Das Universum im Menschen – der Mensch im Universum - Swami Omkarananda - E-Book

Das Universum im Menschen – der Mensch im Universum E-Book

Swami Omkarananda

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Beschreibung

Forschung und Selbsterforschung mit Albert Einstein, Swami Omkarananda, Paul Davies, Paul Conrad, den Veden, Sri Ramana Maharshi, Shirdi Sai Baba, dem Valmiki Ramayana, Umberto Ecco, David Bohm, Charles Darwin, Johann Wolfgang von Goethe, James Jeans, Stephen Hawking, Lincoln Barnet, John Boslough, Freeman Dyson u.a.. Die letzten Worte Werner Heisenbergs, eines der Begründer der Quantenphysik, sollen gewesen sein, dass der nächste Schritt in der Physik die Erkenntnis bringen wird, dass das ganze Universum nur aus reiner Information besteht. Und von da ist es nur noch ein winziger Schritt zur Erkenntnis, dass alles Bewusstsein ist, dass Bewusstsein am Anfang war, dass Bewusstsein kein Produkt der Materie, sondern der Ursprung derselben ist und dass Materie ihrer Essenz nach folglich nichts anderes als Bewusstsein sein kann. Swami Omkarananda ist sich bei seinen Aussagen sicherer als die Physiker. Er stellt keine Mutmaßungen an. Er braucht es nicht. Seine Aussagen über die Schöpfung sind der Erfahrung des Mystikers entnommen, der er ist. Es sind lebendige Erfahrungen, Erfahrungen aus erster Hand: "Man kann das Universum (die manifestierte Wirklichkeit) als aus vielfältigsten Schwingungen bestehend erklären. Das ist richtig. Wenn wir aber weiterfragen und die wahre Natur der Schwingungen verstehen wollen, die Kraft, die hinter den Schwingungen wirksam ist, das die Schwingung verursachende und erhaltende Prinzip, die Essenz, aus der sich die Schwingungen bilden - dann berühren wir das göttliche Bewusstsein und sehen überall nur noch dieses Eine: das göttliche Bewusstsein... Es gibt einen Zustand des unmanifestierten Bewusstseins des Unendlichen jenseits des Schöpfers. Der Schöpfer - die höchste Gottheit endloser Erkenntnis, endloser Kraft und endlosen Lichts, Schöpfer des ganzen Universums - ist, vom Standpunkt der nicht manifestierten Wirklichkeit aus gesehen, nicht die letzte Höhe. Es gibt immer noch Unendlichkeiten jenseits von Ihm, beziehungsweise das unendliche Jenseits, das noch nicht manifestiert ist. - Das Manifestierte ist das, was wir sehen können, die Millionen von Universen, die endlose Zahl von Welten innerhalb von Welten, von Welten aller Schattierungen und Bewusstseinsgrade: All diese bilden nur die manifestierte Wirklichkeit." "Gott ist ein Punkt, der unendlich ist; ein Punkt, der ohne Dimensionen ist; ein Punkt, der absolut ist. - Es ist ein winziger Punkt, aber dieser Punkt enthält alles. Er ist größer als alles." Und aus diesem dimensionslosen Punkt entstand die Welt - das Nichts, aus dem über das Quantenvakuum mit seiner Antigravitation als Pumpe (negativer Druck) unendliche Energie hervorquoll; "spontan", sagen die Physiker; "bewusst und als Ergebnis eines kosmischen Designs des Schöpfers", sagen die Mystiker. Warum sollte nicht Bewusstsein der Schöpfer des Universums sein? Wäre das nicht viel logischer als anzunehmen, ein Nichts, das nicht einmal definiert werden kann, sei sein Schöpfer? Swami Omkarananda ist sich bei seinen Aussagen sicherer als die Physiker. Er stellt keine Mutmaßungen an. Er braucht es nicht. Seine Aussagen über die Schöpfung sind der Erfahrung des Mystikers entnommen, der er ist. Es sind lebendige Erfahrungen, Erfahrungen aus erster Hand: "Man kann das Universum (die manifestierte Wirklichkeit) als aus vielfältigsten Schwingungen bestehend erklären. Das ist richtig. Wenn wir aber weiterfragen und die wahre Natur der Schwingungen verstehen wollen, die Kraft, die hinter den Schwingungen wirksam ist, das die Schwingung verursachende und erhaltende Prinzip, die Essenz, aus der sich die Schwingungen bilden - dann berühren wir das göttliche Bewusstsein und sehen überall nur noch dieses Eine: das göttliche Bewusstsein... Es gibt einen Zustand des unmanifestierten Bewusstseins des Unendlichen jenseits des Schöpfers. Der Schöpfer - die höchste Gottheit endloser Erkenntnis, endloser Kraft und endlosen Lichts, Schöpfer des ganzen Universums - ist, vom Standpunkt der nicht manifestierten Wirklichkeit aus gesehen, nicht die letzte Höhe. Es gibt immer noch Unendlichkeiten jenseits von Ihm, beziehungsweise das unendliche Jenseits, das noch nicht manifestiert ist. - Das Manifestierte ist das, was wir sehen können, die Millionen von Universen, die endlose Zahl von Welten innerhalb von Welten, von Welten aller Schattierungen und Bewusstseinsgrade: All diese bilden nur die manifestierte Wirklichkeit." "Gott ist ein Punkt, der unendlich ist; ein Punkt, der ohne Dimensionen ist; ein Punkt, der absolut ist. - Es ist ein winziger Punkt, aber dieser Punkt enthält alles. Er ist größer als alles." Und aus diesem dimensionslosen Punkt entstand die Welt - das Nichts, aus dem über das Quantenvakuum mit seiner Antigravitation als Pumpe (negativer Druck) unendliche Energie hervorquoll; "spontan", sagen die Physiker; "bewusst und als Ergebnis eines kosmischen Designs des Schöpfers", sagen die Mystiker. Warum sollte nicht Bewusstsein der Schöpfer des Universums sein? Wäre das nicht viel logischer als anzunehmen, ein Nichts, das nicht einmal definiert werden kann, sei sein Schöpfer?

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zusammengestellt von

George Weber

1. Auflage 2005

Alle Rechte vorbehalten

© 2005 Heinrich Schwab Verlag KG

D-88260 Argenbühl-Eglofstal

Tel. 0049-7566-941957

www.heinrichschwabverlag.de

Gesamtgestaltung und Übersetzung

der verwendeten Texte aus dem Englischen:

George Weber

E-Book-Herstellung: Zeilenwert GmbH

ISBN-13: 978-3-7964-0537-2

INHALT

Cover

Titel

Impresssum

Personenregister

Einleitung

Die Wiederversöhnung von Materie und Geist – von äußerem und innerem Universum

Naturwissenschaft und Technik in ihrer Beziehung zu Kultur und Gesellschaft

Religion und geistige Werte

Ethik und soziale Praxis

Mittel zur Vergeistigung des menschlichen Lebens in Staat, Recht und Wirtschaft

Einheit ist die Wahrheit

Das Universum der Physik und der mystische Aspekt

Wissenschaftler, Dichter und Mystiker über das Universum

Altes Wissen

Das Erlebnis des Mystischen

Bruchlose Ganzheit

Das Leere ist das Volle

Einheit des Universums

Sinnvolles Universum

Geheimnis des Universums

Wissenschaftliche Lügen

Die erste Ursache – Gott

Gott ist dem Universum immanent – Geist-Materie: ergänzende Ingredienzien

Gott innerhalb der Schöpfung

Das All ist ein großer Gedanke

Unerforschliches All

Meine Religion

Die religiöse Seite des Urknalls

Der Tanz Shivas

Sind wir in der Welt?

Am Anfang war das Wort

Vor der Schöpfung

Weder etwas noch nichts: der Anfang

Der erste Same

Niemand kann den Ursprung kennen

Uranfängliche Energie

Ein kosmischer Opferritus

Der Herr der Unsterblichkeit

Der vollkommene Schöpfer

Die sich selbst erhaltende Energie

Der Formlose

Der Herr der kosmischen Energie

Der Eine ohne ein Zweites

Der Allgegenwärtige

Eine kleine Schöpfung Gottes

Unendliches Energiemeer

Die Welt der Objekte

Die wahre Natur des Universums

Je mehr man zu wissen glaubt

Gigantische Bewusstseinskraft

Unvorstellbares Universum

Die Schwerkraft – als möglicher Seelenaspekt aller physikalischen Manifestation, als schöpferisches und lenkendes Prinzip im Kosmos

Der Beobachter

Die Rolle des Beobachters in der Quantenphysik

Die Rolle des Beobachters vom Standpunkt des Mystikers aus gesehen

Der Ursprung des Universums

Brauchen wir nach Auskunft der Physik noch einen Gott als Ursprung der Schöpfung?

Schöpfung aus dem Selbst

Verschiedene Theorien über den Ursprung des Universums

Das Universum als organisches Ganzes

Der Stoff des Universums ist das Absolute

Das schöpferische Prinzip

Das schöpferische Prinzip – über das Entstehen der Welten

Das Universum als Projektion des Göttlichen

Wissenschaft und die Suche nach Gott

Einführung

Das Universum im göttlichen Bewusstsein

Wissenschaft und Religion ergänzen einander

Philosophie und Wahrheit

Philosophie und Wahrheit

Die Schöpfung – ein Spiel Gottes?

