eine Freude für die Welt

Meines Herzens Verehrung sei dir zuteil

Sei Träger des Gottesreichs

10. Kapitel

Licht auf dem Weg zur Vollkommenheit

Unser ewiges Leben ist das Königreich Gottes in uns

Kein Mensch kann sich der Notwendigkeit des ernährenden Brots und des Friedens aus Gott entziehen

Suche das Unendliche

Dein Beitrag zur Evolution des Menschen

Viele Wege führen zur Seligkeit

Gott antwortet auf alle von Herzen kommenden Gebete

Die Vollkommenheit beginnt jetzt, in dieser Sekunde

Fürchte nicht die Zukunft, gestalte sie jetzt!

Zeit ist Voranschreiten

Stehe nie still, sondern schreite voran

Tue es jetzt

In diesem Augenblick kannst du ein Engel sein

Deine hohe Aufgabe auf der Erde

Der Mensch hat keine Heimat auf der Erde, nur im Himmel seines eigenen Herzens

11. Kapitel

Gott als die Vollendung menschlichen Lebens

Alles ist Gott und Gott ist unendlich viel mehr als alles

Bewusstsein als schöpferische Macht

Schritt um Schritt muss die innere Entwicklung weitergehen

Im höchsten Bewusstsein sind wir miteinander verbunden

Erfahrung der Einheit mit Gottes vollkommenem Sein, das große Ergebnis der Meditation

Die Meditationsmethode eines Menschen der Hingabe

Für das erleuchtete Bewusstsein gibt es nichts, das nicht Gott ist

Die Fruchtbarkeit intensiver Meditation

Die läuternde Wirkung intensiver Meditation

Gott wirkt im Menschen, der aus innigem Gottbewusstsein heraus lebt und arbeitet

Das innere Wesen des Heiligen

12. Kapitel

Liebe ist alles

Die Welt ist aus Liebe erschaffen

Was die Liebe alles vermag

Die Liebe ist göttlich und Jesus ist die herrliche Verkörperung der Liebe

Liebe ist eine universale Tugend, eine allumfassende Kraft und ein alles umwandelndes Licht

Die Liebe entfaltet geistige Anlagen

Die Liebe ist das Licht der Welt

Wachstum in der Liebe schenkt Gotterkenntnis und Glückseligkeit

Das Wesen der spirituellen christlichen Intelligenz

Der wahre Christ umspannt mit seinem Mitgefühl die ganze Welt

Das wahre Wesen und die Auswirkungen der Liebe

Bereichere die Welt durch göttliche Liebe

Der Friede der Welt beruht auf dem Frieden im Herzen des Einzelnen

Vorwort

Swami Omkaranandas ununterbrochene Erfahrung des Göttlichen als Liebe und Schönheit, als unsterbliches Sein, unendliches Bewusstsein und all-liebende Göttliche Mutter ist die Grundlage seiner Philosophie, seines gesamten Werks und Lebens. Seine Geistigkeit ist universal, modern, integral, die Erfüllung aller Religionen und jenseits davon. Seine Schriften und Ansprachen sind Tausenden eine Quelle der Inspiration zur geistigen Höherentwicklung geworden. Dem Mystiker und Weisen Swami Omkarananda, 1929 am Weihnachtstag geboren, wurde schon im Kindesalter die Erfahrung der Allgegenwart, Allwisssenheit und Allmacht Gottes zuteil. Mit 16 verließ er seine Familie in Südindien und begab sich in den Himalaya zu Swami Sivananda, einem der großen Weisen unserer Zeit. Dieser erkannte die göttliche Natur des jungen Gottliebenden (er nannte ihn „boy sage“) und nahm ihn 1947 in seinen von Shankaracharya gegründeten Mönchsorden auf. Viele Jahre widmete sich Swami Omkarananda intensiv vergleichenden Studien aller Wissenschaften von Ost und West, um sich auf seine Mission vorzubereiten. Er schrieb zahlreiche Bücher, die auch große internationale akademische Anerkennung fanden.

