Lebensprinzip Balance - Jürgen Hildebrand - E-Book

Lebensprinzip Balance E-Book

Jürgen Hildebrand

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Beschreibung

Lebensprinzip Balance bedeutet, sein Leben aktiv und bewusst zu gestalten, dadurch glücklicher und letztlich erfolgreicher zu sein. Wie gelingt uns dies in dieser turbulenten, herausfordernden und sich ständig ändernden Welt? Indem wir Dinge tun, die unseren Stärken entsprechen, uns Freude machen und uns Sinn stiften. Unsere Beziehungen zu unseren Mitmenschen pflegen, bewusst und achtsam handeln, uns ausreichend bewegen und ausgewogen ernähren. Lebensprinzip Balance ist ein ganzheitlicher Ansatz, der viele Aspekte einer bewussten und harmonischen Lebensführung enthält und dabei Erkenntnisse der positiven Psychologie und der Neurowissenschaften berücksichtigt. Oftmals ist es uns nicht bewusst, welch großen Einfluss wir selbst haben, unser Leben positiv zu gestalten. Oder wir unterschätzen, wie schwierig es ist seine gewohnten Verhaltensmuster zu ändern. Je besser es uns gelingt, kleine Veränderungen in unseren Alltag zu integrieren, umso erfolgreicher werden wir dabei sein.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 147

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Jürgen Hildebrand

Lebensprinzip BALANCE

Impulse für ein bewusstes Leben voller Energie und Gelassenheit

Impressum

© 2021 Copyright by Jürgen Hildebrand

Verantwortlich für den Inhalt:

Jürgen Hildebrand

Waiblingen

Verlag: tredition GmbH, Halenreie 40-44, 22359 Hamburg

ISBN:

978-3-347-30467-3 (Paperback)

978-3-347-30468-0 (Hardcover)

978-3-347-30469-7 (e-Book)

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung

Inhalt

Wie es zu diesem Buch kam

Einführung

Was macht uns glücklich und zufrieden?

Erkenntnisse der positiven Psychologie und der Theorie des Wohlbefindens

Übersicht über Tugenden und Stärken im VIA-Modell

Lebensprinzip Balance: Ein ganzheitliches Training des Wohlbefindens

Bewegung

Aspekte der Bewegung für die Gesundheit

Bewegung als Mittel zur Stressregulierung

Bewegung als Basistraining

Achtsamkeit

Wie wir unser Bewusstsein trainieren können

Achtsamkeitstraining ist ein Training des Bewusstseins und des Mitgefühls

Meditationsübungen für ein Leben in Balance

Achtsamkeitsübungen im Alltag

Leichtigkeit (Flow)