Schwingung ist Schöpfung

Die Wissenschaft von der Wahrheit

Verwirklichung

Wahrheit und Verwirklichung – Erkenntnis und Verwirklichung des Selbst bei Sri Ramana Maharshi

Erkenntnis des Selbst

Japa

Alles ist auf der Suche nach Gott

Das eine Sein und das Universum

Die Grundlagen des geistigen Lebens

Das innere Wesen in uns

Von der vierten Dimension der Physik zur vierten Dimension der Psychologie

Ermahnung und Ermutigung

Die Welt

Leben in der Welt

Reichtum und Sinnlichkeit

Zeit

Ich bin der Beherrscher dieser Schaubühne des Universums

Schein und Wirklichkeit

Das eine Leben, Bewusstsein und Sein in allen Wesen

Die Erfahrung der Gottgegenwart

Unermessliche Universen

Philosophische Weltkonzepteund das Wesen der Erkenntnis

Ontologie – Die Wissenschaft vom Seienden

Zweige der Philosophie

Epistemologie oder Erkenntnistheorie

Die Logik und die Gesetze des Denkens

Europäische Philosophen

Das Absolute und seine Erfahrung bei Plato

Unser Standpunkt und einige Ansichten des Westens bezüglich des Absoluten

Der platonische Idealismus und das indische Denken

Materie und Bewusstsein

Der Übermensch

Psychologie und geistige HöherentwicklungDas Universum der Psyche

Die moderne Psychologie und die geistige Höherentwicklung

Das Bedürfnis der Menschheit nach einem angemessenen System der Psychologie

Neue Dimensionen menschlichen Bewusstseins

Das überbewusste Sein im Menschen

Erwägungen über das Wesen wahrer Psychologie

Das Wesen einer wahrhaft dynamischen geistigen Psychologie

Der Wert der klassischen europäischen Psychologie für die geistige Entwicklung des menschlichen Individuums

Der innere Aufbau der Psychologie Plotins

Der Ursprung der Psychologie und die Würde des Philosophen

Die rationale Psychologie

Die religiöse Psychologie

Psychologie – empirisch und transzendental

Psychologie – säkular und göttlich

Materialistische Psychologie

Eine Analyse der modernen Psychologie

Vier fundamentale Begrenzungen der modernen Psychologie

Notwendige Neubewertung der Grundauffassungen von wissenschaftlicher Psychologie und Psychoanalyse

Wirkungsbereich, Prämissen und Gegenstand der Psychologie im Behaviorismus

Was erwarten wir von zukünftigen Entwicklungen und Aufgabenstellungen der modernen Psychologie?

Die metaphysische Psychologie der emotionalen Integration

OM– Schöpfungswort und Urlaut

Die Wissenschaft des göttlichen Wortes OM

OM – Das Wort der Ewigkeit, das Schöpfungswort

Das raumlose, zeitlose Bewusstsein

Die OM-Schwingung

Der unhörbare Gotteston und die Einheit des Kosmos

OM-Wiederholung

Warum mündliche Wiederholung?

Mach dich frei von jeder Bürde – übergib alles Gott!

Die Wirkungen der OM-Wiederholung

Lasse dein Herz im Rhythmus des Göttlichen schlagen

Der treue Zeuge, der unabtrennbar mit uns verbunden ist

Bibliografische Anmerkungen

PERSONENREGISTER

Barnet, Lincoln 51

Bohm, David 46f., 54

Boslough, John 52–55

Bradley, F.H. 331

Carr, Wildon 330

Chargaff, Erwin 48

Conrad, Paul 45

Constable 330

Darwin, Charles 49

Davies, Paul 30f., 34–37, 40, 47f., 75f., 87–89

Dyson, Freeman 27f.

Ecco, Umberto 48f.

Einstein, Albert 51f.

Gentile 331

Goethe, J.W. von 49f.

Hawking, Stephen 29f., 52, 54f.

Höffding 330

Jeans, James 50f.

Kingsland 330f.

Omkarananda, Swami 15–25, 33f., 38f., 55f., 61–72, 77–84, 103–107, 111–203, 215–247, 255–349, 353–398

Ramachandra, Sri 249–253

Ramana Maharshi, Sri 55, 91–102, 207–213

Shaw, Bernard 344

Shirdi Sai Baba 254

Tennyson 345

Weber, George 27–42

Wheeler, John 33

Aus den Veden 26, 44, 56–61, 249–253

Man kann das Universum als aus vielfältigsten Schwingungen bestehend erklären. Das ist richtig.

Wenn wir aber weiterfragen und die wahre Natur der Schwingungen verstehen wollen, die Kraft, die hinter den Schwingungen wirksam ist, das die Schwingung verursachende und erhaltende Prinzip, die Essenz, aus der sich die Schwingungen bilden – dann berühren wir das göttliche Bewusstsein und sehen überall nur noch dieses Eine: das göttliche Bewusstsein.

Swami Omkarananda

Einleitung

Es gibt einen Zustand des unmanifestierten Bewusstseins des Unendlichen jenseits des Schöpfers. Der Schöpfer – die höchste Gottheit endloser Erkenntnis, endloser Kraft und endlosen Lichts, Schöpfer des ganzen Universums – ist, vom Standpunkt der nicht manifestierten Wirklichkeit aus gesehen, nicht die letzte Höhe. Es gibt immer noch Unendlichkeiten jenseits von Ihm, beziehungsweise das unendliche Jenseits, das noch nicht manifestiert ist.

Das Manifestierte ist das, was wir sehen können, die Millionen von Universen, die endlose Zahl von Welten innerhalb von Welten, von Welten aller Schattierungen und Bewusstseinsgrade: All diese bilden nur die manifestierte Wirklichkeit.

Swami Omkarananda

DIEWIEDERVERSÖHNUNG VONMATERIE UND GEIST

von äußerem und innerem Universum

Swami Omkarananda

Geblendet von bequemen Illusionen, die von leichten Siegen über die äußere physikalische Natur herrühren, findet es der Mensch des 21. Jahrhunderts unmöglich, der Realität des nicht Mess- und Wägbaren und der unfassbaren innersten Wesensnatur gewahr zu werden, deren Anblick und Wirkung allein den Durst nach beständiger Freude, das Verlangen nach innerem Frieden und Gleichgewicht stillen und den Menschen wieder in einen Zustand echten Glücks versetzen kann.

Unsere Zeit verlangt dringend nach einer Synthese materieller und geistiger Werte; sie hat es dringend nötig, dass ihr praktisches Tun aus der Sicht des Idealen her bestimmt und ein Zusammenklang von philosophischen Theorien und praktischem Tun erreicht wird. Sie legt es dem Menschen nahe, sein Leben so zu führen, dass der lastende Druck der Materie immer weniger sein Realitätsgefühl beeinflusst und der Geist sich seinem Bewusstsein immer stärker als Wirklichkeit offenbart.

Als eine Frage von vorrangiger Bedeutung steht die Beziehung zwischen philosophischen Theorien und der Lebenspraxis vor uns. Diese hat schon durch alle Zeitalter hindurch die Köpfe beschäftigt und vielerlei Arten von Idealisten hervorgebracht, Vertreter sowohl des subjektiven als auch objektiven Idealismus. Einige haben behauptet, dass nur der Geist echte Wirklichkeit besitze und die Welt ein bloßes Trugbild sei. Andere haben genau die gegenteilige Ansicht vertreten.

Wie sollen wir mit der Frage ‚Geist und Materie‘ umgehen? Selbst in einer Anwandlung philosophischer Spekulationslust wäre es müßig, der Materie jegliche Wirklichkeit abzusprechen und den Geist als einzige Realität zu preisen. Auf der anderen Seite neigt die Überbetonung der Materie dazu, selbst gesetzte Ziele unerreichbar zu machen: Alle Anstrengungen, den Frieden zu erhalten, enden mit Krieg; alle Bemühungen um Wohlfahrt für alle führen zum wirtschaftlichen Zusammenbruch; alle Aktivitäten, die das Glück des Menschen sichern sollen, bewirken nur, dass der Mensch noch unglücklicher wird. Weise von göttlicher Einsicht haben die Philosophie aus dieser Zwickmühle befreit, indem sie eine doppelte Realität annahmen: Die Wirklichkeit wird von zwei verschiedenen Gesichtspunkten aus betrachtet. Vom absoluten Standpunkt aus ist Gott, das Selbst oder der Geist allein wirklich; die Welt ist nur eine flüchtige, wechselnde, endliche Erscheinung. Doch zu gleicher Zeit wird zugegeben, dass es einen weiteren Gesichtswinkel gibt, von dem aus die Frage gesehen werden kann und auch gesehen werden sollte. Vom relativen, empirischen Standpunkt aus betrachtet existiert eine Welt. Und es lässt sich dazu noch bemerken, dass deren Realität deutlich an Dichte und Bedrohlichkeit zunimmt, je weniger geistige Erleuchtung der Einzelne besitzt.