Die letzten 35 Jahre seines irdischen Daseins, von 1965 bis 2000, lebte, lehrte und wirkte er in vollkommen selbstlosem, dynamischem Dienst an seinen Mitmenschen in Europa. Hier gründete er auch diverse gemeinnützige Institutionen. Leben und Werk sind Ausdruck seiner universalen Liebe, die sich immer in Taten manifestierte, seiner endlosen Geduld, seiner außergewöhnlichen Sprach- und Dichtkunst und seines umfassenden Verständnisses von Philosophie und Psychologie. Ein besonderes Merkmal ist seine Wissenschaftlichkeit, mit der er uns durch immer neue Methoden die Existenz des reinen unendlichen Bewusstseins in seinem persönlichen und unpersönlichen Aspekt veranschaulicht. So zeigt er uns den Weg zu unserem eigenen höchsten Selbst und hilft uns, das göttliche Licht der Wahrheit in unserem Leben leuchten zu lassen. Seine Worte wirken direkt auf die Seele und wecken sie auf. Darin liegt ihr schöpferischer Wert, der im täglichen Leben fruchtbar werden kann und uns den Schätzen in der Stille unseres inneren Selbst öffnet.

Was Swami Omkarananda ein Leben im göttlichen Licht nennt, ist für jeden von uns zugänglich. Er gibt uns zahllose Methoden dazu in die Hand und weist auf das Geheimnis in unserem eigenen Herzen, das den Weg in die Freiheit kennt.

Januar 2004

Eleonore Lauterborn

Einleitung

In unserer turbulenten und säkularen Zeit der Automatisation und der Atomkraft, in der auf der ganzen Welt die Religion als Bündel überholter Vorstellungen abgetan wird, suchen die Menschen gierig nach Ersatz und müssen feststellen, dass sie dadurch eher der Verzweiflung als dem Glück in die Arme getrieben werden. Gerade in dieser Zeit schenkt uns das vorliegende Buch etwas, das die fragende Vernunft des modernen Menschen befriedigt und anspornt; das nach Liebe verlangende Herz erhält Nahrung und Wachstum, das bedrängte Leben erlangt Befreiung und Stärke und der unruhige Geist findet Frieden und Sicherheit. Und was noch mehr ist als das: Der geistig Suchende erfährt mit Hilfe dieser Lektüre was es heißt, ein Kind Gottes zu sein.

Das Licht unseres eigenen begrenzten und auf sich selbst gestellten Fassungsvermögens ist nicht ausreichend, um unser Leben zu einer stets aus sich selbst neu hervorquellenden Freude, Kraft und Erfüllung werden zu lassen. Es braucht die Unterstützung jenes anderen Lichts, des Lichts des göttlichen Bewusstseins, der Liebe und der Wahrheit in uns, über uns und rund um uns her, das mit größerer Sicherheit als unsere individuelle Existenz besteht und ohne das unsere ganze nüchterne Sachlichkeit nur Illusion ist.

Das Licht der zeitlosen göttlichen Wirklichkeit wahrzunehmen und des von dieser Allmacht ausgehenden Schutzes sicher zu sein und aus Seiner grenzenlosen Gnade und Liebe in jeglicher Notlage schöpfen zu können, gibt mehr Kraft als jedes andere Mittel; es gibt dem Psychologen ein größeres Wissen über die menschliche Natur, dem Arzt größere Fähigkeiten zum Heilen, dem Wissenschaftler eine größere Durchdringungskraft der Intelligenz, der Hausfrau und Mutter bessere Möglichkeiten, Harmonie und Glück um sich zu verbreiten.

Swami Omkarananda stellt uns nicht einen Gott vor Augen, der weit entfernt von uns wäre, sondern der unmittelbar bereit steht, uns weiterzuhelfen, unsere geistige Erkenntnis zu vertiefen und unser Leben zu einem Leben des Fortschritts und der Freude zu gestalten.

Die Literatur Swami Omkaranandas zeichnet sich dadurch aus, dass sie dem Leser sehr viele einfache Methoden darlegt, um zur bewussten Erfahrung der Beziehungen mit dem göttlichen Licht in Familie und sozialem Umfeld, in Beruf und Öffentlichkeit zu gelangen. Sie bringt uns mit dem Göttlichen in Berührung und bietet uns die Mittel dar, durch die wir in den Besitz von Frieden, Licht und Gottes Gnade gelangen.

Einer der auffallendsten und kennzeichnendsten Faktoren in der Philosophie Swami Omkaranandas ist deren Theozentrik. Sein ganzes Denken, sein ganzer Selbstausdruck, seine ganze Lebensschau ist im höchst machtvollen Bewusstsein der Wahrheit aller Wahrheiten, in Gott, tief verwurzelt. Sein gesamtes Leben und Denken ist Ausfluss dieser Verwurzelung in Gott.