Spaß bei der Aktivität haben

Etwas gut können

Einen Sinn darin sehen

Flow und Leben in Balance

Ambition und Motivation

Am Anfang steht das Ziel

Warum positives Denken allein nicht reicht

Großes Ziel, kleine Schritte

Ressourcen aktivieren

Was ich kontrollieren kann und was nicht

Dranbleiben! Disziplin und Durchhaltevermögen

Das Balance-Tagebuch

Natur

Ein Aufenthalt in der Natur tut uns gut

Auswirkungen einer natürlichen Lebensweise auf Körper und Geist

Shinrin Yoku: Heilsames Waldbaden

Connected

Warum es für uns wichtig ist, mit anderen Menschen verbunden zu sein

Beziehungen aus systemischer Sicht

Mitgefühl und Empathie

Irrtümer, die uns unglücklich machen

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser

Wertschätzung statt Wettbewerb

Dankbarkeit und Altruismus

Ernährung

Vier Aspekte der Ernährung

Warum es kompliziert sein kann, sich gesund zu ernähren

Ohne Energie läuft nichts

Genuss ist gut für unsere Motivation

Mit Freude und mit Freunden speisen

Lebensprinzip Balance: Vom Wunsch zur Tat

Was Dich bei der Umsetzung Deiner Ziele unterstützt

Der Weg ist das Ziel

Dein Start in ein Leben in Balance

Literaturhinweise

Wie es zu diesem Buch kam

Oft ist es für den Leser interessant, was die Motive des Autors waren, sein Buch zu schreiben. Denn egal worum es in einem Buch geht, es hat immer etwas mit der Biographie und der Perspektive der Person zu tun, die es geschrieben hat. Mit jetzt 60 Lebensjahren blicke ich auf ein Leben zurück, dass beruflich und privat vom Bestreben geprägt war, erfolgreich zu sein, etwas Besonderes aus meinem Leben machen zu wollen. Dieser Antrieb hat mir die Energie gegeben für meinen beruflichen Werdegang als Manager, Alpenüberquerer, engagierter Hobbysportler und vieles mehr. Das Gefühl unkaputtbar zu sein und von sich selbst, seinen Kollegen und seiner Familie viel fordern zu dürfen, hat mich lange begleitet. Im Rückblick muss ich sagen, manchmal habe ich wohl zu viel gefordert. Irgendwann kam dann der Punkt, an dem ein Umdenken erfolgte oder erfolgen musste. Bei mir waren dies unter anderem eine ernsthafte Erkrankung mit längerer Zwangspause. Zeitgleich bin ich durch einen glücklichen Zufall mit der Zen-Meditation in Berührung gekommen. Dies bezeichne ich als einen entscheidenden Wendepunkt in meinem Leben. Ich war jetzt willens, mit einer anderen Perspektive auf mein Leben zu schauen. Zu erkennen, wie kostbar mein Leben ist und dass ich die glücklichen Momente nicht immer bewusst wahrgenommen habe. Es ging gar nicht darum, etwas komplett anderes zu machen, sondern dass, was ich machte, bewusster zu machen. Ich lernte Überzeugungen loszulassen und neue, heilsamere zu entwickeln.

Am Anfang zögerlich, nur für mich. Aber irgendwann war es auch für mein Umfeld spürbar. Dies hat mich ermutigt, weiter zu gehen, mich intensiver mit Themen wie Psychologie, Neurowissenschaften, Zen-Meditation, systemischem Coaching und anderem zu beschäftigen und mich entsprechend weiterzubilden. Und schließlich sogar hauptberuflich als Coach aktiv zu sein. In diesem Buch möchte ich etwas von meinen Erfahrungen und Erkenntnissen weitergeben, die ich dabei machen durfte. Anregungen geben, die vielleicht andere Menschen dabei unterstützen, ein Leben in Balance zu führen, mit mehr Gelassenheit und Freude.

Es ist ein großes Privileg, Zeit zu haben und ein Buch schreiben zu dürfen, dass einem schon lange am Herzen liegt. Dazu benötigt man auch Menschen, die einen dabei unterstützen. Die hatte ich und dafür bin ich sehr dankbar. Namentlich ist dies an erster Stelle Eva, die als wohlwollende, thematisch versierte und kritische Lektorin dem Buch den letzten Schliff gegeben hat. Für die Covergestaltung waren Alissa und Maren verantwortlich. Anregungen und Feedback bekam ich von guten Freundinnen und Freunden, die vorab unvollständige Versionen gelesen haben: Dies waren Angela, Anne, Bernd, Dagmar, Holger und Dimitra. Vielen Dank für Eure Unterstützung!

Einführung

Leben in Balance, das hört sich wundervoll an. Wir sind ausgeglichen und sorgenfrei, wir tun was uns Sinn und Freude macht und sind in glücklichen Beziehungen. Das ist ein Szenario, das sich wohl alle Menschen wünschen. Aber es wird immer etwas geben, was uns bekümmert, Sorgen oder sogar Angst macht. Der Klimawandel, Probleme in der Arbeit, Krisen in der Beziehung oder eine Erkrankung bei sich oder einer geliebten Person. Dabei können wir beobachten, dass manche Menschen mit vergleichbaren Schwierigkeiten besser zurechtkommen, glücklicher und gelassener sind als andere. Wie schaffen sie das? Was machen sie anders? Objektiv betrachtet, geht es uns zumindest in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern ziemlich gut, gemessen an Faktoren wie Grundrechte, Sicherheit, Wohlstand und medizinischer Versorgung. Eigentlich könnte man zufrieden sein, aber wenn noch dieses oder jenes anders wäre, dann wäre man glücklich(er). Leider verhindert gerade der Wunsch nach dem, was gerade fehlt oder nicht „optimal“ ist, unser Glück. Und wir merken oft erst im Blick zurück, dass wir in vielen guten Phasen unseres Lebens uns dieser positiven Abschnitte gar nicht bewusst waren. Darum geht es in diesem Buch. Was können wir tun, um innerlich gelassen zu bleiben, glücklich und zufrieden im Moment zu sein?