Diese beiden – Geist und Materie – sind nicht zwei verschiedene Dinge an sich; sie sind zwei Stellungnahmen derselben Sache gegenüber. Deshalb muss die Möglichkeit eruiert werden, die beiden in eine einzige überzeugende Philosophie zu verschmelzen. Sie findet sich, wenn uns klar wird, dass die flüchtigen Phänomene der Erscheinung ‚Welt‘ in der absoluten Realität als ihrem Substrat verwurzelt sind. Hier ist eine Grundlage für die praktische Anwendung der Wirklichkeit auf das tägliche Leben gegeben. Praktische Belange sollten nicht vernachlässigt werden. Aber die relativen Wertigkeiten von Geist und Materie müssen richtig abgeschätzt werden. Das Leben muss in einer Weise gelebt werden, dass die Materie immer weniger dicht und der Geist für das menschliche Bewusstsein immer greifbarer wird in seiner Wirklichkeit.

Naturwissenschaft und Technik in ihrer Beziehung zu Kultur und Gesellschaft

Wenn man die wahre Beziehung zwischen Materie und Geist ins Auge gefasst und die Grundlage zu einer wirklichen Lebensphilosophie richtig festgelegt hat, kann darauf eine Lebensweise und Struktur für Familie und Gesellschaft aufgebaut werden, die einen bestmöglichen Ausgleich zwischen dem Wohl des Einzelnen und dem der Allgemeinheit herstellt.

Selbstlosigkeit ist die wirksame Kraft, die das persönliche Wohl mit dem der Gesellschaft verbindet. Auf diesem Webstuhl werden das Wohl des Einzelnen und das der Gemeinschaft wie Kette und Schuss zum Gewebe einer Gesellschaft verbunden, in der alle Menschen glücklich, mit allem Nötigen versehen in Frieden miteinander leben können, zum Gewebe einer Zivilisation, die ringsum durch Frieden und Fortschritt gekennzeichnet ist. Lasst uns energisch auf diesen Gipfel der Vollendung hinarbeiten.

Was ist falsch an unserer Naturwissenschaft? Wo liegt der Fehler unserer Technologie? – Die Geräte, die dem Menschen helfen, seine Nahrung zu kochen, können ihn auch töten, wenn sie missbraucht oder falsch angewandt werden. Die Elektrizität ist zum eigentlichen Lebensatem geworden. Dennoch sollte sie mit Vorsicht gebraucht werden und mit dem einzigen Ziel, das selbstlose Streben des Menschen im Dienst am Nächsten zu unterstützen. Die Naturwissenschaft ist keineswegs als ein Feind geistiger Kultur anzusehen. Naturwissenschaft und Geisteskultur sind Geschwister. Sie können freundlich zusammenleben und gemeinsam dazu beitragen, aus dem Haus der Welt ein Paradies zu gestalten, wenn sie nur liebe- und verständnisvoll miteinander umgehen. Anderenfalls sind die Folgen unabsehbar, ja fatal.

Wenn die zugrunde liegende Ideologie erst einmal angenommen ist und praktiziert wird, warum sollte dann die Naturwissenschaft nicht ihrerseits den hohen Status einer wahrhaft Kultur fördernden Einrichtung einnehmen können? – Die Technik wird ebenfalls zu einem Zweig der Kultur. Sowohl Naturwissenschaft wie auch Technik können zum geistigen Wohl des Menschen beitragen, sein Herz bereichern, seinen Horizont erweitern und seine Seele erleuchten, genauso gut wie ein anderer Zweig der Kultur es vermag.

Noch wird der wissenschaftliche Fortschritt von Seiten älterer Kulturwissenschaften mit argwöhnischen und angstvollen Blicken betrachtet, doch ist der Grund dafür nicht, dass ihm an sich etwas Diabolisches anhaften würde; vielmehr liegt die Ursache dafür in dem Krebsübel roher, niedriger tierischer Leidenschaften, welche die eigentlichen menschlichen Kräfte aushöhlen und untergraben. In solchen Händen wird die Wissenschaft nämlich leicht zum Werkzeug eines kollektiven Selbstmords. Sobald aber die geistige Kultur in das Herz des Menschen eindringt und kulturelle Institutionen in allen Plänen und bei allen Projekten in der ganzen Welt den gebührenden Ehrenplatz erhalten, wird auch die Naturwissenschaft zum wahrhaft Kultur fördernden Faktor.

Das gilt gleicherweise für das soziale Gebiet. Der gutwillige Mensch ist zum größten Teil noch sehr konservativ eingestellt. In der Natur gibt es ja für gewöhnlich auch keine Revolution, sondern nur stufenweise Entwicklung, während sich wissenschaftlich nennende Revolutionäre die Gesellschaft auf den Kopf stellen und ihre Ideen über Nacht durchboxen wollen. Das ist Ausdruck einer unerleuchteten Natur, die über keine Kenntnis wahrer Lebenswerte verfügt. Wenden sich diese Revolutionäre jedoch einer Ideologie zu, wie sie oben dargestellt wurde, dann werden sie zu ‚Evolutionären‘, deren Herz von Liebe und Verständnis erfüllt ist. So können die sozialen Verhältnisse nach und nach mit dem wissenschaftlichen Fortschritt in Einklang gebracht werden, und Friede und Harmonie werden möglich.

Religion und geistige Werte

Religion ist ihrem tiefsten Wesen nach Anwendung geistiger Werte im menschlichen Alltag. Die geistigen Werte sind zu allen Zeiten und überall auf der Welt im Grunde dieselben, wenn sie auch von verschiedenen Offenbarungsempfängern und Weisen unter verschiedenen Gesichtswinkeln wahrgenommen wurden. In ihrer Anwendung hingegen mussten sie jeweils der Eigenart des jeweiligen Volkes angepasst werden. Verschiedene Umweltbedingungen sowie unterschiedliche intellektuelle und kulturelle Entwicklungsstufen haben verschiedenartige Formulierungen für die Anwendung geistiger Werte im Leben der Menschen nötig gemacht. Das erklärt, weshalb es auf der Welt so viele Religionen gibt.

Wir wollen uns diese Tatsache stets vor Augen führen. Auch heute noch bestehen unverkennbare Unterschiede im Temperament und in der intellektuellen Entwicklung bei Menschen verschiedener Erdteile – trotz der phänomenalen Fortschritte der Wissenschaft im Hinblick auf die Überwindung von Zeit und Raum, und obwohl Flugzeug, Radio und Fernsehen die Welt haben näher zusammenrücken lassen und Buchdruck und Presse eine weite Ausbreitung von Wissen ermöglichen. Das wird für alle Zeiten auch so bleiben. Das gerade legt Zeugnis ab für die Wahrheit, dass Gott unendlich ist und die Vielfalt in Seiner Schöpfung auch weiterhin vorherrschen wird. Es ist ein verhängnisvoller Fehler, in der religiösen Sphäre Einförmigkeit erstreben zu wollen, obwohl man doch erkennen muss, dass die geistigen Werte allgemeingültig und universal sind. Es ist nicht nur unklug, sondern auch gefährlich, an irgendjemandes Glauben zu rütteln. Sogar den Aberglauben sollte man nicht frontal angreifen, wenn man das Bewusstsein von Menschen, die noch unvorbereitet sind, aus ihm befreien möchte; auch das schon bedeutet so viel wie Zündstoff in die Nähe einer Flamme zu bringen. Schlechte Neigungen, die vom Aberglauben in Schach gehalten werden, könnten auf diese Weise freigesetzt werden, so lange noch keine entsprechende moralische Kraft oder genügendes Verständnis erwuchs. Darum lass auch den Aberglauben und seine Rituale unberührt und bekümmere dich nicht wegen irgendwelcher Praktiken, sondern erziehe das Volk für geistige Werte. Sei in moralischer Hinsicht ein Vorbild! Halte dein Gewissen stets wach und unbelastet von bösen Gedanken und Gefühlen! Wenn der innere Mensch auf diese Weise erleuchtet ist, werden abergläubische Vorstellungen und andere äußere Dinge von allein wegfallen. Sie sind dann einfach nicht mehr nötig.

Ethik und soziale Praxis

Die Ethik gehört im wahrsten Sinne des Wortes in den Bereich der Geistigkeit. Es lässt sich beobachten, wie geistige Wahrheiten in religiöse Gebräuche umgesetzt werden und durch diesen Vorgang der Wesensverwandlung auch äußerlich andere Gestalt annehmen. Die Ethik ist diejenige Disziplin, die dem höchsten geistigen Ideal dient. Die Ethik hat zum Ziel, Herz, Gemüt und Hände des Menschen mit der inneren Seele in Einklang zu bringen. Der Höhepunkt der ethischen Vollkommenheit kommt in den Lehren aller großen Propheten in gleicher Weise zum Ausdruck. Er ist unverändert in der Bergpredigt Jesu, im edlen achtfachen Pfad Buddhas und im Yāma-Niyāma zu finden, auf den der große Weise Patañjali in seinen Yoga-Sūtras immer wieder hinweist. So finden wir die höchsten ethischen Werte in den Ursprungs- und Quellenschriften aller Religionen. In diesem Zusammenhang wäre es hochinteressant, über den Wesenskern der universalen Ethik nachzudenken, der darin besteht, anderen Gutes zu erweisen und niemandem zu schaden.