Wir können in dieser starken, ausgeprägten Theozentrik nicht eine persönliche Vorliebe oder Eigenheit erblicken oder sie als übertrieben und einseitig betrachten. Man schaue doch nur auf die großen Schriften der Weltliteratur: Was sind die bedeutendsten unter ihnen anderes als Bücher, die ganz und gar in Gott gegründet, Ausfluss der inneren Begegnung mit Gott und der Erfahrung Gottes sind. Ganz unbestreitbar erscheint für jene Großen, die innige und direkte Gotterfahrung hatten, eine entschiedene Theozentrik in all ihren Selbstäußerungen – sei es durch das gesprochene oder das geschriebene Wort oder durch ihr Leben selbst – als ein ganz und gar natürlicher und spontaner Selbstausdruck. Eine Theozentrik, wie wir sie für die Schriften, die Philosophie und das Leben von Swami Omkarananda so bezeichnend finden, wird ganz allgemein von allen großen Schriften der Weltliteratur wie auch von den Heiligen, Weisen und Mystikern in aller Welt geteilt.

Inzwischen dürfte auf geistigem Gebiet der Höhepunkt der Materiebesessenheit, des Intellektualismus und der Geistentfremdung erreicht worden sein. Doch die Ergebnisse der Naturwissenschaft haben selbst dazu beigetragen, diese Finsternis wieder ein wenig aufzuhellen. Aber so wie der Winter seine volle Macht erst entfaltet, nachdem der sonnenärmste Tag längst vorbei ist, so dringt auch die Kälte der geistigen Lichtarmut erst jetzt in voller Stärke ins Leben der Menschen ein. Der materialistische Denk- und Lebensstil kommt voll zur Auswirkung und ergreift alle Bereiche der modernen Gesellschaft, während unterdessen das Licht geistiger Erkenntnis bereits im Zunehmen begriffen ist.

Heute wird verschiedentlich festgestellt, dass die Wissenschaft an einem toten Punkt angekommen ist, weil sie ihre Verbindung mit dem höheren philosophischen Denken verloren hat, während die Philosophie ihrerseits zwar das Ideal der Synthese aufrechterhielt, darüber jedoch an Wirklichkeitsnähe einbüßte.

Diese Tatsache wurde schon von einem Wissenschaftler wie P. Teilhard de Chardin vermerkt wie auch von anderen prominenten Wissenschaftlern und Denkern, die bereits vor Jahrzehnten Anregung zu einem einheitlichen Gedankengebäude auf naturwissenschaftlicher Grundlage gaben; dieses sollte die Gesamtheit der Erscheinung Mensch miteinschließen. P. Teilhard de Chardin forderte eine naturwissenschaftliche Anthropologie, die das ganze Phänomen erfasst und nicht nur jenen Teil davon, der den gegenwärtig bestehenden Methoden zugänglich ist. Darüber hinaus stellte er die Forderung, das Phänomen als solches zu überschreiten, da der Mensch sich auf etwas hin entwickle, das jenseits des gegenwärtigen Phänomens liegt.

In der Philosophie Swami Omkaranandas ist die Forderung nach Überschreitung des Phänomens ganz und gar erfüllt. Während jedoch bei P. Teilhard de Chardin ein Entweder-Oder zwischen Philosophie und Naturwissenschaft gegeben zu sein scheint, besteht im Denken Swami Omkaranandas ein vielschichtiges Neben- und Übereinander verschiedener Erkenntnisbereiche und Erkenntniskräfte des Menschen, die sich auf höherer Ebene zur Synthese vereinen.