Dabei geht es auch um Akzeptanz, Veränderung und Loslassen. Sich bewusst zu werden, was einem wirklich guttut: Tätigkeiten, die uns motivieren, Beziehungen, die uns glücklich machen, Erlebnisse, die uns Freude bereiten. Leider sehen wir dies oft nicht oder nehmen es als selbstverständlich hin. Für ein Leben in Balance gilt es, ein stärkeres Bewusstsein für die Dinge zu entwickeln, die uns im Alltag Energie spenden und wo wir unnötig Energie verschwenden. Mit neuen Perspektiven unsere Blockaden und Potentiale erkennen und eine neue Lebens-Balance finden, die unseren persönlichen Bedürfnissen und Stärken entspricht.

Die gute Nachricht: Es ist alles bereits in uns vorhanden, nur ist es uns nicht bewusst, es ist von anderen Vorstellungen überlagert. Hier gilt es einen anderen Zugang zu finden. Es ist dafür nicht erforderlich, unser Leben komplett zu verändern. Ein Leben in Balance ist ein Leben mit mehr Bewusstsein und kleinen Veränderungen von Gewohnheiten, die uns zufriedener werden lassen. Unsere Ressourcen sind dabei unser Bewusstsein und unser Körper. Durch den Körper werden unsere Gedanken, verkörpert oder materialisiert, also in Taten umgesetzt. Durch viele Wiederholungen entstehen Verhaltensweisen und Gewohnheiten. Diesen gilt es, sich bewusst zu werden, wenn wir etwas verändern möchten. Das folgende Zitat beschreibt es sehr gut:

„Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal“.

Wenn wir ins Erwachsenenalter kommen, haben wir bereits eine Menge an Verhaltensweisen verinnerlicht. Statt bewusst zu handeln, fahren wir mit dem Autopiloten. Es gibt Untersuchungen, dass 43 % unseres täglichen Verhaltens unbewusst erfolgt und über 90 % unserer Entscheidungen unbewusst getroffen werden. Doch manche Verhaltensmuster passen nicht mehr zur aktuellen Lebenssituation. Das kostet uns Energie und behindert eine bewusste Veränderung, denn diese Verhaltensweisen können wir nicht so einfach über Bord werfen.

Bei den meisten Menschen erleben deshalb die guten und sinnvollen Vorsätze zum Jahresbeginn nicht den Frühling, die Wirkung der Diät oder des Selbsterfahrungskurses ist nach einem halben Jahr wieder vorbei. Wir müssen unser bisheriges, gewohntes Verhalten wieder verlernen und das neue Verhalten trainieren.

Bei Lebensprinzip Balance geht es auch um Energiemanagement, nicht um Zeitmanagement: Unser Tag hat immer 24 Stunden, da haben wir keinen Einfluss darauf. Worauf wir Einfluss haben, ist, womit wir unsere (Lebens-)Zeit verbringen, wofür wir unsere Energie einsetzen und woraus wir neue Energie schöpfen. Und wenn wir unsere Energie für die Ziele einsetzen, die uns wirklich wichtig sind, werden wir nicht nur zufriedener und glücklicher, sondern auch erfolgreicher sein. Das Problem: Es gibt viele wissenschaftliche Studien, die zeigen, was einen zufriedener macht und wie wir unser Wohlbefinden verbessern. Aber wie schaffen wir es, unser Verhalten nachhaltig in die gewünschte Richtung zu verändern? Wie müsste ein Training aussehen, das wissenschaftlich begründet ist und alltagstaugliche Übungen enthält? Aus dieser Idee ist über die Jahre dieses Buch entstanden. Dieses Buch ist für Menschen gedacht, die eigentlich zufrieden sein könnten mit ihrem Leben. Aber da ist dieser Gedanke: Wenn dieses oder jenes anders wäre, dann wäre man bestimmt glücklicher. Oder man hat das Gefühl, das Leben kostet einen zu viel Kraft, man brennt langsam, aber sicher aus. Letztlich konzentriert es sich auf die beiden Fragen: Warum sind wir trotz relativ guter Rahmenbedingungen unzufrieden und was können wir selbst tun, um dies nachhaltig zu verändern?