Das soziale Leben fordert die Anwendung dieser ‚Goldenen Regel‘ auf das Verhalten im menschlichen Zusammenleben. Die Fähigkeiten und Begrenzungen der die jeweilige Gesellschaft bildenden Menschen, die psychologischen und sozialen Faktoren, die für die Formulierung der religiösen Lehren ausschlaggebend waren, haben auch die Anwendung der ethischen Grundwahrheiten auf das Leben der Gemeinschaft beeinflusst. Deshalb unterscheiden sich die ethischen Normen von Land zu Land und auch in verschiedenen Zeitepochen ganz erheblich voneinander. Was an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit als gut erachtet wurde, musste an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit einem Verdikt unterliegen und als schlecht gelten. Die gesellschaftliche Praxis ist immer Veränderungen unterworfen. Die fundamentalen ethischen Grundlagen dagegen ändern sich nicht. Die Verantwortung der philosophischen Vordenker ist daher groß. Für die Menge haben sie eine lebendige heilige Schrift darzustellen, ein lebendiges Moralgesetz, die Verkörperung der Vollkommenheit im Verhalten. Die Menge wird unwillkürlich ihrem Beispiel nachfolgen – natürlich nur so weit es dem Einzelnen möglich ist. Es ist deshalb überaus wichtig, dass alles, was die führenden Denker sagen und tun, mit den allerbesten ethischen Grundsätzen übereinstimmt. Und da jeder von ihnen das Volk kennt, in das Gott ihn hineinversetzt hat, wird er auch intuitiv wissen, wie das Beispiel, das ihm vorgesetzt wird, aussehen muss, damit es nachgeahmt werden kann. Für sie selbst ist das oberste ethische Gesetz, das uns große Propheten hinterließen und jeder geistige Führer stets in ganzer lebendiger Frische vor Augen haben sollte, der Leitstern.

Mittel zur Vergeistigung des menschlichen Lebens in Staat, Recht und Wirtschaft

Im Licht des bereits Gesagten fällt es nicht schwer, in den Philosophien des Staates, des Rechts und der Wirtschaft Mittel zur Vergeistigung des menschlichen Lebens und dessen Überführung ins göttliche Leben zu erkennen.

Es ist engherziger Nationalismus, als eine besondere Ausprägung der kollektiven Selbstsucht und Überheblichkeit einer Menschengruppe, was die moderne Staatskunst an diesem Ziel vorbeiführt, ja es vereitelt. Ein Volk, das unter Patriotismus die Förderung der Interessen des eigenen Landes auf Kosten eines anderen versteht, besiegelt sein eigenes Schicksal durch die Hand eben dieser anderen Nation. Das Ergebnis davon ist zunehmend animalisches Verhalten, und so wird das Unglück immer größer.

Im Licht der geistigen Werte werden die politischen Führer erkennen, dass Frieden und Wohlfahrt des eigenen Landes vom Frieden und Gedeihen der Nachbarländer wie auch der ganzen Welt abhängen. Das Gesetz der gegenseitigen Abhängigkeit beherrscht das ganze Universum. Es besteht nicht nur zwischen Mensch und Mensch, sondern auch zwischen Mensch und Tier, Mensch und Pflanzenwelt, wie auch zwischen den Menschen und den göttlichen Wesen, die das Weltall regieren. Dieses Gesetz ist unaufhebbar und ewig. Liebe erzeugt Gegenliebe, Hass kann nur Hass hervorrufen. Dies sollte die wegweisende Philosophie für Politiker sein. Dann bedürfte es keiner besonderen Friedenskonferenzen, sondern es würde überall auf der Welt Frieden herrschen. Wird es in einer solchen Gesellschaft dann keinerlei Auseinandersetzungen geben? Werden keine Debatten mehr stattfinden zwischen politischen Gruppen? Doch. Diese Erwägung führt hin zur Rechtsphilosophie.

In einer Gesellschaft und in einer Welt, die auf den dargelegten Prinzipien aufgebaut ist, wird es keine Wortgefechte um Position und Macht, aus Selbstsucht und Machtgier mehr geben. Die Debatten werden sich aus Auslegung und Anwendung von sittlichen Grundsätzen ergeben und sich um die Prinzipien entfachen, welche die Gesellschaft leiten oder leiten sollen. Solche Dispute sind ein Zeichen sozialer Lebendigkeit und Gesundheit; sie werden die Lücken aufdecken, die im vorherrschenden Sittengesetz eines Volkes vorhanden sein mögen, und die Richtung weisen, welche Änderungen im Gesetzeskodex nötig und gerechtfertigt sind.

Unsere heutige Gesellschaft hat die Wirtschaftswissenschaft zur Dienstmagd der Politik gemacht. Die Wirtschaft der kommenden Ära wird von allen politischen Erwägungen unabhängig sein und ausschließlich die Wohlfahrt der Menschheit als Ganzes im Auge haben. Gerechte Güterverteilung und gleiche Arbeitschancen werden die herrschenden Prinzipien sein. Privateigentum und Privatinitiative werden die Wohlfahrt fördern, indem sie den nötigen Ansporn liefern. Also werden sie in der neuen Gesellschaft weiter bestehen, dagegen wird die Anhäufung von Reichtum und die Ausbeutung eines Teils der Gesellschaft durch einen anderen Teil verschwinden.

Einheit ist die Wahrheit

und die Notwendigkeit einer Verwirklichung dieser Einheit

Es gibt ein einziges gemeinsames Bewusstsein, das alle Wesen und Dinge durchdringt, nämlich die Wahrheit. Diese ist die höchste Wirklichkeit, die aller Mannigfaltigkeit der Namen und Formen zugrunde liegt. Es ist die Leinwand, auf der dieses ewig sich verändernde Universum gemalt und verändert, verschönert und wieder ausgelöscht wird.

Einheit ist die Wahrheit, die Vielfalt bloße Erscheinung. Jede Einzelheit dieser Mannigfaltigkeit ist nicht nur Teil der großen Einheit, sondern ist auch identisch mit dieser Einheit. Die geheimnisvoll geschaffene Hülle des Ego, die jedes Individuum umschließt, muss irgendwann zerbrochen werden, damit diese kosmische Einheit offenbar werden kann. Die Verwirklichung dieser Einheit ist das Ziel allen menschlichen Strebens, denn in ihr allein liegt immerwährender Friede und ewige Glückseligkeit. Niemand kann lange Frieden und Glück genießen, solange er sich mit den immer wieder wechselnden Namen und Formen identifiziert.

Die Verwirklichung dieser Einheit ist keine Sache, die beliebig auf die lange Bank geschoben werden kann. Sie ist vielmehr die vordringlichste Forderung der Stunde, ja jeder Stunde unseres Lebens. Tatsächlich wacht das kosmische Leben über jeder Handlung eines jeden menschlichen Wesens, um zu sehen, wie weit es fähig ist, sich der Verwirklichung der kosmischen Einheit zu nähern. In dem Ausmaß, in dem ein Mensch diese dringliche Aufgabe vernachlässigt, verfehlt er sein Leben. Der aufrichtig geistig Strebende indessen macht jeden Augenblick des Lebens zu einem Glied in der Kette unaufhörlicher Bemühungen, die ihn immer näher dem Ziel des Erwachens ins kosmische Bewusstsein bringen.

Kriege können Kriegen kein Ende setzen. Unwahrheit kann der Wahrheit niemals förderlich sein. Die Suche nach dem höchsten Frieden führt den Suchenden vom Frieden zu noch größerem und tieferem Frieden. Indem wir die harte Schale unseres eigenen Ego fortwährend mit der Axt der Weisheit bearbeiten, erweitert sich von Augenblick zu Augenblick unsere Schau der kosmischen Einheit und dehnt unser Herz immer weiter aus, bis es nach und nach all die unzähligen Wesen der Schöpfung mit warmer Liebe umfasst. Wenn die Schale einmal zerbrochen ist, verschwinden alle trennenden Tendenzen, und der Mensch ist nicht länger mehr von anderen abgesondert, sondern das Kosmische Wesen, das eins ist mit allem, ewig, unsterblich und von unendlicher Glückseligkeit erfüllt.

Der einsichtige Mensch sollte bewusste Anstrengungen machen, um diese Verwirklichung zu erlangen. Das ist Sinn und Ziel allen Lebens. Das ist das höchste Prinzip, das alle menschliche Tätigkeit auf Erden regiert. Diese herrliche Wahrheit sollte man durch Rundfunk und Fernsehen in der Welt verbreiten. Die Schulkinder und Universitätsstudenten, die Mitglieder von Kirchen und ähnlichen Institutionen sollten davon wissen und immer wieder an diese Wahrheit erinnert werden.

Das Erkennen der Dinge schließt ihre Bilder in unserer Intelligenz mit ein. Es sind nur Bilder. Deshalb ist die Schöpfung nur ein Bild. Sie leuchtet nicht aus sich selbst und ist somit nicht ihrer selbst gewahr, sondern wird zu einem Umstand ihres Erkanntwerdens durch uns. Deshalb sage ich, dass das Universum nichts ist als ein Bild in unserem Bewusstsein. Das Bewusstsein leuchtet, obwohl sich Bilder in ihm bilden; obwohl unberührbar, ist es stetig und wankt nicht. So wie die Bilder in einem Spiegel nicht von diesem getrennt sind, so sind auch die Schöpfungen des Bewusstseins nicht vom Bewusstsein getrennt.