Dass die Theozentrik im System eines neuzeitlichen Denkers überhaupt so weitschweifiger Erklärungen bedarf, liegt in der Konvention der Wissenschaft und vieler philosophischer Strömungen begründet, jeden Terminus, der die Wirklichkeit „Gott“ kennzeichnet, zu vermeiden. Da die Wissenschaft einen so großen Einfluss auf unser gesamtes Leben und Denken ausübt, hat sich diese Konvention über weite Kreise der heutigen Gesellschaft ausgebreitet. Konventionen haben zuweilen die Funktion, irgendwelche Entwicklungsnotwendigkeiten zu schützen; doch gehört es zu ihrem Wesen, früher oder später zu erstarren und zum Hemmnis zu werden. Genauso wie im Leben des Einzelnen gibt es auch im Leben einer Gruppe oder der ganzen Menschheit ein Trägheitsmoment, das ein bequemes Verharren in eingefahrener Routine der geistigen Anstrengung neuen Voranschreitens vorziehen lässt. Swami Omkarananda indessen macht nie Umschweife oder auch nur den Versuch, die Wirklichkeit „Gott“ sprachlich irgendwie zu umgehen, höchstens dass er verschiedenartigen Menschen gegenüber unterschiedliche Bezeichnungen gebraucht. Er ist sich dieser Wirklichkeit viel zu stark bewusst, um sie nicht hinter allen Gegebenheiten des äußeren Lebens zu erkennen und sich auf Schritt und Tritt auf sie zu beziehen. Sie ist im Grund die einzige Wirklichkeit, mit der er beständig umgeht, in der er lebt und aus der er lebt.

Der Gedanke der Höherentwicklung nimmt in seiner dynamischen Philosophie einen hervorragenden Platz ein. Doch ist für ihn nicht die Materie, sondern die individuelle Seele die vorgängige Tatsache: die aus Gott hervorgegangene Seele, die das Göttliche, das Ebenbild in sich trägt, der verlorene Sohn aus dem biblischen Gleichnis. Diese individuelle Seele durchläuft einen Prozess der Höherentwicklung, heraus aus dem Zustand der Unkenntnis über das ihr innewohnende geistige Selbst und hin zu einem Zustand geistiger Selbsterkenntnis; aus einem Stadium, in dem das göttliche Leben mit seiner Kraft, seinem Frieden und seiner Erkenntnis und Vollkommenheit nur latent vorhanden ist, auf einen Zustand hin, wo die Fülle des göttlichen Lebens offenbar wird, wo sich das göttliche Bewusstsein im Menschen seiner selbst voll und ganz bewusst ist und sich selbst als eins mit dem einen höchsten Sein erfährt.

Für Swami Omkarananda sind die vergänglichen Phänomene nicht von erstrangiger Bedeutung und Wichtigkeit. Ihnen eine zu hohe Bedeutung beizulegen würde den zentral wichtigen Fortschritt und das Ziel der Evolution aus dem Auge verlieren lassen. Es wäre, wie wenn man dem Kleid des Menschen in übertriebener Weise Beachtung schenkte, so dass der Mensch selbst darüber fast vergessen würde, während man den äußeren Hüllen alle Aufmerksamkeit zuwendet. Das Einzige in der Materie, was für Swami Omkarananda zählt, ist das göttliche Bewusstsein im Innern, das im Menschen zu seinem Selbstgewahrsein erwachen kann. Dieses Bewusstsein ist für ihn alles und er sieht es in allem und in allen. Es ist das allem zugrunde liegende Göttliche.

Für Swami Omkarananda wird dieses in aller Materie und im Menschen schlummernde Göttliche als eine höchst dynamisch-reale Gegenwart erlebbar, eine nahe und unmittelbare Gegenwart, eine überaus liebevolle Gegenwart, die nicht nur unpersönlich und abstrakt, sondern als Grundlage jeder Persönlichkeit zugleich auch Persönlichkeit in höchster Potenz ist. Der Gottesbegriff Swami Omkaranandas ist nicht darauf zugeschnitten, Philosophen und Theologen zufriedenzustellen, sondern darauf den Menschen seinem höchsten Ziele, der Vergöttlichung, entgegenzuführen.