Das Buch Lebensprinzip Balance möchte hier Impulse geben, die neue Perspektiven ermöglichen. Durch Hintergrundinformationen und praktische Übungen. Das Tun, das heißt die praktische Umsetzung und persönliche Erfahrung steht dabei im Vordergrund. Es ist in sieben Themengebiete aufgeteilt, die einen wesentlichen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere geistige und körperliche Fitness haben:

Bewegung

Achtsamkeit

Leichtigkeit

Ambition (Engagement)

Natur

Connected (Verbundenheit) und

Ernährung.

Zusätzlich zu den Übungen und theoretischen Erläuterungen gibt es in jedem Kapitel Hinweise auf weiterführende Literatur, wenn man etwas vertiefen oder genauer wissen möchte.

Als Anredeform habe ich das Du gewählt, so wie ich es auch im Coaching bevorzuge. Außerdem habe ich aus Gründen der Lesbarkeit auf eine genderneutrale Form verzichtet, sondern verwende entweder die weibliche oder männliche Variante.

Ich wünsche Dir viel Spaß bei der Lektüre dieses Buches und mit den Übungen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du für Dich Impulse und Anregungen findest, die Dich auf Deinem Weg unterstützen können.

Was macht uns glücklich und zufrieden?

Erkenntnisse der positiven Psychologie und der Theorie des Wohlbefindens

"Ich denke, dass der Sinn des Lebens

darin besteht, glücklich zu sein“

Tenzin Gyatso, 14. Dalai Lama

Seit die Menschen bewusst denken können, stellen sie sich die Frage nach dem Sinn des Lebens. Wir möchten glücklich sein, Freude und Spaß haben, sowie Leid und Sorgen vermeiden. Doch was ist Glück oder Wohlbefinden? Was macht uns unglücklich? Gibt es absolute Faktoren, die glücklich und zufrieden machen? Sind es erfüllende Beziehungen, Familie oder materielle Werte, Erfolg im Beruf? „Mein Haus, mein Auto, mein Boot.“ lautete einmal der Slogan einer spaßhaften Werbung einer deutschen Bankenorganisation 1. Oder sind dies „nur“ Surrogate für ungestillte Bedürfnisse? Auch wenn das Streben nach einem finanziellen und beruflichen Status in der westlichen Welt eine hohe Relevanz hat, ist es keine Garantie für Glück und Zufriedenheit. Auch die Abwesenheit von Schicksalsschlägen, die Erfüllung unserer Grundbedürfnisse und ein gewisses Maß an Sicherheit sind es ebenfalls nicht, auch wenn sie günstige Voraussetzungen darstellen. Warum das?

Eine der Ursachen für unsere Unzufriedenheit ist unsere Neigung, uns mit anderen zu vergleichen, besser sein zu wollen oder es besser haben zu wollen als andere. Søren Kierkegaard hat es treffend formuliert: „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“ So gehört zum glücklich Sein auch die Kunst, das wert zu schätzen, was bereits vorhanden ist. Ja, mehr geht immer. Aber brauche ich es wirklich? Und was ist es mir wert, auf was bin ich bereit, dafür zu verzichten? Das Gefühl, genug zu haben oder sich selbst zu genügen, hat etwas Befreiendes.