Tripura Rahasya

DASUNIVERSUM DERPHYSIK UND DER MYSTISCHEASPEKT

George Weber

Glaubt man der modernen Physik, speziell der von Paul Davies vertretenen Variante, die als Zusammenfassung der gegenwärtigen Strömungen angesehen werden kann, dann entstand das Universum aus dem Nichts und eine Vollendung wird es nicht geben! Im Gegenteil: Die Aussichten der Wissenschaft auf das Ende des Universums sind eher düster: Alles zerfällt, da nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik die Entropie unerbittlich und stetig zunimmt. Am Ende bleibt nichts übrig. Zum schließlich wieder kontrahierenden und in den Nullpunkt zurückkehrenden Universum bleibt nur die Alternative eines sich endlos ausdehnenden Universums, in dem es weder Leben noch Sterne noch Galaxien noch Planeten geben wird, sondern nur noch eine unendlich verdünnte Masseverteilung: ein Elektron oder Positron oder weniger auf mehrere Kubik-Lichtjahre Raum.

Am Ende des Universums der heutigen Wissenschaft steht nicht der vollkommene Mensch, der sich im Laufe der Evolution wieder mit seinem Ursprung, dem Schöpfer, vereint und somit ein absolutes Ziel findet, sondern das Nichts.

Freeman Dyson formuliert es so:

„Da das Universum sich auf einem Einbahnstraßenrutsch in einen Zustand endgültigen Todes befindet, in dem die Energie maximal abgesunken ist, wie schafft das Universum es, wie König Charles, eine so skrupellos lange Zeit zum Sterben zu brauchen?“

Mit dieser Aussicht verliert die Wissenschaft langfristig gesehen jeden Wert und jedes Ziel. Sie hat der Menschheit als ganzer sowie dem Einzelnen keine Zukunft anzubieten, die über eine gegenwärtige, befristete Existenz, an deren Ende unwiderruflich das Grab steht, hinausweist.

Das „Von Gott zu Gott geht unsere Reise“ eines Swami Omkarananda und das „Wohin gehen wir? – Immer nach Hause!“ eines Novalis wird in den Händen der theoretischen Physiker unserer Zeit zu einem „Vom Nichts ins Nichts geht unsere Reise“! Und es bliebe noch zu fragen: Wer ist der Reisende? – Ein sinnloses Produkt eines sinnlosen, unglaubwürdigen Anfangs, das einem sinnlosen Ende zustrebt? Ein Nichts aus dem Nichts in das Nichts?

Es mutet fast lächerlich und irgendwie kindisch an, wenn Leute wie Sidney Coleman sagen: „Aus dem Nichts haben wir einen Quantensprung in die Zeit gemacht …“ Wie schön! Wie nicht-existente Frösche sind wir also aus dem Sumpf eines ominösen, ‚instabilen‘ Nichts auf das ‚feste‘ Land des damals noch winzigen, unheimlich stark gekrümmten und unendlich heißen Raumzeitkontinuums gehüpft! Und das ganz ohne Grund und völlig unvorhersehbar! Es war ja auch niemand da, der es sehen, geschweige denn hätte voraussehen können! Das Nichts war uns Mutter, und das Nichts wird uns dereinst Grab sein.

Die feste Verkettung von Ursache und Wirkung wird hier für einmal unterbrochen. Die Wissenschaft will es so! Da Ursache und Wirkung nur innerhalb von Raum und Zeit stattfinden können, kann man nicht von einem durch irgendetwas verursachten Universum sprechen; denn dann läge die Ursache außerhalb von Raum und Zeit, was die Logik nicht zulässt. Raum und Zeit, so die Physiker, können erst zusammen mit der Materie im Urknall entstanden sein (auch Augustinus nimmt das übrigens an, ohne natürlich von einem Urknall zu sprechen), und erst von da an setzt sich das Rad von Ursache und Wirkung in Bewegung (was auch der spirituellen Philosophie entspricht; nur dass diese eine letzte Ursache jenseits von Raum und Zeit kennt, eine Ursache also auch der Raumzeit).

Dass es einen absoluten Grund für die Existenz des Kosmos geben könnte, wird von der Physik strikte verneint, denn der lässt sich nicht berechnen, und Unendlichkeiten müssen, aus Gründen der praktischen Durchführbarkeit, in einer Gleichung sowieso vermieden werden. Wenn nicht, geht es auch nicht weiter. Jede in einer Gleichung auftauchende Unendlichkeit bedeutet für den Mathematiker eine Sackgasse, aus der er nur herauskommt, wenn er ‚unendlich‘ irgendwie beseitigen kann, und sei es durch einen bloßen mathematischen Kunstgriff.

Wie klug da unsere Dichter doch damals schon zu Goethes Zeiten waren, die lange schon erkannt hatten, dass das Relative ohne das Absolute unvollständig sein muss!

Stephen Hawking sagt in seinem Bestseller „Eine kurze Geschichte der Zeit“, dass wir, wenn wir einmal die ‚Weltformel‘ oder die Formel für die ‚Superforce‘ gefunden hätten, auch endlich die Frage nach dem Sinn der Schöpfung stellen könnten – quasi, weil uns dann ja nichts mehr anderes zu fragen übrig bliebe und die theoretische Physik zusammenpacken könnte! Damit stellen wir die wichtigste Frage ans Ende. Müssen wir uns da nicht wundern, warum Leute wie Hawking, die – wie sie selbst zugeben – die Sinnfrage nie gestellt haben, überhaupt weitermachen? Vielleicht einfach, weil es ihnen Spaß macht oder aus purer Neugier?

In der Tat äußerte Stephen Hawking John Boslough gegenüber:

„Aber, wissen Sie, wenn wir sie (die vereinheitlichende Theorie) gefunden haben, wird die theoretische Physik nicht mehr viel Spaß machen.“

„Hawking: ‚Wenn wir jedoch eine vollständige Theorie entdecken, dürfte sie nach einer gewissen Zeit in ihren Grundzügen für jedermann verständlich sein, nicht nur für eine Handvoll Spezialisten. Dann werden wir uns alle … Philosophen, Naturwissenschaftler und Laien, mit der Frage auseinandersetzen können, warum es uns und das Universum gibt. Wenn wir die Antwort auf diese Frage fänden, wäre das der endgültige Triumph der menschlichen Vernunft; denn dann würden wir Gottes Plan kennen.‘“

Paul Davies, ‚God and the New Physics‘

Verändern sich moralische und spirituelle Werte, nur weil ich weiß, dass es Quarks und Mesonen, Leptonen und Hadronen, Positronen und Elektronen gibt? Wie kann eine rein mathematisch auffindbare These wie die vom Urknall und der kurzen Zeit vor dem Urknall irgendetwas dazu beitragen, die nagende Frage nach dem Sinn des Daseins in der Brust jedes Menschen zu lösen oder auch nur irgendeine Art von Kraft und Zuversicht vermitteln? Im Gegenteil bewirkt die schiere Unmöglichkeit eines praktischen Beweises von Vorgängen, die sich auf der Energieebene von 1014 Protonenmassen oder gar auf der Ebene des Planck-Faktors bei 1019 abspielen, bei einigen theoretischen Physikern bereits Depressionen.

Steven Weinberg, einer der führenden Köpfe in der modernen Physik, äußerte bei einem Treffen der Royal Society, er wäre deprimiert über die Zukunft der fundamentalen Physik, nachdem die Experimente in Lake Erie gescheitert waren, die den spontanen Protonenzerfall hätten beweisen sollen.

Die Tatsache, dass Protonen im Laufe der Zeit spontan zerfallen, ist vorläufig das einzige indirekte Anzeichen für die Richtigkeit der GUT (Grand Unification Theorie).

„Als es sich herausstellte, dass die GUT eine Vereinigungsmassenskala von etwa 1014 Protonenmassen vorhersagte, war es sofort klar, dass die Physiker niemals die Physik der GUT durch direkte Experimente erforschen können würden. Die einzige Hoffnung eines Tests ruhte auf irgendeiner indirekten Wirkung, die sich aus der GUT ergeben könnte, und der Protonenzerfall lag dafür offensichtlich auf der Hand ….“

Paul Davies, ‚Superforce‘

Ramana Maharshi, der Weise vom Berge Arunachala, kündigte an, dass die Wissenschaft niemals fähig sein werde, das Universum völlig zu erforschen und sein Wesen richtig zu deuten.

Seiner Erkenntnis nach findet die Schöpfung im MIND1) statt, und der sei unendlich. Und wie wäre das Ende von etwas Unendlichem zu finden? Außerdem, sagt der Maharshi, kann niemand etwas außerhalb seiner selbst Liegendes wirklich erkennen, solange er sich selbst nicht kennt. Und weiß der Mensch, wer er ist? Erwin Schrödinger, der das berühmte Dilemma erfand, das als „Schrödingers Katze“ in die Geschichte der Quantenphysik einging, klagte einst: „Ich weiß nicht, woher ich gekommen bin, noch wohin ich gehe, noch wer ich bin.“ Er fand das Universum umso sinnloser, je mehr er über es herausfand.

Sollten wir also den Wissenschaftlern und allen anderen nicht raten, nach Selbsterkenntnis zu streben, also die Sinnfrage zuerst zu stellen, anstatt zuletzt, und dann das Universum zu erforschen, wenn es dann noch nötig sein sollte? Wäre das nicht das Naheliegende?