Das Gottesbild Swami Omkaranandas, wie persönlich, praktisch und menschennah es auch sein mag, hält jedoch den Menschen keineswegs in alten überholten Denkweisen und Auffassungen von Welt und Leben fest. Seine Konzeption des Göttlichen ist durch und durch empirisch, philosophisch und selbst wissenschaftlich unanfechtbar und zukunftsweisend. Sie vermittelt dem Menschen einen Lebensstil, der ihm in seiner Ganzheit angemessener ist als irgendeiner der gegenwärtig gebräuchlichen. Gott ist für den Swami keine Idee menschlichen Denkens, kein Produkt menschlichen Geistes und noch viel weniger eine wissenschaftliche Hilfshypothese zum Auffüllen menschlicher Erkenntnislücken. Im Gegenteil betont Swami Omkarananda die Wichtigkeit, die Leuchtkraft des Geistes – auch des Intellekts – aufs höchste zu steigern und die Grenzen der Erkenntnis so sehr auszuweiten, wie es die jeweiligen Erkenntnismittel erlauben. Um über die Auflösungskraft des Intellekts hinauszugelangen, ist die Entwicklung höherer Geisteskräfte nötig, was durch beständiges Nachsinnen über Hohes und Höchstes erreicht wird. Dadurch gelangt der Mensch in eine Geistesverfassung, wo die Realität Gottes niemals mehr dem Blick entschwindet, sondern diese höchste Wirklichkeit durch alle anderen Gegebenheiten hindurchleuchtet, wo Gott eine ungleich höhere Realität gewinnt als alles, was durch die Werkzeuge von Sinnesorganen und Verstand hindurch wahrgenommen wird. Gott wird dann in allem erschaut als das eine Sein, als der zur Höherentwicklung Antreibende in allen Wesen, als die unendliche Liebe, als das unendliche Licht, als unendliche Erkenntnis, Kraft und Vollkommenheit.

Gott allein ist der Friede und die Suche nach diesem Frieden steht hinter allen Bemühungen um den Frieden, die heute so weitverbreitet und so erfolglos sind.

Die intellektuellen und sozialen Strömungen und Konventionen sind Phänomene, die kommen und gehen und einen so stark auf die Wirklichkeit hinter den Phänomenen bezogenen Geist wie Swami Omkarananda nicht beeindrucken können. Es liegt seiner inneren Berufung fern, sich in Tageskämpfe zu mischen. Seine Aufgabe ist es, uns die zeitlose Wahrheit in Erinnerung zu rufen, dass der Mensch kein vergängliches Geschöpf ist, sondern ein unendliches und unsterbliches Bewusstsein aus Gott in sich trägt, das zu erfahren höchstes, unvergängliches Glück und ewiges Leben bedeutet.

Der vielseitige Wert der Schriften Swami Omkaranandas ist geradezu auf diese Theozentrik zurückzuführen und geht aus dieser unmittelbaren, unmissverständlichen Begegnung mit den vielen Dimensionen der Einen Wahrheit zurück. In einer Welt der begrenzten, relativen und bruchstückhaften Wissenschaften und Erkenntnissysteme kann allein Gott Bauplan und Substanz der Wissenschaft aller Wissenschaften, der Erkenntnis aller Erkenntnisse, der Kunst aller Künste, des Lebens allen Lebens bilden. Keine Wissenschaft, keine Erkenntnis, keine Kunst, kein Leben kann auf die Dauer Bestand haben ohne die Berührung mit dieser kraftspendenden, emporhebenden und tragenden Wahrheit und kann auch nicht von Ängsten und Problemen befreien noch eine Quelle des Friedens, des Glücks und des Lichts sein.

Das vorliegende Buch gründet auf ein Leben im Licht des Göttlichen und bietet die kostbare, ja sogar entscheidende Anregung und Hilfe, die innere Freiheit und Kraft auf den verschiedenen Stufen und in den jeweiligen Berufungen unseres Lebens zu ergreifen.

Helli Wagner-Glanzmann

1. KAPITEL

Die ewige Quelle des Lebens

Die Grundlage aller Existenz

Gott ist kein Erzeugnis dichterischer Phantasie, kein Gegenstand visionärer Träume, kein Mythos menschlichen Bewusstseins, sondern die einzige Wirklichkeit, ohne die das Leben keine erhaltende Kraft, die Zeit keine Existenz, die Bewegung keinen Antrieb, der Geist keine Intelligenz, die Materie keine Substanz, die Seele keine Seinswirklichkeit und das Bewusstsein kein Bewusstsein seiner selbst hat. Nichts Erschaffenes hat tragenden Grund oder verwirklichende Wahrheit in sich.

Das Greifbare, das Stoffliche der Materie mag die einzige Erfahrung für den körperbewussten Menschen sein; aber für den Weisen ist die Spiritualität der Materie eine lebendige Erfahrung, und obwohl für die suchende Intelligenz eines Philosophen Gott ein Ideal darstellt, ist Er für den erleuchteten Weisen eine Tatsache. Das Göttliche offenbart sich uns in der Vision, nicht in begrifflicher Weise. Diese Schau stellt sich als lebendige Wirklichkeit dar, als eine Realität unmittelbarer, fortgesetzter, konkreter Erfahrung.

Was ist Gott?