Andere Menschen an seinem Glück oder Besitz teilhaben zu lassen, ihnen etwas zu schenken, kann ebenfalls das persönliche Glücksgefühl verbessern. „Geteiltes Leid, ist halbes Leid, geteiltes Glück ist doppeltes Glück“, sagt der Volksmund. Denn wir Menschen sind soziale Wesen. Bei der Geburt sind wir auf die Unterstützung anderer Menschen angewiesen, sonst können wir nicht überleben. Uns um andere Menschen zu kümmern steckt deshalb in unserer DNA.

Das Glücksempfinden ist ausgesprochen subjektiv und nur bis zu einem gewissen Teil von den äußeren Umständen beeinflusst. Manche Menschen sind unter vergleichbar widrigen Umständen glücklicher und resilienter als andere. Was machen diese Menschen anders beziehungsweise welche Fähigkeiten haben sie? Aus der Resilienz-Forschung weiß man, dass diese Menschen davon überzeugt sind, selbst etwas zur Verbesserung ihrer Situation beitragen zu können. Dabei setzen sie sich realistische und optimistische Ziele. Sie verfolgen ihre Ziele konsequent, lernen aus Fehlern oder Rückschlägen und sind dabei bereit, Hilfe zu geben und anzunehmen.

In den 90er Jahren wurde von dem amerikanischen Psychologen Martin Seligman anhand von vielen wissenschaftlichen Studien herausgefunden, welche Tugenden und Stärken glücklichere Menschen besitzen, was diese Menschen anders machen. Seine Erkenntnisse hat er in der sogenannten Theorie des Wohlbefindens2 beschrieben. Dabei wurde besonderes Augenmerk daraufgelegt, welche messbaren Faktoren für das persönliche Wohlbefinden relevant sind. Auf Basis der empirischen Studien definierte er mit dem sogenannten PERMA-Modell insgesamt fünf Schlüsselfaktoren.

Wenn diese im großen Maße vorhanden sind, fühlen sich diese Personen glücklicher als andere. Sich positiv mit seinem Leben auseinanderzusetzen ist ein wesentlicher Aspekt, wie wir unser Leben glücklicher und zufriedener gestalten können. Durch die Evolution bedingt, nehmen wir negative Ereignisse bewusster wahr als positive. Es war in der Steinzeit überlebenswichtig, Gefahren frühzeitig zu erkennen, zu wissen, welche Früchte giftig sind und nicht welche am besten schmeckten. Und man wusste auch nicht, wann es wieder was zu essen gab, weshalb es sinnvoll war, Vorräte anzulegen, sich Speck anzufuttern. Unser Gehirn ist darauf trainiert, (lebensbedrohliche) Risiken zu vermeiden, und das ist auch gut so. Die Forscher nennen das den „negative bias“.

Allerdings ist ein defizitorientierter Blick in unserer modernen Welt, in der es in den meisten Fällen nicht um Leben oder Tod geht, nicht immer hilfreich. Das Gefühl nicht genug zu haben oder den Ansprüchen (den eigenen und den von anderen) nicht zu genügen, ist ein Zufriedenheitskiller.

Abbildung 1: PERMA-Modell

Es gibt vermeintlich immer jemanden, der noch erfolgreicher, hübscher, wohlhabender ist. Die heutige Werbung zeichnet das Bild der idealen Menschen, um unsere Bedürfnisse zu wecken und ihre Produkte zu verkaufen. Wenn wir schöner / größer / dünner / intelligenter / reicher / erfolgreicher wären, dann wären wir sicher glücklich. Wie schon erwähnt, ist dieser Wunsch eher der Grund für unser Unglücklichsein.