Dass wir den Spieß umgedreht haben und von Irrtum zu Irrtum stolpern, ist vielleicht auch der Grund für die Verwirrung, die zu unserer Zeit in der Welt herrscht. Die Wissenschaft hat uns wunderbare technische Produkte beschert und damit gleichzeitig dafür gesorgt, dass die Menschheit degeneriert. Uns steht eine atemberaubende Technologie zur Verfügung, nur versteht sie keiner.

Spezialisten aller Fachrichtungen können jeweils nur einen winzigen Bruchteil der gesamten technologischen Errungenschaften überblicken. Und auch der gefeierte Physiker hat seine Probleme, wenn er ausnahmsweise einmal von seinem Auto in die Straßenbahn umsteigt, und nicht weiß, wie man den Ticketautomaten bedient und den zehnjährigen Schuljungen fragen muss, wie das geht.

Nicht, dass das Problem nur darin läge, dass die wuchernden technischen Erzeugnisse den Erzeugern langsam über den Kopf wachsen und außer Kontrolle geraten, einmal abgesehen von den verheerenden Verwüstungen, die sie der Natur zugefügt haben und weiterhin zufügen werden, und den Gefahren der Massenvernichtung durch ABC-Waffen: Die Entwicklung der Wissenschaft ist schlicht zu einseitig, detailbesessen und sieht den sprichwörtlichen ‚Wald vor lauter Bäumen‘ nicht mehr, das heißt, sie hat die Übersicht über das Ganze verloren und ertrinkt in minutiösen Details.

Wenn wir das Auto auseinandernehmen, jedes Schräubchen untersucht, gemessen und aufgelistet haben, auch die Schräubchen atomisieren und auf ihre Zusammensetzung hin untersuchen, dann bleibt uns am Ende nichts übrig als ein Häufchen Staub, der sich aus einem Gemisch von verschiedenen chemischen Substanzen zusammensetzt. Dass dies einmal ein Auto gewesen sein soll – darauf wird schwerlich noch jemand kommen. Wenn dann einer die Sinnfrage stellt, nämlich: „Was ist der Sinn eines Autos?“ und dabei seinen Blick auf das Häufchen Staub und die aufgelisteten Details und Formeln auf seinem Notizblock gerichtet hält, wird er schwerlich die richtige Antwort – wenn überhaupt eine – finden.

Unendlich schwieriger wird dies bei einem Riesenobjekt wie dem Universum sein, wo eine praktisch unendliche Datenfülle zu bewältigen ist. Ohne den Computer wäre der Mensch ohnehin nicht mehr fähig, diese zu berechnen.

Was hat der Mensch als solcher durch die indirekten Erkenntnisse der Wissenschaft gewonnen? Die Antwort muss sein: Nichts! Wie könnte es anders sein, ist doch das Universum der Wissenschaft aus dem Nichts hervorgegangen und wird wieder ins Nichts zurückkehren. Was also kann überhaupt SINN haben in einem Interludium von einigen Milliarden Jahren? – Vor diesem war das unendliche Nichts und nach diesem wird wieder das unendliche Nichts sein. Niemand wird je wissen, dass es einmal etwas wie das Universum und den wissenden und erkennenden Menschen gegeben hat.

Warum also erst die Sinnfrage stellen? – Letztlich muss die Wissenschaft an sich selbst verzweifeln, sollte sie nicht einen Ausweg aus diesem Dilemma finden.

„Eines Tages wird sich sicher eine Tür öffnen und den glitzernden, zentralen Mechanismus der Welt in all seiner Schönheit und Einfachheit offenlegen.“

John Wheeler, Physiker

Hier ist dieser glitzernde Mechanismus:

„Alles ist Gott! – Die Wahrheit der Wahrheiten ist in der Tatsache zusammengefasst, dass überall, was wir auch sehen, was wir auch erfahren, was wir auch fühlen, nichts anderes zu sehen, zu erfahren, zu fühlen ist als Gott selbst. Von einem spirituellen Blickwinkel aus betrachtet sind selbst Umstände und Dinge, die dem Wesen Gottes gerade entgegengesetzt zu sein scheinen, Gott selbst.

Vom Standpunkt der Erfahrung Gottes als dem Unendlichen besteht die Welt nicht aus einer Vielfalt von Dingen. Es gibt nur ein Ding, und das ist das wunderbare, unbeschreibliche, allschöpferische, allschöne Bewusstsein. Dieses unendliche, absolute Bewusstsein, das Gott genannt wird, das allein das Eineohne-Zweites ist, kann erfahren werden, wenn auch nicht mit den körperlichen Sinnen.“

Swami Omkarananda, Mystiker

Was sagt die Königin der Wissenschaften dazu, die theoretische Physik? – Die Wissenschaft ist an einem Punkt angelangt, wo sie sich seit langem nicht mehr auf Beobachtungen der Sinne verlassen kann. Die Bereiche, in die die Teilchenphysik heute eindringt, sind so mikroskopisch winzig, dass wir uns das nicht mehr vorstellen können. Die Erkenntnisse, zum Beispiel der Quantenphysik, spotten auch der Vernunft. Beide Arbeitsgrundlagen der klassischen Physik versagen hier: Beobachtung und logisches Denken, Induktion und Extrapolation führen im Bereich der Quanten in die Irre. Oft ist es sogar so, dass Teilchen einmal dieses, ein andermal, bei gleichen Bedingungen, das gerade entgegengesetzte Verhalten zeigen.

Die subtilste Grundlage, auf die man heute die Materie mathematisch-spekulativ zurückführen kann, ist das Quantenvakuum. Demnach ist die ursprüngliche Basis, aus der alles hervorkommt, was später in Erscheinung tritt, also auch Raum und Zeit, das Quantenvakuum, das ein unerschöpfliches Energiereservoir darstellt, ein Reservoir, das fähig ist, Energie aus dem Nichts (!) zu erzeugen.

„Das Universum entstand durch einen riesigen Energieausbruch. Diese Energie überlebt bis heute in der Hintergrundhitzestrahlung und im kosmischen Material – den Atomen, die die Sterne und Planeten bilden – als ‚Masse‘ oder ‚eingesperrte Energie‘. Sie lebt auch weiter im Auseinanderstreben der Galaxien und in den wirbelnden Aktivitäten aller Himmelskörper. Die uranfängliche Energie hat das werdende Universum aufgezogen (wie man eine Uhr aufzieht) und hält es bis zum heutigen Tag in Bewegung.

Woher kam diese vitale Energie, die unser Universum zum Leben erweckt hat? Gemäß der Inflationstheorie kam die Energie aus dem leeren Raum, das heißt, aus dem Quantenvakuum. Doch ist dies eine völlig zufriedenstellende Antwort? – Wir können immer noch fragen, woher zunächst das Vakuum die Energie bezog …

Wenn Energie nicht erschaffen oder zerstört werden kann (was ein Naturgesetz ist), wie kam dann die uranfängliche Energie zustande? …

Die Inflationstheorie ist eine mögliche wissenschaftliche (im Gegensatz zu einer metaphysischen) Antwort auf dieses Geheimnis. Gemäß dieser Theorie fing das Universum mit praktisch null Energie an, und zauberte die ganze spätere Menge in den ersten 10-32 Sekunden hervor. Der Schlüssel zu diesem Wunder liegt in einer höchst bemerkenswerten kosmologischen Tatsache: Das Gesetz zur Erhaltung der Energie versagt seinem üblichen Sinn nach bei Anwendung auf das expandierende Universum …

Am Anfang brach das Universum spontan aus dem Nichts hervor. Aus einem Ferment von merkmalsloser Quantenenergie begannen sich Raumblasen mit zunehmender Geschwindigkeit auszudehnen, indem sie dadurch kolossale Energien aus sich selbst erzeugten. Dieses ‚falsche Vakuum‘, mit selbsterzeugter Energie erfüllt, war instabil und begann zu zerfallen, wobei es seine Energie in Form von Hitze entlud und jede Blase mit einem Feuerball füllte. Die Inflation endete somit, aber der Urknall war in Gang gesetzt. Der Zeitpunkt war 10-32 Sekunden. Aus diesem Feuerball kamen alle Materie und alle physikalischen Strukturen. Im Laufe der Abkühlung des Feuerballs durchlief das kosmische Material eine Folge von Entwicklungsstadien. In jeder dieser Stadien ‚gefroren‘ immer mehr Strukturen aus dem uranfänglichen Material heraus. Eine nach der anderen trennten sich die Kräfte der Natur voneinander ab …

Materie, Energie, Raum, Zeit, Kräfte, Felder, Ordnung und Struktur:

Dies sind die Artikel in der Einkaufsliste des Schöpfers, die unerlässlichen Erfordernisse für ein Universum. Die neue Physik bietet uns ein verlockendes Versprechen an, nämlich, dass wir wissenschaftlich erklären können, wie alle diese Dinge zu existieren begannen … Wir können sehen, wie all die fundamentalen Züge der stofflichen Welt automatisch erstanden sein könnten, rein als Folge der Gesetze der Physik, ohne dass notwendigerweise das Universum sich ursprünglich in einem sehr speziellen Zustand hätte befinden müssen. Die neue Kosmologie sagt uns, dass der kosmische Anfangszustand irrelevant ist, da alle Information über ihn während der Inflationsphase zerstört worden wären. Das Universum, das wir sehen, trägt nur die Eindrücke der physikalischen Prozesse, die nach dem Einsetzen der Inflation stattfanden.

Jahrtausende lang hat die Menschheit geglaubt, dass aus dem Nichts nichts kommen kann. Heute können wir argumentieren, dass alles aus dem Nichts entstanden ist. Niemand braucht für das Universum bezahlen. Es ist das endgültig freie Mittagessen (‚free lunch‘) …

Wir brauchen nicht länger einen Schöpfer im traditionellen Sinn. Nichtsdestoweniger, obschon die Wissenschaft die Welt erklären mag, müssen wir immer noch die Wissenschaft erklären. Die Gesetze, die das Universum befähigen, spontan ins Dasein zu treten, scheinen ihrerseits das Produkt eines äußerst genialen Entwurfs zu sein. Wenn die Physik das Ergebnis eines Entwurfs ist, muss das Universum einen Zweck haben, und die Beweise der modernen Physik lassen für mich sehr stark darauf schließen, dass dieser Zweck uns einschließt.“

Paul Davies, ‚God and the New Physics‘ & ‚Superforce‘

In einem Punkt stimmt die Physik mit Swami Omkaranandas obiger Feststellung, dass es nur ‚ein Ding‘ gibt, überein: Das Universum besteht tatsächlich nicht aus einer ‚Vielfalt von Dingen‘, zumindest nicht seinem Ursprung nach. Ursprünglich ist nur das Nichts; und aus diesem Nichts, das die Physiker als „irgendwie instabil“ betrachten, wurde etwas, nämlich zunächst das Quantenvakuum. Dieses wiederum brachte Energie hervor. Woher wurde die Energie genommen? – Aus dem Nichts! Die Physiker nennen das „cosmic bootstrap“, was im Prinzip nichts anderes ist als Münchhausen, der sich am eigenen Kragen aus dem Sumpf zieht.

Unser Universum ist ein bewusstes Universum. Bei den Physikern bleibt das Bewusstsein fast auf der Strecke. Zunächst gibt es kein Bewusstsein; es hat sich erst zu einem späten Zeitpunkt langsam entwickelt. Aus der bewusstlosen Materie spross der Keim der dumpfen Ahnung „Ich bin!“. Hier scheint etwas grundlegend verkehrt gelaufen zu sein! Was ist es? – Das Grobe setzt sich aus dem Feinen zusammen, sagen die Physiker, sagt die Wissenschaft, kann jeder mit einem gesunden Hausverstand nachprüfen.

Am Anfang war das Feinste: das Nichts. Damit ist nicht etwa der leere Raum gemeint. Den gab es noch nicht. Der entstand erst mit dem Urknall. Das Nichts ist also wirklich das Feinste, aus dem mehr oder weniger auch physikalisch nachweisbar das Etwas, nämlich der Kosmos entstand. Hatte dieses Nichts Eigenschaften? War es wirklich Nichts? – Wir können uns das Nichts vorstellen, darüber nachdenken. Heißt das nicht schon, dass Bewusstsein subtiler ist als dieses Nichts? Nichts im strengen Sinn würde natürlich auch Bewusstsein ausschließen. Aber ein Nichts, das nicht existiert, kann nicht einmal nichts sein. Es muss zumindest irgendwie existieren. Und es muss wissen, dass es existiert. Existenz ohne Bewusstsein ist nicht einmal Existenz. Es wäre absurd anzunehmen, dass etwas existiert, ohne dass es ein Gewahrsein dieser Existenz gäbe. Das wäre eben dann Nichtexistenz. Nichtexistenz, die gleichzusetzen wäre mit dem Nichts?

„Das innere Selbst, das unendlich einfach ist, ist eine Dreiheit von transzendenter Wirklichkeit, Gewahrsein und Freiheit.“

Swami Omkarananda

Unendlich einfach! – Nur das Einfache, das unendlich Einfache, kann Anfang aller zusammengesetzten Dinge sein: Dieses unendlich Einfache ist auch das wirkliche ‚Atomos‘, das Unteilbare der alten Griechen und das ‚Ding an sich‘ des Immanuel Kant oder das ‚Nichts‘ der Physiker – sähen sie es nur!

Diese Frage nach dem Nichts und der Nichtexistenz spielt sich im Bewusstsein ab. Und Bewusstsein existiert; ein nichtexistierendes Bewusstsein ist ebenso absurd wie eine bewusstlose Existenz. Man stelle sich ein Universum vor, von dem niemand – es selbst eingeschlossen – weiß, dass es existiert: Existiert dieses Universum nun oder nicht? – Solange niemand sagen kann „Es existiert“, existiert es wahrlich nicht! Natürlich kann sich niemand eine Schöpfung vorstellen, von der niemand weiß, dass sie existiert: In dem Augenblick, in dem er sich das vorstellt, weiß er schon darum, dass sie existiert.

Und wer weiß, ob das Universum nicht gerade durch den Akt des Erkennens eines präexistenten Bewusstseins erschaffen wird! Die alten indischen Philosophen hielten das für möglich und bezeichneten diese Art der Schöpfung als drishti srishtivāda (drishti steht für den Beobachter oder Bewusstsein; srishti ist die Schöpfung). Das heißt: Die Schöpfung entsteht spontan zusammen mit dem, der sie wahrnimmt.

Die letzten Worte Werner Heisenbergs, eines der Begründer der Quantenphysik, sollen gewesen sein, dass der nächste Schritt in der Physik die Erkenntnis bringen wird, dass das ganze Universum nur aus reiner Information besteht. Und von da ist es nur noch ein winziger Schritt zu der Erkenntnis, dass alles Bewusstsein ist, dass Bewusstsein am Anfang war, dass Bewusstsein kein Produkt der Materie, sondern der Ursprung derselben ist und dass Materie ihrer Essenz nach folglich nichts anderes als Bewusstsein sein kann.

„Gott ist ein Punkt, der unendlich ist; ein Punkt, der ohne Dimensionen ist; ein Punkt, der absolut ist. – Es ist ein winziger Punkt, aber dieser Punkt enthält alles. Er ist größer als alles.“

Swami Omkarananda

Und aus diesem dimensionslosen Punkt entstand die Welt – das Nichts, aus dem über das Quantenvakuum mit seiner Antigravitation als Pumpe (negativer Druck) unendliche Energie hervorquoll; „spontan“, sagen die Physiker; „bewusst und als Ergebnis eines kosmischen Designs des Schöpfers“, sagen die Mystiker. Doch beide wissen nicht, warum! Auf die Frage nach dem ‚Warum‘ schweigen auch die Mystiker.

Warum sollte nicht Bewusstsein der Schöpfer des Universums sein? Wäre das nicht viel logischer als anzunehmen, ein Nichts, das nicht einmal definiert werden kann, sei sein Schöpfer? Ist es nicht völlig widersinnig, von einem ‚cosmic bootstrap‘ zu reden, einem kosmischen Münchhausen, dem all die komplizierten, aufs allerfeinste abgewogenen physikalischen Gesetze entstammen sollten?

Wie Paul Davies, der Physiker und hartnäckige Atheist selbst zugibt, ist es höchst wahrscheinlich, dass das Universum nur das Ergebnis einer sorgfältigst durchgeführten Planung sein kann.

„Die bloße Unmöglichkeit, dass diese glückhaften Ereignisse das Ergebnis einer Serie von außergewöhnlich glücklichen Zufällen sein könnten, hat viele Wissenschaftler veranlasst, mit Hoyles Ausspruch übereinzustimmen, dass das Universum ein ‚geschmiedetes Komplott’ (‚a put up job‘) sein muss.“

Paul Davies, ‚God and the New Physics‘

„OM ist das schöpferische und offenbarende Göttliche Wort, die unvorstellbar subtile, elementare Lautstruktur, selbsterzeugt aus Licht, Tejas. Es ist von uranfänglicher und elementarer Energie, die Milliarden von Universen formt, erhält und wieder aufsaugt und das allem Manifestierten als Rhythmus, Vernunft, Gesetz, als in einer Sequenz analysierbares Lautkontinuum-cum-Lichtkontinuum, als der erste und fundamentale Gedanke, als Wille, als selbstbewusstes Wesen und als ein großes selbstorganisierendes Bewusstsein innewohnt …“

„OM, die höchste mystische Silbe, ist im Herzen jedes Individuums. Bei diesem Herzen handelt es sich nicht um das biologische Herz, sondern um das geistige Herz innerhalb des biologischen Herzens. Dieses Herz ist ein Vakuum, und dieses Vakuum ist Licht. In diesem Licht schließlich wohnt Gott.“

Swami Omkarananda

Schon wieder ein Vakuum – ein Vakuum als Ursprung der Schöpfung! Nur diesmal ist es ein Vakuum von ganz anderer Beschaffenheit: In diesem Vakuum ist Licht oder Bewusstsein! Und Gott ist die Personifizierung dieses Bewusstseinslichts.

Omkarananda ist sich bei seinen Aussagen sicherer als die Physiker. Er stellt keine Mutmaßungen an. Er braucht es nicht. Seine Aussagen über die Schöpfung sind der Erfahrung des Mystikers, der er ist, entnommen. Es sind lebendige Erfahrungen, Erfahrungen aus erster Hand.