Bei dem Lebensprinzip Balance geht es weniger darum, warum uns manche Dinge unglücklicher machen, sondern was die Ursache für unser Verhalten ist. Es geht darum, was wir selbst tun können, damit es uns besser geht. Der Ansatz orientiert sich unter anderem an den Grundsätzen der Positiven Psychologie. In der Positiven Psychologie3 wird nicht auf Defizite fokussiert, sondern auf die vorhandenen Stärken und Tugenden. Die Idee dahinter besagt, dass uns am besten gelingt, was unseren persönlichen Ressourcen, Werten und Fähigkeiten am ehesten entspricht. Es macht uns gleichzeitig auch glücklicher und zufriedener. Positive Emotionen sind dabei der „Dünger“ für unsere Entwicklung. Wenn wir positive Emotionen wie Freude, Inspiration, Verbundenheit oder Stolz fühlen, werden wir aufblühen, das heißt wir entwickeln vorhandene Fähigkeiten und Potentiale weiter. Es wird davon ausgegangen, dass diese Eigenschaften im Laufe des Lebens relativ stabil bleiben, aber durch Lebensumstände und Erfahrungen veränderbar sind. Manche unserer Stärken sind uns bewusst, andere weniger. Deshalb ist es für die weiteren Schritte sinnvoll, Dir Deine Kernstärken bewusst zu machen.

Von Christopher Peterson und Martin Seligman wurde hierfür der sogenannte VIA-IS4 Test der individuellen Stärken und Tugenden (Seligman, 2015, S.65) entwickelt. Dabei gilt es herauszufinden, was Deinen Charakter ausmacht, welche Eigenschaften bei Dir mehr ausgeprägt sind und welche weniger. Der Test umfasst sechs Tugenden und 24 Charakterstärken. Dazu kannst Du den wissenschaftlich gut fundierten Test der Universität Zürich verwenden. Der Test ist kostenlos, besteht aus 240 Fragen und wurde bereits in über 200 Ländern millionenfach durchgeführt.

Übersicht über Tugenden und Stärken im VIA-Modell

1. Weisheit und Wissen: kognitive Stärken, die den Erwerb und den Gebrauch von Wissen beinhalten.

a. Kreativität: neue und effektive Wege finden Dinge zu tun

b. Neugier: Interesse an der Umwelt haben

c. Urteilsvermögen: Dinge durchdenken und von allen Seiten betrachten

d. Liebe zum Lernen: neue Techniken erlernen und Wissen aneignen

e. Weisheit: in der Lage sein, guten Rat zu geben

2. Mut: emotionale Stärken, die mittels der Ausübung von Willensleistung Barrieren zur Erreichung eines Zieles überwinden.

a. Authentizität: die Wahrheit sagen und sich natürlich geben

b. Tapferkeit: sich nicht Bedrohung oder Schmerz beugen, Herausforderungen annehmen

c. Ausdauer: beenden was begonnen wurde

d. Enthusiasmus: der Welt mit Begeisterung und Energie begegnen

3. Menschlichkeit: interpersonale Stärken, die liebevolle menschliche Interaktionen ermöglichen

a. Freundlichkeit: Gefallen tun und gute Taten vollbringen

b. Bindungsfähigkeit: menschliche Nähe herstellen können

c. Soziale Intelligenz: sich der Motive und Gefühle von sich selbst und anderen bewusst sein

4. Gerechtigkeit: Stärken, die das Gemeinwesen fördern

a. Fairness: alle Menschen nach dem Prinzip der Gleichheit und Gerechtigkeit behandeln

b. Führungsvermögen: Gruppenaktivitäten organisieren und ermöglichen

c. Teamwork: gut als Mitglied eines Teams arbeiten

5. Mäßigung: Stärken, die Exzessen entgegenwirken sowie Vergebungsbereitschaft (denen Vergeben die einem Unrecht getan haben)

a. Bescheidenheit: das Erreichte für sich sprechen lassen

b. Vorsicht: nichts tun oder sagen, was später bereut werden könnte

c. Selbstregulation: regulieren was man tut und fühlt

6. Transzendenz: Stärken, die uns einer höheren Macht näherbringen und Sinn stiften

a. Sinn für das Schöne: Schönheit in allen Lebensbereichen schätzen

b. Dankbarkeit: sich der guten Dinge bewusst sein und sie zu schätzen wissen c. Hoffnung: das Beste erwarten und daran arbeiten es zu erreichen

d. Humor: Lachen und Humor schätzen; die Leute gerne zum Lachen bringen

e. Spiritualität: kohärente Überzeugungen über einen höheren Sinn des Lebens haben