Was nützt es uns, wenn wir wissen, wie die Schöpfung entstanden sein soll? Welchen Vorteil bringt es uns, abgesehen von eventuellen, sehr zweischneidigen technischen Errungenschaften, wenn wir lesen, wie ein Physiker die Entstehung des Universums beschreibt? Verstehen wir es auch? Und wenn wir es verstehen, läuft dieses Verstehen nicht auf einer rein abstrakten, verstandesmäßigen Ebene ab? Werden wir dadurch fähiger, den Alltag, unser Leben und unsere Probleme zu bewältigen? Werden wir durch ein solches Wissen unsere Mitmenschen besser verstehen können? Werden wir wissen, was Liebe ist? Werden wir fähig sein zu lieben? Werden wir einen direkten Kontakt zum Ursprung der Schöpfung hergestellt haben?

Die Beantwortung all dieser und zahlloser weiterer Fragen, die hier nicht aufgeführt werden, sei jedem Einzelnen überlassen.

Die Wissenschaft pocht immer wieder auf die Wiederholbarkeit von Experimenten als Beweis für deren Gültigkeit. Jetzt allerdings scheint eine Grenze erreicht, jenseits derer Experimente nicht mehr durchführbar sind. Um in den Energiebereich von 1014 einzudringen, bräuchte es einen Ringbeschleuniger vom Durchmesser des gesamten Sonnensystems. Im Vergleich dazu nehmen sich die existierenden, ‚riesigen‘ Ringbeschleuniger, wie der von CERN in Genf, recht bescheiden aus.

Wenn man das, was Mystiker und Rishis längst vergangener Zeiten gesagt haben, mit den Aussagen moderner Weisen wie Ramana Maharshi, Shirdi Sai Baba oder Swami Omkarananda vergleicht, stellt man eine vollkommene Übereinstimmung fest. Ihre Aussagen genügen somit der wissenschaftlichen Anforderung der Wiederholbarkeit.

Vergleiche zwischen Erkenntnissen von Wissenschaftlern zeigen, dass die Wissenschaft von heute mit der Wissenschaft vergangener Zeiten, was ihre Auffassung über den Ursprung und die Natur des Universums angeht, so gut wie nichts gemeinsam hat. Nicht nur das: Sie widersprechen sich. Der moderne Wissenschaftler hat nur ein Lächeln übrig für das, was sein eigener Großvater noch herausgefunden hat und was zu dessen Lebzeiten die neueste und gefeierte ‚Wahrheit‘ war.

1)MIND (engl.) – in Sanskrit manas – ist die Gesamtheit der Denk- und Wahrnehmungsfähigkeiten, die Vorstellungskraft, das Fühlen usw., schlechthin alle Funktionen des Bewusstseins, die durch das Individuum gefiltert sind, im Gegensatz zu den Ausdrucksformen des ‚Reinen Bewusstseins‘, das sich direkt äussern kann, ohne die Zuhilfenahme von ihm fremden Organen wie Gehirn, Sinnesorgane etc. Gewöhnlich verwenden wir das deutsche Wort ‚Gemüt‘ für das englische Wort ‚Mind‘ in Ermangelung eines Besseren. ‚Mind‘ kommt wesentlicher näher an manas heran als ‚Gemüt‘, da es umfassender ist. Im Deutschen fehlt ein entsprechend universaler und dehnbarer Begriff, daher wird im vorliegenden Buch für manas das englische Wort ‚Mind‘ verwendet.

Wissenschaftler, Dichter und Mystiker über das Universum

Dieses Universum ist nur ein langer Traum. Das Gefühl des persönlichen Ich und auch die Einbildung, dass es andere gibt – beide sind so wirklich wie Traum-Objekte. Die einzige Wirklichkeit ist das unendliche Bewusstsein, das allgegenwärtig, rein, unbewegt und allmächtig ist und dessen Wesenskern und Sein das absolute Bewusstsein ist: Wo immer dieses Bewusstsein sich manifestiert und in welcher Weise – es ist Es selbst.

Weil das Substrat – das absolute Bewusstsein – wirklich ist, erwirbt alles, was sich auf Es gründet, Wirklichkeit; obschon diese Wirklichkeit dem Substrat allein angehört.

Dieses Universum und alle Wesen darin sind nichts als ein langer Traum. Für mich bist du wirklich, und für dich bin ich wirklich; genau so sind die anderen wirklich für dich oder mich. Und diese relative Wirklichkeit ist wie die Wirklichkeit der Traum-Objekte.

Yoga Vasishtha

— Altes Wissen —

So paradox es sich auch anhören mag, das heutige Wissen ist nicht imstande, der Menschheit den richtigen Weg zu weisen, das können meiner festen Überzeugung nach nur die Bewusstseinsedelsteine einer längst untergegangenen Epoche, eben das alte Wissen.

Paul Conrad, Professor für Mikrophysik an der Universität Tübingen aus ‚Bewusstseinsevolution, Illusion oder Wirklichkeit‘, von Theodor Dombrowski

— Das Erlebnis des Mystischen —

Das tiefste und erhabenste Gefühl, dessen wir fähig sind, ist das Erlebnis des Mystischen.

Aus ihm keimt alle wahre Wissenschaft.

Wem dieses Gefühl fremd ist, wer sich nicht mehr wundern und in Ehrfurcht verlieren kann, der ist bereits tot. Das Wissen darum, dass das Unerforschliche wirklich existiert und dass es sich als höchste Wahrheit und strahlende Schönheit offenbart, wovon wir nur eine dumpfe Ahnung haben können – dieses Wissen und diese Ahnung sind der Kern aller wahren Religiosität. In diesem Sinne, und in diesem allein, zähle ich mich zu den echt religiösen Menschen.

Albert Einstein

— Bruchlose Ganzheit —

Das zentrale Thema … ist die bruchlose Ganzheit des gesamten Daseins als eine ungeteilte fließende Bewegung ohne Grenzen.

Aus der Erörterung im vorigen Kapitel scheint klar geworden zu sein, dass sich die implizite Ordnung zum Verständnis solcher bruchlosen Ganzheit in fließender Bewegung besonders eignet, da in der impliziten Ordnung die Totalität des Daseins in jeden Abschnitt des Raumes (und der Zeit) eingefaltet ist. Welchen Teil, welches Element oder welchen Aspekt wir also auch immer im Denken abstrahieren mögen, so faltet doch jedes Einzelne stets das Ganze ein und ist von daher innig mit der Totalität verbunden, von der es abstrahiert wurde. So durchdringt die Ganzheit von Anfang an alles, was zum Gegenstand der Auseinandersetzung wird.

David Bohm, ‚Die implizite Ordnung‘

— Das Leere ist das Volle —

Wir schlagen daher vor, dass das, was wir durch die Sinne als leeren Raum wahrnehmen, in Wirklichkeit das Volle ist, das der Grund für das Dasein von allem und jedem ist, einschließlich unser selbst. Die Dinge, die unseren Sinnen erscheinen, sind abgeleitete Formen, und ihre wahre Bedeutung kann nur erkannt werden, wenn wir das Volle ins Auge fassen, worin sie erzeugt und erhalten werden und in das sie sich letztendlich auflösen müssen.

Man darf sich allerdings dieses Volle nicht mehr als einfaches materielles Medium wie etwa einen Äther denken, den man so auffasste, als existierte und bewegte er sich nur in einem dreidimensionalen Raum. Vielmehr muss man vom Holomovement ausgehen, in dem das ungeheure „Meer“ der Energie liegt, das zuvor beschrieben wurde. Dieses Meer ist als eine multidimensionale implizite Ordnung zu verstehen, … während das gesamte Universum der Materie, wie wir es im Allgemeinen wahrnehmen, als ein vergleichsweise kleines Erregungsmuster zu behandeln ist.

David Bohm, ‚Die implizite Ordnung‘

— Einheit des Universums —

Das Ganze trägt die Teile, die selbst das Ganze bilden. Wir brauchen das Universum, bevor wir den Atomen selbst, die ja das Universum ausmachen, konkrete Realität zuschreiben können. Was kommt zuerst, die Atome oder das Universum? – Die Antwort ist: weder noch. Das Große und das Kleine, das Globale und das Lokale, das Kosmische und das Atomare sind sich gegenseitig tragende und unzertrennliche Aspekte der Realität. Wir können das eine nicht ohne das andere haben.

Die ordentliche alte reduktionistische Idee eines Universums, das schlicht die Summe seiner Teile ist, ist bei den neuen Physikern völlig in Misskredit geraten. Es besteht eine Einheit im Universum, und zwar eine, die viel tiefer geht als ein bloßer Ausdruck von Einheitlichkeit. Es ist eine Einheit, die sagt, dass wir ohne alles zu nehmen, nichts haben können.

Paul Davies, ‚God and the New Physics‘

— Sinnvolles Universum —

Warum kommen einige Wissenschaftler wie Weinberg zum Schluss, dass die Welt sinnlos ist, und das angesichts der allgegenwärtigen Ordnung, die durch die Gesetze der Natur ausgebreitet wird? Ich denke, das ist teilweise ein Fall von Unfähigkeit, nämlich den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. Ein professioneller Wissenschaftler ist so sehr damit beschäftigt, die Gesetze der Natur zu entwirren, dass er vergisst, wie bemerkenswert es ist, dass es, zuerst einmal, diese Gesetze überhaupt gibt.

Paul Davies, ‚God and the New Physics‘

— Geheimnis des Universums —